danke, jetzt hab ichs verstanden
Nur sollte man das nicht als Lohn/Bestrafung und Erziehung sehen, sondern in allererster Linie auch für sich selber und nicht so sehr auf den anderen gerichtet (Co-Abhänggkeit). Der andere merkt, ob das eine Erziehungsmaßnahme ist oder ob die ernstgemeinte Nachricht dahinter steckt: Das geht so nicht du tust mir gerade weh.
Farmelli
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16.07.2010, 17:20Inaktiver User
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
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16.07.2010, 18:00
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
wie das immer so kommt, man hält sich gerne bei dem Partner auf und geniesst die Zwei- und Viersamkeit...
Ihre Wohnung ist zudem etwas zu klein, um alle unterzukriegen, daher haben wir auch wegen Ihrer beruflichen Neuorientierung alles andere zurückgestellt.
Offiziell bin ich aber nicht dort wohnhaft, es handelt sich eher um einen faktischen Status.
Ich bin schon der Meinung, dass sie sehr emotionell ist in jeder Hinsicht, leider aber mit sehr hohem Erwartungshorizont an sich und andere, so dass andere und auch sie selbst diesem Anspruch oft nicht genügen und daher der schnelle und überschäumende Ärger vorprogrammiert ist. Sie ist aber nicht der Typ des allzeitumsichschlagenden Nörglers, sondern kann auch lustig sein und emtionell schöne Augenblicke geniessen.
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16.07.2010, 18:03
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
was die Sache im Moment etwas zusätzlich problematisch macht, ist dass wir Montag gemeinsam mit den Kindern in Urlaub fahren....meine Stimmung passt da nicht wirklich zu. Das ist aber ein anderes Problem, mit dem ich schon klar komme.
Bisher hat das aber auch interessanterweise relativ gut geklappt.
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16.07.2010, 18:14
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Hallo Schnuppsi,
ich finde, dieses Schreien, sich hereinsteigern und auf Dir herumhämmern hat etwas sehr kindliches. Nicht unbedingt
bewußt brutal oder grausam - aber trotzdem nicht tolerierbar.
Ich selber halte den Vorschlag, ihr Verhalten zu spiegeln, für am vernünftigsten. Ich habe selber im Umgang mit einer cholerischen Chefin herausfinden dürfen, daß es am besten ist, ganz klar zu sagen:
SO NICHT! Du trampelst hier nicht auf mir herum, das lasse ich nicht zu! und auf gar keinen Fall vorsichtig um sie herumzuschleichen in der Hoffnung, daß bald alles wieder "gut" wird.
Das scheint Choleriker merkwürdigerweise erst recht auf die Palme zu bringen.
Beim nächsten Ausraster: sag ihr, daß Dir das mehr als reicht, und verlasse die Situation. Und zwar so lange, wie DU willst, nicht, bis sie Dich gnädig wieder aufnimmt.
Mach ihr klar, daß Du ihr Verhalten verletzend und unentschuldbar findest und daß Du Dir eine langfristige Beziehung so nicht mehr vorstellen kannst.
Und das würde ich auch nicht diskutieren! Egal, was die Gründe für ihr Verhalten sind, aber ihr Sandsack bist Du nicht.
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16.07.2010, 18:56Inaktiver User
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
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16.07.2010, 20:53
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Hallo Schnuppsi,
Interessant wäre doch auch zu wissen, zu welchen Gelegenheiten Deine Freundin so ausrastet und was Du und die Kinder dazu beitragen könntet, die Anfälle zu vermeiden.
Ich krieg auch gelegentlich cholerische Anfälle – ich arbeite dran, weil sie mir selber peinlich sind.
Aber erstens habe ich festgestellt: Ich reagiere so nur gegenüber meinem Mann. In der Arbeit oder woanders würde ich mich das nie und nimmer trauen. Da zähle ich bis zehn (manchmal bis hundert) und bitte das Gespräch zu vertagen, weil ich gerade einen ganz heißen Magen habe.
Aber mit meinem Mann bin ich sehr viel sehr intensiv zusammen – schon dieses Aufeinanderhocken macht mich manchmal aggressiv.
