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Thema: Den eigenen Weg gehen
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25.05.2010, 12:17Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 12:20 Uhr)
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25.05.2010, 12:47
AW: Den eigenen Weg gehen
Liebe Zweiplusvier,
Hildegard Knef hat mal folgendes gesagt:
Meine Tochter schuldet mir gar nichts und ich schulde ihr alles.
Das ist auf den Punkt gebracht das, was ich denke!
Nicht die Kinder haben die Pflicht zur Liebe, sondern in allererster Linie die Eltern, dann folgt die Liebe der Kinder von ganz allein.
Bleiben Eltern diese Liebe schuldig, können sie nichts erwarten!
Die Kinder haben nicht gebeten, zu gerade diesen Eltern zu kommen, in gerade diese Umgebung (ungeachtet dessen, was es da so an spirituellen Theorien gibt), sie können nur auf das reagieren, was vorher in sie hinein gelegt wurde.
Die christliche Doktrin: du sollst deine Eltern achten und ehren, stimmt nur, wenn vorher die Eltern das Kind geachtet und geehrt haben!
Es sollte heißen: du sollst dein Kind bedingungslos lieben und es stark und fit machen für das oft schwierige und komplexe Leben - dann sähe manches anders aus.
LG
LaliqueDo what makes your heart sing
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25.05.2010, 13:09Inaktiver User
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25.05.2010, 14:48Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Bei dem Einschreiben gehts doch darum sich Gehör zu verschaffen, dass er das überhaupt liest. Ich werde mir bis morgen überlegen, ob ich das nicht per Fax schicke. Vielleicht lesen es dann zwar seiner Frau und sein Sohn, die leiden schon genug unter diesem Tyrannen. Vielleicht wäre das einfach hilfreich meine Wut loszuwerden. Mir täte es zwar leid, wenn diese beiden leiden, aber ich denke, dass sie es sowie so tun.
Überhaupt damit ihm überhaupt einmal die Meinung zu sagen und ob überhaupt und ob das Sinn macht und nicht noch mehr Wut auf mich zurück kommt. Mit dem Thema habe ich Jahre rumgehadert.Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 16:24 Uhr)
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25.05.2010, 16:49Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Ich kann ein Stück weit deine Intention verstehen, wage aber zu behaupten, dass dich Rache kein Stück weiter bringen wird. Vielmehr wird so dein Bruder einen neuen Grund finden, seine eigene Schuld umzulenken in einen Vorwurf gegen dich.
"Richtiger" Brief, also mit der Hand geschrieben, sorgfältig, vielleicht sogar mit Füllfederhalter und auf gutem Papier - das zeigt: Die Schreiberin hat sich genau überlegt, was sie da tut, sie redet nicht daher, sie ist voll konzentriert und absolut bei der Sache. Der Aufwand macht dem Empfänger deine Ernsthaftigkeit auf eine subtile, sehr erwachsene Art und Weise deutlich.
Ist dieser "richtige" Brief auch noch per Einschreiben versandt, gibt ihm das eine amtliche Note; das ist also eine Art "Geschmacksverstärker".
Dein Bruder wird diesen Brief mit klopfendem Herzen öffnen, und ob er es sich nun eingesteht oder nicht - der Nachgeschmack wird bleiben, das er hier eine Schwester vor Augen hat, die es ernst meint, eine Schwester, die für voll genommen werden muss. Auch, wenn er das unterm Strich wahrscheinlich nicht schaffen wird.
Die Idee von Ibeth finde ich da hervorragend: Ein beigelegtes Bild von dir in diesem Alter damals - das wird vieles ganz-ganz deutlich machen!!!
Nein, mit einem Fax, das offen und fahrlässig in falsche Hände geraten kann - das wäre kein guter Stil und fiele auf dich und deine guten Gründe negativ zurück. Die Frau und der Sohn deines Bruders sind nicht deine Baustelle, und im Zweifel werden sie dich für diese neue Nachricht nur noch hassen.
Das lass lieber bleiben. Bleib bei dir, in deiner eigenen Kraft. Es geht um dich! Nicht um deinen Bruder, nicht darum, IHM etwas zu zeigen, von IHM etwas einzufordern. Nein, alles ist längst passiert, und es ist nicht zu entschuldigen, nicht wieder gutzumachen.
