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    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Ja, das wäre im Prinzip die Lösung, das sehe ich auch so. Aber leider ist es nicht so einfach, weil die Typen so extrem sind. Sie sind nicht einfach nur ein bisschen rational, sondern die emotionale, romantische Seite ist regelrecht verkümmert, d.h. sie muss irgendwo sein, aber verschüttet, und wie soll man da eine vernünftige Beziehung führen, in der man sich ergänzt? Das wäre ja schön, wenn das ginge, aber soweit kommen wir meistens gar nicht.

    Einer von ihnen (wir waren vor ca. 15 Jahren ein Paar und haben jetzt wieder sporadischen Kontakt) teilt sein Leben in zwei Phasen. Seine frühe Phase, wo er sich sehr nach Romantik gesehnt hat, aber immer vergeblich. In dieser Zeit war ich die Einzige, mit der er überhaupt sowas wie eine Beziehung hatte. Und seine späte Phase, wo er das ganze Thema Romantik überwunden hat. Er lebt jetzt in einer Langzeitbeziehung mit einer Frau, in die er nie verliebt war, die aber ein prima Kumpel ist. Sie ist fast genauso rational wie er, hat aber darüber hinaus eine warme, mütterliche Art.
    Ich bin emotional viel fordernder als sie, damals war ich sogar leicht hysterisch, weil ich nicht richtig an seine Gefühle rankam. Ist ja auch kein Wunder. Vielleicht hätten wir irgendwann zu dem Punkt gelangen können, wo wir eine stabile Beziehung haben, in der wir uns wunderbar ergänzen. Aber das hat nicht geklappt.

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    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Ja, das wäre im Prinzip die Lösung, das sehe ich auch so. Aber leider ist es nicht so einfach, weil die Typen so extrem sind. Sie sind nicht einfach nur ein bisschen rational, sondern die emotionale, romantische Seite ist regelrecht verkümmert,
    Aber sind die doch auch nicht alle....


    Aber wir kommen schon wieder vom Thema ab... es sollte doch darum gehen, wie man ohne Männer....

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    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Aber sind die doch auch nicht alle....


    Aber wir kommen schon wieder vom Thema ab... es sollte doch darum gehen, wie man ohne Männer....
    Nein, nicht alle sind so und die Nachfolger waren auch lange nicht so extrem, zum Glück. Aber wir kommen wirklich vom Thema ab.

  4. Inaktiver User

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Es ist jetzt wirklich einigermaßen ot - aber weil ich direkt gefragt wurde, will ich doch kurz antworten, auch wenn es mit dem Fadenthema nur noch sehr, sehr lose etwas zu tun hat:

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Hast Du vielleicht noch ein Beispiel, wie es aussehen könnte, ein Muster beizubehalten, aber in einer erlösteren Form?
    Ich fange einmal mit einem sehr allgemeinen Beispiel an: Nehmen wir einen Menschen, einen Mann, dessen Muster u.a. darin besteht, dass er schnell körperlich aggressiv wird. Genauer gesagt besteht das Muster darin, einen sehr schnellen und direkten Zugang zu Aggressivität in körperlicher Form zu haben.
    Die unentwickelte Form, dieses Muster zu leben, wäre: Er sucht ständig übel beleumundete Kneipen auf und wird regelmäßig in Kneipenschlägereien verwickelt. Die erlöste Form wäre, die körperliche Aggressivität als Potential zu kultivieren. Etwa in dem man Meisterschaft in einer Form von Kampfkunst wie z.B. Aikido erlangt.

    Und nun zu dem Beispiel Beziehungsmuster.
    Eines meiner Muster in Liebesdingen ist, glaube ich, eine Art Helfersyndrom. Ich verliebe mich oft in Männer, die sehr rational und schwer Zugang zu ihren Gefühlen haben. Ich glaube, ihnen helfen zu können ...
    Ich möchte ihnen quasi das Fühlen beibringen.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das Muster dahinter wirklich richtig verstanden habe. Aber einmal als Anregung, wie man über diese Dinge nachdenken könnte. Die erste Frage wäre ja: Welche spezifische Stärke liegt in diesem Muster? Welche persönliche Fähigkeit? Und in welchen Kontext passt das gut? Oder auch: In welcher Form genau, mit welcher Akzentsetzung passte es in einen bestimmten Kontext?

