Ich bin schon generell eine Frau, die eher zurückhaltend ist, aber dennoch freundlich und offen.
Wenn ich unter Leuten bin, die ich nicht oder nicht gut kenne, bin ich immer froh, wenn ich irgendeinen Anknüpfpunkt habe, um mit anderen in Kontakt zu kommen. Ich bin selbst nicht besonders glücklich damit, aber ich denke das sind auch einfach Charaktereigenschaften.
Ich habe auch gezielt Menschen gefragt, die ich noch nicht so lange kenne, wie sie mich wahrnehmen. Die Antwort war eigentlich immer gleich: still, zurückhaltend, aber immer freundlich, hilfsbereit, lustig und für jeden Spaß zu haben.
Ich habe es zuerst selbst gehört: Getuschel und plötzliches Schweigen, als ich dazu kam. Dann noch merkwürdige Fragen von Dritten, unbeteiligten Personen, die darauf hindeuteten, dass da wohl jemand etwas aufgeschnappt hatte.Hörst du denn die Kommentare auch selbst? Dann würde ich sofort kontern und den Wind aus den Segeln nehmen. Oder wird dir das durch "gute Freunde" zugetragen? Dann Obacht vor der "Flüsterpost".
Erst daraufhin habe ich dann mal unter "meinen" Leuten nachgefragt, was da los ist.
Interessanterweise habe ich auch gestern noch von einer anderen Person gehört, die mit ganz ähnlichen Feedback konfrontiert war. Dort wurde sogar bei der Siegerehrung gebuht, weil eine kleine Gruppe wohl der Ansicht war, dass sein erster Platz unverdient war.
Mittlerweile glaube ich fast, dass es - egal bei welchem sportlichen Erfolg - immer Nörgler geben wird, die irgendeine Ungerechtigkeit darin sehen.
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Thema: Wie mit Missgunst umgehen?
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22.06.2010, 10:47Inaktiver User
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
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22.06.2010, 11:35Inaktiver User
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Das ist ja auch erstmal eine Charaktereigenschaft die ganz nett ist, also nichts "anstössiges".
Oh man, das ist schon traurig wie manche Menschen sich, Neid und Missgunst hin oder her, so peinlich verhalten. Das mann Neidgefühle entwickelt kann ich verstehen, das hat jeder mal, aber darum andere auszubuhen oder hinterm Rcken schlecht zu machen geht gar nicht (wobei, ja offensichtlich schon wenn man das so ließt).
Hm, also wenn es eine Sportart ist in der du auf die Anderen weitgehend verzichten kannst (keine Ahnung Golf oder so) würde ich versuchen über dem Gerede zu stehen. Dumm ist es halt wenn du auf deine Manschaft angewiesen bist wie beim Klettern oder bei Segelregatten. Ich könnte diesen Menschen im Extremfall nicht vertrauen....alles in allem würde ich mich schon aufgrund meiner Neider tierisch über jede gewonnene Auszeichnung freuen
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22.06.2010, 21:36Inaktiver User
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Das ist insofern überhaupt kein Problem, da ich ja genug Leute habe, mit denen ich auf einer vernünftigen Ebene umgehen kann.
Wenn ich dort völlig isoliert wäre und ganz auf mich gestellt wäre, wäre ja auch der Spaß weg.
Bei den Wettkämpfen trifft man sich ja auch wieder, tauscht sich aus oder plaudert einfach. Ich habe auf diesem Weg z.B. auch einen Schweizer kennengelernt, mit dem ich mich über mein Studium ausgetauscht habe. Das war sehr interessant und alles sehr freundschaftlich und locker.
Durch die negativen Stimmen, die es dann aber zum eigentlichen Sport gibt, wird einem das aber leider madig gemacht und das ist auch der Grund, aus dem ich hier geschrieben habe: ich finde es einfach schade, dass diese Missgunst ins Spiel gebracht wird - an einem Ort, an dem man eigentlich wunderbar harmonisch zusammensein könnte.
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23.06.2010, 09:46
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Frauen und Konkurrenz ist ein spannendes Thema, und in der Tat wurde innerhalb der feministischen Bewegung lange geleugnet, dass Frauensolidarität beileibe keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass Frauen sich gegenseitig ganz schön das Leben schwer machen. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sie doch trotz desselben Geschlechtes immer noch sehr unterschiedliche Arten ihres weiblichen Selbstverständnisses haben, und nicht zu vergessen, auch sind die Interessen aller Frauen nicht dieselben.
