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  1. Inaktiver User

    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Liebe Siha,

    mir kommt auch einiges bekannt vor, was Du schreibst. Allerdings habe ich das Gefühl, schon ein paar Jahre "weiter" zu sein, vielleicht auch vom Alter her. Rückblickend kann ich natürlich nur sagen, was MIR geholfen hat, aus dieser "Falle" rauszukommen, aber vielleicht ist ja auch für der eine oder andere Denkanstoß dabei:

    Zunächst einmal kann ich persönlich nur sagen, dass es mich bisher leider nicht wirklich weiter gebracht hat, dass ich weiß, woher bestimmte Probleme kommen. Ich neigte leider schon immer zum Grübeln und sich-ständig-selbst-reflektieren (um nicht zu sagen: zerfleischen...). Meine Therapie hat mir daher allenfalls geholfen, über bestimmte Probleme besser reden zu können und mich generell mehr zu öffnen (was ich natürlich auch nicht kleinreden will).

    Auf jeden Fall glaube ich, dass es der bessere Weg ist, nicht nur in der Vergangenheit verhaftet zu sein, sondern konkrete Lösungen zu finden, die einem einfach die Gegenwart schöner machen. Damit meine ich zum Beispiel - ganz banal - dass ich mir irgendwann eine Putzfrau geleistet habe. Das hat mich zwar ziemlich unter Druck gesetzt, weil ich die natürlich nur in eine aufgeräumte Wohnung lassen wollte, aber es war ein unfassbares Gefühl, plötzlich eine gewisse Grundordnung in der Wohnung zu haben und relativ schnell "besuchsbereit" zu sein. In schlimmen "Schlumpfphasen" (schönes Wort) mochte ich schon die Tür nicht mehr aufmachen und habe mich beim Klingeln "totgestellt", denn es sah auch wirklich schlimm aus. Das gab's mit meiner Perle dann einfach nicht mehr, und das hat mir auch seelisch extrem weitergeholfen. Ich fühlte mich alleine dadurch schon besser, dass meine Umgebung besser aussah - ganz ehrlich!! Auch ein fester Termin zum Sport mit einer Freundin am Samstagmorgen hat mir geholfen, da kam das Wochenende dann schon gleich mal etwas in "Schwung" und ich kam nicht erst am Sonntag in die Puschen.

    Ansonsten habe ich aber auch ein Stück weit akzeptiert, dass dieses "Gesehen werden" von anderen ein Grundbedürfnis von mir ist, das ich pflegen muss. Ich kann schlecht alleine sein und war es trotzdem sehr lange. Damals habe ich oft mit meinem Single-Dasein gehadert und noch viel mehr damit, dass ich es mir nicht auch alleine richtig schön machen konnte. Schließlich haben mir doch alle verheirateten Freundinnen ständig erzählt, dass man in einer Beziehung nur andere Probleme hat und dass Single-Dasein doch auch ganz toll sein kann. Und was soll ich sagen? Seit einigen Jahren habe ich nun wieder eine Beziehung und bin um so vieles glücklicher als vorher, dass ich nie wieder einem Single solch einen Blödsinn erzählen würde. Mag sein, dass es Frauen gibt, die alleine glücklich sind - ich bin das nur in einer Beziehung so richtig und kann daran nichts schlimmes mehr finden. Gut, vielleicht kommt auch mal wieder eine Phase in meinem Leben, in der ich wieder alleine bin, das weiß man ja nie. Aber darüber mache ich mir heute noch keine Gedanken, und ich hoffe, dass ich bis dahin so viel Glück und Freude getankt habe, dass etwas davon übrig bleibt.

    Daher mein Fazit: Grübele nicht darüber, warum Du so bist wie Du bist, sondern gestehe Dir einfach mal zu, dass Du mit Deinem Leben im Moment nicht zufrieden bist und sei darüber auch ruhig traurig! Ich finde, es ist ein etwas zu hoher Anspruch, nicht nur wie ein Duracell-Häschen zu funktionieren, sondern dabei auch noch ständig ein fröhliches Lachen auf den Lippen zu haben. Die meisten von uns sind ja nunmal nicht Heidi Klum, sondern ganz normale Menschen.

    Alles Liebe für Dich !
    Tulipali

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Hallo Nancissima,

    ja, es gibt auch die "andere" Seite. Gestern war sie vorübergehend komplett verschwunden, aber normalerweise ist sie schon sichtbar.

