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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Hallo ihr alle hier
    .
    hallo regenwetter.

    Mir geht es eigentlich gut. "Eigentlich", weil mich die Sache mit meinem Freund mal wieder in eine sehr nachdenkliche, eher traurige Stimmung versetzt.
    eigentlich geht es dir nicht so gut, immer wieder.
    Das kommt nun alles bei mir wieder hoch.
    gut ginge es dir, wenn dir der kontakt, der von dem mann ausgeht, in seiner losen art wirklich wurscht wäre.

    Und ich gebe zu, ich habe eine wahnsinnige Angst davor, dass er nein sagt!
    ach regenwetter, hier, nimm mal den . wenn es keine generelle art von abhängigkeit ist, im sinne von: ich muss ihn als freund bewahren, weil ich sonst allein auf der welt bin (und sowas ist es bei dir ja nicht), dann bleibt doch eigentlich wirklich doch nur noch eine andere sache übrig, falls ich mich nicht täusche: du kannst dich in meinen augen einfach doch im stillen noch nicht damit anfreunden, dass der kontakt mit ihm (eventuell oder tatsächlich) niemals in eine partnerschaft mündet. er ist dir noch viel zu wichtig, deutlich wichtiger als ein normaler so-freund (die melden sich ja manchmal monate lang nicht, nach meiner erfahrung egal, welchen geschlechtes, und ich melde mich manchmal genauso selten - die freundschaft verzeiht das aber). du schielst beständig darauf, was er macht, ob er mal auf dich zukommt, zermarterst dir den kopf darüber, wie du wohl rüberkommst bei ihm, peinlich darauf bedacht, ihn ja nicht zu überrollen... diese symptome kenne ich jedenfalls bisher nur aus bestimmten lebenslagen.

    Aber ich glaube, das mache ich lieber nicht, denn ich bin zu wenig locker, meine Angst vor einer Absage ist zu gross. Ich würde mir wünschen, die Initiative käme von ihm, denn dann wüsste ich, dass er mich aus freien Stücken und weil er wirklich Lust hat, was mit mir zu unternehmen, fragt.
    aus diesen zeilen spricht ein riesenhaufen an unsicherheit, un-geborgensein. darin steckt für mich die ständige angst vor dem fehltritt, und die macht unlocker. bei "nur so-freunden" habe ich (bei mir und anderen) noch nie erlebt, dass sowas passiert bzw. mit derlei fragestellungen wurde ich immer dann ins vertrauen gezogen, wenn die jeweilige person durch ein empfundenes oder tatsächliches zu-viel an eigenen gefühlen aufs glatteis geriet, weil da scheinbar doch immer auch die wahrnehmung eines ungleichgewichtes war. auch wenn vielleicht keines vorhanden sein muss, sondern die andere seite genauso unsicher ist. aber das erscheint mir nach dem, was du geschildert hast, ebenfalls unwahrscheinlich.

    ich werde diese Stimmung wohl einfach aussitzen und hoffen, dass es bald wieder vorbei geht. Vielleicht fällt ja jemandem von euch etwas dazu ein?
    ja, mir ist noch mal was eingefallen, was eh schon jemand in diesem strang entdeckt und auch angesprochen hatte (meine ich zumindest). es gibt personen, die, sobald sie merken, dass eine ihnen sympathische person mehr gefühle für sie entwickelt, dicht machen. wie diese mimosen, die zuklappen, wenn man sie berührt. das äußert sich dann in einem undefinierbaren distanzgefühl in der konstellation, und das führt in meinen augen ebenso zu unsicherheit. ich hatte sowas mal als sogenannten partner (wobei darin ja das wort "teilhaber", am eigenen leben nämlich, steckt, aber das war teilweise anders). dazu kam dann noch die ambiguität in worten und taten, und das hat schließlich mich - das gegenüber, das all diese widersprüchlichen signale integrieren muss - halb verrückt gemacht. ich weiß nicht, ob es etwas ähnliches bei deinem kandidaten sein könnte, aber charakteristisch finde ich inzwischen auch dieses "sich entziehen". lose ansagen machen, um den anderen doch irgendwie am köcheln zu halten, und weil man ihn ja auch wirklich mag (in welchem geheimen maße auch immer), aber dann die sachen doch nicht umsetzen, weil man sich da von zu viel "verantwortung" erdrückt fühlt (u. u. selbst geschaffene situation, aber egal). ich kenne jedenfalls auch den zug des sich immer wieder unkontrollierbar zurückziehens. gerne auch dann, wenn es vorher intensive zeiten gab. dann ist die furcht wahrscheinlich plötzlich wieder besonders groß, sich auf irgendwelche mitmenschen näher einlassen zu müssen. dieses verhalten kenne ich, wohlgemerkt, als betroffene aus partnerschaften und als beobachterin aus "so-freundschaften" anderer. könnte da nicht was dran sein?
    bei diesen leuten merkt man nämlich auch nie, was sie denn jetzt wirklich von einem halten, weil sie ja selbst beständig immer wieder dicht machen. dann fällt es schwer, den anderen wirklich wahrzunehmen. vielleicht liege ich aber auch ganz daneben, aber den spekulierversuch war es, finde ich, wert.

    liebe grüße,

    sportsfrau.

    p.s.: falls er tatsächlich so ähnlich funktionieren sollte, wird dieses verhalten noch durch eine gewisse rest-abhängigkeit beim gegenüber verstärkt (kenne ich aus eigener konstellation, denn ich hatte zwischenzeitlich auch in einer nur-fast-partnerschaft gewisse erwartungen, die beim anderen das gefühl "verantwortlich für das glück des gegenübers" auslösten, wie später rückblickend erklärt wurde) ... daraus kann dann ein entsetzlicher tanz aus nähe und distanz, annähern und zurückweichen werden. natürlich nie parallel, sondern immer entgegengesetzt.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Elwyn
    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    für mich ist es unübersehbar, dass der Kontakt zwischen euch schlichtweg oberflächlicher geworden ist, genauso wie bei fast allen anderen hier, einschliesslich mir.

