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  1. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    halb OT:

    äh; das is ja ´n ding.

    heute morgen schaute ich "best of plasberg" und dort wurde ein deutscher philosoph, richard david precht zu einem thema befragt; leider sehr kurz.
    drum googelte ich mal rum und schaute bei amazon, was der mann so verzappt hat.

    im oktober wird ein buch erscheinen, was wohl relativ genau das thema dieses stranges trifft (wenn ich mir das video, was auf amazon läuft, so ansehe): "Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält".

    tihi.
    wird sich supawetta bestimmt kaufen. auch wenns wohl nur ein weiteres buch ist, was an der realen umsetzung ggf. scheitern wird.

    lustiger zufall.
    nein; ich bin nicht mit dem autor verwandt oder bekomme provisionen vom online-buchhändler. denke nur, dass, wen das thema (auch) interessiert, für den wäre vielleicht das buch auch gut zu lesen. kanns aber auch erstmal antesten, wenn gewünscht.

    oder hat jemand noch andere literaturvorschläge?

  2. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist lügen kein so gutes Beispiel
    mmh, dachte ähnliches, als das post schon stand

    mir gehts um das hier:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber an das Bemühen würd ich schon glauben, hätte nur im Hinterkopf, dass es menschlich ist, das vielleicht nicht zu 100% zu schaffen.
    ob nun lügen oder öfter spülen oder offener sein oder oder oder.

  3. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    es ist aber nun mal schwierig, wenn dinge im eigenen sein des anderen anders dargestellt werden, als sie sind. aus irgendeiner angst/geltungsbedürfnis/minderwertigkeitsgefühl heraus, vermute ich.
    Du meinst, wenn dir jemand eine Seite von sich zeigt, die gar nicht echt ist oder unehrlich? Ein Fake?

    Ich denke, dass auch diese Anteile echt im Sinne von authentisch sind. Wenn dir jemand vorspielt, er sei ein netter Mensch (treu, ehrlich etc.) - dann wäre er/sie das vermutlich gerne. Aber Schwäche oder ein Hang zur Manipulation lässt diese Menschen etwas vorgeben, was sie nicht mit Handlung einlösen können.

    Wie leicht sagen sich Worte, aber wie schwer ist es, dazu zu stehen.

    Etwas davon steckt in jedem von uns, und manchmal erfindet man sich genau auf diese Weise neu und wird zu dem Menschen, von dem man bisher nur eine Vorstellung hatte. Wenn man es will.

    und ich bin nun mal bestrebt, nicht übergriffig zu denken im sinne von bspw. "er/sie sagt, dass er/sie nie wieder lügen will; stimmt ja eh nicht" - ich will glauben und _wirkliche_ chancen geben.
    sicher, wenns dann zum dritten mal passiert, dann wird meine laune auch etwas, ähem, unlustiger.
    Ja, das verstehe ich. Wobei ich eben einen Unterschied mache:
    ist da jemand gescheitert an einem Vorhaben, oder war es von vorn herein gelogen (um zu manipulieren).

    hat das schon was mit naivität zu tun? die frage ist wertfrei und ernst
    gemeint.
    Ich empfinde deine Haltung nicht als naiv.

    Es ist etwas sehr schönes, offen und vertrauensvoll auf Menschen zuzugehen, davon profitieren beide Seiten.

    Es ist aber auch gefährlich, weil man sich damit in eine unklare Situation begibt: meint der andere es gut mit mir, oder will er mich nur ausnutzen oder Spielchen spielen?

    Ein gewisser Selbstschutz im Sinne von: "Ich glaube gern, dass er/sie die Wahrheit sagt, halte aber auch eine Lüge für möglich" halte ich pauschal für empfehlenswert, zumindest bis man mehr Erfahrungswerte hat mit einem Menschen.

    Wer mich z.b. hängen lässt in einer Notlage, kann mir lang erzählen, dass er mich mag oder mein Freund ist - da gehen dann eben die Auffassungen zu weit auseinander, bzw.: heisse Luft......

  4. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du meinst, wenn dir jemand eine Seite von sich zeigt, die gar nicht echt ist oder unehrlich?
    ja.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Fake?
    und das wäre dann die frage: unter einem fake verstehe ich das absichtliche falsch-erzählen, was ich auch recht schnell für mich unterbinden würde, indem ich mich zurückziehe.
    aber was ist, wenn jemand (noch) zu schwach ist, um das umzusetzen, was er gerne würde...?! aber da muss eh jeder selbst entscheiden, wo die grenze liegt, wie lange er "mitspielt".

