Hallo ihr Lieben.
Ich möchte auch nochmal so etwas wie ein Fazit probieren.
Positiv ist, dass die Freundschaft sozusagen "höflich", also immerhin freundlich auf Eis gelegt wurde, negativ ist, dass das tiefergehende Interesse eindeutig nicht mehr da und damit eine ziemliche oberflächliche Funkstille eingetreten ist.
Nach den ein, zwei positiven Zeichen der letzten zwei Monate ist jetzt eine Situation eingetreten, in der ich wohl keinen Versuch mehr unternehmen werde, nochmals von mir aus weiter Kontakt zu halten, da einfach nicht genug "tiefergehende" Rückmeldung mehr kommt. Die ist zwar echt freundlich, aber irgendwie nicht wirklich interessiert.
Das ganze Hinhalten und Aussitzen, in der Hoffnung, dass noch etwas mehr als Oberflächliches erhalten bleibt, hat mich aber doch sehr viel Kraft gekostet und lässt mich auch ein bisschen generell an Freundschaften zweifeln. Ich hab mehr darin gesehen als letztlich da war und bin auch enttäuscht von oberflächlichem "Freundschafts-Gelaber".
Der folgende Spruch, vor einiger Zeit gefunden, triffts recht genau:
"Oberflächliche freunde denken immer, sie seien so wertvoll, weil sie ja immer für dich da sind - in Wirklichkeit aber bist du der Depp, der rennt, wenn sie dich brauchen!"
Ich versuche, es so realistisch zu nehmen wie es geht und von einem gewissen Gefühl der Leere zu einem Gefühl der "Kraft und Zuversicht" für Neues und mein bisher vertrautes Umfeld mit verlässlicheren Menschen zurückzukommen. Ganz leicht fällt mir das nicht - mich plagt sehr häufig eine Art diffuse Verlustangst, obwohl ich ja gar nicht allein und einsam bin.
Ich bin aber seeeeeeehr vorsichtig geworden und mir fehlt leider noch meine frühere Spontanität und Fröhlichkeit.
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15.02.2011, 16:51
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Geändert von Elwyn (15.02.2011 um 17:05 Uhr)
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15.02.2011, 20:27Inaktiver User
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo zusammen,
ihr seit ja noch fleissig am diskutieren.
Aus meiner Sicht muß ich sagen, ich habe das Gefühlskarussel mittlerweile recht gut im Griff.
Es gibt sicher immer mal wieder Situationen, vor allem wenn wir uns sehen, die mich runterziehen, aber im allgemeinen ist es besser geworden. Ich versuche mich nicht mehr ständig mit dem für und aber und wenn zu beschäftigen, da es einfach zu nichts führt.
Es ist wie es ist und ich habe die Situation so gut es geht akzeptiert.
Für mich ist es derzeit wichtiger generell zu hinterfragen warum ich mich in verschiedenen Situationen so und so verhalte oder was diese Gefühle auslöst.
Der Selbstfindungstripp .... wie weit beinflusst die Konditionierung die Gefühle und Reaktionen? Was sollte man neu bewerten und hinterfragen?
Ich bin sicher noch nicht endgültig durch mit dem Thema "beste Freundin" alias OdB, aber in wieweit habe ich mich in das ganze verrannt, ist es den ganzen Stress wirklich wert?
Ich versuche einige Dinge für mich klarzustellen, Prioritäten zu setzen, offener zu werden und vor allem Mut zu Veränderungen zu haben.
Um es mal auf das Grundthema zurückzuführen ... bei dem monatelanger Eiertanz den ich aufgeführt habe, dieser Entschlussloskeit, dem Unvermögen zur Entscheidung wäre es vermutlich ohnhin nichts geworden. Selbst wenn die Gefühle beidseitig gewesen wären, wäre es vermutlich noch ewig so weitergegangen. Irgendwann wäre dann sowieso jemand gekommen, der Nägel mit Köpfen macht.
Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich, das ist mir jetzt klarer als je zuvor und dazu gehört auch, zu lernen schmerzhafte Begebenheiten zu akzeptieren und zu verarbeiten.
Erinnert mich bitte daran, wenn ich mal wieder ein wenig einknicke
the show must go on ...
Liebe Grüße
Paul
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16.02.2011, 10:50
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Brausepaul, schön, dass du dich auch wieder meldest!


Ja, das ist auch bei mir eher so ein Hinterfragen, warum ich in die Situation geraten bin, was ich daran zukünftig ändern möchte und was ich zukünftig auch vermeiden möchte.
Das ist, finde ich, was Positives und Aktives - nur so fühlt man sich weniger ausgeliefert, sondern tut selbst was für sich, um zukünftig etwas zu verbessern. Eigentlich ist es bei allem Verlust auch eine Chance, Dinge neu zu bewerten.
Erinnert mich bitte daran, wenn ich mal wieder ein wenig einknicke
Das mache ich gerne!
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16.02.2011, 19:06
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo ihr lieben,
tja, so is nun..... wir sind schon ein wenig beim Resümieren angekommen! Schön! Hätte ich letztes Jahr nicht gedacht, dass einmal dieser Moment kommt.
