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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Hallo, wie schön, Euch zu lesen- genau meine Baustelle

    Ich bin auch ne Chaotin, d.h. im Moment gehts grad, aber ich hab soviele "Aufgaben in Reserve", die ich abarbeiten könnte, stattdessen schau ich lieber hier "was in der BriCom" so los ist.
    ( und in letzter Zeit wieder öfter......)

    Ich habe über die Jahre festgestellt (bin 38) dass Haushalt & Garten im allgemeinen nix für mich ist. Andere sind 25 Jahre im Büro und stellen dann fest, dass sie gern etwas kreatives gemacht hätten.
    Also- ich hab zwangsweise den falschen Job ( bin z.zt. arbeitssuchend)
    Ich hab mich fast damit abgefunden, hat aber ein wenig (Geistes-)Arbeit erfordert.

    Dafür kann ich andere Sachen toll, ich bin hilfsbereit, für andere Menschen da, kann gut zuhören, arbeite gern mit Menschen...
    Das nützt mir halt nichts, wenn ich bügel oder die Küchenschränke wischen soll.., ich kann nicht allein arbeiten.....
    Würde ich in der Gruppe bügeln, sähe die Welt schon anders aus

    Daher übernehm ich Ehrenämter, hab schon mal aushilfsweise im KiGa gekocht, hab Grundschüler betreut ( jaja die muss es auch geben) uswusw

    Übrigens: Die Menschen, die mir wirklich wichtig sind, sind tatsächlich alle ein wenig "unperfekt"

    Das mit dem Perfektionismus kenn ich aber auch:
    Wenn ich schonmal loslege, muss es auch "ordentlich" sein und dann gehts mir auch so, im Garten fange ich an 10 Ecken gleichzeitig an und nix wird fertig

    Bin auch streng & seehr kontrolliert erzogen worden, wenn bei uns damals zuhause ein Deckchen auf der Kommode verrutscht war, wußte meine Mutter sofort, dass meine Finger im Spiel waren...

    Ich vermute da schon einen Zusammenhang

    vg polilla

  2. Inaktiver User

    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Alle hier scheinen zu denken, dass sie ein ernsthaftes Problem haben, wenn ihre Wohnung weniger ordentlich ist als die Wohnansichten im Möbelkatalog. Es kommt doch darauf an, dass man sich in seinem Zuhause wohl fühlt, nicht wie viele Stunden man mit schuften zubringt. Erst wenn Wichtiges unerledigt bleibt, man das Chaos nicht mehr als Genie regiert oder man ernsthaft Nachteile erleidet, sollte man wirklich den Handlungsbedarf erkennen.

    Ich habe in der Kur eine Frau kennen gelernt, die Unordnung nicht ertragen konnte. Alles musste genau am vorgeschriebenen Platz stehen und blitzsauber sein. Niemand dachte sich dabei etwas Schlimmes bis ihr Mann eines Tages ein Weinglas aus der Vitrine holte und im Keller eine Flasche Wein heraussuchte. Als er wieder ins Wohnzimmer kam und sich einschenken wollte, war das saubere (!) Glas von ihr inzwischen gespült, abgetrocknet und wieder in die Vitrine gestellt worden.
    Das war der Punkt an dem sie erkannte, dass ihr Sinn für Ordnung und Sauberkeit das Normalmaß überschritt.

    Bevor man jemanden für seinen Ordnungssinn bewundert und sich wünscht genau so zu sein, lieber noch einmal genau hinsehen und sich überlegen, was einem wirklich wichtig ist. Und sich dann auch akzeptieren.

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Alle hier scheinen zu denken, dass sie ein ernsthaftes Problem haben, wenn ihre Wohnung weniger ordentlich ist als die Wohnansichten im Möbelkatalog. Es kommt doch darauf an, dass man sich in seinem Zuhause wohl fühlt, nicht wie viele Stunden man mit schuften zubringt. Erst wenn Wichtiges unerledigt bleibt, man das Chaos nicht mehr als Genie regiert oder man ernsthaft Nachteile erleidet, sollte man wirklich den Handlungsbedarf erkennen.
    Nun, ich kann nicht sagen, dass ich es hier urgemütlich in meinem Chaos finde. Ich finde eine normal aufgeräumte und saubere Wohnung viel besser. Sterilität finde ich aber unerträglich.

