Liebe Elwyn,
Da gebe ich Dir recht.
Das eine schliesst das andere aber nicht unbedingt aus.
Der Ansatz ist in der Tat eher logisch, analytischer Art, etwas das aber dem philosophischen Ansatz
aus meines Sicht nicht wiederspricht.
Da zweite "Wer bin ich und wenn ja wie viele" hatte ich gelesen als es rauskam, ein Freund hatte es mir geliehen.Populärwissenschaftlich kann ich da zumindest mal zwei Bücher empfehlen, die wirklich keine reinen Psycho-Ratgeber sind, sondern fachübergreifende Essays.
Es sind die Bücher vom Precht: Die Liebe: ein unordentliches Gefühl. Und: Wer bin ich und wenn ja, wieviele. Fand ich sehr spannend, aber - sagen wir so - nicht zu ratgeberhaft eben, sondern mit soziologischen und philosophischen Ansätzen drin.![]()
Ich muß aber gestehen das es mir nicht so gut gefallen hat.
Ich kann Dir nicht mal mehr genau sagen warum, da es schon 2-3 Jahre her ist.
Aber solche Beurteilungen sind ja ohnehin immer Geschmackssache
Furchtbar, oder? Früher ging das irgendwie einfacher.Boah, Paul, ich muss mich jeden Tag immer wieder treten, vor allem zu Kursen oder zu Sport. Ich kenn das!
Andererseits muß ich gestehen, dass ich hinterher, wenn ich mich doch aufgerafft habe, immer stolz wie Oskar bin. Außerdem merkt man zum Glück im nachhinein meist, dass es doch die richtige Entscheidung war.
Das gibt dann immer ein wenig mehr Motivation für das nächste mal.
Ja, das werde ich. Vielleicht werde ich die dunkle Jahreszeit noch ein wenig zum nachdenken und reflektieren nutzen, aber im Frühjahr geht es dann los.Deshalb kann ichs nur empfehlen, vor allem dir, Brausepaul: Such dir eine nette kleine Initiative, wo du ein wenig angestubst wirst...und dann kleine Schritte Richtung mehr Energie.
Bei den ersten Sonnenstrahlen ist man ohnehin motivierter.![]()
Das denke ich auch. Vieleicht sollten wir uns weiterhin ein wenig piesacken und Mut zusprechenDas schaffen wir...![]()
Liebe Regenwetter,
ich finde es ja nett, wenn ihr euch für jedes Statement über unverständliches, männliches Verhalten bei mir entschuldigt, aber das ist nicht nötig
Wenn ich ehrlich bin ist sein Verhalten für mich durchaus nachvollziehbar. So in etwas hatte ich es Dir ja auch vorhergesagt.
Ich denke eine gute Freundschaft ist auch dadurch gekennzeichnet, dass man den Status und den Umgang miteinander nicht immer wieder neu bewerten und definieren muss.
Sicherlich muss man sich - grade in unserem Fall - ehrlich und offen miteinander austauschen, aber so wie ich das sehe ist es eigentlich geklärt.
Wenn ich Dir einen Tipp geben darf ... lass es gut sein, lass es einfach laufen.
Sobald sich der Austausch primär um die Freundschaft an sich dreht, mit all seinen unterschiedlichen Facetten und Wechselwirkungen, wird es kompliziert.
Man kann eine solche Beziehung auch zerreden und das mögen vor allem Männer überhaupt nicht.
Ich habe mit meiner Freundin dieses Thema seit einigen Wochen nicht mehr berührt und habe es auch nicht wieder vor. Im Großen und Ganzen habe ich es wohl verinnerlicht, dass nie mehr daraus werden wird.
Ich will nicht verhehlen das es für mich manchmal noch immer schwierig ist und ich schlechte Tage habe.
Das ist vor allem so, wenn unsere Gespräche und Begegnungen persönlicher sind und ich da ihrerseits durchaus Vertrauen und (freundschaftliche) Zuneigung spüre.
Neulich war sie krank und ein wenig geknickt. Das ist dann z.B. so ein Punkt wo ich ihr gern näher kommen würde um sie zu trösten, da wird es dann echt schwierig.
Ich kann sie zwar mal tröstend in den Arm nehmen, aber Abends kümmert sich nun mal jemand anders um sie.
