Ich hatte heute einen Rückfall - Fassade voll ausgefahren - ich konnte eine Therapeuten nicht ...und habe meine Defensive Vernunft in voller Höhe ausgefahren.
Melde mich noch bezgl. der Antworten von Euch, ich muss erst einmal etwas verkraften, mein eigenes Verhalten.
Anima
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Ergebnis 11 bis 18 von 18
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29.04.2010, 15:52Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
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30.04.2010, 19:11Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
Sei nicht so streng mit Dir!
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30.04.2010, 21:29Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
Hallo Anima!
Ich hoffe, es geht Dir heute wieder etwas besser...
Ich finde, Du bist auf einem soo guten Weg!
Bisher hast Du Deine Energie nur für diese Defensive genommen....und jetzt bist Du schon soweit, daß Du das wahrnimmst!
Du entwickelst nun viel mehr Energie!
Die Energie, Dich anzusehen.....Dich genauer wahrzunehmen.....und vielleicht braucht es jetzt auch genau diesen Frust, damit Du weitermachst!
Du hast alles in Dir.....und Du wirst den Weg ganz zu DIR finden!!!!
Lass zu......den Frust, die Angst.....und auch, wenn Du es nicht sehen kannst weil es Dir sicher gerade sehr schlecht geht....-- das alles...ist wirklch gut für Dich!!
viel Kraft und ein aufmunterndes Lächeln...
kenzia
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30.04.2010, 22:45Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
- Auf den Punkt gebracht: Kraft für die Defensive.
Ich wurde gefragt, warum ich mich denn für alles rechtfertigen würde. Mir war das gar nicht bewusst!!! Das, was ich gestern erlebt habe, das war wie eine Wiederholung einer großen Kränkung, die ich wohl nie im Leben vergessen werde.
Manchmal frage ich mich, wie lange das noch dauern wird, bis endlich alles "draußen" ist, bis ich auf dem Weg zu mir selbst bin.
In dem Kampf ist alles dabei: Wut, die gegen sich selbst gerichtet ist, Panikattacken, Phasen tiefster Trauer...und eben immer wieder völlige Kehrtwende in die Vernunft, als wären zwei Menschen in einem (ich habe aber keine Persönlichkeitsstörung, bin "nur" als depressiver Mensch traumatisiert und ausgebrannt).
Ist es die Chance, aus diesen zwei Menschen einen werden zu lassen? Mit sich selbst in Frieden zu leben? Wäre schön.
Anima
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01.05.2010, 08:45Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
Liebe Anima!
Du bist doch schon längst auf dem Weg zu Dir!!
Hast Du Dich je so um Dich gekümmert?
Dich je so angesehen, wahrgenommen??
Deiner Seele- Deinen Gefühlen soviel Aufmerksamkeit gegeben??
Schau Anima- Du läufst nun in Dir herum....und Du klopfst an Türen hinter denen die Gefühle sind.
Diese Türen- baut jeder auf, der verletzt wurde......je mehr Verletzung, desto dicker die Türen....und umso schwerer die zu öffnen-- das alles hat ja einen Grund- die Seele wendet das alles an um geschützt zu werden......um letztlich überleben zu können als Mensch.
Panikattacken- Depressionen.....sind der Ausdruck dafür, daß die Gefühle nicht so gelebt werden dürfen wie sie da sind.....wie ein Ball, den man unter Wasser taucht und der woanders wieder hochkommt.
Du wirst Dich den Gefühlen von damals stellen müssen.
Damit- kannst Du die Türen öffnen.....und da Du nun auch nicht mehr direkt IN der Situation von damals bist, kannst Du allem etwas anders begegnen.
Daß Du Dich nun schlecht fühlst...ist doch ganz normal-- nun kommt alles auf Dich zu und was Du nicht fühlen wolltest kommt hoch.
Das IST sehr schwer.
Trotzdem liegt in allem diese unendlich grosse Chance einheitlicher zu werden.
Vertrau darauf, daß die Seele nur das hochschickt was sie auch ertragen kann jetzt.
Du WIRST das durchstehen, ertragen......Du bist dazu doch bereit!
Wut- hinter der Hilflosigkeit steckt......gehört so sehr dazu......
Es wird Dir irgendwann besser gehen.....je mehr Du zulässt.....je mehr Du die Gefühle aufkommen lässt....
Am Anfang sind es Momente......vielleicht Erleichterung mal Wut und Trauer rauslassen gekonnt zu haben......- und das Gefühl wird mehr und mehr werden.
