Nein, nur gebe ich zu, dass ich lange so gepolt war - daraus versuche ich mich auch gerade zu befreien.
Das triffst du schon sehr gut auf den Punkt, und genau darum bemühe ich mich auch mit allen Kräften. Weil ich ja gerade das nicht mehr will, suche ich nach anderen Dingen für meinen Fokus und für mein Wertgefühl. Ich gebe zu, dass es mir noch schwer fällt und immer wieder die Gefahr dafür besteht, dass ich in alte Denkmuster zurückfalle - gerade deshalb ist mir ein Strang wichtig, in dem man sich über und im Alltag austauscht, um in der richtigen Schiene zu bleiben und bei Rückfällen sich dessen auch immer wieder bewusst zu sein.
Das hast du toll gesagt. Ich vergesse es nur immer wieder so schnell
Richtig. Ich bin glaube ich keine Axt im Walde - ich war und bin eher jemand, der viel Freiheit lässt und auch in den früheren Beziehungen eher ein kleines Maß an Bestätigung brauchte (insofern doch noch mal zur Analyse: Weder klammere ich noch brauche ich jemand, der mir Bedürfnisse erfüllt - das kriege ich in Beziehungen recht gut hin). Ich weiß schon zumindest teilweise, was anstrengend war, aber im das Meiste davon finde ich letztlich richtig.
Aber eben dieses letzte "Bei mir bleiben" das fehlt mir noch.
Wie würdest du das denn sinnvoll weiter ausdehnen?
Antworten
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Thema: WIE tue ich mir selbst gut
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30.05.2010, 15:21
AW: WIE tue ich mir selbst gut
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30.05.2010, 15:24
AW: WIE tue ich mir selbst gut
Danke lara, auch dein Post hat mich wirklich angesprochen. Gerade das mit der "Geduld" macht mir arg zu schaffen

Aber du hast in allem sehr recht und ich gestehe mir da auch ein bisschen mehr Zeit zu - dass ich die alten Denkschienen nicht über Nacht ablege, ist mir bewusst.
Wie genau erspürt man denn, wo einen die tiefste Energie hinzieht? Wie würdest du das in der Praxis machen?
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30.05.2010, 15:27
AW: WIE tue ich mir selbst gut
So, und für den Fall, dass jemand auch noch das sechste Posting in Folge liest

Hier mein praktisches "bei mir selbst sein" Wochenende:
Ich war gestern ganz bewusst mit Menschen aus, die ich sonst eher selten sehe, und habe auch versucht, sie zu sehen und genau in dem Moment zu bleiben. Ich hatte ein tolles Gespräch über berufliche Perspektiven (naja, es war mit einem Mann, aber per se ist das ja nicht schlimm
) und aber auch viel Geblödel und Lachen.
Ich habe heute ausgeschlafen, dann mich sehr über ein Geschenk meiner Schwester gefreut, das ich gestern bekommen habe, ihr das mitgeteilt, wie sehr es mich freut.
Ein bisschen was gelesen, was mich sehr interessiert und konnte dabei auch gut konzentriert bleiben. Mich über meine heute wunderschön saubere Wohnung gefreut, ein bisschen nette Musik gehört, mir was leckeres zum Mittagessen gegönnt.
Ein wenig ist der Frieden gestört, weil ich seit heute weiß, dass ich in eineinhalb Wochen beruflich auf meinen Ex stoße. Aber auch da bin ich entspannt geblieben und versuche, nicht weiter darüber nachzudenken - und das klappt recht gut.
Doch, heute hab ich mich recht lieb!
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30.05.2010, 15:42
AW: WIE tue ich mir selbst gut
Danke dafür