Generell denke ich auch, es wird noch das eine oder andere Aha - oder Oho
Erlebnis kommen - aber wir alle haben -jeder für sich und oder gemeinsam seinen Standpunkt herausgearbeit - oder besser erkannt.
Nach meinem letzten "unerfreulichen" Erlebnis mit meinem "Freund" (Kontaktanbahnung seinerseits und Larifari-Gelaber auf der Party und auch das mit den Sportklamotten Kauf Erlebnis) habe ich mir nochmal ein Herz gefasst und ihm gesagt, dass mich das ganz enorm gestört hat, erstmal wie er mir nachgekommen ist und wie oberflächlich er dann auf mich zugekommen ist.
Nach allem was war - nach wie vor ohne das von mir von seiner Seite gewünschte Statement zu allem was zwischen uns war - einfach zum Smalltalk überzugehen und mich wieder anzugraben....(denn das war jedes Mal so!)
Ich hab ihm auch gesagt, dass ich nach wie vor noch Gefühle für ihn habe, die aber durch die vielen negativen Erlebnisse mit ihm ziemlich getrübt sind und auch nicht wieder gutzumachen sind.
Und ich habe ihn gebeten aufzuhören mich ständig anzumachen und anzuglotzen, wenn wir uns sehen. Das das nicht zielführend ist, denn schließlich ist ja er derjenige gewesen, der nichts mehr mit mir zu tun haben wollte und sich in jemand anderen verliebt hat.
Vielleicht werde ich irgendwann alles vergessen - denn ich will auch nicht mehr en detail darüber reden oder mir Gedanken machen, denn vorbei ist vorbei.
Ich hab ihm auch gesagt, dass ich keinen Streit mit ihm will und gerne versuche mit ihm eine "normale" Basis herzustellen - aber einfach nicht genau weiß, ob das überhaupt Sinn macht zwischen ihm und mir.
Ich hab ihm auch gesagt, dass es jemand anderen in meinem Leben gibt und wir uns jetzt einfach mal eine Zeit bewusst aus dem Weg gehen sollten.
Von seiner Seite kam: NICHTS - und das kann ich getrost RIESENGROSS schreiben!!!! Nichts - als ob er einfach auf Nullinie läuft - also seine Hirnstrommessung hätte in dem Moment wohl Hirntod angezeigt!
Ich resümiere: Freundschaf mit ihm ist ein absolutes Hirngespinnst meinerseits- wie sollte ich freundschaftlich mit jemandem umgehen, der noch nichtmal auch nur ein Wort zu besagter "Problematik" verlauten lassen kann????!!!
Tja - so ihr lieben.
Triniy: gut so! Ich melde mich nochmal - dieses Verhaltensmuster ist bei "Beziehungsgestörten" immer ähnlich - sorry - wenn ich jemanden verletzte - aber es ist so. Diese Menschen sind eigentlich sehr durchschaubar und nutzen die GUtmütigkeit und Großherzigkeit anderer nur aus.
Wenn Du schlau bist, halt Dich von ihm fern. Es gibt einen Grund, warum Du nicht mit ihm zusammengekommen bist, sondern mit deinem Freund! Dein Unterbewusstsein hatte vllcht schon vor Dir entschieden
Ich muß leider wieder weg - vllcht später nochmal Zeit.
Viele Grüße
June
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17.02.2011, 12:13
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Dabei musste ich dann doch lachen - das ist zwar ein bisschen fies, aber lustig ausgedrückt - merk ich mir.
Ich glaube, deine klare Ansprache hat ihn "mattgesetzt".
Sehr mutig, diese deutliche Ansprache, liebe Junebug. Vermutlich hat er nicht erwartet, dass sich bei dir soviel angestaut hat, aber das zeigt auch, dass er die letzten Monate dachte, alles ist so - wie es für ihn ist - einfach in Butter - und gut ist. Der hat die Anzeichen von dir und dein Unbehagen wohl kaum bemerkt - das ist oberflächlich, mehr nicht. Ich verstehe, dass ihn das jetzt womöglich schockt, aber für dich ist es nun einfach auch klarer und dein Handeln ist selbstbewusst.
Das war dir unterbewusst sicher auch klar, denn die Ansprache war ja deutlich und direkt. Vermutlich hatte es auch keinen Sinn mehr, um den heissen Brei zu reden oder noch etwas auszusitzen - wie bei mir .Ich resümiere: Freundschaf mit ihm ist ein absolutes Hirngespinnst meinerseits- wie sollte ich freundschaftlich mit jemandem umgehen, der noch nichtmal auch nur ein Wort zu besagter "Problematik" verlauten lassen kann????!!!
Deins glaub auch!Dein Unterbewusstsein hatte vllcht schon vor Dir entschieden

Geändert von Elwyn (17.02.2011 um 12:16 Uhr)
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18.02.2011, 10:22
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe Alvorada
Das erlebe ich nicht so extrem wie du. Solche Erwartungen werden jedenfalls von niemandem an mich herangetragen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass mir nicht so wichtig ist, was "die anderen" denken und tun - so wurde ich schon als Kind geprägt. Von meinem Umfeld fühle ich mich auch als Einzelperson akzeptiert.
Und immer, wenn ich am Samstag die ganzen Paare beim Wochenendeinkauf sehe, bin ich froh darüber, dass das nicht mehr zu meinem Leben gehört.