    Man kann also immer in Richtung Kontextwechsel denken. Oder in Richtung andere Akzentuierung im selben Kontext.

    Und wenn ich die Akzentuierung "helfen" und "anderen etwas beibringen" sehe, dann denke ich: Das ist im Kontext von Partnerschaft und Liebesbeziehung wirklich nicht unproblematisch. Das würde aber wunderbar in einen therapeutischen Kontext passen. Und da wäre es auch sehr hilfreich, wenn eine gewisse "Verkopftheit" deiner Klienten bei dir Sympahtie auslöst.

    Wenn es (dieses Muster) aber im Kontext Partnerschaft und Liebesbeziehung bleiben soll oder muss: Dann sind es vielleicht ganz subtile Änderung in Art, das Muster zu leben, die hier den Unterschied machen. Wenn du z.B. in dem Satz aus dem obigen Zitat einfach eine Vorsilbe weglässt. Also nicht (innerlich) sagst: Ich möchte ihm das Fühlen beibringen. Sondern: Es ist für mich sehr befriedigend, ihn ins Fühlen zu bringen. Wird die Akzentverschiebung zwischen den beiden Sätzen deutlich?

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    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Liebe Zwischenrose,

    bitte entschuldige, wenn ich nochmal ganz kurz Deinen Strang missbrauche, aber ich fühle mich hier gerade sehr wohl und einen eigenen Strang aufzumachen wäre mir zu heikel.

    Liebe Oma-Wetterwachs,

    Ja, die Akzentverschiebung wird deutlich, das klingt sehr gut. Ich habe selbst auch schon manchmal den Unterschied bemerkt. Manchmal gelang es mir, den Mann "ins Fühlen zu bringen", das waren dann unbeschreiblich schöne Momente und Stunden, das kann wahrscheinlich kein Mensch nachvollziehen, der dieses Muster nicht hat. Und manchmal, sehr oft, ist es mir nicht gelungen. Es lohnt sich bestimmt, darüber nachzudenken, was ich da anders gemacht habe.

    Man darf sich das nicht so vorstellen, dass ich direkt belehrend bin oder so. Ich erinnere mich an einen Abend, wo wir zu zweit beisammensaßen und ich habe von einem Buch erzählt, das ich gelesen hatte und in dem die Hauptfigur einen ähnlichen Charakter hatte wie er. Der Protagonist hatte auch eine Frau, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Das war die ideale Vorlage um indirekt über uns zu sprechen, über meine Gefühle, was ich bei ihm vermisse usw. und er konnte, weil es ja nur um ein Buch ging, sehr gut darauf eingehen und wurde immer weicher und zugänglicher im Laufe des Abends.

    Ein anderes Mittel um Nähe herzustellen war, mich verletzlich zu machen. Das ist auch eine Stärke von mir, d.h. ich kann mir selbst so viel Stabilität geben, dass ich es mir leisten kann, mich verletzlich zu machen.
    Aber in den Beziehungen mit diesem bestimmten Männertyp war das sehr riskant, denn entweder es hat funktioniert und er hat auf meine Offenheit und mein Vertrauen ebenfalls mit Offenheit reagiert oder es hat nicht funktioniert und das war dann schlimm, weil ich oft durch mangelnde Empathie und Sensibilität verletzt wurde. Und das endete dann immer in Tränen.
    Die subtile Änderung, von der Du sprichst, müsste hier wahrscheinlich darin bestehen, dass ich mich in solchen Situationen besser schütze, mich weniger verletzlicher mache und mich stärker abgrenze.

    Insgesamt finde ich es sehr schwierig, unter Beibehaltung meines Musters eine Beziehung zu führen, eine Alternative gibt es aber irgendwie auch nicht, weshalb ich ja nun auch in diesem Ohne- Männer-Strang gelandet bin. Unglücklich fühle mich mich dennoch nicht. Ich habe mich mit meinem Schicksal ausgesöhnt, da es mir ja auch schon viele glückliche Moment beschwert hat.

    Den Gedanken der Akzentverschiebung und des Kontextwechsels finde ich super interessant und anregend. Ich finde den Ansatz sympathisch, weil er nicht so vergewaltigend ist. Komisch, dass mir diese Ideen bisher noch nie untergekommen ist.

