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  1. Inaktiver User

    AW: Angst vor mir selbst, Aggression, Selbstekel (lang)

    Zitat Zitat von einzigARTig Beitrag anzeigen
    Wir hier können dir nicht helfen.
    Doch, indirekt schon!

    Und zwar, indem kayleighflux die Ratschläge ernst nimmt und dringend etwas für sich tut.

    Hallo kayleighflux,

    sieh die Beiträge bitte nicht als anonyme Stimmen aus dem virtuellen Kosmos. Verstehe sie als gut gemeinte und ernstzunehmende Ratschläge von Menschen mit Herz, Erfahrungen und Wissen!

    Es wäre schade, wenn du dich hier öffnest, aber insgeheim alleine bleibst mit deinen Problemen.

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    AW: Angst vor mir selbst, Aggression, Selbstekel (lang)

    Hallo ihr Lieben,

    Vielen Dank, dass ihr euch durch meinen sehr langes und düsteres Beitrag gearbeitet habt.
    Ich habe hier sehr oft den Ratschlag gehört in Therapie zu gehen. Das ist, meiner Ansicht nach, auch das einzig richtige, denn Freunde, Foren, Tagebücher etc. helfen mir nicht weiter. Ich bin sogar schon zweimal bei einer Psychologin gewesen, aber irgendwie litt ich da an dem „beim Arzt ist das Problem weg“ Syndrom, ich denke, ich werde, dass, was ich über meinen Zustand so aufgeschrieben habe mitnehmen, denn mir fällt es sehr schwer da einfach so drüber zu reden. Hinzu kommt, dass ich in einer schwierigen Situation bin. Ich bin zurzeit im Ausland, nicht mehr lange, aber die letzten Wochen wollen noch bewältigt sein und alle normalen Ansprechpartner sind weit weg, Freunde hier habe ich kaum gefunden. Eine zeitlang war ich so phlegmatisch, dass ich gar nichts unternommen habe. Immerhin bin ich jetzt zu dieser Psychologin gegangen, obwohl es durch die Sprachbarriere noch anstrengender ist, und fange an mich zu öffnen. Ich brauche halt dringend außer der Therapie Menschen, die einfach da sind und mir Mut machen und mir vor allem Geduld vermitteln. Ich habe wahrscheinlich viel Arbeit vor mir und will am liebsten sofort gesund sein. Wenn ich eine helle Phase habe, denke ich auch gleich „Wunderbar, es ist weg.“ Und dann kommt „es“ doch wieder und ich resigniere sofort. Dass mir Freunde nicht letztendlich helfen können, weiß ich, aber ich brauche eben genau diese Freunde, um mir genau das immer wieder zu sagen. Ich bin hier sehr einsam, was nicht eben hilfreich ist.

    Vielen Dank deshalb an Seewespe. Dein Beitrag hat mir klar gemacht, dass ich in den hellen Phasen viel zu schnell optimistisch bin und denke, alles ist ausgestanden. Ich muss diese Zeiten nutzen, um an mir zu arbeiten und dazu muss ich mich auch auf die Therapie einlassen und Geduld haben. Es reicht nicht, einfach in eine Klinik zu gehen, ich muss mich auch darauf einlassen. Merkwürdig, dass hast du gar nicht direkt geschrieben, aber irgendwie wurde mir das beim Lesen trotzdem klar. Ich habe die Tendenz in den guten Zeiten einfach zu ignorieren, wie schlecht es mir bisweilen geht. Wenn ich zu sehr daran denke, ist das natürlich auch nicht hilfreich, aber ich muss mich ja doch damit auseinandersetzen. Ich denke immer, einfach zum Psychologen hingehen, reicht schon.

    Vielen Dank auch für deinen Beitrag Minimal. Ich bin zwar nicht gerade von zuhause ausgezogen, aber besonders alt bin ich in der Tat nicht, aber ich führe meinen eigenen Haushalt. Genauso wie du es beschreibst, geht es mir wirklich. Essen bestimmt mein Leben. Ich mache nichts anderes als meine Diät planen und mein Äußeres beurteilen. Und ich fühle mich auch völlig unzulänglich, nicht geeignet für irgendetwas, zu dumm, faul, disziplinlos, hässlich, egoistisch, oberflächlich für alles und jeden. Dabei habe ich eigentlich von der Natur viel geschenkt bekommen. Ich sollte dankbarer sein. Aber die Tatsache, dass ich eigentlich alles habe und mich trotzdem so fühle wie im Eingangsbeitrag, führt auch noch dazu, dass ich mich schuldig und undankbar fühle. „Andere Menschen haben echte Probleme“, denke ich dann immer und alles wird nur noch dunkler.

