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  1. Inaktiver User

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Hi Undine!

    mir geht es im Moment genauso! Bin auch 28, allerdings noch in den letzten Zügen meines Studiums. Alles was du beschreibst, mit dem Gefühl "stehengeblieben" zu sein im Gegensatz zu früher, kenne ich.

    Ich bin auch gerade dabei, mich "neu" zu sortieren.

    Was mir hilft:
    Alles mal aufschreiben.
    Die Dinge, die man gerne machen möchte, kreative Ideen, egal, ob umsetztbar oder nicht. Einfach mal alles in eine Liste packen. Dann ist der Kopf schon mal entleert.

    Ich habe zwar auch noch keine Lösung gefunden, fühle mich gefangen zwischen "hibbelig" vor lauter Ideen und gleichzeitiger Gelähmtheit.

    Aber ich bin mir sicher, man kann das lernen. Sich zu strukturieren.

    Das Beispiel kam ja schon. Einfach mal eine kleine Sache rauspicken und dann einfach MACHEN. Du wirst sehen, das gibt enormen Auftrieb und dann ran an die Liste, und weitermachen.

    Liebe Grüße,
    caponata

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    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Zitat Zitat von izzie Beitrag anzeigen
    Du hast also erst vor kurzem einen wichtigen Lebensabschnitt beendet, indem du dein Studium abgeschlossen hast und nun im Berufsleben stehst.

    Könnte es sein, dass dir diese Umstellung noch zu schaffen macht und dass du deine Ausbildungsphase als dynamisch und selbstbestimmt, das Arbeitsleben aber eher als statisch und fremdgesteuert empfindest?

    Hast du in deinem Beruf Entwicklungs-/Weiterbildungsmöglichkeiten?

    Oder hast du im Moment so ein Gefühl nach dem Motto "Soll das jetzt alles gewesen sein?"

    Nur so ein paar Denkanstöße.
    Diese Antwort möchte ich unterstreichen, weil sie wahrscheinlich den Kern des "Problems" trifft.
    Dazu auch ein paar Gedanken von mir, die ich vor einem Jahr bereits pensioniert wurde, also den größten Lebensbatzen schon hinter mir habe.

    Ich habe festgestellt, dass die Zeiten der Entwicklung auf ein Ziel hin die spannendsten sind, weil alles offen ist und die Zukunft verlockend aussieht.
    Viele Menschen fallen nach dem Erreichen eines Ziels in ein tiefes Loch, weil es nicht die Euphorie und den Lustgewinn vermittelt, den man sich erhoffte.
    Nur am Anfang, dann flacht es ab.
    Das ist selbst bei immens erfolgreichen Menschen der Fall!

    Til Schweiger sagte mal in einem Interview, als er gefragt wurde, wie er sich bei seiner unglaublichen Karriere denn fühle:
    Gut, sicher, aber nichts käme der Euphorie, ja Ekstase gleich, die er empfand, als er in der "Lindenstraße" direkt nach der Schauspielschule eine kleine Rolle bekam. Nie wieder sei er so glücklich gewesen.

    Bei einem Studium, nach Diplom oder auch Promotion, musst du dich einrichten im Berufsleben, da gibt es dann kein direktes Ziel mehr, so, wie du es vorher hattest.
    Such dir neue Ziele, anders geht es nicht.

    Wahrscheinlich macht sich auch eine gewisse Ernüchterung breit, weil ein Studium immer interessanter ist - auch mit all den Begleiterscheinungen, die es mit sich bringt - als anschließend die Berufsausübung.

    Auch eine Beziehung ist seltenst optimal - selbst eine optimale - es gilt, wie im Beruf, sich darin einzurichten.

    Vielleicht erwarten Jugendliche heute auch zuviel, ich kann das nicht so recht beurteilen.
    Aber ich kenne das Gefühl der Stagnation, vor allem, wenn man älter wird und das wird jeder.

