Erst mal ein Hallo in die Runde! :)
Vorsicht, es folgt ein langer Text!
Nun, obwohl ich männlich bin und daher vielleicht nicht zu den primären Nutzer dieses Forums gehöre, erbitte ich Rat in einer Sache, welche mich sehr beschäftigt. Ich glaube sogar, dass gerade ein Forum, in dem sich auch Frauen mit Lebenserfahrung tummeln, besonders gut geeignet ist, um mir zu helfen. Ich habe ein paar Diskussionen hier verfolgt und denke, dass sie allgemein auf einem recht hohem Niveau stattfanden, zumindest, wenn man bedenkt, dass wir uns im Internet in einem öffentlichen Forum befinden.
Tja es gibt da eine Sache die mich unglaublich deprimiert. Ich bin mit meinen "Anfang Zwanzig" nun zwar nicht alt, aber eben auch nicht mehr blutjung, zumindest in gewissen Relationen. Um die Wahrheit zu sagen: Ich hatte noch nie eine Freundin, keinen Kuss, kein "Händchen halten" – mit anderen Worten gar keinen intimen Kontakt zu Frauen. Dies könnte ich vielleicht noch ertragen, wenn ich wüsste, dass sich dieser Zustand irgendwann mal ändert. Ich bin aber gerade dabei die Hoffnung weitesgehend zu verlieren.
Mittlerweile bin ich der letzte, der in meinem unmittelbaren Umfeld noch ohne PartnerIn ist und dass macht mir schwer zu schaffen. Bei allen Ausflügen und Unternehmungen bin ich letztlich immer das fünfte Rad am Wagen. Aber natürlich fühle ich mich nicht nur in einer gewissen Weise gesellschaftlich geächtet, sondern mir fehlt natürlich weitaus mehr. Ich meine hier nicht in erster Linie den sexuellen Kontakt, sondern alles andere was eine Frau einem Mann so an Nähe bieten kann, sprich Schmusen, Küssen, Lachen, etc. Ich träume von dem naiven und eigentlich kindlichem Wunsch einer Frau mal durchs Haar zu streichen oder einfach mit ihr chic Essen zu gehen. Ich würde halt gerne eine Frau kennen lernen, mit der ich durch dick und dünn gehen kann und die alle Sorgen und Glück mit mir teilt. Ich habe schonmal daran gedacht, ob ich vielleicht zu wählerisch bin, aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass dies nicht der Grund ist. Natürlich sind Äußerlichkeiten auch nicht vollkommen unwichtig, aber in erster Linie wünsche ich mir eine Frau, die mich wirklich liebt – dies ist aber wohl paradoxerweise der höchste Anspruch, den ich stellen kann.
Nun ich kann höchstens ungefähr sagen wo die Gründe liegen. Um es gleich klar zu machen: Ich bin kein weltfremder Techniknerd, der sich den ganzen Tag im Haus verkriecht und keine sozialen Kontakte hat. Ich bin zwar sicherlich recht introvertiert und verträumt, habe aber einen recht großen und zudem sehr treuen Freundeskreis, werde häufig auf Partys eingeladen und unternehme allgemein auch nicht viel weniger als andere auch. Man kann mich zwar nicht als Sportskanone bezeichnen, aber ich bin auch alles andere als unsportlich und mit meinem Aussehen weitesgehend zufrieden. Allerdings muss ich gestehen, dass ich für einen Mann recht klein geraten bin mit meinen 1,71m. Dies ist vermutlich auch ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Ansonsten bin ich weder ungewöhnlich angezogen, noch in irgendeiner Weise ungepflegt. Ich gehöre auch keiner ungewöhnlichen Religion an, vertrete keine abschreckenden politischen Meinungen oder habe skurrile Hobbys. Ich bin also eigentlich relativ gewöhnlich.
