Hallo sesamöffnedich,
Du engagierst Dich hier sehr und sprichst Dich vehement gegen "Schnüffeln/Infobeschaffung " aus.
Die Gründe, die Du dafür hast, kann ich gut nachvollziehen. Denn Du schreibst, daß Du lange Zeit unter einem stark kontrollierendem, schnüffelndem Partner gelitten hast.
Nur: Wir tauchen uns hier nicht über Dauerschnüffeln auch. Auch nicht über Kontrollzwang und stalking.
Stecher hat hier im strang eindeutig festgelegt, worum es ihm geht: Das Thema ist. Was tun, in einer Extremsituation? Dann, wenn die eigenen Alarmglocken laut schrillen, wenn das Bauchgefühl lostobt. Dann, wenn konkrete Verdachtsmomente bestehen, daß der Partner lügt. Was tun, wenn man immer noch ein grottenschlechtes Bauchgefühl hat, nachdem man mit dem Partner über die eigenen Verdachtsmomente gesprochen hat? Wenn der leugnet und man spürt bzw. fühlt genau, daß er nicht die Wahrheit sagt?
Ich habe den Eindruck, liebe SesamöffneDich, daß wir hier von grundverschiedenen Dingen reden. Du schreibst über Dauerschüffeln, das Du selbstverständlich ablehnst (ich natürlich auch!), andere, wie z.B.: auch ich hingegen schreiben von punktgenauer Infobeschaffung in einer Extremsituation.
Das ist ein großer Unterschied.
LG Kyria
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Thema: Schnüffeln, spionieren...
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10.06.2010, 21:28
AW: Schnüffeln, spionieren...
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10.06.2010, 21:29Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
eigentlich darfst du gar nix. Du darfst noch nicht einmal das Medikament für deinen Mann aus der Apotheke abholen. SMSen und Mails fallen selbstverständlich auch unters Postgeheimnis. Du darfst auch die Pin für die Karte deines Mannes für euer gemeinsames Konto nicht wissen.
Das sind die rechtlichen Dinge, die mir grad einfallen. Gibts sicherlich noch nen paar tausend mehr.
Man kann sich natürlich gegenseitig ne Vollmacht für alle Eventualitäten des Lebens schreiben. Aber dann bitte unter notarieller Aufsicht und das rechtzeitige gemeinsame Verlängern nicht vergessen.
Und dann gibts noch die Dinge, die man unter sich abmachen muss. Und wenn einer partout nicht mitspielt, steht der andere irgend wann nur noch mit geschlossenen Augen im Raum. Mein Mann befindet es als Eingriff in seine Privatsphäre, wenn ich irgendwo irgendetwas über ihn erwähne. Selbst so harmlose Dinge wie "Mein Mann isst keinen Käse" oder "mein Mann ist 1,80 gross" bringen ihn schon zur Weissglut. Am liebsten wäre es ihm wenn niemand weiss, dass es ihn überhaupt gibt.
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10.06.2010, 21:31Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Für mich macht es keinen Unterschied, ganz ehrlich.
Es gibt für mich keine Extremsituation, die ich mir vorstellen kann, die ein einmaliges Schnüffeln rechtfertigen könnte.
Mir fällt da nichts ein, ehrlich.
Einmal ist keinmal, gibt es bei mir bei Schnüffeln ebenso wenig wie beim Fremdgehen.
Was wäre für Dich denn eine solche Extremsituation?
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10.06.2010, 21:33
AW: Schnüffeln, spionieren...
Möchte hier mal etwas reinstreuen, fand es sehr passend, als heute morgen die Zeitung kam, der liebe Herr Martenstein beleuchtet den unterschied zwischen Verdacht und Verbrechen:
Immer, wenn ich Polizeiautos sehe, bekomme ich ein schlechtes Gewissen
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10.06.2010, 21:34
AW: Schnüffeln, spionieren...
Was gibt`s noch an strafbaren Handlungen bzgl. der Wahrung oder Übertretung der Privatspäre?
Ist es z.B.: verboten, rauszukriegen, mit wem der Mann zusammen wohnt, der einem vorgegaukelt hat, Single und alleinstehend zu sein?
Darf man dann nicht auf das Namensschild an seiner Tür schauen?
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10.06.2010, 21:37Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Hm- komisch.Ich fand das jetzt gar nicht wirklich 'bitter-polemisch'
Vllt hast du da aber besseres 'background-wissen'-keine Ahnung.
Ich verfolge den thread seid ein paar Tagen mit wechselnder Faszination, wie sich die jeweiligen 'Parteien' verteidigen, rechtfertigen, begründen usw.
Es ist mir persönlich NICHT ein so grosses Thema, deshalb fühle ich mich nur am Rande angesprochen.Und kann weder die eine Fraktion verstehen, die absolut und konsequent sich gegen 'schnüffeln' ausspricht, noch das andere extrem.
Soll heissen- in den hier genannten Zusammenhängen 'schnüffeln' absolut zu verurteilen und in jedwedem Fall als Eingriff in die Privatsphäre zu verurteilen-kann ich genau so wenig verstehen, wie ein ständiges(häufiges, öfteres) nachspionierem einem Partner gegenüber.
Im Einzelfall kann ich es aber akzeptieren und verstehen !
In einer guten, von guter Kommuniktion und Austausch bewegter Partnerschaft , gGeichwertigkeit und auf Augenhöhe geführt- von Vertrauen bewegt dürfte das wohl tatsächlich nur ein Ausnahmenzustand sein.
Ich stell mir das jetzt mal für mich vor ( hab es aber noch nicht erlebt)- ich habe einen Grund..etwas, das ich vor meinem Partner verheimliche und was uns beide in der Partnerschafft anbelangt...wie zB ein weiterer Mann in meinem Fall.
