Heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef, das mich recht deutlich mit einem Problem konfrontiert hat, mit dem ich eigentlich schon immer kämpfe...
ich bin jetzt seit einem Jahr in dem Betrieb und hatte ein so genanntes "Mitarbeitergespräch". In diesem teilte er mir mit, dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist, dass er aber der Meinung ist, ich solle doch selber mehr in meine Fähigkeiten vertrauen und eben "selbstbewusster auftreten". Ich würde so recht distanziert und blass wirken, dabei wäre ich das doch gar nicht.
Damit hat er natürlich einen wunden Punkt getroffen, bei dem ich aber nicht weiß, wie ihn ändern
Wenn ich so zurückblicke, habe ich mich immer bemüht, fast "unsichbar" zu sein. Ich bin die ersten 5 Jahre bei meinen Großeltern auf einem Hof aufgewachsen, wo die nächsten Nachbarn mindestens eine halbe Stunde weit entfernt waren. Meine erste Begegnung mit anderen Gleichaltrigen war in der Schule, was noch dadurch erschwert wurde, dass ich auch die Sprache nicht verstand. (ich möchte das keinesfalls als Rechtfertigung für irgendwelche Probleme darstellen, da ich denke, ich muss JETZT etwas dagegen tun, aber es sollte vielleicht den Hintergrund etwas verständlicher machen).
Ich war also ein "braves" Kind, unauffällig und pflegeleicht, integrierte mich überall recht gut, knüpfte aber bis in die Mittelstufe überhaupt keine engeren Kontakte! Ich hatte zwar ein paar Schulfreundinnen, mit denen ich mich gut verstand, das ganze blieb aber immer etwas distanziert (auch weil ich mich für meine sehr strengen Eltern "schämte", die mich an vielen Dingen, die für meine Klassenkamerden selbstverständlich waren, nicht teilnehmen lassen wollten).
Meine erste wirkliche Beziehung hatte ich zu meinem Mann, den ich kurz vor dem Abi kennenlernte. Davor hatte ich lange gezweifelt, ob ein Mann überhaupt jemals was mit mir anfangen würde, wo ich doch so "wenig hübsch war und nicht einmal richtig Busen hatte".
Seit ein paar Jahren lebe ich mit einem neuen Mann zusammen (ich bin also nicht ganz so "uninteressant", wie ich mich immer gefühlt habe) Eigentlich ist mein Leben vollkommen in Ordnung, so wie es ist. Aber, wenn ich rausgehe, dann verspüre ich die alte Unsicherheit. Ich weiß nicht so recht, wie mit anderen Menschen Kontakte knüpfen! Vor drei Jahren habe ich angefangen zu arbeiten und stelle fest, dass ich in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, beobachtet zu werden, mit anderen verglichen zu werden, so etwas von unsicher werde und mich daraufhin total zurückziehe (um ja nichts Falsches von mir zu geben). Was natürlich äußerst ungeschickt ist in einem Job, wo man gerade Präsenz zeigen sollte und mit größeren Gruppen arbeiten muss.
Irgendwie ist es absurd, für mich bin ich mit mir vollkommen zufrieden, denke auch, das was ich mache, hat größtenteils Hand und Fuß, aber sobald ich es mit anderen zu tun habe, denke ich irgendwie, die können das wahrscheinlich viiiiieel besser und ziehe mich zurück, schaue erst, wie die das machen und wage mich nur äußerst langsam hervor.
Heute in dem Gespräch war es mir einerseits total peinlich, dass andere das so wahrnehmen, andererseits ist mir auch bewusst geworden, dass ich damit uralte Strategien aus meiner Kindheit anwende! Man, dabei bin ich schon recht erwachsen, habe einiges an Lebenserfahrung und den einen oder anderen Erfolg vorzuweisen (und sofort denke ich, was ist das schon, im Vergleich zu den Dingen, die andere machen...).
Manchmal denke ich, ich habe da echt eine Zerrung in meiner Wahrnehmung. Als mein Freund sich vor kurzem alte Fotos von mir anschaute, fiel ihm eines von mir und meiner jüngeren Schwester in die Hand und er meinte lächelnd, man würde mir auf dem Foto deutlich ansehen, wie unwohl ich mich in meiner Haut fühlen würde. Das stimmte auch vollkommen, ich hatte mich schon immer als recht unscheinbar und nicht wirklich attraktiv gefühlt, meine Schwester war bei uns eben die Schönheit (rückblickend finde ich mich eigentlich ganz süß, klein, zierlich, mit einer schönen Haut und langen, rotblonden Haaren - aber eben "Nichts" im Vergleich zu meiner Schwester, die zwar 5 Jahre jünger war, aber schon damals etwas größer war, die dickes dunkles Haar hatte und eben eine rassige südländische Schönheit war).
