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    Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Schon mein ganzes Leben hindurch habe ich das latente Gefühl, nicht richtig willkommen zu sein bzw. immer irgendwo zu kurz zu kommen, oder noch besser: zur falschen Zeit am falschen Ort mit den falschen Menschen zu sein.

    Schule: Mobbing in der Mädchenklasse.

    Studium: finde einfach keinen Anschluss an eine Clique, obwohl ich zahlreiche Menschen kennenlerne.

    Männer: "irgendwie"lerne ich immer dann Männer kennen, wenn sie gerade aus Beziehungen kommen oder aber irgendeine Ex so toll war, dass ich gegen sie nichts ausrichten kann.
    Wenig später finden diejenigen die Frau ihres Lebens und werden Familienväter.

    Oder aber es sind Männer, die keiner will - voller Torschlußpanik, wahllos, auf eine bestimmte Art unattraktiv (man könnte am ehesten sagen, weil sie von der Persönlichkeit her schwach un abhängig sind)

    Ich habe immer das Gefühl, um alles kämpfen zu müssen. Mir fehlen Menschen generell, für die ich nicht einfach nur Ersatz bin, bis was Besseres kommt (ob das nun Beziehungen oder aber auch Freundschaften sind)

    Ich wirke: sehr kontaktfreudig, offen, "nett", bin nicht unattraktiv und hoffe, auch nicht bedürftig rüberzukommen,.
    Doch manchmal frisst mich die Sehnsucht nach dem Dazugehören-Wollen fast auf.

    Ich habe keine richtige Idee, wie ich da rauskomme.

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    mmhh... ja, das klingt schon sehr nach Teufelskreis.

    Alles was du schreibst bedient ja das Scvhema, in dem du dich ohnehin befindest.

    Soziale Misserfolge sind ein Schlag in die Zähne deines Selbstwertgefühls,
    und auch wenn du "hoffst" nicht bedürftig rüberzukommen-
    ich denke schon, dass du entsprechende Siugnale sendest, und somit auch genau die Menschen anzieghst, die dem dann gerecht werden und noch eins draufsetzen :-/

    Jeder Mensch sucht (und sei es noch so unbewusst) Bestätigung.
    Für sich selbst und für sein Weltbild.
    Natürlich auch Negativ-Bestätigung.

    Ich habe eine Freundin, die zieht nuuuur Männer an, die sie "verarschen".
    Aber erstens ist sie mittlerweile so misstrauisch und geht mit so gemischten Gefühlen an alles heran,
    dass die "Guten" die angezogene Handbremse spüren und gar keine Lust haben,
    sich auf jemanden einzulassen, der ihnen mit soviel Argwohn begegnet.
    Und den "falschen", nämlich denen mit wenig Empathie, einer offensichtlichen Leichtfertigkeit und eher einem gewissen Spaßfaktor denn ernsthaften Absichten kommt sie gerade recht.
    Da sie also nur auf Erfahrungen mit Hallodris zurückblicken kann,
    ist das eben auch ihre Wirklichkeit, die ihr fühlen, denken und handeln prägt.

    Und das schlimmste ist-
    mittlerweile denkt sie auch, sich zu "schützen", indem sie eine gewisse Oberflächlichkeit entwickelt hat,
    also selbst nebenbei ein bisschen parallel daten, es nicht mehr "so eng sehen",
    das eher sportlich nehmen, vor vergebenen Männern nicht Halt machen, sich flott mit dem nächsten trösten usw.
    Frei nach dem Motto: weiß ich denn, was mein aktueller Kerl macht?
    Warum soll ich "moralisch" sein, nur um dann als die Dumme da zu stehen, die das alles ernst gesehen hat??

    Das wirkt alles irgendwie nicht stimmig.

    Sie hat ja im Grunde ganz andere Sehnsüchte.
    Sie kommt immer etwas aufgesetzt, bemüht locker rüber.

    Das schreckt tiefgründigere Menschen ab und zieht komische Vögel an.