    Wir wollen ja im Grunde alle das pralle, volle, wunderbare Leben!
    Für uns soll's rote Rosen regnen - wie Hilde Knef so wunderbar sang, aber das klappt eben nicht durchgehend.
    Trotzdem... ich sage gern, dass das Leben voller Überraschungen ist und du hast noch so viel Spielraum!

    LG
    Lalique
    Do what makes your heart sing

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    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    @ Undine
    Es mag sich vielleicht bescheuert anhören, aber ich wünschte mir, ich wäre jemand besonderes oder berühmtes, ein Vorbild, jemand zu dem viele Menschen aufschauen, einer mit genialen Ideen... kennt ihr ja vielleicht auch, solche Tagträume?
    Gleichzeitig merke ich aber, wie ich mich durch diese Traumwelt von der Realität distanziere. Ich gehe noch zur Arbeit und so, aber ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie sonst, sehr in mich gekehrt, kann nicht angemessen auf mein Umfeld reagieren. (Z.B. bleibt mir ab und an die Stimme weg, schlechte Körperhaltung usw.)
    Vielleicht lese bzw. schaue ich zu viele Modemagazine, Fernsehen, wo es ständig nur um die tollen, reichen, schönen Menschen geht. ?!

    Manchmal habe ich auch das Gefühl, als ob da noch viel mehr in mir schlummert, ein kleines, wildes Tier sozusagen, was eventuell so genial oder kreativ ist, sich einen Namen in dieser Welt zu erkämpfen. Aber irgendwie weiß ich auch, dass ich dafür meine Sicherheiten opfern müßte (was mir Angst macht bei der Wirtschaftslage)...

    Und je mehr ich darüber nachdenke, desto nörgeliger werde ich meiner Umwelt gegenüber. Finde nichts mehr schön, sehe vor allen Dingen die schlechten Seiten. Insbesondere, wenn mir in der Realität auch noch der ein oder andere Stein vor die Füße geschmissen wird.
    Damit unterstellst Du, dass es Menschen, die berühmt sind oder ein glamouröses Leben führen, automatisch besser geht als Durchschnittsmenschen. Wenn Du Deine Zeitschriften aufmerksam liest, dann wirst Du feststellen, dass diese Menschen mit sehr ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie der Rest der Menschheit in der Ersten Welt: Auch sie haben berufliche Misserfolge, Schaffenskrisen und altern irgendwann.

    Hör auf, Dein Leben an dem der Schönen und Reichen zu messen, damit machst Du Dich nur unglücklich und wertest Deine eigenen Lebenschancen ab.

    Du bist gerade mit Deinem Studium fertig, d.h. Du musst Deinen Platz in der Wirtschaft noch finden. Heute bedeutet ein Hochschulabschluss noch lange keine Garantie auf einen Arbeitsplatz, und so kann es sein, dass Du Dich im Laufe Deines Berufseinstiegs von ein paar Berufsträumen verabschieden musst.

    Das ist aber noch lange kein Grund, das mittelmäßige Leben einer unkreativen, uninspirierten und frustrierten Frau zu führen. Du hast ja noch Deine Freizeit, wo Du das Tier in Dir rauslassen kannst, Deine Kreativität und Genialität unter Beweis stellen kannst. Wenn Du das mit einem sicheren, wenn auch etwas langweiligen Brotjob kombinierst, ist das nicht das Schlechteste.

    Ich weiß nicht, wie hoch Dein Sicherheitsbedürfnis ist, aber heute ist man schneller in der Armutsfalle, als man denkt. Ich habe eine promovierte Bekannte, die überall von Unis tolle Aufträge hat, aber nie wurde bisher eine Festanstellung draus. Die Frau ist 40, gut qualifiziert – und lebt von HartzIV. Da bin ich froh, dass ich mich damals gegen eine Promotion und für einen bodenständigeren Berufseinstieg entschieden habe. Ich stehe finanziell weit besser da als sie.

