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  1. Inaktiver User

    AW: Wie komme ich zur Ruhe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    liebe sieben,
    ich habe jetzt nirgendwo gelesen oder evtl. überlesen wie alt du bist.
    du scheinst mir noch recht jung zu sein.

    du musst noch lernen, dich selber "auszuhalten" dich mit dir und deiner anwesenheit zu "unterhalten" - du bist auf dem besten weg, denn du merkst, dass es zu hektisch wird.

    dann gibt es noch den extrovertierten und introvertierten menschen.

    ich z. b. konnte mich schon als kind sehr gut und lange alleine beschäftigen - obwohl ich mich jetzt nicht als introvertiert beschreiben würde.

    versuch doch einfach mal, ganz bestimmte stunden für dich zu reservieren.
    du mit einem buch - abtauchen in die geschichte des buches - in fotos zu schmökern oder papiere zu ordnen . sei mal gezielt mit dir alleine.
    da kann entspannung aufkommen - vll. kannst du das lernen.
    denn während du dinge tust mit dir als gesellschaft fließen auch deine gedanken - da gibt es keine ablenkung - da bist du der mittelpunkt mit dem was in deinen gedaken so gärt.
    hier wurde schon der ratschlag gegeben, die themen deiner gedanken mal aufzuschreiben - was kann spannender sein als dein innerstes leben?
    auch du wirst die entspannung noch finden - ich glaube, das ist auch ein reifeprozess. viel spass dabei, dich zu entdecken.
    Fotos zu gucken ist ne sehr gute Idee.
    Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge und man kann so herrlich seinen Gedanken hinterherhängen.

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    AW: Wie komme ich zur Ruhe

    hallo sieben,


    Zitat Zitat von _sieben_ Beitrag anzeigen
    Hallo Bisamratte,

    vielen Dank für deine Fragen, die sind echt gut.
    gerne!


    Es sind keine Dinge, es ist die Tatsache dass ich nichts zu tun habe bzw. zum nichts tun gezwungen bin, wenn ich im Zug sitze und nichts zum lesen dabei habe.
    also, ich verstehe richtig: du wirst sozusagen nervös, weil du das gefühl hast, du verschwendest durch dein nichtstun auf der fahrt zeit?

    was könnte denn schlimmes passieren wenn du auf der fahrt einfach "nichts" tust? könnten dich "schlimme" gedanken einholen? oder wie? irgendwie steige ich da nicht ganz durch. also: ich kenn das problem schon, aber mir geht das vor allem so, wenn ich viel, viel, viel zu tun habe - also nicht lesen, sondern jobmäßig oder so. dann denke ich: boah, jetzt muss ich noh soooo lange hier sitzen und kann meine to-do-liste gar nicht abarbeiten... aber bei dir klingt das irgendwie anders.

    Ich mache mir zum Beispiel auch viel zu viele Kleinigkeiten oder Banalitäten Gedanken, als dass ich es einfach auf mich zu kommen lasse. Zum Beispiel überlege ich mir, in welchen Laden ich beim Wocheneinkauf am Samstag zuerst gehe und mache mir hier einen richtigen Ablaufplan.
    och, ich glaube, das tun wir alle... also, ich mache das jedenfalls auch. ich mache mir auch am we im kopf in wenigen minuten 'nen plan, was ich in der woche drauf alles so essen möchte, wie oft ich zu hause esse, und was ich dafür einkaufe... sonst weiß ich ja nämlich gar nicht, was ich kaufen möchte/muss. finde ich total normal.



    Naja, ich habe schon einige körperliche Symptome. Ich habe seit Jahren schmerzhafte Verspannungen. Hin und Wieder Tinnitus und meine Gelenkschmerzen sind auch manchmal stärker. Kopfschmerzen habe ich auch ziemlich oft. Und Magen- und Verdauungsprobleme.
    hm... das klingt für mich nicht gut. gerade tinnitus ist für mich ein absolutes warnzeichen geworden... insofern halte ich die hier verschiedentlich geäußerten gedanken hinsichtlich kur für gar nicht so verkehrt. aber ich verstehe auch dein ziel, "normal" belastbar sein zu wollen - daher ist eine kur wahrscheinlich nur ein kurzzeitbehelf. für mich klingt das so, als wäre für dich eher hilfreich zu überlegen, wie du dir entspannungsinseln im alltag schaffen kannst. aber nicht in dem sinne von: das kommt jetzt auch noch auf die to-do-liste, (motto: aufstehen, arbeiten gehen, einkaufen, freund bespaßen, yoga/meditation/entspannung, eltern bespaßen... dur verstehst?) sondern im sinne von: innehalten, nicht auf die to-do-liste und die innere stimme ("du solltest jetzt") hören, sondern gucken: was tut MIR JETZT gut? die nächsten 15min stehen mir völlig zur freien verfügung, es ist verboten, was von der to-do-liste zu machen...

