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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zu allererst:
    [...]denke und hoffe ich doch auch, dass wir uns hier noch lange weiter austauschen, denn ich finde "unseren" (Danke Regenwetter, knutsch Dich dafür) Thread wirklich fantastisch. Das ist der einzige Strang, in dem ich wirklich schreiben kann, was ich fühle , wie es mir geht, in dem ich mich in Euch allen irgendwie wiederfinde...und in dem man auch mal was anderes schreiben kann, als von unseren "Freunden/Freundinnen".
    Ja. Volle Zustimmung. Und vielleicht ist es gerade so gut, WEIL wir uns auch über die anderen Fragen austauschen können, zu denen wir gelangen.

    @regenwetter: Ich bin auch für klare Kommunikation, ohne Subtext, Interpretationen etc. Wenn Du mit Deinem Freund diese Ebene pflegst und er es bei Dir zu schätzen weiß, dann schreib ihm die Neujahrsgrüße so offen, wie Du es vorgeschlagen hast. Oder in den Worten von Destiny, das fand ich sehr gut formuliert.
    Für mich bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass die Geschichte mit meinem Freund mich davon abgehalten hat, mich mit der Situation der Trennung nach meiner langjährigen Beziehung auseinanderzusetzen
    So ging es mir auch. Mein Freund hat praktische Dinge in meinem Leben organisiert (Computer ...), mich zu neuen Hobbys gebracht und mit seinen Aufmerksamkeiten und seiner Zuneigung mein Selbstwertgefühl vor dem Absturz bewahrt. Aber dadurch habe ich das Ende meiner langjährigen Beziehung auch nie wirklich selbständig und vollständig aufgearbeitet.

    @Paul: Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Leere, all die Fragen, die Sehnsucht nach dem Austausch mit dem anderen Menschen und nach dem Funkeln. (Hatte nicht jemand hier schon vorgeschlagen, ein Bier trinken zu gehen? Bin zwar Weintrinkerin, würde mir aber trotzdem gerne Deine Gedanken am liebsten "live" anhören.)
    Ich habe festgestellt, daß ich einen Fixpunkt, einen Anker brauche. Wenn ich in diesen Projektmeetings war oder in irgendeiner fremden Stadt oder auf Reise in einem fremden Land, wußte ich, daß irgendwo jemand war, der auch an mich dachte. Den ich hätte anrufen können, dem es wichtig war, ob ich heil von der Reise zurückkomme. Ohne das fühle ich mich unendlich alleine, frei schwebend wie ein kleines Molekül (das ist jetzt naturwissenschaftlich nicht korrekt, sorry). Natürlich ist das ungerecht, weil es meinen Freundinnen oder meinen Eltern auch nicht egal ist, ob ich zurückkomme. Aber diese eine spezielle Mensch ist eben nicht mehr da. Ich komme mir gerade so vor, als hätte ich in einem doppelte Verlust meinen Partner und besten Freund gleichzeitig verloren.

    Diese Fragen nach dem Sinn, nach dem Ziel, nach dem Warum stelle ich mir auch. Allerdings unabhängig von Partnerschaft / Beziehung - auch zu Zeiten meiner Partnerschaft habe ich mich das häufig gefragt.

    @Destiny: Ich verstehe schon, was Du Paul schreibst. Wir alle wissen sicher, daß wir alleine für den Inhalt und Sinn in unserem Leben verantwortlich sind. Aber manchmal ist das wie bei Soaps im Fernsehen oder Prosecco süffeln: es füllt auf angenehme und leichte Art die Zeit. Der Kater oder das schale Gefühl kommt dann später. Und manchmal lassen wir uns eben dazu hinreißen, unser Leben von/mit/durch andere Menschen füllen zu lassen.

    @regenwetter, ich hätte noch eine off-topic-Frage, würde mich aber freuen, wenn Du sie trotzdem beantworten magst: Woher beziehst Du Dein Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein? Aus dem Job? Aus Deinem Freundeskreis? Oder schaffst Du es ganz aus Dir alleine heraus? Ich finde Deine Klarheit in der Lebensplanung, Deine Ziele und Pläne jedenfalls großartig.