Auch hier unterscheiden sich unsere Erfahrungen. Ich habe sehr viele selbständige, unternehmungslustige, starke allein lebende Frauenfiguren erlebt und erlebe sie noch. Meine Grossmutter mütterlicherseits, meine Mutter, Frauen aus meinem beruflichen Umfeld, Freundinnen. Diese Frauen haben zwar alle keinen Partner, aber ein weitverzweigtes soziales Netz, das sie regelmässig pflegen. Natürlich sind darunter viele ebenfalls allein lebende Frauen - davon gibt es sowieso mit zunehmendem Alter mehr als Männer. Ich kann mir gut vorstellen, dass das in Zukunft auch mein Weg sein wird.
Im Moment ist das Alleinleben für mich der richtige Weg. Ich habe nicht das Bedürfnis, mir aktiv einen Partner zu suchen (also z.B. in einer Singlebörse). Ich plane meine Zukunft nun, ohne darauf zu warten, dass da irgendwann wieder ein Partner auftaucht. Das war bei mir nicht immer der Fall, in den ersten Jahren nach meiner Trennung bin ich bewusst in meinem alten Umfeld geblieben, weil ich davon ausging, bald wieder jemanden kennenzulernen und mich erst dann neu orientieren wollte. Nun plane ich für mich allein.
Ich schliesse überhaupt nicht aus, dass sich diese Haltung bei mir einmal ändert. Aber ich glaube nicht, dass man Dinge wie Partnerschaften planen kann. Und: Momentan hänge ich trotz allem noch zu sehr meinem Kollegen nach. Mit ihm hätte ich mir eine Partnerschaft vorstellen können, weil er so ist, wie er ist. Weil ich ihn und seine Lebensgewohnheiten und Interessen kenne und ich weiss, dass sie den meinen sehr nahe kommen. Aber wenn ich mir einfach "irgendeinen Mann" an meiner Seite vorstelle, gruselt es mich eher, siehe "Pärchen-Einkauf am Samstag". Da ist mir die Vorstellung, selber über meinen Alltag bestimmen zu können, doch wesentlich lieber!
Liebe Grüsse
regenwetter
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18.02.2011, 10:44
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo auch an Paul, Elwyn und June

Schön, zwischendurch mal wieder von euch zu lesen!
Für mich ist es noch etwas zu früh, Bilanz zu ziehen. Als Zwischenbilanz kann ich sicher festhalten, dass mir die Geschehnisse den Anstoss gegeben haben, mich in verschiedenen Lebensbereichen neu zu orientieren. Was Job oder Wohnsituation betrifft, habe ich einiges an Klarheit gewonnen und konkrete Schritte unternommen.
Mit meinem Freund hingegen bin ich sicher noch nicht endgültig durch. Dazu ist er in meinem Alltag zu sehr immer wieder präsent und dann doch auch wieder zu wenig präsent wie in den vergangenen Wochen. Ich kann nicht vollständig mit dem Thema abschliessen, denn er taucht immer wieder auf. Aber momentan ist es so, dass er, kaum haben wir uns wieder etwas angenähert, durch äussere Umstände (Urlaub, Krankheit) temporär aus meinem Leben verschwindet, und danach beginnt der ganze Annäherungsprozess für mich wieder bei Null. Ich weiss nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt, klingt vielleicht etwas wirr.
Aber ich habe mich, auch auf euren Rat hin, entschlossen, vorerst nicht mehr "über uns" zu reden, sondern die Dinge einfach mal laufen zu lassen und zu schauen, was sich entwickelt. Im Prinzip hat sich das gut angelassen, mit ab und zu einem gemeinsamen Mittagessen und auch Ideen, mal wieder was in der Freizeit gemeinsam zu unternehmen. Aber momentan stockt die Sache, weil er nie da ist. Da kann man schlecht gemeinsam Mittagessen und weitere Unternehmungen planen. Und ihn einfach mal anzurufen getraue ich mich nicht, weil ich noch zu wenig abschätzen kann, wie das bei ihm ankommt. Abgesehen davon kann er eh nichts mit mir unternehmen, wenn er mit Grippe im Bett liegt.
Für mich bedeutet das: Geduld haben (das fällt mir schwer!), die Nerven nicht verlieren und mich auf andere Dinge konzentrieren (das hingegen fällt mir leicht). Es wäre schlecht, wenn ich jetzt in Panik ausbrechen würde und mal wieder grundsätzlich in Frage stellen würde, dass ihm etwas an mir liegt.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenede!
regenwetter
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18.02.2011, 11:16
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Partnerschaften muss man ja auch nicht über den Klee idealisieren. Nach dem anfänglichen Gefühl der "Verliebtheit" stellt sich ja immer eine gewisse Routine ein, man erlebt das Alltagsleben auch mal unspektakulär und muss in jeder Partnerschaft darauf achten, auch weiterhin seine persönlichen Interessen und Beziehungen, seinen Job usw. zu pflegen. Dazu gehört immer eine Balance aus Distanz und Nähe - und natürlich jemand, der zu einem passt, nicht Irgendwer.