Irgendwo hab ich mal ein englischsprachiges feministisches Buch darüber gesehen, das thematisierte, wie Frauen sich gegenseitig bewusst das Leben schwer machen.
Zu Lottes Problem: Überall, wo Wettkämpfe ausgetragen werden, wo man sich misst, gibt es Gewinner und Verlierer. Nicht alle Verlierer sind gute Verlierer, etliche sind neidisch auf die Gewinner und reden daher schlecht über sie. Das ist einfach nur menschlich.
Es gibt auch Menschen, die schaffen es, aus allem einen Wettkampf zu machen, wo über andere, sei es Gewinner oder Verlierer, hergezogen werden muss, damit sie ihren eigenen Selbstwert aufrecht erhalten können. Das muss aber nicht das Problem derjenigen sein, über die gelästert wird.
Man kann es auch ganz pragmatisch sehen: Was juckt es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt?
Liebe Lotte, versuche, das missgünstige Geschwätz weniger an Dich rankommen zu lassen, ignoriere diese Leute, so weit es geht. Ich vermute, Du kannst Dir das durchaus leisten.
Zum sportlichen Wettkampf gehören Neider dazu wie Zaungäste. Das musst Du nicht persönlich nehmen. Würden diese Leute nicht über Dich herziehen, würden sie sich eine/n anderen dafür suchen. Halte Dich lieber an diejenigen, die Deine Erfolge anerkennen. Du kannst nicht erwarten, dass Dich alle lieben. Wo es Konkurrenz mit Gewinnern und Verlierern gibt, gibt es nunmal keine uneingeschränkte Harmonie.Geändert von Latona (23.06.2010 um 09:49 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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23.06.2010, 12:53Inaktiver User
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23.06.2010, 17:21
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
@ caponataSorry, aber ich habe es nicht mehr gefunden.
Ich hab nur noch das gefunden:
Volume 13, Number 2, Summer 2001
E-ISSN: 1527-2036 Print ISSN: 1042-7961
DOI: 10.1353/jowh.2001.0044
Dahlerup, Drude.
Women against Women
Journal of Women's History - Volume 13, Number 2, Summer 2001, pp. 201-203
The Johns Hopkins University Press
Drude Dahlerup - Women against Women - Journal of Women's History 13:2 Journal of Women's History 13.2 (2001) 201-203 Women against Women Drude Dahlerup Christina Florin, Lena Sommestad, and Ulla Wikander, eds. Kvinnor mot kvinnor: Om systerskapets sv�righeter. (Women against women: On the troubled sisterhood). Stockholm: Norstedts, 1999. 249 pp.; ill. ISBN 91-1-300723-8 (cl).
Had this book been written twenty years ago, the title would prob- ably have been Women Together! not Women against women: On the troubled sisterhood! Comprised of eight essays about both conflict and cooperation among women, written by well-known researchers in Swedish women's history, this edited collection's general perspective, with which I totally agree, denies the assumption that women constitute one coherent group. The authors intend to show that conflict among women derives from their different class, ethnic, occupational, educational, and generational backgrounds as well as diverse individual values. This perspective goes against conventional wisdom, which treats women as one category and assumes that women ought to be able to work together. Conflict among...
http://muse.jhu.edu/login?uri=/journals/journal_of_womens_history/v013/13.2dahlerup.pdf
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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23.06.2010, 18:21Inaktiver User
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Danke!
Geändert von Lizzie64 (23.06.2010 um 23:52 Uhr) Grund: nun lasst doch mal die langen, unmittelbaren fullquotes! danke :-))
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24.06.2010, 09:44
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Was mir noch eingefallen ist, wobei ich jetzt nicht weiß, ob es auf Lotte zutrifft:
Wenn man irgendwo aufgrund seiner Qualität besonders herausragt, dann tut man gut daran, zu den anderen besonders freundlich zu sein, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, man sei arrogant oder halte sich selbst für was Besseres. Man muss den Preis seiner Qualität nicht mit Anbiedern bezahlen, aber um ein bisschen mehr Freundlichkeit als sonst sollte man sich im eigenen Interesse bemühen. Schwer haben es hier Menschen, die introvertiert sind oder sonst kein sehr sonniges Naturell mitbringen. Wer gut ist und gleichzeitig arrogant rüberkommt, muss sich nicht wundern, wenn er bzw. sie angefeindet wird.