Es ist wie es ist. Ich bewege mich manchmal nach wie vor auf einem schmalen Grad, aber ich lerne langsam es zu akzeptieren.
Ich wünsche Dir das Du den richtigen Abstand findest.
Liebe Grüße an alle
Paul![]()
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27.01.2011, 21:08Inaktiver User
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
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28.01.2011, 17:58
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe June und lieber Paul
Schön, wieder einmal von euch zu lesen!
Deinen Freund verstehe ich auch nicht so ganz (vor allem, was du über euer Treffen schreibst). Er kann wohl nicht mit dir, aber auch nicht ohne dich? Ich finde es besser für dich, dass du Abstand hältst. Und das mit der Traurigkeit kann ich sehr gut nachvollziehen, das geht mir auch so, wenn ich zu sehr über die Geschichte nachdenke.
Die Trägheit rührt vielleicht daher, dass du immer noch sehr viel Energie brauchst, um die ganzen Geschichten zu verarbeiten. Ich bin überzeugt, dass auch das vorbei geht. Und je weniger du dich "Rückfällen" aussetzen musst, indem du ihn triffst, desto besser.
Ja, so werde ich es tun, auch wenn es mir schwer fällt. Mir ist die verbale Ebene vertrauter als die nonverbale, und ich fühle mich nicht wohl, wenn ich zu viele Themen nicht mehr ansprechen darf. Ich bin jemand, der die Dinge gerne immer mal wieder "durchkaut", und oft ist es ja so, dass man die Geschehnisse mit einem zeitlichen Abstand plötzlich ganz anders bewertet. Daher ziehe ich für mich durchaus einen Gewinn daraus. Das hat für mich überhaupt nichts von "jetzt gräbt sie diese alte Geschichte wieder aus, dabei haben wir das doch geklärt".
Aber es ist mir bewusst, dass das nicht allen Menschen (Männern?
) so geht, daher debattiere ich lieber mit meiner Freundin über meine Befindlichkeiten.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich wirklich längerfristig mit ihm befreundet sein kann, ohne z.B. sagen zu können "wie war das damals für dich, als ich plötzlich nicht mehr mit dir geredet habe". Die Dinge nicht mehr ansprechen zu dürfen fühlt sich für mich an wie eine Mauer des Schweigens zwischen uns, und das steht aus meiner Sicht einer echten Freundschaft im Wege.
Ich wünsche euch allen einen schönen Start ins Wochenende!
regenwetter
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28.01.2011, 19:53
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo ...
muß mich mal etwas ausweinen bei Euch, sorry.
Wir haben uns heute gesehen. Zum ersten Mal nach 6 Wochen und gleich für den ganzen Tag. Er ist neben seinem Job auch noch freiberuflich im künstlerischen Bereich tätig, hatte einen Auftrag in meiner Stadt und fragte mich gestern, ob ich ihm assistieren könne und wolle. Klar wollte ich - einerseits wollte ich ihn wiedersehen, andererseits war es auch ein total spannender Auftrag. Wir haben also 6 Stunden Seite an Seite gearbeitet, in ca. 3 cm Abstand unserer Körper zueinander ... Es lief wie früher, wir haben uns ohne Worte verstanden, alles paßte zusammen, wir haben uns in unseren kreativen Ideen und der technischen Umsetzung perfekt ergänzt. Danach brachte er mich nachhause und fragte, ob ich ihm noch einen Kaffee kochen würde. Habe ich natürlich gemacht ...
Das war alles so vielschichtig:
Er bemühte sich den ganzen Tag absolut um mich ("Paßt Dir die Uhrzeit?", "Ist Dir warm genug?", "Brauchst Du eine Pause?", "Willst Du Dich hinsetzen?").
Er sprach unseren Streit und die "Trennung" an ("was war damals genau los?", "ist jetzt wieder alles gut?").
Er erklärte mir, daß er in seiner neuen Stadt und im neuen Job 7 Tage pro Woche, 14 Stunden pro Tag arbeitet, ohne Urlaub, Wochenende etc., inklusive Nachtschichten, und daher zu niemandem mehr privaten Kontakt habe und keinerlei Freizeitaktivitäten pflegen könne. (Das war jetzt sein erster Tag "Überstunden-Abbummeln" seit 2 Monaten.)