Das sehe ich in meinem Umfeld auch vielfach so. Von Alleinleben bis zu Familie mit fünf Kindern gibts die verschiedensten Formen von Lebensmodellen mit Vor- und Nachteilen, ich würde das gar nicht so stark polarisieren. Eine Bekannte von mir hat sich beispielsweise nicht mehr auf eine Ehe und auch nicht mehr auf das Zusammenwohnen eingelassen, trotz erfolgreicher Partnersuche mit fast 50.Auch hier unterscheiden sich unsere Erfahrungen. Ich habe sehr viele selbständige, unternehmungslustige, starke allein lebende Frauenfiguren erlebt und erlebe sie noch. Meine Grossmutter mütterlicherseits, meine Mutter, Frauen aus meinem beruflichen Umfeld, Freundinnen. Diese Frauen haben zwar alle keinen Partner, aber ein weitverzweigtes soziales Netz, das sie regelmässig pflegen.
Eine andere Bekannte, nun schon über 60, hatte verschiedene Beziehungen, jeweils einige Jahre und war zwischendurch immer mal alleine, ist sehr gebildet, finanziell total unabhängig und reist extrem viel. Sie bleibt aber offen für Begegnungen und ist vor kurzem erst wieder eine Partnerschaft eingegangen.
Damit will ich sagen, dass eine "Partnerschaft" einen nicht davon enthebt, egal, ob mit oder ohne, seine persönlichen Interessen und andere Lebensbereiche zu pflegen. Und es gibt auch nicht den "idealen" Partner, der alles - Bumm! - erfüllt.
Bei manchen Bekannten in meinem Umfeld - nicht dir/euch - erlebe ich aber folgendes: unterschwellige Angst vor einer neuen Partnerschaft aufgrund von Enttäuschungen; Idealisierung eines unerreichbaren Traummannes, der vermeintlich nicht durch einen anderen "ersetzbar" ist; die Immer-gleichen-Muster, beispielsweise Suche nach der "Verliebtheit", dem absoluten "Schmetterlings-Feeling", also einem Ideal, das auf Dauer wohl kaum eine Partnerschaft erfüllt. Die möchten zwar nicht alleine sein, aber auch keine stinknormale Partnerschaft mit Höhen UND Tiefen. Das sind dann schon eher mal diejenigen, die - wie Alvorada schreibt - irgendwann zu einer gewissen Verbitterung in diesem Punkt neigen.
Ich finde es schade, wenn man sich durch so etwas blockiert - dass man dennoch nicht planen kann, ist klar. Aber offen sein, überlegen was man will...wenn sich mal etwas nicht auf den ersten, aber vielleicht auf den zweiten Blick ergibt.
Geändert von Elwyn (18.02.2011 um 11:23 Uhr)
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21.02.2011, 11:33
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
hallo alle.
ich war länger weg. u. a. bin ich einen vollen monat verreist gewesen, ohne internet (urlaub, aber darüber will ich nicht schreiben), und jetzt lese ich mich mühsam wieder hier ein. bitte verzeiht, dass ich nicht jede der fehlenden ca. 14 seiten gelesen habe, aber ich denke, ich habe mir ein ganz gutes update verschafft.
zunächst fällt mir mit dem abstand, den ich habe, auf, dass ihr alle schon deutliche schritte weitergekommen seid. das freut mich total zu lesen, denn die zustände, die hier beschrieben wurden und werden, kenne ich teilweise natürlich selbst, nur liegen sie bei mir länger zurück und sind nicht mehr akut.
in meinem kopf sind endlos viele gedanken, ich versuche mal, sie zu sortieren.
ich habe den eindruck, dass jede/r einzelne von euch in der zwischenzeit viel zeit zum nachdenken und nachfühlen hatte und dass sich das in persönlichen weiterentwicklungen niedergeschlagen hat. ihr seid alle so tapfer, denn jede/r kämpft mit den eigenen dämonen, aber ihr kommt alle weiter und lasst euch nicht entmutigen. und ihr seid alle durch den winter gekommen!
regenwetter, du liest dich viel ruhiger als vorher. es ist schön, dass du mit deinem leben grundsätzlich zufrieden bist, ich kann es richtig aus deinen zeilen herausspüren.
das wird dir sicher halt geben auf deinem weiteren weg. ich lese in deinen posts immer noch erwartungshaltung gegenüber deinem kollegen heraus, weil er eben mit seinem wesen und seiner freizeitbeschäftigung sowie seinen hobbies, wie du schreibst, aus deiner sicht doch ziemlich gut als partner zu dir passen würde. das müssen aber beide seiten so sehen, und das weißt du natürlich auch. ich habe das gefühl, dass eine komponente an ihm das partnerschaftliche interesse bei dir weckt - aber vielleicht auch aus der ferne, weil du spürst, dass es mit genau diesem herrn irgendwie nicht geht, du aber auf diese weise an ihm schon mal ein bisschen für den späteren ernstfall mit einem anderen heute noch unbekannten menschen "üben" kannst? ist mir gerade so eingefallen... eine andere komponente ist vielleicht einfach der generelle halt, den du dir von ihm erhoffst. daher stresst dich auch eine woche kontaktfreiheit (was bei freundschaften aus meiner sicht wirklich nicht viel ist. du kennst es ja von deinen freundinnen ja ebenfalls anders). ich denke, es hat mit dem von dir erwähnten fehlenden urvertrauen und der angst vor verlust zu tun. wäre es nicht eine wunderbare aufgabe für das neue jahr, dich etwas mehr von dieser verlustangst zu trennen?
