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  1. User Info Menu

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    @Nathalie: Das ist ja ein interessanter Link!
    Danke!
    The original Karla
    est. 2006


  2. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Karla, schöner Beitrag!

    Ich glaube, es ist heutzutage nicht immer ganz einfach, sich vom Leistungsgedanken zu distanzieren und konsequent seinen Bedürfnissen zu folgen (ich erlebe es gerade selber... ). Erwartungen von außen, Ängste z.B. vor Arbeitsplatzverlust, vielleicht auch Imageverlust, wenn man sich nicht dauerhaft leistungsbereit zeigt, schwierige Umstände (z.B. alleinerziehend, zu pflegende Angehörige) usw. machen es schwer, dem zu folgen, was den eigenen Bedürfnissen entspricht.

    Trotzdem!

    In der Supervision hat mir meine Supervisorin mal gesagt, dass ihr die besten Ideen beim "Dumm gucken" kämen. In diese Richtung geht ja auch der Link von Nathalie.

    Zweckfreie Zeit ist keine wert-freie Zeit!

    Und: Was Karla schon schrieb - wie selbstverständlich gehen wir davon aus, dass nur "gute" Gefühle ihre Berechtigung haben. Plakativ gesagt: Das große Glück ist das Ziel. Ich halte das für unrealistisch. Es setzt einem zwangsläufig unter Druck. Negative Gefühle gehören dazu! Gelassenheit, wenn der Chef den Choleriker raushängen lässt? Schön und gut - aber menschlich ist es, Ärger zu empfinden. Wie man damit in der aktuellen Situation umgeht, ist etwas anderes. Ich habe schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass in dem Moment, in dem ich negative Gefühle zugelassen habe, diese "keinen Platz mehr beanspruchen". Wie Karla es schön ausdrückte: Sie setzen sich an den Tisch - aber sie gehen auch schnell wieder. "Drängeln" tun sie nur dann, wenn man sie vor der Tür stehen lassen will.
    Aber wenn sie dann an dem Tisch sitzen, sollte man auch nicht zu viel von sich verlangen, geduldig mit sich selber sein...

    Sorry, etwas Gewusel durch unterschiedliche Aspekte, bin gerade auch etwas "krausköpfig"...

  3. User Info Menu

    smile AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Dankeschön für die Blumen!

    Ja, beim "dumm gucken", schön gesagt, da ist so viel Wahres dran.

    Und beim Schlafen, im Traum. Da hatte der ein oder andere auch schon die wahnsinnigsten Eingebungen.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  4. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Wenn du freie Zeit hast:

    Schließ die Augen. Versuch ganz unvoreingenommen nachzufühlen, wonach dir jetzt ist. Dein Inneres wird es dir sagen.

    Bist du müde? Legt dich hin oder ruh nur ein bißchen, mach´s dir gemütlich.
    Ist dir nach frischer Luft? Ab in den Garten oder mach einen Spaziergang.
    Ist dir nach lange Duschen und dann Fußnägel lackieren? Los geht´s!

    Aber mach es auch WIRKLICH. Soll heißen: Lass es zu und lass dir Zeit. Du willst daddeln? Dann mach es eben. Nicht nur mit der "halben A****backe" auf dem Stuhl ("eigentlich sollte ich ja noch was anderes machen..."), sondern mach dir einen Kakao, leg ein Stück Kuchen daneben, zieh dir deine bequemen Sachen an und daddel hemmungslos.

    Verbring den Tag so, wie du es tatsächlich möchtest! Natürlich tut Wandern, Sport etc. gut. Aber man muss auch wirklich Lust dazu haben, sonst ist es eine Quälerei und du hast gar nichts davon (außer der Zufriedenheit: "Ich hab mich überwunden." Na toll. Will man das?)

    Häufig ist es bei mir so, daß wenn ich mich z.B. direkt nach dem Frühstück noch zwei Stunden hinlege, weil mir danach ist (obwohl man das ja eigentlich nicht macht), ich hinterher richtig schwungvoll bin und mit guter Laune anfange, Blumen einzupflanzen, Schubladen aufzuräumen oder was mir sonst so einfällt, weil es mir einfach grad durch den Kopf geht. Dein Körper sagt dir schon, was er braucht. Und wenn er das bekommt, hat er auch wieder Lust und Energie für andere Dinge. Ich wundere mich nach einem faulen Tag manchmal, wie produktiv ich dadurch im Endeffekt war. Und das alles mit echter Lust und Laune! Und: Wenn ich letztlich "nichts" gemacht habe, ist es auch in Ordnung. Dann sollte es halt so sein.

    Es braucht ein bißchen Übung, sein Inneres zu hören. Und die zensierende Stimme im Hinterkopf namens "Ich-sollte-doch-eigentlich" zu ignorieren. Aber wenn man erstmal die ersten paar Male hemmungslos seinem Inneren gefolgt ist, weiß man, was echte Entspannung ist!
    Geändert von Inaktiver User (30.07.2010 um 08:14 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es braucht ein bißchen Übung, sein Inneres zu hören. Und die zensierende Stimme im Hinterkopf namens "Ich-sollte-doch-eigentlich" zu ignorieren.
    Gutes Posting, WorkingHeart.

