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    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Ja, Dreamfly, meine Schwester und ich hatten und haben ein "gutes Elternhaus"

    Vater schaffte das Geld ran.
    Mutter machte den Haushalt.
    Alles reinlich und sauber, immer adrett gekleidet, genug zu Essen, gute Ausbildung...blablabla

    Aber sie war mir keine Mutter - die mal in den Arm nahm und tröstete...sie war so emphatielos - meiner Schwester geht es genau, wie mir. Manchmal können wir sie einfach nicht ertragen.

    Die Verbindung, die ich zu meinem Vater habe - die wird meine Mutter nie erreichen.

    Im Grunde weiss ich schon, warum ich sauer auf sie bin. Das ist nicht das Problem.

    Das Problem ist, dass ich sie annehmen muss, wie sie ist - und ich das aber nicht WILL.

    Und verzeihen will ich ihr schon gar nicht

    Ich bin ein verbohrtes Etwas...
    Let´s go!

  2. Inaktiver User

    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    liebe dreamfly,
    du hast in deinen letzten posts ziemlich tief in deinen schmerz blicken lassen - ja, jetzt kann ich dich besser verstehen
    - und natürlich stimmt es auch, dass wickeln, füttern usw. auch lediglich als versorgen verstanden werden können - wenn auch ich persönlich wie selbstverständlich daran emotionen knüpfe.

    ich sehe, dass das es in deinem "zuhause" so wohl nicht war und jetzt trägst du das dein leben lang mit dir rum - das tut mir so leid.

    ich habe sicher auch nicht die perfekte mutter (gemäß meinen wünschen) aber ich erkenne jetzt, wie eigentlich perfekt meine brüder und ich groß geworden sind oder werden durften.

    was könnte dir ein ersatz sein ?- hmmm. ich glaube auch , es gibt keinen ersatz für eine mutter im besten sinne. du bist ja auch dabei, dies aufzuarbeiten...

    wie schön, dass du in deiner eigenen familie die liebe und das gefühl der zugehörigkeit erleben kannst.

  3. Inaktiver User

    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Zitat Zitat von gezzodanie Beitrag anzeigen
    Ja, Dreamfly, meine Schwester und ich hatten und haben ein "gutes Elternhaus"

    Vater schaffte das Geld ran.
    Mutter machte den Haushalt.
    Alles reinlich und sauber, immer adrett gekleidet, genug zu Essen, gute Ausbildung...blablabla

    Aber sie war mir keine Mutter - die mal in den Arm nahm und tröstete...sie war so emphatielos - meiner Schwester geht es genau, wie mir. Manchmal können wir sie einfach nicht ertragen.
    Die Verbindung, die ich zu meinem Vater habe - die wird meine Mutter nie erreichen.

    Im Grunde weiss ich schon, warum ich sauer auf sie bin. Das ist nicht das Problem.

    Das Problem ist, dass ich sie annehmen muss, wie sie ist - und ich das aber nicht WILL.

    Und verzeihen will ich ihr schon gar nicht

    Ich bin ein verbohrtes Etwas...
    Hallo Gezzodanie,
    sicher werden hier einige sich in der kurz-beschreibung deiner mutter-kind-beziehung wieder finden - so auch ich.

    aber ich weiß einfach aus gesprächen mit meiner mutter heute, die mittlerweile 90 Jahre alt ist, dass das eine generationsgeschichte ist - sie haben selber nichts anderes erfahren und gaben im besten wissen diese werte und strenge weiter.

    meine mutter sagt heute zu mir, wie schön sie findet, dass ihre urenkelchen so ernstgenommen werden - wie unüblich das früher war. man wollte nicht verzärteln und zuviel liebe zu zeigen, das galt als gefährlich!!. heute sieht sie das gegenteil.

    ich weiß, wie schlimm das klingt - und dennoch habe ich mich immer geliebt gefühlt ohne viel in den arm genommen, getröstet worden zu sein.

