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  1. User Info Menu

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Eule

    Ganz herzlichen Dank für deinen Zuspruch, den kann ich im Moment wirklich gebrauchen. Ich hoffe mal, dass mein Tief nicht so lange anhält. Eigentlich würde ich am liebsten jetzt gleich mit ihm sprechen, aber er ist nun vermutlich mit ihr zusammen, und da macht es nicht den besten Eindruck, wenn ich ihn mit SMS und Telefonaten "belästige". Ich möchte es vermeiden, von ihr als Konkurrentin angesehen zu werden. Ich hoffe aber, dass er sich nächste Woche auf ein Gespräch einlässt und mir am Wochenende vielleicht doch noch auf die eine SMS, die ich ihm geschrieben habe, antwortet.

    Das Treffen mit ihr - wenn es denn zustande kommt - wird nicht im kleinen Kreis stattfinden, sondern im Rahmen einer grösseren Veranstaltung. Das ist mir auch lieber, weil er sie dann nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Leuten vorstellen wird. Ich kann sie also höflich begrüssen und dann aus der Ferne beobachten. Mit der Unterhaltung wird es eh etwas schwierig, da sie eine andere Sprache spricht, die ich zwar einigermassen verstehe, aber nicht gut sprechen kann. Und ihr wird es vermutlich ähnlich gehen. Wenn ich etwas zu ihr sagen könnte, dann, dass er ein wirklich toller Mann ist und ich hoffe, dass sie das zu schätzen weiss und liebevoll mit ihm umgeht. Aber das kriege ich ih der Fremdsprache eh nicht hin...

    Ich kann total gut verstehen, dass du der Begegnung mit ihr bisher aus dem Weg gegangen bist. Vor 1 1/2 Jahren ging es mir auch so, da ich von der ganzen Geschichte und meinen Gefühlen völlig überrumpelt war. Ich konnte es ebenfalls nicht mal ertragen, dass er von ihr erzählt. Und als ich dann soweit war, dass ich hätte über sie sprechen können, stellte sich heraus, dass die Beziehung bereits wieder zu Ende war. Nun setze ich das eben mit der "Nächsten" um.
    Ich wünsche dir den Mut, dass du auch bald mit ihm über sie sprechen kannst. Und bevor du dich ihr vorstellen lässt, so frag ihn doch, was er ihr über dich erzählt hat - wenn ihm wirklich etwas an dir liegt (was ich anhand deiner Schilderungen glaube), so war er hoffentlich klug genug, ihr nicht zu viel über dich zu erzählen und schon gar nicht darüber, dass du Probleme mit der Situation hast. Denn das könnte eine spätere Begegnung zwischen euch tatsächlich peinlich machen und sogar dazu führen, dass sie dich als Konkurrentin ansieht.

    Jetzt treffe ich mich dann mit zwei Freundinnen - leider nicht so engen, dass ich ihnen bisher Details von ihm erzählt habe. Aber es wird mich trotzdem ablenken, unter die Leute zu kommen, auch wenn ich nahe daran war, eine Magen-Darm-Grippe vorzutäuschen.

    Liebe Grüsse
    Regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Hoi zäme

    Also, de Frauenabig isch luschtig gsi, und er söll mache, was er wett. Und falls er das nöd verschtönd, isch au Wurscht

    Lg Rägewätter

  3. Inaktiver User

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Naaaa Regenwetter? Was macht das Köpfle? :-) Hoffe du hattest gestern einen schönen Abend, klang ja auf jeden Fall danach :-) Wie geht es dir heute?

    Ich glaub ich mach mir gleich mal ein Sektchen auf. Das Wetter drückt auf die Stimmung und irgendwie ist mir nach nem gemütlichen Couchtag. Dann eben mal mit Sekt höhö.

    Hab heute Nacht um 3 ne E-mail von meinem Freund bekommen. Eigentlich schreiben wir uns an Wochenenden nicht, weil ich ja nicht wissen will was er da macht. Sehr witzig was er schreibt. Setzt glaub ich anstatt des Namens seiner Freundin einfach andere Namen ein und berichtet lustig weiter... Eigentlich ja schon wieder nett haha... und dass er dann nachts um 3 noch an mich denkt, rechne ich ihm hoch an haha... nein keine Sorge. Ich mach mir da keinen Kopf. Wahrscheinlich hatte er gestern nen Sekt auf... wer weiß :-)

    Schönen Sonntag euch allen!

