nun ja; bei aggressionen im speziellen ist ja eine frage der dosis. eine gewisse "entschiedenheit" finde ich an menschen super.
aggressionen, die anderen den willen überziehen sollen, sind hingegen völlig daneben.
ansonsten bin auch ich ein freund von klaren worten. nicht nur, weil sie erfrischend sind, sondern auch hilfreich. so weiß doch jeder der beteiligten viel schneller, um was es wem wie geht, statt dass man rätseln muss "wie hat ers gemeint" und wieder missverständnisse entstehen.
siehe: den wahren wunsch/ willen äußern.
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30.06.2010, 13:25Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
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30.06.2010, 13:32
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Ich finde das nicht OT- ich denke, DAS gehört zu der Frage,
ob an das "Gute" im Menschen "geglaubt" werden kann?
Es ist ja ALLES da in jedem Menschen, mehr oder weniger gelebt,
der eine so, der andere eben so.
Es ist eine Erfindung der Menschen, in gut und böse einzuteilen und zu bewerten, was gut und böse ist.
Mir gefällt der Spruch :
Gut und böse gibt es nicht.
Das Denken macht es dazu.
Na klar, und jeder denkt halt anders und schaut für sich selbst,
was er als gut und was er als böse empfindet.
Was für den einen "gut" ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein und umgekehrt.
Ob es da eine generelle Einigung gibt?
Wohl kaum.
Ich glaube an das sogenannte Gute im Menschen, obwohl und auch grad,
weil ich immer und immer wieder "ent-täuscht" worden bin und auch werde.
Gut so, das hat mich dazu gebracht, mich mit den Dingen "dahinter" zu befassen.
Ich wollte es irgendwann mal verstehen "lernen", warum es so ist und nicht anders?
Ich lerne immer noch ...
Lieben Gruss
Lyanna
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30.06.2010, 13:47Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Ich finde, das stellst Du zu holzschnittartig dar. Ich sehe einen gewaltigen Unterschied zwischen weichgespült/keine Grenzen setzen - offen/klare Worte - aggressiv/verletzend.
Wenn ich aus Verletztheit heraus blindlings zurückschlage, riskiere ich neue Verletzungen und bin in meiner weiteren Reaktion festgelegt. Wähle ich meine Worte eher zurückhaltend kritisch, kann ich in der Sache hart, im Tonfall freundlich reagieren und erhalte mir meinen Handlungsspielraum. Bestenfalls findet sich ein gemeinsamer Nenner, auf dem man sich treffen kann. Manchmal wird selbst das als aggressiv oder falsch empfunden, weil der Empfänger im Moment der Aussage oder generell keinen Kanal dafür frei hat.
Ich habe festgestellt, dass es einen Unterschied macht, wenn ich sage "Deine Worte machen mich stinksauer" oder wenn ich rumbrülle und womöglich auf den Tisch haue. Auf die erste Aussage reagiert mein pubertierender Sohn, wenn ich gerade einen guten Tag erwische, vernünftig und wir können nach einiger Zeit über die Angelegenheit reden. Schreie ich ihn an, was leider in der Hitze des Gefechts auch passieren kann, knallen die Türen und die Kommunikation ist für längere Zeit erledigt. In der Hinsicht hat er mich zur Disziplin erzogen.
Und so wie er mit Respekt behandelt werden will, ist es auch mit Erwachsenen. Vermutlich ist Dir Transaktionsanalyse (Berne/Harris) ein Begriff und ich möchte das daher nicht weiter ausführen.
Indem ein Kommunikationspartner in einem aggressiven Ton/aggressiven Worten spricht, agiert er von der Elternebene und zwingt den Anderen auf die Kinderebene.
Was spricht dagegen, dass beide auf der Erwachsenenebene interagieren?
Wobei mir auffällt, dass hier mit Begriffen wie das Gute oder das Böse zu arbeiten, völlig unzutreffend ist.
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30.06.2010, 13:57Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
hat alles vor- und nachteile.
bei deinem sohn zieht das ruhige.
bei erwachsenen (so meine erfahrung) nicht immer; manche erkennen die rote lampe nicht und fahren weiter ihren schuh
selbige brauchen "nen groben keil auf nen groben klotz", den ich persönlich absolut nicht mag.
doppelunterschreib.
mir scheint, dass hier (zu?) sehr in schwarz-weiß gemalt wird.
