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  1. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Lalique Beitrag anzeigen
    Was hast du gemacht? Ihm den Brief geschrieben?
    Mit Kopie an deine Mutter?
    Auf jeden Fall muss da was in Gang kommen bei dir. Es ist zutiefst unfair, dass dich andere Menschen derart belasten und sei es tausend mal deine Familie!

    LG
    Lalique
    Meinem Bruder habe ich das Fax geschickt und was ich meiner Mutter schreibe zusätzlich da überlege ich noch. Ich glaube dazu braucht es paar mehr Worte als nur den sexuellen Missbrauch. Das war noch der psychische Missbrauch durch sie dazu.

  2. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Bei meinem Bruder ist es anders, er bereut zutiefst und ist kein Schwein, sondern höchstens ein ganz armes. Mit ihm geht es einigermaßen gut. So wirklich nahekommen wird er mir nie dürfen, aber ich gestatte jedem, dass er sich entwickelt. Und ER hat sich gut entwickelt. So kann ich mit ihm umgehen.

    Viel Kraft, liebe zweiplusvier, du machst das gut, und du bist mutig
    Wenn Du das kannst. Ich kann das nicht und ich bekomme ja nicht mal eine Entschuldigung von meinem Bruder oder Worte des Bedauerns. Nöö, das war so. Was kommste mit der Vergangenheit? Das wären viel eher seine Worte und waren es auch schon.

    Bei meiner Mutter dachte ich, dass sich was gebessert hat. Dem ist nicht so. Nur ich bin etwas geschickter im Umgang mit ihr geworden ihr zu liebe. Das habe ich eben verstanden und der räumlich Riesenabstand hilft dabei natürlich auch. Ich werde ihr noch etwas schreiben und mir überlegen was genau. Erst mal muss ich das viel mehr für mich klar kriegen und hier toben gleichzeitig auch noch andere Baustellen.
    In dem Buch: Ich traue meiner Wahrnehmung von Heinz-Peter Röhr stehen schon gleich einige Passagen drin, die passen. Eventuell kopier ich ihr etwas davon. Aber wahrscheinlich wird sie es abfällig als Therapeutenquatsch abtun. Manchmal kommen mir mein Bruder und meine Mutter in ihrem Verhalten und in ihren Aussagen so dermaßen ähnlich vor. Das ist mir erst jetzt aufgefallen.
    Und mit meinem Partner habe ich derzeit ein Problem, bei dem ich noch etwas verwirrt bin. Ich nehme wie Abstand zu ihm und er ist mir momentan in seiner Art zu viel. Er merkt nicht, obwohl ich das auch sage, dass ich derzeit etwas Abstand und Ruhe brauche. Ob er mir demnächst zu viel wird? Das kann auch noch passieren.
    Irgendwie bin ich derzeit richtig down wie lange nicht mehr, aber vielleicht besser so als so latent in leicht negativer Stimmung. Irgendwie gehts mir emotional derzeit wie früher, wenn meine Mutter mich unter Druck gesetzt hat. Ich hoffe, dass das so schnell wieder geht oder verarbeitet ist, wie es gekommen ist.
    Geändert von Inaktiver User (28.05.2010 um 09:31 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    So schnell gehts mir etwas besser. Das Buch von Heinz-Peter Röhr "Ich traue meiner Wahrnehmung" scheint zu meiner Situation zu passen.
    Da stehen Sätze drin wie:
    "Nur die erneute Anpassung, die Identifikation mit dem Kranken, die Unterwerfung unter einen vom Schicksal geschlagenen Menschen, der Verständnis benötigt oder fordert, kann beruhigen und die Schuldgefühle mildern. Die Antwort auf die unerträglich erscheinenden Schuldgefühle ist immer die gleiche: die wiederkehrende Anpassung und Unterwerfung!"
    So war meine Kindheit und einige meiner langen Beziehungen. Im Prinzip ist damit klar, dass ich nie meinen Weg so richtig gehen konnte, mich immer angepasst habe. Selbst bei der Berufswahl haben sie mir Druck gemacht und mich in einen mir verhassten Beruf gedrängt, den ich irgendwann auch an den Nagel gehängt habe.