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie leicht sagen sich Worte, aber wie schwer ist es, dazu zu stehen.
    !

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Etwas davon steckt in jedem von uns, und manchmal erfindet man sich genau auf diese Weise neu und wird zu dem Menschen, von dem man bisher nur eine Vorstellung hatte. Wenn man es will.
    tja, und was sind die indizien zum erkennen, ob es jemand wirklich will oder nich? das kann man wiederum ja nur mit der zeit sehen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, das verstehe ich. Wobei ich eben einen Unterschied mache:
    ist da jemand gescheitert an einem Vorhaben, oder war es von vorn herein gelogen (um zu manipulieren).
    siehe oben; da unterscheide ich auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein gewisser Selbstschutz im Sinne von: "Ich glaube gern, dass er/sie die Wahrheit sagt, halte aber auch eine Lüge für möglich" halte ich pauschal für empfehlenswert, zumindest bis man mehr Erfahrungswerte hat mit einem Menschen.
    mmh, und wie sagst du das demjenigen, falls er nachfragt ob du ihm glaubst/vertraust? "ja" wäre gelogen; "ja aber" und auch "nein" kommen echt schlecht an?!

  5. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Die erste Frage ist doch: will dieser Mensch überhaupt durchschaut werden?

    Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn Lüge bedeutet bestenfalls Scham, schlimmstenfalls eben Manipulation, die auf deine Befindlichkeiten keinerlei Rücksicht nehmen wird, wenn du die Lüge aufdeckst. Die Konfrontation mit der eigenen Lüge wird dann als Angriff verstanden.

    Wenn dem anderen aber mehr an seiner tollen Fassade gelegen ist, wirst du kaum Chancen haben, an so jemanden heranzukommen.
    Dann bedeutest du, bzw die Beziehung zu dir (ob Freundschaft oder Liebe, ist egal) dem anderen leider weniger als der Gewinn, der aus dieser Fassade gezogen wird. Meine Theorie....

    Falls sich da jemand "verritten" hat mit seiner mehr oder weniger übertriebenen Selbstdarstellung und daran scheitert - dann lässt sich vermutlich drüber reden.
    Dann kannst du deinen Vertrauensvorschuß auch damit vermitteln, dass du ehrlich bist und zu deinen Zweifeln stehst und diese aussprichst.
    Daraus kann sich ein Dialog entwickeln. Geht aber auch nur, wenn es eine zwischenmenschliche Verbindung gibt, also Sympathie oder mehr auf beiden Seiten vorhanden ist.

  6. User Info Menu

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seh ich genau anders rum: grad weil ich weiß, dass ich auch nicht vollkommen bin, nehm ich das auch von anderen an. Wir sind nicht alle Monster, aber eben auch nicht alle Engel!!

    Ich find das völlig normal.

    Mir scheint eher, dass die, die stets an das Gute glauben, aus Angst vor dem "Bösen" sowohl in sich als auch in der Welt das grundsätzlich verneinen und verdrängen.

    Dass man besser damit fährt, erstmal an gar nichts zu glauben sondern einfach mal abzuwarten ist doch wohl unbestritten. Lieber bin ich vorsichtig und lass mich dann gern vom Positiven überzeugen, da hab ich keinen Schaden, als ich denke, alle wollen mir nur Gutes und dann wenn ich mir die Finger verbrannt hab erst zu merken, dass das vielleicht reichlich naiv war.

    Im übrigen halte ich es so, dass ich weder an das Gute noch an das Schlechte "glaube" - ich schau einfach hin und nehm es so wie es kommt. Ich finde das einfach nur realistisch.

    Man muss weder die rosa Brille aufhaben noch davon überzeugt sein, alle wären gegen einen: es reicht doch, genau hinzuschauen und sich dann erst eine Meinung zu bilden.

    Das sind doch 2 verschiedene Dinge, ewk

    Ich kann doch grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben, mir aber trotzdem der Tatsache bewusst sein, dass die Menschen nicht nur gut sind. Und die Anteile gut/schlecht auch nicht bei jedem gleich verteilt sind, manchmal eins von beiden überwiegt.

    Deswegen muss ich ja nicht blind durch die Gegend laufen und jedem Dahergelaufenen völlig vorbehaltlos zu 100% vertrauen und zu 100% davon ausgehen, daß er es ausschliesslich gut mit mir meint.