    Danke Euch allen für Eure lieben und aufmunternden Worte. Viele herzliche Grüße an alle aus der Winternacht (hier schneit es in großen Flocken),
    Alvorada

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Destiny,
    gerade lese ich nochmal Dein Posting zu den Anrufen, sms etc. Das klingt irgendwie ziemlich nach Verwicklungen, oder? Er bekommt am Telefon kein Wort heraus, Du auch nicht ... Kommt mir ziemlich bekannt vor. Wie geht es Dir damit? Kannst Du es so hinnehmen oder fängt der Gedankenkreisel wieder an?

    Viele liebe Grüße,
    Alvorada

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Ach Alvorada,

    ich kann sooo gut verstehen, was Du meinst, wenn Du sagst, dieser EINE Mensch fehlt eben. Es geht mir wenn ich tief in mich hineinhöre nicht anders. Vor einigen Monaten war das noch ganz krass, er war jede Sekunde sozusagen in mir (klingt doof sorry), also Teil meiner Gedanken, meines Alltags. Er füllte eine Lücke und als es zerbrach, riss ein Riesenloch auf. Mitterweile geht es mir natürlich besser, weil er den Kontakt wieder aufgenommen hat, aber ich dennoch reservierter bleiben und ihm gegenüber nicht mehr so ein Emotionsbündel bin. Auch wenn ich ihn vermisse.

    Alvorada, jetzt seh ich gerade noch deine Frage wegen der SMS und Anrufe: Naja das ist schon komisch.....ich weiss nicht was ich davon halten soll....warum er den Kontakt vor vier Wochen suchte, offenbar doch meine Stimme hören und mir irgendwas sagen wollte und dann erst etwas später anfing wieder Mails an mich zu schreiben. Sagen wir mal so: ich denke inzwischen anderes als noch vor zwei drei Monaten. Damals dachte ich, ich bin ihm völlig egal. Heute denke ich schon, er hätte diese Anrufe und auch seine jetzigen Mails (vermutlich einfacher für ihn, als am Telefon den Mut zu haben, zu reden) an mich nicht machen müssen, wenn ich ihm als Mensch völlig gleichgültig wäre. Das alleine ist ein schönes Gefühl. Ich versuche mir aber nicht MEHR darauf einzubilden. Das wäre falsch. In dieser Richtung kurbelt erst mal nichts.
    Als ich seine Stimme allerdings Heilig Abend am Telefon hörte (kurz und er wusste ja nicht, dass ich dran war) war es schon für eine Sekunde so, dass ich ihn gerne in die Arme genommen hätte.

    Die Frage an Regenwetter mit dem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist zwar nicht an mich gerichtet, aber interessant. Vielleicht darf ich sie trotzdem für mich beantworten, Alvorada.
    Für meinen Teil ziehe ich sie erstens aus meinem Job, ich bin stolz unter erschwerten Bedinungen mein Studium abgeschlossen zu haben und heute eine Stelle zu haben, die mir wirklich Spass macht.

    Zum anderen bin ich Mama und total stolz auf meinen Sohn
    Das ist einfach Liebe und wenn auch das immer wieder anstrengend ist, ist es dennoch toll.

    Dann ist da bei mir die Musik in der ich völlig aufgehe. Begeisterungsfähigkeit, Liebe, die Fähigkeit Gefühle und Nähe zuzulassen.

    Hauptsächlich ziehe ich mein Selbstbewusstsein, meine Vertrauen und meinen Optimismus daraus, dass ich ein stabiles, liebevolles Umfeld habe, dass ich in meinem Leben einige wichtige Entscheidungen getroffen habe, auch mich von Menschen zu distanzieren, die mir nicht gut tun (dazu gehört meine Scheidung, mit der ich auch meinen Sohn schützen konnte, denn hier ging es um Gewalt) und dass ich eigentlich aus jedem eigenen Fehler stärker hervorgegangen bin.
    Vielleicht habe ich auch so etwas wie ein gesundes Grundvertrauen (bestehend aus manchmal notwenigem Mißtrauen und optimistischem Vertrauen), dass mich trotz einiger Rückschläge immer wieder aufstehen lässt und ich glaube und hoffe und bete, dass ich einfach einiges im Leben auch richtig gemacht habe.

    Manche Dinge an mir find ich auch Mist (da knickt das Selbstbewusstsein etwas ein), ich möchte endlich mal 5-10 kg abnehmen, möchte aufhören zu rauchen (super beides gleichzeitig klappt ja schon mal gar nicht) und ich müsste manchmal noch gelassener sein. Wenn jemand ungerecht wird oder mich heftig angreift, dann kann ich damit oft nicht souverän umgehen.