  4. Inaktiver User

    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    ohne jetzt auf diese spezielle familiengeschichte eingehen zu wollen:

    ich weiß von ner ganzen menge menschen (ich gehöre dazu), die sich irgendwann ne "wahl-familie" gesucht haben - als ergänzung zur eigenen.
    die familie von freunden z.b. - ich erinnere mich z.b., dass ich einmal in großen konflikt kam, als ich weihnachten lieber bei meiner wahlfamilie verbringen wollte als "zu hause"...

    eine große verbundenheit gabs da - und eben auch die "ergänzung".

    was ich sagen will: es geht!
    und man kann auch in höherem alter noch solche menschen finden, "mütterliche" oder "väterliche".
    (ohne sich gleich zum bedürftigen "kleinkind" zu machen)

    allerdings: die eigene familie "klebt" trotzdem hartnäckig an einem.

    und ich denke, das ist auch gut so.
    da ist ne form von verbindlichkeit (ob man die mag oder nicht), die es sonst nirgends gibt.
    und das gute daran: man kommt nicht drumherum, sich damit auseinanderzusetzen, das aufzuarbeiten.
    bei anderen würde man ganz einfach "die beziehung beenden oder einschlafen lassen"...

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    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    bei anderen würde man ganz einfach "die beziehung beenden oder einschlafen lassen"...
    mhmhhh!
    Let´s go!

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    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Liebe dreamfly,

    ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du empfindest - es ist als wäre unser Leben ein Puzzle und ein großer Teil fehlt für immer...

    Mir fehlen auch bestimmte Rituale, die ich in anderen Familien beobachte, auch oft...diese Kleinigkeiten wie z.B. zusammen etwas unternehmen, fragen ob man mit 4 Jahren auch so bockig war wie die eigene Tochter- überhaupt der Zustand, dass die eigenen Kinder die Oma nicht mehr kennenlernen durften, tut mir heut noch unendlich weh, obwohl der Todestag schon 13 Jahre her ist

    Wenn ich mal Streß mit meinem Mann habe, kann ich nirgendwo richtig hin....
    Dieses "Nachhausekommen". Gedeckter Kaffeetisch- man kann frei erzählen...
    Ich bin manchmal richtig eifersüchtig, wenn ich Freunde so höre.....

    Eine richtige Freundin hab ich nicht (mehr) - Meine Mutter wurde krank, als ich in dem Alter war, vorhanden Freundschaften für´s Leben zu festigen und nach ihrem Tod war mein jetziger Mann und mein damaliger Job mein einziger Halt-
    Ich war anfang zwanzig und danach wohl auch nicht mehr die Gleiche

    Wenn Euer Verhältnis so schwierig war, tust Du m.E. gut daran, das in irgendeiner Form therapeutisch aufzuarbeiten....Ich hatte auch eine etwas "andere" Kindheit und Jugend und ich kann als erwachsene Frau und Mutter auch einiges nachvollziehen, wie z.B. Überforderung, Süchte, Druck aufgrund der Dreifachbelastung, evtl. auch hormonelle Stimmungsschwankungen usw.
    Aber mich hat es geprägt, meine Persönlichkeit wurde in meiner Kindheit so angelegt, dass ich heut als Erwachsene Probleme in Form von mangelnder Selbstachtung habe, da ich mir so vieles an Zuwendung erkämpfen musste bzw. nie das Gefühl hatte, "gut genug" zu sein...
    Heute leide ich unter depressiven Phasen, in denen ich wirklich voller Ängste und Zweifel bin und dann erkenn ich sovieles wieder....
    das wollte ich meinen Kindern auch nicht antun, dass sich die Geschichte wiederholt

    Freu mich über einen Austausch
    lg polilla

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    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    ....diese Affinität zu älteren Damen ( Kunden ) und das Bemühen um selbige kenn ich übrigens auch ! Manchmal such ich auch nach Ähnlichkeiten, überlege wie sie wohl jetzt aussehen würde, was sie anziehen würde usw....