    In meinem Wolkenkuckucksheim träume ich von einer großen Wohnung einschließlich Organisationstalent / Putzfrau. All diese lästigen Sachen (es ist mir wirklich eine Last, nie ein Vergnügen) sollen die machen, die es besser können. Ich habe für so etwas keine Gehirnwindungen.....

    Ich glaube, ich habe ein Desaster-Aufmersamkeitsdefizitsyndrom. Ich kann mich auf eine Sache nicht lange konzentrieren. So kommt es, dass ich guten Willens etwas beginne, stolpere 1 2/2 Minuten später über etwas, was meine künstlerische Kreativität in hohem Maße weckt...

    ...und schon beginne ich damit, kreativ zu sein, dies aber über Stunden hinweg mit wachsender Begeisterung und auch Konzentration - und am Ende des Tages kotzt mich all das Liegengebliebene noch schlimmer an als am Morgen..... Und einen Tag später beginnt das Spiel von neuem....
    oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo


    .... das wird schon.....


    oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    OK, es geht hier um Faulheit.
    In den letzten Posts wurde diese Faulheit weitgehend auf Faulheit bei häuslichen Arbeiten reduziert, m.M. kein gutes Beispiel... Denn wer mag schon putzen, bügeln etc??? Ich würde mich selbst nicht als faulen Menschen bezeichnen, aber bei anfallender Hausarbeit hänge ich auch schlapp im Sessel, beäuge das, was gemacht werden muss, und versuche Vermeidungstaktiken.

    Gibt es denn in deinem Leben, sleepless, noch andere Beispiele, bei denen Faulheit die einen Strich durch die Rechnung gemacht hat? Hattest du z.B. ein tolles Berufsangebot und warst zu faul, die Bewerbung auszufüllen? Zu faul, um auf die Abschlussfeier deiner Tochter zu gehen?

    In welchen Bereichen springst du auf und bist sofort dabei?

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Im Grunde meines Wesens bin auch ich faul. Wobei ich es lieber als "undiszipliniert" bezeichnen würde: Mir mangelt es vor allem auch an Durchhaltevermögen. Ebenfalls, wie von einigen bereits beschrieben wurde, schon seit jeher.

    Um dem etwas entgegen zu halten, halte ich den Haushalt auf einem sehr hohen Niveau sauber, bin sehr ordentlich und gewissenhaft, auch was meine Person anbelangt, weil nach Außen hin sichtbar werden könnte, wie faul ich eigentlich bin. Aber auch, weil ich mich sonst nicht wohlfühle, da meine Faulheit dann ja auch für mich sichtbar werden würde.

    Und das möchte ich vermeiden. Es würde wohl niemand, der mich nicht wirklich gut kennt, vermuten, dass ich ein fauler Mensch bin.

    Das alles ist mitunter sehr anstrengend und zeitraubend, insbesondere mein Hang zum Perfektionismus.

    Es ist erstaunlich, dass mein Mann nicht genervt von mir und meinem zwanghaften Aktionismus ist. Er ist das Gegenteil von mir: Sehr fleissig, zielstrebig und bringt alles, was er angefangen hat, mühelos zu Ende (mich kostet das unheimlich viel Energie), doch er ist auch dazu in der Lage einfach nichts zu tun, auszuspannen - das fällt mir sehr schwer.

    Wenn ich nichts tue, obwohl es etwas zu tun gäbe, überkommt mich sofort ein schlechtes Gewissen und die Erkenntnis, eben die, faul zu sein.

    So wie jetzt.

    Wirklich hilfreich ist mein Beitrag wohl nicht. Doch für mich ist er gerade mit einer Menge an Erkenntnissen verbunden, da ich mich, außer meinem Mann gegenüber, so offen noch nie geoutet habe.

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    häuslichen Arbeiten reduziert, m.M. kein gutes Beispiel... Denn wer mag schon putzen, bügeln etc???
    Kitty
    Hallo Kitty,
    ehrlich gesagt : ich bügle sehr gerne, früher hatte ich viel mehr zu bügeln und freue mich jetzt immer, wie schnell ich fertig bin und statt ein großes Haus habe ich nun eine kleine Wohnung und auch da bin ich immer schnell fertig.

