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Thema: Zu passiv

  1. User Info Menu

    AW: Zu passiv

    Da schließ ich mich an. Der Witz ist, wenn du mit Kleinigkeiten anfängst und das gut läuft und dir gut tut, dann verändert sich dein Verhalten auch insgesamt: Du wirst selbstständiger im Prozess.
    Also beginne mit Kleinigkeiten. Und auch hier die Frage: Was ist dringlich? Oder was kommt demnächst auf dich zu, wo du eigentlich Hilfe in Anspruch nehmen würdest?
    Ich denk nicht, deshalb frag ich ja.

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    AW: Zu passiv

    Es geht mir nicht in erster Linie um das Selbständigsein bzw. ums selbständiger werden.
    Ich glaube "mein Problem" ist doch ein wenig anders gelagert.

    Oft kriege ich es nämlich erst gar nicht mit, dass ich zu passiv gewesen und den Weg des geringsten Widerstandes gegangen bin.

    Meine Art, Dinge (nicht) anzugehen, entspricht wohl oft einfach nicht den Erwartungen, die andere an mich haben/stellen. Sei es nun zu Recht oder zu Unrecht.
    Und damit kann ich nicht umgehen.
    Ich fühle mich dann so unzulänglich, mache mir Gedanken, dass ich mal wieder was falsch gemacht habe und möchte es so gerne "besser" machen, was mir aber eben nur selten gelingt.

    Mir ist es ungemein wichtig, dass die Anderen, also jetzt natürlich nicht alle, sondern eben die Menschen, die mir wichtig sind bzw. mit denen ich regelmäßig zu tun habe (Kollegen, Chef), mit mir zufrieden sind und ich deren Anerkennung erfahre.
    Doch so wie ich eben bin, gelingt mir das nicht...
    Hauptsache gemütlich.

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    AW: Zu passiv

    So, dann noch mal auf Anfang. Dann versteh ich dein Problem immer noch nicht.

    Also, wie läuft das denn bei dir auf Arbeit? Mach mal bitte ein Beispiel! (Ich schlag jetzt kein Szenario mehr vor... )
    Ich denk nicht, deshalb frag ich ja.

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    smile AW: Zu passiv

    Gerade kommt mir der Gedanke, ob du vielleicht überfordert bist auf der Arbeit?

    Ich denke nämlich an eine (äußerst ungeliebte) Tätigkeit von mir zurück. Es fiel mir so schwer, ich hatte so dermaßen null Bock, dann kam noch dazu, dass man offenbar erwartete ich müsse das schneller kapieren...die Katze biß sich in den Schwanz. Je mehr erwartet wurde, desto weniger hab ich noch auf der Reihe gehabt. Und dann lieber gleich gefragt!

    Ist das so ähnlich bei dir auch?

    *hust* Ich hatte damals schlicht den falschen Job. An meinen Talenten und Gaben glatt vorbei. Musste an meinen Schwachstellen rumdrechseln. Sehr uneffektiv. Für beide Seiten!
    Kam alles durch eine Versetzung - freiwillig hab ich das nicht ausgesucht.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  5. Inaktiver User

    AW: Zu passiv

    Zitat Zitat von chrissilein Beitrag anzeigen
    , entspricht wohl oft einfach nicht den Erwartungen, die andere an mich haben/stellen. Sei es nun zu Recht oder zu Unrecht.
    Und damit kann ich nicht umgehen.
    .
    da bringt nicht eine "lebensänderung" eine besserung, sondern eine andere einstellung zu dir selbst: nämlich, dass du zu dir selbst stehst.

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    AW: Zu passiv

    @ brighid
    Das genau ist meine Baustelle.
    Das zu mir selber stehen.
    Ist nicht leicht, wenn man nicht so zufrieden mit mir ist, denn ich möchte ja, dass die anderen es mit mir sind!
    In meinem Kopf rumort es dann immer mächtig und ich fühle mich schlecht.

    @karla
    Nee, der falsche Job ist es nicht. Der ist schon ganz okay.
    Allerdings bin ich noch recht "neu" dabei.
    Erst ein gutes Jahr. Meine zwei Kollegen machen diese Arbeit schon ca. 10 Jahre lang.
    Wahrscheinlich will ich da immer Äpfel mit Birnen vergleichen und wundere mich, warum das nicht geht.
    Sie haben mir natürlich ein gebaltes Wissen und die routinierte Sicherheit voraus.
    Ich denke schon, dass ich meine Arbeit recht gut mache, aber sie ist eben noch nicht so ausgereift und perfekt wie bei den beiden.
    Ich möchte natürlich auch so gut sein wie sie und ärgere mich dann, wenn ich es immer noch nicht bin.
    Leider ist es so, dass ich - bis auf ein einziges Mal - nie gesagt bekomme, was schon gut läuft. Es wird immer nur darauf geschaut, was noch verbesserungswürdig ist.
    Machen sie nicht absichtlich, aber mich zieht es mächtig runter und ich bleibe unsicher.
    Hauptsache gemütlich.