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Hallo Eule

    Danke der Nachfrage, dem Kopf geht es gut, aber Sekt müsste ich momentan trotzdem keinen haben! Es hat mir auf jeden Fall gut getan, mit den Mädels rumzualbern, bloss der letzte Schnaps hätte nicht unbedingt sein müssen.

    Eine E-Mail nachts um 3 am Wochenende - sag mal, bist du eigentlich sicher, dass er noch mit ihr zusammen ist? Kann natürlich auch sein, dass sie sich gestern nicht sehen konnte und er deshalb Langeweile hat und sich an seine alte Freundin erinnert... Ich glaube, ich könnte mir eine ironische Antwort auf seine Mail nicht ganz verkneifen.

    Das Wetter ist auch hier zum davonlaufen, so dass ich mir ebenfalls einen ruhigen Tag mache und mir heute auch erlaube, nochmals etwas zu grübeln und die Wunden zu lecken. Meine Gefühlslage ist gerade ziemlich schwankend. Eben habe ich die ersten paar Seiten dieses Threads wieder einmal nachgelesen und erschreckende Parallelen zu meinen gestrigen Postings gefunden.
    Aber trotz allem glaube ich, dass es mich diesmal weniger aus der Bahn werfen wird. Ich bin mir nur gerade nicht mehr so sicher, ob ich den Kontakt zu ihm wirklich weiterlaufen lassen möchte wie bis anhin oder ob ich nicht doch ein wenig auf Rückzug gehen soll. Ich ärgere mich gerade etwas über ihn, weil er mir so lange nichts gesagt hat. Es hätte genügend Gelegenheiten gegeben, mir zu erzählen, dass er da jemanden kennengelernt hat. Es gab in der Zeit doch die eine oder andere Situation, wo ich mich anders verhalten hätte, wenn ich davon gewusst hätte. Ich komme mir deshalb gerade etwas verschaukelt vor. Zwar hat er mich nicht direkt angelogen, aber oft bloss die halbe Wahrheit gesagt. Z.B. als es darum ging, wie er seinen Geburtstag oder Silvester verbringt, oder als ich ihn neulich gefragt hatte, ob er am Wochenende mit zum Sport kommt und er abgelehnt hat mit der Begründung, er bekomme Besuch...
    Und ich bin auch gerade etwas sauer, weil sein "Geständnis" während der Arbeit und quasi zwischen Tür und Angel erfolgte, in einem Moment, wo ich gar nicht richtig darauf reagieren konnte. Ich hätte es netter gefunden, er hätte mir das etwas schonender beigebracht und den passenden Rahmen dafür geschaffen (z.B. bei einem Mittagessen zu zweit oder bei einem Feierabendbier).
    Anderseits kann es wirklich sein, dass er Angst vor meiner Reaktion hatte, die ja letztes Mal für ihn unerwartet heftig war - dann wäre sein Verhalten für mich verzeihlich.
    Mal schauen, wie ich mich morgen fühle, wenn wir uns wieder begegnen.

    Euch allen hier noch einen schönen Regensonntag
    regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Regenwetter,
    erst mal viele herzliche für Dich !

    Ich werde mal kurz philosophisch: das Leben - und damit auch unsere Entwicklung - ist eben leider keine Gerade, die immer nach vorne führt. Es gibt Kurven und Nebenwege und manchmal auch Schleifen, in denen sich früheres wiederholt. Der Vorteil ist (und das hast Du ja schon sehr treffend geschrieben), daß wir selbst nicht diejenigen sind, die wir vor ein, zwei oder drei Jahren waren. Durch diesen schönen und hilfreichen Thread, den Du damals hier initiiert hast, konnten wir Muster in uns erkennen und Situationen analysieren lernen.
    Auch wenn in Dir wieder alte Verletzungen aufbrechen, Du Dir ähnliche Fragen stellst und wieder schwankst, wie Du Dich verhalten sollst, klingt aus Deinen Beiträge heraus, daß Du souveräner im Umgang mit der Situation bist.