    Z.B. habe ich direkt nach der Trennung beschlossen, ein Instrument zu lernen. Wollte ich schon immer machen und die Stunden mit meiner Lehrerin geben mir ein gutes Gefühl und machen Spaß. Zum Üben wiederum kann ich mich kaum aufraffen - Ärger mit dem Nachbarn und allgemeine Erschöpfung sind mir da gelegene Ausreden .

    Es gibt auch Menschen, mit denen ich mich wohl fühle. Zum Glück. Aber ich habe immer das Gefühl, die Qualität zwischenmenschlicher Beziehung wäre mit einem Partner eine andere - bessere (?). Vielleicht stimmt das nicht und ich mute einem potenziellen neuen Partner damit viel zu viel zu.

    Zeit für meinen Energiehaushalt hätte ich nach Feierabend wohl, leider sitze ich viel zu oft am Rechner und vergeude meine Zeit. Ich denke viel darüber nach, wie ich gescheiter etwas für mich tun kann.

    LG und danke für Deine Hilfe,
    Siha

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Danke Nathalie

    Wenn deine Therapeutin auch DIR nicht geholfen hat, mit diesem Satz über die Wohnung... MIR schon....
    Hallo Nathalie,

    ich musste auch über Deinen Satz bzw. den Deiner Therapeutin nachdenken. Meine Wohnung an sich ist nicht das Problem. Die ist ein ziemlich sicherer Rückzugsort, den ich auch brauche.

    Aber vielleicht verbarrikadiere ich mich zu sehr hier. Bin zu viel allein und am grübel. Ich hätte gern mehr Leben in meiner Wohnung, weiß nur nicht wie. Wohne ziemlich dörflich und fahre meist zu meinen Freunden in die nahe gelegene Stadt. Selten umgekehrt. Mein Date durfte in die Wohnung . Vielleicht habe ich da wieder (zu sehr) eine Ahnung bekommen, wie es wäre, hier mehr Leben zu haben und daher der Absturz?

    LG
    Siha

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Hallo Tulipali,

    danke für Deine ausführliche Antwort und Deine Gedanken dazu . Ich versuche mal, ein paar Punkte herauszugreifen.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Auf jeden Fall glaube ich, dass es der bessere Weg ist, nicht nur in der Vergangenheit verhaftet zu sein, sondern konkrete Lösungen zu finden, die einem einfach die Gegenwart schöner machen.
    Ich denke auch, dass konkrete kleine Schritte der bessere Weg sind. Nur welche? Momentan habe ich das Gefühl, ich müsste meinen ganzen Tag - oder mehrer - minutiös aufschreiben, um ja keine Zeit zu haben, in eine Krise zu geraten. Aber ich kann ja schlecht eine Stunde "Ich fühle mich toll und bin klasse!" in meinen Tag einbauen. Müsste ich aber. Und viele kleine Dinge um nett zu mir zu sein und meiner Aufschieberitis zu entfliehen.



    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Ansonsten habe ich aber auch ein Stück weit akzeptiert, dass dieses "Gesehen werden" von anderen ein Grundbedürfnis von mir ist, das ich pflegen muss. Ich kann schlecht alleine sein und war es trotzdem sehr lange.

    Ehrlich gesagt, ich werde das denke ich nur ein ganz kleines Stück weit akzeptieren können. Gegenüber Freunden/Kollegen... kann ich es akzeptieren, aber nicht gegenüber einem möglichen neuen Partner. Ich will nicht, dass ich mich nur gut fühle, wenn ich mich an ihn klette, er mich sieht und mir permanent zeigt, wie toll er mich findet.

    Ich weiß nur nicht, wie ich es schaffe, auch ohne diesen Anspruch auszukommen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Daher mein Fazit: Grübele nicht darüber, warum Du so bist wie Du bist, sondern gestehe Dir einfach mal zu, dass Du mit Deinem Leben im Moment nicht zufrieden bist und sei darüber auch ruhig traurig!

    Alles Liebe für Dich !
    Tulipali
    Ich fürchte, das ist differenzierter: Mein Leben ist so schlecht nicht. Eine bezahlbare Wohnung, einen guten Job, der mir sogar Spaß macht, eine kleine Liebelei - die meinem Selbstbewusstsein gut tut, wenn ich es schaffe, das Etikett "das muss der Mann fürs Leben werden" wegzulassen.

