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    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Hallo DesertSolitaire,

    zunächst mal finde ich es total gut, dass Du Dich jetzt so intensiv mit den Möglichkeiten Deiner weiteren Lebensgestaltung auseinandersetzt. Und auf mich machst Du auch einen sehr patenten Eindruck. Mir scheint, Du weißt schon, was Dir gefallen würde (zumindest kannst Du klar sortieren, welche vorgeschlagenen Lebensentwürfe definitiv nichts für Dich sind, und das ist ja schon die halbe Miete).

    Ich glaube aber, Du überforderst Dich gerade, weil Du zu sehr in Ewigkeitsdimensionen denkst. Es klingt, als müsstest Du jetzt in diesem Augenblick die Weichen für Dein restliches Leben stellen. Und wenn Du die falsch stellst, steckst Du drin in der Sackgasse und kommst nie wieder raus. Und anscheinend gibt es in Deinem Umfeld ja auch Beispiele dafür?!

    Aber ich würde mich jetzt nicht verrückt machen lassen. Nichts muss für die Ewigkeit sein. Neben der geradlinigen Karriere in senkrechter Form gibt es ja auch viele Varianten, von komplett horizontaler Bewegung bis hin zu einer gemäßigt ansteigenden Kurve.

    Klar, je älter mal wird, desto mehr Türen fallen nach und nach zu, und irgendwann steht einem nicht mehr die ganze Welt offen. Aber dafür hat man ja auch Erfahrungen gemacht, weiß, was man will und was gar nicht. Und je mehr Zeit man sich genommen hat, um unterschiedliche Dinge auszuprobieren, desto weniger bleibt, was verpasst zu haben glaubt.

    Du hast doch jetzt auch die Erfahrung gemacht, dass ein scheibarer Schritt zur Seite sich am Ende als Schritt nach vorn in eine andere Richtung erwiesen hat. Und das hängt mit Sicherheit nicht nur mit Glück zusammen, sondern ist auch Dein eigener Verdienst. Warum versuchst Du nicht auf Basis dieser Erfahrung Vertrauen zu entwickeln, dass sich Dein Leben schon nach und nach vor Dir entfalten wird, genau so wie es richtig ist. Ich bin nicht sonderlich esoterisch veranlagt, aber ich bin davon überzeugt, dass mir im Leben unterm Strich immer das widerfahren ist, was auch zu mir passte und mich weitergebracht hat. Zwischendurch gab es immer auch mal Durststrecken, aber heute sage ich, bin ich da, wo ich sein soll und will.

    Du hast im Moment viele Möglichkeiten. Das ist schön, kann aber auch zur Belastung werden (Stichwort Aldi-Nudeln). Aber die Belastung wird dann am größten, wenn Du anfängst in Ewigkeitsdimensionen zu denken und das Spielerische verlierst. Hör in Dich hinein, wie Du gerne leben möchst – jetzt, für den Moment. Und dann geh Deinen Weg einfach Schritt für Schritt weiter. Vielleicht führt er Dich in die Wissenschaftskarriere, vielleicht nach Neuseeland zum Schafezüchten, oder ganz woanders hin. Was ich gar nicht hilfreich finde, sind so wenn-dann-Konstrukte: wenn Du x willst, dann musst Du auch y in Kauf nehmen. Es gibt immer genug Gegenbeispiele. Ein Freund von mir hat eine blitzsaubere Uni-Karriere hingelegt und sich trotzdem immer wieder Freiheiten und Auszeiten für Abenteuer genommen. Auch das kann eine Lebensform sein. Und bevor man nicht ausprobiert hat, was sich alles miteinander vereinbaren lässt, muss man auch keine strikte Wahl treffen. Ich glaube, es lassen sich die verrücktesten Sachen miteinander vereinbaren. Es machen nur nicht viele Leute, weil die wenigsten das Bedürfnis danach haben.

    Ich glaube auch, Du wirst Deinen Weg finden, und es wird ein ganz toller und individueller sein!