    Was all die anderen Dinge betrifft: Ich werd noch tausend mal auf die Nase fallen, mich bestimmt auch noch das ein oder andere mal verlieben....aber ich hoffe, ich steh immer wieder auf.

    Ich wünsch Euch einen schönen Abend....und sorry, dass ich die Frage an regenwetter zum Anlass genommen habe, bei mir was darüber zu schreiben.

    LG Destiny
    Geändert von Destiny68 (27.12.2010 um 21:58 Uhr)
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar - Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von Destiny68 Beitrag anzeigen
    ... und sorry, dass ich die Frage an regenwetter zum Anlass genommen habe, bei mir was darüber zu schreiben.
    Es gibt nichts zu entschuldigen ... danke, daß Du diese Dinge mitteilst. Das gilt für Euch anderen auch - ich freue mich über alle, die sich dazu äußern, weil das Thema Beste/r Freund/in, Zurückweisung etc. ja auch mit dem eigenen Selbstbewußtsein zu tun hat.

    Jetzt muß ich aber wirklich ins Bett (@Paul: zum Glück setzt sich mein Murmeltier-Schlaf nach wenigen Tagen gegenüber der Trauer durch, also keine Sorge),

    für Euch,
    Alvorada

  5. Inaktiver User

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Alvorada

    Zitat Zitat von Alvorada Beitrag anzeigen
    @Paul: Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Leere, all die Fragen, die Sehnsucht nach dem Austausch mit dem anderen Menschen und nach dem Funkeln. (Hatte nicht jemand hier schon vorgeschlagen, ein Bier trinken zu gehen? Bin zwar Weintrinkerin, würde mir aber trotzdem gerne Deine Gedanken am liebsten "live" anhören.)
    Das ist eine nette Idee
    Aber ich fürchte abgesehen von der räumlichen Trennung wäre es sicher ziemlich komisch eigentlich "unbekannte" Menschen im real life zu treffen, denen man so persönliche Gedanken mitgeteilt hat. Ich weiß aber was du meinst und es ist ein netter Gedanke.

    Ich habe festgestellt, daß ich einen Fixpunkt, einen Anker brauche. Wenn ich in diesen Projektmeetings war oder in irgendeiner fremden Stadt oder auf Reise in einem fremden Land, wußte ich, daß irgendwo jemand war, der auch an mich dachte. Den ich hätte anrufen können, dem es wichtig war, ob ich heil von der Reise zurückkomme.... Aber diese eine spezielle Mensch ist eben nicht mehr da. Ich komme mir gerade so vor, als hätte ich in einem doppelte Verlust meinen Partner und besten Freund gleichzeitig verloren.
    Das hast Du sehr schön formuliert. Ich finde mich da grade wieder.
    Jemand von dem man weiß das er grade an einen denkt ...

    Diese Fragen nach dem Sinn, nach dem Ziel, nach dem Warum stelle ich mir auch. Allerdings unabhängig von Partnerschaft / Beziehung - auch zu Zeiten meiner Partnerschaft habe ich mich das häufig gefragt.
    Diese Fragen haben mich auch schon vor dieser Geschichte beschäftige, aber nicht so inteniv wie im Moment.
    Ich glaube vorher war ich einfach zu abgestumpft und zu wenig selbstreflektiert um mir Gedanken darüber zu machen. Ich habe mein Gefühlleben so sehr kontrolliert, dass ich nichts was tiefergehend war zugelassen habe. Manchmal wünsche ich derzeit ich hätte es wieder so im Griff.

    Liebe Grüße
    Paul
    Geändert von Inaktiver User (27.12.2010 um 22:33 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Hallo ihr Lieben!

    Ich melde mich auch mal zurück und bin weit davon entfernt, euch mit irgendwelchen platten Aufmunterungssprüchen aus dem Dezemberloch zu reissen - das Loch kenn ich nämlich auch!

    Es geht mir zwar soweit gut, aber meine Pläne mit Familie/Freunden für und um Weihnachten/Silvester herum haben sich wegen des Schneechaos zerschlagen. Und auch wenn ich nicht alleine bin, habe ich doch das Gefühl, es "passiert" nicht allzuviel - obwoooohl alles gaaaanz normal und gut ist.

    Tja...