    Dahinter steckt - bei ihm - kein Problem, keine Ablehnung, keine konkrete emotionale Gefühlslage mehr - meiner Meinung nach - sondern ein einfaches Auseinanderdriften, eine Hinwendung zur Normalität und Spontanität, weg von eurer exklusiven Verbindung, die mal da war - und kleiner Trost: es ist doch eigentlich weniger hart als es klingt oder als du es dir im Kopf ausmalst. Du lebst ja bereits dein unabhängiges Leben.
    Ich glaube gar nicht, dass sich bei ihm viel geändert hat, er war schon immer so wie beschrieben (mit Ausnahme der ersten paar Wochen unseres näheren Kennenlernens). Bloss gehe ich heute anders damit um. Einerseits durch meine Verunsicherung, anderseits aber auch, weil ich mehr und mehr die Nase voll von seiner Unverbindlichkeit habe.
    Es gab Zeiten, da bin ich einfach zu ihm hingegangen und habe gesagt "so, nun fixieren wir einen Termin, sonst wird das nie was und wir reden wir immer nur davon". Ich habe also im Prinzip den Kontakt erzwungen. Solange ich das mit der notwendigen Lockerheit tun konnte, hat das gut geklappt, und er ist bereitwillig darauf eingestiegen. Als meine Unbefangenheit weg war, ging das nicht mehr.

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Bei dir klappt "was anderes" doch sowieso ganz gut - tritt dann nicht langsam eine Art Gewöhnungseffekt ein, dass andere Sachen nun mal mehr in dein Leben gehören und dir auch mehr geben?
    Doch, auf jeden Fall. Ich habe mich kürzlich dabei ertappt, dass mir der Gedanke, abends mit ihm auszugehen, seltsam vorkommt. Das passt irgendwie gar nicht mehr in mein Leben...

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Ich bin diese Kämpferei wirklich satt (und um was denn...) - andere Freundschaften von mir bestehen ohne diese mühsame Kämpferei um Kontakt und Gemeinsamkeiten über das Banale hinaus. Mag sein, dass ich aufgegeben habe, aber das hat die andere Seite schon lange - daher finde ich das ganz gesund, es jetzt einfach auch so stehen zu lassen.

    Ausserdem habe ich einige gesundheitliche Probleme, die demnächst viel Zeit fressen werden - daher muss ich ich sagen, ich habe für ein mühsames Aufrechterhalten von engerem Kontakt und für die endlosen Gedankenspiele ebenfalls keine Zeit mehr. Dafür ist es wirklich auch für mich zu oberflächlich geworden.
    Schau gut zu dir! Ich wünsche dir, dass du bald wieder ganz gesund bist und dass du auf wirkliche Freunde zählen kannst!

    Zitat Zitat von Elwyn Beitrag anzeigen
    Warum wünscht du dir immer noch mehr Aufmerksamkeit oder eine Art Rehabilitation von ihm - wenn du soviele interessante andere Dinge hast. Das brauchst du eigentlich gar nicht mehr! Welche Lücke füllt er noch?
    Wenn ich das so genau wüsste...
    Er hat mir, nach einer langen Zeit, in der mein Leben so dahingeplätschert ist, wieder gezeigt, was auch noch möglich wäre und was ich mir eigentlich wünsche.
    Und er taucht regelmässig auf, was das Vergessen nicht einfach macht.

    Auch dir alles Liebe
    regenwetter


    Liebe Sportsfrau

    Ja, er ist mir noch immer (zu?) wichtig, das gebe ich zu.

