Hm, wann liebe ich mich selbst? Ich denke, wenn ich gnädig bin mit mir, wenn ich meine Defizite kenne aber damit versöhnt bin, wenn ich mich nicht zerfleische weil ich nicht perfekt bin, wenn ich selbstkritisch bin und an mir arbeite, aber eben nicht verzweifle an meinen Fehlern, wenn ich gelassen bin mit mir und sehe was ich für Schwächen, aber auch was für Stärken ich habe. Und das gilt dann auch für mein Gegenüber.
Ich versuche ihn wahrzunehmen wie er ist, und nicht wie ich ihn gern hätte, und wenn ich ihn im Großen und Ganzen so annehmen kann und mich mit ihm wohlfühle, wie er ist und ihn einfach gern um mich habe weil sich das richtig anfühlt, wenn er da ist - dann ist das für mich Liebe.
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19.07.2010, 22:36Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
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19.07.2010, 22:38Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
hilly,
klar hat das funktioniert
.
Es kommt ja auch nicht jeder mit schwierigem Hintergrund gleich raus. Bei manchen geht was anderes kaputt als bei anderen, bei manchen setzt früher, bei anderen später die Distanzierung von den Eltern ein. Und dann hat auch nicht jeder erstmal gar keinen Zugriff auf sein Innerstes. Und dann kommen evtl. noch andere Störfeuer dazu, die in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich stören. Perfektionistischer Anspruch z.B. Der kann bei eigenen Kindern anders ausfallen als bei einem Partner. Vertrauen kann auch unterschiedlich ausfallen. Erstmal. Oder man lernt später, für sich dabei hilfreiche Unterschiede zu machen.
P.S.: Und was ewk schreibt ist in Summe wichtig:
Sich immer besser kennenzulernen und sich im Ganzen selbst annehmen.
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19.07.2010, 23:06Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
Man spürt sie schon aber sie sind vielleicht nicht so präsent wie wenn man ein Gegenüber hat.
Es gibt aber auch Menschen, die fühlen das auch wenn sie niemanden um sich haben, ich bezog mich aber jetzt auf Deine Aussage.
Wichtig wäre es meiner Meinung nach zu hinterfragen was konkret mit stört wenn mein Partner in der Nähe ist. Unter Umständen kann ich mit diesem Partner gar nicht mehr und mein Körper signalisiert mir diesen Spannungszustand. Oder ich fühle mich in seiner Gegenwart klein was sowohl mit mir als auch mit ihm zusammenhängt oder nur als subjektive Wahrnehmung existiert.
Die Bandbreite ist gross an Möglichkeiten und die Kunst ist es für sich zu schauen wo sitzt das Gefühl, wo die Spannunge wo manifestiert sie sich was war vorher, ist sie grundsätzlich da, geht sie wieder, kann ich mich dabei ausdrücken?
Hast Du schon mal Deinem Gefühl in Dir Ausdruck verliehen?
Ich weiss nicht ob das Beispiel passt:
Jeder kennt doch die Situation im Aufzug. Da steht man auf engem Raum mit mehreren unbekannten Personen zusammen. Man merkt die Spannung, keiner weiss so recht wo er hinschauen soll, manche verdrücken sich ins Eck und hoffen, dass die Tür wieder aufgeht.
Wenn man in dieser Situation den Mut hat und genau dieses Spannungsgefühl anspricht, dass es einfach ein saublödes Gefühl ist im Aufzug so eng aufeinanderzustehen dann wird man feststellen, dass die anderen erleichtert ausatmen und es entsteht eine Diskussion zumindest ein zustimmendes Gemurmel und vielen huscht ein Lächeln über die Lippen.
Genauso könntest es auch dann machen wenn Du diesen Druck in dir verspürst. Teile Dein Empfinden mit und zwar so, dass der andere nichts tun muss, halte dem Gefühl mal stand und akzeptiere es was immer es auch ist.
@die anderen
Vielen Dank für Euere Impulse!
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19.07.2010, 23:11Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
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Verdrängen ist natürlich sinnvoll - so lange es dem Überleben dient. Wenn es aber zum späteren Leiden wird, wird angelernte Verdrängung weniger sinnvoll.
Ich meine aber damit nicht, dass es wünschenswert wäre, gleich den kompletten Vorhang zu heben. Wenn man bereit ist, hebt der sich von selbst. Stück für Stück - eben im eigenen Tempo.