Im Moment studiere ich und habe außergewöhnlich viele junge Frauen als Kommilitoninnen, was mir im Endeffekt nicht viel bringt. Allerdings bin ich mit einer ganzen Ecke doch ganz gut befreundet. Das betone ich extra, um zu zeigen, dass ich mich auch mit Frauen prinzipiell gut anfreunden kann. Dummerweise kann ich anscheinend nicht mehr. Soweit sich ein Kontakt mit einer Frau auf beruflicher oder freundlicher Ebene beschränkt, ist alles kein Problem. Und wie gesagt, werde ich auch immer wieder von Frauen auf Partys oder Geburtstage eingeladen – letztens sogar auch mal zum Übernachten. Aber sobald ich mehr für sie empfinde, ist all mein Mut und mein Elan zunichte. Vermutlich hätte ich zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben nur mal sagen müssen: "Hey, wie wäre es, wenn wir mal Essen gehen?" oder "Hast du Lust mal einen Kaffee mit mir zu trinken?". Vielleicht hätte ich dann längst eine Freundin. Aber so oft ich mir die Sätze auch zu Hause zu Recht lege – sie wollen nicht über meine Lippen kommen. Es ist, als würde eine unbekannte Macht mich davon abhalten sowas zu sagen. Meine Angst mich vor ihr zu blamieren ist einfach zu groß. Wenn ich 100 Frauen fragen würde, würde vermutlich die 100. "Ja" sagen, aber an den 99 Absagen zuvor wäre ich vermutlich schon zerbrochen.
Ich muss zwar sehr viel für mein Studium lernen (was ich auch gerne tue!), aber es bleibt eigentlich immer noch etwas Zeit für Freunde, Sport oder Hobbys. Da ich sehr ehrgeizig bin, sind meine Noten allgemein sehr gut und ich brauche mir beruflich absolut keine Sorgen zu machen. Wenn ich fertig bin, habe ich quasi eine Jobgarantie. Auch in vielen anderen Bereichen kann ich mich nicht beschweren. Ich bin gesund, leide nicht unter Armut und bin in keinen sonstigen schwierigen Verhältnissen groß geworden. Dummerweise wird das alles durch meine Probleme überschattet. Mittlerweile fange ich an, sogar körperliche Veränderungen festzustellen. Jeden Abend liege ich wach im Bett, grübel über meine Probleme und kann so ewig nicht einschlafen und bin daher in letzter Zeit immer müde. Wenn sich Freunde oder Freundinnen manchmal über ihre Beziehungen unterhalten, kriege ich solche Bauchschmerzen, dass ich nicht mehr zuhören kann. Ich habe auch häufig Alpträume, in denen ich mich als alten, verbitterten Mann im Altersheim sehe – ohne Kinder und Verwandte, aber voller Hass auf die Welt. Ich fürchte mich davor so zu werden. Ich möchte eigentlich unbedingt mit der passenden Frau eine Familie mit Kindern gründen – ganz spießig mit Van und Einfamilienhaus... :D
In meinen Teenagerzeit liegen sicherlich manche Gründe für meine Situation. Ich war deutlich passiver und ich denke, dass hier auch irgendwo die Ursache für meine Schüchternheit liegt. Ich habe manchmal das Gefühl meine Pubertät bzw. gewisse Aspekte verpasst zu haben. Ich hatte niemals Streitigkeiten mit meinen Eltern oder Lehrern und habe nie rebelliert – typische Probleme von Pubertierenden gab es eigentlich nicht. Ich war schon damals relativ fleißig und ein sehr erfolgreicher Schüler. Allerdings war ich dennoch akzeptiert und integriert und war auch oft mit Mitschülern weg, was mir eigentlich deutlich macht, dass meine Gesellschaft geschätzt wird. Ich wurde zwar manchmal aufgrund meiner Körpergröße etwas aufgezogen, aber das alles blieb immer kumpelhaft – gemobbt wurde ich glücklicherweise nie.
Insofern stimmt die These der verpassten Pubertät nicht ganz. Ich bin in den meisten Punkten durchaus erwachsen geworden, leider aber nicht in Beziehungsfragen. Andere hatten da ihre erste Freundin oder ihren ersten Freund und konnten Erfahrungen sammeln. Das habe ich irgendwie verpasst und zahle nun die Rechnung dafür.
