Antworten
Seite 6 von 32 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 312
  1. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Verschrieben Den Priester meinte ich natürlich nicht. Den Wahl-Züricher sehr wohl...


  2. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Das möchte ich ganz fett unterschreiben.

    Das war und ist immer noch meine größte Aufgabe: Zulassen, und zwar freundlich zulassen.

    Ich habe viel Zeit damit verbracht, gegen meine Gefühle anzukämpfen, weil mir beigebracht worden war, dass sie nicht erwünscht sind, sprich, dass ich mit diesem Gefühl nicht erwünscht bin.

    Ich werde immer besser darin, mir zu sagen: Ich darf so sein.


    Massashi

    Das Zulassen sollte m.E. von Einsicht begleitet sein.

    Ich denke, viele Menschen würden sich leichter tun, wenn sie verstehen und akzeptieren könnten, dass es übergeordnete Gesetzmäßigkeiten gibt, beispielsweise ein Auf und Ab der seelischen Befindlichkeit. Der Mensch ist nicht jeden Tag gleich stark. Dies ist aber kein Grund für Ängstlichkeit. Bloss ist es schwer sowas in unserer Leistungsgesellschaft zu akzeptieren.

    An Lena möchte ich sagen, dass es nicht bloss ein Genuss ist, wie du mit Sprache umgehst sondern auch inhaltlich den Kern triffst.

    Es ist genau die Erfahrung, die ich auch gemacht habe, bloss kann ich es nicht so gut ausdrücken wie Du.
    Bisher habe ich versucht, aus dieser Perspektive heraus im Forum zu argumentieren Das ist aber zu anstrengend. Denn diese Lebensentwicklung ist zu komplex um sie mit ein paar Sätzen ins richtige Licht zu rücken, zumal wenn jemand akut verzweifelt ist und schnell eine Lösung sucht.


  3. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Das Zulassen sollte m.E. von Einsicht begleitet sein.
    Kannst du mir diesen Gedanken näher erklären? Ganz verstehe ich ihn nämlich jetzt nicht.
    Ich denke, wenn es um das Zulassen alter Gefühle geht, die hoch kommen, ergibt sich die Einsicht erst im nachhinein. Solange man mitten drin ist, fühlt es sich nur zutiefst intensiv an und parallel zu denken, das ist jetzt dies und das kann nicht funktionieren, weil mit diesen Gedanken der Fluss wohl blockiert würde. Die Gefühle werden abstrahiert und damit entfernt man sich schon wieder von ihnen.

    Wenn es aber nur eine Art 'Rückfall' in alte Muster ist, ist das was anderes. Dann kann man sich schon selber helfen, indem man sich sagt - ich weiß, woher das kommt und was da wieder in mir angesprochen wird. Denn Muster, die viele Jahre das Fühlen, Denken und Verhalten beherrschten, muss man auch mal wieder los werden und die Gefahr, erneut hinein zu rutschen, ist gar nicht so gering.

    Wenn es aber authentische Gefühle sind, die der Situation völlig angemessen sind (zum Beispiel - ich bin traurig, weil ich etwas erlebe, das Trauer in mir auslöst), dann gibt es keine begleitende Erkenntnis. Das ist einfach menschlicher Gefühlsausdruck.


    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    An Lena möchte ich sagen, dass es nicht bloss ein Genuss ist, wie du mit Sprache umgehst sondern auch inhaltlich den Kern triffst.
    Es ist genau die Erfahrung, die ich auch gemacht habe, bloss kann ich es nicht so gut ausdrücken wie Du.
    Danke für die Rückmeldung bezügl. meines Umgangs mit Sprache. Ich liebe das Schreiben seit meiner Kindheit, wurde aber darin ignoriert, es wurde als "nutzlos" eingestuft - wie einige andere meiner Fähigkeiten auch. Aber ich habe einiges, das lange Zeit wenig Raum hatte und das ich kaum lebte, für mich wieder entdeckt, weil diese alten Bewertungen ihre Macht mehr über mich verloren haben.


    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Bisher habe ich versucht, aus dieser Perspektive heraus im Forum zu argumentieren Das ist aber zu anstrengend. Denn diese Lebensentwicklung ist zu komplex um sie mit ein paar Sätzen ins richtige Licht zu rücken, zumal wenn jemand akut verzweifelt ist und schnell eine Lösung sucht.
    Das kann ich gut verstehen und habe es selbst auch schon erlebt. Verstehen können das in erster Linie nur Menschen, die selber eine ähnliche Entwicklung haben. Man kann sie daher anderen auch kaum nahe bringen, das ist vergebene Mühe. Im schlimmsten Fall wird man sogar attackiert, weil man die Konzepte der anderen damit stört.

    Und wenn jemand akut verzweifelt ist, braucht es wiederum große Einfühlsamkeit, um zu spüren, wo dieser Mensch im Augenblick steht. Oft geht es dabei nur darum, ihm aus der momentanen Misere zu helfen, damit er einen kleinen Schritt weiter machen kann und wieder zu Kraft findet. Es hat keinen Sinn, ihm von Wegstücken zu erzählen, die für ihn noch in der Ferne liegen. Das hilft ihm nicht.