    Ich halte eure Beiträge auch gar nicht für anonyme Stimmen oder so. Ich bin sehr dankbar, ich habe zunächst einmal bekommen, was ich brauchte, nämlich Denkanstöße und Beistand. Es stand zwar vieles da, was ich auch schon selbst gedacht habe, aber ich brauche gerade weil ich da, wo ich gerade lebe sehr einsam bin, manchmal andere Gedanken in meinem Kopf als die eigenen, ich versuche hilfreiche Menschen überall zu finden, solange ich klar und energisch bin, das Forum ist da nur eine Möglichkeit. Ich hoffe, das kommt nicht egoistisch rüber. Ich bin euch sehr dankbar für eure Zeit, jetzt werde ich sehen, dass ich die Ratschläge bedenke und wo sie passen, umsetze.
    Viele liebe Grüße
    Kayleigh

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    AW: Angst vor mir selbst, Aggression, Selbstekel (lang)

    Zitat Zitat von kayleighflux Beitrag anzeigen
    Ich bin sogar schon zweimal bei einer Psychologin gewesen, aber irgendwie litt ich da an dem „beim Arzt ist das Problem weg“ Syndrom, ich denke, ich werde, dass, was ich über meinen Zustand so aufgeschrieben habe mitnehmen, denn mir fällt es sehr schwer da einfach so drüber zu reden.
    Ja, den Gedanken hatte ich auch beim Lesen.

    Zitat Zitat von kayleighflux Beitrag anzeigen
    Dass mir Freunde nicht letztendlich helfen können, weiß ich, aber ich brauche eben genau diese Freunde, um mir genau das immer wieder zu sagen. Ich bin hier sehr einsam, was nicht eben hilfreich ist.
    Es war vermutlich eher so gemeint, dass Du Dir über die Unterstützung von Freunden hinaus lieber noch professionelle Hilfe suchen solltest. Klar, es kann schon ziemlich erschütternd sein, festzustellen, dass das übliche zwischenmenschliche Miteinander bei manchen Problemen einfach nicht ausreicht, aber dann ist es halt so und damit bist Du nicht allein. Und natürlich brauchst Du genauso Deine Freunde und die werden Dir auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen.

    Viel Glück!

  4. Inaktiver User

    AW: Angst vor mir selbst, Aggression, Selbstekel (lang)

    Zitat Zitat von kayleighflux Beitrag anzeigen
    Ich habe wahrscheinlich viel Arbeit vor mir und will am liebsten sofort gesund sein. Wenn ich eine helle Phase habe, denke ich auch gleich „Wunderbar, es ist weg.“ Und dann kommt „es“ doch wieder und ich resigniere sofort. Dass mir Freunde nicht letztendlich helfen können, weiß ich, aber ich brauche eben genau diese Freunde, um mir genau das immer wieder zu sagen. Ich bin hier sehr einsam, was nicht eben hilfreich ist.

    Vielen Dank deshalb an Seewespe. Dein Beitrag hat mir klar gemacht, dass ich in den hellen Phasen viel zu schnell optimistisch bin und denke, alles ist ausgestanden. Ich muss diese Zeiten nutzen, um an mir zu arbeiten und dazu muss ich mich auch auf die Therapie einlassen und Geduld haben. Und ich fühle mich auch völlig unzulänglich, nicht geeignet für irgendetwas, zu dumm, faul, disziplinlos, hässlich, egoistisch, oberflächlich für alles und jeden. Dabei habe ich eigentlich von der Natur viel geschenkt bekommen. Ich sollte dankbarer sein. Aber die Tatsache, dass ich eigentlich alles habe und mich trotzdem so fühle wie im Eingangsbeitrag, führt auch noch dazu, dass ich mich schuldig und undankbar fühle. „Andere Menschen haben echte Probleme“, denke ich dann immer und alles wird nur noch dunkler.
    Ich hoffe, das kommt nicht egoistisch rüber. Ich bin euch sehr dankbar für eure Zeit, jetzt werde ich sehen, dass ich die Ratschläge bedenke und wo sie passen, umsetze.
    Viele liebe Grüße
    Kayleigh
    Hallo liebe Kayleigh,