Ich war durchaus im Leben schon verliebt, i.d.R. sogar sehr heftig und über lange Zeit (mehrere Jahre waren durchaus möglich). Es bringt nur leider nichts eine Frau aus der Ferne anzuhimmeln und auf ein Wunder zu warten. Und das ist sicherlich mein Hauptproblem. Ich bin einfach unheimlich schüchtern, vermutlich von Natur aus und verstärkt durch die fehlenden Beziehungserfahrungen meiner Pubertät. Dies bezieht sich aber wie gesagt nur auf diesen einen Teil des Lebens. Unter Freunden, aber auch im Studium traue ich mir viel zu und bekomme auch positive Rückkopplung. Beziehungstechnisch geh aber halt gar nichts. Gerade für einen Mann ist eine solche Schüchternheit ein großes Manko, denn Emanzipation hin oder her – mich wird vermutlich niemals ein Mädchen von sich aus ansprechen. Dies habe ich vor kurzem erkannt und beschlossen mich zu ändern und aktiver zu werden. Wenn ich durch die Fußgängerzone gehe, sehe ich manchmal, welche verrückten Vögel noch recht sympathische Partnerinnen haben – da muss ich irgendwann einfach auch mal Glück haben.
Das Problem ist, dass ich nicht ganz weiß, wie ich das anfangen soll. Zudem weiß ich nicht, wie wohl ein Mädchen in meinem Alter reagiert, wenn ich erzähle, dass meine Erfahrungen gleich null sind. Vielleicht ist das gerade im Moment noch so ertragbar, aber wenn ich noch etwas älter bin, kann man das ja gar nicht mehr guten Gewissens erzählen. Letztlich schwingt da ja auch die Botschaft mit, dass mich nie eine Frau wirklich begehrenswert fand – und welche Frau nimmt gerne schon so einen Mann? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr mich im wirklichen Leben kennenlernen würdet? Was werdet ihr zu meinen nicht vorhanden Erfahrungen sagen? Könntet ihr euch vorstellen mit einem solchen Mann zusammenzukommen? Ich habe schonmal darüber nachgedacht eine professionelle Psychotherapie zu machen und werde das vermutlich auch noch tun. Noch bin ich jung und kann mich (vermutlich) ändern. Ich weiß, dass das Problem recht komplex ist, aber habt ihr sonst vielleicht irgendwelche Ratschläge, Tips oder Hilfen für mich?
Mir bleibt noch etwas Hoffnung, da in meinem späteren Arbeitsbereich wohl auch ein sehr großer Frauenüberschuss herrschen wird. Möglicherweise kann selbst ich es irgendwie schaffen, wenn ich mich irgendwie ändern kann. Allerdings ist der Frauenüberschuss in meinem Semester auch hoch und daraus habe ich bis jetzt keinen wirkliche Nutzen ziehen können...
Entschuldigung übrigens für den langen Text, aber es tat gut sich das mal von der Seele schreiben zu können. :)
Für alle die den langen Text lesen und mir helfen schonmal hier herzlichen Dank!
Lochriz
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 31
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09.06.2010, 22:05
Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
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09.06.2010, 22:26Inaktiver User
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Hallo Lochriz,
du schreibst, du hast Freundinnen. Hast du mit ihnen über dein Problem, keine Partnerin zu finden, gesprochen? Sie könnten dir aus ihrer weiblichen Perspektive sagen, was das Problem sein könnte.
Und kleine Männer haben es schwer, leider.
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09.06.2010, 22:30
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
hallo lochriz,
also erstmal: tiiiiiieeeeeeeeeef durchatmen. einatmen - ausatmen
dann an den schönen englischen krisenrat denken: keep calm and carry on.
und damit ich mich nicht nur in platitüden ergehe, kommt vielleicht auch noch was substanzielles hinterher...
aaaalso - ich kann dich sehr gut verstehen - als ich in deinem alter war, hatte ich ein ähnliches problem (jetzt, 10 jahre später, kann ich dir mit diesem unglaublichen vorsprung an lebenserfahrung sagen: es geht noch schlimmer. aber es macht nichts, man wächst daran). und mein ganzes umfeld hat sich amüsiert und gesagt: was? du? torschlusspanik? bisschen früh... aber ich erinnere mich noch gut, dass ich damals meinte, mein lebensglück von einer form des sozialkontaktes mit dem titel "beziehung" abhängig machen zu müssen.