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    AW: Zu passiv

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    da bringt nicht eine "lebensänderung" eine besserung, sondern eine andere einstellung zu dir selbst: nämlich, dass du zu dir selbst stehst.
    da würd ich etwas differenzieren u. nicht pauschal sagen "aktzeptier dich einfach so wie die bist u. alles ist gut."

    erstens muß man mal zwischen privat u. job differenzieren, denn job heisst numal oft dinge machen zu müssen die einem privat weder spass machen noch einfallen würde. da geht deine taktik zu sagen "ich bin einfach so" wohl kaum auf, die würde irgenwann höchstens zum verlust des jobs führen. grade im beruflichen umfeld ist persönlicher einsatz immer gefragt.

    richtig ist dass es menschen gibt die einfach so sind wie die TE, wann immer es geht den einfachsten weg gehen od. am liebsten für alles jemand anderen einzuspannen, weil sie es nicht wollen od. können, oder sich einfach nicht dazu durchringen können etwas anzugehen.
    grundsätzlich hat auch jeder das recht so zu sein, wenn er das als ok empfindet, es muß natürlich jeder auch damit leben dass er mit einer solchen einstellungen sein umfeld sehr leicht vergraulen od. seine freunde dezimieren kann.

    seien wir ehrlich, wenn jemand immer nur sagt "das kann ich nicht", "das will ich nicht", "das weiß ich nicht", dann hat man irgenwann die schnautze voll u. sagt "dann mach dein ding alleine".

    um das beispiel mit dem bohren aufzugreifen: ich hab kein problem damit dass eine freundin mich um so etwas fragt, denn schließlich kann nicht jeder alles können, dazu sind freunde doch auch da. wenn sie mich jedoch fragen würde "u. kannst du auch noch für mich kochen, meinen müll runter bringen, meine post erledeigen, mein auto waschen,......., weil ich das alles nicht kann" dann würd ich sagen "sicher nicht!", hier wird aus hilfe dummheit u. aus "nicht können" eig. "nicht wollen" u. damit einfach bequemlichkeit od. direkter gesagt schlicht faulheit.

    solche menschen sind aber nicht grundsätzlich faul, vielmehr haben sie angst vor versagen. sie wägen ab zwischen erfolg u. versagen u. wenn die chance zu versagen aus ihrer sicht genug groß ist, dann lassen sie es lieber u. trösten sich mit "das kann ich eben nicht, gibt ja genug anderes was ich vielleicht kann".
    dies kann zu einer wahren spirale werden, die nicht nur daraus besteht dinge nicht zu machen, sondern auch zu sozialen problemen führen kann. aus "ich kann das loch nicht bohren" wird irgenwann "ich kann mich mit den leuten nicht treffen", die gefahr für fast alles "nicht gut genug" zu sein ist da sehr groß!

    darüberhinaus empfindet die TE einen leidensdruck, also hat sie erkannt dass etwas nicht so ist wie es sein sollte u. das sicher aus gutem grund. würde sie denken "die anderen wollen mich nur zu etwas zwingen dass ich nicht will" dann wäre es anderes, denn dann wäre sie entweder noch nicht am richtigen punkt um etwas zu ändern od. die aussagen der anderen wären vielleicht wirklich ungerechtfertigt u. der strang hier damit vielleicht garnicht erstellt worden.

    @chrissielein:

    wie sieht es denn da bei dir aus mit meiner vermutung? ist es bei dir auch so dass du angst hast bei den dingen die du angeblich "nicht kannst" zu versagen u. sie daher lieber jemand anderem überlässt od. auf später verschiebst?

    lg

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    AW: Zu passiv

    Zitat Zitat von chrissilein Beitrag anzeigen
    Hallo, liebe BriCom!

    Folgender innerer Konflikt beschäftigt mich schon eine ganze Weile.

    Ich bin viel zu passiv.
    Schwierigkeiten mag ich gar nicht und würde ihnen am liebsten immer ausweichen (was ja oftmals nicht geht).
    Ich mag keine Probleme und Hürden, die zu bewältigen sind und wähle nur allzu gerne den Weg des geringsten Widerstandes.
    Gerne und viel zu schnell greife ich auch auf die Hilfe meiner Mitmenschen zurück, ohne mich im Vorfeld großartig selber anzustrengen und nach eigenen Lösungen zu suchen.
    Unangehmes schiebe ich oft auf die lange Bank.

    Andere Menschen freuen sich über (neue) Herausforderungen.
    Ich hingegen weiche ihnen aus, drücke mich, mag es gerne bequem.
    Überwiegend aus Unsicherheit

    Ich fühle mich - so wie ich bin und mich verhalte - nicht gut.
    Mir selbst und anderen Menschen gegenüber habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle.
    Weil ich nicht so bin, wie ich sein sollte.
    Damit ich mit mir selbst zufriedener sein kann und auch, dass es andere Menschen, zum Beispiel meine Kollegen, mit mir sind.
    Möchte besser bei Anderen ankommen und den Erwartungen gerecht werden.