    Herzliche Grüße Muschelhaus
    Gesundheit, Vertrauen und Liebe sind das wichtigste im
    Leben, alles andere wird sich finden.

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Hallo NettesTeil (netter Name ), das ist interessant was du schreibst. Ich habe aber Mühe, mir das richtig vorzustellen, auch wenn das, tiefenpsychologisch betrachtet, wohl nicht ganz abwegig ist: Du machst und tust und putzt also so emsig, damit du selbst und andere nicht merken, dass du in Wahrheit undiszipliniert und faul bist und wenig Durchhaltevermögen hast?

    Hmm.

    Also ich bin faul, undiszipliniert und habe wenig Durchhaltevermögen, und das ganz offenkundig .
    Dann ist das bei mir vielleicht so, weil ich mir nur nicht eingestehen will und andere nicht merken sollen, dass ich in Wahrheit bienenfleißig, ehrgeizig, putzsüchtig, ordnungsliebend und perfektionistisch bin.

    Das sind faszinierende Gedanken

    Aber ganz im Ernst: Ich finde das schon vorstellbar, dass man heftig, aus welchen Motiven auch immer, gegen den wahren eigenen Kern anarbeitet. Aber es könnte ja auch sein, dass du nur ein negatives Bild von dir hast, von dem du glaubst, dass du dagegen anarbeiten musst. Also vielleicht wärst du, wenn du ganz frei von Ängsten und äußeren Zwängen wärst, dennoch nicht faul.

    Vielleicht sind wir Faulen ja aber auch alle Opfer einer Selffulfilling Prophecy. Irgendwann hat uns mal einer gesagt, wir seien hoffnungslos faul. Und nun klebt dieses Bild so sehr an uns, dass wir da nicht mehr rauskommen oder einem Zwang unterliegen, den Erwartungen der Umwelt ständig zu entsprechen.

  8. Inaktiver User

    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Also ich kann ja mit dem Thema auch was anfangen...

    Ich seh mich aber weniger als faul, das wär mir zu negativ, und dafür leiste ich auch zu viel.

    Positiv sehe ich an meiner sagen wir mal: Undiszipliniertheit, dass ich gut genießen kann und gut für mich sorge. Ich bin ziemlich gesund und mach mir keine Sorgen, mal sowas wie einen Burn out erleben zu müssen - obwohl ich schon große Belastungen durchlebt habe.

    Ich weiß aber ganz genau wo meine Grenzen sind und wo ich mit meiner Energie haushalten muss und dann setz ich eben Prioritäten.

    Klar wünschte ich mir oft mehr Ordnung im Haushalt etc, aber andererseits genieße ich wirklich mein Leben - und stelle oft fest, dass viele Frauen das ganz schlecht können. Und dass zwar der Haushalt gepflegt ist - aber sonst nicht viel.

    Wie auch immer, Genuß ist mir wichtiger als Fleiß.

    Ach ja, und eine Prägung aus der Kindheit war sehr stark bei mir: ich hab schon als Kind beobachtet, dass starres Festhalten an Sauberkeit und Ordnung oft mit Lebensangst zu tun hat, Angst etwas nicht beherrschen zu können, Angst vor dem Chaos. Und so wollte ich nie werden.

  9. User Info Menu

    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Danke, liebe EWK, das habe ich mir hier nämlich auch gedacht:

    viel Zeit z.B., möglichst wenig Verantwortung, man wird nicht mit Anfragen belästigt, hat also seine Ruhe vor Wünschen anderer Menschen, spart einen Haufen Energie etc.pp. Da ist allerhand Nutzen, den man daraus ziehen kann. Und das ist faulen Menschen eben wichtiger als der schöne Garten, das gepflegte Haus, die Kontakte, die aus Aktivität entstehen oder möglich werden....
    Wer legt denn bitte fest, was die besseren Prioritäten sind? Wieso muss denn jeder einen schönen Garten, oder ein gepflegtes Haus haben? Wieso muss ich denn anderen Menschen pinzipiell zur Verfügung stehen? Wieso muss ich denn viel Verantwortung tragen wollen?