    Ich will Dir nicht davon abraten, Deine Träume auch beruflich zu verfolgen. Ich möchte Dir nur vermitteln, dass Du auch ein glückliches, zufriedenes Leben führen kannst, ohne eine berufliche Überfliegerin zu sein.

    In welchem Bereich möchtest Du denn gerne kreativ und genial sein? Reservier Dir dafür Zeit, trotz Bemühungen um den Berufseinstieg! Du brauchst einen Ausgleich für Dein Selbstbewußtsein, wenn Du Dich jetzt auf Jobsuche begeben musst, denn da wirst Du nach harten Kriterien beurteilt.

    Ich glaube, du brauchst gerade viel Anerkennung. Verschaffe Dir also in Deiner Freizeit entsprechende Erfolgserlebnisse, indem Du das machst, was Du gut kannst - und lass Dich dafür bewundern. Soviel Glamour sollte für Dich drin sein. Und lass auch nicht zu, dass Dein Hochschulabschluss durch Absagen bei der Jobsuche abgewertet wird. Du hast in Deinem Leben bereits was Beachtliches geleistet, auf das Du stolz sein kannst!

    Bei manchen Leuten ist aus dem Hobby übrigens auch irgendwann ein Beruf geworden. Es ist jedoch leichter, so einen Umstieg zu schaffen, wenn man dabei nicht gleich vor Problemen der Existenzsicherung steht.
    Geändert von Latona (11.05.2010 um 15:20 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  4. User Info Menu

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Hallo Undine,

    ich hatte diese Phase auch. Ich hatte alles (von außen betrachtet) und tief drinnen war ich sehr unglücklich. Und einsam.

    Wie du wollte auch ich jemand Besonderes sein und hatte große Probleme mit der eigenen Mittelmäßigkeit.

    Was man sucht, wenn man einer der Großen sein möchte, ist Anerkennung. Und der Irrglaube bei dem Ganzen ist, dass Anerkennung von außen glücklich macht. Denn das tut sie nicht. Das Einzige, was man wirklich braucht, ist die Eigenliebe, und die eigene Anerkennung.

    Als ich das verstanden hatte, ging's aufwärts. Ich habe zu mir selber gefunden. Tue Dinge, die mich erfüllen. Bleibe bei mir selbst.

    Und das geht .
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  5. Inaktiver User

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    @ all

    Vielen Dank für die vielen Antworten.

    Ich konnte mich in euren Beiträgen sehr gut wiederfinden. Ein paar Mal habe ich das Wort "Herausforderungen" gelesen und war dabei wie "elektrisiert".
    Es stimmt, ich habe das Gefühl, dass ich in einem Einheitsbrei versacke und gar nichts mehr auf die Reihe bekomme. Möglicherweise brauche ich einfach ein bisschen "mehr", um in die Gänge zu kommen und etwas zu realisieren. Früher war es das Studium, die Abschlussprüfungen und andere unisversitären "Verpflichtungen", die mich entsprechend auf Trapp gehalten haben.

    Mittlerweile - so habe ich euch verstanden - liegt es an mir, entsprechende Ziele zu suchen. - Und zu realisieren. Also Dinge, die mir Spass machen und wo ich irgendwie "gut" drin bin.
    Ich werde versuchen, das zu beherzigen und umzusetzen. Allerdings bin ich darin noch nicht so erfahren. --- Konkret könnte ich mir vorstellen, dass ich Geschichten schreibe oder Bilder male. - Aber wie kann ich das dann auch an den Mann bzw. unter die Menschen bringen?!
    Bin auch etwas verunsichert, weil es so viele Leute gibt, die das machen. Also warum sollte gerade ich darin besonders gut sein?! - Aber es macht mir Spass, insbesondere das Malen.

    Freue mich über Anregungen und Hinweise!

  6. Inaktiver User

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen

    Das ist aber noch lange kein Grund, das mittelmäßige Leben einer unkreativen, uninspirierten und frustrierten Frau zu führen. Du hast ja noch Deine Freizeit, wo Du das Tier in Dir rauslassen kannst, Deine Kreativität und Genialität unter Beweis stellen kannst. Wenn Du das mit einem sicheren, wenn auch etwas langweiligen Brotjob kombinierst, ist das nicht das Schlechteste.