    Nur würde ich die innere Stimme nicht ignorieren, sondern bewusst entgegenhalten "Ich habe mich entschieden, *Passendes bitte einsetzen*". Dann gibt die auch recht schnell Ruhe und man kann sich auf die eigenen Bedürfnisse konzentrieren.

  6. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Danke schön.

    Man sollte auch einmal darüber nachdenken, woher diese Kontroll-Stimme eigentlich kommt. Oft stellt man fest, daß es Dinge sind, die mit anderen Leuten zu tun haben und nicht mit einem selbst.
    "Ist doch peinlich, wenn ich montags auf der Arbeit nichts vom Wochenende zu erzählen habe. Was werden die anderen denken?"
    "Nur rumliegen? Das MACHT MAN NICHT!" (übrigens einer meiner Lieblings-Sätze)
    "Daddeln ist verschwendete Zeit. Sagen die anderen. Mir macht´s zwar Spaß, aber es wird von mir erwartet, daß ich irgendwie produktiv bin."

    Ich sag´s mal ganz direkt: S**eiss auf die anderen!

  7. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Karla, Working Heart, danke für Eure Gedanken, ich kann viel damit anfangen!

    Irgendwie gehört es zusammen, was ihr beide schreibt. Ich habe schon ein Gespür dafür, was ich gerade möchte (und bin grundsätzlich auch der Meinung, dass es Sinn macht, dem nachzuspüren - ich habe zumindest keine Gelüste, den Nachbarn umzubringen oder Autos aufzubrechen ). Dann ist da aber das ständige Vergleichen und sehen, was eigentlich getan werden müsste: Daddeln, wenn die Spülmaschine ausgeräumt werden müsste? Einfach rumhängen, obwohl im Garten das Unkraut wuchert? Eine DVD gucken, während meine Katze die Wollmäuse jagt? Gaaaaaaaaaanz schwer...

    In der "Gesamt-Bilanz" ist es so, dass neben Job, Fahrerei, Fortbildung (okay, die wird in Kürze unterbrochen) und Hausarbeit wenig Zeit bleibt. Eigentlich gäbe es immer was zu tun. Mein Mann ist klasse, der übernimmt total viel. Aber es geht mir nicht gut damit, wenn er den Rasen mäht, während ich auf der Couch liege...

    Andererseits hat er mir heute morgen beim Frühstück erzählt, dass auch er gerade anfängt, von seinem "Gedankenkarussell" genervt zu sein. Er arbeitet viel und gern, sein Beruf ist ihm auch ein ganzes Stück weit Berufung. Aber er erzählte, dass er jetzt manchmal morgens aufwacht und als erstes an seine Arbeit denkt. Oder abends vorm Lichtausmachen noch kurz überlegt, was im Büro als nächstes getan werden müsste... Ich finde das irgendwie echt gut, dass er sich Gedanken macht. Dass er überhaupt von all dem genervt ist. Es ähnelt ein wenig mehr meiner eigenen Situation.

    Und ich stelle fest, dass ich im Privatleben viele Menschen habe, denen Aktivität, Fleiß bei der Arbeit bei gleichzeitig möglichst perfektem Haushalt etc. unendlich wichtig ist. Da kommen dann auch mal Bemerkungen, dass in unserem Häuschen ja unbedingt die Treppe neu gefliest oder das Terrassendach erneuert werden müssten...

    Für dieses Wochenende habe ich mir meine Aufgaben aufgeteilt. Und zwar so, dass sie maximal zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen. Trotzdem fühle ich mich selbst dazu manchmal zu müde.

  8. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Karla, Working Heart, danke für Eure Gedanken, ich kann viel damit anfangen!

    Ich fand die auch schön!!!
    Ich wollte noch etwas dazuschreiben und zwar zu "den anderen"...


    Und ich stelle fest, dass ich im Privatleben viele Menschen habe, denen Aktivität, Fleiß bei der Arbeit bei gleichzeitig möglichst perfektem Haushalt etc. unendlich wichtig ist. Da kommen dann auch mal Bemerkungen, dass in unserem Häuschen ja unbedingt die Treppe neu gefliest oder das Terrassendach erneuert werden müssten...
    Es gibt Dinge die sind wichtig und es gibt Dinge, die sind unwichtig. Welche das sind bestimmst nur du selber. Und das schöne ist, wenn du einfach 20 Leute wahllos von der Straße nimmst, wirst du 20 verschiedene Meinungen bekommen, was sie denken was man wirklich tuen sollte. Einige werden vielleicht sagen, man sollte endlich aufhören so viel Müll zu produzieren, andere sagen man muss was tun für die Pflege von Alten oder man sollte der Tante endlich mal wieder eine Freude machen. Oder jemand liebt sein Fahrrad und will endlich mal wieder eine neue Kette kaufen und den nicht vorhandenen Spoiler polieren.