    Ähnliches fand ich auch im Post von Blueserin. Es zieht sie offenbar eher runter als dass es ihr Mut macht, zu lesen, dass man dieses und jenes schon hinter sich hat. Und ich verstehe das auch, denn man fühlt sich in manchen Phasen außerstande, das auch zu schaffen. Einfach weil es zu früh ist.

    LG
    Lena

  4. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Mich fasziniert Dein Weg und wie Du, Lena, ihn beschreibst, schon sehr.
    Ich würde so wünschen, dass jeder Mensch ihn so gehen könnte.
    Aber es gibt leider keine Gleichheit, und ein Weg lässt sich nicht übertragen.

    Wenn ich jetzt nicht in den allgemeinen Jubel mit eingestimmt bin, so hat das irgendwie Selbstschutzgründe, damit ich vielleicht ja möglicherweise unter Umständen gegebenenfalls auch mal soweit komme, wie Du jetzt bist.
    (Mit 33 kann ich noch hoffen, nicht für immer stehenbleiben und so resignieren zu müssen und bin manchmal dankbar, schon so früh am Nullpunkt angekommen zu sein, auch wenn der Zustand recht lange anhält.)

    Meine persönliche Erfahrung aber ist, dass ich mir nichts wünschen, nichts, aber auch wirklich gar nichts erwarten oder hoffen "darf", denn im selben (intensiven) Ausmaß, in dem ich dies tue, entzieht sich mir alles. Das ist ein undurchsichtiges verlässliches Prinzip, deren Ursache zwar genug analysiert, aber dadurch nicht behoben ist. Und wenn ich mir jetzt sage, ich kapier es einfach noch nicht, weil es zu früh ist, kann ich davon ausgehen, dass es nie passieren wird, weil ich darauf warte. Das will ich aber nicht! Es geschieht immer das Unerwartete im Leben- und wenn man automatisch ständig mit allem rechnet, geschieht nichts.
    Also gehe ich lieber davon aus, dass es (erstmal oder für immer) so bleiben muss, wie es ist, und versuche, keinen Schaden anzurichten während meiner Lebensdauer, ein Überleben also, aber auch das ist irgendwann zu Ende.
    Es ist nur schwierig, diese Geduld ständig aufzubringen, wenn man oft damit konfrontiert wird, wie andere Menschen mit ähnlichen Verhaltens- oder Denkweisen wie den eigenen erbarmungslos "an einem vorbeiziehen" mit Erkenntnissen oder Begebenheiten, die ihnen geschenkt werden.
    Gilt es dann, den Neid zuzulassen? Wozu das. Da wird man nur gelb und grün im Gesicht.

    (Heute ist offenbar mein "offener" Tag, an dem ich mich um Kopf und Kragen schreibe, egal. )

    Tröstlich fand ich, was Du über die Therapeuten geschrieben hast (dass Du es auch gewagt hast, wieder zu gehen nach kurzer Zeit. Die meisten versuchen ja dann doch, den Spieß so zu drehen, dass man es für seine eigene Kontaktstörung hält, wenn man den Impuls hat, sich nicht einlassen zu wollen. Da muss man sich seiner Intuition schon sehr sicher sein, die sollte dafür unversehrt sein.)
    Du hast geschrieben, nur Narzissten seien negativ egoistisch.
    Und sind also Narzissten seelenlose Klötze? Wenn man nun einer ist und das von sich weiß, bzw. "diagnostiziert" bekam, kann man sich dann den Strick nehmen? Die leiden genauso, was nur keiner mitkriegt. Bestimmte Dinge kann man nicht einfach eben mal so annehmen an sich, weil sie eine zu zerstörerische Kraft haben.
    Du schreibst, man müsse halt durch die schmerzhaften oder unangenehmen Zustände durch, sie sich ansehen und aushalten.
    Aber die Grenze zwischen darin verharren und sich baden zu echter Verarbeitung ist doch recht schmal, wie ich finde.
    Es ist so selten, dass jemand wirklich das richtige Maß erwischt. Zumindest kenne ich sehr wenige. Öfter habe ich gesehen, dass jemand mit seinem ungelösten Leid gestorben ist.
    Geändert von Inaktiver User (22.04.2010 um 16:59 Uhr)

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kannst du mir diesen Gedanken näher erklären? Ganz verstehe ich ihn nämlich jetzt nicht.
    Ich denke, wenn es um das Zulassen alter Gefühle geht, die hoch kommen, ergibt sich die Einsicht erst im nachhinein. Solange man mitten drin ist, fühlt es sich nur zutiefst intensiv an und parallel zu denken, das ist jetzt dies und das kann nicht funktionieren, weil mit diesen Gedanken der Fluss wohl blockiert würde. Die Gefühle werden abstrahiert und damit entfernt man sich schon wieder von ihnen.
    ...

    Bei mir war es zum Beispiel mit 25-30 so, dass ich merkte, wie sich eine Stimmung anbahnte, immer besser wurde und nach einigen Wochen abbrach. Von heute auf morgen war diese euphorische Phase vorbei.

