Liebe Alcantara,
deine Situation ist ja, falls sie noch nicht solange andauert, eher die des normalen leidenschaftlichen Kennenlernens, aus dem sich jetzt doch nicht mehr entwickelt!
Das ist genauso schmerzhaft, entspricht aber eher dem, was du auch mal im Kennenlern-Strang lesen kannst, wenn du magst.
Einen Vorteil hat das aber: Du hast dich noch nicht so lange auf ihn fixiert und durch seine klare Aussage auch eine recht "klare" und faire Absage bekommen. Es spielt auch keine andere Frau mit hinein, so dass dir der Vergleich erspart bleibt.
Wie du sicher weisst, funktionieren "Freundschaften" auch nicht unbedingt gleich nach einer Trennung echten Liebesbeziehungen. Es ist also recht unwahrscheinlich, dass dir hier unmittelbar nach der Absage eine platonische Freundschaft gelingt, weil du (verständlicherweise) noch zuviele Gefühle für ihn hast.
Solange deine innere Haltung sich nicht ändert, besteht die Gefahr, dass das hier beschriebene "Spiel" erst jetzt richtig anfängt, wenn du seinem und deinem Wunsch nach Freundschaft nachgibst. ER wird damit besser umgehen können, sicherlich nicht abgeneigt sein, viel Zeit mit dir zu verbringen und sich mit dir austauschen zu können, solange er (aber auch du) keinen neuen anderen Lebensmittelpunkt habt. Aber bei dir könnte das eine Hoffnung und Idealisierung heraufbeschwören, während er munter weitersucht.
Ein zeitweiliger Abstand ist einfach nicht verkehrt, sonst richtet ihr euch beide erst Recht in der Situation ein! Und das ist dann schwer zu überwinden, wie du hier nachlesen kannst.
Es wird bei aller Enttäuschung auch Gründe geben, weshalb es zwischen euch nicht funktioniert. Die Gründe solltest du dir wirklich klarmachen, das hat auch nichts mit falsch verstandener "Schlechtmacherei" zu tun (wurde mir hier oft vorgeworfen). Es soll einfach nur eine realistische Bestandsaufnahme sein, dass zwischen euch eine Beziehung nicht möglich wäre, es eben diese Grenze gibt, und warum!
Das relativiert sehr und ich sehe auch keinen anderen Weg, das auf andere Art zu verarbeiten.
Es ist jetzt ein vergleichsweise guter Moment, das zu tun und abzuschliessen. Denn im Unterschied zu anderen, sehr herben "Abfuhren", die du im anderen Kennenlernforum nachlesen kannst, ist die Sache sehr fair und in beiderseitigem Respekt abgelaufen. Daraus kannst du zumindest mitnehmen, DASS er dich schätzt, darfst dies aber andererseits nicht im Sinne einer noch möglichen Beziehungsanbahnung überschätzen.
Sagen wir es mal so: Vera.....t hat er dich nicht!
Jetzt geht es aber ganz klar darum, was für dich gut ist - fang nicht an mit dem "Köder", den du dir freiwillig vors Gesicht hängst.
Übrigens, an alle, eine Freundschaft kann schon und gerade dann überdauern, wenn man erstmal eine Weile Abstand nimmt, sich aber grundsätzlich sicher mal wieder über den Weg läuft, also noch Gemeinsamkeiten hat. Abstand hat so gut wie fast keiner echten und normalen Freundschaft, die nicht zu sehr Lebensmittelpunkt wurde, geschadet. Sie wird sich aber auf deutlich "niedrigerem" Niveau einpendeln, oder aber im besten Falle durch anderen neuen Input einfach mit der Zeit nicht mehr so wichtig sein!
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03.08.2011, 09:11
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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03.08.2011, 09:22
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe Junebug,
naja, ist schon ein bisschen so ne Dauerkiste, oder?
Klar, du siehst ihn ja sowieso, deshalb musst du damit zurechtkommen! Aber er lässt doch nicht locker, mit dir romantische Momente zu suchen. Aus der damaligen Entwicklung heraus besteht ja noch immer deine Angst, dass er zwar eine engere Beziehung zu dir sucht, aber dann doch nicht zu einer richtigen Verpflichtung, zu Verantwortung in einer echten Beziehung stehen wird?