Er sagte, er wolle seine neue Stadt mit mir zusammen erkunden, er vermisse meine Wohnung und unsere Treffen und er wolle mal wieder mit mir zusammen kochen (haben wir letztes Jahr häufig gemacht). Natürlich könne er keine Termine nennen, weil er ja so viel arbeite ...
Dann raffte ich meinen ganzen Mut zusammen und sagte nochmal genau, was mich stört und was ich von ihm erwarte bzw. mir wünsche. Daraufhin sagte er : "Und ich enttäusche Dich immer, oder?"und schaute traurig ins Nichts.
Er fragte nicht nach meinem Leben, nach den Dingen, die mich bewegen. Als ich von mir aus etwas erzählte, sagte er nichts dazu, reagierte gar nicht.
Und dann umarmte er mich nochmal ganz fest, sagte "Ich werde immer Dein Freund sein, wenn Du das willst" und ging.
Ach verflixt. Was mache ich jetzt damit ? Da ist zum Teil die alte Vertrautheit und der Gleichklang. Da sind seine Signale, die Freundschaft zu wollen, aber keine Zeit zu haben. Sein Bemühen um mich, aber auch seine "Nicht-Reaktion" auf fast alles, was mir wichtig ist.
Ich könnte das ganze Wochenende durchweinen. Mache ich natürlich nicht, bin erst mal joggen gegangen und habe das Wochenende voller schöner Treffen und Begegnungen mit Freunden.
Aber trotzdem - ich bin verwirrt, traurig, weiß nicht, was ich denken und fühlen soll.
Danke für Euer "Zuhören" / Lesen ... und Ihr dürft mir gerne den Kopf und das Herz zurechtrücken.
Liebe Grüße,
AlvoradaGeändert von Alvorada (28.01.2011 um 20:06 Uhr)
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29.01.2011, 01:45
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo liebe Alvorada,
das sind eben diese Momente, die uns allen immer wieder in irgendeiner Form bevorstehen und durch die wir hindurch müssen. In einem Moment ist das Wiedersehen mit diesem einen Menschen sehr schön, angenehm, vertraut und doch wird es nicht so bleiben, wie man es gerne hätte. Und danach fühlt man sich traurig, leer - etwas/jemand fehlt.
Ja- ich bin nach wie vor nicht ganz klar, was in so einem Moment geschieht..... Wir - also die hier schreibenden - empfinden ihn als etwas sehr Schönes, Wunderbares - so besonders, dass es etwas aussergewöhnliches ist, das wir denken oder dachten Liebe zu empfinden.
Aber ist es das? Für den anderen (unsere "besten Freunde und Freundinnen") ist es zwar auch sehr schön - so wie Du auch beschrieben hast, wie sehr er gewisse Momente /Situationen vermisst. Dennoch bedeuten wir Ihnen nicht so viel, dass sie ihr Leben enger mit uns verbinden wollen. So wie wir es irgendwo (unbewusst?) erhofft hatten.
Ich spüre immer noch diese enge Verbundenheit - noch immer!!! - und weiß mittlerweile in meiner Situation, das es mehr wie nur freundschaftliche Liebe ist. Doch für ihn reicht es nicht. Und das liegt allein an ihm. Ich muß es akzeptieren, dass er nicht der Mensch ist, den ich mal so geschätzt habe. Und das lag daran, dass ICH mich in ihm getäuscht habe. Also nicht er hat mich getäuscht - ich habe mich getäuscht. Ich dachte, er sei anders. Ich wusste aber doch genau: er ist so, wie er ist. Doch ich wollte es nicht wahr haben. Ich war so anmaßend, dass ich aus ihm etwas anderes machen könnte, so dass er durch mich seine "wahren" Gefühle und Probleme erkennt und seine Probleme in den Griff bekommt - und mit mir glücklich wird, so wie er vorgab in den kurzen Momenten mit mir zu sein. Das ist totaler Quatsch gewesen. ICHhabe MICH SELBER getäuscht.
Als ich meinen Freund das erste und einzige Mal gesehen habe dieses Jahr war diese Vertrautheit auch sofort wieder da. Ganz ruhig und sanft schlich sie sich an unseren Tisch. Wir haben uns eigentlich auch nur schnell auf einen Kaffee getroffen und hatten gleich bezahlt - doch als die Tasse leer war, ist keiner aufgestanden, um zu gehen.