womöglich werden dann zwischenmenschliche kontakte ganz anders, denn ich bin überzeugt davon, dass das gegenüber, wenn es halbwegs sensibel ist, auf irgendeiner ebene genau mitkriegt, was in uns vorgeht. und verlustangst ist im allgemeinen nichts, was das interesse des grundsätzlich zugewandten gegenübers weckt - eher furcht vor zu viel verantwortung und erwartung.
elwyn, auch bei dir lese zumindest ich heraus, dass es nicht wirklich um deinen "kumpel" geht. das ist nur vordergründig, er ist nach meinem gefühl nur ein symbol oder repräsentant für etwas, das dir fehlt (das er aber nicht selbst ist, möglicherweise ist gleichsetzung der irrtum). ich hatte dir gegenüber sowas im letzten jahr schon mal als vermutung geäußert. du bist in einer funktionsfähigen partnerschaft, und alles, was du über partnerschaft (und deren potentielle anbahnung) schreibst, deutet für mich auf einen integeren, faiern und unzweideutigen umgang mit deinem partner hin. ich habe, ehrlich gesagt, eher den eindruck, dass dir eine art "sinn des lebens" fehlt. deine beziehung, dein job und deine hobbies sind etwas, was dir sicherheit gibt, was dir auch spaß macht, aber vielleicht fehlt dir einfach etwas, bei dem du richtig aufgehen, für das du "brennen" kannst (?). möglicherweise führt die abstinenz eines solchen zieles oder einer solchen tätigkeit auch zu der lethargie, die du beschreibst. im buch "der weg zum wesentlichen" (covey, merryll), das ein zeitmanagement der vierten dimension propagiert, um letztlich mehr zeit zu bekommen, mit der man dann seinen sinn im leben und zeit für die wirklich wichtigen dinge im eigenen leben finden soll (also ein übergreifendes konzept), steht, dass der mensch in vier verschiedenen dimensionen bedürfnisse hat. eine dimension ist die spirituelle, hierzu gehört auch "die aufgabe im leben". wir alle möchten etwas sinnvolles tun und das gefühl haben, für irgendetwas gebraucht zu werden und uns für etwas gutes voll mit unseren stärken einbringen zu können.
ich selbst habe mich auch schon mit diesen gedanken beschäftigt. momentan bin ich tatsächlich - und ich hätte es nie für möglich gehalten, wie einfach es mit dem richtigen menschen sein kann - konkret mit dem thema familiengründung beschäftigt. ich kenne jedoch menschen aus familie und freundeskreis, die dieses ziel ebenfalls haben, bisher aber keinen "erfolg" hatten. ich fragte und frage mich manchmal schon im hintergrund, was würde ich tun, wenn dieses ziel "eigene familie, eigene kinder mit einem partner", nicht funktionieren würde? man weiß ja nie, was sein wird. es ist eine große aufgabe, die einen sicher eine weile auch ausfüllen wird. daneben darf man natürlich die eigene beziehungsarbeit und eigene ziele nicht vernachlässigen. aber was, wenn dieser sinnstifter ausfiele? dann muss man sich eine andere große aufgabe im leben suchen. für mich wäre es sicher etwas karitatives, etwas, wobei man für andere, die aus irgendwelchen gründen nicht hochkommen, die ärmel aufkrempelt. und ich hätte noch die baustelle, noch immer nicht den job gefunden zu haben, den ich als "beruf" bezeichnen kann, denn darin steckt das wort "berufung", also wie geschaffen für sie aufgabe zu sein und in ihr (zumindest in weiten teilen) aufzugehen. da sind einige von euch schon viel weiter als ich (z. b. alvorada, regenwetter, ...).
und bei "aufgabe" bin ich auch schon bei brausepaul. ich kann mir, wie schon erwähnt, auch nicht recht vorstellen, dass du beim engagement in einer freikirche aufgehen könntest (ohne dich zu kennen, nur deine zeilen in diesem thread), aber warum eigentlich nicht? ist nicht vielleicht eine radikale kehrtwende im vergleich zu den ausgetrampelten pfaden, die du in den letzten x jahren beschritten hast, genau das richtige für dich? als eine art "boot"? radikaler stopp aus der bewegung heraus, und alles noch mal neu starten und frisch neue wege auskundschaften? je verrückter und zunächst scheinbar abwegiger, umso besser vielleicht? oder wie wäre es z. b., in einer mehr physiologisch orientierten aktion sich zu einem fallschirmsprung anzumelden? (würde ich persönlich wahrscheinlich nie tun, zu viel schiss, da würde selbst draufzahlen des anbieters wohl nichts helfen) dann könnte vielleicht ein langgezogener angstschrei verstockungen schon mal "anlösen", das wäre dann emotion pur, und angeblich werden dabei ja auch serotonine freigesetzt - wahrscheinlich, weil sich alle freuen, es überstanden zu haben.