    Weißt Du, wir alle hier versuchen etwas Ungewöhnliches, im besten Sinne Un-Normales. Dafür gibt es keine überlieferten Verhaltensmuster. Ich habe zumindest als Kind / Mädchen nur "gelernt" bzw. beigebracht bekommen, wie eine Frau sich einen Mann für eine lebenslängliche, monogame Ehe sucht. Danach ist nur noch wichtig, wie die Fassade dieser Ehe nach außen aussieht. Wenn wir heute etwas anderes leben wollen - Single, verschiedene nicht-eheliche Beziehungen von einer dauerhaften Freundschaft bis zu einer kürzeren oder längeren Affäre -, dann gibt es dafür kein überliefertes Modell. Mit dem modernen soziologisch / psychologischen Vokabular: wir müssen täglich verhandeln, wie diese Beziehungen aussehen, wo die Grenzen liegen, wie wir mit dem anderen umgehen (und dieses Verhandeln kann auch in uns selbst stattfinden).

    Bei meinem besten Freund und mir ist es auch ein ständiger Balance-Akt. Er ist weiterhin Single, wir verbringen viel Zeit miteinander, machen Wochenend-Ausflüge, kochen zusammen, telefonieren lange und machen Pläne für den Sommer. Neulich fragte er sogar, was ich von einer gemeinsamen WG halten würde (NICHTS !!!). Er leidet sehr darunter, keine körperliche Beziehung zu haben, hat diese aber zu mir radikal ausgeschlossen und hält sich auch daran. In meinem Leben gibt es zum Glück für diesen Bereich jemand anderen, mit dem aufgrund seines Jobs im Ausland zumindest zur Zeit aber auch nicht mehr Gemeinsamkeit entstehen kann.

    Mir sind aber - unter anderem durch die Berichte hier - auch immer die Gefahren klar: Ich darf mein Leben, meine Hobbies, meinen eigenen Freundeskreis und die Kontakte zu Freundinnen nicht vernachlässigen. Natürlich graut es mir vor dem Tag, an dem mein bester Freund eine neue Partnerin hat - weil ich dann sicher "Zeitanteile" und Teile seiner Aufmerksamkeit verlieren werde. Das ist aber auch so, wenn eine Freundin, die immer Single war, im fortgeschrittenen Alter plötzlich einen festen Lebensgefährten hat. Vieles verschiebt sich und die Beziehung muß neu gestaltet werden, neue Formen finden.

    Liebe Regenwetter und liebe Alle, die Ihr gerade im Kälte-Nässe-Tief sitzt,
    Kopf hoch, viele für Euch und einen schönen Rest-Sonntag mit oder ohne Sekt
    Eure Alvorada

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Alvorada

    Auch dir ganz herzlichen Dank für deine Worte. Du hast vollkommen recht, es ist lange nicht so schlimm wie beim letzten Mal, und nach einem etwas "verhängten" Wochenende, an dem ich meine Wunden geleckt habe, fühle ich meine Energie bereits wieder zurückkehren.

    Zitat Zitat von Alvorada Beitrag anzeigen
    Wenn wir heute etwas anderes leben wollen - Single, verschiedene nicht-eheliche Beziehungen von einer dauerhaften Freundschaft bis zu einer kürzeren oder längeren Affäre -, dann gibt es dafür kein überliefertes Modell. Mit dem modernen soziologisch / psychologischen Vokabular: wir müssen täglich verhandeln, wie diese Beziehungen aussehen, wo die Grenzen liegen, wie wir mit dem anderen umgehen (und dieses Verhandeln kann auch in uns selbst stattfinden).
    Für mich gilt besonders die von mir hervorgehobene Klammerbemerkung. Was die "Beziehung" zu meinem Freund angeht, fühle ich mich in einem ständigen inneren Zwiekampf: Ist es ok, mich darauf einzulassen, weil ich es so will und die Vorteile für mich überwiegen, oder schade ich mir nur damit, weil ich mir so die Chancen auf eine sogenannt "normale" Beziehung verbaue?
    Zitat Zitat von Alvorada Beitrag anzeigen
    Er leidet sehr darunter, keine körperliche Beziehung zu haben, hat diese aber zu mir radikal ausgeschlossen und hält sich auch daran. In meinem Leben gibt es zum Glück für diesen Bereich jemand anderen, mit dem aufgrund seines Jobs im Ausland zumindest zur Zeit aber auch nicht mehr Gemeinsamkeit entstehen kann.
    Mir scheint das ein sehr labiles Gleichgewicht zu sein, aber es ist, zumindest im Moment, für dich im Gleichgewicht. Leidest du nicht manchmal darunter, von deinem Freund körperlich so radikal abgelehnt zu werden? Ich glaube, dass ich auf die Dauer Mühe damit hätte, mich abgewertet fühlen würde.