Das heißt aber ja: Es gelingt mir offensichtlich - grundsätzlich – mit Konflikten weniger impulsiv umzugehen. Dann kann ich das ja "im geschützten Raum" zuhause mit meinem Mann auch trainieren.
Ich gerate jeweils in Rage, wenn ich Dinge suchen muss, die "er" nicht dahin gelegt hat, wo sie hingehören. Wenn er zu x-ten Mal den nassen Kaffeefilter nicht auf den Kompost wirft, sondern in die Mülltonne. Er dem Hund ein Leckerchen gibt, obwohl der gerade auf Diät ist.
Also im Prinzip, von außen, Papperlapapp. Für mich der absolute Super-Gau: Kontrollverlust. Macht mir irren Stress. Ich "muss" ihn abbauen – laut. Ich heule manchmal, weil ich denke: Ich habe überhaupt keine Selbstwirksamkeit. Es spielt keine Rolle, ob ich etwas möchte.
Stimmt natürlich so gar nicht, aber etliche Gespräche mit meinem Mann ergaben: Ich "muss" gelassener werden. Sch*** auf ein perfektes, bis zum Letzen durchorganisiertes Leben. Viele Dinge laufen eben so, wie ich es absolut nicht will. Deshalb dreht sich die Welt trotzdem. Gewöhn Dich dran.
Entweder lasse ich den blöden Kaffeefilter im Müll, oder ich hole ihn schneller als mein Mann aus der Kaffeemaschine.
Er seinerseits fragt, ob ich dieses oder jenes noch brauche, bevor er es wegschmeißt. (Ich habe schon Gebrauchsanweisungen von nagelneuen E-Geräten aus dem Altpapier gefischt, das macht mich halt einfach wütend!). Und wenn ich signalisiere: Lass mich mal in Ruhe, dann geht er mir ein bisschen aus dem Weg. Denn aus dem Mustopf kommen meine Ausraster ja nun auch nicht.
(Habe mich übrigens auch gesundheitlich abchecken lassen, Schilddrüse, Blutdruck usw. Die Werte sind aber alle ok, der Arzt meinte: "Bei Ihrem Tagesprogramm würde ich auch ausrasten.")
Mein Mann reagierte übrigens von Anfang unserer Beziehung an super: Er geht und lässt mich abtropfen. Und nach ner Stunde kommt er wieder und fragt: "Kannst Du mir das nicht anständig sagen?" Dann tut er mir so leid, weil er so einen Gelegenheits-Besen geheiratet hat.
So vermeiden wir miteinander meine Anfälle. Ich mit allgemeinem Entstressungs-Programm, er mit dem Bemühen zu verstehen, warum es sinnvoller ist, dies oder jenes so und nicht anders zu tun. Und mir zum Beispiel nicht "meine" Küche umzuorganisieren.
Die Anfälle sind echt schon super selten geworden.
Übrigens: Im Urlaub ist man ja in der Regel entspannter – in stressfreien Zeiten bin ich "anfallsfrei"
.
Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler
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17.07.2010, 05:16
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Danke Etain,
so eine Antwort, von jemand der selbst betroffen ist, habe ich gesucht und offensichtlich auch gefunden. Bei uns ist es so ähnlich wie bei Dir -glaube ich zumindest, da ich ihre Gedanken nicht lesen kann. Was für Deine "Ursachenforschung" spricht ist, dass Sie gleichfalls zu Hause anders ist als in der Umwelt. Auf andere wirkt Sie fröhlich, freundlich und hat eine lebensfrohe Ausstrahlung, zu Hause reagiert sie so auschschliesslich und insbesondere in solchen Situationen, wie Du sie beschreibst, nur dass Sie, wenn sie grad so drauf ist, bei mir irgendwie auch immer einen Anlass findet, zumal sie sehr ordnungsliebend und stringent ist, was bestimmte Vorgaben, Abläufe und Vorstellungen betrifft. Wie geht Ihr denn mit solchen Diskussionsproblemen um, die Dich regelmässig an ihm nerven? Gibt es so was auch, zB wie das altbekannte Zahnpastatubenproblem oder ähnliches? Als Mann ist man ja immer gut Angriffspunkt, wenn man mal grad nicht hingehört hat, den Müll vergessen hat, unsensibel bei den Kindern war oder an andere Dinge, die dem Anderen wichtig waren, mal nicht gedacht hat.
