Was ist denn das Aschenputtelsyndrom, frag ich mal neugierig?
Ich bin übrigens auch eine der Nicht-Sucherinnen, gar nicht mit Absicht, ist mir aber irgendwann schon aufgefallen, dass mir derzeit garnichts fehlt, so ohne Beziehung, und das schon eine ganze Weile. Ist für mich quasi normal derzeit
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12.06.2010, 17:49
AW: leben (erst mal?) ohne männer
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12.06.2010, 19:38Inaktiver User
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Eine Beziehung ist immer nehmen und geben, völlig normal.
Und die Gewichtung liegt auch unterschiedlich. Nach hinten los gehts, wenn man zu sehr umeinanderkreiselt.
Das gibts nicht nur zwischen Paaren, auch manche Mutter-Kind-Beziehung verläuft so.
Manche Mütter fallen mit dem Auszug ihrer Kinder in ein ziemliches Loch, dabei gibts für mich als Mutter eigentlich nichts schöneres als zu sehen, wie meine Kinder hinaus in die Welt ziehen und sie sich Stück für Stück erobern.
Meine Große ist gleich nach dem Abi weg und war im 3./4. Semester ein Jahr allein im Ausland. Hat sie wunderbar gemeistert.
Ich lebe ja seit einigen Jahren im Familienverbund auf'm "Gehöft" und ich komme nicht so einfach raus.
Auf meine erneute Ansage an meine Mutter, dass ich mir nach der Probezeit eine Wohnung in Jobnähe suchen werde, kam von ihr die Antwort: da steckt doch wieder irgendso ein Kerl dahinter.
Und wieder konnte ich nicht antworten.
Meiner Mutter gegenüber bin ich sprachlos.
Es stimmt übrigens nicht, aber das glaubt sie nicht. Was für ein Bild hat sie von mir und warum sagt sie so etwas?
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12.06.2010, 19:51Inaktiver User
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Du denkst in der Beziehung darüber nach?
Okay, in meiner recht jung geschlossenen Ehe habe ich versucht es meinem Mann, seiner Mutter und meiner Mutter recht zu machen. 6 Jahre später war ich geschieden.
Damals habe ich mir geschworen, nie wieder verbiegst du dich.
In der zweiten Beziehung, die länger dauerte als einen Sommer, wollte ich alles anders machen, um hinterher festzustellen, bist ihm doch wieder recht weit entgegengekommen. Hat dann trotzdem nicht gehalten, weil ich im entscheidenden Moment doch wieder ich war.
In meiner letzten Beziehung habe ich mich überhaupt nicht verbogen, ich hatte den Eindruck, ich durfte so sein, wie ich bin. Hat auch nicht gehalten.
Vielleicht war ich ja zu sehr ich.
Es gibt kein Patentrezept und im Moment habe ich wie Butterblume, überhaupt keine Lust irgendwem irgendwas zu geben, zu erklären, mich auf jemanden einzulassen.
Ich bin mit mir nicht im Reinen, hab grad eher so das Gefühl von durchstarten und wenn kein Copilot da ist, dann flieg ich allein, ich brauche keinen. Nur nicht am Boden hocken bleiben und warten. Wie schnell dreht sich der Wind.
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12.06.2010, 21:00
AW: leben (erst mal?) ohne männer
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13.06.2010, 00:26
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Das ist teilweise richtig. Zunächst suche ich in einer Beziehung vor allem Heilung für mich. Das ist auch nicht besonders gut, aber das machen alle, die in der Kindheit sehr verletzt worden sind.
Das mit dem Helfenwollen ist eher so ein Nebeneffekt. Ich kann die Heilung nur bekommen, wenn ich dem Mann helfe, ins Fühlen zu kommen. Ich kann sonst die Liebe und Zuwendung, die ich so dringend brauche, von ihm nicht bekommen.
Jetzt taucht natürlich die Frage auf, warum sucht sie sich nicht gleich einen, der ihr diese Liebe geben kann? Antwort: es geht nicht, ich finde Männer, die mit dem Fühlen keine Probleme haben, gänzlich unattraktiv. Insofern ist es für mich tatsächlich ein Auswahlkriterium, ob der Mann mich braucht.
Das Wort "therapieren" mag ich in diesem Zusammenhang nicht so. Therapieren tut man nur in der Therapie mit einem Therapeuten.
Übrigens haben die Männer, die allesamt sehr reflektiert waren, es selbst so gesehen, dass sie ein Problem mit dem Fühlen haben. Sie haben es mir gesagt, bevor ich darüber nachdenken konnte. Aber ich habe es vorher schon gespürt. Sie wären allerdings nie auf die Idee gekommen, dass ich ihnen bei diesem Problem irgendwie helfen könnte. Sie haben es mehr oder weniger einfach so hingenommen, dass sie halt so sind, und haben gehofft, dass sich das Problem irgendwann von selber in Luft auflöst.