    Das Thema "abwerten" beschäftigt mich nämlich gerade sehr - mir ist bei meinen Wochenend-Grübeleien unter anderem aufgegangen, dass ich mich von meinem Freund immer wieder abgewertet fühle. Z.B., weil er mein Verhalten recht schnell als als kompliziert oder unflexibel bezeichnet, wenn es mal nicht so läuft, wie er will, wenn er auf Mails oder SMS nicht antwortet, weil er keine "Diskussionen" mag oder eben jetzt wieder dadurch, dass er mir eine andere Frau als Partnerin vorzieht. Ich denke nicht, dass er das mit der Absicht tut, mir zu schaden, aber ich merke, dass mir das nicht gut tut, weil ich durch die Summe dieser (von mir so empfundenen) "Abwertungen" an mir zu zweifeln beginne. Ich habe mich oft verbogen, um seinen Ansprüchen an eine unkomplizierte Freundin gerecht zu werden, und mich dadurch selbst verloren. Und dies hat am Ende dazu geführt, dass ich tatsächlich kompliziert geworden bin und unsere Freundschaft sehr oft krampfig war. Dies tut mir auf Dauer nicht gut. Vielleicht ist es ganz gut für mich, seine neue Beziehung zum Anlass zu nehmen, etwas auf Abstand zu gehen. Diesmal aber nicht offen kommunizierten Kontaktabbruch, sondern eher innerlichen Abstand und wieder zu mir zu finden, auch ihm gegenüber. Ich werde das nächste Woche mal versuchen und hoffen, dass es mir gelingt. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht alles viel zu konfus

    Euch allen hier wünsche ich einen guten Start in die Woche!
    Ganz liebe Grüsse
    regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Regenwetter,
    schön, daß es Dir schon wieder etwas besser geht. Manchmal ist es ja auch so, daß die Arbeit und der Alltag in der Woche eine willkommene Ablenkung von den Grübeleien und den Gefühlen sind.

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Was die "Beziehung" zu meinem Freund angeht, fühle ich mich in einem ständigen inneren Zwiekampf: Ist es ok, mich darauf einzulassen, weil ich es so will und die Vorteile für mich überwiegen, oder schade ich mir nur damit, weil ich mir so die Chancen auf eine sogenannt "normale" Beziehung verbaue?
    Ja, das kenne ich ... diese Fragestellung begleitet mich auch immer. Allerdings habe ich immer mal wieder ein anderes Date und schließe daraus, daß ich eigentlich emotional offen bin für Neues. Es hat nur beiderseitig nie so richtig gefunkt. Meine vor Weihnachten begonnene Sternen-Funkel-Affäre hätte auch durchaus Potenzial für mehr, nur paßt eben bisher unser Berufsleben und unser Alltag nicht zusammen. Mal schauen.

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Leidest du nicht manchmal darunter, von deinem Freund körperlich so radikal abgelehnt zu werden? Ich glaube, dass ich auf die Dauer Mühe damit hätte, mich abgewertet fühlen würde.
    Ja, in manchen Momenten ist das so. Aber andererseits weiß ich, daß man körperliche Anziehung nicht erzwingen kann. In Hinblick auf seine "Traumfrau" ist mein Freund ein totaler Macho, der ganz klare Barbie-Eigenschaften sucht. Und ich finde es gut, daß er mich nicht als Trostpreis benutzt (abgesehen von dieser einen merkwürdigen Nacht, von der ich bis heute nicht weiß, was da eigentlich in ihm vorging). Ich fände es problematischer, wenn er mich als Lückenbüßerin benützen würde und mit mir knutschen, bis er wieder jemand anderen hat.

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Das Thema "abwerten" beschäftigt mich nämlich gerade sehr - mir ist bei meinen Wochenend-Grübeleien unter anderem aufgegangen, dass ich mich von meinem Freund immer wieder abgewertet fühle.
    Das ist bei uns zum Glück anders - er sagt und schreibt mir immer mal wieder, wie toll er mich findet und wie wichtig ich ihm bin. Und wenn ich mich mal wieder klein und ungeliebt fühle, lese ich diese E-Mails oder Briefe auch ganz bewußt nochmal durch.