    Das hat weniger mit der Ex-Freundschaft zu tun, sondern eher mit einer Art Trott im Leben, was Brausepaul anklingen lässt. Ich mache zwar sehr viel für mich und auch mit Menschen, die mir nahestehen, aber aufgrund eines gewissen Alltags- und Lebenstrottes reisst mich jetzt nicht unbedingt alles vom Hocker...bin ich zu anspruchsvoll?

    Als Trost für alle, die hier (abgesehen von eurem emotionalen Problem) ähnlich empfinden - ein Grossteil liegt einfach am Winter - dank Schnee und Eis kann man ja nun nicht wirklich viel unternehmen, nach einer Stunde hab ich die Nase voll vom Schneespaziergang und da bleibt dann daheim im Grunde das übliche Wohlfühlprogramm aus mehr oder weniger gelungenen Hobbies, Film/Serie, Kochen, Sortieren - whatever.

    Ich hab meine Urlaubstage zurückgenommen, spar ich mir doch lieber für den Sommer auf!

    Wie gesagt, es läuft nicht schlecht, aber mir fehlt ein wenig mehr Euphorie - wobei ich alles so mache, wie es richtig ist!

    Diese Fragen nach dem Sinn, nach dem Ziel, nach dem Warum stelle ich mir auch. Allerdings unabhängig von Partnerschaft / Beziehung - auch zu Zeiten meiner Partnerschaft habe ich mich das häufig gefragt.
    @Alvorada

    Das trifft es bei mir. Ich habe eine wunderbare Partnerschaft, an der es überhaupt nichts zu rütteln gibt - das unterscheidet mich von euch. Aber die Fragen nach Ziel und Sinn stellen sich mir immer - die damals neuen Bekanntschaften, der lebhafte Austausch mit meinem Kumpel (der noch dazu viel jünger ist), sein motivierendes Feedback, seine Neugier und das Gefühl, etwas weiterzugeben von meiner Lebenserfahrung, haben mich tatsächlich eine Zeitlang herausgerissen aus dem Alltag und das war schon sehr bereichernd und ist das, was mir im Grunde genommen, am ehesten fehlt. Da ich keine Kinder habe und auch keine mehr haben werde, besteht "Sinn" also eher im Erleben dessen, was ich bereits mehrfach geschrieben habe: eine gute normale Partnerschaft, Kreativität, Highlights mit anderen lieben Menschen (oder auch ohne), die man sich bewusst schaffen muss in der Alltagsroutine.

    Wenn mir die ganze Sache etwas beigebracht hat, dann dies: Ob mit oder ohne Partnerschaft (die wenn sie eine langjährige und gute ist, glücklicherweise nicht mehr in einem Hoch und Runter der Gefühle besteht), ob mit oder ohne passendes Umfeld - jeder ist ein Stück weit mit sich selbst gefragt - innerer Sinn ist etwas, was man sich vermutlich erarbeiten muss im Kleinen!

    Mein Kumpel hatte noch aufgrund seines Alters diese Unbeschwertheit, die ich trotz enorm vieler Interessen nicht mehr ganz so aufbringen kann wie früher. Und da für ihn alles neu ist von Partnerschaft bis erste gemeinsame Wohnung, Job und vielen neuen Freunden, beneide ich ihn manchmal um die derzeitige Aufbruchstimmung, die ich aber wiederum selbst paradoxerweise gar nicht zurück möchte.

    Für mich ist aber - wie für euch sicher auch (da ihr alle um die 40 seid) - eben nicht mehr alles neu und aufregend - ich muss mir eher die Spontanität, Neugier, Freude an Dingen bewahren, die ich natürlich alle schon "kenne". Versteht ihr das?

    Daher wünsche ich mir eben auch wieder mehr Gelassenheit und innere Zufriedenheit. Den einzigen Strich durch die Rechnung macht mir eine latente Verlustangst, die aus meiner Kindheit kommt - aber mein Umfeld ist wenigstens eins, das objektiv gesehen, besser nicht sein könnte, mal abgesehen von alten familiären Problemen und der Tatsache, dass das Umfeld generell etwas schrumpft.

    Ich habe für mich beschlossen, dass ich nicht mehr unbedingt einen engeren Kontakt zu meinem Kumpel um jeden Preis "erzwinge". Zum einen erwarte ich da nicht mehr die Zuverlässigkeit, die meine wahren Freundschaften auszeichnet, zum anderen möchte ich mich nicht durch den "Vergleich" mit einer Lebenssituation, die ein jüngerer Mensch erst noch neu erlebt, in meiner inneren Gelassenheit und Freude an dem, was ich habe und haben kann, zu sehr beeinträchtigen lassen.