Als mein Chef dann heute meinte, er fände das gut, was ich mache, nur müsse ich selber mehr daran glauben, kam ich mir wie ein Kleinkind vor :-( .... es tat einerseits so gut, das zu hören, andererseits hätte ich so etwas wahrscheinlich viel früher gebraucht *seufz*
Nun also zu meiner Frage, kann man mangelndes Selbstbewusstsein und "soziale Unerfahrenheit" auch im fortgeschrittenen Alter lernen und wie?
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09.07.2010, 14:49Inaktiver User
Selbstbewusster auftreten - nur wie?
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09.07.2010, 16:01Inaktiver User
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Ja das kann man, das kannst vor allem Du, den ersten Schritt hast bereits gemacht mit diesem Post, bleib dran, Stück für Stück.
Du bist schon selbstbewusst, sonst würdest Du hier nicht posten und Dir überlegen wo das ganze herkommen könnte.
Die Teile, die noch unbewusst sind an die kommst auch ran wenn die Zeit passt.
Ich - Kraft, Selbstwert und Selbstbewusstsein lassen sich trainieren.
Wie?
Einerseits durch Erfahrungen. Indem Du Dich zeigst und dann beobachtest wie Du ankommst. Das kann manchmal negativ sein aber auch positiv.
Falls das nicht so geht und Du das nicht so kannst, dann hol Dir jemanden dazu.
Hast ne gute Freunding, die Dich versteht, oder nen Freund?
Wie sieht das Dein Mann? Frag ihn doch mal ob er mit Dir diesen Weg gehen mag bzw. unterstützen.
Sollte das auch nicht reichen dann organisier Dir nen Coach, der kann hilfreiche Tips geben.
Meditationen, selber oder in der Gruppe könnten auch etwas sein, selbst Sport hilft dabei.
Fühl vor allem in Dich rein, was für Dich stimmig wäre und dann probiers aus!
Viel Glück und Freude beim Experimentieren
Geändert von Inaktiver User (09.07.2010 um 16:04 Uhr)
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09.07.2010, 16:44Inaktiver User
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Das ist ein Kreislauf: Sich nicht so selbstbewusst fühlen, wie das heutzutage nun mal angesagt ist, und sich das dann auch noch selbst vorzuwerfen. Das macht es nur noch schlimmer.
Erst mal das, was dir da gesagt wurde, nur als das nehmen, als das es gemeint war: Als Aufmunterung - nicht als Kritik.
Ich muss mir solche Sätze auch immer wieder anhören. Es gibt Situationen, in denen ich sehr selbstbewusst und energisch auftrete - und andere, vor denen ich am liebsten davon laufen würde.
Na und? Andere Leute haben Höhenangst und fürchten sich vor Spinnen, haben eine Mathephobie oder eine Leseschreibschwäche.
Ich habe hier ein wirklich erfrischendes Buch von J. Wijnberg. Es heißt "Couch ade" und handelt von allerlei Mythen der Psychotherapie, zu denen auch das Selbstsicherheit gehört, die immer wieder als unbedingter Glücksbringer verkauft wird, und für deren Erwerb kein Coach zu teuer und keine Gruppe zu esoterisch ist. Ein anderer Mythos ist der Glaube, man könne alles erreichen, was man möchte. Und die sehr pointiert ausgedrückte Botschaft ist, dass man weit besser fährt, wenn man sich mit sich und den Unbilden des Lebens abfindet, inklusive schlechten Gefühlen.
Solche auch wie das, dass man immer irgendwie "nicht richtig" ist. Du machst schon alles gut. Nur deine Haltung stimmt angeblich irgendwie nicht.
Ich bin mit dieser Haltung immer ziemlich offensiv umgegangen, nicht weil ich so mutig bin, sondern weil ich mich nicht verstellen kann. Wenn ich mich nicht wohl fühle, dann sieht man das. Ich täusche keine Sicherheit vor, die nicht vorhanden ist.
Nimm den Druck raus. Du bist wie du bist. Ein Jahr in einem neuen Job ist noch keine lange Zeit. Klar fühlt man sich da noch in vielem unsicher. Ein allzu selbstherrliches Verhalten am Anfang wird richtig übel genommen! Du hast das bestimmt richtig gemacht.