Ein Techtel..irgendwas, was auf nicht ganz geklärtem Boden verläuft.
Und mein Partner 'entdeckt' da was..einen Brief, mail..ich weiss nicht was.
Und ich wäre mir grad mal gar nicht klar, was oder wen ich wirklich will.
Schöner Mist.
Zumindest einen hätte ich betrogen dabei( oder wäre dabei)- nämlich dem, dem ich Treue versprochen habe, keine offene Beziehung- im Zweifelsfall mein aktueller Partner.
Der findet jetzt durch 'schnüffeln' das ganze raus.
Ich käme in dem Moment gar nicht auf den Gedanken, ihm das zu Lasten zu legen !
Denn dann hätte ICH schon die Beziehung in die Schieflage durch mein TUN gebracht.
Ich fänd das schamlos, in dem Moment auf meine Privatsphäre zu pochen !
Das ist fast lächerlich, in meinen Augen.
Und- ich bin da sehr *freiheitsbewusst* und auf Privatsphäre in Beziehungen bedacht.
So ist das nicht.Wenn ich das Gefühl hätte, ich muss mein Gegenüber 'kontrollieren' in den mir wichtigen Punkten einer Beziehung und das Vertrauen ist nicht da ( wie zB einfach getrennt in Urlaube fahren etc..alles Freiheiten, die ich schätze)-
dann ist es das für micht nicht !
Und ich hab ehrlich gesagt auch besseres zu tun, als das gesamte private Sein meines Partners zu durchleuchten.
Der hört ja nicht auf ein eigenständiger Mensch zu sein, nur weil er mit mir zusammen ist.
In den Punkten, wo es aber uns beide betrifft- da gilt in meinen Augen ein unumschränktes 'Persönlichkeitsrecht' nicht.
Da hat man sich ja auf Gemeinsamkeiten festgelegt.
In eben diesem, jeweilgim Rahmen.
Und wenn DAS tangiert wird- find ich die Diskussion um 'Schnüffelei 'schon anders.
Wie sonst funktioniert das vor Gericht eigentlich ?
Wenn man im Zweifelsfall beiden Parteien gerecht werden will ?
Da wird auch ordentlich geschnüffelt und gemacht und getan- um irgendwie ein halbwegs 'gerechtes Urteil' zu fällen.
lara
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10.06.2010, 21:38Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Das darf man natürlich, aber z.b. dann nicht versuchen in die Wohnung einzudringen, Post aus dem Briefkasten zu holen etc.
Wie würdest Du rauskriegen wollen, ob jemand alleinstehend ist? Kann ja auch eine WG sein, wenn 2 Namen auf dem Namensschild stehen.
Ich finde es grundsätzlich schwierig, wenn man Leute "verfolgt". Wie das strafrechtlich ist, weiss ich leider nicht.
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10.06.2010, 21:42Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Ist doch schon gesagt worden. Dann hat man stante pede zu gehen. Eigentlich schon vorher. Wenn das Bauchgefühl losgeht, muss man schon weit weg sein. Die Möglichkeit einer Versöhnung ist unter keinen Umständen vorgesehen.
By the way: Wir reden ja die ganze Zeit über Beziehungen. Wie ist es denn in der Arbeitswelt? Warum wird denn so zur Vorsicht geraten, ja nix über seine Persönlichkeit in irgendeiner Form zu veröffentlichen? In keinem Forum zu schreiben, keinen Leserbrief zu veröffentlichen, Gästebücher zu meiden, Spuren bei Facebook & Co zu tilgen. Was tun denn z. B. potentielle Arbeitgeber? Richtig, sie schnüffeln. Sie forsten durch das Netz, sie erkundigen sich bei früheren Arbeitgebern, selbst die Schulzeit ist nicht Tabu. Und wenn mit 45 rauskommt, dass du mit 15 irgendwann mal mit einer linken Gruppe symphatisiert hast, ja dann... Natürlich geben sie es nicht zu. Da kommt dann nur noch lapidar die Aussage, wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden...
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10.06.2010, 21:47
AW: Schnüffeln, spionieren...
Mir geht es genau wie Dir, lara und so wie ich die Kommentare der quasi Befürworter des Schnüffelns hier lese, geht es denen genauso.
Denn keiner behauptet, daß er Schnüffeln an sich super findet, jeder räumt lediglich ein, daß Schnüffeln
- in einer Extremsituation und
- nach einem erfolglos verlaufenden Gespräch mit dem Partner
für ihn evtl. in Frage kommen würde.
Aber irgendwie sprechen vielleicht beide Parteien hier verschiedene Sprachen. Diejenigen, die das Schnüffeln vehement ablehnen, sprechen bzw. schreiben von Dauerschnüffeln und die "punktuellen Schnüffelbefürworter" können ihnen nicht klar machen, daß sie nur von Infobeschaffung in einer Extremsituation schreiben.
Und so schreibt man weiter fröhlich aneinander vorbei...
LG Kyria
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10.06.2010, 21:49Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Aber sie schnüffeln nur in offen zugängigen Daten. Facebook etc. fülle ich ja freiwillig öffentlich aus und es liegt an mir welche Information ich freigebe.
Zu Deinem ersten Absatz.
Ich sage nicht, dass man gehen "muss" wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, sondern das genaue Gegenteil. Aus meiner Sicht sollte man gemeinsam mit dem Partner daran arbeiten, dass man dieses Bauchgefühl nicht mehr hat, ist der Partner dazu bewußt nicht in der Lage und lehnt diese gemeinsame Arbeit an der Beziehung ab...
Was würdest Du tun?



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