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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seh ich auch so.

    Egal ob man es sich leisten kann - wenn man sich Befriedigung hauptsächlich durch Konsum verschafft find ich das schon problematisch.

    Ohne jetzt beurteilen zu können ob das bei dir so ist!!!

    Aber man kann durch Kaufen schon auch emotionale Bedürfnisse zu stillen versuchen, unbewußt, und ich denke, das macht einen nicht wirklich glücklich.

    Ich hatte mal einen wirklich wohlsituierten Freund, der immer das angesagteste Auto fuhr. Der sagte mir mal: in dem Moment wo ich den Kaufvertrag unterschrieben habe frag ich mich schon, was ich als nächstes Modell kaufen könnte. Der konnte sich gar nicht mehr freuen über das was er sich leisten konnte. Ich fand das sehr arm - auch wenn er viel Geld hatte, tat er mir deshalb ziemlich leid.
    Befriedigung durch Konsum. Hmmm. DU meist damit, dass es mir mehr darum geht die Dinge neu zu bekommen als um ihren langfristigen Nutzen? Das stimmt. Ich habe an vielen Dingen kurzzeitig Spaß und dann werden sie mir langweilig und ich verschenke sie oder verkaufe sie für nen Appel und nen Ei. Ganz so schnell wie bei deinem Freund kommt die Frage nach der nächsten Anschaffung bei mir nicht auf, aber irgendwann kommt sie sicher und zwar nicht erst dann, wenn das Gekaufte ohnehin nicht mehr brauchbar ist.

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von Kicker Beitrag anzeigen
    Ne. Da sträuben sich mir alle Nackenhaare. So gerne ich Geld ausgebe, desto ungerner möchte ich mich im nachhinein mit diesen Ausgaben befassen. Ich sehe ein, dass der Vorschlag gut ist, aber vor der Umsetzung graust es mir so sehr, dass ich es sicher nicht machen werde.
    hehe... hilft aber, auch wenns gruselig nach kontrollfreak-tour klingt.

    @lilith und andere: stimmt schon, das warum sollte bei der ganzen sache nicht völlig außen vor bleiben - aber meiner meinung nach ist es erstmal ganz hilfreich, zu gucken, WO die kohle so bleibt. denn ich kenne aus meinen "besseren" zeiten auch, dass ich mir absolut null gedanken darüber gemacht habe, wo ich mein geld gelassen hatte - bis eben keins mehr da war.

    ich war nie über-, oder verschuldet - aber manchmal war das geld halt vor monatsende weg. und ich fand es beruhigend, durch die notiererei zu sehen: ok, so viel geht für klamotten drauf, das für's weggehen, soviel für dinge des täglichen lebens... und dann fand ich es recht einfach, mich anhand der ergebnisse zu disziplinieren. ich finde das urteil "sucht" einfach etwas zu schnell gefällt - keinen kredit mehr zu kriegen, heißt ja nicht sofort, der welt größter geldvernichter zu sein, wir kennen ja allesamt kickers verhältnisse nicht (geht uns ja auch nix an)

  3. Inaktiver User

    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von Kicker Beitrag anzeigen
    Ich habe an vielen Dingen kurzzeitig Spaß und dann werden sie mir langweilig und ich verschenke sie oder verkaufe sie für nen Appel und nen Ei.
    Das find ich kritisch, das ist immer so meine Überlegung: geht es mir darum, jetzt was zu kaufen (warum auch immer) - oder möchte ich etwas Bestimmtes haben weil ich weiß, ich werde Freude daran haben?

    Nicht dass ich nicht auch gern das Geld raushaue - aber ich überleg mir schon, ob mir das Kaufen mehr Freude macht oder das Gekaufte.

    Manchmal möcht ich mir einfach was Gutes tun, und dann geht es mehr um den Belohnungseffekt - der verfliegt aber schnell und oft folgt dann die Reue... Während ich mich an vielen Sachen, die ich mir gegönnt habe, durchaus sehr lange freuen kann, und dann hab ich auch kein schlechtes Gewissen. Das ist dann ein wirklicher Genuß, auch längerfristig.

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von midway Beitrag anzeigen
    Hallo Kicker,

    ich denke auch, dass Du mit Deiner Frage nach einem Tip zur Regelung Deiner Finanzen nur an der Oberfläche kratzt.

