hey, liebes feuerzeichen
ist ein komplexes themamein vater ist DAS thema meines lebens bisher, irgendwie.
bin ihm jahrelang hinterhergerannt, damit er mich anerkennt, als seine tochter. hat er nie. seine frau will, dass er keinen kontakt zu seinen leiblichen kindern hat.
meine eltern haben sich scheiden lassen, als ich zwei jahre alt war. er hat meine mutter geschlagen und war zu der zeit alkoholiker.
jetzt ist mein opa sehr krank, liegt schon in einem hospiz, und ich habe mich relativ spontan entschieden, hin zu fahren, um ihn noch einmal zu sehen. mein letzter besuch liegt 15 jahre zurück. damals lernte ich die ganze familie, meinen anderen teil der familie, mit oma, opa, tante, onkels und cousins als junge frau kennen (habe noch ein paar kindheitserinnerungen).
mein vater hat sich nie für mich interessiert, ich habe bis vor zwei jahren in abständen um seine aufmerksamkeit, seine liebe gekämpft.
in der therapie ist das ganze ein großes thema. deswegen nimmt mich das auch grad so mit. weil einiges hochkommt.
zudem habe ich um alle (!!) meine männer bis zur selbstaufgabe gekämpft, damit sie erkennen, wie liebenswert ich ich bin. damit sie mich lieben. ich bin männern hinterhergelaufen, damit sie mich lieben.
ein muster
das ist momentan alles ganz schön hart für mich, auch wenn ich mich auf den besuch freue. sehr freue. ich habe angst, weil es so wichtig für mich ist. ich gebe mein bestes
danke für deine guten wünsche!!!!!
fly
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Thema: Wie liebe ich mich selbst?
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06.05.2010, 21:27
AW: Wie liebe ich mich selbst?
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07.05.2010, 14:22
AW: Wie liebe ich mich selbst?
Hallo fly,

ganz viel Kraft und Stärke für das Wochenende!
Ich wünsche Dir, dass es Dir gut geht mit Deiner Familie und den Personen, Dich sich auf Dich freuen und Dich mögen!
Liebe Grüße
K.
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07.05.2010, 19:46
AW: Wie liebe ich mich selbst?
danke katl!!!!

und ich freu mich schon richtig auf die fahrt. keine angst mehr.
es fühlt sich sooooowas von richtig an
fly
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07.05.2010, 22:32
AW: Wie liebe ich mich selbst?
Hallo Ihr Lieben!
Heute habe ich zufällig ein schönes Gedicht gelesen und mich gleich an diesen Strang hier erinnert. Vielleicht findet ein oder anderer ein paar Antworten für sich in diesen schönen Zeilen.
Als ich mich selbst zu lieben begann...
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.
Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !
Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959
LG
Jelenka.
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08.05.2010, 09:59
AW: Wie liebe ich mich selbst?
@ Jelenka:

Man, was ein Text... Genau das ist es. Und ich dachte, ich mag mich eigentlich ganz gerne...
Aber es ist wohl genau das: Ich mag mich. Nicht genug, wie es scheint. Ich arbeite daran.
Danke!
FeuerzeichenMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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09.05.2010, 21:20
AW: Wie liebe ich mich selbst?
hallo ihr lieben, I'm back

