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  1. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm, ich sehe diesen Trotz inzwischen als eine weitere Form, mit den Tätern in Verbindung zu bleiben, um einen Versuch, ihre Anerkennung (nun doch) zu erlangen. Auch eine Art, sich am alten Thema abzuarbeiten. Habe damit äußerst schlechte und traurige Erfahrungen gemacht, besonders gegenüber meiner Mutter

    Deshalb riet ich dir, zu versuchen herauszufinden, was dich an deine Mutter weiterhin bindet. Welche Dispositionen halten das Rad am Laufen?
    Ganz einfach, mir geht es emotional schlecht, das ist wie ein Automatismus, wenn sie auf die Tränendrüse drückt, meckert oder sonst wie ihr Gift versprüht. Ich wollte als Kind vielleicht die Familie zusammenhalten, weil sie ja ebenfalls bei Auseinanderbrechen mit Selbstmord gedroht hat oder wahlweise dann, wenn ihr was massiv nicht gepasst hat. Das war mir emotional zu viel, damit konnte ich als Kind nicht umgehen, hielt mich aber für gut, wenn ich was dagegen tat. Leider richtete sich das dann auch gegen mich.

  2. User Info Menu

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Liebe Zweiplusvier,

    du brauchst bei alledem Hilfe, du kannst das nicht allein schaffen, und wir sind hier auch nur Laien.
    Ich habe es nicht mehr recht in Erinnerung - bist du in Therapie?
    Ich nehme dich mal virtuell in den Arm und sage dir, dass du ein ganz wunderbarer Mensch bist, der nur das Allerbeste im Leben verdient!
    Sag dir das bitte auch selber, immer wieder!

    Alles Liebe für dich,
    Lalique
    Do what makes your heart sing

  3. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz einfach, mir geht es emotional schlecht, das ist wie ein Automatismus, wenn sie auf die Tränendrüse drückt, meckert oder sonst wie ihr Gift versprüht. Ich wollte als Kind vielleicht die Familie zusammenhalten, weil sie ja ebenfalls bei Auseinanderbrechen mit Selbstmord gedroht hat oder wahlweise dann, wenn ihr was massiv nicht gepasst hat. Das war mir emotional zu viel, damit konnte ich als Kind nicht umgehen, hielt mich aber für gut, wenn ich was dagegen tat. Leider richtete sich das dann auch gegen mich.
    P.S. Wahrscheinlich war es auch wie ein Schutzverhalten für mich selbst, dass ich einfach mich angepasst habe, um nicht noch mehr aushalten zu müssen, was sowie so schon zu viel war. Und meine Mutter hat sich damals wie als Opfer gesehen.

  4. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Lalique Beitrag anzeigen
    Liebe Zweiplusvier,

    du brauchst bei alledem Hilfe, du kannst das nicht allein schaffen, und wir sind hier auch nur Laien.
    Ich habe es nicht mehr recht in Erinnerung - bist du in Therapie?
    Ich nehme dich mal virtuell in den Arm und sage dir, dass du ein ganz wunderbarer Mensch bist, der nur das Allerbeste im Leben verdient!
    Sag dir das bitte auch selber, immer wieder!

    Alles Liebe für dich,
    Lalique
    Danke! Auf einen Therapieplatz wartet man hier ein Jahr. Ich weiß nicht, ob ich deswegen automatisch das allerbeste verdient habe, aber zumindest könnte ich was besseres noch schaffen, wenns mir besser geht.

  5. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Liebe zweiplusvier


    Ich würde scharf unterscheiden zwischen deinem Verhalten (zum Beispiel deinen Reaktionen) als Kind sowie deinem Verhalten als erwachsene Person. Das Kind in seinem Verhalten darf gar nicht verurteilt werden; es hat nur ein Programm: Überleben um jeden Preis! Daran macht es alle seine Gedanken und Gefühle fest. Aber die erwachsene Person ist ja in gewisser Weise frei, sie ist in der Lage zu rekapitulieren, neuzubewerten und im Schluss eine Konsequenz zu finden.