Der einzige Sinn und Zweck ist es, dass du dich von dieser schweren Last befreien lernst, damit sie deine Gegenwart (und auch nicht deine Zukunft) nicht so sehr belastet, das du kaum über-leben kannst.
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25.05.2010, 17:01Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Ich weiß es nicht, ob sie mich dafür hassen werden. Sie haben auch ihre üblen Zeiten mit ihm, aber gut sich da soweit eingerichtet. Egal, es ist ja auch ihre Sache, was sie aus dieser Information machen, wenn sie sie überhaupt erhalten.
Mein Bruder würde meinen Brief einfach abtun, so kenne ich ihn, genauso wie er sich nicht entschuldigt hat. Für ihn ist das Vergangenheit und ich habe ruhig zu sein und nicht mit solchem alten Mist zu kommen.
Rache hin oder her, normalerweise neige ich rein gar nicht dazu, eher zum Gegenteil, nämlich rein gar nichts zu tun. Das Schweigen der Opfer habe ich glaube ich sehr gut gelernt und für alle sehr bequem.
Ich sehe das eigentlich weniger als Rache, sondern als offene Aussprache eines Familiengeheimnisses, denn sie haben sich ja auch alle schon lange gefragt, warum ich jeden Kontakt ablehne. Manche Geheimnisse ausgesprochen sind ja erst der Grundstein für die Verarbeitung. Sie haben ja die Wahl, mich zu verteufeln oder das aufzuarbeiten.
Und ehrlich gesagt, ist mir zum Glück mittlerweile egal, wie er über mich denkt. So gut kann das nie gewesen sein. Das ist schier nicht möglich nach diesen Vorfällen. Ganz egal war ihm ja auch, dass ich eine Entschuldigung wollte.
Ich denke, dass ich mit dieser meiner Familie einfach nicht mehr kann und dass es mal raus muss.
Ich habe mein ganzes Leben lang im Prinzip dieses: "Du kannst doch aber nicht......" gehört. Dieses zum Schweigen verdonnert sein, um ja keine Apokalypse durch mein Reden herbeizuführen und alle in ihrem gutgläubigen positiven Denken verharren zu lassen, dass ich litt war allen sowas von egal, Hauptsache alles lief bequem weiter für alle. Außer für mich. Ich mag glaube ich nicht mehr schweigen, ich mag es rundheraus sagen. Jetzt lebt meine Mutter noch, die das gesehen hat und somit ist die letzte Zeugin nicht tot und ich stehe nicht ganz dumm da. Ich bin heute nicht gut drauf und vielleicht muss die Wut mal raus, einfach raus und ungehemmt. So wie es hätte viel viel früher sein sollen.
Ich schätze meinen Bruder eher so ein, dass er abgebrüht reagiert. Damals wurde er noch unterstützt hatte ich das Gefühl, denn ich wurde zum Schweigen verdonnert. Jetzt hätten also Bruder und Mutter die Gelegenheit das in Ordnung zu bringen.Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 17:07 Uhr)
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25.05.2010, 17:10Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Ja, das muss raus und das soll es auch
Aber mit hoch-erhobenem Kopf.
Dein Bruder wird nicht einfach so alles abtun, was du ihm schreibst. Vielleicht wirst du ihm das äußerlich nicht anmerken. Aber niemand kann in die Köpfe der Menschen hineinschauen. Da können ganze Stürme wüten, gerade bei Männern, die es gelernt haben, von klein auf ihre Emotionen zu unterdrücken, wenn nicht sogar abzuspalten.
Aber der springende Punkt ist doch, dass du das, was du loswerden willst, auch genau bei demjenigen loslässt, den es betrifft.
Und wenn dich jemand, zum Beispiel eben seine Frau, fragt, weshalb du dich nicht mehr meldest, kannst du immernoch knockentrocken sagen: "Ich habe den Kontakt zu deinem Mann abgebrochen, weil er mich als kleines Mädchen vergewaltigt hat und ich ihn deshalb nicht mehr sehen will!" Mit dieser Information kann sie dann machen, was sie will.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass sie dich niemals fragen wird. Aus genau den Gründen, die du selbst erkannt hast: Familiendynamiken, die nur durch Geheimnisse pervers stabil bleiben.