wie wäre für dich die vorstellung, eine frau und kinder zu haben? (nicht für das forum gedacht, sondern nur für dich selbst, einfach mal aufs bett legen und sich das ausmalen - tut sich da was? wäre das eine option? wäre es die option, die sich bisher nicht gefunden hat und die du insgeheim auch fürchtest, weil sie dir ggf. schwierig zu verwirklichen scheint?) oder, ich habe sowas auch schon freunde gefragt, die sich mit "beziehung" schwer taten: sind es vielleicht gar nicht frauen, die dich interessieren, du traust dich aber aus gesellschaftlichen oder sonstwelchen gründen nicht, authentisch zu sein? oder ist dir menschlicher kontakt z. b. generell zu wenig ergiebig? (da fällt mir z. b. ein, dass ich sogar "normale" menschen kenne, die also einen durchschnittslebenslauf inklusive familie haben und die trotzdem schon einmal eine woche in einem kloster waren, einfach als erfahrung, oder die religiöse insignien am schlüsselbund tragen, obwohl sie sonst nach außen restlos "weltlich" erscheinen.)
ich selbst habe z. b. den wunsch, spirituell mehr entwicklung zu machen. ein ehemaliger kollege, den ich im letzten jahr zum mittagessen traf, erzählte mir beispielsweise, dass er einmal ein mehrtägiges kommunikationsseminar besucht habe. zuvor sei er immer ein 1/0-typ gewesen, der die welt streng logisch aufgebaut hat. er meinte lächelnd, dass dinge, die er nicht erfahren hatte, für ihn nicht existent waren. spirituelle größen dagegen betonen immer wieder, dass alles nicht mehr funktioniert, sobald man dem verstand allein das ruder überlässt. auch meditation funktioniert der literatur nach am besten, wenn der verstand ausgeschaltet ist. der verstand "dengelt" die welt draußen zurecht und "quatscht immer dazwischen" (auch viel falsches).
in diesem kommunikationsseminar, das der kollege beschrieb, wurden die teilnehmer quasi "aufgeweicht". nach mehreren tagen waren ihre sinne derart geschärft und sie waren so aufnahmefähig, was die "schwingungen von anderen" betraf, dass sie in der lage waren, einander befehle zum gehen oder stehen zu geben, ohne einander zu sehen und ohne ein wort zu sprechen. das habe mit allen teilnehmern funktioniert. der kollege war im hotel fix und fertig, sagte er, weil in diesen tagen sozusagen sein bisheriges weltbild zerstört wurde. aber er hat sich für die neuen erfahrungen geöffnet. und ich fand seine geschichte hochspannend. ich finde, man kann diesen neuen dimensionen ruhig eine chance geben. wenn man etwas ausprobiert hat, es einem aber nicht zusagt, darf man, finde ich, ruhigen gewissens sagen "möchte ich nicht". aber nicht voreilig. manche themen "sprechen" auch zu einem. in mir brachte die erzählung etwas zum klingen, und deswegen werde ich diesen dingen nachgehen. paul, ich denke, dass du dir selbst in den letzten jahren nicht mehr (richtig) zugehört hast. ich finde die idee von alvorada prima, in die abgeschiedenheit zu gehen, wo du mit dir selbst allein bist. entweder führt das ganze zu einer tieferen entspannung, oder du hörst plötzlich vielleicht wieder ein leises stimmchen in dir rufen, das anfängt, dir zu erzählen, wofür es sich zu leben lohnt. und wenn nicht, kommt aber durch einige tage der einkehr mit sicherheit die ruhe auf, die du brauchst, um überhaupt in der lage zu sein, um über etwas so großes wie lohnenswerte ziele in deinem leben bewusst nachzuforschen.
es klingt jedenfalls unheimlich spannend, und ich glaube, dass du bald an der schwelle zu einem inneren wendepunkt sein könntest.
june, ich finde, du kannst absolut stolz auf dich sein! nach meinem gefühl bist du zu ungnädig mit dir selbst und siehst gar nicht, welche kraft du hast und was du alles schaffst.
manchmal habe ich das gefühl, dass du nur siehst, was du noch nicht geschafft hast, und das zieht dann natürlich eher herunter.
