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  1. User Info Menu

    Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Keine wirklich neue Erkenntnis, wird mir aber immer mehr zur Wahrheit...

    egal ob Partnerschaft, Freundschaften, Familie...mir fällt auf, dass ich (und alle in meinem Umkreis) im Leben noch nie etwas erreichen konnte durch Klammern, Festhalten, Anhaften - wie auch immer man das nennen möchte.

    Ich habe es einfach immer so erlebt: Wenn, mir (zu) wichtige, Menschen, aus welchen guten oder weniger guten Gründen, immer weniger Kontakt suchen, auf Abstand gehen, dann muss man das auch tun - sonst kommt man in eine ganz schlechte Lage.

    Ob Klammern, Bedrängen, zu oft Nachfragen, Gespräche suchen, Hinterherlaufen, der, der klammert erreicht damit nichts, denn...

    ... der Andere fühlt sich dann in aller Regel bedrängt, geht erst recht auf Abstand, und...jeder hat das gute Recht auf Abstand zu gehen oder gar Kontakt zu verweigern.

    Blöd nur, dass es denjenigen, der sich bemüht, der nicht loslassen kann, hilflos und machtlos macht. Bei ihm hinterlässt das eine Leere und ein angekratztes Selbstbewusstsein.

    Ich will ehrlich sein, ich kann beide Seiten verstehen und hab auch schon beide Seiten erlebt.

    Wie sind denn eure Erfahrungen damit?



    Wie fühlt sich der, der klammert?
    Wiie fühlt sich der, der auf Abstand geht?
    Und wie hält man Abstand, ohne dass es weht tut?

  2. User Info Menu

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Hallo Elwyn,

    an diesem unterschiedlichen Nähe/Distanz Bedürfnis ist damals auch meine Beziehung gescheitert. Mein Exfreund hat immer mehr geklammert, ich hatte das Gefühl, er nimmt mir die Luft zum Atmen, ich hatte gar kein eigenes Leben mehr, immer forderte er Zeit und Aufmerksamkeit, es war einfach nur noch anstrengend....
    Je mehr er geklammert hat, desto mehr bin ich auf Distanz gegangen. Es war wirklich ein Teufelskreis.

  3. Inaktiver User

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Zu deiner Thread-Frage: ein uneingeschränktes JA!
    Scheint irgendwie ein Naturgesetz zu sein...

    Ich finde es auch schade, wenn sich Menschen, die ich mag, zurück ziehen. Besonders, wenn ich nicht weiß warum oder wenn Ungeklärtes aus der Verbindung zurück bleibt.

    Wenn ich erlebe, dass die Initiative immer nur von mir ausgeht, stelle ich auch irgendwann den Kontakt ein. Das gilt mir für Menschen, die mir wichtig sind, da will ich dann irgendwie "abschliessen".
    Bei Plauderkontakten sehe ich das lockerer. Da ist es mir ziemlich egal, wenn ich lange nichts höre, und freu mich dann trotzdem, wenn mal wieder überraschend eine Nachricht kommt.

    Ich erkläre es für mich so: die Menschen, denen wir begegnen, sind nur temporäre Partner auf dem gemeinsamen Lebensweg.
    Mit manchen geht man eine hübsche, aber kurze Wegstrecke.
    Mit anderen erklimmt man zusammen einen steilen Berg auf gefährlichen Wegen.
    Andere begleiten uns lange auf einem langweiligen Weg und werden manchmal nicht genug dafür geschätzt...
    Wohin und wie lange der andere mit dir geht - entscheidet der andere, nicht du. So wie du auch für dich entscheidest.

    Es macht mich trotzdem ab und zu traurig, wenn ich loslassen muss - und ja, ich fühle mich dann auch machtlos. Aber je schneller ich mich dann von diesen Menschen und den Gedanken an sie löse, desto eher finde ich neue Weggefährten. Und der Weg ist immer spannend, auch wenn man mal alleine unterwegs ist.

  4. User Info Menu

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Auch von mir volle Zustimmung...

    Wobei dann manchmal "einfach" "nur" die Ehrlichkeit und die Auseinandersetzung miteinander fehlt... Das finde ich schade, denn einiges könnte dadurch gelöst werden... Entweder indem man einen Konsens findet, oder bis derjenige, der "verlassen" wurde, verstanden hat, warum es so ist und gut loslassen kann...

    ( Gilt natürlich nicht für pathologische Klammerer, etc )
    Geändert von Lilith10 (27.08.2010 um 12:06 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  5. Inaktiver User

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Für Freundschaften würde ich das nicht unterschreiben - je nachdem, was man unter Klammern versteht.

    Und es gibt auch das Umgekehrte - Leute, die vereinsamen, weil sie genau darauf schauen, ob der andere ausreichend oft initiativ wird, wer "dran ist" ... und da eine Kleinlichkeit und Engstirnigkeit an den Tag legen.