Ganz im Gegenteil. Er hat da gesessen und wollte nicht aufstehen. Immer weiter reden. Ruhig, sanft, vertraut. Und als er merkte, ich will gehen, hat er wieder eine Möglichkeit gesucht weiter den Tag mit mir zu verbringen. Ich achte da mittlerweile ganz genau drauf, weil ich eine Zeit lang dachte, ich sei die "treibende" Kraft in unseren Zusammentreffen gewesen.
Ich bin dann aufgestanden. Musste noch dringend Sportkleidung kaufen, und upps , kam von seiner Seite die Idee, eigentlich könne er ja mitgehen?! Hm, na gut. Warum auch nicht. Ist ja noch früh am Tag und was soll in einem Geschäft schon geschehen an zwischenmenschlicher Konfusion.... dann hat er wieder etwas gemacht, das mich sehr irritiert hat. Als ich noch eine Sporthose für eins von meinen Kindern erstanden habe, hat er zu mir beim Verkäufer so getan, als wenn wir das urälteste Ehe-Elternpaar der Welt wären.... wieder mal ein Spiel - sein Spiel.
Wir haben dann noch etwas getrunken - also weil wir Durst hatten - nicht der Gesellschaft wegen - und er wollte gerne noch den Abend mit mir verbringen - aber ich habe ihm gesagt, wir sollten ja nicht gleich wieder übertreiben und seitdem herrscht Funkstille. Nichts. Kein Piep. Kein"Bist Du gut nach Hause gekommen?" Also denke ich mir - das war nur Langeweile totschlagen seinerseits. Und kein Versuch der freundschaftlichen Annäherung.
Jetzt bin ich ein wenig durcheinander. Dabei war ich mir bereits so sicher auf einem guten Weg weg von ihm zu sein. Und eigentlich bin ich es auch immer noch - trotzdem konnte ich heute wieder nicht schlafen. Gedankenkreisen. Dabei war ich extra weit Joggen. Diese Gefühle ignorieren bringt irgendwie nichts. Aber was soll ich noch tun. Ich lasse sie zu und sie wollen einfach nicht besser werden - ich versuche sie zuzulassen und trotzdem mein Leben froh weiterzuleben und hänge dann nach ein paar Tagen rum wie'n Zombie.
Dabei war alles so schön geworden. Ich habe mich wieder mit dem Vater meiner Kinder angenähert. Es war schön. Ein ganz zartes grünes Pflänzchen auf meiner Gefühlswiese- und dann fährt mein "Freund" an einem Nachmittag wieder mit seinem (Gefühls)Panzer drüber.
Na gut - ich habe ihn über meine Gefühlswiese fahren lassen
Es war ein Versuch der Freundschafts-Rückführung. Auf seine Initiative hin. Aber:Geht nicht. Ich habe meine Gefühle nicht so gut im Griff wie sie mich.....aber wird noch. War ja schon ganz gut die Richtung in die ich losgelaufen bin.
Also Rückschläge wird es immer wieder geben. Wir werden nur besser damit umgehen lernen.
@all: Seid alle mal wieder
&
.

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29.01.2011, 14:38
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
@Junebug, Alvorada
Es fällt mir schwer, das noch irgendwie einzuordnen, was ihr beide erzählt.
@Alvorada
Es scheint doch so, als würde dein Kumpel sich weiterhin, soweit es seine Zeit zulässt, um deine normale Freundschaft bemühen. Klingt das, was er über seine viele Arbeit sagt, für dich echt oder nicht? Für mich kommt es echt rüber. Also hat er wenig Zeit, aber diesen freien Tag mit dir verbracht (auch wenn er zu tun hatte). Hm?
Von einer normalen Freundschaft würde ich eigentlich nicht viel mehr erwarten - ihr könnt euch jederzeit anrufen, er macht das auch regelmässig und es gibt immer mal wieder einen Besuch, also ein Wiedersehen, um das er sich auch selbst bemüht - also was ist es, was dich daran genau stört?
@Junebug
Deinen "Fall" verstehe ich am allerwenigsten. Er bemüht sich einen Tag um dich und dann wieder Funkstille. Da frage ich mich ganz ehrlich was er will. Wollte er nur den Abend bei dir verbringen?