    Ich weiß nicht, wie hoch Dein Sicherheitsbedürfnis ist, aber heute ist man schneller in der Armutsfalle, als man denkt. Ich habe eine promovierte Bekannte, die überall von Unis tolle Aufträge hat, aber nie wurde bisher eine Festanstellung draus. Die Frau ist 40, gut qualifiziert – und lebt von HartzIV. Da bin ich froh, dass ich mich damals gegen eine Promotion und für einen bodenständigeren Berufseinstieg entschieden habe. Ich stehe finanziell weit besser da als sie.
    Hallo Latona,

    das was du da schreibst ist mitnichten vielleicht ein Lebensentwurf, der sich auf finanzieller Sicherheit beruft, nicht jedoch auf inhaltliche Dinge. Findet es deine Bekannte denn auch schlimm so zu leben, oder hat sie daraus bisher auch Vorteile gezogen, die sie aus Geld niemals hätte ziehen können? Ist sie ein Beispiel für viele?

    Oder gibt es noch was anderes. Weißt du ich habe ein Diplom in Kunst. Also eigentlich ein Diplom in Hartz 4 wie Leute es landläufig nennen würden. Erst gestern habe ich wieder in erstaunte Gesichter geschaut, als ich haarklein jemanden erklären musste wie zum Teufel man denn davon Leben kann und der sich auch noch herzhaft wunderte, dass sehr viel mehr Leute gibt die so leben und garnicht mal schlecht.

    Den größten Fehler, den man begehen kann ist seine Interessen outzusourcen. Denn wenn man es richtig anstellt und nicht auf den Hinterkopf gefallen ist, dann werden eben diese Interessen zum Motor für eine Menge Energie sich zu engagieren und den Job nicht als simple Maschine auszuführen.

    Den das ist der wahre Fehler den die Leute machen, sie suchen sich einen Job, der irgendwie Geld einbringt, was sie dann in der Freizeit wieder in missmutige Erlebnisgesellschaft wieder hineinpunpen.

    Ist das alles?

    Ich will Dir nicht davon abraten, Deine Träume auch beruflich zu verfolgen. Ich möchte Dir nur vermitteln, dass Du auch ein glückliches, zufriedenes Leben führen kannst, ohne eine berufliche Überfliegerin zu sein.
    Um das wirklich zu tun, muss man Inhalte und Prioritäten formulieren können und ein paar Mal auf die Nase gefallen sein um zu merken, welche Prioritäten man trotz roter Nase noch oben halten kann.

    Es ist nur Falsch sich an den Rat anderer Leute zu halten. Sicherheitsbedürfnis vs Risiko (jeder Erfolgreiche in egal welchem Sektor hat mindestens 300 gute Ratschläge aus dem Wind geschlagen)

    Da fängts nur an kribbelig zu werden: bin ich wirklich risikobereit, kann ich einfach alles hinschmeißen, kann ich widersprechen?


    Bei manchen Leuten ist aus dem Hobby übrigens auch irgendwann ein Beruf geworden. Es ist jedoch leichter, so einen Umstieg zu schaffen, wenn man dabei nicht gleich vor Problemen der Existenzsicherung steht.
    Die Kunst besteht darin es von vorne herein als Beruf zu sehen und nicht als Hobby abzutuen.

    @ Undine

    Mach mal eine Bestandsaufnahme, von deinem wilden Tier. Wo kannst du es rauslassen, sei es nur in winzig kleinen Dingen. Mach dich schlau, red mit älteren Leuten aus den verschiedensten Berufen, schau dir ihre Werdegänge an, du wirst viele Querschläger und irrwitzige Zufälle antreffen. Vielleicht auch einen Mentor, der dich ein bisschen unterstützt, dir in ein Voluntariat, eine Stelle oder so verhilft, an die du bisher noch nie gedacht hast.