Also noch mal: Nimm die positive Botschaft von deinem Chef an - der Rest wird sich finden.
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09.07.2010, 19:20Inaktiver User
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
hallo!
tja, ich kenne das irgendwie ziemlich gut. eine lösung habe ich nicht wirklich.
vielleicht liegt es mit daran, dass wir nicht gesehen werden wollen, um möglicher kritik zu entgehen. dass wir keinen erwartungsdruck haben möchten und vor allem, dass wir es den anderen recht machen möchten. sie erwarten etwas von uns, sobald sie uns entdecken. und wir haben immer die erfahrung gemacht, dass das, was wir zu bieten haben, nicht ausreicht. der ständige vergleich mit anderen macht mich auch madig. aber auch wenn es heißt: vergleichen macht unglücklich, leb dein eigenes leben. ich krieg's nicht hin.
machst du eigentlich dinge, weil sie dir liegen und dir spaß machen? oder machst du's nur, um leistung zu bringen oder auch aus einer gewissen leidenschaft heraus? weißt du, was dir spaß macht im leben oder handelst du eigentlich nur aus pflichtbewusstsein heraus?
ich fühle mich auch sehr unattraktiv. war auch immer schon so. mich wollten die jungs, für die ich mich interessierte, auch nie wirklich haben. vielleicht lag das wohl mehr an meiner ausstrahlung, die nun wirklich nicht sooo umwerfend positiv war.
ich finde zurzeit einen mann toll, mit dem ich im grunde keine beziehung anstrebe, weil ich verheiratet bin und nicht wirklich einen neuen partner suche. aber ich bin sooo deprimiert, weil er mich am anfang überhaupt nicht wahrgenommen hat. auch dass ich offensichtlich nicht in sein "beuteschema" passe, macht mir zu schaffen. dass ich eben wieder nicht gut genug bin. eigentlich könnte es mir ja nicht wichtig sein. was habe ich davon, ob ich ihm gefalle oder nicht? eigentlich nichts. aber es macht mir was aus.
ich glaube schon, dass das problem z. b. ist, dass ich bestimmte menschen unbedingt beeindrucken möchte, aber letztlich nicht in deren bild passe, um das jemals erreichen zu können. ich meine, ich versuche immer rauszukriegen, zu tun, was andere von mir erwarten. die krux ist, dass wir das meist gar nicht wissen können, was sie eigentlich erwarten. sowas kann einen ja bloß verunsichern.
warum ist es so schwer, so zu verfahren, wie man es für richtig hält und das dann selbstbewusst und überzeugt zu verkaufen, sprich andere davon zu überzeugen? naja, eigentlich auch klar, woher das kommt, oder?
ein beispiel: ich würde hin- und her überlegen, welche frisur ich tragen soll. männer stehen auf lange haare (meiner natürlich auch). ich habe jedoch sehr feine haare und es sieht nicht unbedingt toll aus, sie lang zu tragen. jedenfalls nicht, wenn man sich nicht dauernd einen guten friseur leisten kann. nun habe ich ja auch nicht immer zeit, um sie aufzurollen etc. egal. anstatt zu meinem typ zu stehen und sie eben weniger lang zu tragen, weil's wahrscheinlich besser ausschaut an mir - möchte ich unbedingt schöne lange haare haben, weil's besser ankommt. dabei werde ich nie wirklich schöne lange haare haben, weil sie einfach zu dünn dafür sind. mein eigentliches ziel erreiche ich ja im grunde doch nicht. eher im gegenteil.
die eine hübsche frau hat z. b. braune haare, die andere blonde haare. beide kriegen die aufmerksamkeit von mister x z. b. nun müsste ich mir ständig die haare umfärben, weil ihm grad dies oder jenes gut gefallen hat. noch schwieriger würde es bei der busengestaltung werden... öhöm...
tja, dass das alles nix bringt, habe ich bereits eingesehen. aber anstatt, mich einfach anzunehmen, so wie ich nunmal bin, bin ich furchtbar deprimiert, weil mister x nicht auf mich abfährt. ich drehe mich im kreis. so habe ich natürlich schon mal täglich das gefühl, schlecht zu sein. eben weil ich an mister x denke - und daran, dass er mich lang nicht so toll findet, wie ich ihn. ich habe mich da in etwas verrannt und finde aus dieser quälmühle nicht raus.
kleine erfolgserlebnisse schreibe ich oft dem zufall und dem glück zu. und es scheint so, dass nichts mich wirklich dauerhaft aufbauen kann.
