Antworten
Seite 2 von 7 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 65
  1. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Kann man Liebe überhaupt lernen?
    Ist es nicht eher so, dass jeder seine individuellen Vorstellungen davon hat?
    Und das wir ewig auf der Suche/ Jagd danach sind. Manche geradezu panisch getrieben, weil der Mensch eben geliebt werden will.

    Jemanden, dem als Kind nicht die gebührende Liebe entgegengebracht wurde, fehlen Vorbilder, aber nicht das Empfinden und die Sehnsucht nach Liebe.
    Oft aber haben diese Menschen vermittelt bekommen, das sie nicht liebenswert sind, es an ihnen liegt, das sie nicht geliebt werden. Das schleppt man im Rucksack mit, das ist gemeint mit dem sich selber lieben.

    Wenn ich mich so annehme wie ich bin und nicht wie man mir irgendwann mal negativ vermittelt hat, dann ist das zwar keine Garantie auf eine tolle erfüllende partnerschaftliche Liebe, aber auf ein gutes glückliches selbstbestimmtes Leben.
    Ich bin nicht unbedingt der Anhänger von Eva Maria Zurhorst, aber den Titel ihres Buches "liebe dich selbst, dann ist es egal wen du heiratest" ein wenig verändert in "... ob du heiratest", der sagt vieles aus.


    Ich weiß nicht ob man lieben lernen kann, aber empfänglich für Liebe ist jeder Mensch.

  2. User Info Menu

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seewespe hat ihren Beitrag gelöscht.

    Schade!
    das finde ich auch ausgesprochen schade!

    wespe, ich find ihn sehr hilfreich, magst du ihn nicht wieder einstellen, wenn er noch irgendwo ist?


  3. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Hm, wo ist eigentlich Miss Mut abgeblieben?

  4. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke schlaflos!

    Hätte ja auch, in letzter Instanz sozusagen, mal bei der Tante angeklopft, aber persönliche Empfehlung/Austausch ist natürlich viiiieeeeel schöner!
    Ich wundere mich eigentlich immer wieder wie viel Vertrauen in Wiki bei Brigitte gesetzt wird, meiner Meinung nach nicht die beste Quelle.

    Zurück zum Thema, ich glaube schon das man Liebe lernen kann...bestimmt mit viel Arbeit und der Erkenntnis...das man liebenswert ist verbunden.

    Ibeth

  5. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Ich bin da ähnlicher Meinung wie Nelly und meine, dass es nicht darum geht lieben zu "lernen" wie etwas völlig Neues, Unbekanntes. Sondern es geht darum, die Liebe wieder zu entdecken - in sich selbst, sie zuzulassen. Sie ist für mich etwas, was immer da ist, das kann jeder.

    Mir hat mal ein Mann, früher ungeliebtes Kind, gesagt: Ich weiß, dass du mich sehr liebst, aber ich spür's nicht. Es war derselbe, der mich mit einem sehr frühen "ich liebe dich" sehr irritiert hat.
    Er hat sehr im Außen gesucht und ausprobiert, was nicht funktioniert hat.

    Es geht über das Innere und mein Bild davon ist, etwas in sich auszugraben, ohne genau zu wissen, wie es aussieht, nur eine Ahnung davon habend. Sowas wie eine kleine Glut, ganz tief in einem Haufen Asche versteckt, zu finden und wieder anzufachen.

    Das größte Problem dabei ist wohl, die Suche vom im Außen auf das Innen umzustellen. Oder besser: Das Finden. Weil die Konditionierung inzwischen so sehr im Außen verhaftet ist und das Gefühl "ich kann gar nicht lieben weil ich nicht liebenswert bin" viele selbsterfüllende Mechanismen erschaffen hat.
    - Und der Aschehaufen, der mitunter Atemnot macht und sehr abschreckend wirkt und der auch immer größer wird, je länger und verzweifelter man frustriert im Außen sucht.

  6. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    etwas in sich auszugraben, ohne genau zu wissen, wie es aussieht, nur eine Ahnung davon habend. Sowas wie eine kleine Glut, ganz tief in einem Haufen Asche versteckt, zu finden und wieder anzufachen.
    ... bzw. zu spüren, dass da etwas ist, dessen man sich bisher sehr unsicher war und zu entdecken, dass es _wahr_ ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht ob man lieben lernen kann, aber empfänglich für Liebe ist jeder Mensch.
    Das ist sehr schön gesagt!

    Ich glaube, so aus der Beobachtung heraus, dass die Rechnung Kind wird von Eltern nicht geliebt und kann dann nicht lieben nicht immer "aufgeht". Und auch andersrum nicht - Kind wird geliebt und hat dann keine Probleme mit der Liebe....

    Meine Eltern haben mich geliebt und lieben mich auch heute. Trotzdem tue ich mich nicht leicht mit Liebesbeziehungen... bin auch jemand der lange geflüchtet ist vor der Liebe...