Ich nehme an, daran hat sich nichts geändert?
(Bei deiner Beschreibung des Abends könnte man ja nach der langen Zeit glatt in Versuchung kommen, anzunehmen, dass er es jetzt ernst meint, aber aus der Ferne lässt sich das nicht beurteilen, echt nicht!)
Ich denke, das ist tatsächlich vergleichbar, weil leidenschaftliche Gefühle ebenso viel Dopamin und Endorphine ausschütten wie eine Droge!Manchmal komme ich mir vor wie jemand, der sich das Rauchen abgewöhnt hat - bloß nie wieder eine Zigarette anstecken - sonst geht es wieder von vorne los......
Ich glaub ja immer noch, dass ER sowas braucht und immer wieder gerne anfacht!
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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03.08.2011, 10:41
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe Elwyn,
danke für Deine Worte! Ja, das hab ich ja auch schon festgestellt, dass ich mit meiner Geschichte hier eigentlich nicht so wirklich reinpasse... und ich hab auch ganz viel in anderen Strängen gelesen. Aber besonders hier kann ich mir irgendwie besonders viel rausziehen, was meine Ängste und Emotionen betrifft.
Und ich bin erst bei Seite 11...
Zu gerne würde ich mir hier oder an anderer Stelle alles von der Seele schreiben, habe aber Angst vor fehlender Anonymität. Ich versuche mir wirklich, die Gründe für das "Scheitern" deutlich und bewusst zu machen... mein Kopf tut schon weh von all dem Denken... aber irgendwie tröstet mich das wenig, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass bei uns einfach Zeitpunkt und Umstände nicht passten. Die Anziehung, die Sympathie, der Spaß miteinander, alles stimmt. Nur ist er grade so "waidwund" und "kaputt", dass er nicht kann, Kehrtwendungen macht, einfach total launisch ist. Und ich bin so schrecklich schlecht darin, etwas, das so schön sein könnte, loszulassen und herzugeben. Ganz großes Manko meinerseits. Genau wie meine Ungeduld und das ständige Gefühl, was tun zu müssen. Abwarten kann ich gar nicht gut. Aber ich hatte dieses Glück (so unerwartet nach einem sehr schwierigen Frühjahr) an einem seidenen Faden und dann zerplatzt es wie eine Seifenblase. Und das tut mir weh
Und: ich will ihn nicht verlieren. Es gibt lichte Momente, in denen ich denke, dass sich schon alles auf irgendeine Art und Weise fügen wird... und aus meinen Erfahrungen weiß ich das ja auch... aber dann schlägt einem die Realität wieder mit voller Wucht ins Gesicht und es ist grad dreimal Schlimmer. Ich bin es so leid!!
Aber - wem erzähl ich das, ne.
Dennoch weiß ich, dass ich ihn jetzt erstmal ein bisschen in Ruhe lassen muss. Für ihn, aber auch für mich. Auch wenn ich nicht weiß, ob die Zeit nun für oder gegen mich arbeitet. Wir sind durch seinen Umzug in komplett geteilten Welten und haben null Kontakt, wenn ihn nicht einer von uns sucht... das mag ja einerseits gut sein. Aber er fehlt mir einfach so sehr. Und ich bin mir sicher, säße ich ihm weiter "vor der Nase", käme auch er nicht umhin, drüber nachzudenken.
Liebe Grüße
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03.08.2011, 15:22
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Die Zeit, das kann ich dir versichern, arbeitet so oder so IMMER für dich. Wie heisst es so schön: Zeit heilt alle Wunden - und ja, das ist schon irgendwie so!