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    .ja, mir ist noch mal was eingefallen, was eh schon jemand in diesem strang entdeckt und auch angesprochen hatte (meine ich zumindest). es gibt personen, die, sobald sie merken, dass eine ihnen sympathische person mehr gefühle für sie entwickelt, dicht machen. wie diese mimosen, die zuklappen, wenn man sie berührt. das äußert sich dann in einem undefinierbaren distanzgefühl in der konstellation, und das führt in meinen augen ebenso zu unsicherheit. ich hatte sowas mal als sogenannten partner (wobei darin ja das wort "teilhaber", am eigenen leben nämlich, steckt, aber das war teilweise anders). dazu kam dann noch die ambiguität in worten und taten, und das hat schließlich mich - das gegenüber, das all diese widersprüchlichen signale integrieren muss - halb verrückt gemacht. ich weiß nicht, ob es etwas ähnliches bei deinem kandidaten sein könnte, aber charakteristisch finde ich inzwischen auch dieses "sich entziehen". lose ansagen machen, um den anderen doch irgendwie am köcheln zu halten, und weil man ihn ja auch wirklich mag (in welchem geheimen maße auch immer), aber dann die sachen doch nicht umsetzen, weil man sich da von zu viel "verantwortung" erdrückt fühlt (u. u. selbst geschaffene situation, aber egal). ich kenne jedenfalls auch den zug des sich immer wieder unkontrollierbar zurückziehens. gerne auch dann, wenn es vorher intensive zeiten gab. dann ist die furcht wahrscheinlich plötzlich wieder besonders groß, sich auf irgendwelche mitmenschen näher einlassen zu müssen. dieses verhalten kenne ich, wohlgemerkt, als betroffene aus partnerschaften und als beobachterin aus "so-freundschaften" anderer. könnte da nicht was dran sein?
    bei diesen leuten merkt man nämlich auch nie, was sie denn jetzt wirklich von einem halten, weil sie ja selbst beständig immer wieder dicht machen. dann fällt es schwer, den anderen wirklich wahrzunehmen. vielleicht liege ich aber auch ganz daneben, aber den spekulierversuch war es, finde ich, wert.
    (...)
    p.s.: falls er tatsächlich so ähnlich funktionieren sollte, wird dieses verhalten noch durch eine gewisse rest-abhängigkeit beim gegenüber verstärkt (kenne ich aus eigener konstellation, denn ich hatte zwischenzeitlich auch in einer nur-fast-partnerschaft gewisse erwartungen, die beim anderen das gefühl "verantwortlich für das glück des gegenübers" auslösten, wie später rückblickend erklärt wurde) ... daraus kann dann ein entsetzlicher tanz aus nähe und distanz, annähern und zurückweichen werden. natürlich nie parallel, sondern immer entgegengesetzt.
    Da könnte durchaus was dran sein, ich erkenne vieles von ihm in deiner Beschreibung. Vor allem auch der letzte Abschnitt - solche Nähe-Distanz-Problematiken hatten wir tatsächlich schon öfter, und daher rührt auch ein Grossteil meiner Unsicherheit. Er tendiert dazu, sich durch nett gemeinte Aussagen wie "wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, gehen wir mal ein Bier trinken?" unter Druck gesetzt zu fühlen. Übrigens nicht nur bei mir, ich weiss, dass es ihm auch schon mit männlichen Freunden "zu eng" wurde. Das macht den Umgang mit ihm natürlich nicht gerade einfach...
    Für mich wäre es gerade deshalb wichtig, ihn ab und zu zu sehen und zu spüren, wie seine Stimmung ist, bevor ich ihn mit irgendwelchen Vorschlägen überfalle. Aber im Augenblick sehen wir uns wirklich sehr selten und immer nur für kurze Zeit.

    In seiner Art zu leben kommt dieses "sich entziehen" immer wieder vor. Er hat zwei Wohnsitze und zwei Freundeskreise, und er allein entscheidet, wann er sich wo aufhält. Und dies meist sehr kurzfristig. Durch sein gewinnendes Wesen hat er viele Freunde, sein Freundeskreis besteht aber zumeist aus Familien und Paaren. D.h., diese Menschen freuen sich zwar, wenn er sich ihnen anschliesst, sind aber nicht allein, wenn er nicht da ist. Sie können also seine Unverbindlichkeit viel lockerer nehmen als ich als Single-Frau.

    Hm, wenn ich so lese, was ich hier hinschreibe - kein Wunder, dass ich am Rad drehe mit diesem Menschen. Und dennoch hat er etwas, was mich fasziniert. Und auch er scheint irgend etwas an mir zu finden, denn so ganz links liegen lässt er mich nicht.

    Liebe Grüsse
    regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    .
    charakteristisch finde ich inzwischen auch dieses "sich entziehen". lose ansagen machen, um den anderen doch irgendwie am köcheln zu halten, und weil man ihn ja auch wirklich mag (in welchem geheimen maße auch immer), aber dann die sachen doch nicht umsetzen, weil man sich da von zu viel "verantwortung" erdrückt fühlt (u. u. selbst geschaffene situation, aber egal). ich kenne jedenfalls auch den zug des sich immer wieder unkontrollierbar zurückziehens. gerne auch dann, wenn es vorher intensive zeiten gab. dann ist die furcht wahrscheinlich plötzlich wieder besonders groß, sich auf irgendwelche mitmenschen näher einlassen zu müssen. dieses verhalten kenne ich, wohlgemerkt, als betroffene aus partnerschaften und als beobachterin aus "so-freundschaften" anderer. könnte da nicht was dran sein?
    bei diesen leuten merkt man nämlich auch nie, was sie denn jetzt wirklich von einem halten, weil sie ja selbst beständig immer wieder dicht machen. dann fällt es schwer, den anderen wirklich wahrzunehmen. vielleicht liege ich aber auch ganz daneben, aber den spekulierversuch war es, finde ich, wert.
    Damit liegst du überhaupt nicht daneben!

    Ich bin auch mittlerweile der Ansicht, dass es bei mir genauso lief, dass dieses besagte Gegenüber genau so tickt. Ich hab es ja sogar schriftlich/mündlich, dass er sich eher "als Herdentier" bezeichnete und - ausser mir - keine engen Freunde hat. Ich glaube eher, dass er hauptsächlich lockere Bekannte hat, sehs als Schmeichelei und könnte ironischerweise sogar sagen, dass mir diese "Verantwortung, die einzige enge Freundin zu sein", auch eher lästig erscheint. Vor allem dann, wenn daran dermassen einseitiges Handeln geknüpft ist, auf das die "engste Freundin" sich gerade deshalb, weil sie es ja verstehen muss, immer wieder einstellen muss. *tocktocktock*

    Ich frage mich, was in solchen Köpfen vor sich geht, zu glauben, man sei in der Lage und interessant genug, Freundschaften mit solchem Gelaber nach eigenem Gutdünken an- und auszuswitchen?!