    Die wenigsten Stellen findet man in der Zeitung, die Interessantesten Inhalte liegen oft auf der Straße.

    Wünsch dir viel Glück und vor allen Dingen Spaß an der Sache!

    Ohne den gehts nämlich nicht!

  7. User Info Menu

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    @ Undine
    Konkret könnte ich mir vorstellen, dass ich Geschichten schreibe oder Bilder male. - Aber wie kann ich das dann auch an den Mann bzw. unter die Menschen bringen?!
    Bin auch etwas verunsichert, weil es so viele Leute gibt, die das machen. Also warum sollte gerade ich darin besonders gut sein?! - Aber es macht mir Spass, insbesondere das Malen.
    Für Geschichten reicht bereits ein Internetforum, es gibt sogar hier Stränge, wo User ihre Geschichten veröffentlichen. Schau mal ins Schreiberling-Forum: http://bfriends.brigitte.de/foren/schreiberling-forum/

    Eine andere Möglichkeit ist, dass Du Dich mit anderen Leuten zusammen tust, Freunden oder Leuten, die Du über eine Anzeige suchst, und mit denen einen Literaturkreis machst, wo Ihr eigene Sachen vorlest. So kriegst Du schon mal ein erstes Feedback.

    Was das Malen angeht: Ich weiß nicht, wo Du wohnst, wenn es Berlin ist, dann hätte ich einen Extra-Tipp für Dich. Ansonsten gibt es in Deinem Wohnort doch sicher ein paar nette Kneipen. Da müsstest Du zum Wirt Kontakt aufnehmen – besser ist es, wenn der bereits besteht – und fragen, ob Du ein paar Deiner Bilder in seiner Kneipe aufhängen darfst. Ihr könntest zusammen sogar eine Vernissage veranstalten, da habt Ihr beide was davon: Er macht mehr Umsatz, und Du machst Deine Bilder und Dich bekannt.

    Vor diesem Schritt solltest Du Dir jedoch am besten noch von jemandem, der Dir nahesteht, ohne deshalb unkritisch zu sein, ein Feedback zu Deinen Bildern abholen.

    Vielleicht findest Du auch ein Internetforum, wo Du Deine Bilder hochladen und Dir so Feedback holen kannst. Für Fotos gibts das.


    @ Farmelli
    das was du da schreibst ist mitnichten vielleicht ein Lebensentwurf, der sich auf finanzieller Sicherheit beruft, nicht jedoch auf inhaltliche Dinge. Findet es deine Bekannte denn auch schlimm so zu leben, oder hat sie daraus bisher auch Vorteile gezogen, die sie aus Geld niemals hätte ziehen können? Ist sie ein Beispiel für viele?
    Ich will ein Leben mit wenig Geld überhaupt nicht abwerten. Ich hatte selbst sehr lange Zeit in meinem Leben sehr wenig Geld zur Verfügung und habe gelernt, mir trotzdem Lebensqualität zu schaffen. Dafür darf man sich natürlich nicht in Kreisen bewegen, wo Konsumgeierei und das Protzen mit Statussymbolen an der Tagesordnung sind.

    Ja, ich bin sicher, dass meine Bekannte darunter leidet, dass ihr die finanzielle Anerkennung für ihre Arbeit fehlt! Sie arbeitet sehr viel, aber dennoch wird ihr vermittelt, ihre Ausbildung und diese Arbeit seien es nicht wert, so bezahlt zu werden, dass sie davon leben kann.
    Den größten Fehler, den man begehen kann ist seine Interessen outzusourcen. Denn wenn man es richtig anstellt und nicht auf den Hinterkopf gefallen ist, dann werden eben diese Interessen zum Motor für eine Menge Energie sich zu engagieren und den Job nicht als simple Maschine auszuführen.

    Den das ist der wahre Fehler den die Leute machen, sie suchen sich einen Job, der irgendwie Geld einbringt, was sie dann in der Freizeit wieder in missmutige Erlebnisgesellschaft wieder hineinpunpen.