jelenka, danke für die tollen zeilen vom charlie!!! hab sie noch vor meiner fahrt gelesen und war sehr berührt
ich werde sie mir noch öfter durchlesen und verinnerlichen. da steckt soviel drin...
ich muss jetzt erst mal von dem wochenende und der fahrt runterkommen...
nur soviel: es war toll. richtig toll. und auch berührend.
ich wurde mit offenen armen empfangen und mein auto hat jetzt tüv (auch noch umsonst)
(hab meinen onkel, der einen kfz-betrieb hat, gestewrn nur gebeten zu schauen ob es tüv-tauglich ist, da ich dran bin und wollte nicht unvorbereitet zum tüv fahren... nach drei stunden kam er wieder mit den zetteln in der hand. verrückt!! schön!!!!!
)
ach, es war echt schön. soviele kleinigkeiten, die gesagt und getan wurden, das bitten, dass ich bald wiederkomme von allen. das verstehen mit den cousins und freundinnen, die gastfreundschaft
heute vormittag besuchten meine tante und ich meinen opa im hospiz. er ist geistig klar, körperlich hat er stark abgebaut
ich war sehr überwältigt, konnte gar nicht soviel sagen. er hat sich sehr sehr gefreut und mich ausgefragt über alles... als wir gegangen sind, hab ich ihn gedrückt und geküsst und gesagt, dass ich ihn lieb habe. danach kamen mir die tränen
musste mich stark zusammenreißen, nicht vor ihm zu weinen. ich hoffe, dass er noch ein bisschen bleibt, damit ich ihn vllt im sommer noch mal sehen kann. das wäre wirklich schön.
ach ja - meine tante rief ihn vor unserem besuch an, dass wir bald kommen. zu dem zeitpunkt war mein vater bei ihm. als wir da waren, natürlich nicht mehr. ich hatte da die leise hoffnung, dass er eventuell so über seinen schatten springen kann und bleibt, um mich zu sehen. es ist schade, aber es ist so...
ach, ich bin noch so erfüllt
und froh, hingefahren zu sein. für mich persönlich ein ganz wichtiger schritt und ich denke, ich werde den kontakt intensivieren. irgendwie fetzt es, da noch eine "zweite" familie zu haben 
eine glückliche fly
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10.05.2010, 12:49Inaktiver User
AW: Wie liebe ich mich selbst?
@fly
ich freue mich für dich :-)
lara
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10.05.2010, 20:50
AW: Wie liebe ich mich selbst?
danke lara

ich lasse das alles erst mal sacken... morgen thera, mal gucken was sie so dazu sagt
ick freu mir jedenfalls immer noch
fly
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12.05.2010, 21:57
AW: Wie liebe ich mich selbst?
hallo, ich noch mal

ich habe das gefühl, dass in mir jetzt etwas heilt. etwas ganz elementares.
seit dem wochenende verspüre ich eine grundlegende entspannung. eine innere zufriedenheit, schwer zu erklären. ich hatte die hoffnung mit diesem besuch bei der vater-familie, dass ich "runder", "ganzer" werde. und so ist es tatsächlich.
klar ist mein leben so, wie es vorher auch war. aber anders.
befreiter? freudiger? froher?
meine thera war gestern ganz berührt von meinem erzählen vom wochenende. ganz wichtig war für sie, dass mein vater wirklich unter druck von seiner frau steht und da auch nicht raus will. seine eigenen kinder quasi verleugnet.
ich empfinde für ihn jetzt nur noch mitleid, auch nachdem was meine tante mir noch so erzählte.
ich bin jetzt versöhnter mit ihm.
von mir ist eine jahrelange last abgefallen. es ist der wahnsinn
in mir ist alles ruhig.
das ist wohl der weg der selbstliebe, sich mit den inneren dämonen konkret auseinanderzusetzen und sich mit ihnen zu versöhnen.
dort auf der insel kamen mir gedanken wie: es sind alte ängste, gerade die verlustangst. ich weiß woher sie kommen und sie haben in meinem jetzigen leben nix mehr zu suchen. sie sind überholt. die realtiät sieht jetzt anders aus.
eines noch: wir besuchten das grab meiner oma, davor lagen drei kleinere grabsteine. ich wusste nur von einem sohn (onkel), der sich schon früh, mit 18 oder so, selbst tötete. ende der neunziger jahre kamen noch eine tante und ein onkel dazu... auch selbstmord. DAS hat mich etwas schockiert. meine thera gestern auch
vor allen dingen kenne ich solche gedankengänge auch von mir... zu meinen schlimmsten zeiten... deswegen berichtete mir meine mutter auch nicht von den anderen zweien, weil sie angst um mich hatte. das war ganz schlau von ihr. trotzdem denke ich natürlich drüber nach, irgendwie "vorbelastet" zu sein.
aber ich bin natürlich auf dieser welt, um zu leben
und zu lieben... 
fly
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08.09.2010, 22:12
AW: Wie liebe ich mich selbst?
hallo liebe forumsgemeinde