    Meiner Meinung nach ist die Kehrseite des plötzlichen Rückzugs genau dieses überschwängliche und charmante Verhalten, welches dann angeschaltet wird, wenn man doch mal jemanden braucht. Sonst würde das Hin und Her nicht funktionieren und diese Menschen wären einfach nur einsam und würden andere - ehrlich gesagt - auf Dauer langweilen. Das Verhalten ist unterbewusst stark zweckorientiert und in meinem Fall gepaart mit einem stark egozentrischen Denken. Es mag sein, dass das für die Betreffenden ganz gut funktioniert, solange sie sich immer wieder distanzieren können und jemanden finden, der - plump gesagt - es mit sich machen lässt und seinerseits die Nähe aufbaut.

    Mein Fazit ist: Dieses Spiel ist mir persönlich dann zu oberflächlich, wenn die Nähe und Distanz stark schwankt und einseitig bestimmt wird. Ich sehe dahinter keine böse Absicht, sondern ein persönliches Unvermögen, für die eigenen Handlungen und Aussagen einzustehen und mangelnde Empathie für andere.

    Anders ist es, wenn man von Anfang an eher auf lockerem Bekanntschaftsstatus bleibt, andere gar nicht erst zu enger Freundschaft und Sich-Einlassen ermutigt und Grenzen signalisiert und einhält, ohne andere vor den Kopf zu stossen (und genau dies auch noch wiederholt zu ignorieren oder charmant mit erneuten Versprechungen zu übergehen) - das wäre für mich der Normalfall einer funktionierenden Bekanntschaft mit Potenzial.

    Es hat natürlich Gründe, weshalb man (ich) selbst so etwas eine längere Zeit mitmacht. Auch darüber bin ich mir im Klaren und dabei, das zu ändern. Dazu gehört aber ein klarer Realismus, zu seinen Erwartungen zu stehen (sich nicht einzureden, dass man das beeinflussen könnte) und das, was man gerne hätte, nicht mehr bei einer solchen Person zu suchen, selbst wenn sie das gedankenlos immer wieder anbietet...

    Wie ich schon sagte: Ein oberflächlicher und unverbindlicher Kontakt zu einer solchen Person ist okay - und sie nett schwatzen lassen - das wird aber mit der Zeit dann sowieso eher langweilig und unwichtig.

    Klinge ich immer noch hart?

    Keine Sorge - es kommt zwar immer noch mal hoch, aber viel seltener...
    Geändert von Elwyn (07.03.2011 um 08:37 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Er hat mir, nach einer langen Zeit, in der mein Leben so dahingeplätschert ist, wieder gezeigt, was auch noch möglich wäre und was ich mir eigentlich wünsche.
    Mittlerweile sollte dir und uns klar sein, dass manche Menschen auch nur mit Wasser kochen. Wenn ich das objektiv betrachte, "plätschert" sein Leben genauso vor sich hin wie deins oder meins - ich sehe da keinen Unterschied, ausser dem, dass er sogar noch eine kleine gescheiterte Beziehung hinter sich gebracht hat und darauf bist du sicher nicht neidisch.

    Wie er sich darstellt, wie er auf dich wirkt, entspricht gar nicht dem, was er im Grunde tatsächlich lebt. Ich glaube nach all deinen Schilderungen nicht einen Moment lang, dass sein Leben interessanter ist als deins. Er mag mehr innere Fröhlichkeit (oder äussere?) ausstrahlen, in Teilen spontaner sein, aber auch das dementierst du ja deutlich. Also nehme ich an, dass du genauso spontan und fröhlich locker bist wie er - mit deinen anderen echten Freunden.

    Was er dir zugegebenermassen gegeben hat, war ein Stück Bestätigung, Motivation, Lebendigkeit, zumindest am Anfang. Das ist natürllich etwas, was einen eine Zeitlang sehr aufbaut, was jeder gerne hat. Diese Bestätigung hast du ihm aber auch gegeben und er wird niemand sein, der das NICHT braucht. Ich sag dir jetzt auf den Kopf hin zu, dass du mehr als diese Art Bestätigung brauchst und genau an dieser Stelle geht dein Gedankenkarussell an - in deinem Kopf findet dieses Mehr immer noch mit ihm statt, aber leider kann er das genauso wenig wie dein Ex.

    Das Problem daran ist, dass du das auf dich beziehst und dich dadurch verletzt fühlst - dabei ist sonnenklar, dass er auch zu anderen genauso ist wie zu dir. Er ist einfach so! Da mag er ansonsten supernett und charmant sein - in diesem wichtigen Punkt ist er schlichtweg nicht greifbar:

    Er tendiert dazu, sich durch nett gemeinte Aussagen wie "wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, gehen wir mal ein Bier trinken?" unter Druck gesetzt zu fühlen. Übrigens nicht nur bei mir, ich weiss, dass es ihm auch schon mit männlichen Freunden "zu eng" wurde. Das macht den Umgang mit ihm natürlich nicht gerade einfach...

    In seiner Art zu leben kommt dieses "sich entziehen" immer wieder vor. Er hat zwei Wohnsitze und zwei Freundeskreise, und er allein entscheidet, wann er sich wo aufhält. Und dies meist sehr kurzfristig. Durch sein gewinnendes Wesen hat er viele Freunde, sein Freundeskreis besteht aber zumeist aus Familien und Paaren. D.h., diese Menschen freuen sich zwar, wenn er sich ihnen anschliesst, sind aber nicht allein, wenn er nicht da ist. Sie können also seine Unverbindlichkeit viel lockerer nehmen als ich als Single-Frau.
    Lies nochmal deine sehr treffende Analyse!