Was denkst du denn wirklich darüber?
@Regenwetter
Deine Situation kann ich nachvollziehen. Ich denke nicht, dass der Kontakt zwischen euch vorbei ist, aber er ist zweifellos "normaler" geworden, leider nicht mehr so tief. Das entspricht 100 % all meiner bisherigen Erfahrungen mit solchen Geschichten.
Ich kann dir nur raten, das für dich irgendwie auch positiv zu sehen. Es ist auf jeden Fall kein Streit, kein Kontaktabbruch und kein offener Groll zwischen euch - das wäre für deine Jobsituation auch totales Gift. Und immerhin bist du dadurch stabil genug, andere Dinge anzugehen und auszubauen.
So gesehen bist du derzeit dabei, ziemlich heil durch diese Situation hindurchzugehen.
Ja, es tut sehr weh, wenn das Interesse eines Menschen nicht mehr da ist, er nicht mehr erwidert, was man einst gegeben hat. Aber - ist wirklich dieser eine Mensch das Allerwichtigste auf der Welt? Ich weiss, dass das banal ist und dass man den Satz immer hört. Aber ich halte fest daran, dass wir alle auf eine gewisse Art und Weise in einer ungesunden Abhängigkeit stecken/gesteckt haben und ein Mensch, den wir zweifellos und sicherlich sehr nett finden, von uns doch überaus stark idealisiert wird in seiner Wichtigkeit.
Wenn das hart ist, entschuldigt bitte - aber ich möchte einfach weg davon, jemandem, der letztlich doch nicht das erfüllt, was ich mir wünsche, zu viel Macht über mich zu geben. Erstens will der das gar nicht, zweitens zerstört es das eigene Selbstwertgefühl.
Wir sind doch alle auf einem so guten Weg, uns wieder unser eigenes Leben einzurichten, oder nicht?
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29.01.2011, 18:17
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hai!
Ganz ehrlich - ich auch nicht ! Das ist ja das bescheuerte an der Situation - Warum macht er das?! Wenn ich könnte, würde ich ihn komplett aus meinem Leben verbannen - weil mit mir sein will er ja auch nicht. Und ohne geht wohl auch schlecht.
Bei ihm läuft viel in die Schiene "Beziehungsunfähig" - das ist nicht nur so eine Ausrede - das ist wirklich so. Nur mit dem einen Unterschied, das er das bei mir von Anfang an gewusst hat - mit anderen Frauen versucht er zumindest eine Beziehung zu führen. Deshalb bin ich wohl auch noch interessant für ihn - oder - mein Gedanke: Er will mich doch als "normale Freundin" behalten. Leider schafft er dann nicht die Finger und Augen wegzulassen - und ich bin eben auch nur ein Mensch - und im vergangenen letzten Jahr eben auch ein ziemlich schwacher. Ich denke, seit dem letzten Treffen ist ihm wieder bewusst geworden, wie sehr er mich mag -aber er hat Angst, wir kommen zusammen und ein paar Wochen später ist ALLES aus. Und dann sind da die Kinder, der Freundeskreis, die Familie,etc. Das ist SEIN Gedankenkonstrukt.
Die Situation ist bei uns so besonders schwierig, weil ich nicht loslassen kann und er weiß, das es mich nicht mehr "halb" gibt, bzw. ich mir für mein Leben etwas anderes vorstelle, als die Geliebte eines Manners zu sein, der von mir Exklusivität erwartet, selber aber bei Bedarf Tun und Lassen kann was er will.
Er ist kein Unmensch - trotzdem ist das wirklich nicht sehr sympathisch. Ich kenne auch eine andere Seite an ihm - aber das reicht mir nicht mehr.
Ich hätte es gern anders gehabt- aber mit dem Typ, den ich mir in meiner - nennen wir es ruhig Phantasie zurechtgebastelt habe.
So what - vergessen wir ihn einfach! Ich orientiere mich jetzt emotional an Menschen, die mir auch signalisieren, dass sie mit mir zusammensein wollen und an mir in normaler Art und Weise interessiert sind.
Schönen Samstag wünsch ich Euch allen!
June
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29.01.2011, 18:23
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe Alvorada
Ich kann so gut verstehen, dass dich diese Begegnung völlig durcheinander gebracht hat!