    ich denke einfach, dass Du Dich so siehst und Dich selbst nicht loben kannst, dass das einfach mit ein Teil des Problems ist und auch das kennen hier sicher ganz viele. Das ist überhaupt nicht so ungewöhnlich, auch wenn Deine Freunde das bisher nicht verstehen konnten. Wenn Du mal etwas weiter bist in Deiner Therapie werden Dir vielleicht viel eher solche Verhaltensweisen bei anderen auffallen, wenn sie auch vielleicht nicht so ausgeprägt sind, wie gerade jetzt oder wie Du sie für Dich erlebst.
    Du brauchst Dich nicht so zu beschimpfen, eigentlich. Das wird eben irgendein Verhalten sein, was Dir wie eine Krücke zu irgendwas geholfen hat, was Du gebraucht hast und Therapie heißt auch andere Sichtweisen lernen, wenn alte nicht mehr passen.
    Ich denke einfach, dass Du auf jeden Fall so weit bist Hilfe für Dich in Anspruch zu nehmen und das ist gut so und das kannst Du natürlich auch hier. Du bist noch sehr jung und es ist gut so, dass Du das jetzt schon angehst und ich drücke Dir die Daumen, dass alles besser wird für Dich und die Chancen hat es, weil Du daran arbeitest.

  5. User Info Menu

    AW: Angst vor mir selbst, Aggression, Selbstekel (lang)

    Hallo Kayleigh.
    Jetzt habe ich mich endlich mal aufgerafft, mir einen neuen Account anzulegen, nachdem mein uralter Zugang nicht mehr funktioniert hat. Denn ich wollte Dir unbedingt antworten.

    Hintergrund ist: was Du schreibst, kenne ich von mir fast 1:1 genau so. Ich möchte Dir sagen, dass Hilfe möglich ist. Dass Linderung möglich ist. Mittlerweile weiß ich das, aber vor einigen Jahren war ich im gleichen Zustand wie Du jetzt, und hätte niemandem geglaubt, der mir Besserung in Aussicht gestellt hätte.

    Ich kann das sehr, sehr gut verstehen, dass Du einem Psychologen nicht erklären kannst, was in Deinem Kopf vorgeht. Das konnte ich auch nie. Sobald ich dort auf dem Sessel saß, war ich redegewandt, reflektiert und manchmal sogar irgendwie charmant. Keine Spur von Leidensdruck. Deshalb würde ich auch vorschlagen, dass Du Deinen "Bericht" einfach ausdruckst und mitnimmst. Vielleicht gehörst Du auch zu dem Menschen, die sich schriftlich einfach viel besser ausdrücken können?

    Ich persönlich, aber das ist jetzt subjektiv, habe die umfangreichste Hilfe beim Psychiater erfahren, während die drei Psychologen, die ich verschlissen habe, mir nichts gebracht haben. Vielleicht liegt das daran, dass ein Psychiater im Zweifel auch Medikamente verschreibt, einen krankschreibt oder im Notfall ins Krankenhaus überweisen kann. Ich empfand es als Erleichterung, dass für all diese Dinge nur eine einzige Person zuständig war, das hat mir Komplkationen erspart. Aber wie gesagt, das ist ein ganz subjektives Empfinden.

    Als ich Deinen Beitrag fertig gelesen hatte, schrillten meine Alarmglocken auf der Stelle. Wie Seewespe bin ich der festen Meinung, dass Du Dir sofort Hilfe holen musst. Und die gibt es.

    Diese "hellen Monente", in denen man glaubt, es sei ja eigentlich alles nicht so wild und man hätte die Sache schon irgendwie im Griff – auch die kenne ich. Vielleicht hilft es Dir, diese Momente als "Beweis" dafür zu sehen, dass in Dir durchaus noch ein "funktionierender und gesunder" Teil steckt, der ausgebaut und gestärkt werden kann?

    Ich würde gerne etwas wirklich hilfreiches beitragen, aber das ist mir wohl nicht möglich. Wollte Dir nur sagen, dass ich Deinen Schmerz absolut nachvollziehen und wahrnehmen kann. Dass Freunde abwiegeln, ist mir ebenfalls nicht neu. Sie sind eben hilflos und überfordert im Angesicht von so viel Wucht und wissen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht im geringsten, mit welcher Intensität Du fühlst.

    Es tut mir leid, dass ich Dir nicht "handfester" beistehen kann. Aber eventuell hilft es ja ein kleines bißchen, wenn Du weißt, dass da draußen jemand ist, der diese ganze Hölle kennt, durch die Du gerade so atemlos rennst.

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