hallo bea
wie meinst du das, nach liebe auszusaugen?ich bin gerade derselben Frage auf der Spur. Vielleicht noch ein wenig mehr: Wie liebe ich mich selbst genug, um nicht andere nach Liebe auszusaugen. Dass ich andere nicht so sehr brauche und mir vieles selbst geben kann.
ich merke bei mir z.b., dass ich mich freunden ggü. öfter mal abgrenzen muss. ich brauche meine auszeiten, und manchmal KANN ich dann einfach nicht alles mitmachen, so wie sie es gern hätten. dabei muss ich aber unterscheiden, ob ich jetzt zeit, ruhe für mich brauche oder einfach faul binbei partnern konnte ich mich da nie so richtig abgrenzen... leider. da war ich dann irgendwann ausgesaugt
ja, diese leere, die habe ich früher oft gespürt... also ein wendepunkt war ja bei mir vor zehn jahren. da hab ich schon einiges in die richtige richtung bewegt in mir, auch einiges von der leere füllen können. momentan bin ich "halb voll", sag ich jetzt mal spontan. jetzt ist auch eine wichtige zeit für mich, das spüre ich. und ich werde mir die zeit nehmen, in mich reinzuhorchen und zu forschen, was mich noch so glücklich machen kannGleichzeitig merke ich auch, dass sich eine Sinnfrage bei mir auftut: Was ist der Sinn meines Lebens, was kann ich tun, dass es sich nicht leer anfühlt?
ja, sehr gerne!!!!Spannende Lebensphasen - aber auch sehr anstrengend.
Vielleicht können wir uns ja gegenseitig ein wenig inspirieren - ich finde du klingst schon sehr weit in deinen Fragen!
(das mit meinem Vater fühlt sich ganz genauso an!!!)
und was ist das mit deinem vater? zu meinem hab ich seit ich zwei jahre alt war fast keinen kontakt (scheidung), mit 19 hab ich ihn auf meine initiative hin kennengelernt (und oma/opa, tanten/onkels, die mich nur klein kannten). seine jetzige frau will, dass er keinen kontakt zu seinen leiblichen kindern hat. ich bin ihm jahrelang nachgerannt, das hat sich erst vor zwei jahren in etwa gegeben...
und jetzt ist es so, dass sein vater, also mein opa, im sterben liegt, und ich überlege, hinzufahren. meine tanten/onkels wohnen noch alle da, es besteht auch sporadischer kontakt. ich habe etwas angst... aber ich fühle, dass dieser besuch, auch der kontakt zu diesem teil meiner herkunft, mich etwas "ganzer" machen kann. wird... ich fühle das in mir.
lieben gruß,
fly
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Ergebnis 11 bis 20 von 50
Thema: Wie liebe ich mich selbst?
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28.04.2010, 20:45
AW: Wie liebe ich mich selbst?
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28.04.2010, 21:22
AW: Wie liebe ich mich selbst?
Hallo!!
Hier in das Thema muss ich mal einsteigen, wenn ich darf...
Ich bin in einer ähnlichen Phase. Ich bin seit gut 2 Jahren getrennt nach einer wirklich destruktiven Beziehung, allerdings (zum Glück) ohen jegliche körperliche Gewalt. Die hatte ich in meiner Kindheit mehr als genug...
2008 habe ich eine Therapie gemacht.
Und jetzt ist es so... ich habe das Gefühl, die schlimmsten Verletzungen sind geheilt. Erstmal. Wobei ich weiß, und auch spüre, dass da noch einges kommt im Laufe der Zeit. Aber ich habe viel gelernt, und sei es, dass ich noch lebe, dass ich es schaffen kann ohne daran kaputt zu gehen. Früher war es oft so, dass mir in meinem Alltag schnell alles zu viel wurde, mein Körper wurde sofort krank, wenn ich eine Auszeit brauchte.
Fly, ich kenne das Gefühl, andere Menschen nach Liebe "auszusaugen". Ich spüre noch immer eine tiefe Bedürftigkeit in mir.
Für mich war es immer wichtig, darauf zu schauen, woher kommen meine Gefühle, meine Reaktionen? Ich kann es schlecht akzeptieren, wenn in mir etwas vorgeht, was ich nicht nachvollzeihen kann.
Was ich sehr schön finde, ist folgendes:
... Jemand hat mich gefragt: "Was ist für dich Freundschaft? Wie behandelst du deinen beste Freundin?"
Wenn sie traurig ist... dann halte ich sie fest und lasse sie weinen.
Wenn sie krank ist... sage ich ihr, sie soll zuhause bleiben und sich ausruhen, ich pflege sie.
Wenn sie mutlos ist... halte ich ihr vor Augen, wie wunderschön sie ist, innen und außen, und dass wieder bessere Zeiten kommen werden.
"Siehst du", hat die Person gesagt, "Warum behandelst du dich nicht genauso gut???" ....
Das hat mir sehr zu denken gegeben.
Lieben Gruß, FeuerzeichenMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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28.04.2010, 21:40
AW: Wie liebe ich mich selbst?
hallo, liebes feuerzeichen