Du wirst Frieden finden in Dir....- aber dafür musst Du zulassen...friedlich mit Dir umgehen ( Du wirkst etwas ungeduldig und das wird Dich ebenso wütend machen
).....laß Dir- der Seele Zeit......
Du wirst das alles schaffen auch wenn der Weg lang ist.....aber Du hast ihn schon betreten und es geht weiter.....- das ist wirklich ein Geschenk, was Du Dir selber machst
kenzia
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01.05.2010, 13:47Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
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Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 19:17 Uhr)
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01.05.2010, 14:31Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
Liebe Anima,
ich habe grade mit Interesse Deinen so gut ausformulierten Bericht gelesen. So etwas in der Art ist auch bei mir der Fall. Habe zeitweise den Lebensgenuss verloren. Ich bin relativ erfolgreich im Beruf und genieße das auch. Außerdem bin ich sehr sensibel und aufmerksam gegenüber allem, was um mich passiert, sauge alles auf und "sehe". Da bin ich sehr dünnhäutig. Dann lege ich auch viel Wert auf soziale Beziehungen und gerate so häufig in die Harmoniefalle (aber daran arbeite ich). Ist das bei Dir auch so, dass Du ein ausgewogenes Umfeld brauchst?
Ich habe ja auch Vorteile, dadurch dass ich so vernünftig bin und alles "hinkriege". Das ist erstmal das Eine. Aber das Andere ist, dass in mir etwas hochdrängelte, dass sich einerseits in Gefühlsausbrüchen andererseits in einer Essstörung äußerte. Diese möchte ich jetzt behandeln. Dazu habe ich sehr viel gelesen und eine der Kernaussagen ist, dass man Gefühle, sowohl positive und negative, niemals verurteilen sollte weil sie da sind. Auch negative Gefühle, zB die Angst, Wut, Scham, Neid, schlechtes Gewissen, Eifersucht - alles ist eine angemessene Reaktion Deines Unterbewussten auf etwas.
Schon, dass Du sie spürst, das ist wichtig. Das rauslassen ist das Andere. Das muss ich zB auch lernen, dass das Rauslassen nicht in Selbsthass, Vorwürfen, Verbot des Genusses oder eben Essstörung enden darf. Man muss sich irgendwie helfen, den Gefühlen helfen sich zu äußern. Letztendlich sind die Ausprägungen, wie bei Dir Burnout, Depression, eine Reaktion Deines Unbewussten aufgrund der Verdrängung von inneren Bedürfnissen und Gefühlen. So suchen sie sich ihren Weg doch!
Der erste Schritt, an dem ich mich selbst grad befinde, ist, diese Gefühle zu akzeptieren als gleichwertig für Dich neben den positiven. Der Aufseher in Deinem Kopf, der nimmt sich ganz schön was raus, wenn er diese Gefühle kleinredet! Weißt Du, man kann all diesen Gefühlen auch etwas positives abgewinnen. Angst zeigt Dir ja etwas, sie warnt Dich vor Mustern oder unguten Situationen. Einsamkeit, die kann Dir Klarheit und Selbsterkenntnis schenken. Eifersucht kann Dir zeigen, was Du selbst begehrst. Wut schenkt auch Kraft. Und wichtig war für mich auch der Hinweis, dass Gefühle auch wieder gehen! Wenn man sie auslebt (in einem passenden Moment, mit passendem Ventil), dann fließen sie auch wieder vorüber. Sie reißen einen nicht um und zerstören nicht gleich alles, was man sich nach außen hin aufgebaut hat.
In diesem Buch habe ich etwas tolles gelesen. Das ist jetzt nur für Dich, dass Du ein wenig die Angst vor Gefühlen verlierst
Vielleicht magst Du ja einige Aspekte für Dich verwenden, um den Blickwinkel auf Dein Inneres, Deine Emotionalität zu richten 
Gefühle sind wie flüssige Energiewellen. Wie die Wellen im Ozean rollen sie heran, türmen sich auf und brechen. Sie haben einen natürlichen zyklischen Rhythmus wie Ebbe und Flut und das Ab- und Zunehmen des Mondes. Der Fluß der Gefühle ist ebenso natürlich wie der Fluß des Lebens. Kinder scheinen es besser zu verstehen, sich von ihren Gefühlen durchfließen zu lassen. Sie haben keine Schwierigkeiten, so richtig aus dem Bauch heraus zu lachen, dicke Tränen zu weinen oder vor Wut zu brüllen.Sie haben noch nicht gelernt, Angst vor sich selbst zu haben, ihrem Körper zu misstrauen und versuchen noch nicht, bei anderen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Kinder leben von einem emotionalen Augenblick zum nächsten. Ihr Gefühlsleben ist frei von Blockierungen. Es ist nichts ungewöhnliches für ein Kind, in einem Moment traurig und verschreckt zu sein und im nächsten glücklich zu lachen.
