Da hast Du meines Erachtens den entscheidenden Punkt getroffen. Letztlich fusst die Entscheidung, ob Schnüffeln angebracht ist oder nicht, zu einem grossen Teil im eigenen Selbstbild, Selbstwert, Selbstverständnis. Je mehr Respekt ich mir selbst gegenüber habe, je mehr Verantwortung ich für meine Belange übernehme, desto fragwürdiger wird mir Schnüffelei erscheinen, desto eher bin ich bereit, bei Schieflagen stattdessen Laut zu geben, und auch Konsequenzen zu ziehen, wenn sich nichts an meinem Unbehagen ändert, und ich nicht das Gefühl bekomme, dass mein Partner noch mit mir am selben Strang zieht.
Sämtliche "was, wenn..." Konstellationen, die Du, Farmelli, beispielsweise als Begründungen für Schnüffeleien lieferst, werden durch Schnüffelaktionen überhaupt nicht tangiert. Ob ich nun schnüffle oder nicht: An der beschriebenen misslichen Lebenssituation verändert sich nichts, daher begreife ich nicht ganz, warum Du sie als Begründung für Schnüffeleien, und die "Klarheit", die sie angeblich bringen, anführst.
Diese angebliche Klarheit führt oftmals ja gerade NICHT dazu, dass Konsequenzen gezogen werden. Schnüffeln, Kontrolle fügt meines Erachtens also nur einem ohnehin schon bedenklich wackligen Konstrukt weitere Schieflagen hinzu. Das, worauf es ankäme, bleibt dagegen oft aus.
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Thema: Schnüffeln, spionieren...
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10.06.2010, 09:10Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Geändert von Inaktiver User (10.06.2010 um 09:13 Uhr)
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10.06.2010, 12:52
AW: Schnüffeln, spionieren...
Schnüffelei bezieht sich ja i.d.R. auf die Zeit, die NICHT gemeinsam verbracht wird.
Und im Falle von Patti Smith war dagegen entscheidend, wie sich die GEMEINSAME Zeit anfühlte. Dass ihr Mann zwischendurch aus dem Haus ging und irgendwo mit einem anderen Mann Sex hatte, war für sie keine Katastrophe.
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10.06.2010, 13:02Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
verstehe ich schon

finde ich auch schön und einen Glaubenssatz zum glücklich werden
Aber hat sie erst nach seinem Tod davon erfahren oder haben sie einfach in einer offenen Beziehung gelebt in der völlig abgesprochen einfach einer mehrere hat und auch egal welche?
Ich finde das hat nichts mit der Zeit zu tun, ob zusammen oder nicht, sondern damit ob man eine Falschaussage gemacht hat und wenn ja aus welchem Grund. Das man schlecht eine Falschaussage machen kann, in der Zeit wo man daneben sitzt, liegt irgendwie in der natur der Dinge...
(bei krankhafter Eifersucht durchaus um dem Druck zu entgehen, versteh ich auch)
@see_wespe
(will mir Zeit nehmen für eine Antwort...)
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10.06.2010, 13:54
AW: Schnüffeln, spionieren...
Hallo erstmal an alle

mir hat schnüffeln insoweit geholfen das ich bei der Direktansprache immer klar im Vorteil war (denn ich wußte ja mehr)
Denn wenn man E-Mails lesen muß die einem spanisch vorkommen und man / frau keine sehr gut erklärte Antwort bekommt ist es nicht verwunderlich das mann/frau skeptisch wird.
Rein nur so aus Neugier zu schnüffeln find ich übrigends auch doof.
Bei mir war es auch eine E-Mail die mich stutzig machte.
Zu Recht, wie sich danach herausstellte.
Also entweder ist mann/frau ehrlich oder es ist unumgänglich zu schnüffeln. Mann/Frau lebt ja schließlich nur einmal.
Bei mir war es zum Glück erst am Anfang der Geschichte sodaß Klarheit geschaffen werden konntell.
Wichtig find ich nur dies sofort und ohne Gedanken daran zu verschwenden " was wird aus mir und meiner Familie" Klartext zu reden.
Ganz liebe Grüsse
rose631
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10.06.2010, 16:44Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
Man muss die Mails seines Partneres lesen?