    Ich würde ihr innere Einkehr empfehlen,
    aber da sie viel Bestätigung oder wie du schreibst Annererkennung und Gesehen-werden braucht, bekommt sie das nicht hin. Sie braucht das feedback, erhält es aber von genau den leuten, um die sie mal lieber nen Bogen machen sollte.


    Ich find es wird schlimmer mit ihr... :(
    ---

    In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.

    Dalai Lama

    __________________

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Viscacha, schon wieder so ein Posting von dir, was genau ins Schwarze bei mir trifft
    Hab ja schon kurz überlegt, ob du von mir sprichst und wir uns kennen! Könnte ich sein - oder besser gesagt, etwas abgemildert und vor ein paar Monaten.

    Ich bin jetzt endlich in Therapie und beschäftige mich genau damit.
    Und hier auch meine Empfehlung an die TE: Ich hätte nie gedacht, was diese Therapie mit mir macht und wie gut mir das tut. Genau der Teufelskreis, den du beschreibst, wird darin ein Stück weit unterbrochen und aufgebrochen. Wäre das vielleicht was für dich?

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Verrätst du mir, um welche Form der Theapie es sich handelt? Hatte es schon mit Verhaltenstherapie probiert, doch es hat mich nur ein kleines Stück weitergebracht.

    Ich bin mittlerweile soweit, das Weite zu suchen, wenn ein Mann frisch getrennt ist, und habe mich von Freunden lösen können, denen das Verständnis für mich und meines für sie fehlte.

    Dennoch... die Sehnsucht, für jemanden wirklich wichtig zu sein, die bleibt.
    Meist melden sich ja doch nur die Leute, wenn der Mann nicht da ist, oder Kumpels, die vogelfrei leben und sich nicht im Geringsten um mein Leben scheren (Kind, voll berufstätig) - wenn ich mal frei habe, ist es ja so lustig mich mal fröhlich auf einem Konzert zu treffen...

    Und dann habe ich noch einen guten Freund, den ich leider sexuell absolut unattraktiv finde, er mich aber sehr sehr mag (wir reden da offen drüber, und er akzeptiert, dass nichts laufen wird - Hoffnung macht er sich trotzdem und ich finde es z.T seeeeeehr anstrengend) - eigentlich müsste ich auch diese Verbindung kappen, weil sie mit einer Erwartungshaltung verbunden ist und ich jeden Tag damit rechnen muss, dass er weg ist (wenn er eine Partnerin findet o.ä.)

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    @ Verwirrtesetwas

    Vielleicht fehlt es Dir an Profil?
    Wenn Du Profil hast, dann ziehst Du ähnliche Menschen bzw. Menschen, die sich für so jemanden interessieren an – natürlich wird es dann auch Menschen geben, die Dich deshalb meiden. Das macht aber nichts, weil sich mehr passende Menschen um Dich scharen.

    Vermeide es, um jeden Preis bei allen beliebt sein zu wollen, denn das gelingt nur wenigen Menschen. Akzeptier es, dass nicht alle Dich mögen und suche Dir gezielt diejenigen Menschen, die mit Dir was anfangen können.

    Du musst nicht die nächstbesten in Deiner Umgebung, an Deinem Arbeitsplatz etc. nehmen.
    Versuche, Menschen über Deine Hobbies und Interessengebiete kennenzulernen.

    Ich habe ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht: In der Schule kaum je zu einer Clique gehört, teilweise auch gemobbt, im Studium mit Freundschaft schwer getan, oft unpassende Männer, weil sich diejenigen, die ich interessant fand, nicht für mich interessierten. Dazu kamen prägende familiäre Erfahrungen mit Ausgeschlossen werden. Auch ich hatte das Gefühl, um alles kämpfen zu müssen.

    Ich habe eine Psychotherapie gemacht und endlich akzeptieren können, dass ich nicht wie viele andere bin, dass mich nicht jeder mag, und dass ich mir meine Leute suchen muss. Da ich jetzt mit meinem Anderssein positiver umgehe, zu meinem Profil stehe, finde ich auch mehr passende Menschen.