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  2. Inaktiver User

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Zitat Zitat von BlauerHimmel Beitrag anzeigen
    Wenn du diese Frage stellst, ist das m.E. ein deutlicher Hinweis darauf, dass Arbeit bei dir nicht zur Vorstellung von erfülltem Leben gehört.
    Das finde ich ganz und gar falsch. Eine Lehrerin mit einem 16-Stunden-Job macht sich kaputt, und wer immer kurz vor einem Burnout ist, macht auch etwas falsch. Es ist im Gegenteil sehr weise sich immer wieder zu überlegen: Wo bleibt mein Leben?

    Arbeit ist nicht das Einzige. Und man muss sich durchaus nicht mit Haut und Haaren aufopfern, um ein ordentliches Auskommen zu haben. Und das Beispiel mit der Lehrerin zeigt: Aufopferung hat auch durchaus nicht immer den Effekt, dabei erfolgreich zu werden. Die Aufstiegsmöglichkeiten als Lehrerin sind ja recht beschränkt.

    Ich kenne durchaus entspannte Lehrer und auch Professoren. Solche, die zu jeder Zeit auch deutlich sagen, dass sie sich *nicht* aufopfern. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob einem der Beruf Spaß macht oder nicht. Im Gegenteil. Leute, die für ihren Beruf geeignet sind, schaffen ihre Aufgaben in angemessener Zeit und sorgen für genügend Ausgleich.

    Und wie man anders gesund bleiben soll, ist mir schleierhaft! An einer 80-Stunden-Woche finde ich nichts Erstrebens- oder Bewundernswertes und dass einem die Karriere versperrt ist, wenn man das nicht mitmacht, stimmt einfach nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Elinborg, ich finde es sehr wichtig, was Du geschrieben hast!

    Dennoch: Es gibt einen Unterschied, ob man einen Job macht, um seine Brötchen zu verdienen, oder ob man Spaß an der Arbeit hat. In letzterem Fall zieht man nämlich viel Energie aus der Arbeit selbst, man kann auch zeitweise mal 50, 60 Stunden die Woche arbeiten und trotzdem (seelisch) gesund bleiben, weil man eben Freude an der Arbeit empfindet. Intrinsische Motivation nennt man das. Deswegen finde ich es wichtig zu überprüfen, wie man zu seiner Arbeit steht. Ist ja auch okay, nur seinen Unterhalt damit zu verdienen, aber dann muss der Ausgleich eben anders geartet sein als in einem Fall, wo jemand sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

  4. User Info Menu

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Elinborg, ich finde es sehr wichtig, was Du geschrieben hast!