aber: ich kenne einen haufen leute, vor allem männer, die allesamt noch keine "vernünftige" beziehung hatten mit anfang 20. wenn ich mich recht entsinne, war ich damals für meinen ex auch die erste freundin, da war er auch anfang 20. von daher musst du dir überhaupt keinen kopf machen darüber, wie die anderen leben, und ob du "normal" bist (das hast du so nicht geschrieben, aber ein bisschen wirkt dein post so auf mich...). und übrigens: auch für mich war das damals die erste beziehung, und ich war ebenfalls zarte 21. unnu?
dann ist die frage: nur weil alle anderen so leben - musst du auch so leben? willst du dich jetzt (schon) fest binden? oder willst du "nur" mal ausprobieren, wie das so ist? ich will dir nichts ein- oder ausreden, sondern dir nur einen gedankenanstoß geben, um deine perspektive vielleicht zu verändern. wenn du zum beispiel vorhast, im studium für ein jahr nach australien zu entschwinden, dann wäre es doch ziemlich dämlich, wenn du jetzt eine große liebe hier zu hause hättest - oder? (es sei denn, sie käme mit
) will sagen: ist es wirklich dein ureigenster wunsch, oder kopierst du mit diesem wunsch nur etwas, was von außen vorgegeben wird?
was mir an deinem post auffällt: du schreibst sehr gut, sehr geschliffen... sprichst du auch so? aus deinem post nehme ich wenig selbstdistanz oder ironie war. das ist nicht weiter schlimm, gerade nicht, weil du - und das kommt auch absolut an - ein "richtiges" problem hast (richtige probleme? falsche probleme? wer bewertet das eigentlich...?). ich könnte mir aber vorstellen, dass das dazu führt, dass man dich als etwas vergeistigt wahrnimmt. motto: mit dem kann man sich hochtrabend unterhalten und angeregte diskussionen führen... aber kann man mit dem eigentlich auch mal so richtig auf die kacke hauen? kuckt der wm, oder nur literarisches quartett? sorry, ich überziehe das jetzt, aber ich denke, du verstehst, was ich meine...? ich frage mich eben, ob du "altersangemessen" wirkst - sowas kann schnell altklug rüberkommen.
aber: wichtig dabei ist trotzdem, dass du authentisch bist. es hilft dir nichts, dich zu verbiegen - wenn du schauspielerst, klappt es auf dauer auch nicht mit den ladies. denn letzten endes, und auch, wenn das sehr viel leichter gesagt, bzw. geschrieben als getan ist, gilt auch für dich, was hier immer wieder postuliert wird: bei der falschen kannst du nichts richtig machen, bei der richtigen nichts falsch.
liebe grüße von
der ratte
ps: nee. kleine männer haben es überhaupt nicht schwerer. sie müssen nur auf die richtigen frauen treffen. sagt eine, die mit 1,72 nicht gerade klein ist, und sich trotzdem immer mal wieder mit leidenschaft in kleinere männer verliebt.Geändert von Bisamratte (09.06.2010 um 22:40 Uhr)
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09.06.2010, 22:36
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Nein, ich habe noch nie mit jemandem über dieses Thema gesprochen und werde es in meinem Freundeskreis auch nicht ansprechen. Manche Leute kenne ich seit dem Kindergarten und sie wissen natürlich letztlich was los ist, auch wenn ich mit ihnen nie darüber sprach. Das Thema wird in meiner Gegenwart aus Höflichkeit totgeschwiegen, worüber ich froh bin. Ich fürchte einfach, dass ich jeden Respekt verlieren würde. Ein Mann der unfähig ist eine Frau zu finden ist in unserer Gesellschaft halt ein Loser...