    Ich sehe, dass mein Leben nicht so schlecht ist. Trotzdem schaffe ich es nicht, auch nett zu mir zu sein, mich für mein gutes Leben zu belohnen und mit Kraft zu versorgen.

    Oh Mann, kann man das verstehen?

    LG
    siha

  5. Inaktiver User

    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Ich verstehe Dich erstmal so, dass Du meinst, Dein Leben MÜSSTE in Ordnung sein, weil ja vieles dem landläufigen Ideal eines "guten" Lebens entspricht. Aber alles, was Du sonst so schreibst, scheint dazu irgendwie nicht wirklich zu passen?! Oder was soll dann Deine Frage hier? Ich will Dir ja nicht einreden, dass es Dir schlechter geht als Du denkst und schon gar nicht meine Situation auf Deine übertragen. Aber ich glaube auch nicht, dass es Dir helfen würde, wenn Du Dir jeden Tag eine Stunde lang aufschreibst "Ich fühle mich toll und bin klasse". Was soll das denn helfen, wenn es nicht wirklich Deinem Gefühl entspricht (und dann bräuchtest Du Dir das ja nicht zu sagen)? Du würdest Dir diesen Merksatz doch einreden wie man Vokabeln lernt. Aber es bliebe trotzdem eine "Fremdsprache".

    Ich denke, Du wärst in einem ersten Schritt schon sehr nett zu Dir, wenn Du nicht so krampfhaft versuchen würdest, nett zu Dir zu sein! Ich muss auch sagen, dass ich im Laufe der Zeit gelernt habe, einer Art innerem Pendel in mir zu vertrauen. Wahrscheinlich ist das eine Art Selbsterhaltungstrieb, mit dem man aus solchen Phasen auch wieder raus kommt (sofern man gesund ist). Und manchmal muss ich mich anscheinend auch mal richtig hängen lassen, um wieder neuen Schwung zu bekommen. Abgesehen davon denke ich inzwischen, dass man nicht immer "durchhängt" und "nichts" macht, wenn man z.B. vor dem Internet sitzt und nicht mit Freunden ins Kino geht. Es kann doch auch mal wichtig sein, einfach mal "unproduktiv" nachzudenken, Erfahrungen von anderen zu lesen oder auszutauschen. Wer weiß schon, wann und wobei einen vielleicht eine wichtige Erkenntnis erreicht?

    Deine Schilderungen wirken auf mich so "getrieben", ein bißchen wie beim Motto "Ich brauche mehr Geduld - und zwar SOFORT". Oder als würdest Du uns einen Leidensdruck erklären wollen, ohne zuzugeben, dass da ein Leiden dahinter steckt? Mhm, jetzt weiß ich auch nicht, ob man das versteht... . Aber ich bin ehrlich gesagt in Gedanken jetzt auch schon wieder in Durban .
    Schönen Abend noch !

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Hallo Siha,

    leider kann ich Dir auch keine konkreten Tips geben, ich bin nur über diesen Thread gestolpert und habe das Gefühl, ich hätte ihn selbst verfaßt Ich stecke mittendrin in einer Beziehungskrise, die eigentlich meine ureigene ist, nach der räumlichen Trennung von meinem Partner suche ich verzweifelt nach Bestätigung seiner Liebe, ich schaffe es nicht, für mich alleine glücklich und zufrieden zu sein. Ich komme nach Hause und sollte eigentlich glücklich und zufrieden sein - ich habe einen guten Job, ein schönes Zuhause, bin finanziell unabhängig - und drehe fast durch, weil ich darauf warte, daß von seiner Seite aus irgendwas kommt.
    All die guten Ratschläge, auch von meiner Therapeutin, mich selbst zu lieben und anzunehmen und und und - der Verstand erfaßt sie, das Umsetzen klappt einfach nicht. Dabei merke ich, wie ich mich selbst und meine Beziehung kaputtmache.
    Ich drück Dir die Daumen, daß Du einen Weg daraus findest - und lese hier gespannt mit, weil hier einige gute Anregungen gegeben werden (die ich leider noch nicht für mich umsetzen kann).