    Liebe Regenwetter, Dir weiterhin eine gute Woche und wieder mehr ,
    herzliche Grüße,
    Alvorada

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Alvorada

    Zitat Zitat von Alvorada Beitrag anzeigen
    Manchmal ist es ja auch so, daß die Arbeit und der Alltag in der Woche eine willkommene Ablenkung von den Grübeleien und den Gefühlen sind.
    Im Prinzip ja - dumm nur, wenn einem das "Problem" bei der Arbeit andauernd über den Weg läuft
    Und da ich im Augenblick recht eng mit ihm zusammenabeite, hatte ich heute schon etwas Bauchgrimmen. Vor allem ist er überhaupt nicht auf meine SMS eingegangen, und bei der Arbeit ist es eh schwierig zu diskutieren.

    Schliesslich haben wir unsere "Diskussion" abends per Telefon geführt, und dabei ist mir wieder einmal so richtig aufgegangen, wo das Hauptproblem zwischen uns liegt. Ich bin jemand, der Probleme direkt anspricht, ausdiskutiert, und danach ist wieder gut. Und er ist jemand, der sich sehr rasch persönlich angegriffen fühlt und Diskussionen am liebsten aus dem Weg geht. Und wenn dann doch mal eine Aussprache stattfindet, geht er danach extrem auf Distanz.
    So ist das Ergebnis dessen, dass ich mir erlaubt habe, ihm mitzuteilen, dass ich lieber etwas früher und vor allem auf schonendere Art von seiner neuen Beziehung erfahren hätte das, dass er nun nicht mehr mit mir zum Sport gehen möchte (weil ich ja so kompliziert bin oder was auch immer). Und meine Haltung ist: wir haben uns ausgesprochen, und nun vertragen wir uns wieder und gehen zusammen trainieren. Leider sitzt er als Distanz-Mensch eindeutig am längeren Hebel. Ich empfinde sein Verhalten als Bestrafung: Ich habe es gewagt, meinen Unmut zu äussern und meine Bedürfnisse anzumelden und werde dadurch mit "Liebesentzug" bestraft. Ich finde das echt gemein!

    Dieses Beispiel zeigt sehr schön, warum unsere Freundschaft nur dann funktioniert, wenn ich mich verbiege. Wir hatten schon öfter solche Situationen, und sie lassen sich nur dann vermeiden, wenn ich nicht mehr authentisch bin. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie eine Beziehung zwischen uns unter diesen Umständen aussehen würde! Aber ich bin ja mal gespannt, ob das zwischen ihm und seiner neuen "Flamme" auf Dauer funktioniert...

    Was ich auch schade finde: Er hat auf meine zahlreichen Sympathiebezeugungen in letzter Zeit (Karten, kleine Geschenke, SMS) kaum reagiert. Und wenn ich dann mal etwas weniger nett bin, gibts gleich ein Drama und die Androhung von Kontaktabbruch.

    So, genug gewettert! Für mich ist jedenfalls klar, dass ich mich nicht mehr verbiege, und wenn unser Kontakt dadurch endet, dann ist es halt so. Aber ich finde es schade, es müsste doch möglich sein, unter Freunden ehrlich zueinander zu sein. Schliesslich stelle ich ihn als Menschen überhaupt nicht in Frage, sondern möchte ihm nur eine Rückmeldung geben, wie ich sein Verhalten empfunden habe

    Auch ich wünsche euch allen einen schönen Rest der Woche!
    regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    @Regenwetter

    Es tut mir wirklich leid, dass das nun wieder passiert ist! Ich glaube auch, dass du in ein weniger tiefes Loch fällst, wenn du dir die Situation beim letzten Mal vergegenwärtigst. Du hast dir ja auch die Möglichkeit immer wieder klargemacht, dass es sein kann, dass er wieder eine neue Partnerin findet. Das finde ich sehr gut und wichtig, denn anders geht es wirklich nicht. Eure Freundschaft ist ganz grundsätzlich auch jetzt etwas stabiler geworden. Denn du schreibst selbst in deinem ersten Post zur neuen Lage, dass er nicht im Nirwana verschwunden ist.