    Ich denke, in jedem Fall muss man sein Leben irgendwann in die Hand nehmen, und darf nicht immer nur die Begründungen in der Vergangenheit suchen. Ich habe z.B. auch oft erlebt, dass Menschen, die kein so liebenswertes Elternhaus haben, Liebe an anderen Orten finden, da sie sich Liebe "suchen". Kinder, die zuhause viele Liebe erfahren lernen dann manchmal nicht so schnell, Liebe auch ausserhalb der Familie zu finden.

    Und zudem ist doch auch geschlechtliche Liebe eine ganz andere - und ich finde - immer noch - eine weitaus schwierigere Liebe als die Liebe der Eltern.

    Einen Automatismus (menschliche) Liebe zu empfangen und einen Anspruch immer geliebt zu werden gibt es aber glaube ich nicht. Oder?
    Geändert von Inaktiver User (18.07.2010 um 23:10 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, so aus der Beobachtung heraus, dass die Rechnung Kind wird von Eltern nicht geliebt und kann dann nicht lieben nicht immer "aufgeht". Und auch andersrum nicht - Kind wird geliebt und hat dann keine Probleme mit der Liebe....
    Das weiss ich so nicht, hängt davon ab was man unter Liebe versteht und wie der Begriff für einen geprägt ist.
    Selbt Kinder die verprügelt wurden sagen, dass ihre Eltern sie geliebt haben.
    Es gibt viele Erwachsene, die z. B. so Sprüche sagen wie: Ich wurde auch geschlagen, aber ich bin trotzdem gross geworden und mir hats nicht geschadet.

    Ja ist schon bemerkenswert wenn man sowas selbstverständliches erwähnen muss in unserem Kulturkreis, dass man trotz Misshandlung "gross" geworden ist und nicht gleich daran gestorben wäre.

    Meine Eltern haben mich geliebt und lieben mich auch heute. Trotzdem tue ich mich nicht leicht mit Liebesbeziehungen... bin auch jemand der lange geflüchtet ist vor der Liebe...
    Das nehme ich Dir mal so ab wie Du es schreibst aber wie gesagt, die Definition von geliebt werden als Kind unterscheidet sich gewaltig von der Liebe, die man in einer Partnerschaft benötigt.

    Werden Kinder z. B. nach dem Liebe=Leistungssprinzip erzogen: Liebe bekommst Du nur dann wenn Du brav und artig bist, nicht über die Strenge schlägst und tust was ich Dir sage, erzogen, dann wird sich das fortführen.
    Sie werden versuchen über Leistung "Liebe" zu bekommen und für sie ist das selbstverständlich "Liebe", sie kennen es ja nicht anders.
    Sie haben das Gefühl, erst wenn ich etwas geleistet habe, dann habe ich es verdient von meinem Partner geliebt zu werden.

    Diese Eltern habe ihre Kinder mit Sicherheit auch geliebt, ihrer Definition nach, aber welche Folgen so ein missbräuchliches Verhalten hat ist nicht abzusehen.


    Ich denke, in jedem Fall muss man sein Leben irgendwann in die Hand nehmen, und darf nicht immer nur die Begründungen in der Vergangenheit suchen. Ich habe z.B. auch oft erlebt, dass Menschen, die kein so liebenswertes Elternhaus haben, Liebe an anderen Orten finden, da sie sich Liebe "suchen".

    Es geht nicht darum, dass man das als Entschuldigung verwendet aber als Ursachenforschung warum man so tickt und dieses Muster dann zu durchbrechen ist es erforderlich mal in die Vergangenheit zu gehen.
    Kinder lernen durch Nachahmung, Worte sind weniger gewichtig als Taten und wenn die Worte nicht zu den Taten passen dann löst das im Kind einen massiven Konflikt aus.

    Es mag sein, dass sich Kinder mehrere kreativen Methoden bedienen um "Liebe" zu bekommen. Die Wunden, die die Eltern da zufügen, dass sie sich die Liebe schon mal woanders suchen müssen sind enorm.

    Kinder, die zuhause viele Liebe erfahren lernen dann manchmal nicht so schnell, Liebe auch ausserhalb der Familie zu finden.
    Na ja wie man das auch sehen mag.
    Was ist denn das für eine Art von Liebe? Was verstehst Du unter "viel Liebe". Ich halte das überhaupt von aussen betrachtet überhaupt nicht möglich sich da ein Urteil darüber zu bilden wie es so einem Kind geht und ob es diese Art von Liebe überhaupt nehmen kann und ob diese "viele Liebe" überhaupt zum jeweiligen Kind passt.

    Manches was wie Liebe aussieht ist nämlich keine.

    Und zudem ist doch auch geschlechtliche Liebe eine ganz andere - und ich finde - immer noch - eine weitaus schwierigere Liebe als die Liebe der Eltern.
    Den Satz verstehe ich nicht, was meinst Du damit?