"selbstbewusstsein" - wie der name schon sagt. man muss sich seiner selbst bewusst werden. das ist wohl das geheimnis. und dann wirst du das ganz von selbst ausstrahlen. wenn man sich selbst sein kann und damit menschen anzieht, die auch zu einem passen - das muss ein schönes gefühl sein. vielleicht hört dann das gefühl auf, nirgends dazuzugehören?
lg
blackeagle
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09.07.2010, 21:36
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Hallo newdawn!
'Zum Glück' nahm Dein Beitrag recht schnell eine Wendung, so dass das Mitarbeitergespräch nur als "Anlaß" zu betrachten ist.
Denn - es ist egal, was andere von einem in Sachen "Auftreten" erwarten! Wichtig ist, dass es einem selber gut geht und man sich wohl in seiner "Rolle" fühlt!
Das tust Du leider (noch) nicht, aber ich sehe es wie Stecher - indem Du Dich damit (und somit mit DIR) beschäftigst, bist Du auf einem guten Weg!
Ich kann Dir nichts raten.
Vielleicht kannst Du nun einfach mal ein Augenmerk auf bestimmte Situationen, die Dich zu verunsichern scheinen, richten. Stelle Dir anschl. die Frage, warum Du dieses Gefühl hattest / was hätte anders sein müssen, damit Du Dich besser gefühlt hättest!
Weißt Du, Selbstbewusstsein ist nicht alles - es kann auch oftmals eine Fassade sein."Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
(Mia Wallace)
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10.07.2010, 17:37Inaktiver User
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Liebe newdawn
Ich habe das auch schon gehört, mein Chef meinte ganz sicher damit, dass ich mich 'lautstarker' durchsetzen soll, mein Licht nicht unter den Scheffel usw. Und die Erklärung hast du doch gleich mitgeliefert:In diesem teilte er mir mit, dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist, dass er aber der Meinung ist, ich solle doch selber mehr in meine Fähigkeiten vertrauen und eben "selbstbewusster auftreten". Ich würde so recht distanziert und blass wirken, dabei wäre ich das doch gar nicht.
Es geht auch glaube ich bei dir nicht so sehr ums SElbstbewustsein, sondern um den ersten Eindruck, den man von dir hat. Wenn du jahrelange übung hast, dich unsichtbar zu machen, pflegeleicht zu sein, nicht anzuecken usw. brauchst du auch einige Zeit, das rückgängig zu machen.Wenn ich so zurückblicke, habe ich mich immer bemüht, fast "unsichbar" zu sein.
Kleine Schritte: weich auf der Strasse den Leuten nicht aus, sondern warte, bis sie dir ausweichen müssen. Als mir mein Unsichtbarbemühren aufging und ich anfing, mich zu beobachten, fiel mir auf, dass ich allem und jedem aus dem WEg ging, nur keine Konfrontation.
Sichtbar werden, bedeutet auch Fehler und Schwächen zu zeigen. Bist du noch so streng mit dir heute wie deine Eltern es damals mit dir waren?
Interessant finde ich dass du deine Schwester als Mass einer Schönheit siehst: südländisch, rassisch und deinen Typ als 'ganz süss' bezeichnest. Darf ich fragen wo du ursprünglich herkommst?
lieben gruss
esperanza
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13.07.2010, 09:10
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Hallo newdawn,
ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung auch recht gut. Ich habe mich jahrzehntelang drumherum gemogelt, sichtbar zu werden. Z.B. habe ich mein ganzes Studium absolviert, ohne ein einziges Referat zu halten, was schon eine gewisse Anstrengung erforderte. Ich habe es immer konsequent vermieden, sichtbar zu werden, meinen Mund aufzumachen, aufzufallen. Es ging mir nicht schlecht damit, aber trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Dass ich eben gerne sichtbar wäre, weil ich das dumpfe Gefühl hatte, dass Sichtbarkeit mehr Spaß macht.
Der Weg dahin war dann steinig und langwierig. Ich glaube auch nicht, dass man ein Verhalten, dass man über Jahrzehnte verinnerlicht hat, auf Aufforderung hin eben mal so ändern kann. Es ist ja ein elementarer Teil von Dir. Was meiner Erfahrung nach hilft, ist, sich immer wieder Situationen aussetzen, die es erfordern, dass man sichtbar wird. Ich war z.B. einige Jahre im Ausland, hab dann eine Fortbildung in kleier Gruppe gemacht, wo ich mich nicht verstecken konnte. Das hat schon sehr geholfen, auch wenn ich bis heute in unbekannten Situationen mit vielen fremden Menschen dazu neige, in mein Schneckenhaus zurückzukriechen. Das akzeptiere ich inzwischen aber als Teil meiner Persönlichkeit. Ich bin eben von meinem Naturell her introvertiert, schaffe es heute nur, das besser zu steuern.