    Dein Beispiel mit der Aggressivität und Aikido leuchtet sofort ein. Du schreibst, dass mein "Helfersyndrom" in einer Beziehung problematisch ist, aber in einen therapeutischen Kontext passen würde. Tatsächlich habe ich mich schon öfter gefragt, warum ich eigentlich nicht Psychologie studiert habe. Ich kenne den therapeutischen Kontext nur aus Klientensicht, habe mir aber schon oft gedacht, dass ich genauso gut auf dem anderen Stuhl sitzen könnte.

    Statt dessen bin ich in einer Wissenschaft gelandet, wo es sehr sehr verkopft zugeht, obwohl ich selber ja eigentlich gar nicht so bin, aber die Leute dort phaszinieren mich. Die akademische Psychologie ist auch verkopft, in dem Fall würde es mich aber stören und ich würde das nur schnell durchziehen, um Therapeutin werden zu können. Übrigens habe ich als Studentin nebenbei in einem helfenden Beruf gearbeitet und ich könnte mir vorstellen, dass das unbewusst auch schon so eine Art Kontextverschiebung war. Da konnte ich meine Fähigkeiten (Empathie z.B. ) gut einsetzen.

    Vielen Dank für Deine anregenden Gedanken, die mir noch eine Menge Stoff zum Nachdenken geben werden.

    Liebe Grüße,

    Ditha

  6. Inaktiver User

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Ditha, nicht böse sein, aber ich würde dir doch gern meinen Eindruck schildern:

    ich kann mich in vielem was du schreibst wiederfinden. Meine große Liebe (die gescheitert ist) meinte zum Ende hin: ich hasse es, wenn man in mir rumbohrt.

    Das hat mit seiner Einstellung zu tun - aber ich zieh mir auch den Schuh an, dass ich ihn nicht lassen konnte wie er war sondern ihn schon auch irgendwie seziert habe.

    Kannst du dir vorstellen, dass das nicht nur, aber sicher noch mehr für Männer nicht das ist, was sie sich unter Liebesbeziehung vorstellen? Das kllingt jetzt alles ein bisschen klinisch bei dir.

    Für mich ist das ein Thema seither, ich weiß, dass ich auch dazu neige, zu sehr zu analysieren und manchmal zu wenig einfach zu leben.

    Wobei es mich zugegebenermaßen immer nervt wenn mir jemand vorwirft, zu viel zu denken, ich meine, viele Leute denken so offensichtlich zu wenig aber irgendwie ist schon was dran an der Sache.

    Im umgekehrten Fall möchte ich ja auch nicht als pathologisches Psychowrack gesehen werden, trotz der Probleme, die ich wie jeder andere auch habe, das man coachen muss, damit es in die Spur kommt.

  7. Inaktiver User

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    hi ditha!



    du darfst den strang gerne "missbrauchen", ich hab damit kein problem.
    schließlich hat sich in meinem leben auch ganz schön viel um männer gedreht....


    ich vermute, die krux liegt in diesem satz:

    Manchmal gelang es mir, den Mann "ins Fühlen zu bringen", das waren dann unbeschreiblich schöne Momente und Stunden

    stell dir mal vor, ein mann würde über dich sagen:

    Manchmal gelang es mir, die Frau "ins Denken zu bringen", das waren dann unbeschreiblich schöne Momente und Stunden....


    niemand, weder mann noch frau, mag es, vom anderen "erzogen" zu werden.

    mir ist klar, dass du jetzt sagst: großes missverständnis! sooo meinte ich es doch gar nicht.....

    aber es geht (für den betroffenen) schon in die richtung.


  8. Inaktiver User

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    ich habe heute festgestellt, es geht nicht ganz ohne Männer

    diese verflixte Kiste wog bestimmt 50 kg, da musste ich mir doch 2 Kollegen suchen...

  9. User Info Menu

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das hat mit seiner Einstellung zu tun - aber ich zieh mir auch den Schuh an, dass ich ihn nicht lassen konnte wie er war sondern ihn schon auch irgendwie seziert habe.
    Tja, da neigen wir wohl oft ein wenig zu.... blöd

  10. User Info Menu

    AW: leben (erst mal?) ohne männer

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Kannst du dir vorstellen, dass das nicht nur, aber sicher noch mehr für Männer nicht das ist, was sie sich unter Liebesbeziehung vorstellen? Das kllingt jetzt alles ein bisschen klinisch bei dir.