    Dennoch: Es gibt einen Unterschied, ob man einen Job macht, um seine Brötchen zu verdienen, oder ob man Spaß an der Arbeit hat. In letzterem Fall zieht man nämlich viel Energie aus der Arbeit selbst, man kann auch zeitweise mal 50, 60 Stunden die Woche arbeiten und trotzdem (seelisch) gesund bleiben, weil man eben Freude an der Arbeit empfindet. Intrinsische Motivation nennt man das. Deswegen finde ich es wichtig zu überprüfen, wie man zu seiner Arbeit steht. Ist ja auch okay, nur seinen Unterhalt damit zu verdienen, aber dann muss der Ausgleich eben anders geartet sein als in einem Fall, wo jemand sein Hobby zum Beruf gemacht hat.
    Das unterstreiche ich!
    Es gehört zur wissenschaftlichen Arbeit dieses gewisse Etwas, das Mehr an Interesse, damit man sich auf Dauer wohl fühlen kann, bzw. damit der Energielevel nicht fällt.
    Es steht auch die Frage im Raum, ob es denn stimmt, was man uns jungen Frauen so gern weismacht. Dass man nämlich alles haben kann.
    Karriere auf hohem Niveau, Kinder und tolle Partnerschaft plus Zeit für andere Interessen.
    Der Tag hat ja nur 24 Stunden!
    Ich kenne ein Paar, das fast alles so erreicht hat, noch, muss ich dazu sagen.
    Beide Naturwissenschaftler. Er hatte eine Postdoc Stelle in einem anderen Land, wo sie promovierte.
    Große Liebe, nach ihrer Promotion bekam sie eine Stelle in Deutschland, er kurz danach eine wieder im Ausland.
    Wochenendbeziehung.
    Dann der glückliche Zufall, dass beide an ein Institut in einer Stadt in Deutschland kamen, alles immer mit Zeitstellen.
    Sie bekam eine Sonderstelle, jedenfalls 5 Jahre fest.
    Sie wurde schwanger, bekam eine Tochter, blieb drei Monate zu Hause und dann teilten sich die Kinderbetreuung sie, er und ihre Eltern, die auch am Ort wohnen plus Tagesmutter.
    Vor kurzem das zweite Kind, wenn schon, denn schon.
    Für beide laufen die Stellen demnächst aus, er bewirbt sich überall und nirgends um eine Professur, wird auch zu Vorstellungsvorträgen eingeladen, aber bis jetzt hat noch nichts geklappt.
    Es ist absehbar, dass sie sich räumlich trennen werden, sie hat hier weitere Aussichten und dass sie mit ihm irgendwo hin geht auch ohne einen Job dort, ist keine Option.
    Beide sind sehr optimistisch, trotz allem. Irgendwie wird es schon gehen.
    Aber dafür braucht man gute Nerven und ein gesundes Vertrauen ins Leben.
    So in etwa sieht es aus, wenn Wissenschaftler vom Kuchen des normalen Lebens auch etwas abhaben wollen.
    Der Beruf gestattet erst bei einer Festanstellung Flexibilität.
    Man kann auch nicht einfach mal zwei Jahre pausieren, um sich den Kindern zu widmen, dann ist man nämlich raus aus der Entwicklung der Forschung.
    Ein Sabbatical steht nur Leuten mit Festanstellung zu.
    Schwierig, schwierig!
    Lehrerin ist wohl auch keine Alternative für dich, Desert?
    Da könntest du auch mal kürzer treten und Mathe-, Bio- und Chemielehrer werden händeringend gesucht.
    Meine Schwester ist Lehrerin, allerdings Grundschule, ihr macht das Freude, sie hat eine echte Begabung dafür.

    Kiss
    Zeit ist das, was verhindert, dass alles auf einmal passiert.

    John A. Wheeler

  5. Inaktiver User

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Zitat Zitat von Kisskiss Beitrag anzeigen
    Für beide laufen die Stellen demnächst aus, er bewirbt sich überall und nirgends um eine Professur, wird auch zu Vorstellungsvorträgen eingeladen, aber bis jetzt hat noch nichts geklappt.
    Es ist absehbar, dass sie sich räumlich trennen werden, sie hat hier weitere Aussichten und dass sie mit ihm irgendwo hin geht auch ohne einen Job dort, ist keine Option.
    Beide sind sehr optimistisch, trotz allem. Irgendwie wird es schon gehen.
    Aber dafür braucht man gute Nerven und ein gesundes Vertrauen ins Leben.
    Das hier gegebene Beispiel ist sehr anschaulich, denn es zeigt imho, was Leute, die sich über Leistung definieren, bereit sind in Kauf zu nehmen. Auch im Privatleben spielt bei diesen beiden die Leistungsethik eine große Rolle. Daraus, dass sie alles so toll schaffen, scheinen sie eine Menge Energie zu ziehen und ihre Bestätigung zu finden.

    In der Wissenschaft trifft man des öfteren solche Leute, mir sind auch einige bekannt.

    Die Frage ist ja aber, ob die TE sich da einreihen kann. Ich glaube, nicht.

    Im Gegensatz zu anderen hier habe ich starke Zweifel, dass die TE sich über Leistung definiert. Natürlich bringt sie sehr gute Leistungen und, aber das heißt doch nicht, dass die Leistung ihr Antrieb ist.

    Genau das scheint mir der Zwiespalt ("Leben auf dem falschen Dampfer") zu sein. Im Wissenschaftsbetrieb stechen die Leistungsethiker hervor. Wenn man selbst nicht so tickt, stellt sich einem die Frage, ob die Wissenschaft das richtige für einen ist.