Gut wäre es natürlich, wenn Dein Chef Dich aktiv unterstützt, indem er Dich immer mal wieder ins Rampenlicht zerrt, Dich etwas präsentieren oder vortragen lässt, etc. Das ist nicht immer angenehm, aber es hilft. Und ohne diesen Schubser geht man dann doch oft den bequemeren Weg.
Ansonsten könnte Du über ein Hobby versuchen, das Dir Spaß macht und Dich mit Menschen in Kontakt bringt.
Wie sieht denn überhaupt Dein Sozialleben neben Deiner Eher aus? Hast Du einen stabilen Freundeskreis? Wie verstehst Du Dich mit Deinen Kollegen? Wie glaubst Du, nehmen die Dich wahr? Was manchmal ganz hilfreich sein kann bei der Standortbestimmung ist die Zeichnung eines sozialen Atoms. Dabei schreibst Du auf ein Blatt Papier zunächst mal das Wort „ich“ dorthin, wo Du glaubst, dass Du stehst. Danach in der Reihenfolge, wie sie Dir einfallen alle Personen, mit denen Du Kontakt hast und zwar in dem Abstand zum Ich, wie Du glaubst, dass es zu Eurer Beziehung passt. Die Personen kannst Du dann noch mit unterschiedlich dicken Linien mit dem Ich verbinden, je nachdem wie gut die Beziehung ist. So ergibt sich ein ganz anschauliches Beziehungsbild, und Du siehst selbst, wo Du Dich siehst und an welchen Beziehungen sich vielleicht was ändern sollte. Wo sollte Dein Standort sein, welche Menschen sollten näher oder weiter weg sein, welche Beziehungen sind gestört, etc.? Das kann man auch gut zu zweit machen und dann mit dem anderen die Bilder durchgehen. Das macht Spaß und kann sehr aufschlussreich sein.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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- Grund
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27.09.2012, 21:26
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Hallo Catye, das ist interessant. Kannst Du etwas mehr zur CD sagen? Ich wollte aus ähnlichen Gründen, wie sie newdawn nennt, eine Hypnosetherapie machen, da ich vor Jahren eine sehr schüchterne, selbstzweifelnde, aber sehr nette Frau flüchtig kannte, die durch Hypnotherapie ganz anders wurde, viel selbstbewußter, lockerer, aber immer noch sehr nett. Vielleicht hilft das newdawn ja auch. (Entschuldigung, newdawn, dass ich hier so dazwischenfrage).
@newdawn: ich fürchte, es gibt einfach "sone und solche" Menschen. Manche gesegnet mit Selbstsicherheit, andere nicht. Mir fällt das Stichwort Urvertrauen ein. Das hab ich wohl auch eher weniger. Wollte aber sagen, dass ich es sehr angenehm finde, wie Du schreibst. Und wenn Dein Chef Dir sowas sagt, dann meine ich da Achtung vor Dir und Deiner Leistung rauszuhören. Das ist doch schön. Laß Dir das doch ein paar Mal schöne GEdanken und Wohlbefinden bescheren und verusuche, dieses Gefühl abzuspeichern. Denn es geht leider meist nach einiger Zeit verloren, weil man sich so dran gewöhnt hat an diesen Satz/ dieses Bild. (so wie wenn man Hunger hat, die ersten Bissen auch am besten schmecken).
Alles Gute!
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27.09.2012, 22:08
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?
Nach meiner Erfahrung ist das eher erlernt. Wer als Kind immer wieder auf die Omme gekriegt hat, der traut sich nicht mehr, wer nichts falsch machen konnte, hält sich für den großen Zampano. (Ich glaube, daß intro-/extrovertiertheit Veranlagung ist, aber Selbstsicherheit unabhängig davon.)
Was mir geholfen hat, waren Leute, die mir Komplimente machten, und "fake it 'till you make it" -- also so lange vorgaukeln, "ich bin gut und weiß, was ich tue", bis ich es selber glaubte. Wenn der Chef erst mal auf die Idee kommt, einen als "Experten" zu vermieten, dann bleibt einem nicht viel anderes übrig...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.09.2012, 23:58
AW: Selbstbewusster auftreten - nur wie?



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