Unumgänglich? Wow.Rein nur so aus Neugier zu schnüffeln find ich übrigends auch doof.
Bei mir war es auch eine E-Mail die mich stutzig machte.
Zu Recht, wie sich danach herausstellte.
Also entweder ist mann/frau ehrlich oder es ist unumgänglich zu schnüffeln. Mann/Frau lebt ja schließlich nur einmal.
Das mit dem "man lebt nur einmal", dem stimme ich zu. Und deshalb ist ist mir persönlich meine Lebenszeit zu schade, um sie mit Schnüffeln zu verschwenden.
Und warum muss(!) man dann vorher geschnüffelt haben?Bei mir war es zum Glück erst am Anfang der Geschichte sodaß Klarheit geschaffen werden konntell.
Wichtig find ich nur dies sofort und ohne Gedanken daran zu verschwenden " was wird aus mir und meiner Familie" Klartext zu reden.
Ganz liebe Grüsse
rose631
Da ist sie wieder, meine Gerichtsbarkeit/Absolutions-These ...
Gillian
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10.06.2010, 16:52Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
der Satz ist mir auch aufgefallen *seufz*
und woher weiß ich, ob er ehrlich ist oder ob ich schnüffeln muss

und könnte die Tatsache, dass er nicht ehrlich ist, nicht auch andere Konsequenzen haben?
was ist denn eigentlich das Ziel?
wenn ich keine gesunde Beziehung mit diesem Menschen führen kann - dann ist doch alles klar.
oder geht auch eine ungesunde - Hauptsache ich erfahre auf irgendeine Weise, was er treibt?
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10.06.2010, 18:50
AW: Schnüffeln, spionieren...
Also erstmal sagt einem ja der Instinkt das etwas nicht in Ordnung ist.
Auf dumme Gedanken kommt mann/frau ja nicht ohne Grund.
Und zweitens schnüffle ich nicht um meine Zeit zu vertreiben sondern um Klarheit zu bekommen.
Die Mail die ich zu lesen bekam bestand lediglich aus einem Satz:
Ab Sofort bin ich unter meiner neuen E-Mail Adresse zu erreichen".
Das war der Grund bei mir zu schnüffeln, ist leider so.
Das ganze ist nun drei Jahre her. Ausgesprochen haben wir uns übrigens im Lokal (würd ich jedem empfehlen) da kannst nicht weglaufen und der Ton bleibt angemessen.
Voraussetzung für das ganze ist natürlich das beide Interesse dran haben die Ehe/Beziehung zu retten.
Habt ihr noch Fragen??????
Ganz liebe Grüsse
rose631
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10.06.2010, 18:52Inaktiver User
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10.06.2010, 19:48Inaktiver User
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10.06.2010, 20:04Inaktiver User
AW: Schnüffeln, spionieren...
okay, also nicht schnüffeln. Nie nicht, in keiner Lebenslage. Muss ich mir also einen eigenen Briefkasten anschaffen. Mein Mann auch. Weil, wenn da ein Brief für meinen Mann kommt und ich nehm den aus unserem gemeinsamen Briefkasten und lese die Absenderadresse, dann hab ich ja schon geschnüffelt, seine Privatsphäre verletzt. Ich darf gar nicht wissen, von wem er Post bekommt. Umgekehrt muss mein Mann die Briefe, die ich bekomme im Kasten liegen lassen. Er darf sie eigentlich nicht mal mit nach oben nehmen. Er darf mich auch nicht anrufen und sagen, du da liegt ein Brief vom Arbeitsamt. Oder vom freundlichen Polizeipräsidenten. Weil, dann hat er ja schon geschnüffelt. Könnte ich also schon Staubwolken hinterlassend den Abgang machen. weil das ja ein ganz schweres Verbrechen ist und nie im Leben entschuldbar und nie wieder gutzumachen.