    Es ist Eines, eine Ordnung in die Finanzen zu bringen und Dinge zu verändern. Ich bin aber ein "Fan" des Ursprungs.

    Mir sagte mal jemand, dass ich mir mal das Gefühl beim Kaufen so richtig deutlich machen sollte. War es vorherige Langeweile, war es eine Unzufriedenheit, die ich ausgleichen wollte? Ich hatte auch immer 99 Gründe, warum ich etwas "brauche" und 1 Grund, warum ich es nicht brauche. Rate mal, was überwogen hat????

    Und wirklich gebraucht habe ich es in dem Moment gar nicht, es war nur eben ein 3. passendes Oberteil zu einer Hose, die ich sonst nicht anziehen würde. Oder ein neues elektronisches Teil, weil das alte ja viel zu langsam oder zu unmodern wurde. Aber nie wirklich brauchen, in dem Sinn, dass etwas kaputt war und ich es neu kaufen musste.

    Es war das Füllen einer inneren Leere. Klappt nur nicht, nicht auf Dauer. Und schwupps brauchst Du wieder das nächste.

    Wir finden das nur so normal, weil es alle um uns herum tun. Und deshalb reicht uns das Geld nicht. Kaufen, weil es alle so machen und es uns einen Moment dadurch besser geht.

    Ich will nicht problematisieren, wo eventuell kein Problem ist. Aber da Du postest, gehe ich davon aus, dass da doch etwas im Argen liegt. Und deshalb lohnt sich m.E. ein Blick auf die Gründe.

    LG

    midway
    Hallo midway

    Ich kann mich in vielen deiner Ideen wiederfinden. Es gibt einige Gründe warum ich Lust zum Kaufen bekomme. Ablenkung denke ich ist einer. Man beschäftigt sich ständig mit einem Problem oder stand den ganzen Tag unter hohen beruflichen Druck und dann ist Feierabend und man fährt eh in die Stadt zum Essen. Tja dann merke ich zum Beispiel, dass mein Hemd eigentlich schon durch ist, also fällt mir ein, dass man nie genug haben kann und ich springe vorm Restaurant noch einmal schnell in ein Geschäft und kaufe mir ein neues. Und wenn ich schon mal da bin, schaue ich auch gleich, was sonst noch Neues eingetroffen ist.

    Was ist sonst in Deinem Leben so los? Bist Du glücklich? Du sprichst die Kaufsucht an. Was "suchst" Du wirklich?
    Naja. Mein Leben ist eigentlich ähnlich wie mein Kaufverhalten. Es gibt immer Momente, die mich in dem Moment richtig "kicken", aber es lässt dann auch schnell nach und ich bin häufig auf der Suche nach neuen Kicks, obwohl ich längst begriffen habe, dass ich eigentlich beständiges Glück suche. Das finde ich aber nicht, also gleiche ich diese Mangel mit Kicks aus.

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von Kicker Beitrag anzeigen
    Ne. Da sträuben sich mir alle Nackenhaare. So gerne ich Geld ausgebe, desto ungerner möchte ich mich im nachhinein mit diesen Ausgaben befassen. Ich sehe ein, dass der Vorschlag gut ist, aber vor der Umsetzung graust es mir so sehr, dass ich es sicher nicht machen werde.
    Ich mag solche Aufschreiberei auch nicht, ich glaube, ich könnte das auch nicht durchhalten.

    Allerdings würde mir das Leben am finanziellen Limit schon Bauchschmerzen machen. Was ist bei einem unvorhergesehenen Einschnitt (Arbeitslosigkeit, Krankheit, was weiß ich)?

    An deiner Stelle würde ich versuchen, von der Kreditfinanzierung wegzukommen, im Prinzip weiß ja auch jeder, dass das viel teurer ist.

    Und da du immerhin auch Rentenversicherungen hast, sollte es doch auch noch für einen kleinen Sparvertrag reichen, monatlich xx Euronen.