  7. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Schließe mich Jolanda an...

    Ich hatte das auch schon weiter vorne ähnlich zu erklären versucht.

  8. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Ich kann doch grundsätzlich an das Gute im Menschen glauben, mir aber trotzdem der Tatsache bewusst sein, dass die Menschen nicht nur gut sind. Und die Anteile gut/schlecht auch nicht bei jedem gleich verteilt sind, manchmal eins von beiden überwiegt.

    Deswegen muss ich ja nicht blind durch die Gegend laufen und jedem Dahergelaufenen völlig vorbehaltlos zu 100% vertrauen und zu 100% davon ausgehen, daß er es ausschliesslich gut mit mir meint.
    Und wie ich schon ausgeführt habe erschließt sich mir der Sinn dieses Glaubens nicht. Das Gute in den Menschen - das gibt es für mich nicht. Hieße das dann nicht, dass Menschen, die gar nicht gut (und das gibt es ja nun leider auch, wirklich böse Menschen, wenn auch nur selten) sind eigentlich keine Menschen mehr sind??? Für mich ja, und daher glaub ich lieber an der Gute und an das Böse in jedem.

    Die Menschen, die den sehr vehement vertreten erlebe ich tatsächlich überwiegend als Verdränger, was wiederum viel mit ihrem Selbstbild zu tun hat, das Aggression oder auch nur "Schlecht-Denken über andere" warum auch immer nicht zulässt.

    Und manchmal finde ich das eine besonders penetrante Selbstdarstellung, die vorrangig zum Zweck hat, sich selbst als wahnsinnig gut darzustellen, weil man ja nur gut über andere spricht und denkt.

    Es sei mir verziehen wenn das allzu zynisch rüberkommt, ich denke da speziell an meine Ex-Schwiegermutter, bei der das nur Fassade war und bigott bis zum Umfallen.

  9. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    ewk,

    es geht hier doch auch um das Menschenbild an sich - wie man sich die Persönlichkeitsstruktur vorstellt.

    Für mich klingt deine Auffassung nach schwarz-weiß (ich mag mich täuschen): die Guten und die Bösen eben, erkennbar an ihren Taten.
    Mir ist das zu eindimensional, viellicht bin ich auch nur neugierig, wie unterschiedlich Menschen "ticken".

    Es bedeutet aber nicht, daß Menschen, die trotz allen Widrigkeiten an "das Gute" im Menschen glauben bzw. glauben wollen, naiv oder bigott sind.
    Oder verbietet dir gerade diese deine Einstellung, den anderen diesen Glauben "abzukaufen"?

    Vieles an dem, was andere Menschen tun, verstehe ich nicht oder ich kenne die Hintergründe nicht, und für mich zählt das immer: die Hintergründe, die Motivation.
    Ich versuche über einen Menschen nicht vorschnell zu urteilen und ich bin auch immer wieder bereit, ein einmal gefälltes Urteil zu revidieren. Weil ich eben an die guten Anteile glaube und dies auch noch gern mache. Das bedeutet nicht, dass ich die schlechten Anteile nicht sehe oder leugne.

    Böse Menschen - das sind für mich Psychopathen und ja: denen fehlt etwas ganz entscheidendes, um ein "ganzer" Mensch zu sein: die Fähigkeit zu menschlichem Mitgefühl. Das kannst du sogar anhand der Hirnströme messen, dass es sich hier um etwas pathologisches handelt. Natürlich sind das trotzdem enschen - aber sie sind auf massive Weise in ihrem Menschsein eingeschränkt.
    Mal ganz neutral formuliert, das war zumindest meine Absicht.

  10. Inaktiver User

    AW: "vertrauen in das gute im menschen" - ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Für mich klingt deine Auffassung nach schwarz-weiß (ich mag mich täuschen): die Guten und die Bösen eben, erkennbar an ihren Taten.
    Mir ist das zu eindimensional, viellicht bin ich auch nur neugierig, wie unterschiedlich Menschen "ticken".
    Nein, so will ich mich nicht verstanden wissen, ich seh es grad andersrum: wer an das Gute in jedem Menschen glaubt blendet das Böse aus und will nur weiß sehen.

    Wenn überhaupt dann glaub ich an das Gute und an das Böse in jedem, in unterschiedlicher Gewichtung, aber als beides in jedem angelegt und vorhanden. Schwarz und weiß und hell- und dunkelgrau.

    Mich auf das Gute zu focussieren, darin seh ich einfach keine Notwendigkeit.

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