Du weisst aber auch, dass eine Fernbeziehung nun nicht unbedingt der wahre Jakob wäre? Es kann also sein, dass euer Cut so oder so durch diese Umstände hervorgerufen wird. Wenn nämlich die Gefühle nicht so ganz passen, geht auch eine Fernbeziehung schnell in die Hose. Vielleicht ist es ja auch das, was er vermeiden will, das erspart euch einiges, glaub mir!Wir sind durch seinen Umzug in komplett geteilten Welten und haben null Kontakt, wenn ihn nicht einer von uns sucht... das mag ja einerseits gut sein. Aber er fehlt mir einfach so sehr.
Mangels echter gemeinsamer Interessen, echtem Input seinerseits und auch weit entferntem Wohnort musste ich diesen hier beschriebenen Kumpel übrigens leider zwangsläufig ziehen lassen: Sprich, ja, der Kontakt ist eingeschlafen. Anfangs tat mir das noch weh, jetzt mit der Zeit komme ich klar und sehe auch keinen Sinn mehr darin. Diese konkrete Freundschaft ist also im Grunde auseinandergelaufen, wie viele das nun mal über Entfernung tun.
Damit möchte ich dir sicher keine Angst machen, ehrlich nicht. Aber schon die Umstände sind bei euch ein objektiver Grund GEGEN eine Beziehung, so dass das alles nicht unbedingt heisst, dass man sich nicht grundsätzlich wertschätzt. Diese Sichtweise kann dir etwas helfen, deinen Selbstwert aufgrund dieser Abfuhr zu wahren.
Entwöhnen musst du dich aber auch der Umstände halber unbedingt! Er ist nur in deinem Kopf in der Nähe, dein Umfeld aber musst du sowieso weitgehend selbst organsieren, dabei kann er dir keine Stütze sein, du "brauchst" ihn also nur als gedanklichen Halt und damit eigentlich real nicht! Das schaffst du aber und gewinnst dafür vielleicht ganz neue Inhalte und Perspektiven in deiner unmittelbaren und greifbaren Umgebung und verhakst dich nicht in einer weit entfernten Patt-Situation, ehrlich!


Geändert von Elwyn (03.08.2011 um 16:19 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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03.08.2011, 18:13
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Du hast natürlich Recht. Ich bin aber jemand, dem äußere widrige Umstände in so einem Fall absolut wurschtpiepegal sind. Wenn ich will, dann will ich... und wo ein Wille, da ein Weg. Und das, obwohl ich sogar besonders "unflexibel" bin, weil ich ein kleines Kind hab. Was es nicht einfacher macht, den Kopf aus dem Sand zu ziehen und auf andere Gedanken zu kommen. Da bin ich echt schlecht drin, irgendwie. Und denke mir mehr als einmal täglich, wie ich zu diesem Zeitpunkt meines Lebens in diese Situation geraten konnte. Irgendwie war das anders geplant.Du weisst aber auch, dass eine Fernbeziehung nun nicht unbedingt der wahre Jakob wäre? Es kann also sein, dass euer Cut so oder so durch diese Umstände hervorgerufen wird. Wenn nämlich die Gefühle nicht so ganz passen, geht auch eine Fernbeziehung schnell in die Hose. Vielleicht ist es ja auch das, was er vermeiden will, das erspart euch einiges, glaub mir!
Und Du hast wieder Recht.Entwöhnen musst du dich aber auch der Umstände halber unbedingt! Er ist nur in deinem Kopf in der Nähe, dein Umfeld aber musst du sowieso weitgehend selbst organsieren, dabei kann er dir keine Stütze sein, du "brauchst" ihn also nur als gedanklichen Halt und damit eigentlich real nicht! Das schaffst du aber und gewinnst dafür vielleicht ganz neue Inhalte und Perspektiven in deiner unmittelbaren und greifbaren Umgebung und verhakst dich nicht in einer weit entfernten Patt-Situation, ehrlich!
Unser näherer Kontakt entwickelte sich erst seit Ende April, der Mai und der Juni waren dann sehr intensiv mit unglaublich erfüllenden Momenten... himmelhochjauchzend, aber auch oft zu Tode betrübt. Aber im Alltag vermissen dürfte ich ihn eigentlich wirklich nicht (außer im Büro, wenn ich an seinem Schreibtisch vorbeilaufe
). Dafür halt aber im Kopf... er hat einfach ein glückliches Strahlen auf mein Gesicht gezaubert.