    Es klingt sicher komisch, was ich schreibe. Aber anders komme ich meiner latent vorhandenen Sinnsuche nicht bei. Es nützt mir nichts, wenn jemand ständig von Parties und neuen Erlebnissen berichtet, die ich zwar auch hatte oder habe, aber in grossen Teilen auch nicht mehr so euphorisch nachvollziehen kann. Was soll ich dann schreiben: Ja, klasse, toll...weiter so?

    Mit anderen Worten, irgendwie merke ich selbst, dass mich da Welten von meinem Kumpel trennen mittlerweile. Das war anders, aber jetzt ist es so! Daher bin ich mit dem grundsätzlich überhaupt möglichen Kontakt in gewisser Weise versöhnt, arbeite aber grösstenteils an dem, was Brausepaul beschreibt: an sinnvoller Sinnsuche in meinem ureigensten Leben!

    Und der kann sicher nicht sein, mich da weiterhin zu sehr zu engagieren, wenn er eh nicht mehr viel Zeit hat vor lauter Halli-Galli in seinem neuen Lebensumfeld! Das bedeutet nicht Kontaktabbruch, aber das Zuweisen eines realistischen Stellenwerts ohne Groll.

    @Alvorada

    So sehe ich das auch bei dir, obwohl deine Situation bedingt dadurch, dass du keinen Partner hast, leicht unterschiedlich ist.

    Aber wie bei mir auch, hat dir dieser Mann einen grossen Teil Lebendigkeit, Erdung, Leichtigkeit - ja, einfach Beschäftigung und Euphorie gegeben. Dabei war er - ich muss es noch mal wiederholen - von Anfang an in einer Partnerschaft, ist es noch und bleibt daher "out of bounce".

    Euren "Streit" kann ich verstehen, wenn ich mir diesen Streit mit meinen Augen vorstellen darf, dann könnte ich mir vorstellen, dass es dabei um dein Ringen um seine weitere Aufmerksamkeit, um die Alleinstellungsmerkmale eurer Freundschaft ging. Die Tatsache, dass er zum einen weiterhin gebunden ist, und nun zusätzlich (vermeintlich) irgendwie auch noch engagiert bei einer anderen beliebigen Frau, führt dir nichts weiter vor Augen als dass diese Exklusivität, die du empfunden hast, möglicherweise nicht mehr weiter so bestehen wird. Genauso - eins zu eins - ist das auch bei mir auf rein freundschaftlicher Ebene - ich bin zwar noch wichtig so wie du auch, aber wir wissen beide, dass unsere Kumpel woanders ebenso oder mehr engagiert sind und fühlen uns (ob nun zu Recht oder zu Unrecht) zurückgesetzt - daher das Darum-Ringen und Herauskitzeln unserer Wertigkeit!

    Aber ich betone ganz deutlich, dass eine solche Exklusivität sowieso und ohnehin nicht - mit neimandem, ausser einem echten Partner oder einem wirklich sehr vertrauten Freund/Freundin, bei dem es dann aber selbstverständlich wäre!!!!! - auf Dauer zu halten ist. Und dass es den Rest an Freundschaft zerstört, daran festzuhalten!
    Du musst wie ich also "abspecken", aber das in einer Art und Weise, die dich versöhnt, liebe Alvorada!

    Du bist mit dem Aufbau anderer Freundschaften und Erlebnisse ganz ganz sicher auf dem richtigen Weg - dieser Weg muss gegangen werden auch mit ihm und seiner Freundschaft! Seine Rolle ist dabei vollkommen egal, er kann bestenfalls Motivator sein, aber mehr nicht - so oder so brauchst du ein weiteres Umfeld und musst die "Erdung" auf mehrere Menschen verteilen!

    Es ist nur so, dass uns das nicht so zufliegt, wie ihm oder meinem Kumpel. Wir sind weniger "beschäftigt" als beide und haben viel Energie in nur diese eine Sache fliessen lassen und andere vernachlässigt und nicht mehr so zu schätzen gewusst. Daher müssen wir halt nun mal diesmal mehr dran "arbeiten" als unsere Kumpels.