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deine Schilderungen wirken auf mich so "getrieben", ein bißchen wie beim Motto "Ich brauche mehr Geduld - und zwar SOFORT". Oder als würdest Du uns einen Leidensdruck erklären wollen, ohne zuzugeben, dass da ein Leiden dahinter steckt? Mhm, jetzt weiß ich auch nicht, ob man das versteht... . Aber ich bin ehrlich gesagt in Gedanken jetzt auch schon wieder in Durban .
    Schönen Abend noch !

    Ja, das mag sein. Geduld - aber schnell bitte, das beschreibt mich schon ganz gut. Dazu kommt, dass direkt nach einem Date o.ä. der Schmerz wirklich groß ist und ich das Gefühl hab, ich werd' nie bei mir ankommen. Mit einem Tag Abstand ist es dann schon wieder besser und ich schaffe es, bei mir zu bleiben. Aber aus diesem ewigen Auf und Ab will ich raus. Und irgendwie schaffe ich das auch.



    siha

  8. User Info Menu

    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Liebe Arabaer,

    ja, so fing es bei mir auch an. Wobei ich irgendwann im vergangenen Jahr zu dem - gesunden - Schluss kam, die Beziehung wirklich zu lassen. Dann habe ich mich mit mir allein einigermaßen eingerichtet und schon taucht ein halbwegs netter Mann auf, habe ich sofort wieder mein Distanz-Problem.

    Dann sag ich mal, willkommen im Club. Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam .

    lg
    siha



    Zitat Zitat von Arabaer Beitrag anzeigen
    Hallo Siha,

    leider kann ich Dir auch keine konkreten Tips geben, ich bin nur über diesen Thread gestolpert und habe das Gefühl, ich hätte ihn selbst verfaßt Ich stecke mittendrin in einer Beziehungskrise, die eigentlich meine ureigene ist, nach der räumlichen Trennung von meinem Partner suche ich verzweifelt nach Bestätigung seiner Liebe, ich schaffe es nicht, für mich alleine glücklich und zufrieden zu sein. Ich komme nach Hause und sollte eigentlich glücklich und zufrieden sein - ich habe einen guten Job, ein schönes Zuhause, bin finanziell unabhängig - und drehe fast durch, weil ich darauf warte, daß von seiner Seite aus irgendwas kommt.
    All die guten Ratschläge, auch von meiner Therapeutin, mich selbst zu lieben und anzunehmen und und und - der Verstand erfaßt sie, das Umsetzen klappt einfach nicht. Dabei merke ich, wie ich mich selbst und meine Beziehung kaputtmache.
    Ich drück Dir die Daumen, daß Du einen Weg daraus findest - und lese hier gespannt mit, weil hier einige gute Anregungen gegeben werden (die ich leider noch nicht für mich umsetzen kann).

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    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Wie hast Du es geschafft, dann Deinen Entschluss durchzusetzen? Da hapert es bei mir immer wieder dran. Im Moment bin ich wieder wild entschlossen, ich war heute standhaft und habe mich nicht gemeldet - und wie erwartet kommt nichts. Und ich denke "muß ich mir das wirklich antun?" Aber wenn er sich dann meldet, ich seine Stimme höre, ihn sehe, sind alle guten Vorsätze dahin. Ich schaffe es einfach nicht, mich zu entlieben... Und meinem Selbstbewußtsein tut sein Verhalten weiß Gott nicht gut.

  10. Inaktiver User

    AW: Wertschätzung für mich selbst lernen

    Zitat Zitat von Arabaer Beitrag anzeigen
    Wie hast Du es geschafft, dann Deinen Entschluss durchzusetzen? Da hapert es bei mir immer wieder dran. Im Moment bin ich wieder wild entschlossen, ich war heute standhaft und habe mich nicht gemeldet - und wie erwartet kommt nichts. Und ich denke "muß ich mir das wirklich antun?" Aber wenn er sich dann meldet, ich seine Stimme höre, ihn sehe, sind alle guten Vorsätze dahin. Ich schaffe es einfach nicht, mich zu entlieben... Und meinem Selbstbewußtsein tut sein Verhalten weiß Gott nicht gut.
    Was willst Du denn mit einem Mann, der Deinem Selbstbewusstsein schadet? Wie wäre es damit, die Handynummer zu ändern, dass Du seine Stimme nicht mehr hören musst? Das ist auch für ihn ein deutliches Signal, Dich in Ruhe zu lassen? Bislang bist Du anscheinend eindeutig zweideutig.

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