Die Freunde/Freundinnen aus meinem Semester kennen mich natürlich noch nicht so lange, aber ich nehme an sie ahnen etwas. Es ist halt auffällig, dass ich niemals von Ex-Freundinnen oder Beziehungen spreche und ich glaube als aufmerksames Mädchen bekommt man sowas mit. Ich vermute mittlerweile sogar, dass mich ein Mädchen aus meinem Studium für schwul hält - besonders bitter, da es meine Chancen nochmal drastisch senkt... :|
Vielleicht sollte ich mir eine weibliche Psychotherapeutin suchen und sie bei einer Sitzung danach fragen, aber in meinem Freundeskreis will und kann ich das Problem nicht ansprechen...
Lochriz
EDIT:
@Bisamratte
Nun es ist nicht, dass ich nur so leben möchte, weil es andere tun. Wie gesagt fehlt mir einfach die Zuneigung und Wärme einer Frau, das Vertrauen und die Gespräche einer Partnerin. Ich weiß durchaus, dass ich noch jung bin, aber mein Erfahrungsabstand zu gleichaltrigen wird immer größer und mein Wunsch immer unrealistischer. Und machen wir uns nichts vor, irgendwann wird es zu spät sein. Zudem muss ich mir die Frage stellen, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Frau mich noch will, wenn ich bis dahin null Erfahrung gesammelt habe. Wie man es dreht und wendet, einfacher wird es mit der Zeit nicht.
Nun du hast Recht, ich bin sicherlich sehr vergeistigt bzw. "verkopft". Meine Hauptbeschäftigung ist es über irgendwelche Dinge nachzudenken und endlos zu grübeln. Das heißt aber auf der anderen Seite nicht unbedingt, dass ich nicht auch ganz witzig sein kann, wenn ich will. Ich bin zwar kein Partylöwe/Alleinunterhalter (welcher Mann ist das auch schon), aber ich denke trotzdem, dass meine Gesellschaft geschätzt wird. Auf Partys rede ich auch mit Sicherheit nicht über aktuelle Politik oder Forschung...
Und nur zu Ergänzung, ich bin ein recht großer Fußball und noch größerer WM-Fan! ;)
EDIT2:
Ich denke übrigens, dass dein Ratschlag "Kommt Zeit, kommt Rat" bzw. "Jeder Topf hat einen Deckel" (das klingt in deinem Post so durch) zwar wirklich nett gemeint sind, in meiner Situation aber falsch, ja sogar gefährlich sind. Wenn ich mich jetzt zurücklehne und nicht aktiver werde, dann wird sich nichts verändern. Meine Traumfrau wird nicht an meine Tür klopfen und plötzlich vor mir stehen, wie in einem Hollywoodfilm. Ich will mir nicht in zig Jahren vorwerfen müssen, dass ich etwas unversucht ließ.
Außerdem ist mein primäres Problem eben meine Schüchternheit in Liebesdingen und nicht meine Körpergröße. Natürlich hängt das auch irgendwie zusammen, aber da ich mich nicht verlängern kann, ist es mühselig darüber zu diskutieren. :)Geändert von Lochriz (09.06.2010 um 22:59 Uhr)
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09.06.2010, 22:58Inaktiver User
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Beschäftige Dich mit dem NiceGuySyndrom

Du bist viel zu nett. Das macht Dich als Kumpel interessant aber nicht als potentieller Liebhaber.
Dann, das mit der Grösse ist ein negativer Glaubenssatz von Dir.
Den hast Du übernommen weil:
a) eine Erklärungsmöglichkeit
b) Du kannst ihn als Ausrede benutzen
Die Grösse hat damit wenig zu tun, es ist die innere Haltung, die wirkt!
Und Deine innere Haltung ist die des Opfers und das spürt man draussen, vor allem Frauen haben da ganz feine Antennen und schicken Dich sofort in eine Schublade.
So das positive daran ist:
Du kannst es jederzeit ändern, Du musst nur anfangen es zu wollen auch wenn Du nicht weiss wie Du es anstellen sollst.
Der erste Schritt um Deine Angst zu überwinden ist, such Dir ne gute Freundin und lass Dir ein Feedback geben.
Kann sie es nicht dann die nächste usw.