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30.06.2010, 14:19Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Meinst Du die, die immerzu an ihrem inneren Monolog stricken und dabei ihre Umwelt nicht beachten bzw zu Statisten degradieren? Die verbleiben immer schön auf ihrer Elternebene und maßen sich an, alles an ihren eigenen Wertevorstellungen zu messen. Und natürlich sind die anderen immer im Unrecht. Sie leiden an mangelndem Selbstwertgefühl (lt Harris) und genau deshalb wagen sie sich nicht auf die Ebene der gleichberechtigten Erwachsenen.
Wenn Dich das Thema näher interessiert, Ich bin ok, Du bist ok von Thomas A. Harris fand ich informativ und gut zu lesen. Und für Fortgeschrittene ist Spiele der Erwachsenen von Eric Berne ein Quell immerwährender Selbsterkenntnis.
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30.06.2010, 17:23Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
@Lyanna,
mir hat deine Geschichte und deren Selbstanalyse sehr gut gefallen!
Ich sehe es auch so: "das Gute" im Menschen: es ist für mich da, in jedem Menschen, genaus wie "das Böse".
Die Anteile sind individuell verschieden und die Art und Weise, wie die Menschen mit diesen inneren Anteilen dann umgehen, sind auch noch verschieden, geprägt von Persönlichkeitsstruktur, Erziehung und Lebenserfahrungen.
Mich interessiert dabei mehr der Aspekt des Vertrauens:
ich glaube zwar, daß in jedem Menschen ein guter Kern steckt.
Aber ob sich dieser mir gegenüber offenbart, oder ob ich eher mit der "bösen Seite" konfrontiert werde - das versuche ich lieber erst mal rauszufinden. Manches passt eben auch einfach nicht, aber was mir nicht gut tut, ist für mein Befinden eben "böse" - im Sinne von: tut mir nicht gut, und dann halte ich Abstand, dazu muß ich den anderen nicht bewerten oder gar verurteilen (so ist das mit dem "böse" nicht gemeint, eher: schädlich). Das sind dann einfach Inkompatibilitäten.
Vertrauen, das ist zum einen der berühmte Vertrauensvorschuß.
Zum anderen ist Vertrauen etwas, was sich aufbaut im Umgang.
Und dabei geht es doch immer um "das Gute" im Gegenüber: denn wer baut schon Vertrauen auf, um vom anderen Böses abzubekommen?
Wenn es dann - warum auch immer - zu einem massiven Vertrauensmissbrauch, zur Konfrontation mit "dem Bösen" kommt: dann kann dieses Weltbild vom guten Kern temporär, oder auch auf Dauer, ins Wanken kommen.
Mir gefällt gerade selbst mein Gebrauch der wertenden Begriffe "gut" und "böse" nicht besonders, ich betone darum: es geht mir hier um eine bewusst subjektive Betrachtung.
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30.06.2010, 19:17Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Was hier schon erwähnt wurde......wie Betrügereien im grossen Rahmen.....oder Parken auf unbefugten Flächen....- da muss man wohl mal eine Sache deutlich aufzeigen:
Daß "die Schuldigen" dieses "Schlechte"....an keinen Menschen persönlich richten, den sie kennen......sondern man sich zwar nicht richtig verhält, aber so ein Angriff unpersönlich bleibt.
Finde ich einen interessanten Aspekt- denn es macht ja wirklich einen Unterschied, ob ich fremde Person X schade......oder meinen besten Freund! (wobei man auch das können muss.....gerade überlegte Betrügereien..da muss man erst mal mit schlafen können!!)
Ich glaube- wenn es wirkliches Vertrauen gibt zu einem Menschen- wirkliches Mögen oder Lieben....dann glaube ich nicht, daß jemand so jemandem wirklch Böses will.
Warum sollte man den Menschen, der einem im Herzen nah ist verletzen wollen??
Und da kommt man wieder auf die Distanz zu vielen Menschen....die Nachbarin, die einen am Morgen nicht grüsst- hat vielleicht totalen Ärger mit ihrem Mann und genug mit sich zu tun....- die Arbeitskollegin, die zwar nett ist....aber nunmal auch nicht so nah steht (wieviele Emotionen laufen auf der ARbeit ab mit Neid, Gerangel etc).....die gute Bekannte mit der man mal ein Schwätzchen hält.....-- aber die Menschen sind nicht NAH.....- und damit erzählen sie weder ihre wirklichen Probleme- noch erfahren wir so, was der Grund für ihr Verhalten ist.