    Du kannst schon einiges selbst tun, damit es dir besser geht - und das tust du ja längst, indem du zum Beispiel hier schreibst. Allein das ist schon ein deutliches Zeichen, dass du eine Änderung wünschst für dich. Aber diese Änderung muss zu dir passen.

    Ganz einfach, mir geht es emotional schlecht, das ist wie ein Automatismus, wenn sie auf die Tränendrüse drückt, meckert oder sonst wie ihr Gift versprüht.
    Ja, du wirst halt stark getriggert. Pawlow lässt grüßen

    Was meinst du, wie eine Emanzipation für dich aussehen könnte? Was wäre möglich an Grenzsetzung, was eher nicht. Weshalb würdest du einen Kontaktabbruch bevorzugen bzw. weshalb nicht?

    Das wären so die vordergründigen Entscheidungsfragen; die Basis?!


    Auf einen Therapieplatz wartet man hier ein Jahr.
    Wenn du finanziell nicht ganz am Boden bist, vielleicht kannst du dir einmal im Monat oder alle zwei Monate einen Coach leisten auf eigene Rechnung? Ich habe das so gemacht. Nicht leicht, aber vielleicht ja machbar? Und mir hat das schon unwahrscheinlich viel gebracht, jemanden zu wissen, den ich alle meine Fragen stellen kann... Es ist nicht billig, aber das Geld durchaus wert. Zwischen 50 und 100 € pro Sitzung müsstest du einkalkulieren, das kommt auch auf den Therapeuten an.


    Schlaflos

  6. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Hallo liebe Schlaflos,

    wie immer eigentlich, wenn auch nicht immer ausgesprochen, vielen Dank für Deine Antwort.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe zweiplusvier


    Ich würde scharf unterscheiden zwischen deinem Verhalten (zum Beispiel deinen Reaktionen) als Kind sowie deinem Verhalten als erwachsene Person. Das Kind in seinem Verhalten darf gar nicht verurteilt werden; es hat nur ein Programm: Überleben um jeden Preis! Daran macht es alle seine Gedanken und Gefühle fest. Aber die erwachsene Person ist ja in gewisser Weise frei, sie ist in der Lage zu rekapitulieren, neuzubewerten und im Schluss eine Konsequenz zu finden.

    Ja, das sicherlich. Dazu muss mir aber einiges erst auffallen, dass ich es bearbeiten kann. Das Buch hilft mir in jedem Fall dazu, meine Probleme wahrzunehmen anhand der Beispiele und Geschichte und Lösungen, wie sie dort geschildert sind.

    Du kannst schon einiges selbst tun, damit es dir besser geht - und das tust du ja längst, indem du zum Beispiel hier schreibst. Allein das ist schon ein deutliches Zeichen, dass du eine Änderung wünschst für dich. Aber diese Änderung muss zu dir passen.
    Ja, sie muss zu mir passen. Das ist eine der Fragen, die auch ein Stückchen Trauer mit sich bringt und erst mal etwas Orientierungslosigkeit, weil da viel was hätte schon in der Kindheit wachsen können zerstört wurde und mich Jahre gekostet hat, aber vieles ist auch da, aber auch das wird jetzt mit überprüft.



    Ja, du wirst halt stark getriggert. Pawlow lässt grüßen
    Ja, so ist es. Früher war das die Existenzangst von mir als Kind auch noch meine Mutter, meinen vermeintlich einzigen Schutz zu verlieren, durch ihre Selbstmorddrohungen ausgelöst und dann hat wohl schon ihre Stimmung gereicht.

    Was meinst du, wie eine Emanzipation für dich aussehen könnte?