Dieses nahe Hand in Hand arbeiten ohne viele Worte, weil man sich auf die Arbeit konzentrieren muss, aber auch, weil man sowieso weiss, was der andere möchte (rein arbeitstechnisch gemeint natürlich
) kenne ich von der Zusammenarbeit mit meinem Freund. Wir sind ein super Team, ich fühle mich in seiner Gegenwart immer sehr wohl, und bei mir ist aus diesem Gefühl mit der Zeit der Wunsch gewachsen, nicht nur die Arbeit, sondern auch die Freizeit (und den Rest des Lebens
) miteinander zu teilen.
Kennst du das auch, dass du dich in seiner Gesellschaft sozusagen wunschlos glücklich fühlst und die Fragen erst auftauchen, wenn er wieder weg ist?
Da kann ich dich etwas weniger gut verstehen. Er bemüht sich doch aktiv um dich, bekennt sich deutlich zu eurer Freundschaft - davon kann ich nur träumen
.
Nimmst du ihm nicht ab, dass in seiner geänderten Lebenssituation überhaupt nichts mehr Platz hat und dass er es ernst meint? Vielleicht war es etwas ungeschickt, ihn nach seiner Erklärung der Situation gleich mit Vorwürfen und Erwartungen zu konfrontieren?
Du hättest dir gewünscht, dass er nach deinem Leben fragt. Hat er das früher jeweils getan? Vielleicht hat er darauf gewartet, dass du erzählst, wollte nicht zu neugierig erscheinen?
Was ist eigentlich aus dieser Frau geworden, in die er sich verliebt hat - habt ihr darüber nochmals gesprochen oder steht das ungeklärt zwischen euch?
Dein Gefühlswirrwarr kann ich wirklich gut verstehen. Aber aus deiner Schilderung bekomme ich fast das Bedürfnis, ihn etwas in Schutz zu nehmen. Kann es sein, dass du ihn mit deinen Erwartungen überforderst, indem du Dinge von ihm erwartest, die ihm nicht im Traum einfallen würden? Jeder Mensch ist anders...
Oder hat sich bei ihm tatsächlich was geändert, hat er diese Erwartungen früher erfüllt und nun plötzlich nicht mehr?
Bitte nimm mir nicht übel, wenn ich manches kritisch hinterfrage!
Und nach der ganzen Aufregung wieder "runterzukommen" und deich auf deine Bedürfnisse zu konzentrieren ist sicher der richtige Weg. Rückfälle gehören dazu, und immerhin habt ihr euch zum ersten Mal seit Wochen wieder persönlich gesehen, das ist auf jeden Fall aufwühlend!
Alles Liebe
Regenwetter
-
30.01.2011, 20:56
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe June, Elwyn und Regenwetter,
danke für Eure Antworten.
June, Deine
waren genau das, was ich im ersten Moment gebraucht. Elwyn und Regenwetter, Eure kritische Anmerkungen und Nachfragen waren ebenso genau richtig für die "zweite Phase" meines Nachdenkens.
Ich denke inzwischen, es ist mal wieder eine Mixtur aus verschiedenen Ebenen und Bereichen:
Das Erleben von perfektem Teamwork macht mir schmerzhaft bewußt, wie sehr ich so etwas im privaten Bereich vermisse (nicht konkret von /mit meinem besten Freund, sondern generell gesprochen).
Manche Verhaltensweisen bei ihm waren immer schon so - ich hatte sie nur mal wieder erfolgreich verdrängt, zB das Geheimnisvolle und Widersprüchliche, mit dem er einiges in seinem Privatleben umgibt (@Regenwetter: so zB die Frau, von der er sagte, er habe sich fast in sie verliebt - jetzt streitet er schlichtweg ab, so etwas jemals gesagt oder gedacht zu haben).
Andere Verhaltensweisen hängen eindeutig mit seinem neuen Job zusammen, und ich kann mich nur entweder damit abfinden oder es sein lassen - seine Arbeitsbelastung, die fehlende Freizeit, damit verbunden die Unfähigkeit, irgendwelche Planungen oder Terminzusagen zu machen.
Und ja, Ihr habt recht, er bemüht sich wirklich sehr. Ich habe die Kritik bei unserem Treffen auch nur geäußert, weil er mehrfach nachfragte.