    Bist Du in Deiner Herkunftsfamilie auch schon irgendwie ausgeschlossen oder benachteiligt worden? Dann würde ich Dir raten, Dich auch mal psychologisch beraten zu lassen. Vielleicht kann auch Dir eine Psychotherapie helfen. Verhaltenstherapie dürfte nicht helfen, Du brauchst was, was tiefer geht, eher tiefenpsychologisch oder Psychoanalyse, denn Deine negativen Erfahrungen haben zu tiefe Kränkungen in Deinem Selbstwertgefühl hinterlassen, um das mit reinem Verhaltenstraining behandeln zu können.

    Das mit den Männern klingt so, als ob Du glaubst, nehmen zu müssen, was übrig bleibt. Ich denke, wenn Du es wagst, Dich mit Deinem Profil richtig zu zeigen, werden Dir auch passendere Männer über den Weg laufen.
    Geändert von Latona (16.08.2010 um 17:26 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Zitat Zitat von Verwirrtesetwas Beitrag anzeigen
    Verrätst du mir, um welche Form der Theapie es sich handelt? Hatte es schon mit Verhaltenstherapie probiert, doch es hat mich nur ein kleines Stück weitergebracht.

    Ich bin mittlerweile soweit, das Weite zu suchen, wenn ein Mann frisch getrennt ist, und habe mich von Freunden lösen können, denen das Verständnis für mich und meines für sie fehlte.

    Dennoch... die Sehnsucht, für jemanden wirklich wichtig zu sein, die bleibt.
    Meist melden sich ja doch nur die Leute, wenn der Mann nicht da ist, oder Kumpels, die vogelfrei leben und sich nicht im Geringsten um mein Leben scheren (Kind, voll berufstätig) - wenn ich mal frei habe, ist es ja so lustig mich mal fröhlich auf einem Konzert zu treffen...

    Und dann habe ich noch einen guten Freund, den ich leider sexuell absolut unattraktiv finde, er mich aber sehr sehr mag (wir reden da offen drüber, und er akzeptiert, dass nichts laufen wird - Hoffnung macht er sich trotzdem und ich finde es z.T seeeeeehr anstrengend) - eigentlich müsste ich auch diese Verbindung kappen, weil sie mit einer Erwartungshaltung verbunden ist und ich jeden Tag damit rechnen muss, dass er weg ist (wenn er eine Partnerin findet o.ä.)
    Ich kann dich schon sehr gut verstehen, habe wirklich bis vor kurzem genauso getickt - und ganz weg ist es auch immer noch nicht.

    Ich mache eine Analyse, aber schon auch mit verhaltenstherapeutischen Elementen, und beschäftige mich intensiv mit dieser Abhängigkeit von anderen. Und je freier ich davon werde, desto besser läuft es mit meiner Umwelt - auch weil ich die anderen nicht mehr nur mit Blick auf meine Bedürfnisse sehe, sondern als ganze Menschen und viel besser akzeptieren kann, wenn sie mal nicht so funktionieren, wie ich will.

    Wie lange hat deine Verhaltenstherapie gedauert? Meine Therapie geht jetzt schon über ein halbes Jahr und ich merke erst jetzt deutliche Veränderungen...

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Ja, genau das könnte es wirklich treffen. Zu wenig Profil. Zu viel Angst, anzuecken.

    Mit der Männerwahl ist es ähnlich, vielleicht am besten so zu verstehen: ich sitze im Sandkasten und nehme das kaputte, hässliche Förmchen, weil ich sowieso nicht glaube, dass ich ein schönes ergattern kann. Die anderen Kinder sind schneller, energischer. Das kaputte will eh keiner, aber ich habe wenigstens etwas als gar nichts.
    Genauso mit den frisch getrennten Männern: kein Kind weit und breit auf dem Spielplatz, und einer hat sein Förmchen vergessen. Es liegt allein da rum, ich schnappe es mir schlte hnell, aber eigentlich will es gar nicht zu mir. Als ich es wenig später stolz auf dem Spielplatz auspacke, flitzt mein Förmchen zu anderen, passenderen. Oder findet sein altes Pendant wieder.
    Ich habe nur als Zwischenlager gedient.