    Hm, wenn ich so lese, was ich hier hinschreibe - kein Wunder, dass ich am Rad drehe mit diesem Menschen. Und dennoch hat er etwas, was mich fasziniert. Und auch er scheint irgend etwas an mir zu finden, denn so ganz links liegen lässt er mich nicht.
    Es ist wirklich kein Wunder, wenn man mit so jemandem am Rad dreht - aber das ist nicht dein Unvermögen! Sobald du verstehen wirst, dass du ihn nicht änderst und dich nicht total anpassen wirst, ist die Sache wirklich gelaufen, glaubs mir!

    Was noch fehlt, ist ein Quentchen mehr andere Bestätigung, woraus auch immer du das ziehen könntest. Dann wäre der Kumpel in Null-Komma-Nix genau das, was er ist - ein netter Kumpel zum mal Nett-Plaudern und Sich-Nett-Austauschen, in dem Wissen, dass du nicht auf ihn angewiesen bist. Dann würdest du sogar "darüber stehen", ich bin mir absolut sicher!

    Dass er dich nicht so ganz links liegen lässt, ist, da er generell charmant und freundlich ist, dabei aber selbstgewählte Distanz wahrt, was die Sache für ihn beträchtlich erleichtert (s. Analyse von Sportsfrau und mir o.), ist völlig normal! Wozu sollte er sich Kontakte verbauen? Sei ihm dankbar dafür, denn das ist das Beste für eure gemeinsame Jobsituation! Ein Totalverweigerer wäre in deiner Situation die Hölle.

    Aber diese Tatsache allein (selbst wenn er dich wirklich mag) reicht nicht für eine wirkliche Nähe und einen echten und dauerhaften Austausch aus. Und diese Wahrnehmung trügt dich auch nicht!

    Alles Liebe erstmal wieder!
    Geändert von Elwyn (07.03.2011 um 08:25 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Ich glaube gar nicht, dass sich bei ihm viel geändert hat, er war schon immer so wie beschrieben (mit Ausnahme der ersten paar Wochen unseres näheren Kennenlernens). Bloss gehe ich heute anders damit um. Einerseits durch meine Verunsicherung, anderseits aber auch, weil ich mehr und mehr die Nase voll von seiner Unverbindlichkeit habe.
    Kann darin nicht auch etwas unendlich Befreiendes liegen?

    Dass du siehst, dass er sich im Grunde nicht ändert, und egal, was du denkst, machst und wie du auf ihn zugehst, einfach so bleibt wie er ist? Nicht mehr und nicht weniger?

    Du hast doch schon einiges versucht:

    Anfangs warst du locker und hast die Situation gerettet, indem du ohne Federlesens, aber schon damals mit leichten Bauchschmerzen, Termine festgezurrt hast!
    Dann hast du über eure Freundschaft und die gegenseitigen Erwartungen geredet!
    In Folge gewartet, ob er das Problem zwischen euch auch seinerseits erkennt!
    Später hast du dich zurückgezogen und nur noch auf seine spontanen Einfälle reagiert!
    Dann wieder ab und zu Vorstösse hinsichtlich mehr Kontakt ausserhalb des Jobs gemacht!...

    Aber all dies bewirkt immer nur dasselbe: Er ist und bleibt ein Kumpel/Freund, der dich zwar sicherlich mag aber generell mit einem grossem Distanzbedürfnis gesegnet ist!

    Ehrlich - im Grunde ist es doch egal, wie du auf ihn wirkst oder wie du dich verhälst. Und darin liegt meiner Meinung nach die Chance auf eine totale Befreiung deinerseits von all den Gedanken, was noch kommen und wie du noch handeln könntest - gut, Krach oder Problemwälzerei müsste jetzt nicht sein...

    In der letzten Zeit habe ich das so empfunden wie ich dir das empfehle: Es hat doch was, zu wissen, dass man in dieser Sache einfach die Energie runterfährt und sich nicht mehr drum schert, was er noch von dir oder deinen Handlungen denken könnte. Oder auch zu wissen, dass man den Kreislauf schon voraussehen kann und ihn deswegen einfach beendet und gar nix mehr tun oder denken MUSS. Weisst du doch eh schon, wie das immer wieder läuft und lebst schon jetzt viel besser ohne diesen Kreislauf.

    Es muss dir auch gar nichts mehr unangenehm sein - weder deine Emotionen, noch die Verunsicherung, noch die Situation zwischen euch, denn die ist soweit nett und weitgehend unverändert.

    Es gibt Momente, da empfinde ich durch Überlegungen in diese Richtung eine ungeheure Erleichterung, als würde eine Last von mir runtergenommen!
    Geändert von Elwyn (07.03.2011 um 11:47 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    hallo zusammen,