Also: ernsthaft vielen Dank für's Kopf zurecht rücken
Liebe Grüße,
Alvorada
-
31.01.2011, 08:56
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Natürlich gibt es immer etwas, was einem besagter Freund gibt oder gegeben hat. Ihr seid nicht alle in einer Beziehung, also ist eine Beziehung, also mindestens starke Zuwendung und Aufmerksamkeit, sicherlich ganz allgemein etwas, was du und sicher auch andere hier vermissen.
Ich finde es einen wichtigen Schritt, dieses Bedürfnis zunächst mal abzutrennen von dem vermeintlichen guten Freund - und zwar in dem Moment, in dem derjenige DAS nun mal nicht geben kann. Da bleibt natürlich eine gewisse Lücke, aber es ist aus meiner Sicht besser, sich diese Lücke einzugestehen, aber nicht mehr an dieser einen Person festzumachen.
Für mich war es früher immer ein Riesenfortschritt, zu erkennen, dass ich zwar nicht gerne alleine bin, aber dieser eine Mensch mir das nach vielem Hin und Her nun mal nicht ausfüllen kann. Damit konnte ich irgendwann immerhin diese Abhängigkeit lösen - natürlich nicht unbedingt das Grundproblem. Aber das fühlte sich dann anders an, sicher nicht unbedingt besser, aber ich wurde wieder offener für Dinge, die mich wirklich weiterbringen und konnte zunächst mal die "Sackgasse" loslassen.
Analog geht es mir in reinen Freundschaften ähnlich - natürlich vermisse ich bestimmte Freundschaften und gestehe mir das auch ein, aber wenn ich die realistischen Grenzen (durch Lebensumstände, Distanz, "keine Zeit mehr", weniger gemeinsame Interessen) erfahre, weiss ich, merke ich irgendwann, dass mich diese wohl jetzt nicht mehr weiterbringen. Das das nicht schön ist, steht auf einem anderen Blatt - aber erzwingen kann man es nicht.
Im allerbesten Falle lässt du es einfach ruhen bzw. vor sich hin laufen und sorgst auf anderen Ebenen weiterhin dafür, dass es dir in den Zeiten ohne ihn weiterhin gut geht.
Naja, das sind klare Erkenntnisse, die sich offenbar nicht mehr ändern.Manche Verhaltensweisen bei ihm waren immer schon so - ich hatte sie nur mal wieder erfolgreich verdrängt, zB das Geheimnisvolle und Widersprüchliche, mit dem er einiges in seinem Privatleben umgibt (@Regenwetter: so zB die Frau, von der er sagte, er habe sich fast in sie verliebt - jetzt streitet er schlichtweg ab, so etwas jemals gesagt oder gedacht zu haben).
Dein Freund hat zweifellos gute Seiten an sich, die du gerne teilst, aber einiges wird wie zuvor seltsam bleiben. Ich bin weiterhin, nach all deinen früheren Schilderungen, der Ansicht, dass er wie bisher auf seiner eigenen Baustelle herumfährt - mit seinen eigenen Illusionen, Träumen, Wünschen im Kopf - und das verdrängt er vermutlich grösstenteils selbst. Vielleicht lernst du sie zu verstehen, oder du versuchst es irgendwann im eigenen Interesse nicht mehr und nimmst es so hin, wie es ist. Vieles hat mir dir nicht einmal etwas zu tun!
Dann stellt sich die Frage, ob du das kannst oder ob du dich davon immer wieder beeinträchtigt fühlst und weshalb es dich immer wieder verunsichert.
Es hilft nur, der Freundschaft einen entsprechenden Stellenwert zuzuweisen, nach all diesen Erkenntnissen. So weit und nicht weiter - bestimmte Dinge könnt ihr nicht besprechen, kann er dir wohl nicht geben. Auf einer oberflächlicheren Ebene (wobei die bei weitem nicht so oberflächlich ist wie mittlerweile zu meinem früheren Kumpel) ist die Freundschaft soweit aus objektiver Sicht okay und lässt dir und ihm auf freundliche Art Raum.