Dazu kommt - haha - dass meine beste Freundin gerade frisch verliebt ist. Wir haben uns in den letzten Monaten seit meiner schwierigen Trennung Anfang des Jahres sehr sehr intensiv miteinander "beschäftigt", was ganz toll war. Tja, und nun seh ich mich auf der Standspur, während alle anderen schön fröhlich links vorbeidüsen. Ich habe den Fehler gemacht und mich zu sehr auf sie als Bezugsperson konzentriert... mein weiterer Freundes- und Bekanntenkreis befindet sich leider in komplett anderen Lebensphasen. Verliebt, Verheiratet, Baby. Da ist kaum jemand dabei, den ich aktivieren könnte. Dabei wäre es gerade jetzt so wichtig, dass ich die Gelegenheiten, in denen ich "frei" vor die Tür kann, auch nutze! Und die Erkenntnis tut verdammt weh. Ich darf mich einfach nie wieder so (emotional) abhängig machen... aber ich weiß, wie schwierig das für mich wird.
Und dazu komm ich einfach zu keinem Schluss, was meine ausstehende Entscheidung angeht... ich weiß zwar, dass sich mein Denken schon in zwei Wochen entspannt haben könnte, aber ich kann den Kontakt zu ihm einfach nicht aktiv und wissentlich einschlafen lassen... aber ich weiß auch nicht, wie ich es anders hinkriegen könnte. Wobei unsere Begegnungen für mich immer "platonisch" begannen... er hat ähnliche Kehrtwenden schon zwei Mal vorher vollzogen. Aber dann wollten wir einander halt irgendwie doch. Aber was bringt es, wenn er Dich anschaut wie ein verliebter Kater... und dann seiner Ex über den Weg läuft und feststellt, dass er noch lange nicht über die Trennung bzw. die Art und Weise der Trennung hinweg ist. Und ich kann ihn verstehen, und er tut mir wirklich leid. Aber ich... ich tue mir auch langsam leid. Sch**** 2011...
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05.08.2011, 14:23Inaktiver User
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hi Leute!
Da ich net weiß wem ich es sonst erzählen soll, müsst ihr herhalten :-)
Mir gehts heute wieder richtig richtig scheiße... Heute ist so ein Tag, an dem mein BF und ich eigentlich verabredet waren. Das ist nun ja alles (kommentarlos) hinfällig geworden, seit er die Freundin hat. Das tut doch echt noch weh... ich fühle mich so ausgetauscht und beiseite geschoben. Heute hat er mir auch nochmal kurz geschrieben. Ich hab wieder gemerkt, dass ich es nicht ertragen kann wenn er mir auch nur einen Satz schreibt im Moment. Jedes Mal wenn ich eine Mail von ihm bekomme, hoffe ich insgeheim doch immer, dass es zwischen den Zeilen was zu lesen gibt. Irgendetwas, aus dem ich erkennen könnte, dass er mich vielleicht auch so ein kleines Bisschen vermisst. Natürlich ist da nichts. Was soll er auch schreiben/machen. Ich weiß auch, dass er ganz gut abgelenkt ist und wahrscheinlich keine Minute Zeit damit verschwendet noch an mich zu denken. Das ist so hart... für mich ist das wie ein Beziehungsende. Ich fühle mich genauso schlecht. Ich weiß einfach nicht, wie ich aus diesem Loch kommen soll, wo mir doch zur Zeit so rein gar nichts Freude macht. Noch dazu hab ich Schiss, dass ich ihm in der nächsten Woche begegnen könnte. Früher oder später wird das aber sicher eh mal passieren. Wie ist das dann? Grüßt man sich kurz? Werd ich seiner Freundin vorgestellt? Will ich das? Ach warum ist das alles so schwer und so kompliziert? Ich glaub ich bin auch nur so verzweifelt, weil mal wieder ein lieber netter Typ aus meinem Leben verschwunden ist, der nichts von mir wollte. Ich wiederhole hier Diskussionen, die schon längst geführt wurden und die ich hier nachlesen kann. Ständig hab ich das Handy in der Hand um ihm zu schreiben wie schlecht es mir doch geht. Das darf ich net tun. Ich sollte besser komplett den Kontakt abbrechen. Ich weiß das alles... Kopf und Herz müssen sich nur noch einig werden verdammt.
