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    Minderwertigkeitskomplexe - wie bewältigen?

    Hallo,

    finde dieses Forum hier ganz toll und möchte ein Thema ansprechen welches ich mich sonst nie trauen würde anzusprechen.

    Ich bin 30 Jahre alt und leide schon immer unter Minderwertigkeitsgefühlen.
    Meine Eltern haben mich als Kind (und noch immer) sehr kritisiert und erniedrigt. Sie haben mir nie wirklich was zugetraut. Ich habe vieles in meinem Leben erkämpfen müssen und würde mich eher als Durchschnitt bezeichnen. Ich habe nur einen mittleren Bildungsabschluss, umgebe mich aber gerne mit Akademikern. Die meisten von ihnen wissen nocht einmal, daß ich kein Abitur habe.
    In Liebesbeziehungen war ich immer die klammernde und eifersüchtige, was kein Mann länger aushalten konnte.

    In zwischenmenschlichen Beziehungen bin ich meistens die ruhige. Ich traue mich nur bei bestimmten Freunden hemmungslos zu reden. Ich bewundere Menschen die einfach drauflos plaudern können. Ich bin viel zu verkrampft dazu. Oberflächliche Gespräche langweilen mich. Auch bin ich ein Mensch, den man schnell kränken kann. Ich kann in Streitsituationen nicht souverän reagieren. Ich zittere dann am ganzen Körper und kann mich schlecht artikulieren. Manchmal fühle ich mich dann wie ein kleines Kind, daß sich vor seinem Vater rechtfertigen muss.
    Vor allem das zwischenmenschliche macht mir so zu schaffen. Ich wäre gerne lockerer, würde nicht immer alles so ernst nehmen und bei jedem bißchen so gekränkt sein.
    Ich weiß momentan überhaupt nicht wohin mit mir. Ich möchte gerne an diesem Problem arbeiten, bin bereits in Psychotherapie, sehe aber keinen großen Fortschritt.

    Kennt jemand dieses Problem und hat dies schon erfolgreich überwunden? Würde mich sehr über Eure Kommentare freuen.

  2. Inaktiver User

    AW: Minderwertigkeitskomplexe - wie bewältigen?

    Zitat Zitat von bibbbi Beitrag anzeigen
    Ich weiß momentan überhaupt nicht wohin mit mir. Ich möchte gerne an diesem Problem arbeiten, bin bereits in Psychotherapie, sehe aber keinen großen Fortschritt.
    Du erwartest zuviel von Dir!

    Was in sagen wir mal so 15 Jahren oder noch länger geprägt wurde durch immer wiederkehrende Wiederholungen wirst Du nicht in einem kurzen Zeitraum rückgängig machen können oder so verändern, dass Du das bist was Du sein möchtest!

    Gib Dir mehr Zeit auch wenn Du glaubst, dass Du sie nicht hast!

    Viel Erfolg weiterhin!

  3. Inaktiver User

    AW: Minderwertigkeitskomplexe - wie bewältigen?

    Hi Bibbbi,

    Ich habe nur einen mittleren Bildungsabschluss, umgebe mich aber gerne mit Akademikern. Die meisten von ihnen wissen nocht einmal, daß ich kein Abitur habe.
    warum? fühlst Du dich dann besser?

    In Liebesbeziehungen war ich immer die klammernde und eifersüchtige, was kein Mann länger aushalten konnte.
    Du bist doch eigentlich schon sehr viel weiter als viele, kannst du doch deine Probleme klar erkennen und artikulieren.


    Vor allem das zwischenmenschliche macht mir so zu schaffen. Ich wäre gerne lockerer, würde nicht immer alles so ernst nehmen und bei jedem bißchen so gekränkt sein.
    Ich stimme Stecher zu, du erwartest zu viel von dir. Aus welchem Grund machst Du eine Therapie? Und wie lange schon? Welchen Fortschritt hast Du dir denn erhofft?


    Kennt jemand dieses Problem und hat dies schon erfolgreich überwunden?
    Erfolgreich überwunden würde ich nicht gerade sagen, aber schon viel verbessert...wenn dich genau kennen lernst, mit deinen Stärken und Schwächen, dies abwägen kannst in RElation zu denen deiner Mitmenschen. Dann erkennst du, dass die dir keineswegs voraus sind.

    lg
    esperanza

  4. Inaktiver User

    AW: Minderwertigkeitskomplexe - wie bewältigen?

    bibbbi, mir geht es so ähnlich wie dir. Zwar haben mich meine Eltern nicht so direkt kritisiert, aber DER Satz meiner Mutter zu allen möglichen Dingen in meinem Leben war: "Ich habe SOLCHE ANGST um dich!!!" Sie war auch ziemlich dominant und bestimmend.

    Ich komme immer wieder regelmäßig an einen Punkt, an dem ich mich sehr unsicher fühle, im Job, in Freundschaften, wo auch immer, und mich wochenlang schlecht fühle. Mir wurde auch schon gesagt, ich sei sehr "kontrolliert", sprich, nie locker. Und ich hasse das ...

    Nach dem Tod meiner Mutter letztes Frühjahr dachte ich, das sei ein guter Zeitpunkt, endlich eine Therapie anzufangen. Ich habe sie fast abgeschlossen, nächsten Dienstag ist die letzte Siztung.

    Erst habe ich auch darauf gewartet, dass während der Therapie das große "AHA"-Erlebnis kommt, habe dann aber gemerkt, dass es eher viele kleine "Verstehen" waren. Wie Stecher schrieb, du kannst jahrelange Prägung nicht mit einem Knopfdruck ungeschen machen. Aber, wie meine Therapeutin sagte, allein, dass dir bewusst ist, dass du so oder so handelst, gibt dir die Cahnce, es irgendwann einmal auch VORHER zu merken und gegenzusteuern.

    Mein letztes Registrieren einer Veränderung bestand darin, dass ich einen Fehler im Job gemacht habe und nicht in meine sonst übliches devotes Entschuldigungslamento verfallen bin, sondern einfach nur schnell und professionell den Fehler beseitigt habe - und gut! Da war ich schon super stolz auf mich.

    Konntest du irgendetwas Positives aus deiner Therapie in Erinnerung behalten? Was hat dich bewegt?

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