  4. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Liebe zweiplusvier,

    aber es heißt eben nicht, dass die Schuldgefühle durch die Anpassung assimiliert werden - dein Leben beweist ja, dass das nur temporär funktioniert hat.

    An die Schuldgefühle müsstest du herankommen, sie hinterfragen, abklopfen auf alten Schutt. Das ist allerdings so schmerzhaft wie das Abpuhlen von Schorf: manchmal ist die Haut darunter noch viel zu zart und empfindlich und blutet erneut...


    Schlaflos

  5. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe zweiplusvier,

    aber es heißt eben nicht, dass die Schuldgefühle durch die Anpassung assimiliert werden - dein Leben beweist ja, dass das nur temporär funktioniert hat.

    An die Schuldgefühle müsstest du herankommen, sie hinterfragen, abklopfen auf alten Schutt. Das ist allerdings so schmerzhaft wie das Abpuhlen von Schorf: manchmal ist die Haut darunter noch viel zu zart und empfindlich und blutet erneut...


    Schlaflos
    Ja, sicher hast Du irgendwo Recht und trotzdem hoffe ich, dass es nicht nur schmerzhaft wird und mir die Erkenntnisse etwas bringen. Das war mit Sicherheit das was mich am allermeisten gelähmt hat. Nur was jetzt. Das Schlimme ist im Prinzip auch sich dann allein für sich neu zu orientieren, obwohl viel an Entwicklung vorher gefehlt hat und das ist mit schmerzlich. Es ist auch leichter gesagt als getan aus dem alten auszusteigen. Manchmal wünschte ich mir noch einen Neustart.

  6. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Liebe zweiplusvier,

    vielleicht solltest du herausfinden, was für Vorteile du für deine Seele hast, dass du in der Auseinandersetzung mit deiner Mutter bleibst?!

    Das Schlimme ist im Prinzip auch sich dann allein für sich neu zu orientieren (...)
    Genau hier könnte ein Schlüssel liegen


    Schlaflos

  7. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe zweiplusvier,

    vielleicht solltest du herausfinden, was für Vorteile du für deine Seele hast, dass du in der Auseinandersetzung mit deiner Mutter bleibst?!



    Genau hier könnte ein Schlüssel liegen


    Schlaflos
    Ja, da könnte mit der Schlüssel liegen für mich. Die Veränderung allein anzugehen und allein unabhängig zu werden.

    Eine Passage des Buches sagt auch, dass der Nichterfolg oder die Leistungsverweigerung eine Form des Rachesnehmens ist, wenn man psychisch durch die Eltern unter Druck gesetzt wird und missbraucht für ihre Zwecke und man hat nicht sich wehren gelernt und Trotz ist die Reaktion des Kindes darauf.
    Geändert von Inaktiver User (28.05.2010 um 18:38 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Trotz könnte auch ein Mittel sein, es demjenigen doch zeigen zu wollen, dass etwas in einem steckt...

  9. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Trotz könnte auch ein Mittel sein, es demjenigen doch zeigen zu wollen, dass etwas in einem steckt...
    Ja, das wäre positiv. In der Tat ist das bei vielen Missbrauchsopfer das eine oder andere Extrem. Für mich wäre ja dann sogar positiv den Trotz in Form von Ehrgeiz und etwas erreichen zu zeigen, da mir das ja immer ausgeredet wurde und meine Fähigkeiten da massiv gedeckelt wurden.

  10. Inaktiver User

    AW: Den eigenen Weg gehen

    Hm, ich sehe diesen Trotz inzwischen als eine weitere Form, mit den Tätern in Verbindung zu bleiben, um einen Versuch, ihre Anerkennung (nun doch) zu erlangen. Auch eine Art, sich am alten Thema abzuarbeiten. Habe damit äußerst schlechte und traurige Erfahrungen gemacht, besonders gegenüber meiner Mutter

    Deshalb riet ich dir, zu versuchen herauszufinden, was dich an deine Mutter weiterhin bindet. Welche Dispositionen halten das Rad am Laufen?

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