Muss ich also jeden Tag von Berlin nach Hamburg fahren um meinen Briefkasten zu leeren, um vielleicht gewisse Fristen nicht zu versäumen.
Dann ist da ja noch das Problem mit den an uns beide gerichtete Briefe. Die dürften wir ja nur gemeinsam aus dem Kasten nehemen, gemeinschaftlich öffnen und gemeinschaftlich lesen. Alles andere wäre Betrug. Bin ich also mal ein, zwei Wochen nicht zu hause, bleiben auch diese Briefe im Kasten.
Eigentlich darf ich eh nix ausser mit gesenkten Augen auf der Couch sitzen. Ich darf nicht wissen, welche Bücher er liest, es sei denn er zeigt sie mir, ich darf nicht wissen, was er verdient, ich darf eigentlich noch nicht einmal die Kontoauszüge unseres gemeinsamen Kontos lesen. Weil, er könnte ja irgendwas für seine Privatsphäre gekauft haben. Wir müssten eigentlich auch zwei Bäder und zwei Schlafzimmer haben. Zwei Küchen auch, zumindest zwei Kühlschränke. Weil, in unserem Spiegelschrank stehen seine Medikamente. Das geht mich doch nun überhaupt nix an, ob was für die Potenz oder was gegen Fusspilz nimmt. genauso sind meine Herzpillen und meine Diätkapseln tabu.
Ich darf eigentlich noch nicht mal seine dreckigen Socken von der Erde aufheben und seinen grünbewachsenen Joghurt aus dem Kühlschrank nehmen, das beeinträchtigt seine Privatsphäre. Selbstverständlich darf ich auch seine Wäsche nicht waschen und schon gar nicht wieder ein seinen hochgeheimen Schrank legen. Ich darf auch nicht sein Bett beziehen, es könnte ja sein, er findet es gemütlicher ein Jahr in der selben Bettwäsche zu schlafen. Eigentlich darf ich auch das Fenster nicht auf machen und nicht das Rollo hoch, weil die Nachbarn ihn sehen oder hören könnten.
Sollte ich ein unangenehmes Bauchgefühl haben darf ich natürlich nicht schnüffeln. Ich muss ihn fragen. Eigentlich brauch ich das aber gar nicht. denn schon wenn ich das Gefühl habe, ihn fragen zu müssen hab ich doch kein Vertrauen mehr. dann ist die Beziehung doch schon beendet, wenn ich mich an die strikten Richtlinien der Mehrheit halte.
Und wenn da dann nix war?
Dann gibts halt zwei geschiedene mehr, so what. Hauptsache die Prinzipien hundertprozentig eingehalten.
Und ich mich entschliesse zu fragen? Sein wir doch mal ehrlich, wer würde denn ehrlich antworten, wenn es denn so wäre ? Bei mir kam "du spinnst ja" und "du bist doch paranoid". ich sag euch was, das fand ich noch human! Es gibt ganz andere Männer(und Frauen), die einen mit ganz subtilen Mitteln da hinbekommen, dass man letztendlich glaubt selbst fremdgegangen zu sein.
Und was hab ich dann davon? Das Bauchgefühl ist sch... und er(sie) lügt auch noch. Ich weiss es aber nicht wirklich. Muss ich dann gehen? Muss ich alles stehen und liegen lassen, mein Leben zerstören u. U. auch das meiner Kinder und verschwinden, Hauptsache nicht geschnüffelt?
Und ja, es soll Paare geben, die sich nach einem Fehltritt zusammengerauft haben. Und nicht gleich beim leisesten verdacht mit fliegenden Fahnen weggerannt sind.



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