Man kann sich aber auch etwas negativ vorstellen, weil man Angst davor hat. Und dann nimmt man an Beziehungen, die man sieht, nur das Negative wahr. Damit man einen Grund hat, bloß nicht so was machen zu wollen, sowas konservativ-monogames.
Man muss nicht verachten, nur weil man verzichtet, so sagt es Nietzsche. "Konservativ-monogam" klingt jedenfalls ganz schön verächtlich. Und das legt den Verdacht nah, dass man mit sich selbst nicht so im Reinen ist. Sonst würde man einfach "stabile Partnerschaft" dazu sagen und gut ist.
Aber es ist halt schwierig, wenn man etwas will, was man nicht will - und umgekehrt.
Andererseits ist das ja auch normal, gewissermaßen. Wir haben nur dieses eine Leben, und ein Weg, den wir einschlagen, legt uns nunmal fest. Wenn man Kinder hat, kann man sich das nicht eben mal anders überlegen.
Ich hätte gern so drei bis vier andere Berufe, als ich sie habe. Seufz. So ist das nun mal. Man kann den Kuchen nicht zugleich essen und aufbewahren.
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Thema: Lebensüberlegungen
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14.05.2010, 22:25Inaktiver User
AW: Lebensüberlegungen
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16.05.2010, 20:15
AW: Lebensüberlegungen
Vielen Dank für eure Antworten
Ich freu mich, dass ihr so rege an meinen Überlegungen teilnehmt und möchte gerne darauf antworten.
Es geht nicht darum, dass ich ich meinen Lebenswandel bisher gepflegt habe, weil er so hipp uns schick ist, sondern, weil es das ist, was ich wollte. Bisher ist das nicht so sehr ins Gewicht gefallen, dass ich einen etwas anderen Lebenswandel pflege, weil es einfach auch noch viele Singles in meinem Alter gab. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Meiner Meinung basiert das Leben unserer Gesellschaft auf ein paar Säulen, wie Schule, Studium, Beruf, Partnerschaft, Ehe, Kinder, Sterben. Nun werden einige sagen, dass es dazwischen auch Grautöne gibt, das ist sicherlich richtig aber die Mehrheit der Menschen richtet sich nunmal nach dem Aufbau dieser paar Säulen. Und ich frage mich, ob das so richtig und stimmig für mich ist und ob es auch das ist, was ich möchte. Gut, Schule und Beruf sind Säulen, womit man seinen Lebensunterhalt sichert aber bei Ehe und Partnerschaft geht es um Emotionalität, die man eingehen kann oder auch nicht. Ich habe kürzlich eine Freundin gefragt, warum sie das denn gemacht hat, geheiratet und Kinder bekommen. Ihre Antwort war, weil man das halt so macht. Das war für mich so erschreckend und ich habe in diesem Moment einerseits eine verachtende Haltung gespürt andererseits auch Neid. Neid, dass man einfach etwas so macht, weil es halt so ist, damit glücklich ist und es nicht hinterfragt. Dies war meine Antwort auf:
Mich verunsichert das, weil ich nunmal Teil dieser Gesesellchschaft bin und es einfach erschöpfend und schwierig ist, völlig autonom und unabhängig von den Meinungen anderer zu leben.
Ich war bisher nicht unglücklich mit meinem Leben aber im Grudne meines Herzens bin ich momentan schon unglücklich. Ich möchte schon mal ganz gerne von einem Mann geliebt werden. Aber die Männer, die ich bisher kennenlernte, waren einfach auch so in diesen vorgefertigten Strukturen verfangen (das merkt man sofort, wie jemand tickt
), dass mich das einfach total abgetürnt hat und ich meinen Schalter auf Distanz gedreht habe. Die, die mich dann nicht wollten oder nur Sex, fand ich dann total toll. Schon eine kleine Vermeidungsstrategie 
Es ist Freundschaft mit Sex.
Na ja, es gibt sicherlich alternative Empfängnismöglicheiten aber ich möchte ungern das Gesicht meiner Mutter sehen, wenn ich ihr auf die
Frage nach dem Vater ein Reagenzglas zeige
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16.05.2010, 20:20
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16.05.2010, 20:24
AW: Lebensüberlegungen
Noch eine Anmerkung:
Ich bin sehr gerne alleine. Ich mag es nicht, ständig Menschen um mich herum zu haben. Ich brauche das Alleinsein, um Kraft für den Alltag zu schöpfen. In einer "normalen" Beziehung, mit Zusammenziehen, ect. ist so etwas nicht möglich.