    Passiv sein, ist schließlich was negatives.
    Eine Schwäche.

    Ich denke, ich müsste "anders" sein, viel aktiver und engagierter und sollte mehr Eigeninitiative entwickeln.
    Meine Haltung Problemen gegenüber müsste eine andere werden.

    Einerseits bin ich passiv, anderereits sollte ich aktiv sein...

    Doch wie schaffe ich das?
    Und..., geht das eigentlich überhaupt?

    chrissilein
    Also weißt du, ich bewundere wie ehrlich du zu dir selbst sein kannst.
    Ich hatte da eine Idee, als ich dein Schlusszitat (keine Ahnung, wie man das nennt) las: Hmmm, ich z.b. habe keine gut Ader dafür es mir gemütlich zu machen. Ich kann das überhaupt nicht.
    Das ist schon auch eine Gabe, die Fähigkeit zur Gemütlichkeit.
    Wenn du es z.B. schaffen würdest, es für dich UND ANDERE gemütlich zu machen, wäre das z.B. schon eine große Fähigkeit, die sicher auch Anklang findet.
    Ich denke nämlich nicht, dass jeder Mensch, hyperproduktiv sein muss. Produktivität ist ja nicht die einzige Wesentlichkeit des Lebens. Obwohl ich gebe es zu, heutzutage sieht es danach aus, als ob das das Einzige ist, was zählt.

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    AW: Zu passiv

    Zitat Zitat von chrissilein Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für eure Meinungen, Anregungen und Hinweise!


    Meine Passivität kommt bei meinen Kollegen, aber auch ab und an bei meinen Freunden und näheren Bekannten nicht so gut an.

    Es kamen schon des öfteren Hinweise bzw. kritische Anmerkungen, dass ich es mir zu einfach machen und den leichteren Weg nehme würde und anstatt mich selber mal hinter eine Sache zu klemmen und aktiv zu werden, eben die Anderen (zu sehr und sofort?) in Anspruch nehmen würde.

    Manchmal merke ich es und dann ist mir das sehr unangenehm, weil ich es mir so leicht mache.
    Oft merke ich es jedoch erst gar nicht und falle dann aus allen Wolken, wenn man mich darauf aufmerksam macht.
    Dann wiederum mache ich mich selber fertig, weil ich eben wieder was falsch gemacht habe und nicht gut genug gewesen bin.

    Es sagt jetzt natürlich keiner ich "muss" mich ändern und "soll anders" sein, aber es wird doch schon irgendwie von mir erwartet, dass ich zukünftig eben die Dinge anders angehen möge.
    Was ich ja auch gerne tun möchte.
    Nur..., mit der Umsetzung hapert es, denn ich falle (unbewusst) in meine alten Muster zurück.
    Und somit schließt sich der Kreislauf.
    Nur weil das "bei den anderen schlecht ankommt" würde ich nichts verändern. Das führt meistens zu nichts, wenn man sich nur für andere verbiegt. Und selbst wenn - ich bin eher das Gegenteil, ein ziemlich aktiver, lebhafter Mensch, der die Dinge lieber selbst macht als sich mit jemand anderem lange darüber auseinanderzusetzen, wie oft habe ich schon gehört, ich sollte doch mal etwas entspannter, wenigr aufgedreht, weniger lebhaft, weniger aktiv sein!
    Es gibt immer Menschen, denen es nicht passt, wie Du bist, und wenn die auch noch selbst von sich ziemlich überzeugt sind, dann bekommst Du es als Fehler angekreidet, was in Wirklichkeit einfach nur anders ist.

    Wenn Du selbst unzufrieden bist, wie es ist, ganz allein von Dir heraus, ist das schon der erste Weg zur Besserung!
    Avatar made by Betsi!

  10. User Info Menu

    AW: Zu passiv

    Zitat Zitat von mira-bell Beitrag anzeigen
    Ich denke nämlich nicht, dass jeder Mensch, hyperproduktiv sein muss. Produktivität ist ja nicht die einzige Wesentlichkeit des Lebens. Obwohl ich gebe es zu, heutzutage sieht es danach aus, als ob das das Einzige ist, was zählt.
    das ist absolut richtig, aber zwischen "produktiv"/schwarz u. "gemütlich"/weiß gibt es sehr viele grauabstufungen. zum einen muß man seinen platz da finden, zum anderen kann er auch variieren.
    ich hab z.b. (wie wahrsch. fast jeder andere auch) phasen wo ich alles umreißen möchte u. dann wieder welche wo ich zu kaum was lust habe. ich muß mich auch oft zu dingen aufraffen, entweder weil ich muß (job) od. weil ich es z.B. versprochen habe (privat).

    ich hab also irgendwo mein "grau" gefunden. würde ich jedoch nur "weiß" denken, also für alles jemand fragen, aber selbst bei allem ablehnen, weil das ja nur "schwarzer" erwartungsdruck ist, dann würde ich irgendwann sicher alleine dastehen.

    lg

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