na klar darfst du einsteigen...
ich habe vor zehn jahren nach der gewaltbeziehung auch therapie gemacht. ein halbes jahr stationär, dann ambulant und dann einmal die woche - alles in allem waren das gut zwei jahre. das hat aber noch lange nicht ausgereicht, das wusste ich, hab mich aber erst mal um job, andere umgebung und neue freunde gekümmert. vor 2,5 jahren kam dann ganz spontan der entschluss, mich noch mal um therapie zu kümmern. ich wusste einfach, da ist noch lang nicht alles gut... auch wenn die schlimmsten verletzungen geheilt sind.Ich bin in einer ähnlichen Phase. Ich bin seit gut 2 Jahren getrennt nach einer wirklich destruktiven Beziehung, allerdings (zum Glück) ohen jegliche körperliche Gewalt. Die hatte ich in meiner Kindheit mehr als genug...
2008 habe ich eine Therapie gemacht.
wie sah denn deine beziehung so aus?
ich hab mich dann immer "in mich" zurückgezogen. nicht gesprochen. das kann ich heute zum glückUnd jetzt ist es so... ich habe das Gefühl, die schlimmsten Verletzungen sind geheilt. Erstmal. Wobei ich weiß, und auch spüre, dass da noch einges kommt im Laufe der Zeit. Aber ich habe viel gelernt, und sei es, dass ich noch lebe, dass ich es schaffen kann ohne daran kaputt zu gehen. Früher war es oft so, dass mir in meinem Alltag schnell alles zu viel wurde, mein Körper wurde sofort krank, wenn ich eine Auszeit brauchte.
alles in mir kann ich gar nicht nachvollziehen. durch die jetzige therapie aber weiß ich, woher meine grund-traurigkeit z. b. kommt (ein spruch, den ich mir als junge erwachsene IMMER anhören musste: "guck doch nicht so traurig..."). ich bin momentan auf dem weg, einfach alle meine gefühle, die so im laufe des tages, der woche etc. kommen, anzunehmen, anzuerkennen, aber ohne groß zu werten. klappt nicht immer - grad im job-alltag - aber klappt schon öfterFly, ich kenne das Gefühl, andere Menschen nach Liebe "auszusaugen". Ich spüre noch immer eine tiefe Bedürftigkeit in mir.
Für mich war es immer wichtig, darauf zu schauen, woher kommen meine Gefühle, meine Reaktionen? Ich kann es schlecht akzeptieren, wenn in mir etwas vorgeht, was ich nicht nachvollzeihen kann.
oh, das ist wirklich sehr sehr schön!!! DA liegt wohl auch das geheimnis der (selbst)liebe... uns wie unsere beste freundin zu behandeln...... Jemand hat mich gefragt: "Was ist für dich Freundschaft? Wie behandelst du deinen beste Freundin?"
Wenn sie traurig ist... dann halte ich sie fest und lasse sie weinen.
Wenn sie krank ist... sage ich ihr, sie soll zuhause bleiben und sich ausruhen, ich pflege sie.
Wenn sie mutlos ist... halte ich ihr vor Augen, wie wunderschön sie ist, innen und außen, und dass wieder bessere Zeiten kommen werden.
"Siehst du", hat die Person gesagt, "Warum behandelst du dich nicht genauso gut???" ....
danke für diesen gedanken-anstoß
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28.04.2010, 22:14
AW: Wie liebe ich mich selbst?
Danke, Fly, für deine netten Zeilen!

Tja, meine Beziehung... Er hatte ein Alkoholproblem, genau wie mein Dad, mein Ex - Stiefvater und was weiß ich nicht wer alles. So viel zum Thema: Muster wiederholen sich.
Davon abgesehen haben wir nicht zusammengepasst, aber das war alles egal. Ich war 18, er 24, und er war da. So ergaben sich 11,5 Jahre Hochs und Tiefs, wobei die Tiefs extrem überwogen.
Die eigentlichen Grundbaustellen liegen in meiner Kindheit mit jahrelangem Missbrauch und Gewalt in verschiedensten Formen. Vor 3 Wochen habe ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen... Naja, das ist alles viel irgendwie, würde den Rahmen hier sprengen.
Was mir immer Halt gegeben hat, ist meine Einstellung zu den Dingen. Mein Naturell ist laut, lustig, dankbar und optimistisch. Trotzdem ist es schwer, und schmerzhaft, dieser Weg.
Hier im Forum treiben sich ne Menge extrem netter Menschen herum, finde ich. Hier ist mir schon viel geholfen worden in Form von Denkanstößen.
Lieben Gruß, FeuerzeichenMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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29.04.2010, 20:38
AW: Wie liebe ich mich selbst?
liebes feuerzeichen