Das gilt übrigens auch für Frauen, die optisch sehr schön sind, auch sie tun besser daran, ihre Geschlechtsgenossinnen mit etwas mehr Freundlichkeit, als sie vielleicht sonst aufbringen würden, zu beschwichtigen, als mit Kühle aufzutreten.
Unsere westliche Konkurrenzgesellschaft kennt nur wenige Rituale zur Beschwichtigung von Neidern. Die Kirche hat sich darauf beschränkt, Neid zu den Todsünden zu zählen. Dabei sind neidbeschwichtigende Rituale nötig, wo immer es soziale Ungleichheit gibt, um den sozialen Frieden zu wahren. Bei den Indianern der amerikanischen Westküste gibt es den Potlatch, d.h. wohlhabende Familien müssen einmal im Jahr das ganze Dorf beschenken, und wenn sie danach selbst als Arme dastehen. Wer sich dem verweigert, würde schnell sozial als unsolidarischer Raffzahn geächtet. So weit muss man es zwar nicht treiben, aber die Richtung ist nicht gänzlich verkehrt.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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24.06.2010, 18:29Inaktiver User
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
Findest Du echt?
Ich bin ganz anderer Meinung.
Warum muss ich mich für mein Aussehen oder meine Leistungen rechtfertigen? Wieso soll ich Andere, die sich nicht benehmen können, beschwichtigen müssen?
Neid ist viel weniger die Sache desjenigen, der ihn erweckt, als die der Neider. Sie zeigen sich dadurch eigentlich schwach und kleinlich, und sie verhalten sich schlecht und sogar aggressiv deswegen. Neid ist deshalb eine Todsünde, es kann die Neider innerlich zerfressen und Beziehungen vergiften.
Eine kleine Portion Neid kann dagegen sehr anspornend sein, sich selbst weiter zu entwickeln.
Ich finde übrigens, dass Neid auch ein typisch deutsches Verhalten ist. Hier ist es ja richtig verpönt, zu zeigen, was man hat und was man kann, und gilt dann als Angeber. In anderen Ländern kann man seinen Mitmenschen viel mehr gönnen, was sie sich ehrlich erarbeitet haben, ohne sich selbst davon bedroht oder ausgegrenzt zu fühlen.
Sich selbst aber zu viel einzubilden, sich arrogant und seine Macht ausnutzend über Andere zu stellen, das mag ich garnicht. Aber das macht mich eher wütend oder empört als neidisch. Oder man zuckt einfach nur mit der Schulter und sagt sich: ph, Angeber halt.
Aber so kommt die TE hier bei mir bisher nicht rüber.
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25.06.2010, 14:36
AW: Wie mit Missgunst umgehen?
@ Krusmynta
Du musst nicht, aber es kann Dir Vorteile bringen, wenn Du es tust. Du ziehst dann weniger Neid auf Dich.
Es belastet den sozialen Frieden, wenn diejenigen, die Vorteile haben, diese allzu eifersüchtig für sich wahren wollen. Dazu gehört auch, solche Vorteile mehr als nötig zur Schau zu stellen. Die Angehörigen mancher sehr reichen Familien treten bewusst bescheiden auf, um keine Neider auf sich zu ziehen, sie halten protziges Auftreten für unvornehm und typisch für Neureiche, die hier was nachzuholen haben.
Man kann Neid verteufeln, aber das nutzt nichts, er bleibt dennoch da. Mit der Moralkeule kommt man da nicht weiter. Also geht man doch besser vernünftig mit ihm um.
Ich denke mir, wer schon beneidet wird, kann es sich doch leisten, ein bisschen großzügig zu sein. Schließlich hat er ja schon bewiesen, dass er was erreichen konnte.
Natürlich sollte man auch bei den Neidern ansetzen, aber das können nur sie selbst. Viele Neider leiden unter Minderwertigkeitsgefühlen und merken gar nicht, dass sie es eigentlich gar nicht nötig haben, ständig auf andere neidisch zu sein. Sie machen nur den Fehler, ihre eigenen Vorteile nicht zu sehen oder sich ständig zu ihren Ungunsten mit anderen zu vergleichen. Das führt zu ständiger Unzufriedenheit mit sich und dem eigenen Leben. Neider tun sich selbst am meisten weh.
Ich glaube auch nicht, dass das ein Problem der TE ist, aber sie wurde danach gefragt, und manchmal merkt man es selbst nicht, wenn man sich anderen gegenüber überlegen gibt und so unschöne Reaktionen provoziert. Von daher ist es sicher gut, wenn sie mal schaut, ob das bei ihr ein Teil des Problems sein könnte.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!




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