Hmja, das erlebe ich aber in all meinen richtigen Freundschaften immer wieder - manche sehe ich aus Zeitgründen sehr selten, kann nur telefonieren, erhalte aber immer einen Rückruf und es ist immer Bereitschaft da, sich zu treffen, wenn die Zeit es zulässt, selbst wenn Monate dazwischenliegen. Ist das nicht irgendwo normal und deshalb ja noch lange kein Rückzug, solange grundsätzlich ein Bemühen, eine Wellenlänge da ist?Andere Verhaltensweisen hängen eindeutig mit seinem neuen Job zusammen, und ich kann mich nur entweder damit abfinden oder es sein lassen - seine Arbeitsbelastung, die fehlende Freizeit, damit verbunden die Unfähigkeit, irgendwelche Planungen oder Terminzusagen zu machen.
Erst wenn gar kein richtiges Bemühen, gar kein Entgegenkommen mehr da ist, würde ich die Freundschaft als problematisch oder auf dem Abwärtstrip ansehen. Bei mir gehts eher in diese Richtung: Es ist nicht mehr viel Gemeinsames da - also höchste Zeit, sich anderweitig zu beschäftigen und nicht mehr drauf zu hoffen oder krampfhaft an früheren Inhalten festzuhalten. Schaden tut es nie, sich anderweitig Ausgleich und Input zu holen, das macht einen nämlich so oder so weniger bedürftig. Das ist nur leider ein längerer Prozess, wenn es mal ein viel engerer Austausch war und man gemeinsam viel Zeit ausgefüllt hat.

Geändert von Elwyn (31.01.2011 um 09:47 Uhr)
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31.01.2011, 09:28
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Liebe Junebug!
Ich finde es weiterhin gut, dass du Grenzen setzt.
Ich denke nicht, dass du dich in dem negativen Sinne "getäuscht" hast, denn dein Innerstes hat dir immer vorgegeben, bei diesem Mann vorsichtig zu sein. Erstens ist das ein gesundes Mass an Selbstschutz, dich nicht mehr auf alles einzulassen. Zweitens ist es nach wie vor so, dass du in deiner persönlichen Situation wirklich kein Drama zulassen kannst - sprich eine halbe Beziehung zu jemandem, der dir nicht ausreichend Sicherheit und Rückhalt geben kann.
Du hast dich also nicht in ihm getäuscht, nur gehofft, dass es auch noch andere Seiten an ihm gibt. Das könnte man auch "Prüfen" nennen *zwinker*!
Es schliesst nicht aus, dass es Seiten an ihm gibt, die dir gefallen und die dir gut tun. Wahrscheinlich ist das sogar seine unbekümmerte, manchmal dreiste Art, auf andere und dich zuzugehen und einfach Spass zu haben. Es klingt so, als würdest du das manchmal auch einfach nur wollen, und haderst damit, dass du nicht wie er, alle Konsequenzen über den Haufen schmeissen kannst! Aber wenn dich das auf Dauer "überfährt", dann machen gesunde Grenzen wirklich Sinn!
Ich halte ihn nach wie vor für relativ lässig und abenteuerlustig, aber eben nicht für besonders aufopfernd, sensibel oder fürsorglich. Das ist er einfach nicht, das hast du doch wirklich erkannt! Er ist es auch nicht bei anderen Menschen und warum solltest du dich dafür verbiegen, von ihm ab und zu ein Quentchen "Spass, Bestätigung" - kannst du ja haben - zu bekommen?
Du brauchst etwas anderes und kannst das derzeit nicht unbedingt finden. Aber auch du machst gewaltige Schritte, vieles in deiner Situation zu verarbeiten und zu verbessern. Damit wirst du nach und nach wieder stärker - mach nur nicht den Fehler, dann zu denken, du könntest wieder mit seiner Art umgehen, weil du dich wieder aus eigener Kraft oder durch andere Menschen gestärkt hast!
Du bist sogar so stark, dass er meint, er könnte sich weiterhin an dir "anlehnen" und seine Schiene weiterfahren. Er wird merken, dass da jetzt Grenzen sind und sich unterbewusst dagegen stemmen. Anders kann ich seinen zeitweiligen Rückzug und das "Wieder-auf-dich-Zukommen" nicht mehr interpretieren. Er scheint sich aber nicht zu ändern. Aber das ist eben auch seine Baustelle, wirklich nicht deine...
Ich bewundere es, wie weit du gekommen bist in deiner Situation!
Geändert von Elwyn (31.01.2011 um 09:49 Uhr)



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