    hier hat sich ja einiges getan.
    als ich alles las (ganz schöner textteppich, aber jetzt kommt meiner, sorry - habe mich warmeschrieben), dachte ich mehrfach: ja, genau.
    es wurden in meinen augen diverse nahezu brillante analysen abgeliefert. die eine stammt von dir selbst, liebe regenwetter. mir ging es genauso wie elwyn, ich dachte: da steht es schwarz auf weiß, was "er für einer ist". klarer konnte man es kaum beschreiben. ich sehe es ganz genauso: er ist "nicht greifbar". da ist jemand, der wahrscheinlich ganz viel angst vor kontrollverlust und erwartungshaltung durch andere hat. der sich nicht den geringsten (vielleicht nur selbst empfundenen) sozialen druck aufbauen lassen will. er treibt das sich-entziehen förmlich auf die spitze, um andere nicht auf die idee kommen zu lassen, er könne sich ihnen gegenüber verbindlicher zeigen. es sticht für mich geradezu ins auge, dass dieses verhalten vollkommen personen- und geschlechtsunabhängig ist!
    du interpretierst es nur anders, weil da in dir noch dieser nachhall ist. ach, mensch...
    am besten wäre es, du könntest dich in dankbarkeit von ihm als partner verabschieden. das wäre sozusagen das beste für alle, und wenn er sich in die selbstgewählte unverbindlichkeit und eremitage zurückzieht, auch jetzt noch - ich nehme mal an, er hat die 40 überschritten? - dann kann ihm niemand helfen, aber dann ist er auch vollkommen ungeeignet für eine frau, die sich eine echte partnerschaft wünscht. dankbarkeit vielleicht dafür, dass er dir - wahrscheinlich, ohne es recht zu merken und zu wollen (läuft seinen unbewussten zielen nach distanz ja zuwider) - gezeigt hat, was deine eigentlichen bedürfnisse sind. ich kann aus eigener erfahrung sagen, dass man sich "solche" meist aussucht, weil man selbst noch ein verstecktes distanzbedürfnis hat, sich sozusagen an "die guten" noch nicht herantraut - aus angst vor verletzung, vor sich-einlassen, weil man unverarbeiteten schmerz mit sich herumträgt, weil man nicht daran glaubt, einen von den wirklich guten abzukriegen, wegen sonstwas, es gibt unzählige gründe.
    dadurch, dass der andere so ist, wie er ist, kann er einem im gegenzug auch nie "gefährlich" werden - das unterbewusstsein sorgt dafür, dass man sich kandidaten aussucht, mit denen es nicht klappt. das ist zumindest meine persönliche erfahrung, und diese lscheint es recht häufig zu geben.

    dazu kommt dann aber leider noch, dass dein gegenüber sich - in meinen augen - seiner taten und seines verhaltens viel weniger bewusst ist als du. ich glaube tatsächlich, der merkt gar nicht wirklich, was er anrichtet, weil er viel zu sehr mit seinen eigenen belangen beschäftigt ist.
    und hier kommt die zweite brillante analyse ins spiel, von elwyn :
    Zitat Zitat von elwyn
    Ich sehe dahinter keine böse Absicht, sondern ein persönliches Unvermögen, für die eigenen Handlungen und Aussagen einzustehen und mangelnde Empathie für andere.
    auch das sehe ich ganz genauso - es ist mit 99%iger wahrscheinlichkeit keine böse absicht. wahrscheinlich haben schon mehrere von euch mal beobachten können, wie eine person dicht macht, wenn sie sich zu sehr "in die enge getrieben" fühlt. das ist eben eine völlig subjektive bewertung einer situation, und nur die person selbst entscheidet, ob sie sich bedroht fühlen will oder nicht. ich habe erleben müssen, wie mein damaliges gegenüber, sonst sensibel und einfühlsam (und dies teilweise noch, wenn andere betroffen waren, die nicht "teil des systems" oder gerade nicht bedrohlich waren), zum klotz wurde. man kann dann regelrecht sehen, wie jemand im kontakt auf notstromaggregat herunterfährt und es plötzlich kalt wegen der aufkommenden distanz wird. man spürt die wand, die hochgefahren wird. ab da dringt man nicht mehr durch, und man kann sich dann aussuchen, ob man - selbstverständlich erfolglos - versuchen möchte, die schacken des gegenübers zu reparieren, die von anderen erzeugt wurden, oder ob man seine energie lieber auf die realistische erfüllung seiner eigenen wünsche konzentriert (wofür man ggf. noch an sich selber arbeiten muss).

    Anders ist es, wenn man von Anfang an eher auf lockerem Bekanntschaftsstatus bleibt, andere gar nicht erst zu enger Freundschaft und Sich-Einlassen ermutigt und Grenzen signalisiert und einhält, ohne andere vor den Kopf zu stossen (...)
    das ist genau der punkt. diese personen, von denen hier die rede ist, sind "anders". sie agieren nicht in böswilliger absicht, dafür aber mit mangelnder empathie. sie können sich nicht ausreichend in andere hineinversetzen, wenn die böse "nähefalle" bei ihnen mal wieder zuschnappt. ich wette, die meisten merken ihren gestörten gummibandtanz noch nicht mal richtig. das ist dann auf nachfrage für sie selbst alles ganz diffus und wird vermutlich gern rasch beiseitegeschoben. ein gesunder mensch hat ein empfinden dafür, was er dem gegenüber anbieten und zumuten kann, wenn sich gerade bekanntschaft oder freundschaft entwickeln. da muss man nicht über das gerüttelt maß an nähe nachdenken, weil sich alles einfach von selbst ergibt und es keine "störfrequenzen" gibt. in meinen augen ist es aber so, dass menschen mit einem gestörten nähe-distanz-gleichgewicht immer wieder diese "störfrequenzen" erleben, und die wirken sich dann auch gleich unmittelbar auf die zwischenmenschlichen kontakte aus. erst wird man von ihnen wieder "aufgewärmt", schließlich hat jeder mensch zumindest temporär den wunsch nach anschluss, aber dann wächst ihnen das alles gleich wieder über den kopf, und sie ziehen sich wieder zurück, ab dem moment wieder nur noch mit ihrer eigenen sorge nach "durchatmen" beschäftigt. ich stelle mir das immer vor wie das berühmte gefäß, das schon voll ist und daher nichts mehr von außen aufnehmen kann. an die anderen, die sie mit diesem verhalten beständig verprellen, denken sie dann wahrscheinlich gar nicht. meiner meinung nach klappt sowas auch nur dann, wenn man sich nie mit sich selbst auseinandersetzt, sondern rasch den anderen die schuld zuschiebt, à la "zu besitzergreifend", um nicht weiter darüber nachdenken und am ende noch sein eigenes verhalten ändern zu müssen.