    Mit meiner eigenen Mutter konnte ich mich auch mal auseinandersetzen, Kritik üben, Kritik annehmen. Einfach mal streiten. Wenn ich in meiner Schwiegerfamilie z.B. eine Äußerung mache, die ich aufgrund Fehlverhalten bestimmter Personen angebracht finde, bin ich gleich das schwarze Schaf.........und es wird mir jahrelang nachgetragen....

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    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Hallo Polilla

    eine therapeutische Aufarbeitung hab ich vor ein paar Jahren mal begonnen aber dann merkte ich recht schnell, dass ich einem "Fremden" DAS alles garnicht erzählen will. Weil ich auch in den Gesprächen das Gefühl hatte man versteht mich nicht wirklich. Die Psychologin kam sehr schnell zu dem Schluss, dass ich " emotional verwahrlost" wäre. Ich fühlte mich durch diese Aussage total verletzt, das hat mich richtig tief getroffen. Ich bin dann nicht mehr hingegangen.
    Mittlerweile bin ich der Meinung, dass es mir auch nicht wirklich was bringt.
    Ich rede mit meinem Mann darüber, er ist ein sehr guter Zuhörer und objektiv, weil er meine Eltern nicht mehr kennengelernt hat.
    Leider hat er auch nur wenig Kontakt zu seiner Mum, sie verstehen sich zwar recht gut aber ein richtig inniges Verhältnis ist das nicht.
    Mein Mann ist auch ein Scheidungskind und ist bei seinem Vater aufgewachsen, weil die Mutter sich aus Selbstfindungsgründen von der Familie getrennt hat.

    Ja, ich bin auch manchmal neidisch. Z.B. wenn ich die Familienfeiern unserer Hausnachbarn mitbekomme...da wird gelacht, erzählt, gescherzt. Wir haben sehr reizende Nachbarn die etwas älter sind als meine Eltern es jetzt wären. Wir plauschen manchmal über den Gartenzaun. Oder wenn die Eltern meiner Freundin zu Besuch sind und sie ganz begeistert erzählt, wo sie waren und was sie alles unternommen haben.
    Ich hatte auch schonmal den Gedanken mich ehrenamtlich in der Seniorenhilfe zu engagieren. Aber ich bin seit ein paar Monaten selbständig und 9-10 Stunden täglich im Büro . Da bleibt ohnehin nur wenig Zeit. Und die möchte ich dann mit meinem Mann und den Kindern verbringen.

    Lg dreamfly

  9. Inaktiver User

    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Emotional verwahrlost...????? Was soll denn das sein? Sowas gibt es doch gar nicht. Wenn in deinen Emotionen ein Chaos herrscht, wäre es die Aufgabe der Therapeutin, Dich beim Entwirren und Sortieren zu unterstützen und Dir Möglichkeiten an die Hand zu geben, das zu bewerkstelligen. Aber emotional verwahrlost ist kein Mensch. Manchmal erschreckend, was man über Therapeuten so berichtet bekommt.

  10. User Info Menu

    AW: Seit 24 Jahren fehlt mir EINE Mutter

    Nun ja, eine gute Therapeutin hält sich mit Etiketten eh zurück. Es ist ja aber nicht jede Therapeutin so, wie Dreamfly beschreibt.

    Ansonsten ist das so eine Sache. Ein Kind, das nicht ausreichend gekleidet und ernährt wird, ist - da wären wir vermutlich alle einig - mindestens nicht ausreichend versorgt. Ein Kind, das seine emotionalen Bedürfnisse nicht befriedigt bekommt, ist vielleicht auch unterversorgt, aber das ist keine gesellschaftlich vieldiskutierte Kategorie und deshalb geraten die Folgen so gern aus dem Blick. Der Punkt ist: Das Kind von damals wurde erwachsen. Es kann sich irgendwann selber ernähren und kleiden, und es kann irgendwann auch die Verantwortung für die Erfüllung der emotionalen Bedürfnisse übernehmen. Das ist ein langer, harter Weg - aber er ist machbar. Man muss dann nur mal eine Entscheidung treffen und sich gegebenenfalls so lange Hilfe suchen, bis der Bauch sagt: Passt.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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