Hallo espoir161,
hm...was zwischen uns passiert ist? Genau genommen kennen wir uns schon mehr als 20 Jahre, haben uns immer gut verstanden. Irgendwann wurde es eine "Freundschaft+" und ich denke, von beiden Seiten waren schon mehr Gefühle im Spiel. Es hat aber nie für eine Beziehung gereicht. Das hat verschiedene Gründe, u.a., dass er berufsbedingt fast nie zu Hause ist...alle 2-4 Wochen mal am Wochenende. Das ist einfach nicht das, was ich langfristig möchte.
Nein, er hat mir keine neue Freundin präsentiert. Das wäre mir schon fast egal. Er hält mich ziemlich komplett aus seinem Leben raus, schmeißt unsere jahrelange Freundschaft anscheinend einfach so weg. Das ist es, was mich sehr verletzt.
Und ja, mein Kopf sagt, ich sollte loslassen. Aber aus irgendeinem Grund geht es nicht, er geht nicht aus meinem Hirn
....ich fühle mich inzwischen echt beratungsresistent...weiß nicht, wie ich es angehen soll. Ich denke, zum Loslassen fehlt mir eine klare Ansage seinerseits, dass er den Kontakt nicht mehr will.
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21.01.2014, 19:43
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
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21.01.2014, 22:44
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo zusammen und ein herzliches Willkommen den "Neuen"!

Klar lese ich hier noch mit (bzw. habe den Strang noch im Abo). Ich hatte mir sogar kürzlich überlegt, ob ich ihn wieder mal "ausgraben" soll, es dann aber bleiben lassen, weil es von mir nichts bahnbrechend Neues zu erzählen gibt. Und manchmal frage ich mich auch, wie es wohl all den anderen MitschreiberInnen hier ergangen ist?
Aus der Distanz kann ich mittlerweile die alte Binsenweisheit bestätigen: "Zeit heilt Wunden". Und sie entfernt die rosaroten Brillen
Da mein ehemaliger Freund nun seit rund zwei Jahren (so genau weiss ich es gar nicht, das müsste ich im Thread nachlesen) nicht mehr Teil meines Privatlebens ist, treten die schönen Erinnerungen immer mehr in den Hintergrund, und die wehmütigen Momente werden seltener und seltener.
In meinem Arbeitsalltag ist er nach wie vor präsent, aber unser Verhältnis ist recht distanziert, und inzwischen ist es auch von mir her nicht mehr gespielt-distanziert, sondern ich fühle wirklich keine tiefere Verbindung mehr zu diesem Menschen. Und er hat wohl nie eine tiefere Verbindung zu mir verspürt, sondern jeweils einfach den Moment mirgenommen. Manchmal zeigt er noch so seltsame Anwandlungen, wo er plötzlich wieder verkündet, er hätte mich am Vortag beinahe angerufen, um mich zu fragen, ob ich mit ihm xy unternehme. es dann aber aus dem und dem Grund unterlassen. Früher hätte ich das gleich wieder als Zeichen seiner Zuneigung gedeutet und sehnsüchtig auf den baldigen nächsten Anruf gehofft. Heute denke ich bei mir bloss "Bla, bla, bla..." und ziehe mein Ding durch.
Soviel von der "alten Häsin"
Ich wünsche euch allen eine gute Nacht!
regenwetter
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24.01.2014, 23:06
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo,
da seid Ihr ja wieder ... und ein paar Neue dazu, herzlich willkommen.
@Genna: Hast Du denn das Thema bzw. Deine Frage und Zweifel mal ganz direkt angesprochen (oder ihm geschrieben)? Wenn Ihr schon so lange und gut befreundet seid, würde ich das nicht als Hinterherlaufen sehen, sondern als klares Ansprechen eines Problems in einer eigentlich vertrauensvollen Freundschaft. Sag ihm, wie Du das wahrnimmst ("Abtauchen", "Ausschließen") und versuch zu klären, was seine Absicht ist.