Ich fühle mich so schlecht, weil ich es nicht schaffe ihn einfach nur als Freund zu sehen und ich das Gefühl habe die Freundschaft die wir hatten zu zerstören. Es ist meine Schuld wenn ich ihn ganz aus meinem Leben verliere. Andererseits ist doch eh alles anders. Was hab ich noch von ihm? Ach mennooooo :-( Kann mir net mal einer in den Arsch treten???
Euch allen ein schönes Wochenende!!!
Gruß von der traurigen EuleGeändert von Inaktiver User (05.08.2011 um 14:32 Uhr)
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06.08.2011, 17:12
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo Alcantara und Alte Eule (sehr gelungene Nicks
!),
ich freue mich, daß Ihr den Strang für Euch wiederbelebt und daß Euch vielleicht manches nützlich ist,
hallo Elwyn und June,
schön von Euch zu lesen !
@Eule, nein, in den A*** treten kann ich Dich nicht, eher eine Mischung aus
und An-den-Schultern-Schütteln. Sei geduldig mit Dir, das ist alles völlig normal und kommt viel, viel häufiger vor, als man denkt.
Den intellektuellen / analytischen Text dazu hat Elwyn schon geschrieben. Ich kann nur hinzufügen: lenk Dich ab - geh schwimmen, radfahren, power Dich aus im Sportstudio. Ruf spontan Deine Freundinnen an und verabrede Dich zum Caipi-Trinken in der Strandbar. Mach irgendetwas - Hauptsache, Du kommst auf andere Gedanken und die Situation mit Deinem BF kann sich etwas beruhigen. Nach einigen Tagen (Wochen
) siehst Du klarer.
Dein BF ist jetzt in der Phase der ersten Verliebtheit - da ist alles rosarot und er will möglichst alle Zeit mit seiner neuen Partnerin verbringen. Das pendelt sich nach einiger Zeit auf einem normalen Maß ein, und dann wird er auch wieder Zeit für Dich haben. Nach allem, was Du schreibst, schätzt er Dich sehr und er wird Dich nicht verlieren wollen.
@June, das klingt ... spannend? verwirrend? Ach *seufz* ich kann das nachvollziehen. Und ich finde, Du gehst ziemlich souverän um damit.
Bei uns geht es auch weiter. Er arbeitet inzwischen Wand an Wand mit mir, zwar in einem völlig anderen Betrieb, aber in dieser riesigen Stadt eben direkt neben meinem Büro. Wir sehen uns jede Woche ein Mal oder sogar öfter, haben oft ähnliche Arbeitszeiten, gehen zusammen essen oder er holt mich morgens zuhause ab und nimmt mich mit zur Arbeit.
Paradoxerweise funktioniert unsere Beziehung seither viel besser - so lange haben wir um Distanz gerungen, jetzt ist die Nähe da und es läuft gut. Ich denke, es sind zwei Dinge ausschlaggebend: Erstens frage ich mich nicht mehr dauernd, was es ist, was für ein Etikett wir darauf kleben. Es paßt in keine Schublade, ich nehme es so, wie es ist und freue mich darüber. Ich nehme IHN auch so, wie er ist, hinterfrage nicht mehr seine E-Mails, versuche nicht mehr, zwischen den Zeilen zu lesen. Manche seiner Handlungen oder Aussagen überschreiten die Grenze der Freundschaft, aber so ist es eben (@June, so etwas wie den Abend auf dem Segelboot hätte er auch bringen können !) Insgesamt bin ich mir seiner Freundschaft sicherer geworden und zweifele nicht mehr gleich daran, wenn er mal ein paar Tage nicht anruft.