Wenn sie nicht alle Knalltüten sind dann gibts da bestimmt ein paar wichtige Infos für Dich, die mögen Dir nicht gerade schmeicheln aber die Situation ist nun mal so und Du kommst nur raus wenn Du verstehst wie Du tickst und wie Du agierst oder auch nicht.
Geh ein Risiko ein! Und such Dir nen männlichen Therapeuten keine Frau!
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10.06.2010, 08:29Inaktiver User
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Du bekommst hier mit Sicherheit viele brauchbare Ratschläge, und einiges wurde auch schon gesagt.
Ein umfassendes Bild kann man sich eh nicht machen, ohne dich live erlebt zu haben. Deswegen füge ich auch nur einen Aspekt bei, der mir spontan aufgefallen ist:
Deine Sprache wirkt gestelzt und irgendwie antiquiert.
Nichts gegen einen gepflegten Sprachstil (gerade in den Zeiten hohler Trash-Kultur, die insbesondere die lieben Kleinen maßgeblich beeinflusst), aber es ist nicht die Sprache eines Studenten Anfang 20.
Und ich kann nur vermuten das dies ein Symptom für dein weiteres Wesen ist.
Wenn man die Inhalte deines Geschriebenen hinzuzieht, komme ich zu dem Urteil: dir fehlt es an Lässigkeit.
Und die ist ganz entscheidend im entspannten (und erfolgreichen) Umgang mit seinen Mitmenschen im allgemeinen und mit Frauen im besonderen.
Kennst du "About a Boy"?
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10.06.2010, 08:52
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Die Größe meines Mannes (nur ein cm mehr als bei Dir) war für mich nie ein Thema. Weil er immer souverän gewirkt hat. Auf manche sogar arrogant, aber da fällt mir dann nur die schöne Signatur ein: "Niveau sieht nur von unten..." *hüstel*

Außerdem bist Du noch jung - die Tatsache, mit 15 die erste Freundin gehabt zu haben, garantiert noch lange kein glückliches, zufriedenstellendes Pivat- und Familienleben mit Ende Zwanzig/Anfang Dreißig.
Wir waren auch Spätzünder und sind im Nachhinein dankbar dafür, was uns alles erspart geblieben ist.
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10.06.2010, 10:39
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Lochriz, ich finde Deinen Schreibstil übrigens hinreissend. Ich lese lange Postings selten ganz, wie ich gestehen muss, aber Deine Postings zu lesen, war ein Genuss.
Allerdings stimme ich Midhira ein wenig zu - Du wirkst sehr verstandesorientiert und ich glaube, das ist durchaus etwas, was bei Leuten Deines Alters nicht so verbreitet ist, in dem Alter ist man meistens lockerer, lässt die Gefühle offen heraus. Und ich war immer so ähnlich wie Du (abgesehen mal davon, dass ich weiblich bin). Viele Dinge, die andere ohne grosse Gedanken tun, erscheinen mir unmöglich (nicht unmöglich im Sinne von schrecklich, sondern für mich einfach nicht möglich).
Nun ist es bei mir leichter, mich sprechen Männer an und dadurch brauche ich mich nicht zu überwinden. Sonst wäre es mir sicher ähnlich wie Dir gegangen.
Ich habe diese mangelnde Lässigkeit bis heute eigentlich nur wenig überwunden, aber da sie mich nie so beeinträchtigt hat, habe ich es auch nie wirklich versucht. Ich glaube aber, dass man das auch nicht mal eben so hinkriegt. Es beeinträchtigt Dich aber ja sehr und - soweit man eine Ferndiagnose überhaupt stellen kann - würde ich auch annehmen, dass diese mangelnde Lässigkeit wohl auch wirklich das Problem darstellt. Da wäre vielleicht eine erstes Gespräch mit einer Therapeutin gar nicht so übel. Nach einem ersten Gespräch kannst Du überlegen, ob das was für Dich ist. An der Uni gibt es doch auch immer Anlaufstellen, wenn ich mich recht erinnere (mein Studium ist schon so lange her
). Flirtcoaches gibt's ja wohl auch, aber ich weiss ja nicht, ob die wirklich was bringen.