    Aber je mehr du erkennst, wie gut dir andere Menschen und Situationen tun, dir sogar auch mal besser tun als Hadern, Hoffen oder Warten mit einem Freund, um den man ständig ringen musst, desto gelassener wirst du die abgespeckte Freundschaft als eine schöne, bereichernde, aber nicht mehr alles vereinnahmende Facette deines Lebens hinnehmen können.

    Da bin ich mir wirklich zu 100 % sicher!!!!!!

    Im Übrigen steigen dadurch deine Chancen auf einen richtigen Partner sowieso - da sind wir uns aber hier - denke ich - ALLE einig!

    Wunder sollte man aber keine erwarten. Daher kann ich die Sinnfrage, die du stellst, auch nicht mehr mit einem spontanen wundersamem "Event" beantworten. Wir wissen doch in unserem Alter auch, dass weder der ideale Partner noch sonstige Dinge von Job, Geld bis Kinder ad hoc alle Sinnfragen beantworten, oder nicht?

    Ich schraube derzeit alles sehr stark auf den AUGENBLICK herunter und versuche mich, so banal es auch klingt, im Hier und Jetzt zu verankern. Unser Leben besteht in jedem einzelnen Moment, nicht in Sorge um die Zukunft oder dem Zurückwünschen der "tollen" Vergangenheit. Daher hilft mir wirklich nur noch das Annnehmen dessen, was ich in diesem einzelnen allerkleinsten Moment tun oder erleben kann.

    Mehr ist es nicht und das ist Sinn genug!
    Geändert von Elwyn (28.12.2010 um 11:11 Uhr)

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von Destiny68 Beitrag anzeigen
    Vor einigen Monaten war das noch ganz krass, er war jede Sekunde sozusagen in mir (klingt doof sorry), also Teil meiner Gedanken, meines Alltags. Er füllte eine Lücke und als es zerbrach, riss ein Riesenloch auf. Mitterweile geht es mir natürlich besser, weil er den Kontakt wieder aufgenommen hat, aber ich dennoch reservierter bleiben und ihm gegenüber nicht mehr so ein Emotionsbündel bin. Auch wenn ich ihn vermisse.
    @Destiny

    Das klingt für mein Gefühl eher positiv als negativ, denn weiterhin "Emotionsbündel" bringt ja nix, egal wie man es dreht oder wendet. Durch den Abstand einerseits und die Kontaktaufnahme andererseits sind die Emotionen auf jeden Fall so gesehen stabiler - selbst wenn sich manche euphorische Hoffnung begraben hat.

    Die Aktion mit den SMS finde ich auch seltsam.

    Wenn sie irgendetwas bestätigt, dann meine früheren Gedanken dazu, dass dein Freund im Grunde genommen auch ein eher labiler Typ ist, der seine Gefühlswelt und seine Handlungen nicht ganz selbst einschätzen kann.

    Das mache ich ihm wie du auch nicht mehr zum Vorwurf, aber ich sehe es als einen Grund, weiterhin eher reserviert zu bleiben. Nicht, weil es ein Muss wäre, aber weil dein Freund ebenfalls nicht die Erwartungen erfüllen kann, die du (und vermutlich auch andere) in ihn aufgrund seiner spontanten Aussagen und Handlungen setzen.

    Also bleib ganz bei dir! So ist es mit Sicherheit richtig!

    Vielleicht solltest du dir - wenn - eher etwas auf dich einbilden: nämlich, dass deine Einbildungskraft dich mit Sicherheit nicht getäuscht hat, was den bisherigen Verlauf der Situation betrifft: Du bist ihm wichtig, aber er ist nicht als 100 % zuverlässig und fürsorglich einzuschätzen.

    Ein kleines Aber wird immer bleiben (als Freund und noch mehr als potentieller Partner) - das zeigt mir seine offensichtlich vorhandene Unsicherheit in seinen Handlungen. Und dieses Aber würde ich derzeit auch nicht mehr hinterfragen - das ist besser für dich!

    Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass vieles von dem, was du über ihn schreibst, absolut nichts mit dir zu tun hat und du dir ganz klar darüber werden solltest, welche Art von Rolle du für ihn überhaupt noch spielen würdest/wolltest.

    "In den Arm nehmen" kann man einen potentiellen Partner, aber andererseits auch einen schwierigen Menschen, der einem nicht näher steht als ein Freund stehen kann.