Ich kann das nicht im Detail ausführen, aber ich bin davon überzeugt, dass wenn man liebt - also sich selbst und seine Kinder, dann gibt es keinen wirklichen Konflikt. Dann kann man auch mal schmerzhafte Entscheidungen für Kinder treffen, die aber nicht gleichzeitig ein völlig verkehrtes Weltbild zur Folge haben, weil dahinter eine wirklich liebende Absicht steckt.Und was die Elternschaisze anbelangt, kann die Liebe mit völlig verqueren Vorstellungen vermengt sein, wie man Liebe zu zeigen hat, dass es wirklich schwer zu trennen ist. Angst und mangelnde Eigenliebe spielen da auch eine Rolle, so dass die Eltern möglicherweise in Konflikt geraten zwischen der Liebe zu sich selbst und zu ihren Kindern...?
Kinder systematisch verprügeln aus Liebe, weil man um sie besorgt ist? Das geht für mich mit einer liebenden Grundhaltung nicht überein.
Und wenn jemand Kinder sexuell missbraucht mit der Überzeugung er "liebe" sie, der hat sowieso ein Problem mit dem Liebesverständnis.
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Ne.
Also was vorne und was hinten ist, darf auch bei der Liebe eindeutig sein, meine ich. Und zwar ohne sich dabei selbst aufzugeben. Das stünde nämlich wiederum der Eigenliebe entegegen.
Ich würde da aber jetzt nicht draus machen: Erst wenn ich richtig lieben kann, dann kann ich mich auf einen Partner und Kinder einlassen, sonst mache ich zuviel kaputt.
So nicht. Damit wäre ja schon wieder die Angst als Störfeuer vor eine liebende Absicht geschoben. Der Anspruch ist zu hoch, wieder mal Leistungsanspruch: "Ich darf erst lieben wenn ich das Diplom dafür habe". Und vor allem: Sich selbst nicht anerkennend. Zwar in Sachen "Defizit" - aber nicht in Sachen "ich lebe und dazu gehört lieben und ich bin wie ich bin ein liebenswerter Mensch".Geändert von Inaktiver User (19.07.2010 um 23:15 Uhr)
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19.07.2010, 23:39Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
Also, ich komme wirklich aus einem sehr liebevollen Elternhaus - Zärtlichkeit, Lachen, Spiel war an der Tagesordnung.
Aber natürlich sind meine Eltern auch Menschen mit menschlichen Fehlern. Das schöne ist aber - ich kann bis heute mit ihnen darüber reden und mein Vater meinte selbst mal etwas von wegen, wie "dass mein sein Leben lang damit zu tun hat, die Erziehung seiner Eltern zu überwinden..."
Ich liebe meine Familie immer noch und immer mehr (und darum möchte ich auch nicht so viel über sie schreiben).
Ich denke auch dass mich bestimmte Strukturen in meinem Elternhaus geprägt haben, klar, und es mir vielleicht auch schwer gemacht haben "Paarbeziehungen" einzugehen, aber das hing auch mit meinem Charakter und mit dem meiner Eltern und Brüder zusammen - wie wir aufeinander "gewirkt" haben. Ohne "Absicht".
Was mich manchmal wundert- man sagt immer Kinder aus glücklichen Ehen haben bessere Chancen eine glückliche Ehe einzugehen als andere. (Die Ehe meiner Eltern ist nicht perfekt aber gut) Bei mir gelingt es nicht so.
Ich habe darum sehr oft auch meine Kindheit, Eltern- und Geschwisterbeziehungen hinterfragt ... was ist da schief gelaufen? Mittlerweile denke ich, nö gar nix, ich bin okay so wie ich bin. Und ich merke oft, wenn ich von anderen Kindern höre, die unglücklicher aufgewachsen sind (geschlagen, oder gar missbraucht wurden) - dass in Fernsehberichten (wie ich es jetzt bei den Regensburger Domspatzen gesehen habe z.B.) SOFORT gesagt wird, er hat es geschafft dennoch Beziehungen einzugehen, oder so etwas ähnliches. Es wird da immer eine Kausalität hergestellt, die so glaube ich nicht da ist.
Ich kann mich nicht in ein missbrauchtes oder unter schwierigen Umständen aufgewachsenes Kind hineinversetzen.