    Es hat natürlich Gründe, weshalb man (ich) selbst so etwas eine längere Zeit mitmacht. Auch darüber bin ich mir im Klaren und dabei, das zu ändern. Dazu gehört aber (...) das, was man gerne hätte, nicht mehr bei einer solchen Person zu suchen, selbst wenn sie das gedankenlos immer wieder anbietet...
    auch das sehe ich wieder genauso. ja, man trägt selbst mitschuld, weil man aus irgendwelchen gründen noch an diesen personen klebt, mit denen man trotz energieverlustes einfach auf keinen gemeinsamen nenner kommt. und dieses "irgendwelche" muss man ergründen, wenn man in seinem leben je noch mal anderes land betreten will. den anderen mit seinen schacken ändern wir eh nicht, es kann niemals klappen, weil die person sich bis zum heutigen tage nicht selbst ändern wollte. die konstellation kann nur durchbrochen werden, wenn wir uns selbst ändern. ich finde es sehr schön beschrieben von dir, elwyn, wie das ganze zu funktionieren scheint:
    die eine seite sucht immer wieder bei der falschen person, nur, weil diese person einmal etwas in einem geweckt hat, ein potentielles versprechen, was sie aber nie einzuhalten gedachte und auch nie einlösen wird.
    die andere seite macht sich keinen kopf, weder um die eigenen probleme (stichwort "schnellstens wegschieben") noch um die der anderen, die durch das eigene verhalten entstehen (stichwort "wegen überfüllung geschlossen"), und bietet tatsächlich immer wieder gedankenlos ihre versprechen an. aber nie das, was sie damit verspricht.

    regenwetter, also, ich habe den eindruck, dass es eine gute zeit für dich sein könnte, dich um dich selbst zu kümmern und eine art "interne liste" zu machen, was du wir wirklich für dein leben wünschst. dabei darf es keinen "inneren zensor" geben (so wird das gerne beim schreiben genannt), und es hört auch niemand mit. vielleicht ist es manchmal schwer, sich dinge einzugestehen, die man selber lange beiseitegeschoben hatte. vielleicht, weil es einem zu anstrengend erschien, die sache weiter zu verfolgen, oder weil man durch rückschläge entmutigt wurde. in meinen augen ist aber wichtig, sich zu vergewissern, was man wirklich möchte, und nicht von diesem ziel abzurücken. sonst verfolgt man im leben mit voller kraft nur halbgares, und dafür ist es doch wirklich zu kurz.
    außerdem soll man sich doch immer die dinge, die man haben will, möglichst konkret vorstellen, so dass sie im geiste schon fast greifbar sind. nur dann können sie auch wirklichkeit werden, weil das genaue vorstellen wohl schon so ähnlich ist wie das glauben an etwas. mein eindruck ist, dass du alles im leben berets hast und dich damit wohlfühlst, das einzige, was fehlt, ist der passende partner, mit dem du ein ausgeglichenes und schönes leben teilen könntest. ich würde dir vorschlagen, dass du an einem langweiligen und grauen tag, wenn keiner in der nähe ist, der dich stören könnte, einige zutaten hernimmst, die richtig guten, und dir sozusagen im geiste deinen traumpartner backst. streich dabei deine eigenen wunderbaren fähigkeiten heraus, denn dann wird der kuchen besonders gut.
    du willst keinen kuchen, der außen eine krosse braune schöne kruste hat, aber innen labberig ist, wegfließt und keinen halt hat. mit dem rezept darf auch nicht großzügig gehuddelt werden, à la ein bisschen zu viel mehl ist jetzt halt so drin, aber das wird schon: dann wird der kuchen zu trocken und zerfällt. oder er wird steinhart und ist ungenießbar (= alle investierte mühe umsonst).
    schiebe deine wünsche nicht beiseite, sondern den gut gemischten kuchen in den ofen.
    dann muss man eine weile warten, manchmal noch ein bisschen die einstellungen nachjustieren - das war's. aus dem ofen kommt ein klasse kuchen, der einem so richtig schmeckt.

    trau dich doch an die guten heran, nur die sind deine energie wert. ein bisschen muss man auf seine fähigkeiten vertrauen, auch, wenn es vorher schon schief ging. es gibt ja kaum jemanden, der nicht unschöne teile in der eigenen beziehungshistorie vorzeigen kann... ich vermute jetzt einfach mal was neues in den raum, weil ich mehrere wunderbare personen kenne, die ein bisschen blind auf den augen sind, wenn es um sie selbst geht: möglicherweise bist du auch verunsichert, was dich selbst betrifft (?), und du erkennst gar nicht (mehr) deinen wahren wert?
    aus deinen worten spricht für mich einerseits diese unsicherheit, die sich nach meinem eindruck teils auf deine ganze person bezieht (zu unrecht!). auf der anderen seite dagegen lesen wir so besonnene, so "handfeste" sätze, die das leben, finde ich, von der richtigen seite nehmen. dazu kommt deine trotz "dieser geschichte" vorhandene unabhängigkeit (manch eine/r beginnt z. b. ängstlich zu klammern und erdrückt das gegenüber damit vollständig), dass ich ein bild davon gewinne, wie sehr man als partner gut mit dir zusammen leben könnte.