    Jetzt klingst du aber sehr verärgert, weil er dir nicht sofort gesagt hat, dass er eine neue Freundin hat. Versetze ich mich in seine Lage (ich hoffe, ich darf das mal tun), dann könnte es vollkommen neutral so sein, dass er sich noch nicht sicher war, wie eng diese Bekanntschaft war. Es könnte sein, dass er es dir erst sagen wollte, wenn er sich sicher ist, was daraus wird. Es könnte auch sein, dass er dir das noch nicht erzählen wollte, weil er von damals wusste, dass dich das möglicherweise belastet. Es könnte auch sein, dass er es so beiläufig wie möglich erwähnen wollte und daher nur zwischen Tür und Angel angesprochen hat. Es könnte auch sein, dass der Grad eurer Freundschaft ohnehin nicht davon beeinträchtigt wird (aus seiner Sicht), weil ihr ein etwas distanzierteres, normaleres Verhältnis aufgebaut habt, in dem jeder auch sein eigenes Leben mit anderen Menschen führt.

    Wenn dich das doch noch sehr belastet, dann verbindest du nach wie vor etwas mehr mit dieser Freundschaft als er. Dafür spricht auch, dass du jetzt plötzlich doch wieder das Gefühl hast, du hättest dich zu sehr verbogen, um seinem Bedürfnis nach mittlerer Distanz entgegenzukommen.

    Demnach möchtest du ein engeres, nähereres und sehr viel tieferen Austausch mit ihm haben.

    Genau das ist mir passiert, liebe Regenwetter. Nicht nur einmal, sondern auch mit anderen Menschen!

    Ich wollte mehr Nähe, mehr Austausch (ohne dass an zeitlichen Masstäben zu messen), aber das ist nicht immer möglich, wenn die andere Seite das nicht erwidert oder erwidern kann. Dadurch habe ich mich wie du ziemlich abgewertet gefühlt. Genau das ist der springende Punkt. In den meisten Fällen kann ich dem Gegenüber keinen Vorwurf daraus machen, dass die Freundschaft etwas distanzierter verläuft. Es gibt objektive Gründe dafür, denn ein anderer Mensch führt auch andere Beziehungen und Freundschaften. Nicht immer ist ausreichend Zeit vorhanden.

    Das bringt und brachte mich auf den Gedanken, mich selbst auch mal zu hinterfragen. Was will ich von dieser Person, warum wird eine Person so immens wichtig, andere aber nicht. Das ist das, was Avoorada hier sehr schön beschrieben hat. Es ist immer eine Frage des Austarierens von Distanz und Nähe. Distanz muss nichts Schlechtes sein, wenn dadurch eine gewisse stabile Basis gefunden wird, die besser zu vereinbaren ist. Das ist aber immer abhängig von gegenseitigen Erwartungshaltungen, und eingebettet in die Gesamtsituation.

    Es gibt nur einen Fall, in dem ich sauer bin. Das ist, wenn ich das Gefühl habe, jemand hat erst extrem viel Nähe hergestellt, auch zugelassen und geht dann plötzlich entgegen eigener Versprechungen und Bekundungen auf Rückzug. Das war in meinem Fall der Fall. Daher war ich damals zu Recht sauer!

    In allen anderen Fällen muss ich auch eingestehen, dass ich etwas auf mich beziehe, was nichts mit mir zu tun hat. Es gibt in Freundschaften immer Umstände, die dazu führen, dass man sich seltener sieht, und weniger miteinander zu tun hat. Ob die Freundschaft das aushält, sehe ich daran, wie sich jemand rückmeldet ode reagiert, wenn ich mich melde. Dann sollte gegenseitiges Interesse und Wertschätzung da sein, alles andere ist Krampf!

    Daher mache ich keine Versuche mehr, Leute zum "Jagen" zu tragen. Das ist einer Freundschaft nicht angemessen und erzeugt Druck. Damit auch das Gefühl, abgelehnt zu werden, was oft gar nicht so ist und nur ein subjektives Gefühl ist.

    Es erfordert unterm Strich die Einsicht, dass es auch andere Menschen gibt. Dass man sich am besten immer wieder in ein Gefüge aus Menschen begibt, wo man derzeit nicht insistieren muss und wo man auch keinen Druck ausüben muss. Oft vernachlässigt man das, oder weiss es nicht zu schätzen, weil man so sehr damit beschäftigt ist, eine aus irgendeinem Grund wichtigere Freundschaft zu "halten" oder zu "pimpen".

    Ich bin mir sicher, dass eure Freundschaft auf einer soliden und gesunden Basis hält, aber sowohl er als auch du jetzt haben ein eigenes Leben, dass keiner vernachlässigen möchte.