    Für mich ist das ein Thema seither, ich weiß, dass ich auch dazu neige, zu sehr zu analysieren und manchmal zu wenig einfach zu leben.


    Im umgekehrten Fall möchte ich ja auch nicht als pathologisches Psychowrack gesehen werden, trotz der Probleme, die ich wie jeder andere auch habe, das man coachen muss, damit es in die Spur kommt.
    Liebe Einewiekeine,

    an Dich habe ich die ganze Zeit gedacht, habe aber eher damit gerechnet, dass Du schreibst, ich sei masochistisch, selbstzerstörerisch und solle nicht länger an diese Männer "hinlieben" und mich an denen abarbeiten.

    Jetzt nimmst Du eher die Männer in Schutz und meinst, ich würde zu viel analysieren.

    Hm, zum Teil ist ein falscher Eindruck entstanden. Wahrscheinlich weil ich geschrieben habe, dass ich mir vorstellen könnte (rein theortisch), als Therapeutin zu arbeiten. Ich seziere die Männer schon, aber nur für mich, ich bohre nicht in ihnen herum, wenn sie da sind. Dieses Ins-Fühlen-Bringen passiert viel indirekter einfach durch die Art wie ich bin. Stellt Euch ein scheues Kind vor, das bin ich. Ich habe nichts Oberlehrerhaftes oder Therapeutinnenhaftes an mir.
    Für mich hat es anfangs sehr komisch geklungen, als ich das mit dem Helfersyndrom entdeckt habe, denn eigentlich bin ja ich die ewig Hilfsbedüftige, die Beschützerinstinkte weckt. Dennoch habe ich den ganz starken Drang, diese Betonmenschen zum schmelzen zu bringen, sie in Kontakt mit ihren Gefühlen zu bringen und ihnen somit zu helfen. Eher wie ein kleines Mädchen, das einen verbitterten alten Mann zum Schmelzen bringen will und sagt, schau, das Leben ist doch schön. Nur dass meine Männer nicht alt waren, aber eine gewisse Bitterkeit hatten sie alle.

    Die Szene, die ich oben beschrieben habe, wo wir über das Buch geprochen haben, war anders als ihr denkt. Diese Männer sind sehr ich-bezogen. Wenn ich da mit einem Buch ankomme, in dem ein ihnen ähnlicher Charakter vorkommt, dann schmeichelt es ihnen, sie fühlen sich nicht seziert.

    Ich sehe es genauso wie Du, dass es nichts Schöneres in einer Beziehung gibt als einfach zu leben und das Leben zu genießen. Deshalb liebe ich humorvolle Männer. Ich selbst habe auch Humor, bin aber letztlich zu sensibel um wirklich humorvoll zu sein. Wie der Philosoph Helmut Plessner sagte, verlangt der Humor eine zeitweilige "Amnesie des Herzens", d.h. man muss seine Gefühle auch mal auf Eis legen können, um über sich selbst und andere lachen zu können, daher sind rationale Menschen in der Regel humorvoller als die ewig sensiblen Naturen.

    (Zwischenbemerkung: seit ich dieses Forum kenne, bin ich dem Phänomen "weiblicher Humor" auf der Spur, hier gibt es viele humorvolle Frauen und ich finde, er ist anders als der männliche).

    Am liebsten würde ich die Männer so sein lassen wie sie sind und ihren Humor genießen, aber das geht nicht, weil sie wirklich ein Problem haben. Ihre Bitterkeit droht langsam ihren Humor zu zerstören. Der letzte war, wie ich schon mal erzählt habe, ein echter Worcaholic. Er war nicht mehr er selbst und er hat darunter gelitten, das habe ich gespürt. Ihn zu lassen wie er ist, hätte ja bedeutet, dieses Leiden nicht ernst zu nehmen. Abgesehen davon, dass seine zunehmende innere Erstarrung mich oft genug verletzt hat, so dass ich mich wehren musste, ob ich wollte oder nicht.

    Viele Grüße,

    Ditha

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