    Hier gibt es wirklich kein bestimmtes Ereignis. Zumal ich glaube ja eher vor meinen Gedanken zumindest den tiefgründigeren und unschöneren eher davonlaufe.
    warum? was kann passieren? wovor hast du angst?


    Für meine Depression und meine Verspannungen könnte der Auslöser ein Gehirntumor gewesen sein, da ich die Verspannungen und die Erschöpfung erst nach der OP hatte.
    du schreibst woanders, du siehst die zeit vor und während deiner krankheit und op als verlorene zeit an. warum?

    hattest du in der zeit - oder später - psychologische betreuung? das wäre für mich glaube ich total wichtig, schließlich begegnete dir zu einem extrem frühen zeitpunkt in deinem leben das problem, dass dir die eigene sterblichkeit bewusst wurde. hast du das verdrängt (was ich ja verstehen kann - man will ja weiterleben und -funktionieren... aber manchmal rächt sich das und kommt wieder)?

    Ich schlafe mal sehr gut ein, wenn ich ziemlich erschöpft bin und mal weniger gut ein. Im Großen und Ganzen ist mein Schlaf aber nicht ziemlich erholsam, da ich morgens immer gerädert aufwache.
    hm. hast du mal überlegt, woran das liegen könnte? vielleicht hast du keine richtigen tiefschlafphasen? kann passieren, wenn man sich im hamsterrad wähnt - dann schafft der körper es selbst im schlaf nicht, abzuschalten- ist auf dauer ziemlich sch***, weil im schlaf ja vieles repariert wird. könnte mit ein grund sein, dass du oft krank bist, wie du ja irgendwo schreibst.

    Dinge liegen lassen und andere Dinge dafür tun, die vielleicht weniger wichtig sind, dass kann ich gut. Hier habe ich kein schlechtes gewissen. Irgendwas sein lassen und dafür hinliegen und nur die Decke anschauen kann ich aber nicht.
    auch hier wieder die (blöde) frage: warum nicht?

    Das schlechte Gewissen wird mir oft von außen gemacht. Früher von meinem Vater, heute von meinem Freund. Er darf z. b. sich an freien Tagen ausruhen und nichts machen. Ich darf das nicht bei mir kommt dann gleich, warum hast du dieses und jenes nicht getan.
    warum lässt du das zu? du bist doch ein erwachsener mensch und kannst selbst entscheiden, was du wann tust, und was nicht. und wer bitteschön ist dein freund, dass der sich sowas rausnimmt?

    hm... bitte nicht übelnehmen: da hast du dir natürlich auch jemand passendes gesucht... der deinen vater direkt ersetzt... was erwartest du dir denn, wenn du alles erfüllst, was dein freund, bzw. dein vater von dir erwarten? anerkennung? dann nehme ich dir mal die illusion: das klappt nicht, kannste voll vergessen. die werden immer einen neuen grund finden, dir ein schlechtes gewissen zu machen - und du lässt es zu. sorry für die harten worte, aber ist meines erachtens die wahrheit. gibt es hier auch viele stränge zu...