    Einen Automatismus (menschliche) Liebe zu empfangen und einen Anspruch immer geliebt zu werden gibt es aber glaube ich nicht. Oder?
    Nein einen Automatismus gibt es nicht. Du kannst nicht einmal erwarten dass Liebe beständig ist, dass sie sich entwickelt und dass sie bleibt.

  9. Inaktiver User

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er hat sehr im Außen gesucht und ausprobiert, was nicht funktioniert hat.

    Es geht über das Innere und mein Bild davon ist, etwas in sich auszugraben, ohne genau zu wissen, wie es aussieht, nur eine Ahnung davon habend. Sowas wie eine kleine Glut, ganz tief in einem Haufen Asche versteckt, zu finden und wieder anzufachen.
    Leda, ich habe nicht ganz verstanden, was Du mit außen und innen meinst. Könntest Du das bitte noch mal erklären?

  10. User Info Menu

    AW: Können ungeliebte Kinder "lieben lernen"?

    Ich fand für mich ganz wichtig herauszufinden, also nachzuFÜHLEN, dass es ganz offensichtlich einen Unterschied zwischen kindlicher Liebe und erwachsener Liebe (ich meine damit nicht Sexualität) gibt und dass auch die Bedürfnisse nach Liebe in der Qualität extrem unterschiedlich sind. Nehmen wir mal als anderes Beispiel Hunger. Ob ein Baby das Gefühl wirklich bewusst erlebt? Wohl eher nicht. Es empfindet einen unwohlen Zustand und schreit, Nahrungsaufnahme ist am Anfang reflexgesteuert. Ein Kind lernt erst im Laufe der Zeit, Hunger und die körperlichen Anzeichen dafür einzuordnen, es lernt, wie es den Hunger stillen muss und selber stillen kann, es entwickelt noch sehr viel differenzierter einen Geschmack. All das bekommt ein Kind in der Familie gezeigt, zum einen durch das Vorleben, aber auch in Abgrenzung, in einem bewussten "Nein, so möchte ich das für mich nicht.".

    Mit allen Gefühlen ist das, denke ich, ähnlich. Wir werden mit der Software geliefert, die es uns möglich macht, zu empfinden. Aber die Qualität der Empfindungen hängt extrem vom Umfeld ab. Das LERNT man. Jeder Mensch. Davon bin ich überzeugt. Wie gut, hängt davon ab, ob da jemand ist, der ein Kind spiegelt, ihm erklärt: Das ist jetzt Wut, was Du empfindest, die kannst Du so und so in den Griff bekommen. Ich denke, bei den "ungeliebten" Kindern ist genau dieser Entwicklungsprozess ausgeblieben oder zumindest viel zu schwach gewesen.

    Für mich war meine Gefühlswelt die meiste Zeit ein undefinierbarer Brei - was emotional betrachtet ein sehr kindlicher Zustand ist. Ich habe zum Beispiel Erschöpfung für mich lange Zeit nicht gespürt. Dafür sind in Phasen großer Anstrengung meine Männergeschichten regelmäßig eskaliert. Erschöpfung war nicht okay, um Gottes Willen, Babette ist doch leistungsfähig. Liebeskummer war okay. Meine Männergeschichten hatten also unter anderem genau die Funktion, Gefühle, die ich nicht anders wahrnehmen und einordnen konnte, zu kanalisieren.

    In meiner Therapie lerne ich unter anderem, diese Gefühlswelt zu differenzieren und adäquat darauf zu reagieren. Also Erschöpfung mit Ruhe zu begegnen, und nicht diesen Brei einem (meist zudem völlig ungeeigneten) Mann überzustülpen. Ich lerne, mit Wut und Trauer umzugehen, ich lerne, ein gutes Gefühl zu genießen. Ich lerne, gute Gefühle selbst herbeizuführen, und die schlechten nicht mehr an meine Substanz gehen zu lassen. Ich bin also tatsächlich mehr und mehr nach innen gewandt, und meinen Fortschritt merke ich daran, dass ich solche Männer-Krücken immer weniger brauche. Ich denke (und hoffe), dass ich irgendwann so sehr bei mir und meinen Gefühlen angekommen bin, dass ich es schaffe, einen Mann, der ein gutes Gefühl in mir auslöst, so zu sehen wie er ist und ihn in seinen Grenzen zu belassen und somit auf erwachsene Art und Weise zu lieben.

    Ich würde also sagen: Lieben lernen bedeutet nichts anderes, als fühlen lernen und das ist ein völlig normaler Schritt in der Entwicklung, den viele Menschen machen. Und manche, in ungünstigen Familienkonstellationen, eben nicht. Aber LERNEN kann das tatsächlich jeder. Und auch später noch.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

Antworten
Seite 2 von 7 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •