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  1. User Info Menu

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Ich bin auch sehr beeindruckt.

    Leider lebe ich nicht mehr in Deutschland. Manchmal denke ich, dies hat mit meiner Vergangenheit zu tun,
    dieses Raus- einfach nur Fort-Wollen. Und möglichst weit weg

    Eure Link-Liste werde ich aber studieren ...

    Alles Gute für dieses Projekt

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  2. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Ich möchte darauf hinweisen, dass ab 15. Juni unsere neue Webseite zum Thema Kriegstrauma startet. Interessierte können sich bereits als Mitglied anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Seite richtet sich an alle, die sich intensiver mit dem Thema Kriegstrauma befassen wollen. Es wird einen regelmäßigen Newsletter geben sowie interessante Hinweise zu Veranstaltungen, Literatur und Kontaktmöglichkeiten zu Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen.
    Geändert von Inaktiver User (15.06.2012 um 09:27 Uhr) Grund: Werbesignatur ausgeblendet

  3. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Morgen ist die offizielle Eröffnung unseres Instituts für Kriegstrauma-Forschung. Interessenten können gerne Mitglied werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.
    Geändert von Inaktiver User (15.06.2012 um 09:26 Uhr) Grund: Werbesignatur ausgeblendet

  4. User Info Menu

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Falsch gelandet...Sorry!

  5. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja die folgen der Kriege sind immer noch spürbar und wirken.

    Man kann davon ausgehen, dass es über 3-5 Generationen sich auswirkt.
    Davon bin ich auch überzeugt, da es sich mit meiner Erfahrung deckt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich persönlich habe unsere Familie in vielen Beiträgen in den Büchern von Sabine Bode wiedergefunden. Sie haben mir auch geholfen, manche familiäre Strukturen zumindest zu akzeptieren und zu verstehen.

    Aktuelle Bücher sind da z.B.
    Die vergessene Generation Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen und
    Kriegsenkel - Die Erben der vergessenen Generation

    Sehr empfehlenswert!
    Nach der Lektüre dieser Bücher (die ich SEHR gut finde), habe ich beim Wehrmachtsarchiv nach meinen "im Krieg gebliebenen" Großvätern geforscht. Über den einen konnte ich Informationen bekommen. Es war sehr interessant aber auch sehr traurig für mich, zu lesen, an welchen Orten er eingesetzt war, wann er verletzt wurde, dass ihm Finger amputiert wurden und wann er für tot erklärt wurde...

    Zitat Zitat von jaara Beitrag anzeigen
    Spannendes Thema. Meine Eltern sind beide Vaterlos aufgewachsen mit sehr verschiedenen, aber doch auf ihre Weise sehr dominanten Müttern,
    Das war bei meinen Eltern auch so!
    Ich habe gelernt, dass Frauen stark sind, aber ich habe auch immer so eine Fixierung wahrgenommen, sich möglichst schnell einen Mann zu suchen...

    Und auch das Thema Essen war bei uns wichtig. Ich wundere mich heute, wie leicht Menschen Reste auf ihrem Teller lassen. Bei uns wurde immer alles sauber "runtergekratzt" und das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Alles andere erscheint mir als Verschwendung... Sehr seltsam, denn mir wird ansonsten schon mal was an Lebensmitteln schlecht und das tue ich weg wie jeder andere...

    Meine Mutter hat viele liebenswerte Seiten, aber sie ist auch so, dass sie immer alles, was sie will, sofort haben muss. Dementsprechend chaotisch war ihr Leben. Ich empfinde sie als beziehungslos und sie ist mir fremd und vertraut zugleich. Es gibt nur eine ungesunde Bindung zwischen uns, nämlich dass ich immer den Druck gespürt habe, für ihr Wohlergehen zu sorgen, mich um sie zu kümmern und sie aufzuheitern. Sie hat sich Mühe gegeben, doch war es ihr am Ende immer viel wichtiger als gute Mutter zu gelten. Sowas hat sie sogar auf Karten geschrieben, die sie mir zu einem Geschenk dazu gegeben hat: "Na, bin ich nicht doch eine gute Mutter?"
    Für mich, wie ich bin, hat sie sich selten interessiert, es ging um Selbstbestätigung, weil sie selber emotional ausgehungert war/ist. Irgendwann habe ich mich dann verweigert, weil sie sich zunehmend so verhielt, als sei ich ihre Freundin und nicht ihr Kind, dann aber "Bestätigung als Mutter" einforderte.
    Gut, das kann alles auch andere Gründe haben, aber ich glaube, für sie als uneheliches Nachkriegskind mit Hungererfahrung und einer Mutter, die sie allein lassen musste, weil sie in der Fabrik arbeitete, war einfach nicht genügend positive Erfahrung möglich.

  6. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wieviele Frauen tragen hierzu Geheimnisse mit sich, was wurde diesbezüglich alles verdrängt und wabert nur als unbenanntes Gefühl in Familiensystemen. Wieviele Kinder gibt es, deren Väter nicht bekannt sind, nicht genannt oder falsch genannt sind. Und wieviele Abtreibungen gab es, die nie verarbeitet wurde.
    Das habe ich mich auch oft gefragt.
    Und ich frage mich heute, wenn ich mitbekomme, wie z.B. ein Kind im Hort total austickt, dessen Eltern aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens eingewandert sind, welche Familiengeschichte sich da womöglich Bahn bricht...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Depressionen hatte sie zeitlebens.
    Worüber aber selbstredend nicht gesprochen wurde.

    Überhaupt wurde nicht viel "gesprochen", sondern lieber vertuscht, verleugnet. Selbst offensichtliches.
    Das war für uns Kinder sehr verwirrend.
    In meiner Familie war es sehr seltsam, denn es wurde viel gesprochen über Dinge, über die bei anderen Leuten nicht gesprochen wurde, aber über das, was innerhalb der Familie WIRKLICH wichtig war, wurde auch geschwiegen.
    Das war SEHR verwirrend für mich.

    Zitat Zitat von Etain Beitrag anzeigen
    Diesen Neid spüre ich, seit ich von zu Hause ausgezogen bin. Aus den Entbehrungen entstand doch vielfach dieses "Unsere Kinder sollen es mal besser haben." Nun haben sie es besser, nu isses auch wieder nicht recht.
    Oh ja! Meine Mutter hat mir immer das Beste gewünscht, aber ich habe heute noch das Gefühl, ich dürfe Dinge eigentlich nicht "erreichen" (einen guten Job mit gutem Verdienst, eine glückliche Beziehung, gute Gesundheit), damit meine Mutter und meine Oma sich nicht schlecht (traurig, neidisch...) fühlen. Das meiste davon gibt es dennoch in meinem Leben, aber es fühlt sich unbehaglich an. Natürlich weiß ich, so als erwachsene Frau, dass ich das darf, aber ganz tief im Inneren gibt es dagegen einen Widerstand, eine Art "Selbstentsagung". Ich darf es eigentlich nicht besser haben. Ich darf sie nicht "überholen".
    Geändert von Inaktiver User (26.07.2012 um 17:56 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Zitat Zitat von Ariela Beitrag anzeigen
    Und selbst nach jahrelanger Beschäftigung mit all dem habe ich erst durch das Buch "Soldaten" (welzer/neitzel) begriffen was das für eine Welt war - und übrigens auch wie alltäglich und normal gerade die sexuelle Gewalt für Wehrmachtssoldaten war.
    Wenn ich über Krieg im Allgemeinen nachdenke, wird mir gerade von diesen Dingen einfach nur übel. Vergewaltigung gehört einfach zu Krieg dazu und ich glaube, das macht sehr viel mit allen beteiligten Menschen. Ich habe von einer Freundin gehört, ihre Oma und Mutter seien nicht von Russen vergewaltigt worden, weil sie sich verstecken konnten. ABER wie verarbeitet man es, davongekommen zu sein? Verzweiflungsschreie gehört zu haben? Ich glaube, es gibt nur verschwindend wenige Menschen, die ohne Trauma aus dem Krieg herausgekommen sind.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ebenso beschreibt er, wie ein Trauma entsteht und generationsübergreifend weitergegeben wird. Der Schmerz des Traumas muss vom fühlenden Bewusstsein abgespalten werden um ein Überleben zu ermöglichen. Die Spaltung bleibt bestehen, auch wenn die Gefahr schon längst vorüber ist. So stehen z. B. kriegstraumatisierte Eltern nur noch mit ihrem Überlebens-Ich ihren Kindern zur Verfügung, wenn es zu keiner Integration der Erlebnisse gekommen ist. Das Überlebens-Ich ist größtenteils funktionierend und auch versorgend, darf aber nicht wirklich fühlen.
    Ja, daher kommt die gefühlte "Beziehungslosigkeit" und die emotionale Einsamkeit, die damit einhergeht...
    Danke für dieses Posting!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Mutter hat mir schon, seit ich mich erinnern kann, viel von ihrer Heimat Schlesien - dem Verlust, der Vertreibung usw. erzählt. Sicherlich hat sie vieles selbst nicht verarbeitet - in erster Linie erschien es mir aber so, dass sie die ganzen Erlebnisse und Erinnerungen (auch die schönen, vor dem Krieg - von ihren Eltern, dem Gut, den vielen Tieren), bei mir bewahrt wissen wollte ... sie sollten quasi in mir weiterleben. Deshalb wurden sie mir immer und immer und immer wieder erzählt.

