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  1. Inaktiver User

    Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Um es vorweg zu nehmen: Ich bin gerade in Behandlung wegen Depressionen, BurnOut nach Mobbing und der Weg einer Therapie ist kein Spaziergang, animiert ständig zum Nachdenken.

    Lese ich all meine Texte hier in der BriCom mal grob durch so fällt mir auf, dass ich nur hier z. B. etwas über meine Emotionen schreiben kann.

    "Draußen" im Leben ist es tatsächlich so, dass ich im Laufe der Jahre gelernt hat, stets vernünftig zu reagieren, zu agieren. Emotionen sind was ganz Privates und vor allem ein Zeichen von Schwäche (so dachte ich bisher). Emotionen habe ich sogar sehr stark wahrgenommen, aber niemand ist wirklich näher ran gekommen, selbst in der Therapie hat es extrem lange gedauert.

    Etwas erschrocken denke ich darüber nach, wann und warum dieser doch schwer durchbrechbare Schutzwall aufgebaut wurde. Es ist nachvollziehbar, dass ich auf Dauer dieser eigenen Unterdrückund nicht stand halten konne, aber bisher war diese "Mauer" ein Teil meiner Persönlichkeit. Noch immer reagiere ich mit voller Abwehr, wenn ich auf einen "emotionalen Ausbruch" hingeführt werden soll, ich kann auch nur ganz schlecht weinen, weil die Beherrschung noch immer sehr besitzergreifend ist.

    Es ist so schwierig, einen Wesenszug (?)an sich zu verändern und ich verliere immer wieder die Hoffnung. Muss ich ihn ändern? Ich ich sollte es tun, um gesund zu werden, aber wie? Meine Emotionen machen mir Angst und die Stimmung kippt dann bei mir ganz schnell, ich reagiere von einer Sekunde auf die andere sehr sachlich.

    Kennt das einer von Euch und hat einen Weg gefunden?
    Sollte dieses Thema besser in Psychotherapie passen o. ä.- bitte ich um Verschiebung. Bisher habe ich gehört, dass es ein Teil der Persönlichkeit wäre, die sich z. B. durch Erziehung und Erfahrung so entwickelt hätte - und jetzt kommt ein Änderunsprozess.

    Anima

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    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kennt das einer von Euch und hat einen Weg gefunden?
    Sollte dieses Thema besser in Psychotherapie passen o. ä.- bitte ich um Verschiebung. Bisher habe ich gehört, dass es ein Teil der Persönlichkeit wäre, die sich z. B. durch Erziehung und Erfahrung so entwickelt hätte - und jetzt kommt ein Änderunsprozess.
    und WIE gut ich das kenne! Der Text hätte genauso von mir sein können. Ich bin genauso überrational und habe Angst vor zu viel Emotionen - dabei war ich früher das Gegenteil!
    Ich habe als Kind und dann auch später immer Ärger bekommen, wenn ich emotionale Ausbrüche (negative) hatte. Die haben nachgelassen, aber auch die positiven, die wirkliche Freude, Liebe, Spaß. Ich fühle mich manchmal emotional ganz leer und reagiere, weil ich mich an die Gefühle noch erinnere, aber nicht, weil ich sie tatsächlich spüre.
    Bin auch in Therapie und meine Thera verzweifelt an mir, weil ich, sobald Emotionen hochkommen, immer sage: Wozu soll das denn jetzt gut sein.
    Was mir aber geholfen hat, war ein Rat: Mich in das reinzufühlen, was ich mir wünschen würde.

    Alelrdings habe ich echt eine Riesendistanz zu meinen Gefühlen und auch mich macht das ganz wahnsinnig.

    Das einzige Gefühl, das noch durchzukommen scheint, ist gelegentlich Angst vor etwas. Und das ist ja ein Gefühl, auf das man auch gut verzichten könnte :-/

    Werde heute wieder in der Therapie über das Thema reden, mal schauen, was für neue Erkenntnisse da kommen!
    Dir auch viel Erfolg auf deinem Weg!

  3. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Gestalttherapie und Bioenergetik können hier recht effektiv sein, sowie die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind (Bücher als Einstieg).

  4. User Info Menu

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Hm, ich bin eigentlich mit meiner aktuellen Therapie ganz zufrieden... Was ist denn der Unterschied zu Gestalttherapie? Und was genau bedeutet Bioenergetik? Hättest du denn Bücherempfehlungen?

  5. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Gestalttherapie (Auszug aus Wikipedia)

    Das Konzept des Gewahrseins

    Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (deutsche Übersetzung oft auch: Bewusstheit; der englische Begriff lautet „awareness“) aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen des Klienten. Der Klient soll dadurch in die Lage versetzt werden, seine Kontaktstörungen als solche zu erkennen und zu erleben, die ihn daran hindern, mit seiner Umwelt in einen befriedigenden Austausch zu treten. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und der Wahrnehmung derselben soll es dem Klienten ermöglicht werden, seine Kontaktstörung zu überwinden.