Könnt Ihr denn auch über Dein "Problem" reden, oder weicht Ihr dem ganzen durch Eure Strategie einfach aus?
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17.07.2010, 08:57
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Das isses! Aber noch ein bisschen komplizierter: Weil es mir beispielsweise selber wahnsinnig schwer fällt, Ordnung zu halten und mir äußere Ordnung aber Sicherheit verschafft, Zeit spart (die mir an allen Ecken und Enden irgendwie fehlt) und gut aussieht, machen mir Abweichungen Stress.
Ich ordne mir meinen und partiell unseren Alltag, habe einen minutiösen Zeitplan und gerate leicht aus den Fugen, wenn meine super geplante Systematik torpediert wird. Ich plane auch von langer Hand, zum Beispiel, wie der Garten nächstes Jahr aussehen soll. Schneidet mein Mann dann im Herbst ein Gehölz falsch, bringt er meinen schönen Plan durcheinander.
Ich bin ein sehr systematischer und zukunftsorientierter Mensch, mein Mann mehr so der Spontane, der im Hier und Jetzt lebt.
Wir möchten/müssen beide voneinander lernen und haben das auch schon, dass jede Sichtweise ihre Berechtigung hat – sonst haben wir ja beide Dauerstress hier.
Ich bemühe mich zu kapieren, dass mein Mann keine Gedanken lesen kann. Ich teile also viele meiner Gedanken und Handlungen einfach mit (auch wenn ich das irgendwie manchmal eigentlich blöd finde, weil das doch eh klar sein müsste, dass "man" ... zum Beispiel die kleineren Töpfe in die größeren stellt statt die größeren auf die kleinen, so dass der Turm dann schließlich im Schrank umkippt und ich auf den Knien mit dem Oberkörper im Schrank alles wieder zusammensuchen muss. Dass ich gern hätte, dass er Rotweinreste in Flaschen im Spülbecken ausschüttet, bevor er sie in die Altglaskiste legt – weil ich mir beim Wegbringen nämlich schon häufiger die Klamotten versaut habe.)
Und mein Mann bemüht sich, konzentrierter auf mich einzugehen, meine "Gründe" zu verstehen und die Folgen seines Tuns oder Nichttuns für mich zu bedenken.
Wir haben uns auch darauf geeinigt, dass ich nicht losplärre: "Verdammte Sch***, wie kann man so blöd sein, den klebrigen Joghurtdeckel mit dem Löffel in den leeren Becher zu stochern???!!!" Sondern meinen Ton zu mäßigen und die Redewendung zu gebrauchen: "Wäre es vielleicht möglich, dass Du... dann muss ich nämlich nicht..."
Das macht schon einen Unterschied im Umgang miteinander.
Ach, Schnuppsi, da gibt es 10000 Klassiker
: Gedankenlosigkeiten (ich hab Geburtstag, mein Mann kärchert die Terrasse statt mit mir dort einen Sekt zu trinken). Mal wieder nicht zugehört (und den Wäschekorb, den ich gerade aus einem wichtigen und erklärten Grund aus dem Keller geholt habe, wieder runtergetragen). Fünfmal darauf hingewiesent, dass das Konzert schon um 19 Uhr beginnt (und er fängt an, sich um 18.45 in der Unterhose ein Wurstbrot zu schmieren und fragt mich, was er anziehen soll.)
Ja, Männer bieten wohl in der Tat jede Menge Angriffspunkte. Aber als Frau muss man sich dann auch irgendwann mal entscheiden, ob man auf jeden eingehen möchte, wie wichtig das nun wirklich gerade ist, ob es um Menschenleben geht oder nur um ein dämliches nasses Handtuch zusammengeknüllt auf trockenen.