Dass Du gerade verschreckt reagierst auf Deine Gefühle ist normal, denn Du hast ja noch kein adäquates Mittel gefunden, mit ihnen umzugehen. Das wäre wie, wenn Du Dich von einer Wasserwelle erfassen lässt und nicht schwimmen kannst. Das kann man aber lernen.
Edit: Auf Deine Frage, ob Du etwas ändern musst, möchte ich auch noch antworten. Deine Schutzmauer ist per se nichts schlechtes, denn sie hat Dich geschützt da Du anders nicht konntest bisher. Dein Umgang mit Deinen Gefühlen war nicht soweit gereift, dass Du diese fließen lassen konntest. Offenbar ist die Schutzmauer aber nicht mehr gut genug. Da Deine Gefühle irgendwie nach außen drängen, haben sie ja einen Weg gefunden. Magst Du Deine Schutzmauer offiziell verabschieden? Vielleicht würde es Dich mehr Kraft kosten, sie aufrecht zu erhalten, um Deine Gefühle weiter unter der Oberfläche zu halten. Könnte das für Dich einen Sinn ergeben?
Kann ja sein, dass das schrittweise Zulassen Dir eher Erleichterung bringt statt dass es Dich anstrengt, sie aufrechtzuerhalten, auch wenn es anfangs schwer ist. Aber letztendlich nutzt Dir der alte Schutz ja nicht mehr viel. Sieh, die Mauer hat ja Depressionen und Burnout nicht aufhalten können. Auch die Gefühle kommen raus. Mit meiner Essstörung ist es auch so. Sie bot mir eine Zeitlang einen Schutz vor Überwältigung durch meine vielfältigen Gefühle, aber mittlerweile nicht mehr. Ich fühl mich erleichterter, nicht mehr dieses anstrengende Essverhalten als "Schutz" aufzubewahren und versuche sie, liebevoll zu verabschieden.
Vielleicht habe ich Dir mit ein paar Gedanken helfen können
Grüße
MondschafGeändert von Inaktiver User (01.05.2010 um 17:00 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler korrigiert
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01.05.2010, 23:23Inaktiver User
AW: Wenn die Vernunft die Emotionen überdeckt
Ich habe aus den letzten drei Antworten für mich wichtige Passagen kopiert:
Der Faktor Zeit, der spielt eine große Rolle. Die Vernunft trichtert mir noch immer ein, dass ich bald wieder arbeiten muss, ich bin sonst ein Nichts-Tuer, ein Versager. Typisch ich hatte ich mir eine deadline gesetzt und diese bereits extrem überschritten.
Ich habe viel viel Zeit benötigt, um den Gefühlen Raum zu lassen, aber ich empfinde sie als so sehr belastend. Jetzt falle ich von einer Panikattacke in die andere und verstehe das nicht.
Das ausgewogene Umfeld - ein Traum! Mondschaf, ja ich erkenne einiges aus einen Zeilen wieder.
Ich habe so beherrscht gelebt, dass ich die Signale des Körpers übersehen und überhört habe. Das Ventil für alles, das habe ich nicht gefunden. Auch ich habe mich bestraft, wenn auch nicht mit Ess-Störungen (das ist sehr hart, ich habe eine liebe Freundin, die schwer darunter leidet). Korrekt und beherrscht wird gehandelt und gesprochen, die Gefühle, die werden gegessen, gespuckt, geschlagen, in Rückzüge gepackt (Aufkündigung von wertvollen Freundschaften, weil man ja eh nichts wert ist und die Trennungen werden vorweg genommen, um evtl. Schmerz zu lindern).
In einem kürzlich für mich schwierigen Gespräch (ich hatte eine Abneigung gegen einen Menschen, weil er etwas ausdrückte, was negative Erinnerunen hervor rief), habe ich kurz und präzise alles beantwortet, Fragen beantwortet wie im Job - mein Körper setzte sich sofort zur Wehr, reagierte mit einer Muskelanspannung, Blutungen u. Ausschlag.
Ich finde das Ventil für die Gefühle nicht
Ich kann von einer Sekunde auf die andere "kippen", das gefällt mir gar nicht. Die Vernunft hat noch immer die Oberhand, nur der Körper zwingt mich zur Ruhe.
Anima (war mal wieder zu langatmig...)


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