    Bewusstheit bzw. Gewahrsein kann sowohl eine absichtslose, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, als auch eine mehr gerichtete Form der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit bezeichnen, und sich auf alle Phänomene der Wahrnehmung und des Erlebens richten. Daraus folgt eines der wichtigsten Arbeitsprinzipien der Gestalttherapie, das Prinzip des Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation, auch die zwischen Klient und Therapeut, wird als der entscheidende „Ort“ betrachtet, wo Veränderung geschieht. Vergangenheit und Zukunft kommen auch in dieser gegenwärtigen Situation ins Spiel: z. B. als Erinnerung oder als Planung. Methodisch geschieht die Förderung des Gewahrseins u. a. durch die direkte Rückmeldung des Therapeuten oder durch den Einsatz von Übungen, oder von Experimenten, die aus der konkreten Therapiesituation heraus entwickelt werden.

    Bioenergetik ( Auszug aus Wikipedia)

    Bioenergetische Analytiker versuchen, die Klienten über verbale Kommunikation, Anleitung zu Körperaktionen (Atmung, Bewegung, Haltung) und direkte Interventionen am Körper (Berührung, Druck, Zug) in Kontakt zum Körper zu bringen und über die körperliche Empfindung die Wahrnehmung der Gefühle unter dem Beziehungsaspekt zu verdeutlichen. Die bewusste körperliche Fühlbarkeit von emotional-geistigen Inhalten wird von den Anhängern der bioenergetischen Analyse als wesentlicher Faktor der Integrierbarkeit von Erkenntnissen in den gelebten Alltag angesehen.

    Heute arbeiten Bioenergetische Analytiker (BA) meist in regelmäßigen therapeutischen Einzel- und/oder Gruppensitzungen, aber auch in Selbsterfahrungs-Workshops oder VHS-Kursen.


    Buch: Bioenergetik (Alexander Lowen)

    Buch: Aussöhnung mit dem inneren Kind (E.Joppich/M.Paul)

    CD: Dem inneren Kind begegnen (Luise Reddemann)
    Geändert von Inaktiver User (28.04.2010 um 13:00 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Hallo Anima,

    zuerst mal- Du bist wie Du bist- einfach RICHTIG

    Emotionen- sind ein grosses Gut in uns und wenn wir das anfangen zu verdecken, dann liegt der Grund ganz einfach darin- daß man nicht verletzt werden will.

    Die Ursache für alles- liegt also in vermutlich vielen Verletzungen, die dazu geführt haben, daß Du zu "zumachst".

    Der Kopf mit seinem logischen Denken- ist eine wunderbare Sache und hilft uns im Leben sehr.
    Aber- der Kopf entscheidet nunmal nach Gedanken und diese müssen nicht in Übereinstimmung mit unserer Seele sein.

    Ab diesem Zeitpunkt....fangen wir an uns zu "verbiegen".
    Wir arbeiten gegen uns.....- und lang genug sowas gemacht....wird man krank.

    Es geht also darum.....einen Mittelweg zu finden.

    Der Weg zu den Gefühlen ist sicherlich schwierig für Dich.
    Und ich denke- ein Therapie, die über den Kopf läuft......wird Dir da nur bedingt weiterhelfen.
    Denn Dein Kopf wird Dir immer logische Gründe bringen, warum es gerade nicht viel Sinn macht Dich einzulassen.

    Ich glaube- der erste Weg zu Gefühlen ist das Ansehen von sich selber.
    In ganz kleinen Schritten.......was tut mir jetzt gut? wie fühle ich mich??
    Kann ich was verbessern gerade??

    Und so doof es klingt......sich beim Zähneputzen mal anders hinstellen.....eine Vase umstellen....zwei Bilder ansehen (eines bunt eines schwarz-weiss) und wirken lassen, einfach mal an sich erfahren, was einem mehr zusagt......

    Ich bin kein THerapeut und habe daher auch keine Ahnung, wie genau die ganzen Wege aussehen können, aber es fängt sicher mit der Achtsamkeit auf sich selber an.....

    Eines darfst Du nicht vergessen......Du hast keine Übung darin Deine Gefühle "zuzulassen"- deshalb wird es schnell Angst machen.
    Daß Du dann zumachst......ist wieder ganz normal.

    Wenn Du Tiere liebst.....ein Tier hast......vielleicht Kinder......dann kannst Du dort sehr schnell mal fühlen,wie sich Liebe anfühlt......und die einfach durch Dich durchfliessen lassen......- auch das wäre sicher ein Anfang....

    Setz Dich auf jeden Fall NICHT unter Druck!
    Du bist richtig so wie Du bist und jetzt nur dabei Deine ganzen Fähigkeiten mal auszuprobieren.
    Ein toller Weg......auf den Du Dich ruhig einlassen kannst- denn das alles bist DU und Du hast sehr viel IN Dir.......

    viel Glück und Kraft
    kenzia

  7. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    *Schwitz*, also bin ich nicht alleine.

    Die Theapie ist nicht kopfgesteuert, sondern vielmehr das Gegenteil.

    Auch bei mir ist die Angst ein großes Problem, sobald diese auf taucht, klappe ich um in rationales Denken und versenke alle Emotionen, auch die guten leider.

