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  1. Inaktiver User

    AW: Ich habe zwei Jahre lang gekämpft - und verloren.

    Uli, danke! Ein sehr wohltuender Beitrag, ein wenig die "Erlaubnis" zu der Komfortzone, die ich mir im Moment versage, weil ich das Empfinden habe, versagt zu haben...


  2. Inaktiver User

    AW: Ich habe zwei Jahre lang gekämpft - und verloren.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es gibt einen Trigger, der irgendwie so heißt: "Hole das Maximale aus dir heraus." Ein anderer heißt: "Sei erfolgreich!"
    Diese beiden Ansprüche sind ziemlich unscharf formuliert. Was bedeutet es für Dich erfolgreich zu sein? Die Anerkennung Deines Chefs (und von welchem der bereits erwähnten), eine Gehaltserhöhung, eine weitere Beförderung? Oder etwas ganz anderes?
    Welches Ziel hast Du vor Augen? Was gibt Dir Zufriedenheit?
    Welchen Kleinigkeiten könnten Dir täglich etwas Zufriedenheit verschaffen?

  3. Inaktiver User

    AW: Ich habe zwei Jahre lang gekämpft - und verloren.

    Stimmt, ist etwas unscharf formuliert.
    Erfolgreich ist für mich so ziemlich das klassische Bild: Karriereleiter, kein Stehenbleiben. Außerdem: gute Kenne von dem, was ich mache, und daher möglichst keine Fehler; immer ein Tacken vorausschauend und das Einbringen von Lösungsmöglichkeiten für Probleme.

    Meine früheren Erfolge (Schule, Studium, die ersten Stellen) habe ich oft in meinen Augen "spielerisch" erreicht. Nicht zwangsläufig ohne Energieeinsatz (im Gegenteil!), aber geistig war alles völlig problemlos zu bewältigen (naja, manche Fächer in der Schule nicht, aber da habe ich mir die 4 in Mathe auch "gegönnt", weil eben der Rest stimmte). Das war meine Überlegung bei dem Trigger "Hole das Maximale aus dich heraus": Geht noch mehr, wenn ich mich mal so richtig anstrenge?

    Ich bin, auch durch die Diskussion mit Euch, durchaus schon auf einen anderen Weg und würde jetzt viel eher sagen: "Das tun, was mir liegt (und nicht nur aus Pflicht, sondern auch ein wenig Kür/Lust besteht)." Aber in einer solchen Situation wie jetzt gerade kommen die alten Denkmuster hoch, getriggert durch die ein oder andere Bemerkung...

    Was verschafft mir Zufriedenheit? Wenn ich in einer Tätigkeit völlig aufgehe. Das habe ich beruflich schon erlebt, kenne es aber zum Beispiel auch vom Klavier üben, dem Versinken in einem guten Roman/Film/Ausstellung/Musik/Kabarett, der Beschäftigung mit einem bestimmten Thema. Ja, es hat mir schon mal Zufriedenheit verschafft, mich mit Astrophysik zu beschäftigen, weil mir das konzentrierte Nachvollziehen dessen, wie es beispielsweise zu Schwarzen Löchern kommt, viel Freude bereitet hat. Im Moment könnte ich mich gar nicht darauf konzentrieren, es gehen so gerade eben noch nicht allzu anspruchsvolle Romane.

    Ich bin gerne mit meinen Freunden zusammen (nicht zu viele, sondern so, dass man noch gemeinsam diskutieren kann) oder mit meinem Mann. Ich bin aber auch gerne allein. Früher bin ich sehr gern lange spazieren gegangen, hab die Gedanken schweifen lassen... Ich fände es schön, wieder mehr Zeit dafür zu haben. Zeit ist überhaupt etwas, was ich mir wünsche. Der Alltag ist sehr kompakt...

  4. Inaktiver User

    AW: Ich habe zwei Jahre lang gekämpft - und verloren.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Karriereleiter, kein Stehenbleiben. Außerdem: gute Kenne von dem, was ich mache, und daher möglichst keine Fehler; immer ein Tacken vorausschauend und das Einbringen von Lösungsmöglichkeiten für Probleme.
    Egal, wie gut man seine Arbeit macht, Fehler wird es immer geben. Und manchmal erweisen sich die Fehler nur als kleine Umwege zu einer vielleicht sogar besseren Lösung. Könntest Du Dir Umwege zugestehen?

    Was verschafft mir Zufriedenheit? Wenn ich in einer Tätigkeit völlig aufgehe. ...
    Zeit ist überhaupt etwas, was ich mir wünsche. Der Alltag ist sehr kompakt...
    Der Flow, das völlige Aufgehen in dem, was Du gerade tust. Unabhängig von der Zeit. Es ist gut, dass Du das schon kennst und weißt, was Dir fehlt.

    Aber in einer solchen Situation wie jetzt gerade kommen die alten Denkmuster hoch, getriggert durch die ein oder andere Bemerkung...
    Wenn die Chefs diese Bemerkungen gemacht haben, halte Dir immer vor Augen, dass Deine Arbeit entscheidend dazu beiträgt, ob sie vor ihren Vorgesetzten als erfolgreich dastehen. Natürlich werden sie versuchen Dich dahin zu bekommen, dass Du weiterhin vollen Einsatz zur Erreichung ihrer Ziele gibst. Aber so wie deine Mitarbeiter Dir die Mithilfe verweigern, dass Du in der Erledigung Deiner Aufgabe erfolgreich bist, hast auch Du eine Wahl. Wäge die Vor- und Nachteile ab und triff dann eine Entscheidung. Das ist kein Scheitern, das ist Verantwortung übernehmen.

  5. Inaktiver User

    AW: Ich habe zwei Jahre lang gekämpft - und verloren.

    Hallo CittyCat,
    freut mich, wenn meine Denkart Dir etwas weiterhilft.

    Mir ist noch etwas zu deinem weiteren Text eingefallen.
    Du sprichst dort ein wichtiges Wort aus. Scheitern. Das ist in unserem Land leider kein Synomym für einen - vielleicht sogar erforderlichen- Umweg, um den eigenen für einem selbst richtigen Weg zu finden. In der hier herrschenden Vorstellung hat eine Karriere steil bergauf zu führen. Ohne Rückschläge. Und jeder Weg direkt ans Ziel. Also ist Scheitern verpöhnt. Ich finde das schlimm.
    Denn gerade das Scheitern gibt dem Menschen erst die Möglichkeit zu reifen. Les doch mal Biographien, und ich meine nicht Lobhudeleien, von Menschen, die es zu etwas außergewöhnlichem gebracht haben. Da ist keine/r dabei ohne Rückschläge.

    Und das versagt man sich doch heute schon in ganz gewöhnlichen beruflichen Werdegängen. Ich finde, der Anspruch ist völlig überzogen und geht hier weit am Leben vorbei.

    Es geht nicht darum, immer zu gewinnen. Es geht darum, auch mit einem Scheitern klar zu kommen, zu akzeptieren, daß man Grenzen hat und so menschlich und zum Menschen zu werden.

    Ich sage immer, klar habe ich Fehler, aber wer mit Maschinen zu tun hat, wundert sich, wieviele Macken an einer Maschine ohne Murren hingenommen werden und wie wenige "Fehler" oder Ausreißer man einem Menschen zugesteht ...

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