ich dachte mir, es ist mal an der zeit meinen strang "upzudaten"
einfach so für mich und natürlich für euch, wenn ihr hier noch mitlest oder mal wieder reinschaut.
in den letzten monaten hat sich einiges getan und ich habe ein stückweit wieder zu mir selbst gefunden. ich bin mir aber auch darüber klar, dass das wahrscheinlich ein lebenslanges projekt - oder lernen? - ist.
ich habe in den letzten beiträgen von meinem richtigen vater geschrieben und meiner zweitfamily. mein vater hat sich vor ein paar wochen gemeldet, er ist jetzt von seiner frau getrennt. wir werden uns bald sehen und dann gucken, wie es weitergeht mit "uns".
natürlich hat mich die kontaktaufnahme gefreut, die umstände milderten die freude etwas - dennoch freue ich mich grundsätzlich sehr. und ich habe das alles etwas sacken lassen, weil ich doch jahre um seine liebe gekämpft habe und jetzt präsentiert er sich quasi auf dem silbertablett. ich bin da noch sehr skeptisch, das wird sicher zeit brauchen, sollten wir den kontakt auf- und ausbauen. doch alleine dass er sich gemeldet hat, hat mir innerlich eine befriedigung verschafft. vllt einfach das gefühl: er hat dich nicht vergessen (oder so). dieser gedanke ist tröstlich. mein kleines mädchen in mir ist getröstet.
und mir als erwachsene zeigt dieser neue umstand: ICH, ich bin der erste mensch in meinem leben. ich kann mich nicht auf andere menschen (die ich liebe oder mich verbunden fühle) emotional verlassen (also so komplett total - auf die abhängige art und weise) - weil diese menschen ihr eigenes leid haben, wenn sie deine liebe nicht erwidern können (so wie mein vater jahrelang) oder wollen. ICH bin für mich verantwortlich.
also gewusst, verstandesmäßig, hab ich das ja alles schon. jetzt konnte ich es fühlen... und das hebt das ganze auf eine andere ebene. in jedem mann der mir begegnete, hab ich die (vater)-liebe gesucht und mich dadurch in abhängigkeiten begeben oder die junx ganz einfach überfordert (eifersucht, verlustangst).
in den letzten wochen und monaten hab ich echt intensiv noch mal nachgefühlt in dem was war, und im jetzt gefühlt, viele tränchen geweint, scheiß tage gehabt - aber auch gute und schöne tage und einige aha-erlebnisse. ich drücke die schmerzen die so im leben aufkommen nicht mehr weg, ich versuche sie erst einmal anzunehmen und dann zu fühlen und auch zu beweinen, oder mich selbst zu trösten. oder beides
und so nach und nach, langsam, in "wellen", entdecke ich immer mehr stärke in mir, auch liebe - zu mir selbst. und zu meinem kater. ich kann mich über mich selbst beömmeln wenn ich allein bin, mich mit mir selbst amüsieren, mich selbst auf die schippe nehmen. wie erleichternd! endlich!!! die neue stärke lässt auch neue grenzen wachsen und ich sehe mir die menschen mittlerweile genauer an. da, wo früher angst war, nicht zu genügen, gucke ich jetzt erst mal: genügt dieser mensch mir? tut er mir gut?? aber auch, wenn ich vorschnell urteile: wo kommt das her? was genau gefällt mir daran nicht?
das ist alles ein prozess, der auch noch am anfang ist. aber ich find das schön und das wollte ich mal mitteilen
und ich weiß, dass ich noch einiges lernen werde und muss. aber die basis, ja ich glaub die basis, diese emotionale grundlage, die ist ganz stark gewachsen. und ohne die hilfe vieler menschen - auch hier -
wäre ich heute nicht so weit.
und jetzt hab ich ein tiefes gefühl von dankbarkeit in mir und ich könnte gleich
vor freude, empfinden...
eine das leben (und die liebe) annehmende
fly
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)


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