mit deinem "unfreundlichen freund" bist du endlich genau richtig verfahren, du hast sehr große stärke gezeigt (dass man sich nach einem solchen auftritt schwach fühlt, ist doch nur zu verständlich.) du bist aus deinem alten muster ausgebrochen und hast dir den weg durch gestrüpp gebahnt, um einen neuen weg zu gehen, der eben nicht ausgelatscht ist wie der alte. auf dem alten latscht es sich sehr bequem und ohne widerstände, aber der führt dafür immer nur im kreis herum. deine klare ansage, dass dieser "beste freund" (mir sträubt sich die feder, da überhaupt "freund" hinzuschreiben. wie sehr er die menschen benutzt und austauscht, siehst du ja daran, dass er einfach nur "jemanden" zum reden / zum bewundert werden / zum ... / ... haben will. bist du nicht da, führt er das, von dem du dachtest, dass es euch verbindet, einfach mit einer anderen kollegin fort) nicht mehr wie bisher über dich verfügen kann, so wie es ihm gerade passt, ungeachtet deiner eigenen bedürfnisse und zustände, ist das, was dieser mensch braucht, und was auch du für deinen selbstschutz brauchst. du hast dich ganz klar positioniert, ohne zweideutigkeiten, ohne wenn und aber. er spürt jetzt also, dass da noch die anziehung da ist, das sicher, dass du aber für dich eine eigenständige und mündige entscheidung getroffen hast, die diese anziehung außer acht lässt und sich ihr nicht beugt, was du ihn auch konsequent spüren lässt. indem du seine spielchen, die er nach wie vor mit dir spielt, versanden lässt. indem du die knöpfe, die er siegesgewiss immer noch drückt, mit viel überwindung außer kraft gesetzt hast. indem du ihn sich nicht mehr herauswinden lässt, sondern ihm klar zwei zustände anbietest: der eine beziehung mit allem drum und dran, keinen leeren versprechungen, sondern genau der empathie und dem verantwortungsgefühl dir gegenüber, das elwyn so schön gezeichnet hat, oder als jemand, der gefälligst die finger von dir lässt und dich nicht mehr nur als eigenen ego-kick missbraucht. du bist, was diesen kontakt betrifft, mit viel schmerzen "erwachsen" geworden, während er noch versucht, wie ein spielkind herumzumachen. kinder merken auch erst ab einem gewissen alter, wenn sie anderen ernstlich wehtun. sie können sich auch erst ab einer gewissen altersspanne in andere hineinversetzen. ich habe ja noch nicht mal kinder, einige von euch wissen das viel besser als ich, nämlich aus der erfahrung mit den eigenen kindern heraus.
du hast jedenfalls die stärke, die es braucht, um über diese trübe tasse hinwegzukommen und dein leben mit ehrlichen und wirklich tollen menschen zu füllen. dafür musst du ihn "entrümpeln", damit die anderen dich erreichen können. das meine ich nicht mal nur partnerschaftlich, das aber auch, sondern auch "echt" freundschaftlich.
für das neue jahr wünsche ich dir, dass du auf dem selbst schon eingeschlagenen weg bleibst, auch wenn es immer wieder wehtut und noch eine ganze weile lang blasen geben wird, weil neue wege immer beschwerlich sind. aber der weg wird dich in eine wunderschöne landschaft führen, in der du noch nie zuvor warst. diese landschaft hat dich sicher schon gerufen, sonst wärest du nicht bereits deiner inneren stimme folgend aufgebrochen. du darfst ja auch immer wieder pause machen auf dem neuen weg, um kraft zu tanken. dann eines tages hast du ausgeprägte laufmuskeln, und dann kannst du ohne größere mühe alle tollen landschaften finden.
triniy/triny/trinity (wie eigentlich?
), ich glaube genau wie du selbst, dass der mensch, der dich momentan in verwirrung versetzt, ähnlich schlecht für dich und deine bedürfnisse ist wie der von june für june selbst.
ich kann aus eigener erfahrung (mehrfach) sagen, dass es in einer gesunden beziehung(sanbahnung) anders verläuft als das, was du beschreibst. der sogenannte "kumpel" startet einen testballon nach dem anderen, aber bevor er zur rechenschaft gezogen werden kann, um seinen andeutungen auch mal taten folgen zu lassen, taucht er mit schöner regelmäßigkeit immer wieder schnell unter und entzieht sich damit einer auseinandersetzung mit dir und der kontrolle durch dich. er lässt dich im regen stehen, lässt dich zappeln - immer, nachdem er dich direkt vorher "angefixt" hat! der drückt doch auch immer wieder knöpfe, um zu prüfen bzw. begeistert festzustellen, dass sie noch funktionieren. so kann er sich nach belieben von dir feiern lassen, denn er wird ja genau merken, dass er dich immer wieder in verwirrung stürzen kann, obwohl du dich schon von ihm distanziert hattest. so hat er dich an seiner leine, er alleine diktiert, was vor sich geht. um deine bedürfnisse geht es ihm offenkundig nicht, denn auf dich nimmt er dabei ja keine rücksicht.
ich finde die mutmaßung von elwyn sehr einleuchtend, dass du möglicherweise in der misslichen lage steckst, dass keiner der beiden männer in deiner nähe wirklich für eine partnerschaft mit dir geeignet ist. dein jetziger partner mag zwar objektiv ein guter mensch sein, du warst sicher auch in ihn verliebt, als alles losging, aber manches kann man nicht konservieren, es entgleitet einem, und ich muss den eindruck anderer bestätigen: er zieht im vergleich gefühlt den kürzeren. meiner vermutung nach bist du aber deswegen verwirrt, weil der kumpel dich zwar in eine solche unsicherheit stürzen kann, du aber unterschwellig trotzdem genau spürst, dass er, genau weil er ein "spieler" ist (schöne eigene wahrnehmung), für eine beziehung nicht taugt.
mein tipp: den kumpel könntest du für eine wilde affäre haben, oder für endlose und ziellose nähe- und distanz-spielchen (für sowas habe ich künftig in meinem leben auch keine zeit mehr, elwyn hat mit dieser schönen formulierung ins schwarze getroffen, wie ich finde
). für eine beziehung aber nicht. und du musst dir ernsthaft überlegen, wie der kumpel so interessant werden konnte. ist deine partnerschaft eventuell in wirklichkeit ziemlich eingeschlafen, und du hast im grunde momentan noch angst, die damit verbundene sicherheit aufzugeben und wieder mehr auf dich allein gestellt zu leben? seit wann fehlt dir ggf. in deiner jetzigen partnerschaft "das leben" (so nenne ich es mal)? diese fragen sind für dich selbst gedacht, nicht zum auswalzen in diesem thread. manchmal helfen einem fragen von außen, weil man sie sich, im eigenen saft kochend, noch nie gestellt hat.
alles liebe für euch tapfere!