    Darüber muss ich noch nachdenken. Momentan sind meine Ansprüche daran hoch und teilweise manchmal auch wie ein Kind, das ja oder nein sagt und doch darauf hofft, dass hauptsächlich die anderen etwas für es tun, während es anderen Dingen nachgeht und sich dann auch wieder auf unpassende Weise unterwirft und Dinge tut, die zwar anerkannt werden von der Gemeinschaft aber mir nichts bringen.

    Was wäre möglich an Grenzsetzung, was eher nicht. Weshalb würdest du einen Kontaktabbruch bevorzugen bzw. weshalb nicht?
    Ich weiß noch nicht, ob ich das ganz kann, aber zumindest werde ich nicht mehr jeden zweiten Tag anrufen bei meiner Mutter oder vielleicht auch mal lange Zeit nicht. So wie ich das Gefühl habe, wie es für mich richtig ist.

    Das wären so die vordergründigen Entscheidungsfragen; die Basis?!


    Wenn du finanziell nicht ganz am Boden bist, vielleicht kannst du dir einmal im Monat oder alle zwei Monate einen Coach leisten auf eigene Rechnung? Ich habe das so gemacht. Nicht leicht, aber vielleicht ja machbar? Und mir hat das schon unwahrscheinlich viel gebracht, jemanden zu wissen, den ich alle meine Fragen stellen kann... Es ist nicht billig, aber das Geld durchaus wert. Zwischen 50 und 100 € pro Sitzung müsstest du einkalkulieren, das kommt auch auf den Therapeuten an.


    Schlaflos
    Ich muss schauen, vielleicht bekomme ich doch noch eher einen Therapieplatz, aber auch ein Therapeut, selbst bezahlt wäre noch möglich, wenns derzeit nur 1-2 Mal im Monat wäre. Ich acker derweil das Buch durch und auch das gibt mir einiges. Sorgen haben mir eher die alten Gefühle, die alte Wut und auch die schlimme Verletztheit, auch körperlich gemacht. Das habe ich gar nicht für möglich gehalten, dass das alles noch so hoch kommen kann. Da wähnte ich mich längst durch, wenn Du mich noch vor einem Monat gefragt hättest. Heute sehe ich es eher so, dass ich es gut deckeln konnte, um zu funktionieren, um einigermaßen normal zu leben.
    Etwas Positives gibt es trotz allem was hochkommt und zu bearbeiten ist und sich sicher schlimm anhört, ich habe seitdem mehr Lust zu arbeiten. Es ist anders irgendwie. Ich fühle mich trotz das eine Menge hochkommt und zu bewältigen ist, entstauter, körperlich, wie emotional.
    Geändert von Inaktiver User (31.05.2010 um 12:35 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Ja klar, das ist ja schon eine Aufarbeitung, wenn du alte Gefühle zulässt.
    Dabei fühlt man sich absolut besch...., aber es lohnt sich, denn es geht vorbei und dann hat man zumindest ein Teil schon mal abgebaut.

    Du kannst das schaffen!

    Irgendwann schaust du auf alles zurück und erinnerst dich. Das behältst du, denn die Vergangenheit kann niemand ändern, aber die miesen Gefühle bleiben aus.

    Und warum solltest du nicht das Allerbeste verdient haben im Leben? Das kannst du ganz allein entscheiden!
    Sei selbstbewusst, für dich, und gib dir Wert!
    Andere Menschen spiegeln dir diesen Wert, sie akzeptieren dich so, wie du dich gibst und fühlst.

    LG
    Lalique
    Do what makes your heart sing

  8. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Liebe zweiplusvier


    Ich weiß noch nicht, ob ich das ganz kann, aber zumindest werde ich nicht mehr jeden zweiten Tag anrufen bei meiner Mutter oder vielleicht auch mal lange Zeit nicht. So wie ich das Gefühl habe, wie es für mich richtig ist.
    Du könntest ja auch einmal versuchen abzuwarten, dass sich deine Mutter bei dir meldet. Dann möchte sie ja etwas und ist automatisch in einer bittenden Position. Das kann schon ungeheuer viel bewirken!