Wenn er Dir dann wirklich klar sagt, daß er auf Distanz gehen will, hast Du möglicherweise den Schlußpunkt, der Dir erlaubt, die Beziehung zu beenden und auch darum zu trauern. Andererseits kann es auch immer noch auf einem Mißverständnis beruhen, oder?
An die "Alten" hier, die noch/wieder mitlesen: Bei mir ist alles ok. Mein bester Freund ist seit drei Wochen Vater und wohnt seit 6 Monaten mit der Kindsmutter und ihren Eltern zusammen.
Natürlich ist alles anders als vorher - wir können nicht mehr so einfach ein Wochenende zusammen wegfahren oder mal schnell abends nach der Arbeit zusammen kochen. Die reale Zeit, die wir zusammen verbringen, ist viel weniger geworden.
Dabei ist aber unsere Freundschaft nicht weniger geworden. Meine Skepsis und mein Mißtrauen sind geschmolzen, weil er sich immer um mich und unsere Freundschaft bemüht und mich an seinem Leben teilhaben läßt. Inzwischen haben wir uns - und ein großer Teil unserer Umwelt sich auch - an diese außergewöhnliche Freundschaft gewöhnt, fragen nicht mehr nach dem Warum und freuen uns einfach darüber, daß wir uns haben.
Und: nein, wir wollen nicht (mehr) miteinander knutschen oder schlafen. Jeder ist in seiner aktuellen Partnerschaft/Beziehung glücklich. Wenn ich über die letzten 5 Jahre nachdenke, war dies aber nicht immer so. Früher kribbelte da schon etwas und ganz besonders, wenn wir beide zeitgleich Singles waren.
Irgendwie bin ich neugierig, wie es die nächsten 5 oder 10 oder ... Jahre weitergeht.
Seid alle ganz herzlich gegrüßt
von Alvorada.
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25.01.2014, 14:02
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo,
ich habe vor ein paar Tagen euren Thread hier entdeckt und mit großem Interesse gelesen und auch ein paar Tränen vergossen, obwohl ich nach Brausepaul wohl erst der zweite Mann hier im Thread bin.
Ich habe auch so eine ähnliche Geschichte, wahrscheinlich haben mich deswegen viele eurer Geschichten so bewegt.
In meiner Geschichte ist niemand frisch verliebt, aber ich finde, sie passt gut hierher.
Auch bei mir geht es um eine Kollegin. Als wir uns kennengelernt haben, sind wir uns sehr schnell näher gekommen. "Näher" meint zunächst in einem emotionalen Sinne, erst später in einem sehr reduzierten körperlichen Sinne. Die berühmten zufälligen/nicht zufälligen Berührungen eben.
Ich bin sicher, dass auch sie sich hätte mehr vorstellen können. Von mir kann ich das definitiv sagen, aber da ich meine Familie nicht verlassen will, wird nicht mehr passieren. Sie weiß vom Tag, an dem wir uns kennengelernt haben, dass ich verheiratet bin, da gab es keine Geheimnisse.
Nach einer Weile sehr intensiven Kennenlernens ist der Kontakt komplett abgebrochen, wenn wir uns bei der Arbeit gesehen haben, hatten wir nur Kontakt, wenn es der Job erforderte. Genauso plötzlich wie dieses Schweigen/aus dem Weg gehen begonnen hat, hat es auch geendet. Wir haben kein ernsthaftes Wort darüber verloren. Ich hatte gefragt, was los sei, aber mir verbal eine "blutige Nase" geholt, so dass ich keine Lust hatte, weiterzufragen. Eigentlich wäre der Kommentar schon Grund genug für einen kompletten Kontaktabbruch, aber...
Der Kontakt wurde sehr schnell wieder sehr intensiv. Viel geredet, ein bisschen Körperkontakt (zufällig/nicht zufällig), ein paar Treffen.