Zweitens bin ich mir darüber klar geworden, daß ich zur Zeit keinesfalls eine Paarbeziehung haben will - nicht nur nicht zu ihm, sondern auch sonst zu niemandem. Meine Arbeit, die vielen Reisen, einige spannende neue Aufgaben dieses Jahr, meine Freunde, mein Patenkind - das füllt mein Leben so an, daß dort momentan kein Platz für jemand anderen ist und ich auch das Bedürfnis nicht habe. Im Gegenteil, es würde mich einengen. Insofern entfällt auch das Denken "Was wäre nun wenn doch ...".
Letzten Monat hatte er eine heftige Partnerschaftskrise und überlegte zwei Tage ganz ernsthaft, sich zu trennen. Da habe ich nochmal ganz deutlich gemerkt, daß ich ihn keinesfalls als Lebenspartner will. Das machte es auch leichter, über seine Paarbeziehung zu reden, weil ich eine Art neutralen Standpunkt einnehmen konnte.
Liebe June, ich wünsche Dir, daß Du auch weiter die angenehmen Seiten genießen kannst ... es ist eine außergewöhnliche und oft schwierige Sache, was Du und ich da wagen, aber momentan denke ich, es lohnt sich
Habt ein schönes Wochenende


Alvorada
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07.08.2011, 18:52
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo Zusammen,
habe mich jetzt durch die ersten 50 Seiten gelesen...mal quer mal genauer...puh
Ein sehr schöner und lehrreicher Strang. Darf man sich noch beteiligen?
Schönen Abend,
Nell
The hardest thing in life is to bring heart and mind to cooperate.
In my case, they still do not even run on a friendly basis.
(W. Allen)
***
JE SUIS CHARLIE.
***
Im Leben geht es nicht nur darum, gute Karten zu haben, sondern auch darum, mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.
(R. Stevenson)
-
07.08.2011, 19:39
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo zusammen
Habe eben entdeckt, dass der Strang hier plötzlich wieder aufgelebt ist. Ein herzlichen Willkommen den neuen und alten Schreiberinnen (und Schreibern?) hier!
Alte Eule und Alcantara, ich kann soooo gut nachvollziehen, wie ihr euch fühlt. Bei mir ist es nun ziemlich genau ein Jahr her, seit es so richtig akut war... Ich hoffe, es hilft euch etwas, unsere alten Geschichten zu lesen.
In letzter Zeit habe ich mich hier etwas zurückgezogen. Es gab nicht mehr viel Neues zu berichten, nicht wöchentlich und schon gar nicht täglich. Solche Geschichten brauchen ihre Zeit, um sich weiterzuentwickeln. Und die Aufs und Abs, welche nun mal dazu gehören, wollte ich hier auch nicht mehr in epischer Breite schildern.
Ausserdem bin ich im realen Leben ziemlich ausgelastet und muss momentan beruflich sehr viel schreiben, da mag ich in der Freizeit nicht auch noch dauernd vor dem PC sitzen und Texte verfassen.
Aber wie ist es bei mir weitergegangen? Grob gesagt ganz ähnlich wie bei June und Alvorada. Da auch mein Freund und ich uns regelmässig bei der Arbeit begegnen, hat sich unser Kontakt langsam wieder intensiviert. Zuerst ab und zu ein gemeinsames Mittagessen, und irgendwann kamen auch wieder Unternehmungen in der Freizeit dazu.
Die Intensität des Kontaktes ist, wie schon früher, sehr schwankend: mal treffen wir uns drei Mal pro Woche privat, dann wieder drei Wochen lang gar nicht. Im Unterschied zu früher zerbreche ich mir aber nicht mehr den Kopf darüber, sondern nehme es, wie es gerade kommt. Ich würde sagen, dass sich unsere Freundschaft gefestigt hat (bzw. vielleicht war sie schon immer gefestigt, aber ich habe früher zu wenig daran geglaubt).
Klar, manchmal gibt es nach wie vor Momente, in denen ich mir zu viele Gedanken mache, aber sie sind selten geworden. Ich würde mal behaupten, dass unsere Freundschaft seine nächste Beziehungsanbahnung überstehen wird, wenn es dann soweit ist, und dass mich das nicht mehr dermassen aus der Bahn wirft wie vor einem Jahr. Ob es wirklich so ist, kann ich erst sagen, wenn es soweit ist.