    Bei dem einen flackern dann noch Emotionen auf, bei dem anderen eher Verständnis und Mitgefühl und die Freude an gemeinsamen Interessen. Siehst du, welchen Unterschied ich meine?


    Vielleicht habe ich auch so etwas wie ein gesundes Grundvertrauen (bestehend aus manchmal notwenigem Mißtrauen und optimistischem Vertrauen), dass mich trotz einiger Rückschläge immer wieder aufstehen lässt und ich glaube und hoffe und bete, dass ich einfach einiges im Leben auch richtig gemacht habe.
    Das Grundvertrauen ist etwas, um das ich ständig ringe - welches aber unterm Strich das Allerwichtigste ist. Vor allem das Grundvertrauen, bestimmten Menschen den richtigen Stellenwert zuzuweisen - so wie du schreibst, ist dir das ja bei einigen Menschen, die dir emotional nicht so gut getan haben, auch gelungen.

    Vielleicht ja auch hier!

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    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Zitat Zitat von Alvorada Beitrag anzeigen
    Wir alle wissen sicher, daß wir alleine für den Inhalt und Sinn in unserem Leben verantwortlich sind. Aber manchmal ist das wie bei Soaps im Fernsehen oder Prosecco süffeln: es füllt auf angenehme und leichte Art die Zeit. Der Kater oder das schale Gefühl kommt dann später. Und manchmal lassen wir uns eben dazu hinreißen, unser Leben von/mit/durch andere Menschen füllen zu lassen.
    @Alvorada

    Dieser Satz war für mich so eindrucksvoll, dass ich doch noch etwas dazu loswerden muss.

    Du weisst ja, Soaps sind nur deshalb so erfolgreich, weil man sich so schön gemütlich vom Sofa aus ansehen kann, wie wildfremde Leute an ihren üblen Gefühlskarussellen drehen - das setzt Adrenalin und Endorphine frei...

    ...wahlweise kann man sich das auch über Alkohol holen....

    ...oder über die emotionale Achterbahn in ambivalenten Beziehungen, wobei dann sogar NEGATIVE Gefühle mehr Endorphine und Adrenalin freisetzen als gar keine...





    Ich denke nicht, dass jeder sich selbst "genug" ist oder "genug" sein kann (dafür müsste man Mönch oder Buddhist sein), aber was man steuern sollte (wenn es möglich ist), dann wenigstens die Frage danach, welche Menschen einem wirklich gut tun und bei welchen es eine immerwährende (und anstrengende) Soap-Opera ist.

    Wenn die negativen Gefühle überwiegen, fühlt es sich aber überraschenderweise immer noch "beschäftigter" an als "innere Leere", ist aber eiiiiigentlich ungesünder.

    Beziehungen, die gut verlaufen (auch Partnerschaften) brauchen irgendwann Selbstverständlichkeit auf einer für beide guten Basis und damit kehrt dann auch Ruhe ein, ja, wird sogar auf gesunde Art "langweiliger"...ein immerwährendes Gefühlschaos ist auf Dauer wirklich nur mit gebührendem Sicherheitsabstand in einer Soap zu ertragen.

    @all

    Auch wenn ich jetzt im Einzelnen aus Zeitgründen nicht auf euch, Brausepaul, Regenwetter und June eingehen kann - vieles von meinen Zeilen geht auch an eure Adresse!

    Und ich ergänze das noch durch:

    Bis bald wieder - ich bin natürlich ebenfalls froh, dass es diesen Strang gibt.
    Geändert von Elwyn (28.12.2010 um 12:53 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Liebe Destiny

    Wirklich etwas schräg, die Telefon- und SMS-Story mit deinem Freund. Ich hoffe, dass dich das nun nicht wieder zurückwirft. Aber vielleicht hilft es dir ja sogar zu wissen, dass er sich auch nicht so leicht tut und dich nicht einfach vergessen hat?

    Zitat Zitat von Destiny68 Beitrag anzeigen
    Das würde ich ihm dann schreiben, wenn Du es wirklich so meinst. Wenn Du allerdings immer noch in ihn verliebt bist, und Dir erhoffst, dass er eines Tages auch seine Liebe zu Dir entdeckt, dann würde ich das eher so schreiben, wie Du es formuliert hast (also dass Du noch nicht weißt, wie Du mit der Freundschaft umgehen kannst) denn das ist dann noch ehrlicher. Es bringt nichts, wenn man sich vormacht, Freundschaft könnte klappen, wenn es im realen Leben dennoch immer ein Ungleichgewicht bleibt.