Und heute bin ich irgendwie unzufrieden mit der Situation. Ja, ich mag sie und sie mich auch, sonst wäre nach dem Kontaktabbruch nicht schnell wieder alles gewesen wie zuvor. Gelernt habe ich auch, dass ein Kontaktabbruch überhaupt nichts bringt, wenn es danach fast noch intensiver weitergeht als es davor war. 100 % Kontaktsperre geht eben nicht, weil wir Kollegen sind. Vielleicht erstaunlich, weil ich ein Mann bin - ich habe kein körperliches Verlangen nach ihr und für mich ist es nach wie vor undenkbar, meine Familie wegen ihr zu verlassen oder eine Affäre anzufangen. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob wir nicht schon so was wie eine sexlose Affäre haben.
Naja, ich lass das mal so stehen, es gibt noch viele Details, die ich teilweise unbewusst weggelassen habe, teilweise bewusst, weil es sonst kaum noch anonym ist. Fragt einfach nach :-)
Achso, ich habe gemerkt, dass zumindest in den anderen Threads Männer einen schweren Stand haben. Also haut vielleicht nicht volle Kanne drauf :-)
Ergänzung:
Meine Partnerin kennt diese Geschichte und weiß, dass diese Kollegin und ich einen etwas speziellen Umgang miteinander haben. Sie vertraut mir zum Glück.Geändert von nachdenken (29.01.2014 um 22:06 Uhr)
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26.01.2014, 19:11
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Lieber nachdenken (schöner Nickname ... nachdenken ist immer sinnvoll
),
von mir ein paar Anmerkungen / Kommentare:
1) Du hast eine außergewöhnliche, starke und mutige Partnerin und Ihr habt eine sehr vertrauensvolle Kommunikation. Das freut mich sehr für Euch und ich hoffe, Ihr könnt das so erhalten. Müßtest Du die Nähe zu Deiner Kollegin verschweigen, käme das auf eine ganz schiefe Bahn. Andererseits denke ich auch, daß der Partner/die Partnerin einem nie "alles" im Leben sein kann, damit würde man ihn/sie überfrachten. Es wird immer weitere Menschen in unserem Leben geben, die Dinge abdecken, die uns die Partnerschaft nicht gibt. Was diese Dinge sein dürfen - Gedankenaustausch, gemeinsame Zeit, Körperliches - muß jedes Paar gemeinsam für sich definieren.
2) Manchmal begegnen wir sogar Menschen, die wir lieben, zum falschen Zeitpunkt. Oder am falschen Ort. Und nicht immer ist sich lieben und miteinander leben können identisch - ich bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, daß ich einen Menschen über viele Jahre lieben kann (und er mich auch) und wir trotzdem ganz genau wissen, daß wir nicht zusammen leben können.
3) Enge Freundschaften zwischen Mann und Frau im Erwachsenenalter sind schwierig. Sie werden von der Außenwelt mit Mißtrauen und Unverständnis beäugt. Sie sprengen das, was als gesellschaftlich normal vorgegeben wird. Und: ja, bei diesen Freundschaften besteht immer die Möglichkeit (oder die Gefahr?), daß das Körperliche plötzlich eine größere Rolle spielt.
Aber bei allen Formen der menschlichen Beziehungen kann es Mißverständnisse geben. Bei allen Freundschaften können sich unterschiedliche Bedürfnisse nach Nähe, Frequenz der Treffen etc. ergeben.
Aus meiner Sicht plädiere ich dafür, mit Kommunikation und klaren Ansagen zu arbeiten. Eine gute Freundschaft, geistige und seelische Nähe und Verständnis sind ganz, ganz wertvolle Dinge, für die es sich lohnt, Schwierigkeiten zu bewältigen. Aber das sage ich, weil meine Geschichte bisher gut ausgegangen ist. Für einige derjenigen, die hier geschrieben haben, war es zu schmerzhaft, die klare Kommunikation war nicht möglich und daher blieb nur der Kontaktabbruch.
Das ist jetzt nicht sehr geordnet und logisch niedergeschrieben, ich hoffe, Du kannst trotzdem etwas damit anfangen.
Ich wünsche Dir/Euch jedenfalls, daß Ihr einen gemeinsamen Weg findet und würde mich freuen, wenn Du hier mehr darüber schreiben magst,
Alvorada.