Dies in aller Kürze. So als Rückschau für die "Neuen" würde ich sagen, dass es bei mir ein halbes Jahr totalen Rückzug und dann nochmals fast ein halbes Jahr vorsichtige Wiederannäherung gebraucht hat, bis die Freundschaft wieder auf derselbe Intensität, aber nun hoffentlich auf einer besseren Basis als vorher möglich war. In der Rückzugszeit habe ich mich sehr viel mit mir selbst beschäftigt und einige "Kurskorrekturen" in meinem Leben vorgenommen.
Was Männer und Beziehungen angeht, kann ich mich Alvorada anschliessen. Für mich derzeit keine Option, ich habe andere Pläne und Prioritäten. Was die Zukunft bringt, wird man sehen.
Liebe Grüsse
regenwetter
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18.08.2011, 23:09
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Guten Abend Mädels,
noch kurzzeitigem Aufflackern, ist hier ja wieder Ruhe eingekehrt....... Ist das so? Hat sich die Seelenlage bei unseren "Neuzugängen"
wieder beruhigt?
Also bei mir ist nach wie vor Spannung und Entspannung angesagt. Heute war eher einer der spannenden Tage, die mich auch gleich wieder veranlasst haben hier mein Trost-Schnuffel-Tuch bei euch rauszukramen und mir meine Seele zu erleichtern.....
Ich habe ja gesagt, das ich es aufgegegben habe mir Gedanken um die Gedankenwelt meines BF zu machen - aber manchmal - und ich gebe zu in letzter Zeit wieder öfter - ertappe ich mich dabei, wie ich darüber nachdenke, was er denn mit gewissen Dingen bezweckt.
Es ist wirklich eine ewige Dauerkiste bei uns. Und ich bin mir sicher, das meine Gefühle für ihn verdammt nochmal nicht so freundlich kollegial sind, wie sie sein sollten.
Wir haben verdammt viele Berührungspunkte - und auch den privaten Kontakt hat er und mittlerweile auch ich wieder ganz langsam zum Laufen gebracht.
Es ist schön mit ihm. Teilweise sehr sehr romantisch und mit einem "normalen" Mann wäre die Sache schon längst in trockenen Tüchern - wie man so schön sagt. Aber bei ihm geht gar nichts - aber ich kann auch leider gar keinen kleinen Millimeter auf ihn zugehen..... Ich habe zuviel Angst zurückgewiesen zu werden. Vielleicht verstehe ich auch alles falsch und er meint das alles wirklich nur freundschaftlich. Ich war schon versucht ihm die ganze elende Wahrheit von letztem Jahr zu erzählen, damit er endlich mal versteht, was mich so dermaßen getroffen hat - aber irgendwas hat mich dann - zum Glück - zurückgehalten.
Heute haben wir uns nach der Arbeit getroffen. Es war wunderschönes Wetter und wir haben uns in einem Biergarten getroffen. Viel geredet -er war nachdenklich, unruhig, irgendwie sehr ernst.
Um es kurz zu machen: er überlegt sich wegzugehen. Trotz neuem Job, der ihm auch gut gefällt - aber er muß was ändern. Er muß sein Leben neu ordnen.
Ich habe ihn einfach reden lassen - aber in mir ist eine elende Traurigkeit aufgestiegen - ich hätte fast geheult.
Ich sagte ihm nur das ich das alles verstehe und er in gewisser Weise recht hat, aber ich fände es sehr schade, wenn er das tatsächliche machen würde..... Was ist los mit mir? Noch vor zwei Monaten hätte ich bei der Nachricht Hossianna geschrieen - und jetzt. Ich bin wirklich traurig - irgendwie erwarte ich immer noch, er würde endlich sagen das er mich mag und das alles für ihn nicht bloß eine blode Best Buddies F* Geschichte gewesen wäre.....
Mir ist nicht mehr zuhelfen, was dieses Thema betrifft.



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