    Was wünscht Du Dir selber langfristig? Willst Du ihn immer noch? Bist Du Dir im Klaren, dass er Deine Gefühle nie erwidern wird? Oder ist da rein aus Deiner Sicht immer noch Hoffnung da, zu der er Anlass gibt?
    Das alles ist mir noch nicht so ganz klar, und deshalb werde ich auf jeden Fall eine offene Variante wählen. Es ist in den letzten Monaten einfach zu viel passiert, als dass ich schon so klar sehen könnte, was ich möchte und wohin das für mich führt.
    Ich möchte uns beiden aber eine Chance geben, noch einmal neu und ohne den vergangenen Ballast aufeinander zuzugehen. Mit "Ballast" meine ich nicht seine kurze Episode mit der Freundin, sondern das, was vorher war an Missverständnissen, Streit etc. Für mich kann ich sagen, dass das endgültig Vergangenheit ist und mich nicht mehr belastet.
    Allerdings überlasse ich die Initiative dazu ihm. D.h. ich werde nur noch reagieren. Früher war ich diejenige, welche mehrheitlich den Anstoss zu Treffen, Mittagessen, Unternehmungen etc. gegeben hat. Das möchte ich, zumindest vorläufig, nicht mehr. Indem der die Regeln vorgibt, liegt es an ihm, wie eng unser Kontakt überhaupt noch werden kann und wird, dies erspart mir zudem Abwarten, Kopfkino etc.
    Beispiel: er hat mir zu Weihnachten geschrieben, also schreibe ich ihm nun auch. Hätte er sich über die Festtage nicht bei mir gemeldet, so hätte auch ich den Kontakt nicht gesucht, bis wir uns im Januar bei der Arbeit wiedertreffen.

    Liebe Grüsse
    regenwetter

  10. User Info Menu

    AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig

    Lieber Paul
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, sicher weiß ich es nicht, sie macht allerdings derzeit einen sehr glücklichen Eindruck, was ich zumindest (auch) auf ihre Beziehung zurückführe. Es ist blöd, meine böse Seite ärgert sich ein wenig darüber, wofür ich mich andererseits sehr schäme, weil ich ihr so oder so natürlich wünsche das sie glücklich ist. Zumal es ja ohnehin nichts ändern würde, ich wäre immer nur ein guter Freund.
    Auch wenn ich mich jetzt furchtbar schäme, dir zuliebe gebe ich es zu: genau diese Gedanken hatte ich auch. Ich hatte mir schon den Kopf darüber zerbrochen, was ich ihm zum Geburtstag und zu Weihnachten/Neujahr wünschen soll. Denn es wäre mir so unehrlich vorgekommen, ihm schöne Dinge zu wünschen mit dem Wissen, dass er sie mit ihr teilt...
    Ich muss zugeben, dass mir die notwendige Abgeklärtheit und Selbstlosigkeit dazu gefehlt hat, ganz über meinem Neid ihr gegenüber zu stehen. Nun, mich hat das Schicksal diesmal vor der Situation bewahrt, aber vielleicht wird sie irgendwann wiederkommen (mit ihm oder sonst jemandem).

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe diese Ziele, meine Bestimmung oder wie immer man das nennen kann, leider noch nicht gefunden, das ist der Punkt.
    Es heisst ja immer so schön jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt ... schön und gut, aber zumindest die grobe Richtung muss ich erstmal finden. Wie gesagt, einfach irgendetwas anfangen macht keinen Sinn.
    Klingt vermutlich komisch, aber ich finde derzeit wirklich nichts was mich groß reizen oder interessieren würde. .
    Dann lass dir einfach die dafür notwendige Zeit! Der Winter ist sowieso keine so typische Jahreszeit für Aufbruchstimmung. Ich wünsche dir, dass du eines Tages (hoffentlich schon bald) einfach aufwachst oder über etwas liest etc. und denkst "das möchte ich tun!"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Paß bloss auf, dass Du dich bei deinem Freund nicht wieder emotional zu weit reinhängst, Du bist schon so weit gekommen ... .
    Ich gebe mir Mühe, bin mir aber bewusst, dass es eine Gratwanderung ist.

    Alles Liebe
    regenwetter

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