    Diese 20 Meinungen können inspirierend sein oder sie können sich fremd anfühlen. Letzteres weist auf eine fehlende Identifizierung mit dem Problem hin. Denn erst wenn man ein sogenanntes "Problem" hat MUSS man auch wirklich etwas tun. Leidensdruck sozusagen.

    Ein bisschen kann man dann aufgrund von der wirklichen Wichtigkeit/Leidensdruck/Identifikation von/mit den "Problemen" eine Liste erstellen und somit Wichtigkeiten relativieren.

    Ich hab dieses Gedankenkarusell auch häufig und wenn ich es mir mal aufschreibe und dann genüßlich 4-5 Dinge auf "irrelevant" schalte, dann merke ich, dass die Liste gar nicht so lang ist. Passiert mir jedes Mal .

    Der Klassiker ist bei mir unabgeschickte Briefe und zwar meistens, weil entweder der Umschlag fehlt (ich schicke gerne Dinge, bei denen ich denke, die dürften nicht geknickt werden) oder die Briefmarke fehlt.

    Ergebnis: 30 Mal an den Brief gedacht und nie geschickt
    Jetzt gibts jedes Mal bei der Post ein 10erSet Briefmarken und ein anderes Format Briefumschläge für mich.


    Stört dich denn das Unkraut im Garten wirklich?
    Stört dich deine Treppe?
    Stört dich der Dachgarten?

    Für dieses Wochenende habe ich mir meine Aufgaben aufgeteilt. Und zwar so, dass sie maximal zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen. Trotzdem fühle ich mich selbst dazu manchmal zu müde.
    Welche Dinge tust du denn? Bekommst du dafür etwas zurück?
    Z.B. Freude , wenn du in die Küche kommst und da Blumen stehen? Oder du in den Garten schaust und denkst: Wie geil ist das denn, ein Garten ohne Unkraut?

    Aufgaben erledigen, kann genauso gut auch wirtschaflich gesehen werden: denn eine Nullrechnung sollte keiner sein. Wenn du für eine Aufgabe nichts zurück bekommst, warum solltest du sie machen?
    Und überhaupt? Gibt es Punkte in Flensburg für ungewaschenes Geschirr, Unkrautgärten oder eine Woche keinen geputzten Spiegel?
    Tut es jemanden weh?




    ein schönes Wochenende!
    Farmelli

  9. User Info Menu

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen der Notwendigkeit von Entspannung (weil man sowieso schon sehr viel macht) oder einer inneren Antriebslehre (bei der unbewältigter "Seelen-Müll" einen zurückwirft).

    Ich kenne eher das zweite und würde es als eine latente Depression bezeichnen.

    Es gab und gibt einige zwischenmenschlichen Dinge, die ich abschliessen muss und die mir derzeit immer noch Probleme machen.
    Obwohl ich weiss, warum und weshalb (alles brav aufgearbeitet) hab ich gerade auch das Problem, mich nicht zu dem motivieren zu können, was mir eigentlich gut tun würde.

    Gut täte mir: Malen, Basteln, endlich mal wieder etwas für sich tun, Sport treiben usw., aber statt dessen macht sich immer wieder latente Unlust breit und meine Gedanken drehen Karussell um das alte Problem, so dass ich mich nicht konzentrieren kann.

    Nun weiss ich aber aus zig Ratgebern und aus eigener Erfahrung, dass der einzige Weg aus einem depressiven Loch heraus der ist, wirklich etwas anzugehen, was einem gut tut, auch wenn man sich überhaupt noch nicht dazu aufraffen kann. Danach hat man auf jeden Fall ein besseres Selbstwert-Gefühl, darum gehts ja.

    Was gar nichts bringt, ist der innere Antreiber, damit ist man überfordert. Das kann man auch ausserhalb von sich beobachten, denn wenn man sich - egal von wem - zu etwas gedrängt fühlt, macht man es oft gerade dann aus Trotz nicht.

    Ich versuche es jetzt mit gaaaaaaaaanz kleinen Schritten, mit ganz kleinen winzigen Häppchen dessen, was ich mir vornehme. Erstmal einen winzigen Teil angehen, als gleich den ganzen Berg vor sich sehen. Erstmal 5 Minuten aufs Home-Rad, anstatt gleich eine halbe Stunde.

    Kostet mich leider immer noch unglaublich Überwindung.

  10. Inaktiver User

    AW: Wohin mit dem "Seelen-Müll"?

    Elwyn,

    was mir (derzeit ebenfalls mit einer leichten Depression gesegnet) unglaublich geholfen hat, war eine Mini-Dosis Citalopram. Bei mir keine nennenswerten Nebenwirkungen, aber eeeendlich mal wieder etwas mehr Power und innere Stärke, Spaß an Tätigkeit. Der erste "Anschubser" sozusagen, um das Perpetuum mobile zum Laufen zu bringen. Man fühlt sich ja schon besser, wenn man überhaupt was getan hat, und das gute Gefühl treibt einen dann weiter.

    Nach diesem ersten Schritt kann man dann wieder in sich hineinhören. So klappt´s bei mir.

    Gruß,
    WH

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