Zur Größe - ja, es stimmt schon, mittelgroße Männer (klein würde ich bei 1,71 nicht sagen) haben es vielleicht nicht so leicht. Aber ich glaube nicht, dass dies das wesentliche Hindernis bei Dir ist. Ich kenne da mehrere Männer, die noch kleiner sind und ganz hervorragende glückliche Partnerschaften führen. Das ist sicher ein schwacher Trost, aber was ich meine: dieser Faktor sollte Dir nicht als Hindernis im Hinterkopf stehen. Damit setzt Du Dich ja selbst zurück und hemmst Dich dann wahrscheinlich auch noch mehr.
Gehst Du bei der WM zu einem Public Viewing o.ä.? Das wäre doch mal eine gute Übung, um Kontakt aufzubauen, da bist Du sicher entspannter und lockerer. Und wenn's da nicht klappt, kennt Dich da keiner und es kann Dir egal sein.
In jedem Fall wünsche ich Dir viel Glück.
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10.06.2010, 17:42
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Erstmal Danke für die Antworten, die ich bisher bekommen habe. Ich werde mal versuchen ein paar Sachen zu beantworten.
Also in dem Thread wurde häufiger die Meinung geäußert, dass ich mich einer abgehobenen und geschwollenen Sprache bedienen würde. Ich hab daher heute mal 3 Freundinnen von mir befragt. Alle waren unabhängig von den anderen der Meinung, dass dies nicht der Fall ist. Ich selber sehe das übrigens genau so und es hätte mich auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre.
Zweitens wurde in dem Thread häufiger mal meine Größe (oder eher "Kleine" ^.^) angesprochen. Ich dachte eigentlich, dass ich im Ausgangspost klar gemacht hätte, dass dies für mich kein wesentliches Problem darstellt. Wie gesagt werde ich schonmal deswegen auf den Arm genommen, aber ich mache mich selber auch oft darüber lustig. Ich hätte zwar nichts dagegen 10cm größer zu sein, aber ich bin mit meinem Äußeren eigentlich ganz zufrieden. Eine meiner Freundinnen hat mich übrigens letztens mal aus dem Nichts heraus für meinen Kleidungsstil gelobt. :)
Ich schrieb ja auch schon, dass das mit meiner Schüchternheit höchstens peripher etwas zu tun hat. Da habt ihr deutlich mehr reininterpretiert, als ich es selber wollte.
Ihr habt aber sicherlich damit recht, dass ich vermutlich tatsächlich irgendwie zu nett bin, wobei ich das Wort nett eigentlich nicht mag - es steckt irgendwie wenig Substanz dahinter. Aber es könnte schon sein, dass ich vielleicht in manchen Situationen zu verständnisvoll, zu freundlich oder zu empathisch bin. Das sind mit Sicherheit keine schlechten Eigenschaften, aber sie machen mich vermutlich nicht gerade männlich und anziehend. -.-
Mit der fehlenden Lässingkeit habt ihr auch ins Schwarze getroffen. Ich bin in der Tat unglaublich unlocker, sehr kopflastig und wirke vermutlich auch nicht entspannt. Allerdings weiß ich nicht so genau, wie man so ein Problem denn wohl angehen könnte. Habt ihr da vielleicht eine Idee?
Mir ist übrigens klar, dass dieses Forum nicht meine Probleme lösen wird. Das kann leider wohl nur ich alleine. Dennoch sind manchmal auch kleine Ratschläge ja ganz hilfreich. :)
@Darla74: Schön, dass dir mein Stil gefällt. Ich bin halt der Meinung, dass man auch im Internet eine gewisse Form wahren kann/soll...
gruß
Lochriz
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10.06.2010, 17:49Inaktiver User
AW: Schüchterner Mann benötigt Hilfe... :)
Wenn sie sowieso wissen, was los ist, dann musst du dich auch nicht mehr schämen, mit einer Person deines Vertrauens über dein Problem zu sprechen. Wichtig scheint mir aber zu sein, eine weibliche Person für solch ein Gespräch auszusuchen. Es muss ja Gründe geben und die erfährst du nur, wenn du fragst. Mitunter sind das nur Kleinigkeiten, die auf Frauen negativ wirken.


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