    Mal eine Weile vor jedem Kauf hinterfragen ob du das wirklich brauchst, simplify your life ist in diesem Zusammenhang auch ein gutes Stichwort und kann richtig Spaß machen.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das find ich kritisch, das ist immer so meine Überlegung: geht es mir darum, jetzt was zu kaufen (warum auch immer) - oder möchte ich etwas Bestimmtes haben weil ich weiß, ich werde Freude daran haben?

    Nicht dass ich nicht auch gern das Geld raushaue - aber ich überleg mir schon, ob mir das Kaufen mehr Freude macht oder das Gekaufte.

    Manchmal möcht ich mir einfach was Gutes tun, und dann geht es mehr um den Belohnungseffekt - der verfliegt aber schnell und oft folgt dann die Reue... Während ich mich an vielen Sachen, die ich mir gegönnt habe, durchaus sehr lange freuen kann, und dann hab ich auch kein schlechtes Gewissen. Das ist dann ein wirklicher Genuß, auch längerfristig.
    Hallo Einewiekeine,

    anregender Nick übrigens...

    Also ich habe Freude, aber nicht übermäßig lange, eher kurzweilig. Reue kannte ich bislang aber auch nicht. Ich habe ja bislang niemandem weh getan. Ich würde mich ja gern an Sachen auch langfrsitig freuen können, aber es ist dann meistens nicht so. Ich weiß auch nicht, wie ich vor der Anschaffung erraten soll, ob mir die Anschaffung in einem Monat noch gefallen wird oder nicht.

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Hallo Kicker,

    na wenn ich das Problem nicht kenne....seufz.
    Probleme im Umgang mit Geld sind verdammt unangenehm, und ich merke immer mal wieder, daß es leichter fällt, über Sex zu reden, als über Geld.

    Ich bin übrigens eine Frau, habe aber festgestellt, daß Männer von ungesundem Umgang mit Geld ganz genauso betroffen sind, das nur anbei - und ich weiß das von einem Mann, der, denke ich, in einer ganz ähnlichen Situation ist bzw. war wie Du, also gutes Gehalt, kein Schuhtick, stattdessen "Belohnungen", die Geld kosten, Technikartikel etc.......

    Was mir dieser Mann beigebracht hat, ist vor allem, daß der Umgang mit Geld häufig den Umgang mit unseren eigenen inneren Ressourcen widerspiegelt.

    Es ist für mich in dem Zusammenhang sehr wichtig gewesen, mich weniger zu fragen: wieviel gebe ich aus? (klar, einen grundlegenden Plan muß ich da natürlich haben, im Sinne von, wieviel kann ich abheben, welche Rechnungen kommen diesen Monat noch, etc.); mir hat z.B. das Führen eines Haushaltsbuches recht wenig geholfen, obwohl ich weiß, daß andere damit sehr gute Erfahrungen machen.

    Für mich war also wichtiger: wieviel kann ich sparen? Wieviel kann ich einfach so auf die hohe Kante legen? Oder entstehen bei diesem Gedanken, mein Geld "für mich zu behalten" Spannungen?
    Fühlt sich das vielleicht komisch an, habe ich das Gefühl, es ausgeben zu müssen?

    Und was verbinde ich eigentlich mit Geld, was bedeutet es alles für mich?

    Und analog dann die Frage: wie sieht es denn generell mit meinen Kräften, meinen Ressourcen aus? Kann ich "nein" sagen, kann ich mich bewußt hinsetzen und Kräfte auftanken, OHNE dafür essen gehen, Kaffee trinken oder shoppen gehen zu "müssen"?

    Ich habe für mich - alte Binsenweisheit, ich weiß.... - irgendwann deutlich gespürt, daß ich da manchmal durch das Kaufen bestimmte Gefühle der Leere, der Sorge, des "Unbedeutendseins" undsoweiter zu überbrücken versuche.

    Heißt sicher nicht, daß ich komplett "geheilt" bin, aber mir hat das sehr gutgetan.

    Langer Rede kurzer Sinn: Du bist echt nicht alleine mit diesem Problem, und mach Dich bitte nicht fertig deswegen, sondern bau Dich auf, und keine Angst vor diesem ganzen Geldthema.

    Lieben Gruß!

    Schmitti.

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Hallo Kicker,
    hab gestern bei der Sendung Ohne Moos viel los (37° ZDF) an dein Thema denken müssen, obwohl es wahrscheinlich keine direkten Parallelen gibt.