    so reden sie nicht mehr oft darüber. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich denke, dass sie es so verarbeiten, wenn sie darüber reden ... aber ich kann es nicht ertragen. Es tut mir körperlich weh.
    Ich habe mal die Eltern eines Freundes über ihre Kriegserlebnisse (sie waren bei Kriegsende Teenager) sprechen hören und mir wurde auch ganz schlecht davon. Es lag daran, dass sie so gänzlich ohne Mitgefühl für sich selber waren. Sie haben von entsetzlichen Erlebnissen gesprochen, als wären sie emotional gar nicht beteiligt. Diese Abspaltung konnte ich erst nur diffus, dann aber klar fühlen. Das tut weh, weil es so absurd ist, wenn man selber nicht ebenso abgespalten von seinen Gefühlen ist.

    Zitat Zitat von Apprenti Beitrag anzeigen
    Ich habe an dieser Stelle noch einen Buch Tipp: Seelische Trümmer: Geboren in den 50er- und 60er-Jahren: Die Nachkriegsgeneration im Schatten des Kriegstraumas. Von Bettina Alberti.
    Ich erinnere mich noch an Grundstücke, auf denen zerstörte Häuser/Ruinen standen. Und ich bin 1965 geboren...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Festhalten möchte ich, dass es zwei Weltkriege sind, die immer noch im Hintergrund rauschen.
    - Und zwar nicht nur massiv in Deutschland.
    Es gibt wirklich viel zu betrauern und zu verarbeiten.
    Ich wünsche mir sehr, dass das Elend wiederkehrender Kriege irgendwann ein Ende haben wird...