    Liebe Schlaflos, aus dem, was Du schreibst, klingt hervor, dass Du doch eigentlich im Leben zurecht kommst. Was Du hier an Beispielen bringst, legt für mich nicht den Schluss nahe, dass Du faul bist - vielmehr scheinst Du ein ziemliches Selbstwertproblem zu haben. Du meine Güte, ein ganzer Tag vergammelt.... An wessen Maßstäben misst Du Dich eigentlich - an Deinen oder an fremden, viel strengeren, als Du es für Dich bräuchtest? Ist etwa das Maß an Ordnung, was Du Dir wünschst, tatsächlich das, womit Du Dich wohlfühlst, oder orientierst Du Dich an einem Zustand, von dem Dir mal irgendwer eingeredet hat, das MUHUSSS aber so sein (ohne diese Behauptung näher zu begründen)?
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  10. Moderation

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    AW: Mein Manko: FAULHEIT - kann man das mit ü-45 noch ändern?

    Wie es wirklich war

    Im Anfang schuf Gott erst mal gar nichts. "Dafür ist auch morgen noch Zeit", sprach er und strich sich zufrieden über den Bart.

    Am zweiten Tag sprach Gott: " Ach, es sind ja noch fünf Tage übrig", und sank wieder in die Kissen.

    Am dritten Tag wollte Gott schon anfangen, das Licht von der Finsternis zu scheiden, aber kaum hatte er sich auch nur einen Kaffee gekocht, war der Tag irgendwie schon vorbei.

    Am vierten Tag dachte Gott ernsthaft darüber nach, jemand anderen die ganze Schöpfungsarbeit machen zu lassen. Aber es war ja noch niemand da.

    Am fünften Tag hatte Gott andere Dinge zu erledigen, die viel dringender waren.

    Am sechsten Tag überlegte Gott, ob es wohl möglich war, sich irgendwie aus der Affaire zu ziehen. Es fiel ihm aber nichts Rechtes ein. Schließlich war er allmächtig, was die meisten Ausreden ein bisschen unglaubhaft wirken lässt.

    Am Sonntag um fünf vor zwölf schluderte Gott hastig irgendwas hin: Wasser, Erde, Tag, Nacht, Tiere, Zeugs. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es so lala war.
    "Aber für nur fünf Minuten", sagte er, "gar nicht so schlecht!"


    aus "Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin"
    von Kathrin Passig und Sascha Lobo

    Tja, was soll ich sagen, ich fühle mich hier auch zugehörig. Beziehungsweise war es früher so.

    Nicht dass mich das Büchlein, aus dem ich oben zitiert habe, umgemodelt hätte. Aber ich habe es letztens erst entdeckt (als Hörbuch) und oft gerufen: "Ha, genauso ist es!"

    Bei mir ist es wohl das Alter, das mich mir selbst gegenüber endlich milde stimmen lässt.

    Alle haben Recht, die schreiben, dass es Bewertungen sind -von innen wie von außen-, die uns in ein gewisses Bild hineinpressen. Heute sind wir möglichst die eierlegenden Wollmilchsauen. Machen alles, schaffen alles und immer mit einem Lächeln auf den Lippen.

    Es hat sich ja auch eine ganze Industrie um das Thema entwickelt.

    Zum Beispiel:
    Ich war mal eine Zeit auf dem "Simplify-Trip". Habe alle möglichen Newsletters abonniert. Ja, hömma, das ist ja wie Gehirnwäsche!
    Simplify your life, love, money, Schreibtisch, Wohnung, Arbeit und und und...

    Ich glaube nicht, dass all meine Vorschreiberinnen nicht irgendwas haben, bei dem sie überhaupt nicht faul sind.
    Also, ich war immer faul in Deutsch, 3 x das Wort "nicht" in einem Satz unterzubringen, na ja. Ich hoffe, mich versteht noch wer.


    Will einfach nur sagen, wir haben das Leben bisher gewuppt. Klar hat der eine oder andere mehr Glück dabei.
    Lasst uns einfach das ewige Vergleichen "lassen".

    Lasst uns lieber darauf besinnen, was wirklich für jeden einzelnen wichtig ist. Das ist schon schwierig genug.

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