    Das fände ich spannend zu diskutieren.

    Was könnte Motivation sein?

    DesertSolitaire, Du führst oben diesen Test an, bei dem Du auf das "besinnliche Leben" passt.

    Daraus ergibt sich für mich die Frage: ist es nicht ein gangbarer Weg, den Gegenstand der eigenen Forschung als sinnstiftend für sich selbst zu sehen? Das, was man macht, hat doch immer viel mit einem selbst zu tun.

    Oder empfindest Du eine Art Entfremdung, weil Du in einem Projekt bist, an dessen Konzeption Du nicht beteiligt warst?

  6. User Info Menu

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Ich finde nicht, dass die Leistungsethiker die besten Wissenschaftler sind, sondern diejenigen, die ein genuines Interesse am Fach, also an dessen Inhalten haben. Es gibt Leute, denen der Erfolg völlig egal ist. Wenn sie z.B. einen großen Preis bekommen, dann löst das nicht unbedingt Freude in ihnen aus, sondern eher Unruhe, weil sie Sorge haben, durch die Publicity von ihrer Arbeit abgehalten zu werden.

    DesertSolitaire, Du schreibst, dass Professorin nicht Dein Traumjob ist. Forschen, Paper schreiben, an Kongressen teilnehmen, unterrichten, all das erscheint Dir öde. Das hört sich nicht gut an.

    Es ist zwar normal, dass man nicht alles gleich gerne macht. Es gibt viele Professoren, die nicht gerne unterrichten, aber um des Forschens willen, das Unterrichten in Kauf nehmen. Ich kenne auch eine Dozentin, die das Unterrichten immer mehr hasste und deswegen ihre Uni-Karriere an den Nagel hing und Kuratorin wurde. Eine andere liebt das Unterrichten, Kongresse findet sie eher langweilig. Ich denke, Du kannst nur ausprobieren, ob die Mischung von angenehmen und unangenehmen Arbeiten für Dich stimmt. Malina hat Recht, Du musst Dich nicht für alle Ewigkeiten festlegen.

    Mit einem Lehrerjob lässt sich eine Unikarriere nicht vergleichen. Das ist am Anfang stressig, aber wenn mal Routine da ist, ist es ein ganz normaler Job, der genug Freiraum lässt. Ich weiß nicht, ob deine Freundin da nicht übertreibt. Bei der wissenschaftlichen Arbeit muss tatsächlich dieses Mehr an Interesse vorhanden sein, nicht in jedem Bereich, wie gesagt, aber unterm Strich.

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    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Hallo zusammen,

    das größte Problem in der Wissenschaft ist m.E., dass man entweder richtig Karriere macht oder irgendwo im akademischen Mittelbau hängenbleibt, was nicht wirklich eine attraktive Perspektive ist. Von daher würde ich durchaus auch den Wechsel in die Forschung der Wirtschaft in Betracht ziehen. Dort sind die Möglichkeiten, Karriere und Familie zu vereinbaren auch nicht immer rosig, aber es ist gibt sie und vor allem auch den in meinen Augen für die Familiengründung fast unabdingbaren Status der Festanstellung.

    Gerade wenn die Lehrtätigkeit nichts für einen ist, würde ich mir eine Uni-Karriere gut überlegen. Alternativ könnten ja auch noch reine Forschungsinstitute in Frage kommen. Ich denke, Möglichkeiten gibt es genug, vor allem wenn man wirklich gut ist.

    Ich würde mich darauf konzentrieren, in den nächsten fünf bis zehn Jahren den Platz zu finden (beruflich und privat), wo ich es dann auch langfristig aushalten kann. Und bis dahin finde ich es auch legitim, noch etwas auszuprobieren.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    das größte Problem in der Wissenschaft ist m.E., dass man entweder richtig Karriere macht oder irgendwo im akademischen Mittelbau hängenbleibt, was nicht wirklich eine attraktive Perspektive ist.
    Der akademische Mittelbau als Beschäftigungsbasis für Post-Postdocs ist in Deutscland seit etwa 15 Jahren Schritt für Schritt eliminiert worden. Mit Mitte 40 ist dann Schluss, entweder man macht Karriere oder man sucht sich eine Nische außerhalb der Unis.