    Ich brauche die Entspannung weil ich richtig fertig bin und merke dass ich bald keine Energie mehr habe.
    ich würde es mal mit einer kleinen auszeit versuchen... und mir dann die auszeiten mit in den alltag nehmen. und ein paar der anderen baustellen angehen... denn was du schreibst, ist besorgniserregend, in jeder hinsicht.

    liebe grüße von
    der ratte

  3. User Info Menu

    AW: Wie komme ich zur Ruhe

    Hallo Bisamratte,

    also, ich verstehe richtig: du wirst sozusagen nervös, weil du das gefühl hast, du verschwendest durch dein nichtstun auf der fahrt zeit?
    Nein, so ist es auch nicht. Es ist schwer zu erklären. Ich denke nicht darüber nach, was ich in der Zeit alles machen kann. Ich werde eher davon nervös, dass sich durch das nichts tun eine innere Unruhe ausbreitet. Mich stört dann irgendwas, es fühlt sich total unangenehm an, aber ich kann nicht sagen was.

    was könnte denn schlimmes passieren wenn du auf der fahrt einfach "nichts" tust? könnten dich "schlimme" gedanken einholen? oder wie?
    ja, das könnte es vielleicht treffen. Aber das wirklich verrückte ist ja, dass ich eine Zeitlang sehr gut im Zug Spanisch lernen konnte. Das geht jetzt gar nicht mehr. ich habe das Buch und einen Stift vor mir liegen, aber ich schaffe es nicht den Stift in die Hand zu nehmen und los zulegen. Zur Zeit kann ich auch Zuhause nicht mehr lernen, irgendwie habe ich keinen freien Kopf, aber auch nicht wirklich viele Gedanken die mich beschäftigen.
    Es fühlt sich eher an, als hätte ich eine Matschbirne weil ich zulange in der Sonne war.

    hm... das klingt für mich nicht gut. gerade tinnitus ist für mich ein absolutes warnzeichen geworden... insofern halte ich die hier verschiedentlich geäußerten gedanken hinsichtlich kur für gar nicht so verkehrt. aber ich verstehe auch dein ziel, "normal" belastbar sein zu wollen - daher ist eine kur wahrscheinlich nur ein kurzzeitbehelf. für mich klingt das so, als wäre für dich eher hilfreich zu überlegen, wie du dir entspannungsinseln im alltag schaffen kannst. aber nicht in dem sinne von: das kommt jetzt auch noch auf die to-do-liste, (motto: aufstehen, arbeiten gehen, einkaufen, freund bespaßen, yoga/meditation/entspannung, eltern bespaßen... dur verstehst?) sondern im sinne von: innehalten, nicht auf die to-do-liste und die innere stimme ("du solltest jetzt") hören, sondern gucken: was tut MIR JETZT gut? die nächsten 15min stehen mir völlig zur freien verfügung, es ist verboten, was von der to-do-liste zu machen...
    Ja, ich bin schon eine die ihr Leben in ToDo-Listen organisiert und sich daran auch festhält. Aber vielleicht könnte ich in einer Kur lernen, alte Verhaltensmuster durch brechen bzw. umzulegen.

    du schreibst woanders, du siehst die zeit vor und während deiner krankheit und op als verlorene zeit an. warum?
    ich meinte die Zeit, als man den Tumor entdeckt hat, bis lange nach der OP. Wobei ich bei der ganzen Geschichte, da es ja was ganz gutartiges war, gerade mal 6 Wochen krank war. Trotzdem war ich lange Zeit danach nicht wirklich belastbar, hatte Angst, dass so was wiederkommt. Die Krankheit hat mich ausgebremmst, ich konnte meine Weiterbildung nicht anfangen, die ich geplant habe usw und erst 2 Jahre später wieder die Kurve bekommen und was gemacht.

    hattest du in der zeit - oder später - psychologische betreuung? das wäre für mich glaube ich total wichtig, schließlich begegnete dir zu einem extrem frühen zeitpunkt in deinem leben das problem, dass dir die eigene sterblichkeit bewusst wurde. hast du das verdrängt (was ich ja verstehen kann - man will ja weiterleben und -funktionieren... aber manchmal rächt sich das und kommt wieder)?
    ja, ich war in einer Kur, in einer Klinik und mache zurzeit noch eine Therapie. Die Klinik hat mir empfohlen, wieder zukommen. Darüber werde ich nächste Woche mit meinem Arzt reden.
    Die Therapie hat mir in manchen Sachen gut getan und geholfen. Z. B. beim Selbstbewusstsein aufbauen etc. Aber für andere Dinge ist meine Therapeutin glaube ich nicht die richtige. Da sie meint, man solle nach vorne schauen und nicht in der Vergangenheit wühlen. Und sie meint, man muss nur richtig wollen, dann würde alles gehen.

    warum lässt du das zu? du bist doch ein erwachsener mensch und kannst selbst entscheiden, was du wann tust, und was nicht. und wer bitteschön ist dein freund, dass der sich sowas rausnimmt?