    Eine Partnerschaft, so leid mir das tut, steht auf einem anderen Blatt, insbesondere für Männer, aber auch für Frauen. Ich höre auch weniger von meiner Freundin, wenn sie frisch gebunden ist und viel mit ihrem Partner macht. Das gilt ebenso für Familien. Ich höre auch nicht mehr viel von Leuten, die gerade einen Haufen kleiner Kinder haben.

    Es ist blöd, wenn man dann so sehr abhängig davon ist. Aus dieser Art Abhängigkeit versuche ich mich seit über einem Jahr zu befreien, ohne mich selbst zu verlieren. Dabei hilft mir nur ein grösseres Beziehungsgeflecht, Flexibilität und eigene Interessen, damit ich nicht ständig "im Aussen" bin.

    Versuch mal darüber nachzudenken, was du für dich im Leben möchtest, und welche Rolle dieser Mann darin genau spielt und wirklich spielen kann, auch seine objektiven Grenzen in eurer gemeinsamen Freundschaft. Wertfrei, aber ehrlich. Und dann überlege, was für dich gut ist!

    Das ist ein extrem harter Prozess, ich knabbere immer noch daran!
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  10. User Info Menu

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Schliesslich haben wir unsere "Diskussion" abends per Telefon geführt, und dabei ist mir wieder einmal so richtig aufgegangen, wo das Hauptproblem zwischen uns liegt. Ich bin jemand, der Probleme direkt anspricht, ausdiskutiert, und danach ist wieder gut. Und er ist jemand, der sich sehr rasch persönlich angegriffen fühlt und Diskussionen am liebsten aus dem Weg geht. Und wenn dann doch mal eine Aussprache stattfindet, geht er danach extrem auf Distanz.
    So ist das Ergebnis dessen, dass ich mir erlaubt habe, ihm mitzuteilen, dass ich lieber etwas früher und vor allem auf schonendere Art von seiner neuen Beziehung erfahren hätte das, dass er nun nicht mehr mit mir zum Sport gehen möchte (weil ich ja so kompliziert bin oder was auch immer). Und meine Haltung ist: wir haben uns ausgesprochen, und nun vertragen wir uns wieder und gehen zusammen trainieren. Leider sitzt er als Distanz-Mensch eindeutig am längeren Hebel. Ich empfinde sein Verhalten als Bestrafung: Ich habe es gewagt, meinen Unmut zu äussern und meine Bedürfnisse anzumelden und werde dadurch mit "Liebesentzug" bestraft. Ich finde das echt gemein!
    Ich möchte gerne darauf eingehen: Du beschreibst hier vor allem, wie du das Gespräch empfunden hast. Du wolltest ihm in jedem Fall schnell sagen, dass du enttäuscht bist, dass er dir nicht von der neuen Partnerin erzählt hat. Darin klingt an, dass er einige Male eine Ausrede verwendet hat, beispielsweise bei der Absage zu deinem Geburtstag, weil er Besuch bekam. Er wollte dir nicht genau sagen, wer...

    ...das enttäuscht dich, klar!

    Jetzt zwei Fragen dazu: Was hat er daraufhin erwidert, als du ihm das jetzt so gesagt hast? Wie hat er genau reagiert? Dazu steht gar nichts in deinem Post. Du schreibst nur, dass du das Gefühl hast, nun geht er wieder auf Abstand...während für dich die Aussprache schon wieder beendet ist.

    Irgendwie ist das seltsam. Er braucht ja eventuell auch einige Zeit, um zu verstehen oder zu verarbeiten, welche Wünsche du an ihn hast. Du hast das zwar offen und ehrlich gesagt, aber erwartest gleichzeitig, dass er das gleich umsetzen kann und ebenfalls gleich wieder zur Tagesordnung übergeht.

    Ich weiss wirklich nicht, ob sowas immer gleich verläuft. Vielleicht hat er eine andere Umgehensweise, muss das erstmal verdauen und muss dann auch überlegen, wie er damit umgehen kann. Er braucht dazu womöglich tatsächlich erstmal Distanz, um das nicht weiter anzuheizen, etwas falsches zu sagen oder zu tun.

    Schon mal daran gedacht?