oje, 11,5 jahre ist eine lange zeit
aber du bist auf dem richtigen weg, hast das muster schon erkannt... klar, dass der weg schmerzhaft ist. leider ist das so.
dass du den kontakt zu deiner mutter abgebrochen hast, sagt einiges aus. ich denke, du hast da deine gründe für und dann ist es auch gut so
grenzen setzen fängt wohl genau da an... abgrenzen von dem, der uns nicht gut tut...
gerade die beiden letzten eigenschaften sind soooo wichtig!!!! behalte sie dir beiWas mir immer Halt gegeben hat, ist meine Einstellung zu den Dingen. Mein Naturell ist laut, lustig, dankbar und optimistisch.
und die erfahrung mit den netten menschen hier durfte ich auch schon machen
bin auch froh, das forum entdeckt zu haben. oft hilft einfach schon still mitlesen weiter...
ich nehme mal an, dass du etwas über 30 jahre alt bist (wenn ich richtig rechnen kann
). wie stellst du dir deine weitere zukunft so vor? wünschst du dir familie/kinder??
ich bin da momentan echt unentschlossen. gerade auch, weil ich mir jetzt mit männern zeit lassen will, nix überstürzen will. aber für kind etc. wirds irgendwann eng. manchmal denke ich, dass es dann auch ok ist, wenn ich keines bekomme. macht mich zwar traurig, aber vllt soll es nicht sein
liebe grüße!
fly
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29.04.2010, 20:44Inaktiver User
AW: Wie liebe ich mich selbst?
das ist ein sehr schöner ansatz
nur liebe ich mich deswegen nicht.
ich kenne mich sehr gut, weiss um meine stärken und schwächen, habe einen guten riecher für menschen und situationen, weiss was und wer mir guttut, hatte noch nie einen schlechten mann in meinem leben und von freunden die mir nicht guttun trenne ich mich.
aber lieben tue ich mich deswegen immer noch nicht
.
oder ist das selbstliebe?
lara
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29.04.2010, 20:49
AW: Wie liebe ich mich selbst?
Hallo Fly!

Bin auch wieder da...
Ich muss häufig nicken an vielen Stellen deiner Beiträge... mir geht es ähnlich. Aber ich glaube, im Endeffekt können wir als Singles wenig vorhersagen, wie die nächsten 2 Jahre (oder so) laufen werden. Insofern bin ich ganz froh um diese "Unentschlossenheit". Wenn ich ständig den Gedanken hätte "Oh Gott, ich will aber jetzt ein Kind!!!", dann hätte ich wohl keine entspannte Minute mehr.ich bin da momentan echt unentschlossen. gerade auch, weil ich mir jetzt mit männern zeit lassen will, nix überstürzen will. aber für kind etc. wirds irgendwann eng. manchmal denke ich, dass es dann auch ok ist, wenn ich keines bekomme. macht mich zwar traurig, aber vllt soll es nicht sein
Bis vor wirklich wenigen Jahren war ich mir sicher, dass ich niemals ein Kind möchte. Ich habe mich selber einfach nicht für stabil genug gehalten. Meine Mutter hat mich in diese Welt gesetzt, und konnte weder sich selber, noch mich vor dieser Gewalt schützen, die von ihren Partnern ausging. Ich wollte sicher sein, dass ich es besser machen kann...
Jetzt bin ich nicht mehr sicher. Eigentlich habe ich noch genug zu tun mit mir selber, aber andererseits habe ich seit einigen Monaten wieder das Bedürfnis nach einem Partner. Und wer weiß, was dann ist...
Ach so: Ja, du kannst rechnen, ich bin 32!

Lieben Gruß, SonjaMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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29.04.2010, 20:52
AW: Wie liebe ich mich selbst?
@ Lara!
Das hört sich doch schonmal ganz gesund an... aber ich würde es eher als Selbstbewusstsein beschreiben, weniger als Selbstliebe. Wobei das für mich eng zusammenhängt.
Ich mag mich, wie ich bin. Hast du dieses Gefühl auch?
Alles andere, was du aufzählst, was bei dir gut läuft, geht bei mir aber schief...

LG FeuerzeichenMache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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29.04.2010, 20:55Inaktiver User
AW: Wie liebe ich mich selbst?
nein, ich mag mich meistens nicht :-).
mein wissen was und wer mir gut tut resultiert aus meiner seltsamen erziehung, sehr ungewöhnlich und speziell war das ganze in meiner kindheit.
das wissen das ich da erlangte war eigentlich das einzig positive am ganzen :-)
lg
lara
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29.04.2010, 20:55Inaktiver User
AW: Wie liebe ich mich selbst?
ja, so kann das sein.ich mag mich, auch wenn mein vater mir nie zeigen konnte - und es vllt auch nie zeigen kann - dass er mich mag.
danach fühlte mich mich regelrecht
FREI
und ist ein erster schritt.
zu deinem ausgangspost: du schreibst da, dass du dir sagst, was du hast, aber du formulierst es nicht so, was du geleistet hast, dahin zu kommen.
und man kann sichwohl nicht für das lieben, was man hat...
wohl aber für das, was man tut
im übrigen hat eine teilnehmerin eine signatur, die dir vielleicht gefallen könnte:
"nicht hinfallen ist eine schande, aber liegen bleiben"


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