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26.01.2014, 19:50
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo Alvorada,
danke für deine Rückmeldung :-)
Ja, ich bin wirklich froh, wie meine Partnerin mit dem Thema umgehen kann. Würde sie es nicht können, wäre klar, dass ich keinen Kontakt mit meiner Kollegin haben könnte.
Ich glaube, unser Problem ist nicht oder zumindest nicht in erster Linie die Außenwelt, die Außenwirkung unserer Freundschaft, sondern unser Umgang miteinander. Von anderen haben wir uns schon Kommentare anhören dürfen, ich bin sicher, dass viele, die uns kennen der Ansicht sind, wir hätten eine Affäre. Ich glaube, dass mich das nicht stört oder belastet, vielleicht im Unterbewusstsein. Da müsste ich mal in mich reinhorchen.
Ja - Kommunikation. Ich glaube, das ist unser größtes Problem. Wir haben in der ganzen Zeit kein einziges Wort darüber verloren, wie wir zueinander stehen, was wir voneinander halten, was wir erwarten. Noch nicht mal, ob wir zufrieden darüber sind, wie es läuft. Vielleicht haben wir beide Angst davor, was ein solches Gespräch ergeben würde. Ich habe wohl den Punkt erreicht, an dem mir fast schon egal ist, wie ihre Sicht auf uns ist, wenn es nur endlich ausgesprochen wäre. Ich hatte es in der Vergangenheit immer so erlebt (ich habe einige weibliche Freunde), dass die Initiative für ein Gespräch eher ein Frauending ist. Das ist jetzt definitiv nicht so. Genauso wie ein paar andere Sachen bei uns eigentlich genau umgekehrt sind, wie man es eigentlich erwarten würde.
Ich vermute, dass wir um ein klärendes Gespräch nicht herumkommen werden, wenn wir nicht weitermachen wollen wie bisher. Ich sehe nur schon wieder das Blut aus meiner Nase laufen. Daher ist mein Bedürfnis, initiativ zu werden, eher gering. Aber wenn wieder so ein Kommentar kommen würde wie beim letzten Mal, wäre das auch eine klare Ansage.
Viele Grüße, ich werd noch ein bisschen
nachdenken :-)
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26.01.2014, 20:40
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26.01.2014, 20:54
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo nachdenken,
könnte es eine Möglichkeit sein, wenn Du ihr schreibst? Per Mail ? Dann gibt es vielleicht weniger eine "blutige Nase".
Andererseits: Wenn Ihr Freunde seid und sie so heftig reagiert, sagt das ja auch schon wieder etwas aus ... so klar scheint es von ihr aus auch nicht zu sein.
Ich denke, es gibt keine andere Möglichkeit: das Thema brodelt unter der Oberfläche und wird sich nicht von selbst erledigen.
Ich wünsche Dir viel Mut und viel Glück !
Alvorada
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26.01.2014, 21:07
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig
Hallo alvorada,
Ja klar, eine Mail ist möglich. Ich bin aber kein großer Fan davon, weil die Gefahr besteht, dass für mich klare Gedanken bei ihr anders ankommen.
Ob wir wirklich Freunde sind? Es gibt Dinge, wie diese unglaubliche Nähe und Vertrautheit, die dafür sprechen. Aber andererseits habe ich mit anderen Freunden deutlich mehr Kontakt, Telefon, sms, whats app...
Ich würde den Begriff "Freundschaft" für diesem Zustand nur stehen lassen, bis mir was besseres einfällt oder ich den Begriff für mich neu definiere oder ergänze.
Und ja, das wird weiter brodeln, hat es ja auch in der Zeit, in der wir keinen Kontakt hatten. Ich frage mich auch, wie lange man so ein Brodeln aushalten kann. Ist wahrscheinlich ne Typfrage...
Viele Grüße,
n.
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26.01.2014, 21:22
AW: Bester Freund frisch verliebt - ich bin traurig



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