Und schön, dass du mit dieser Bewußtwerdung bereits begonnen hast.
Das auf-die-Schnauze-fallen gehört dazu. Wichtig ist eben, erstmal vorsichtiger zu sein, so freundlich-abwartend, um zu sehen, wo sich der andere 'verrät (und zwar im positiven oder negativen Sinn).
Dann fällt man nicht mehr so hart, sondern nur noch ein bisschen, wenn sich beim anderen herausstellt, dass er/sie sich verstellt, oder nur egoistisch agiert.
Das auf-die-Schnauze-fallen ist auch wichtig und macht uns auf die Dauer stärker - man muss nur lernen, richtig zu fallen
, dann kann man sich eigentlich auch nicht mehr wirklich verletzen. Ist so ähnlich wie beim Judo. Es geht eigentlich darum, die Angst vor dem Fallen zu verlieren.
Wie spüre ich, was richtig und falsch für mich ist? Vermutlich ist es eine Mischung aus meiner Lebenserfahrung (in der es auch heftigere und schwierige Zeiten gab), die mich vorsichtig und zum Teil auch misstrauisch gegenüber bestimmten Typen, Floskeln, Gefühlen etc. gemacht hat (auch gegenüber mir selber!) und einer unbändigen Lebensfreude und starken Selbstliebe, die mir auch eine gute Spürnase dafür gibt, was gut für mich ist, und die mich offen und mutig sein lässt.
Deine letzte Frage ist schwiereig, denn ich glaube, es kommt auf die Person an, bzw, auf die Phase in der man sich gerade befindet. Die einen sind zu sehr im 'Gefühl', verlieren sich darin und verlieren den Boden unter den Füßen. Die müssen mal lernen sich am Riehmen zu reissen. Die anderen sind zu sehr im Kopf, und vermasseln sich alles durch diese Verkopftheit - kriegen die guten Zeichen nicht mit, treffen verkopfte, und damit die falschen Entscheidungen.
Bauchgefühl - im Englischen 'gut feeling', das Gefühl, was aus deinen Innereien kommt - ist verdammt wichtig. Hat aber nichts mit romantischer Verklärtheit zu tun. Letzteres ist eigentlich doch auch eine Kopfsache, basiert auf Wunschdenken, und Konzepten darüber, wie Liebe zu sein hat etc.
Also, letztendlich spricht der Körper doch die Wahrheit. Auf ihn zu hören kann man lernen. Einfach darauf achten, was er zu sagen hat. Den Kopf mal in die Schranken verweisen und Grübeleien, Selbstzerfleischung, aber auch abgehobene Träumereien sein lassen!
Den Kopf auf seine eigentlichen kognitiven Funktionen beschränken, z.B. auf seine Beobachtungsgabe, und die Möglichkeit verschiedener, vielleicht einander sogar widersprechender Rückschlüsse zulassen, und dann erstmal abwarten. Kühl im Kopfe bleiben, und scharf aufpassen dass man nicht in zuviel Hoffnung, Panik oder was auch immer verfällt (je nachdem welcher Rückschluss naheliegend erscheint).
Und bei allem immer auf den Bauch achten!
Life is a dance!
(Vielleicht sollte ich ja mein Motto ändern
)
***The only constant thing in life is change***
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30.05.2010, 15:52
AW: WIE tue ich mir selbst gut
Naja, du beschreibst ja selbst, dass es da noch einiges zu tun gibt, zu verinnerlichen, zu vergegenwärtigen, zu festigen.
Wenn du immer öfter bei dir bleibst, dann stehst du noch kompromissloser zu dir selbst.
Das ist, was ich meine. Du drückst dich manchmal noch sehr vorsichtig aus ('heute habe ich mich recht lieb') - da gibt es noch viel Potential (aber das weisst du ja), und irgendwann, in nicht allzuferner Zukunft kannst du sagen 'ich find mich toll, ich liebe mich' - und zwar dauerhaft, und ohne Angst vor Arroganz und davor, abzustürzen. Sondern einfach so. Ohne dich über andere zu stellen. (Aber eben auch nicht unter sie!)
Keine Angst vor 'Rückfällen', 'auf-die-Schnauze-fallen, was immer. Das gehört zu diesem Prozeß der Selbstwerdung dazu, und wird von mal zu mal kürzer und weniger schmerzhaft sein.***The only constant thing in life is change***
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06.06.2010, 04:16
AW: WIE tue ich mir selbst gut
Hallo Pyra
dieser Text begegnete mir gestern im Netz, und ich hab gleich an deinen Strang gedacht. Er ist angeblich von Charlie Chaplin. Ich find, er fasst das Wichtigste zusammen.
Als ich mich zu lieben begann.
(Charlie Chaplin)
Als ich mich zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist, von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.
Als ich mich zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, nicht gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man Authentisch sein.
Als ich mich zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: Das nennt man Reife.
Als ich mich zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: Das nennt man Ehrlichkeit.
Als ich mich zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „ Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe.
Als ich mich zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: Das nennt man Demut.
Als ich mich zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit.
Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben!"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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06.06.2010, 10:09
AW: WIE tue ich mir selbst gut
Hallo frangipani,
ganz vielen lieben Dank für diesen wunderschönen Text, werde ich mir ausdrucken und irgendwo sichtbar hinhängen - und auch wirklich sehr lieb von dir, dass du an mich gedacht und ihn mir hier eingestellt hast!
Wünsche euch allen einen sonnigen Sonntag, ich werde mir heute gut tun und mich in die Sonne setzen und etwas Nettes lesen!
LG pyra



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