    Drei praktische Tipps haben mir sehr geholfen:

    1) Grundsätzlich zähle ich gedanklich bis 3, wenn mich jemand etwas fragt. So bekomme ich meinen Hang zu "Schnell-Schuss-Antworten" einigermaßen in den Griff.

    2) Bei Fragen, auf die ich sofort antworten sollte, vertröste ich auf später.

    3) Kippt die Stimmung, klingelt garantiert gerade jemand an der Tür (wenn du verstehst, was ich meine...)


    Wie waren denn eigentlich die Reaktionen auf dein Fax? Kamen überhaupt welche?

    Schlaflos

  9. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe zweiplusvier




    Du könntest ja auch einmal versuchen abzuwarten, dass sich deine Mutter bei dir meldet. Dann möchte sie ja etwas und ist automatisch in einer bittenden Position. Das kann schon ungeheuer viel bewirken!

    Drei praktische Tipps haben mir sehr geholfen:

    1) Grundsätzlich zähle ich gedanklich bis 3, wenn mich jemand etwas fragt. So bekomme ich meinen Hang zu "Schnell-Schuss-Antworten" einigermaßen in den Griff.

    2) Bei Fragen, auf die ich sofort antworten sollte, vertröste ich auf später.

    3) Kippt die Stimmung, klingelt garantiert gerade jemand an der Tür (wenn du verstehst, was ich meine...)


    Wie waren denn eigentlich die Reaktionen auf dein Fax? Kamen überhaupt welche?

    Schlaflos
    Danke für die Tipps! Werde das umsetzen und irgendwie merke ich auch, dass ich etwas ruhiger werde.
    Aufs Fax kam überhaupt gar keine Reaktion und das war auch fast zu erwarten.

  10. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Lalique Beitrag anzeigen
    Ja klar, das ist ja schon eine Aufarbeitung, wenn du alte Gefühle zulässt.
    Dabei fühlt man sich absolut besch...., aber es lohnt sich, denn es geht vorbei und dann hat man zumindest ein Teil schon mal abgebaut.

    Du kannst das schaffen!

    Irgendwann schaust du auf alles zurück und erinnerst dich. Das behältst du, denn die Vergangenheit kann niemand ändern, aber die miesen Gefühle bleiben aus.

    Und warum solltest du nicht das Allerbeste verdient haben im Leben? Das kannst du ganz allein entscheiden!
    Sei selbstbewusst, für dich, und gib dir Wert!
    Andere Menschen spiegeln dir diesen Wert, sie akzeptieren dich so, wie du dich gibst und fühlst.

    LG
    Lalique
    Leider muss ich gestehen, dass es nicht nur alte Gefühle sind. Momentan bin ich wie retraumatisiert durch Ereignisse über die ich hier nicht schreiben will. Das wird dauern das alles zu verarbeiten und einen guten Weg für mich zu finden. Momentan kommt es mir vor als würde gerade mein Leben auf den Kopf gestellt, aber auch etwas bereinigt.

    Hilfe wird auch kommen, in ca. 2-3 Monaten. Also früher als erwartet. Kein Jahr Wartezeit auf eine Therapie und auch habe ich wirklich den Eindruck bei allem Schmerz, dass sich derzeit viel bereinigt. Komischer Weise erlebe ich in dieser Situation, wie mein Lebensgefährte mir doch irgendwie Druck macht und einiges an Vorstellungen kollidiert und mein Exmann mit Mut macht und mir sagt, dass ich das schaffen werde. Wir sind schon sehr sehr lange auseinander und trotzdem ist er ein guter Freund und auch jemand, dem ich das abkaufe, weil er das Blatt in seinem Leben gründlich zum Wenden gebracht hat und auch so einiges zu verarbeiten hatte. Bei ihm weiß ich auch, dass er mich meint und dass ich das schaffe und das frei von irgendwelchen Erwartungen oder mich vor seine Karre spannen wollen.

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