Hallo, liebe BriCom!
Folgender innerer Konflikt beschäftigt mich schon eine ganze Weile.
Ich bin viel zu passiv.
Schwierigkeiten mag ich gar nicht und würde ihnen am liebsten immer ausweichen (was ja oftmals nicht geht).
Ich mag keine Probleme und Hürden, die zu bewältigen sind und wähle nur allzu gerne den Weg des geringsten Widerstandes.
Gerne und viel zu schnell greife ich auch auf die Hilfe meiner Mitmenschen zurück, ohne mich im Vorfeld großartig selber anzustrengen und nach eigenen Lösungen zu suchen.
Unangehmes schiebe ich oft auf die lange Bank.
Andere Menschen freuen sich über (neue) Herausforderungen.
Ich hingegen weiche ihnen aus, drücke mich, mag es gerne bequem.
Überwiegend aus Unsicherheit
Ich fühle mich - so wie ich bin und mich verhalte - nicht gut.
Mir selbst und anderen Menschen gegenüber habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle.
Weil ich nicht so bin, wie ich sein sollte.
Damit ich mit mir selbst zufriedener sein kann und auch, dass es andere Menschen, zum Beispiel meine Kollegen, mit mir sind.
Möchte besser bei Anderen ankommen und den Erwartungen gerecht werden.
Passiv sein, ist schließlich was negatives.
Eine Schwäche.
Ich denke, ich müsste "anders" sein, viel aktiver und engagierter und sollte mehr Eigeninitiative entwickeln.
Meine Haltung Problemen gegenüber müsste eine andere werden.
Einerseits bin ich passiv, anderereits sollte ich aktiv sein...
Doch wie schaffe ich das?
Und..., geht das eigentlich überhaupt?
chrissilein
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Ergebnis 1 bis 10 von 62
Thema: Zu passiv
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04.09.2010, 12:59
Zu passiv
Hauptsache gemütlich.
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04.09.2010, 13:12
AW: Zu passiv
Keine Ahnung, ob man sich einfach so ändern kann. Aber man kann sich zwingen aktiver zu sein. Man kann einen neuen Sport beginnen, ein Instrument lernen, sich einer zivilgesellschaftlichen Gruppe anschließen und sich dort engagieren.
Du musst halt gucken, was du schon immer mal ausprobieren wolltest und dieses beginnen; auch wenn du dich fürchtest.
Mehr fällt mir auf die schnelle nicht ein.
Geändert von Lizzie64 (04.09.2010 um 16:51 Uhr) Grund: Bitte keine Komplettzitate des unmittelbar vorherigen Beitrags! Danke.
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04.09.2010, 13:20Inaktiver User
AW: Zu passiv
Hallo Chrissilein,
ich denke, dass du nicht zu viel auf einmal von dir erwarten solltest.
Da ja aus deiner jetzigen Situation heraus niemand von den anderen allzu viel von dir erwartet, kannst du dir ja auch Zeit lassen.
Ich würde mir kleine Sachen zu Anfang vornehmen.
Falls es für dich bisher ein Problem war, etwas zu reklamieren oder gekauftes zurückzugeben, beginne damit. Wenn du z.B. ein Kleidungsstück gekauft hast, dass du doch nicht tragen würdest, gebe es zurück und du wirst sehen, es ist nicht so schwer. Oft hält einen nur die Schwelle ab, man denkt, das kann ich nicht machen, das ist peinlich etc.
Vielleicht ist das das falsche Beispiel, aber ich hoffe, es wird klar, wie ich das meine.
Passivität ist nicht immer nur eine Schwäche, ich wünschte, ich könnte mich manchmal mehr zurückhalten, damit Kollegen, die vielleicht wie du sind, gezwungen sind, ihre Meinung zu sagen...
zu oft nehme ich es vorweg und spreche für sie mit, weil ich zu ungeduldig bin.
Gehe es langsam an, und wenn du siehst, dass es garnicht so schwerist, wie du dachtest, wird es immer leichter..
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04.09.2010, 14:10
AW: Zu passiv
Auf einem Seminar kürzlich habe ich gelernt, dass es vom Typus her den Menschen gibt, der Bequemlichkeit schätzt. Dazu gehört dann aber auch, dass dieser Mensch sehr viel zum sozialen Leben beiträgt. Also - etwas Positives gibt. Auch ohne dauernd in Action zu verfallen.
Fand ich gut!
Der allzeit aktive ist dagegen lt. diesen Aussagen eher derjenige, der tut was ihm guttut, und dabei auch gern mal über ne Leiche geht.
Ehrlich - die Bequemen find ich dann doch angenehmer.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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04.09.2010, 14:15Inaktiver User
AW: Zu passiv
@ chrissie- und wer sagt, dass du anders sein solltest?
das wäre als würde ich mir die augen ausheulen weil sie blau und nicht braun sind.
lasse beim arzt abklären ob du eine schilddrüsenunterfunktion hast und ansonsten komme mit dir selbst ins reine.
alles andere ist käse
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04.09.2010, 14:20
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04.09.2010, 14:30Inaktiver User
AW: Zu passiv
selbst bei leidensdruck- warum "muss" ich mich verändern?
kann ich mich nicht mir selbst versöhnen?
die menschen sind unterschiedlich. und das ist gut so.
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04.09.2010, 14:48
AW: Zu passiv
Muss man nicht.

Aber mir schien es so, dass ihre Passivität sie ihrer Meinung nach praktischer Weise behindert. Und damit kann man sich schlecht aussöhnen.
Ich bin auch immer der Meinung, dass man sich akzeptieren sollte, aber wenn ich mich gefühlter Weise lebenspraktisch behindere, versuche ich shcon was zu ändern...
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04.09.2010, 14:56
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04.09.2010, 15:48
AW: Zu passiv
Vielen Dank für eure Meinungen, Anregungen und Hinweise!
Meine Passivität kommt bei meinen Kollegen, aber auch ab und an bei meinen Freunden und näheren Bekannten nicht so gut an.
Es kamen schon des öfteren Hinweise bzw. kritische Anmerkungen, dass ich es mir zu einfach machen und den leichteren Weg nehme würde und anstatt mich selber mal hinter eine Sache zu klemmen und aktiv zu werden, eben die Anderen (zu sehr und sofort?) in Anspruch nehmen würde.
Manchmal merke ich es und dann ist mir das sehr unangenehm, weil ich es mir so leicht mache.
Oft merke ich es jedoch erst gar nicht und falle dann aus allen Wolken, wenn man mich darauf aufmerksam macht.
Dann wiederum mache ich mich selber fertig, weil ich eben wieder was falsch gemacht habe und nicht gut genug gewesen bin.
Es sagt jetzt natürlich keiner ich "muss" mich ändern und "soll anders" sein, aber es wird doch schon irgendwie von mir erwartet, dass ich zukünftig eben die Dinge anders angehen möge.
Was ich ja auch gerne tun möchte.
Nur..., mit der Umsetzung hapert es, denn ich falle (unbewusst) in meine alten Muster zurück.
Und somit schließt sich der Kreislauf.Hauptsache gemütlich.


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