    Ist das alles?
    Ich finde nicht, dass das zwangsläufig ein Fehler sein muss. Es ist ein Modell für Menschen, die nicht gut mit finanzieller Unsicherheit leben können, aber dennoch kreativ sein wollen. Ich gehöre dazu. Nicht jeder ist bereit, für seinen Traum (gleich) alles zu riskieren. Das sollte man respektieren.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  8. Inaktiver User

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    @ Latona und Farmelli

    Ich danke euch beiden für eure Beiträge. Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können, genau DAS ist es nämlich, was mir derzeit durch den Kopf geht. Die Frage nach dem Ausleben der Bedürfnisse und der finanziellen Sicherheit.

    "Outsourcen" von Interessen hat Famelli das so präzise genannt. Genau das habe ich die letzten Jahre bis zur Perfektion betrieben. Bis zum 21 LJ habe ich recht viel und häufig kreativ probiert und gemacht, dann aber ein Studium begonnen, das damit gar nichts zu tun hat. Nach und nach ist meine kreative Ader eingeschlafen und ich habe mich immer damit beruhigt: mach das Studium zuende, dann wird das schon wieder. Jetzt ist das Studium seit einem Jahr vorbei und ich mache immer noch nichts.

    Ich weiß auch, glaube ich, woran das liegt. Ich trau mich einfach nicht. Schon früher war das so, dass ich meine Bilder kaum jemandem gezeigt habe und wenn, dann war das immer super aufregend für mich. Ich habe nie schlechte Kritiken bekommen, aber mir war das einfach zu persönlich. Deswegen habe ich auch nicht angefangen etwas Kreatives zu studieren.
    Vielleicht hätten ein paar Anstupser von außen damals Wunder bewirkt, aber die gab es leider nicht. Mittlerweile fühle ich mich zu "alt" und zu gesettelt, als dass ich nochmal ein Studium im kreativen Bereich beginnen sollte. Trotzdem fühle ich manchmal so, als ob allein DAS der Weg wäre, mich aus meinem Dornrößchenschlaf zu wecken.
    Und dann frage ich mich wieder, warum ich -wenn das so wichtig für mich ist- nicht schon jetzt/heute damit anfange z.B. zu malen, zu fotographieren oder so. Ein kleiner Teufelskreis.

  9. User Info Menu

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Liebe Undine,

    wenn Du Dir als Malerin einen Namen machen willst, und sei es nur als Hobbymalerin, dann musst Du damit an eine Öffentlichkeit gehen, egal, wie begrenzt die ist! Du kannst nicht Deine künstlerischen Arbeiten im Schrank verstecken, weil sie Dir zu persönlich sind, und dann aber die Anerkennung der Außenwelt als Malerin wollen.

    Du brauchst auch nicht notwendigerweise eine Ausbildung an der Kunsthochschule, um als Malerin erfolgreich zu sein. Was Du brauchst, ist Vertrauen in die bestehende Qualität Deiner Arbeiten, die Du sicherlich noch verbessern kannst, z.B. durch Maltechnikkurse.

    Denk nur an Frida Kahlo: Sie ist eine der berühmtesten Malerinnen des 20. Jh., sie war weitgehend Autodidaktin, und ihre Bilder sind seehr persönlich!

    Grüße von Latona
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  10. Inaktiver User

    AW: Mir geht´s nicht gut, obwohl´s mir gut geht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und dann frage ich mich wieder, warum ich -wenn das so wichtig für mich ist- nicht schon jetzt/heute damit anfange z.B. zu malen, zu fotographieren oder so. Ein kleiner Teufelskreis.

    Ich glaube, du machst dir da unheimlichen Erfolgsdruck. Schon alleine das hemmt.
    Warum fängst du nicht erstmal wieder für dich, und nur für dich an, zu malen? Einfach machen!
    Und dann mal schauen?

    Liebe Grüße,
    caponata

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