  8. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    In unserer Familie wurde viel über den Krieg, vor allem aber auch über die verlorene Heimat, die verlorenen Nachbarn und Freunde gesprochen. So hatte ich das Gefühl dazuzugehören, in diese Geschichte mit hinein zu gehören. Aber es war schwer Teil dieser Geschichte zu sein; denn auch mir durfte es nie besser gehen als meiner Mutter oder meiner Schwester, die ein richtiges Kriegs- und Flüchtlingskind war. Mein Handeln war beeinflußt von ihren Erfahrungen und Gefühlen Ich fühlte mich verantwortlich für ihr Wohlbefinden und schaffte es doch nicht ihnen das zu geben, was sie brauchten. Ich war ja ein Kind. Aber es blieb so, auch als Erwachsene, dass ich mich sorgte und mich an ihrer Befindlichkeit orientierte. Ich habe sogar damals in weiß und kirchlich geheiratet, obwohl ich es haßte so im Mittelpunkt zu stehen. Aber meine Mutter litt darunter, dass sie nur eine kleine standesamtliche Trauung hatte, weil ihr Mann am selben Tag noch an die Front geschickt wurde. Und dass meine Schwester in einem schwarzen Kostüm in einer Dorfkirche getraut wurde, nur mit den engsten Familienangehörigen als Gäste, darüber kam sie kaum hinweg. Also blieb mir keine andere Wahl, ich mußte ins weiße Kleid. Mir blutete zwar die Nase, wegen all der Aufregungen, ich war ja auch erst 20 Jahre alt, die ein so großes Fest mit sich bringt, aber alle waren zufrieden. Und ich dann auch. Es war wirklich ein schönes Fest.

    In der Familie meines Mannes war es ganz anders. Da gab es Geheimnisse, die bis zum Lebensende bewahrt wurden. Es wurden nur Bruchteile preisgegeben, das meiste wurde verschwiegen und bahnte sich erst in Krankheit, im Leid einen Weg nach außen. Aber auch dann so leise, dass man es kaum hören konnte. Mich rissen die zu Tage gekommenen Wahrheiten beinahe um, ich war aufgewühlt und erschreckt, mußte mir Unterstützung suchen, um damit umzugehen. Die Kinder, also mein Mann und seine Schwester, nahmen es anders auf, nach außen gelassen und ruhig. Mein Mann hat auch tatsächlich selbst Wege gefunden seine Familiengeschichte neu einzuordnen, seine Schwester hat es damit viel schwerer; denn sie spaltet ab, was sie doch eigentlich wegen ihrer Problematiken für sich bearbeiten müßte.<sie hat viele Therapien hinter sich gebracht, nie kam sie jedoch in der Therapie voran. Ich denke, es lag daran, dass niemand sie über die Familiengeschichte aufgeklärt hatte, sie also ihrem Leiden nicht auf die Spur kam. Jetzt wäre eine andere Basis für eine erneute Therapie, die vielleicht mehr Aussicht auf einen Erfolg hätte.
    Geändert von Inaktiver User (26.07.2012 um 18:04 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bis vor kurzem habe ich immer noch gedacht - "was beklagst du dich, wie gut hast du es, so etwas Schlimmes nicht erlebt zu haben!!"

    Denn nur, weil man etwas nicht erlebt hat, hört es ja nicht auf zu existieren. Nur weil man manche Erfahrungen glücklicherweise nicht am eigenen Leib erlebt hat, heißt das ja nicht, dass man sie nicht irgendwie erfühlen kann. Das Grauen ist immer noch irgendwie um uns herum ... in unseren Eltern, die es an uns weitergaben ....
    Ein Teil meiner Familie konnte, weil sie doch "so viel Schlimmeres erlebt" haben, überhaupt nicht mit meinen normalen, kindlichen Schwierigkeiten und Ängsten umgehen. Und ich habe mich viele Jahre lang "falsch" gefühlt, weil ich nicht so hartgesotten war. Ich denke, meine Aufgabe ist es, aus diesen Verstrickungen herauszuwachsen. Meine Oma ("Unkraut vergeht nicht.") war die Harte, meine Mutter die Unvernünftige ("das will ich jetzt und sofort und die Konsequenzen sind mir sch**ßegal und übermorgen will ich was anderes jetzt und sofort.") und ich versuche es mit Ausgewogenheit.