    alles liebe und hübsche grüße zur n8,

    sportsfrau.
    Geändert von sportsfrau74 (07.03.2011 um 17:36 Uhr)
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Elwyn und liebe Sportsfrau

    Herzlichen Dank für eure treffenden Analysen und euer Mitdenken und -fühlen!
    Ich lasse eure Texte nun einfach mal etwas auf mich wirken - es steht viel Wahres da. Viel dazu sagen kann ich momentan nicht. Ausser vielleicht dies: Mein Freund hat, wie alle diese Menschen, eine sehr gewinnende Seite. Es wird für mich deshalb sehr schwierig sein, mich seinem Charme ganz zu entziehen. Vor allem möchte ich um des guten Arbeitsklimas willen keine schlechte Stimmung schaffen und schon gar keine Diskussionen vom Zaun brechen. Und genau dies würde wohl eintreten, wenn ich ihm plötzlich wieder zu sehr die kalte Schulter zeige.
    Mal schauen, wie ich mit der ganzen Situation umgehe. Ich werde berichten.

    Liebe Grüsse
    regenwetter

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von regenwetter Beitrag anzeigen
    Mein Freund hat, wie alle diese Menschen, eine sehr gewinnende Seite. Es wird für mich deshalb sehr schwierig sein, mich seinem Charme ganz zu entziehen.
    klar, irgendwas muss es ja auch geben, was einen dann trotzdem noch hält. vielleicht gibt es ja eine möglichkeit, seinen charme einfach ganz egoistisch aus der ferne zu genießen, ohne wieder auf abruf zu stehen, wenn er - gedankenlos - wieder etwas anzubieten scheint.

    Vor allem möchte ich um des guten Arbeitsklimas willen keine schlechte Stimmung schaffen und schon gar keine Diskussionen vom Zaun brechen. Und genau dies würde wohl eintreten, wenn ich ihm plötzlich wieder zu sehr die kalte Schulter zeige.
    schlechte stimmung muss ja gar nicht sein. man kann ja z. b. unverbindlich nett werden, so unverbindlich, wie er es ist. man ist dann entspannt und nett zum anderen, geht aber keinen schritt mehr auf ihn zu, wenn der nicht irgendetwas ähnliches von sich aus getan hat (denn gesagt wurde ja inzwischen genug).
    gib ihm doch vielleicht ganz supernett, aber unverblümt zu verstehen, dass er sich gerne mit einem konkreten vorschlag für unternehmungen melden kann, wenn wieder so eine lasche ansage kommt wie z. b. "wir könnten ja mal (in drei jahren) ein bier zusammen trinken gehen".
    und ich würde ihm genau eine chance geben, eine konkret gemachte einladung seinerseits auch wahr zu machen. sagt er dann z. b. in letzter sekunde ab (wahrscheinlich überzeugend, aber es besteht ja auch jahrelange exzellenz im ausweichen), kannst du es sehr wahrscheinlich knicken, dass du freizeitmäßig etwas mit ihm unternehmen kannst.
    du möchtest doch verbindlichkeit. von ihm kommt aber die ganze zeit etwas anderes, wobei er sicher genau weiß, dass er es bisher trotzdem noch geschafft hat, dich am köcheln zu halten. vielleicht muss er mal zu konsequentem verhalten gezwungen werden, und andernfalls hilft eben tatsächlich nur, sich zurückzuziehen und sich lieber jemanden zu suchen, der vielleicht sogar ähnlich charmant, aber gerne verbindlicher ist. (so als grobes ziel, umsetzung ist schwieriger, ich weiß).

    liebe grüße,

    sportsfrau.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    schlechte stimmung muss ja gar nicht sein. man kann ja z. b. unverbindlich nett werden, so unverbindlich, wie er es ist. man ist dann entspannt und nett zum anderen, geht aber keinen schritt mehr auf ihn zu, wenn der nicht irgendetwas ähnliches von sich aus getan hat (denn gesagt wurde ja inzwischen genug).
    Find ich genau richtig und angemessen - ohne die "Kalte Schulter" auszupacken.Ich verstehe sowieso nicht, wieso du, Regenwetter, glaubst, dass du irgendwie eine Tendenz zur "Kalten Schulter" hast oder zeigst. Hat er jemals sowas zu verstehen gegeben, dass ihn das kränkt, dass zwischen euch nicht mehr soviel Nähe wie früher ist?

    In dir drin fehlt eher noch die "Egalhaltung" und das Gefühl, deinen Selbstwert nicht mehr von seiner Reaktion abhängig zu machen! Ich verstehe das und kämpfe - wenn überhaupt - immer noch mit dem dumpfen Gefühl irgendeiner komischen imaginären Ablehnung meiner Person. Aber auch das ist zu weit und falsch gedacht, uns (und euch) verbindet trotz Sympathie einfach nicht mehr so viel und...that' s all!

    Vielleicht schaffst du es von dieser Warte aus zu sehen und zu erkennen, dass seine Reaktionen nichts mehr mit dir zu tun haben! Das gibt dir die Befreiung, so zu sein, wie du willst ohne auf seine Reaktion überhaupt noch zu achten! Die Erleichterung wünsche ich dir!

    Geändert von Elwyn (08.03.2011 um 17:45 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    ...und sich lieber jemanden zu suchen, der vielleicht sogar ähnlich charmant, aber gerne verbindlicher ist. (so als grobes ziel, umsetzung ist schwieriger, ich weiß).
    Ich hab aus der Situation gelernt, dass mir oberflächlicher unverbindlicher Charme für eine enge Freundschaft zu wenig ist - das finde ich mittlerweile hohl und nichtssagend!

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