    Alle Therapie hat auch ein Ende -

    @Bea - ja genau, auch bei mir ist das so. Ich sollte lernen, den Emotionen Raum zu geben. Ging nicht, statt dessen habe ich sportlich gepowert. Es stimmt auch bei mir: Ich habe gelernt, mich in Beherrschung. Mir ist erst später bewusst geworden, dass ich auch die postitiven Emotionen "beherrscht" habe.

    @lalunanubia
    Das ist ein interessanter Hinweis.Ich brauche allerdings ein wenig, um mich da durch zu lesen, da ich noch ein wenig Konzentrationsstörungen habe. Bzgl. Gestaltungstherpie - so richtig konnte ich auch da nicht raus, zu perfektionistisch.

    @Kenzia
    Genau, der Mittelweg, der ist das Problem. Ich hinke entweder auf der einen oder auf der anderen Seite. Geduld - ertappt, auch ein Problem.

    Im Augenblick fühle ich mich, als würde ich in einer ganz anderen Welt leben. Wie eine Prinzessin auf der Erbse, sobald die Erbse pieckt, kommt die Power-Ratio, aber nicht wirklich ich.

    Anima

  8. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Kennt das einer von Euch und hat einen Weg gefunden?


    Anima
    ja, ich kenn das zu genüge! ich war immer, zeit meines lebens, ernst, verantwortungsbewusst, reif, taff etc.

    den weg den ich fand, war in erster linie mich mit dem teil in mir auszusöhnen, den vorteil darin zu sehen. ich bin verlässlich zb. ist doch schön

    irgendwann kam eine änderung, das waren die 3 jahre bevor ich aus meiner ehe ging, ich litt, hatte keine kraft mehr, wurde kurzatmig, bekam rheuma (muskuläres), war grundlos wütend, ungerecht etc.

    das fröhliche mädchen, das unvernünftige wesen in mir wollte raus und konnte nicht, es drängelte aber an die oberfläche und das konnte mein exmann nicht mehr stützen, er brach zusammen und die scheidung kam (von ihm aus). ich war ja immer stark und stützte ihn, als ich nicht mehr konnte, ging alles den bach runter.

    in meiner neuen beziehung darf ich die emotionale sein, muss nicht stark sein (darf aber), darf weinen, werde gestützt.

    ich glaube das war der kanal der da geöffnet wurde. ich werde nie die partymaus sein, die unvernünftigerweise um 04.00 uhr ins bett geht wenn sie früh morgens raus muss, ich werde nie gänzlich unbeschwert sein, und gänzlich leicht im wesen.

    aber ich nähere mich ein wenig dem an.

    hoffe es war nicht zu verwirrend geschrieben

    lara

  9. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Liebe Anima!

    Wie wäre es, wenn Du die Angst dann einfach mal DA sein lässt???

    Angst- ist auch ein Gefühl.....und gehört zum Leben einfach dazu!
    Wenn Du sie spürst......wenn Du dann dicht machst.....versuche doch diese Angst ruhig einmal wahrzunehmen....

    Denn DANN kannst Du ruhig mit Deinem Kopf kommen......der dann sagen kann, daß gerade KEINE GEfahr besteht, wenn Du zB beim Therapeuten sitzt und der doch nur Dein Bestes will!

    DU bist das alles schon.....nur halt noch nicht einheitlich!!

    Vielleicht.....musst Du Dir die Situationen ansehen, die Dir wirklich viel Verletzung gebracht haben.
    Musst da nochmal hingehen......das aushalten...nun auf der Position, daß Du ja "nebendran" stehen kannst und Dich selber auffangen, denn Du bist ja nicht wirklich IN der Situation.

    Sowas- wird ja in Therapien gemacht......-- und oft lösen solche Sachen sehr viel in einem.....-- man kann loslassen......

    kenzia

  10. Inaktiver User

    AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Anima!

    Wie wäre es, wenn Du die Angst dann einfach mal DA sein lässt???

    Angst- ist auch ein Gefühl.....und gehört zum Leben einfach dazu!
    Wenn Du sie spürst......wenn Du dann dicht machst.....versuche doch diese Angst ruhig einmal wahrzunehmen....

    Und vor allem anzunehmen! Sei Deine eigene Mutter die das ängstliche Kind auf den Schoß nimmt. Geh ins Mitgefühl!

    Denn DANN kannst Du ruhig mit Deinem Kopf kommen......der dann sagen kann, daß gerade KEINE GEfahr besteht, wenn Du zB beim Therapeuten sitzt und der doch nur Dein Bestes will!

    DU bist das alles schon.....nur halt noch nicht einheitlich!!

    Vielleicht.....musst Du Dir die Situationen ansehen, die Dir wirklich viel Verletzung gebracht haben.
    Musst da nochmal hingehen......das aushalten...nun auf der Position, daß Du ja "nebendran" stehen kannst und Dich selber auffangen, denn Du bist ja nicht wirklich IN der Situation.

    Sowas- wird ja in Therapien gemacht......-- und oft lösen solche Sachen sehr viel in einem.....-- man kann loslassen......

    kenzia
    ....

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