    hm... bitte nicht übelnehmen: da hast du dir natürlich auch jemand passendes gesucht... der deinen vater direkt ersetzt... was erwartest du dir denn, wenn du alles erfüllst, was dein freund, bzw. dein vater von dir erwarten? anerkennung? dann nehme ich dir mal die illusion: das klappt nicht, kannste voll vergessen. die werden immer einen neuen grund finden, dir ein schlechtes gewissen zu machen - und du lässt es zu. sorry für die harten worte, aber ist meines erachtens die wahrheit. gibt es hier auch viele stränge zu...

    Mein Freund sagt zwar, dass ich dieses und jenes tun soll, aber wenn ich es nicht mache ist es auch nicht wirklich tragisch. Er war auch der erste, der zu mir sagte, dass man mich auch mag, wenn ich mal nichts mache. Dummerweise habe ich ihn auch so erzogen, dass ich alles mache. Jetzt bin ich gerade dabei, ihn wieder um zu erziehen.

    Ich habe mich auch selber beobachtet, und ich mache mir selbst den größten Vorwurf wenn ich mir was vornehme und es dann nicht schaffe. Und auch den größten Stress, damit ich alles schaffe.

    Bei meinen Eltern war es aber schon so, dass wenn ich nicht nach ihrer Pfeife getanzt habe, alle beleidigt waren.

    Grüße sieben

  4. Inaktiver User

    AW: Wie komme ich zur Ruhe

    Zitat Zitat von _sieben_ Beitrag anzeigen
    Ja, ich bin schon eine die ihr Leben in ToDo-Listen organisiert und sich daran auch festhält. Aber vielleicht könnte ich in einer Kur lernen, alte Verhaltensmuster durch brechen bzw. umzulegen.
    Ich denke nicht, dass man solche Verhaltensmuster in eine 3 Wochen dauernden Kur durchbrechen kann. Das ist eher eine lebenslang dauernde Übung.
    En guter Einstieg ist eine Liste der weniger wichtigen To-Dos zu machen und sich dann bewusst zu entscheiden, diese an einem bestimmten Zeitpunkt nicht erledigt zu haben. Ohne zu prioritisieren verbringt man sein Leben im Hamsterrad und so lernst Du das Wichtige vom Dringenden zu unterscheiden.

    Trotzdem war ich lange Zeit danach nicht wirklich belastbar, hatte Angst, dass so was wiederkommt. Die Krankheit hat mich ausgebremmst, ich konnte meine Weiterbildung nicht anfangen, die ich geplant habe usw und erst 2 Jahre später wieder die Kurve bekommen und was gemacht.
    Ist Deine Therapeutin auf solche Fälle spezialisiert?

    Aber für andere Dinge ist meine Therapeutin glaube ich nicht die richtige. Da sie meint, man solle nach vorne schauen und nicht in der Vergangenheit wühlen. Und sie meint, man muss nur richtig wollen, dann würde alles gehen.
    Sagt sie das genau so oder ist das Deine Schlussfolgerung?

    Mein Freund sagt zwar, dass ich dieses und jenes tun soll, aber wenn ich es nicht mache ist es auch nicht wirklich tragisch. Er war auch der erste, der zu mir sagte, dass man mich auch mag, wenn ich mal nichts mache.
    In Bezug auf welche Angelegenheiten - Deine oder Eure gemeinsamen?

    Dummerweise habe ich ihn auch so erzogen, dass ich alles mache. Jetzt bin ich gerade dabei, ihn wieder um zu erziehen.
    Wie kommst Du auf die Idee, dass Du die Möglichkeit hättest, ihn zu erziehen? Ist es nicht vielmehr so, dass er sich ändert, wenn er das möchte?

    Ich habe mich auch selber beobachtet, und ich mache mir selbst den größten Vorwurf wenn ich mir was vornehme und es dann nicht schaffe. Und auch den größten Stress, damit ich alles schaffe.

    Bei meinen Eltern war es aber schon so, dass wenn ich nicht nach ihrer Pfeife getanzt habe, alle beleidigt waren.
    Deine Eltern haben Dich also mit Liebesentzug bestraft und Dein Freund tut das nicht. Dafür machst Du Dir selbst Stress?

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