Denn andererseits bietet man selber als Frau ja mindestens genauso viele Angriffspunkte (ich mach nie mein Auto sauber, belege den Esstisch tagelang mit den Steuerunterlagen, obwohl ich einen super schönen, großen Schreibtisch habe, ich schiebe nie den Haltestöpsel in den Sonnenschirm und belaste dadurch unnötig das Zugseil). Mein Mann geht mit sowas total souverän um, ich bewundere ihn dafür und versuche, mir da eine Scheibe von abzuschneiden.
Nein, wir weichen dem Problem glaube ich nicht aus. Wir versuchen, es zu händeln.
In einem Jähzorn-Anfalls-Moment ist natürlich gar kein Reden mit mir möglich, das ist klar. Das weiß mein Mann inzwischen auch und lässt mich einfach stehen. Er weiß: Der Anfall geht vorbei, soll sie sich ausspinnen.
Aber in ruhigen Stunden reden wir – wie wir vermeiden können, uns gegenseitig durch Alleingänge a la "ich mach das jetzt mal einfach so" in die Quere zu kommen und wie jeder von uns sich bestimmte Dinge und Abläufe wünscht und was uns aneinander nervt und was wir aneinander toll finden und wie wir miteinander umgehen möchten.
Hast Du denn Deine Freundin schon mal gefragt, was ihr in einem Anfalls-Moment am besten helfen würde? Was sie sich von Dir wünscht? Weiß sie, wie sehr Du leidest, wenn sie austickt?Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler
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17.07.2010, 10:38
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Mit Dir wäre es wahrscheinlich zu zweit als "Neuerwerb" sicherlich auch schön schwierig, die Eingewöhung
, aber scheinbar seid Ihr uns schon ein paar Jahre voraus.
Wie lange habt Ihr bisher Zeit gehabt, Euch zu assimilieren?
Wir sind ja noch ziemlich frisch miteinander zugange, drei Jahre sind da wahrscheinlich nichts gegen Eure Erfahrung miteinander.
Ich bin mal gespannt, was ich tatsächlich bei uns umsetzten kann. Wo ich Schwierigkeiten sehe ist darin, ihr ein wenig Lockerheit in dem Umgang mit meinen "Funktionsschwächen" und im alltäglichen Leben anzuempfehlen. Als ich das letzte Mal den Vorschlag gemacht habe, lief das auf einen Emotionsschub heraus, in dem der Tenor war, dass sie das nicht kann und das nicht geht, wenn man etwas Wert auf die Ordnung legt und ihr ja auch keiner hilft, die Sachen fertigzumachen, die gemacht werden müssen. Die Jungen sind da natürlich mit 12 u. 15 nicht besonders behilflich, ich erhlich gesagt nur eingeschränkt, da ich auch Samstags und Sonntags arbeite und so zwar immer wieder aktiv werde, sicherlich aber nicht mit 50 %igem Engagement dabei bin.Ehrlich gesagt nein, das Thema ist sehr schwierig, ganz schnell kippen die Gespräche ab, ich denke sie ist auch damit schnell emotionell überfordert.Hast Du denn Deine Freundin schon mal gefragt, was ihr in einem Anfalls-Moment am besten helfen würde? Was sie sich von Dir wünscht? Weiß sie, wie sehr Du leidest, wenn sie austickt?
Und daher sind wir soweit auch noch nicht gekommen...Aber in ruhigen Stunden reden wir – wie wir vermeiden können, uns gegenseitig durch Alleingänge a la "ich mach das jetzt mal einfach so" in die Quere zu kommen und wie jeder von uns sich bestimmte Dinge und Abläufe wünscht und was uns aneinander nervt und was wir aneinander toll finden und wie wir miteinander umgehen möchten.
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17.07.2010, 10:41
AW: ein Mann fragt: Cholerische Partnerin - Wie geht man damit um ?
Schade, dass ich sie nicht einbinden kann in die Unterhaltung hier,
vielleicht wäre ihr tatsächlich einmal geholfen, jemand kennenzulernen, die in der gleichen Situation ist.
Fühlst Du Dich mit Deinen Ansprüchen auch regelmässig überfordert und alleingelassen? Hast Du auch Kinder, die ja auch durch ihre Art und Arbeit, die sie machen, Stressfaktoren verursachen?




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