Klink dich da aus. Du bist nicht stigmatisiert!!! Wir sind schon ZWEI
Ich habe die tolle Erfahrung gemacht, dass mich viele Menschen sofort verstanden haben, als ich mich erst einmal traute zu sagen, ich hätte eine sehr schlimme Kindheit gehabt und deshalb keine Familie mehr. Nicht ein einziger hat mich bislang schräg angeguckt.
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25.05.2010, 17:26Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Die Fragen kamen schon und die Versuche mich wieder familiär einzubinden, nun gut, wie es auch sein soll, werden sie es erfahren oder nicht. Sie können sich ja auch gegenseitig helfen das alles zu verarbeiten, wenn sie wollen. Nur mag ich das nicht mehr durch mein Schweigen stützen. Seiner Frau brennt schon lange was unter der Haut, seelisch hat sie schon lange Probleme, die sie selbst nur teilweise kennt. Ist das ein Wunder? Ich will mich nicht als Retterin aufspielen oder sonstwas, sicher ist das mit dem Fax gemein, aber ich denke, dass ein paar mehr ein Recht habe zu erfahren was eigentlich los ist.
Ich denke, dass ich diese massive Abneigung gegen meine gesamte Familie entwickelt habe, weil eben der Missbrauch totgeschwiegen wurde von ihnen allen, mir keine Hilfe zu Teil wurde, dafür Vorwürfe, Herabsetzungen und Ausnutzen. Vielleicht habe ich da auch mittlerweile ein Problem, dass ich übergreifend schnell Abneigungen entwickel und mehr Angst habe als froh bin, wenn ich zu einer Familie dazu gehöre.
Danke für Deine Worte. Ich denke, dass es für mich besser wird, wenn ich mich nicht stigmatisiert fühle, sondern das einfach frei raus sage, dass ich aufgrund meiner schlimmen Kindheit keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe.
Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 17:36 Uhr)
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25.05.2010, 17:43Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen

Du musst nichts erklären, du warst ein Kind!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Dir ist großes Leid angetan worden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! PUNKT!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ende der Fahnenstange, Aus die Maus
Immer, wenn ich wieder anfange, weich zu werden, dann schaue ich meine Tochter an, die wird jetzt bald 5 Jahre alt, und ich sehe MICH in ihr. Es braucht gar keinen inneren Satz mehr, kein Wort, nichts. Ich spüre es augenblicklich: meine innere Kraft!
Mutter hin oder her, diese Frau hat es nicht verdient. No regrets anymore, never ever!
Ich wünsche dir viel-viel Kraft, die wirst du brauchen! Ach ja: Wir beiden sind nicht die einzigen, denen so etwas angetan wurde. 98 % aller Missbrauchsdelikte an Kindern erfolgen innerhalb der Familie bzw. des engen Bekannten- und Verwandtenkreises!
Meine aller-älteste Freundin, die - räusper - manchmal etwas deutlich ist, sagt dazu immer nur einen Satz:
SCHWEINE IM WELTALL
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25.05.2010, 18:22Inaktiver User
AW: Den eigenen Weg gehen
Mein größtes Problem ist in der Tat meine Mutter ohne, dass ich das schon vollständig realisiert habe. Manchmal nehme ich sogar Züge von ihr an mir wahr, in ihrer gelebten Hilflosigkeit und dem sich nicht lösen können von kranken Strukturen, lieber weiter im Sumpf leben, auch wenn das bei mir lang nicht so krass zu Tage tritt und wahrscheinlich jeder über meine Aussage den Kopf schütteln würde und doch muss ich da irgendwie auch zusätzlich was abbekommen haben, was mich bremst.
Als ich auszog ist mir es wegen ihr sehr sehr schwer gefallen, wie einer Mutter die abhaut von ihrem Kind. Und es gibt aber auch so viele Gründe, die mich wie in die Pflicht ihr gegenüber holen und Verständnis für sie zeigen. Das ist lang noch nicht richtig durch.



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