    Ich denke ebenfalls, dass du einen Teil innerer Unzufriedenheit und Unausgefülltheit mit Kaufen zu kompensieren suchst.
    Ich kenne das auch, allerdings hält es sich mit den Ausgaben im bescheidenen Rahmen und ist immer nur vorübergehend.

    Im Prinzip muss ich der Bank da mal ein Lob aussprechen, dass sie dir keinen Kredit geben. Und dass du das auch als Warnzeichen begreifst, spricht für dich .
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  9. Inaktiver User

    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Die Finanzen in Ordnung zu bringen, würde ja bedeuten, den Tatsachen ins Auge zu schauen, nicht wahr

    @ Kicker

    Ich könnte mir vorstellen, dass du manchmal Schuldgefühle hast, wenn du "aus Jux und Dollerei" deinen Emotionen durch irgendeinen Spontankauf nachgibst. Vielleicht noch nicht so extrem, denn du hast das Glück, über ein gutes Einkommen zu verfügen. Das Problem an dieser Emotionsregulierung jedoch ist, dass sie sukzessive stärkeren Reiz benötigt. Will heißen: Dein Kaufverhalten wird problematisch werden. Und das erste Alarmsignal hast du ja durch den netten Bankberater bereits erhalten.

    Ich weiß auch nicht, wie ich vor der Anschaffung erraten soll, ob mir die Anschaffung in einem Monat noch gefallen wird oder nicht.
    Indem du einen Monat lang überlegst, ob du diese Anschaffung wirklich machen willst oder nicht. Erst durchdenken, dann kaufen.

    Wie steht es denn mit deinem sonstigen Konfliktverhalten so im Leben? Flüchtest du gerne? Bist du sehr harmoniebedürftig? Bist du besonders stressanfällig? Fühlst du dich oft übermäßig unter Druck gesetzt?


    Schlaflos

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    AW: Warum gebe ich so viel Geld aus?

    Hallo kicker,

    ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, dass Du Dein komplettes verfügbares Monatseinkommen ausgibst. Das heißt ja mit anderen Worten, dass Du für jede etwas größere Anschaffung einen Kredit aufnehmen musst.

    Und ein zweites Auto ist ja kein Schnickschnack, sondern verursacht neben den Anschaffungkosten ja auch laufende Kosten.

    Ich finde die Gründe, warum man etwas kauft, nicht mal so erheblich, so lange es finanziell im Rahmen bleibt. Auch Frust- und Spontankäufe dürfen meiner Ansicht nach mal vorkommen. Und ich bin sicher, dass Kaufen bei den meisten Menschen mehr ist als die Befriedigung absolut notwendiger Bedürfnisse.

    Ich glaube, dass man sich über Anschaffungen, für die man länger gespart hat, deutlich mehr freut als über Spontankäufe. Wenn das Geld erst mal angespart ist, fällt die Trennung davon oft schwerer und man überlegt genauer, ob man sich die gewünschte Sache wirklich kauft. Zudem hat man während der Sparphase genug Gelegenheit, die eigenen Wünsche zu hinterfragen. Und wenn man dann tatsächlich zu dem Schluss kommt, ja, das will ich wirklich haben, dann hält meist auch die Freude länger an.

    Gut, das kommt natürlich nicht für alle kleinen Alltagsdinge in Frage. Aber auch hier kann eine Limitierung der Mittel helfen. Wenn ich monatlich nur noch einen Betrag X. für freies Kaufen zur Verfügung habe, dann überlege ich genauer, was ich davon tatsächlich kaufe.

    Ich schreibe auch nicht alle Ausgaben auf. Das würde ich keine Woche durchhalten, ohne genervt zu sein. Aber ich lege monatlich bestimmte Budgets für bestimmte Ausgaben (z.B. Lebensmittel, Autokosten, Kleidung, Kosmetik, „Taschengeld“) fest, und der Rest wird gespart. Das zwingt schon zu einer gewissen Ausgabendisziplin und zur Überlegung, was wirklich sein muss. Trotzdem ist auch noch der eine oder andere Lust-, ‚Frust-, Spontankauf drin. Das ist für mich auch ein Stück Lebensqualität.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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