p.s.: ich hoffe, diese (sich bedrohlich aufgetürmt habende) textlawine hat bei ihrem abgang niemanden unter sich begraben...Geändert von sportsfrau74 (21.02.2011 um 11:51 Uhr) Grund: p.s. ergänzt & dämliche tippfehler entsorgt
Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.
Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer
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22.02.2011, 21:23
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo sportsfrau
Willkommen zurück! Deine "Textlawine" hat mich echt geplättet.
Nein, im Ernst, ich finde es toll, dass du dir so viel Zeit für unsere Geschichten genommen hast. Und deine Zeilen haben mich zum Nachdenken angeregt.
Hm, interessanter Gedanke.
Dass aus uns nichts werden kann, liegt wohl vor allem an unseren unterschiedlichen Vorstellungen von einer Beziehung. Ich wünsche mir einen Menschen, mit dem ich viele Gemeinsamkeiten habe und mit dem ich Interessen teilen kann. Nicht alle und nicht dauernd, aber ich möchte einen Partner, der sich über die gleichen Dinge wie ich freut, der z.B. gerne in der Natur ist und Ausdauersport liebt. Dies u.a. aus der Erfahrung meiner langjährigen Beziehung zu einem Mann, der in vielen für mich wesentlichen Punkten gegensätzlicher Meinung war und sich auf dem Sofa vor dem Fernseher am wohlsten fühlte. Ich bin zudem jemand, der sich langsam verliebt und in der Regel in Männer, die ich vorher schon länger kannte.
Mein Freund hingegen träumt von "emotionalem Feuerwerk", vom plötzlichen Blitzschlag. Seine bisherigen Partnerinnen waren oft Frauen, die typ- und interessensmässig wenig mit ihm gemeinsam hatten (sagt er auch selber), mit denen er aber diesen emotionalen Höhenflug erleben konnte. Von daher werden wir sowieso nie zusammenkommen, denn er erfüllt meine Kriterien, ich die seinen hingegen nicht. Ich bin - plump formuliert - der Typ zum Pferde stehlen und nicht die Frau für eine "amour fou".
Hm, es sind meist eher 2-3 Wochen ohne Kontakt. Und "sehen" bedeutet bei uns nicht immer Kontakt, da es bei der Arbeit durchaus Tage oder Wochen gibt, in denen wir kein Gespräch unter vier Augen führen können. Aber ich weiss schon, was du damit sagen willst. Bei einer Freundin würde ich mir nicht diese Gedanken machen "ich habe schon lange nichts mehr von ihr gehört - kann ich sie jetzt anrufen, oder fühlt sie sich durch mich gestört?". Oder zumindest weniger stark, denn der Grundgedanke "niemand mag mich", den ich in meiner Jugendzeit entwickelt habe, ist leider irgendwo im Hinterkopf ab und zu doch noch präsent.
Über meine Verlustangst habe ich mir auch nochmals Gedanken gemacht. Eigentlich tritt diese bei mir nur in Fällen auf, wo das Gegenüber die Tendenz hat, sich zumindest zeitweise zu entziehen. Aus Beziehungen/Freundschaften, die sich für mein Dafürhalten "normal" entwickeln, kenne ich das nicht. "Normal" heisst für mich: man entdeckt gegenseitige Sympathie und lernt sich immer näher kennen, bis sich die gegenseitigen Kontakte bei irgendeinem Level einpendeln.
Bei meinem Freund z.B. war es so, dass er sich in der Anfangszeit, als wir uns näher kennenlernten, sehr um mich bemüht hat und den Kontakt sehr intensiv gesucht hat. Und irgendwann kam dann ein Rückzieher. Der weitere Verlauf der Freundschaft war von seiner Seite sehr unkonstant, und wenn ich das Gespräch gesucht und ihm mein Bedürfnis nach regelmässigem Kontakt zu erklären versucht habe, hat er sich von mir unter Druck gesetzt gefühlt und sich erst recht zurückgezogen. Er kann z.B. ein intensives Wochenende mit mir verbringen oder in einer Woche dreimal mit mir abends ausgehen und anschliessend zwei Wochen lang kein persönliches Wort mehr mit mir reden, auch wenn wir uns bei der Arbeit sehen. Ich drehe in solchen Situationen am Rad, weil ich nicht weiss - sind wir nun Freunde, oder hat er mir die Freundschaft inzwischen gekündigt. Für mich sind das wie zwei Parallelwelten, die nicht zusammenkommen. Ich weiss nicht, ob das wirklich Verlustangst ist oder weshalb ich mich mit so Menschen, die sich immer wieder entziehen, so schwer tue.
Ich wünsche euch allen hier eine gute Nacht!





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