    Es gibt selbstverständlich auch Menschen, die überhaupt nicht gleich über alles reden möchten. Die das eher belastet, noch dazu, wenn sie sich den Moment nicht selbst aussuchen können. Das habe ich insbesondere bei Männern häufig erlebt, aber auch bei Frauen. Die vielleicht überrascht aber auch verärgert sind, wenn sie ad hoc mit einem Quasi-Vorwurf konfrontiert werden oder verspüren dass sich auf der anderen Seite Ärger angestaut hat.

    Ich habe das früher nicht verstanden, denn ich bin eher extrovertiert. Aber das ist nicht angemessen. In einem Dialog muss der andere auch die Möglichkeit haben, so zu reagieren, wie er das möchte. Und da ist es nicht falsch, erstmal die Distanz zu wahren, bevor der Konflikt womöglich eskaliert. Um da aber die nötige Ruhe zu bewahren, brauchen manche Menschen wirklich Distanz.





    Dieses Beispiel zeigt sehr schön, warum unsere Freundschaft nur dann funktioniert, wenn ich mich verbiege. Wir hatten schon öfter solche Situationen, und sie lassen sich nur dann vermeiden, wenn ich nicht mehr authentisch bin. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie eine Beziehung zwischen uns unter diesen Umständen aussehen würde!
    Ja, es ist möglich, dass ihr da vollkommen verschieden tickt, in Konflikt- und Kritiksituationen. Ja! Aber keiner hat daran Schuld. Es ist auch nicht möglich, dass sich nur einer dem anderen anpasst. Ich war mal bei einem Kurs zur "Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg", das war wirklich erleuchtend.

    Es gibt Möglichkeiten, einen Kompromiss zu finden, aber das erfordert bei beiden Seiten ziemliche Einsicht in den Gesprächsverlauf, dafür gibt es Mediatoren-Techniken. Aber auch das hat Grenzen, wenn die Vorstellungen von Konfliktlösung oder aber insgesamt die Interessen und Absichten bzw. Erwartungen und Bedürfnisse wirklich komplett auseinandergehen.

    Derzeit dürfte das bei euch der Fall sein (vorübergehend!). Denn er hat mit Sicherheit kein Interesse an einem ernsthaften Konflikt mit dir, hält daher den Ball flach aber auch auf Distanz.




    Aber ich bin ja mal gespannt, ob das zwischen ihm und seiner neuen "Flamme" auf Dauer funktioniert...
    Hm!?


    Was ich auch schade finde: Er hat auf meine zahlreichen Sympathiebezeugungen in letzter Zeit (Karten, kleine Geschenke, SMS) kaum reagiert. Und wenn ich dann mal etwas weniger nett bin, gibts gleich ein Drama und die Androhung von Kontaktabbruch.
    Das irritiert mich sehr. Denn wäre es so, dann wäre das wirklich nicht gleichwertig zwischen euch. Dann ist es in der Tat so, dass du dich mehr einbringst als er. Vorsicht vor einer Abhängigkeit, wie ich sie erlebt habe. Denn nur Nehmen geht natürlich nicht. Einfordern geht natürlich auch nicht. Das zeigt, dass da kein Gleichgewicht ist.

    Schliesslich stelle ich ihn als Menschen überhaupt nicht in Frage, sondern möchte ihm nur eine Rückmeldung geben, wie ich sein Verhalten empfunden habe
    Erstens ist Kritik immer eine empfindliche Sache. Zweitens solltest du dazu aber auch stehen, aber nicht gleich die Opferrolle einnehmen, weil du das gesagt hast. Dazu gehört aber auch die Standfestigkeit, dann mit einer, irgendwo verständlichen, Distanz von ihm klarzukommen. Sollte diese Distanz von ihm aus deiner Siht nicht angemessen sein, dann bleibt dir nicht viel Wahl, als an dich zu denken, denn dann tut dir da was wirklich nicht gut. Weil das - wie ich sehr gut weiss - wehtut, aber manchmal (s.o.) nicht zu verhindern ist, musst du aus deiner Rolle aussteigen. Weder die Opfer- noch die Verfolgerrolle einnehmen, sondern aussteigen.

    Es gibt im Moment nur die Möglichkeit, sich klarzuwerden, was du möchtest. Und sich ein wenig eine Zeitlang auf anderes zu konzentrieren. Wieder mal auf all das, was dir gut tut! Nebenbei sich überlegen, welche Rolle er einnimmt in deinem Leben und warum er dir so ungeheuer wichtig ist. Das zu relativieren bewahrt dich davor, jedesmal wegen seinem Verhalten in ein Loch zu stürzen.

    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

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