Man muss nicht jedes Verhalten ergründen.....wäre auch an Zeitaufwand viel zuviel- man wäre nur noch mit anderen beschäftigt
Man muss die Menschen einfach stehen lassen.....so wie sie sind......und wenn einem wirklich was an ihm liegt-- kann man doch nachfragen!
Der Spruch "die einen kennen mich- die anderen können mich"- ist da auch zutreffend.
Denn wem mein Verhalten nicht gefällt- dem steht es frei zu mir zu kommen und nachzufragen.
Den meissten ist man dann doch egal.....Hauptsache man konnte seinen Frust loswerden.....meckern, hetzen.......und dann gehen sie wieder ihrem Weg nach.....- man nimmt sich da zu oft viel zu wichtig!
kenzia
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30.06.2010, 19:48Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Ich gehöre zu denen, die an das Gute im Menschen glauben. Sicher bin ich auch schon etliche Male eines anderen belehrt worden, aber meine Erfahrungen die mich im Glauben an Gute belassen, sind ungleich höher.
Auch ich gehöre zu den Aggressionsvermeidern, das ist anerzogen und mir fällt es sehr schwer jemandem mit voller Wucht eine reinzuwürgen, auch wenn er es in meinen Augen vielleicht verdient hätte.
Gibt für mich da nur zwei Wege, liegt mir was an dem Menschen, der mich grad enttäuscht hat, dann manipuliere ich ihn subtil, indem ich stetig scheissendfreundlich bin. Erfordert Geduld aber wirkt.
Liegt mir nichts an dem Menschen, dann greife ich zum Mittel der Ignoranz. Auseinandersetzungen nur da, wo ich einen Sinn sehe, ansonsten ist mir meine Zeit und meine Energie zu schade. Die kann ich woanders besser einsetzen.
Zu Supawettas Eingangspost, meine Mutter hatte sowas drauf, als ich Teenie war und selbst heute noch und die macht das net aus Spaß. Ich hätte dich also auf meine Ignoreliste gesetzt, da du einen ganz wunden Punkt bei mir getroffen hättest. Vielleicht wars beim Fensterbrettbesitzer ja ähnlich.Geändert von Inaktiver User (30.06.2010 um 19:51 Uhr)
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01.07.2010, 06:42Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Wie in aller Welt manipuliert man jemanden mit Freundlichkeit? Du kannst ja freundlich sein, aber wenn an jemanden gerätst, der absolut nicht auf Freundlichkeit eingeht, wird Dein Angebot nicht angenommen. Was das Herz nicht geben will, kann man nicht erzwingen. Auf jeden Fall investierst Du mit der Methode eine Menge Energie oder wie Du sagst Geduld.
Wenn ich länger darüber nachdenke, empfinde ich "scheissendfreundlich" eigentlich als ziemlich aggressiv.
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01.07.2010, 06:51Inaktiver User
AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?
Hallo nathalie,
eine extreme Freundlichkeit kann auch sehr aggressiv wirken!
Weil man damit in eine sehr defensive Haltung geht und den anderen sozusagen ins Aus laufen lässt.
Man möchte aber oft Reibung...man möchte beantwortet werden und es gibt Kommunikationstrainigs-Methoden, bei denen man eben genau das umgeht.....freundlich bleiben....nicht auf das Reizthema dann eingehen.
Ich weiss auch nicht, warum man immer nur supernett sein sollte?
Warum soll meine Umgebung nicht meinen Gesamtzustand erkennen??
ZB auf der Arbeit- wenn ich nen schlechten Tag habe....warum soll ich dann die anderen auffordern auf mich zuzugehen- mir viel zu erzählen.....wenn mir das zuviel wäre??
Höflich kann man immer sein- aber ich bin dann einfach zurückgezogener....- verstehen tut das jeder!
Und wie sagte mal ne Bekannte sehr treffend- selbst wenn man nicht gemocht wird-- man muss das doch auf der Arbeit keinem ZEIGEN!
Höflich kann man immer sein....
Liegt- so erkenne ich es auf der Arbeit auch immer wieder- oft daran, daß die Menschen irgendwann persönlicher von sich erzählen-- dann eine Erwartungshaltung bekommen.....ohne sich im Klaren zu sein, daß nur weil man privater erzählt- nicht zwangsläufig privat wird zu den Menschen!
kenzia.....die Euch freundlich
nen schönen Tag wünscht



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