Ich glaube die wahren Opfer sind oft die, die gar nicht so gut formulieren können, wie wir - die mit ihren Erfahrungen allein da stehen, ihre Muster nie durchbrechen können.
Ich habe manchmal das Gefühl es sind gerade wieder die Akademikerkinder und Bessergestellten die die Therapeuten-Studios bevölkern und nicht die, die eigentlich von Anfang an keine Chance hatten.Geändert von Inaktiver User (19.07.2010 um 23:47 Uhr)
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19.07.2010, 23:51Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
Und woher kommt dann Deine Unsicherheit? Woher der Mangel an Selbstvertrauen und Selbstwert?
Ja das spielt selbstverständlich alles eine Rolle!Ich denke auch dass mich bestimmte Strukturen in meinem Elternhaus geprägt haben, klar, und es mit vielleicht auch schwer gemacht haben "Paarbeziehungen" einzugehen, aber das hing auch mit meinem Charakter und mit dem meiner Eltern und Brüder zusammen - wie wir aufeinander "gewirkt" haben. Ohne "Absicht".
Es kann sogar bis zu 5 Generationen in die Vergangenheit reichen, diese Verstrickungen in Familiensystemen.
Die Basis könnte besser sein, die Startbedingungen. Wobei man da sehr genau hinschauen sollte was man unter glücklichen Ehe versteht.Was mich manchmal wundert- man sagt immer Kinder aus glücklichen Ehen haben bessere Chancen eine glückliche Ehe einzugehen als andere.
Selbst dass ist nicht zu beurteilen, was bewegt Dich "perfekt" zu benutzen?`Wann ist bitte was perfekt in einer Partnerschaft?(Die Ehe meiner Eltern ist nicht perfekt aber gut)
Die gibt es meiner Meinung nach auch nicht. Genausowenig wie die Scheidungsstatistik aussagt, dass diejenigen in verbleibenden Beziehungen deswegen glücklicher wären.Es wird da immer eine Kausalität hergestellt, die so glaube ich nicht da ist.
Ich glaube die wahren Opfer sind oft die, die gar nicht so gut formulieren können, wie wir - die mit ihren Erfahrungen allein da stehen, ihre Muster nie durchbrechen können.Kann ich so nicht bestätigen. Aber selbst wenn was verbindest Du damit für eine Konsequenz?Ich habe manchmal das Gefühl es sind gerade wieder die Akademikerkinder und Bessergestellten die die Therapeuten-Studios bevölkern und und nicht die, die eigentlich von Anfang an keine Chance hatten.
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20.07.2010, 00:00Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
Woher willst Du wissen, dass ich unsicher bin, kein Selbstvertrauen habe und keinen Selbstwert?

Gesellschaftskritisch behauptet: für viele Akademiker ist die 3. Psychotherapie nicht mehr als ein Luxusproblem, die man sich gönnt wie eine Massage, weil man denkt, ja doch bitte Anspruch auf ein perfektes Leben (in materieller, sozialer, sexueller etc. etc. Hinsicht) zu haben.
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20.07.2010, 00:04Inaktiver User
AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?
Habe nicht geschrieben, dass Du das nicht hast sondern einen Mangel.
Und ich behaupte das aus der Beobachtung heraus aus Deinem Flirtstrang. Dem Umgang mit dem Thema an sich, Deiner Reaktion als Du gegangen bist und wieder zurückgekehrt bist.
Das soll kein Angriff sein aber irgendwie passen die Reaktionen nicht zu dem was Du hier über dieses Thema schreibst.
Na ja mag sein aber das ist doch ein völlig anderes Problem wie hier im Strang diskutiert wird und diejenigen, die meinen Therapie als Hobby betreiben zu können fügen sich mehr Schaden zu als sie meinen. Ich beneide diese Personengruppen nicht.Gesellschaftskritisch behauptet: für viele Akademiker ist die 3. Psychotherapie nicht mehr als ein Luxusproblem, die man sich gönnt wie eine Massage, weil man denkt, ja doch bitte Ansprich auf ein perfektes Leben (in materieller, sozialer, sexueller etc. etc.) Hinsicht zu haben.
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20.07.2010, 00:05Inaktiver User
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20.07.2010, 00:07Inaktiver User


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