    Ja, so fühlt es sich an. Und so fühlte sich auch meine Herkunftsfamilie an. Ich war die Einzige, die immer Kontakt zu allen und zwischen allen aufrechterhielt. Aber wer fragte je nach mir?

  8. Inaktiver User

    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Zitat Zitat von Verwirrtesetwas Beitrag anzeigen
    Die anderen Kinder sind schneller, energischer. Das kaputte will eh keiner, aber ich habe wenigstens etwas als gar nichts.
    Genauso mit den frisch getrennten Männern: kein Kind weit und breit auf dem Spielplatz, und einer hat sein Förmchen vergessen. Es liegt allein da rum, ich schnappe es mir schlte hnell, aber eigentlich will es gar nicht zu mir. Als ich es wenig später stolz auf dem Spielplatz auspacke, flitzt mein Förmchen zu anderen, passenderen. Oder findet sein altes Pendant wieder.
    Ich habe nur als Zwischenlager gedient.
    Hallo Verwirrtesetwas,

    Du findest schöne Vergleiche ! Also ziemlich haptisch schreiben kannst du schonmal, also kannst du so profillos wie du dich hier beschreibst nicht sein


    Ich bin an deiner Beschreibung hängengeblieben: andere seien energischer und schneller. Kommst du aus einer großen Familie, in der es andauernd Machtkämpfe gab um alles mögliche, sei es das Essen oder der Sitzplatz oder sonstetwas?

    Mir ging das nämlich auch lange so, ich dachte immer, alle anderen brüllen da rum und bekommen was sie wollen, nur ich wenn ich mal einfach was sage, mir wird nicht zugehört.
    (imaginär aufstampf !!! )


    Ja, so fühlt es sich an. Und so fühlte sich auch meine Herkunftsfamilie an. Ich war die Einzige, die immer Kontakt zu allen und zwischen allen aufrechterhielt. Aber wer fragte je nach mir?
    Da schoss mir kurz durch den Kopf: Wie alt ist sie denn? Naja, einen eigenen Internetanschluss besitzt sie wahrscheinlich schon

    Nein, mal ernsthaft: hast du mal überlegt, ob du deiner Familie einfach mal den Wunsch unterbreiten könntest, dass sie dich auch mal anrufen können und mal nachfragen?

    So ganz platt und direkt

    Manchmal wirks Wunder, warhscheinlich kennen die dich nur als zuhörendes und verbindendes Wesen und denken nur, die kommt schon klar ?

    Farmelli

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Duhuuu - Du liebes Verwirrtesetwas - sag Mal, kannst Du "NEIN" sagen?
    Let´s go!

  10. gesperrt

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    AW: Der Wunsch nach Anerkennung/ Gesehen-Werden

    Zitat Zitat von Verwirrtesetwas Beitrag anzeigen
    Ja, genau das könnte es wirklich treffen. Zu wenig Profil. Zu viel Angst, anzuecken.

    Mit der Männerwahl ist es ähnlich, vielleicht am besten so zu verstehen: ich sitze im Sandkasten und nehme das kaputte, hässliche Förmchen, weil ich sowieso nicht glaube, dass ich ein schönes ergattern kann. Die anderen Kinder sind schneller, energischer. Das kaputte will eh keiner, aber ich habe wenigstens etwas als gar nichts.
    Genauso mit den frisch getrennten Männern: kein Kind weit und breit auf dem Spielplatz, und einer hat sein Förmchen vergessen. Es liegt allein da rum, ich schnappe es mir schlte hnell, aber eigentlich will es gar nicht zu mir. Als ich es wenig später stolz auf dem Spielplatz auspacke, flitzt mein Förmchen zu anderen, passenderen. Oder findet sein altes Pendant wieder.
    Ich habe nur als Zwischenlager gedient.

    Ja, so fühlt es sich an. Und so fühlte sich auch meine Herkunftsfamilie an. Ich war die Einzige, die immer Kontakt zu allen und zwischen allen aufrechterhielt. Aber wer fragte je nach mir?
    Das kenn ich so gut .... das mit den Männern und das Zwischenlager ....

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