    Mit Mitte 20 habe ich mich mit der Nazizeit beschäftigt und als ich nachfragte, erzählte meine Oma (Jahrgang 1917), dass sie 1936 Mitglied in der NS-Gewerkschaft geworden war. Mein Stiefopa, den sie erst kennen gelernt hatte, als ich 9 Jahre alt war, antwortete, er sei seit 1931 Mitglied der NSDAP gewesen. Sie hatte das nicht gewusst und es war ihr auch egal.
    Mich hat das erschüttert, weil mir klar wurde, dass wohl die Mehrheit der Deutschen entweder Mitläufer oder aber Täter gewesen sind, denn die übrigen wurden ja größtenteils ermordet...
    Eine beklemmende Erkenntnis.
    Klar, viele haben einfach nur "weggeguckt", viele aber eben auch nicht. Und es wurde eben nicht ausgiebig reflektiert und bedauert. Das hat meines Erachtens auch einen sehr negativen Einfluss auf die Gesellschaft.
    Heute können wir dementsprechend gut verdrängen, dass z.B. viele Menschen an den Grenzen der EU zu Tode kommen oder dass Deutschlands Wirtschaftskraft zu einem beträchtlichen Teil aus Rüstungsgeschäften stammt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (auch kriegsunabhängig waren früher die Erziehungsmethoden gesellschaftsakzeptiert meist rauer)
    Weshalb die Menschen ohnehin dazu neigten, ihre Gefühle zu verdrängen.


    Zitat Zitat von Wildblume2008 Beitrag anzeigen
    Wo keine echte und gesunde Liebe gesät wurde, kann keine Liebe geerntet werden.
    Das ist leider wahr und ist besonders für die Kriegskindergeneration sehr traurig, denn durch die Traumata konnte oft keine emotionale Bindung zu den Kindern entstehen.

    Zitat Zitat von Simplemind66 Beitrag anzeigen
    Und sie weinen heute noch um ihre verlorene Kindheit.
    Und die Enkel weinen um die emotionale Verlorenheit...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Verweigerung zur Selbstreflektion, das ist sicher ein Generationenthema, an dem ich an anderer Stelle auch resignieren musste. Egal was war, DAS war mein eigentlicher Vorwurf. Dass wir einiges ertragen mussten, worum sich die Elterngeneration im eigenen Psychokostüm einfach nicht kümmerte, sondern auslebte.
    Mein Vater ist pädophil. Inwieweit das mit seiner frühen Kriegskindheit (Jg. 1942), dem Verlust seines Vaters (verschwunden an der Ostfront) und einem dominanten Dreigestirn von "Alleinerziehenden" (Mutter, Tante, Oma) zu tun hatte, kann ich nicht beurteilen. Sehr wohl war es ihm lieber sich "auszuagieren" und sich nie mit dem auseinanderzusetzen, was er angerichtet hat (bei mir und anderen). Und er hat schon lange die Gelegenheit dazu, weil er zu den 68ern gehört und gebildet und reflektiert genug sein könnte, um eine Therapie deswegen zu machen. Auch hier: Gefühllosigkeit, die sehr tief sitzt und die auch der Kontaktabbruch von meiner Seite vor mehr als 20 Jahren nicht durchdringen konnte. Manche Menschen sind leider so.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unseren für uns inzwischen alltäglich gewordenen Umgang mit Selbstreflexion, sowie unsere moderne Diskussionskultur ist zum großen Teil Produkt der '68er Bewegung, wo sich erstmals eine breite Schicht - die jungen Leute - mit sich selbst und mit gesellschaftlichen Fragen auseinandergesetzt hat.
    Aber oft eben nur mit den Dingen, die nicht wirklich unangenehm sind... Verständlich, aber im Rahmen der "Eigenverantwortung" nicht hinnehmbar.

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    AW: Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?

    Das ist leider wahr und ist besonders für die Kriegskindergeneration sehr traurig, denn durch die Traumata konnte oft keine emotionale Bindung zu den Kindern entstehen.
    kann ich nicht bestätigen. Weil den jungen Müttern am Ende des Krieges die Männer fehlten, waren sie sehr emotional mit ihren Kindern umgegangen. Diese waren oft die einzige Möglichkeit, Liebe zu empfinden und zu zeigen. Und sie haben um ihre Kinder gekämpft, die sie nicht selten in ganz Deutschland wieder zusammensuchen mussten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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