Woher bei mir die Fixierung auf diesen bestimmten Männertyp kommt, ist klar. Mein Stiefvater war so und ich vermute, ich wollte ihn als kleines Mädchen aus seiner emotionalen Versteinerung, die wahrscheinlich die Folge eines Kriegstraumas war, befreien. Zumindest habe ich mir gewünscht, ich könnte es, aber gelungen ist es mir kein bisschen, im Gegenteil, die Distanz zwischen uns wurde immer größer und ich bekam als Kind Depressionen.
Und diese Geschichte wiederholt sich in meinen Männergeschichten. Ich bin aber nicht der Meinung, dass sie immer zum Scheitern verurteilt sind, wie Du schreibst. Im Moment finde ich die Idee mit den subtilen Akzentverschiebungen, die Oma Wetterwachs hier eingebracht hat, immer noch am aussichtsreichsten.
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13.06.2010, 01:00Inaktiver User
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Weil sielieblos ist.
Zumindest Dir gegenüber.
Wenn ich mich an Deinen Chef erinnere - der damals, wo Du so unentbehrlich warst - der war auch ziemlich lieblos.
Was ich von Deinen Exen schemenhaft im Hinterkopf habe, das sind auch lieblose Geschichten.
Summasummarum würde ich sagen:
Guck in Zukunft nach liebevollen Menschen / Umfeldern.
Man sollte sich ja auch mehr nach seinen Stärken ausrichten und nicht nach seinen Schwächen.
Dann muss man auch nicht in Konservenbüchsen steigen.
Schönen Sonntag!
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13.06.2010, 08:44Inaktiver User
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Weia.
Das Helfersyndrom ist mir nicht ganz unbekannt, aber ich hab's irgendwann mit Mitte 20 überwunden. Um mir das klar zu machen, brauchte ich nichtmal groß in mich zu gehen. Dazu reichte im Wesentlichen die Begegnung mit einem Härtefall.
Ansonsten - nimm's mir nicht übel - gruselt es mich bei deinen Beschreibungen.
Klar verwöhne ich gern jemanden ausgiebig, der mir wichtig ist. Und ich hoffe, er weiß es zu schätzen, und es gibt ihm ähnlich viel wie mir. Das ist mittlerweile eher was Mütterliches als was Therapeutisches.
Denn weder suche ich einen Erlöser, noch jemanden, der meint durch mich erlöst werden zu können.
"Jemanden dazu zu bringen ins Fühlen zu kommen" finde ich auch irgendwie eklig. Gefühle kann man nur bei sich selbst erzeugen. Und äußere Anlässe, die bewirken, dass ein Gefühl in einem zutage tritt, sind sehr individuell. Ob und auf welche Weise ich ein Gefühl erlebe, möchte ich auch selbst entscheiden.
Mal hart gesagt: wäre da ein Mann mit deinen Gedankengängen, bekäme ich Beklemmungen und würde mich abgestoßen fühlen.
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13.06.2010, 09:27Inaktiver User
AW: leben (erst mal?) ohne männer
hillly, siehst du, das glaube ich nicht.Weil sielieblos ist.
Zumindest Dir gegenüber.
meine vermutung war, dass sie angst hat.
angst, dich an einen mann zu verlieren.
aber sowohl ledas wie auch meine gedanken zu dem, was du schreibst, haben wohl auch was mit unseren erfahrungen, beobachtungen im leben zu tun.
frag sie, deine mutter.
interessanter ist die frage:warum kannst du darauf nichts antworten?
ich würde ziemlich vehement werden, wenn mir jemand was unterstellt, das nicht der wahrheit entspricht.....
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13.06.2010, 10:27
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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13.06.2010, 11:14
AW: leben (erst mal?) ohne männer
Wenn Du das schon häufig getan hast, bist Du es irgendwann total leid, Dich zu rechtfertigen und zu streiten.
Du denkst Dir, "kenn ich ja nicht anders", zuckst mit den Schultern und schüttelst den Kopf.
Allerdings halte ich mich irgendwann von solchen Menschen fern. Kann einem nicht gut tun, wenn jemand so negativ über Dich denkt. Auch wenn nur Ängste dahinter stecken (was sicherlich so ist).
Ich hab auch Ängste - würd mir aber nie einfallen, mit einem geliebten Menschen so zu reden.
Hast Du sowas schon mal angesprochen, Hilly ? Kann man auch später noch, wenn man in der Sitation an sich sprachlos ist.
Kommt sowas öfter vor bei Deiner Mutter ?



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