    Ich habe manche Freundschaft bzw. gute Bekanntschaft, die auseinander wäre, wenn ich nicht - zumindest für eine Weile - die Hartnäckige gewesen wäre, den Kontakt zu halten. Und es haben sich schon mehrere dafür bei mir bedankt.
    Und umgekehrt bin ich auch dankbar, wenn mir die Leute nicht gram sind, wenn ich in gewissen Phasen alles andere im Kopf habe, als Freundschaften zu pflegen, und wenn sie dann den Löwenanteil der Kontaktinitiative übernehmen.

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (27.08.2010 um 10:55 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Und wie hält man Abstand, ohne dass es weht tut?
    Ich befürchte, diese Frage ist müssig.

    Die, die auf Abstand gehalten werden - sollten sich schleunigst aus dieser Situation heraus begeben, wenn es ihnen weh tut. Entweder das Gespräch suchen oder, falls die Verweigerung darüber schon ein Teil des Abstandhaltens ist, selber gehen.

    Der, der andere auf Abstand hält, macht sich i.d.R. doch eher Gedanken, wie er den Abstand erfolgreich einhält - und nicht, wie es dem anderen damit geht. Oder? Naja, so hab ich das schon mal empfunden.

    Leonie, was du beschreibst kenne ich auch, in beiden "Rollen" Da ist aber immer ein gutes Gefühl für den anderen da, ohne dass es ständiges Rückversichern geben muss.
    Ich frage mich, woher das kommt, und warum das mit anderen nicht funktioniert?

    Vielleicht gibt es auch einfach Inkompatibilitäten zwischen Menschen.

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    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Für Freundschaften würde ich das nicht unterschreiben - je nachdem, was man unter Klammern versteht.

    Die Freundschaft möchte ich auch ausklammern.

    Eine Freunschaft mache ich nicht davon abhängig, wer fester an ihr festhält und wer sich öfter meldet. Meine Freunde sind mir auch denn wichtig, wenn ich mich mal wieder eine Zeit lang zurückgezogen habe weil ich Zeit für mich brauche - meist einhergehend mit viel Stress oder privaten Kümmernissen.

    "Klammerte" jemand aus dem Freundeskreis während dieser Phase an mir würde ich um Verständnis bitten bzw. es voraussetzen.
    Geändert von Clupea (27.08.2010 um 12:01 Uhr)
    Der Hering, der aus fernen Zonen
    sich in den Ozean verirrt,
    ahnt nicht, dass man zu grünen Bohnen
    einst seinen Leichnam legen wird.

  8. gesperrt

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    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Eben:

    Was versteht man unter Klammern?

    Ich z.B. finde "Klammern" unangenehm, einseitig und lästig.

    Verwechselt man Klammern mit unterschiedlichem Nähebedürfnis, finde ich das tragisch.

    In beiden Fällen aber, verliert man den Partner, weil beides einem als "Klammern" ausgelegt wird.

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    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Zitat Zitat von Dani Beitrag anzeigen

    Was versteht man unter Klammern?

    Ich möchte pathologisches Klammern (Stalking, Border-Line-Syndrom) hier mal ausschliessen, aber es ging mir durchaus um die ganze "normale" Bandbreite, vom einseitigen Kontakthalten bis zum schwierigen Nicht-Loslassen-Können und eure Erfahrungen damit.

    Ich empfinde es auch als "Naturgesetz", dass "Klammern" im weitesten Sinne sehr schnell negativ ausgelegt wird und andere Menschen in die Flucht schlägt.

    Offenheit ja, Kontaktfreude ja, aber möglichst Wahrung der oft unausgesprochenen Distanz. Selbst Gespräche können schon belastend sein.

    Wie erkennt man ein unterschiedliches Nähebedürfnis, wie schnell zieht man sich da raus, wie stärkt man sein Selbstwertgefühl, wenn der andere auf Abstand geht?

    Mir scheint, diejenigen, die "niemanden" brauchen, haben es leichter!

    Werden doch im Endeffekt weniger verletzt!

  10. User Info Menu

    AW: Wer klammert, hat immer verloren...oder?

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen

    Mir scheint, diejenigen, die "niemanden" brauchen, haben es leichter!

    Werden doch im Endeffekt weniger verletzt!
    Das sie niemanden brauchen oder weniger verletzt werden wage ich zu bezweifeln - aber bestimmt richten sie ihren Fokus zunächst auf sich und nicht auf andere oder den Partner.

    Wenn ich ein anderes Nähebedürfnis habe als mein Partner, ich mir aber seiner Gefühle gewiss sein kann muss für mich abklären ob ich mit dieser Distanz leben kann. Wenn seine Distanz jedoch auf mangelnden Gefühlen für mich beruht, gibt es nichts mehr zur klären - für mich zumindest.
    Der Hering, der aus fernen Zonen
    sich in den Ozean verirrt,
    ahnt nicht, dass man zu grünen Bohnen
    einst seinen Leichnam legen wird.

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