    Bei einem befreundetes Paar (er Physiker, sie Biologin) hat sie etwa ein Jahr vor ihm promoviert, bis zu seiner Promotion haben sie geheiratet uhnd ihr erstes Kind bekommen. Anschließend drei Jahre in Holland (seine Post-Doc Stelle), inzwischen 5 Jahre in Süddeutschland (wieder war es seine Stelle, die den Umzug triggerte). Er habilitiert zur Zeit, seine Frau bleibt mit halben Post-Doc-Stellen notdürftig im Geschehen, hat aber realistisch keine Karrierechancen. Sie haben inzwischen drei Kinder, die Priorität ist klar seine Karriere. Scheitert diese, hängen 5 Leute in der Luft. Eine Parallelität der Karrieren beider sahen in Verbindung mit ihren Kindern beide nicht als machbar an.

    Einer meiner Gutachter (Physiker) lebte das Leben des akademischen Nomaden. Verheiratet mit einer Germanistin, hatte sie einen Lehrstuhl in Süddeutschland, er in Norddeutschland. Man sah sich am Wochenende, in der Woche wurde hart gearbeitet. Keine Kinder. Mit fast 50 ließ er sich scheiden, heiratete Hals über Kopf eine junge Mathematikerin. Drei Kinder in vier Jahren. Und seine Arbeitsmoral has seit dem sichtlich gelitten

    Eine soziologische Studie in NRW hat ergeben, daß das akademische Millieu wahrscheinlich das parternschafts- und familienfeindlichste in Deutschland ist. Neben der notwendigen Motivation, die wenig Zeit für andere Lebensgenüsse läßt, sind es vor allem die fehlenden Festanstellungen, die Unsicherheit in der Lebenplanung und auch das niedrige materielle Niveau, auf dem viele Post-Docs (im Vergleich zu ihren Akademikerkollegen in der freien Wirtschaft) leben.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  9. Inaktiver User

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Hans Dampf, du hast ja den richtigen Nick

    Es ist schon richtig, dass Wissenschaft generell ein schwieriges Berufsfeld ist. Alles richtig, was du da schreibst, und alles macht mich immer wieder sauer!

    Aber ich halte trotzdem nichts davon, einzelne Berufe als besonders stressig oder benachteiligt darzustellen. Man kann sich in vielen Berufen kaputt machen! Ich habe nun gerade den Vergleich zwischen Uni und Schule und finde Schule ungleich stressiger - echt.

    Wenn man gerne forscht und lehrt und reist und vielleicht auch umzieht und wenn man keine Familie gründen will (oder einen weniger ambitionierten Partner/Partnerin hat), wenn man eine gewisse Begabung und soziale Fähigkeiten hat, hat man ein feines Leben in der Wissenschaft. Dafür kenne ich Beispiele. Und es gibt auch durchaus Möglichkeiten, nicht gerade berühmter Prof zu werden und dennoch ganz gut klar zu kommen. Beispielsweise an der Fachhochschule, dafür muss man nicht habilitieren. Da kenne ich auch eine Menge Leute, die da ganz zufrieden sind und durchaus nicht vor dem Burnout stehen. Das schrub ich ja schon.

    Es ist immer und überall die Frage: Ist das meins? Das ist dieselbe Frage für Ärzte, Künstler oder sozial arbeitende Menschen. Das Glück ist nur dann mit mir, wenn ich im richtigen Wasser schwimme. Oder eben auf dem richtige Dampfer bin.

  10. User Info Menu

    AW: Mein Leben auf dem falschen Dampfer...

    Klar ist die Uni immer noch was Feines. Für manche Leute ist die Wirtschaft überhaupt keine Alternative, weil man da ja nicht zweckfrei forschen kann.

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