Noch ein weiterer Punkt:
Ich kann für mich ausschliessen, monogam leben zu wollen. Dafür mag ich die Männer zu gerne. Ich möchte mich nicht auf einen festlegen. Eine Horrorvorstellung für mich, zeit meines Lebens nur noch Sex mit einem Mann zu haben.
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16.05.2010, 22:05Inaktiver User
AW: Lebensüberlegungen
Ist doch eine klare Ansage. Was willst du denn nun eigentlich wissen?
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16.05.2010, 22:08Inaktiver User
AW: Lebensüberlegungen
Das ist Quatsch. Wirklich. Eine Beziehung kann ganz unterschiedlich gestaltet werden. Es gibt viele Leute, die das Alleinsein brauchen und trotzdem eine Beziehung haben.
Warum stehst du nicht zu dem Leben, das du führst? Wofür brauchst du Entschuldigungen und Erklärungen und Gründe, die keine sind?
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17.05.2010, 11:11
AW: Lebensüberlegungen
Was mir zu deinen Beiträgen spontan eingefallen ist: Erwachsen ist man, wenn man etwas tut, obwohl es einem die Eltern geraten haben.
Das Gefühl anders zu sein, niemals irgendwo richtig dazu zu gehören, kenne ich sehr gut. Es hat aber wenig mit den äußeren Umständen zu tun. Man kann verheiratet sein und in einem Reihenhaus leben und trotzdem frei und unabhängig im Kopf sein. Und ein spannendes Leben führen.
Oder anders gesagt: Meiner Meinung nach suchst du das Problem an der falschen Stelle, in Äußerlichkeiten. Und wirklich viel freier und unkonventioneller als deine Freundinnen mit den langweiligen Männern kommst du mir damit letztlich nicht vor. Du hast ja innerlich auch keine echte Wahl, du MUSST ja quasi alles vermeiden, was vermeintlich ins Konventionelle treibt.
Echte Freiheit im Kopf lässt einem diese Wahl.
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17.05.2010, 11:14
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17.05.2010, 12:15
AW: Lebensüberlegungen
Habe ich bisher aber irgendwie macht es mich seit geraumer Zeit, nicht mehr glücklich, als cooler Außenseiter gesehen zu werden.
Gute Frage.
Der Verdacht liegt nahe, dass mein Affärenmann deshalb interessant ist, weil er so etwas "unkonventionelles" wie "eine Affäre haben" tut aber dann hätte ich auch eine Affäre mit einem der "langweiligen" Männer meiner Freundin eine Affäre anfangen können, was mich überhaupt nicht reizte und was die wiederrum vielleicht auch nicht gemacht hätten. Andererseits hätte ich auch eine Affäre mit einem der Singlemänner in meiner Umgebung anfangen können, was mich jetzt auch nicht unbedingt reizt. Daraus ableitend würde ich schon sagen, dass es mir um den "Mann" ansich geht.
Hätte ich meinen Affärenmann nun aber wiederrum als Singlemann kennengelernt, weiss ich nicht, ob ich mich dann darauf eingelassen hätte, denn dann hätte daraus ggfs. eine Beziehung werden können, was ich, wie ich vermute, durch Aussenden subtiler Signale unbewußt zu verhindern gewußt hätte.
Wenn er freiheitsliebend ist, querdenkt, komplex gestrickt und innerlich zerissen ist
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17.05.2010, 12:37Inaktiver User
AW: Lebensüberlegungen
Sehr kluge Beiträge!
Unnormale - ich seh dein Problem auch weniger in deinem Umfeld als vielmehr in dir selbst. Du hast doch die Schere im eigenen Kopf!
Was mir noch aufgefallen ist: du schreibst, du möchtest schon ganz gerne von einem Mann geliebt werden - aber bist du selbst denn auch bereit, einen Mann zu lieben? Mit vollem Risiko? Nicht nur haben wollen, sondern auch geben können??
Wie das dann aussieht ist doch verhandelbar, wo lebst du denn?? Franziska Reventlow hat schon Anfang des 20 Jhdst mit 2 Männern gewohnt und mehrere Liebhaber und Gönner gehabt - so what? Da willst du erzählen, heut geht das nicht? Wieso??
P.S. Und wenn es danach ginge eine Beziehung zu führen wie meine Freundinnen - da hast du Recht, da wär ich auch lieber ohne Mann als wie 99% von dem was ich so sehe. Aber das kann sich ja jeder selber aussuchen! Wie man sich bettet so liegt man.Geändert von Inaktiver User (17.05.2010 um 12:40 Uhr)



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