    Als mir das klar wurde haben mich die anschliessenden bedrückenden Phasen nicht mehr so gedrückt und die euphorischen habe mich etwas gleichgültiger gelassen, ich habe sie soz. mit einem Schmunzeln verlebt, mit einem gewissen Verständnis für die Abläufe in der eigenen Seele.

    Das reine Fühlen finde ich persönlich unkonstruktiv und das reine Denken ist ja sowieso ziemlich öde. Die Mischung machts.

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... Es ist nur schwierig, diese Geduld ständig aufzubringen, wenn man oft damit konfrontiert wird, wie andere Menschen mit ähnlichen Verhaltens- oder Denkweisen wie den eigenen erbarmungslos "an einem vorbeiziehen" mit Erkenntnissen oder Begebenheiten, die ihnen geschenkt werden.
    Gilt es dann, den Neid zuzulassen? Wozu das. Da wird man nur gelb und grün im Gesicht.

    ...

    kannst du dazu bitte ein Beispiel bringen ?

    ich kapier das überhaupt nicht.

  7. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    ist wohl auch kaum zu kapieren, aber danke, schnarchstop fürs nachfragen...

    Ein Beispiel wäre, dass eine frühere Freundin von mir über eine lange Zeit auf der gleichen Ebene wie ich "gekämpft" hat, was uns natürlich auch (nicht nur!) verband, jetzt das Leben führen kann, das sie sich (und ich mir) wünscht.
    Weil sie z.B. den passenden Therapeuten traf, oder eine "richtige" berufliche Entscheidung. (Ich weiß schon, jede Entscheidung ist vielleicht irgendwie, irgendwann richtig.)
    Oder eben aufwachte und sich nach vielen kleinen Schritten im "Jetzt" aufgehoben fühlt, weil sie irgendein spezielles Erlebnis hatte und es auch AUFNEHMEN konnte. Halt all das, wovon Lena50 schreibt.
    Was hat sie aber anders oder besser gemacht?? Ihre Ausgangsbedingungen und Bemühungen waren die gleichen.
    (Und das ist eben bei mehreren in meinem Umfeld so.)

    PS.: ich denke da auch gerade an Mozart und Salieri. Hätte man Salieri einen Gefallen getan, ihm zu sagen: Du kannst so wie Mozart werden, statt ihm zu sagen: hier sind Deine Grenzen?
    Geändert von Inaktiver User (22.04.2010 um 17:45 Uhr)

  8. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ist wohl auch kaum zu kapieren, aber danke, schnarchstop fürs nachfragen...

    Ein Beispiel wäre, dass eine frühere Freundin von mir über eine lange Zeit auf der gleichen Ebene wie ich "gekämpft" hat, was uns natürlich auch (nicht nur!) verband, jetzt das Leben führen kann, das sie sich (und ich mir) wünscht.
    Weil sie z.B. den passenden Therapeuten traf, oder eine "richtige" berufliche Entscheidung. (Ich weiß schon, jede Entscheidung ist vielleicht irgendwie, irgendwann richtig.)
    Oder eben aufwachte und sich nach vielen kleinen Schritten im "Jetzt" aufgehoben fühlt, weil sie irgendein spezielles Erlebnis hatte und es auch AUFNEHMEN konnte. Halt all das, wovon Lena50 schreibt.
    Was hat sie aber anders oder besser gemacht?? Ihre Ausgangsbedingungen und Bemühungen waren die gleichen.
    (Und das ist eben bei mehreren in meinem Umfeld so.)

    PS.: ich denke da auch gerade an Mozart und Salieri. Hätte man Salieri einen Gefallen getan, ihm zu sagen: Du kannst so wie Mozart werden, statt ihm zu sagen: hier sind Deine Grenzen?

    mh, ich versuche es zu erahnen.

    Wahrscheinlich kapier ich das deshalb so schlecht, weil der persönliche Weg nicht wirklich vergleichbar ist.

    Jeder hat eigene Chancen und Probleme, nach aussen ist das schwer zu "beurteilen" oder zu "bewerten".
    Es kann sein, dass du trotzdem auf dem Weg zur dir selbst einen grösseren Schritt vorangekommen bist als deine Freundin, die plötzlich das Gefühl hatte, ihre Erfüllung (im Beruf oder Familie) zu finden.
    Das heisst: ihr habe beide "gewonnen". Bloss auf unterschiedlichem Gebiet.

    Kann das sein ?

  9. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Hoffen möchte ich das (letzteres).
    Aber ich will gar keinen "größeren" Schritt gehen, nur nicht stehen bleiben, und hatte ein Bild für das gesucht, was es mir schwermacht.
    Klar, jeder hat seins- aber die Erfahrung, mit einem Problem einfach WEITERGEKOMMEN zu sein, erleichtert es, die Zuversicht zu behalten. Und weiter zu suchen. Gegenüber denen, die gar nichts gelöst bekommen irgendwie.
    Aber Du hast recht, es ist müßig, das Schreiben darüber.

    Einen schönen Abend!
    Geändert von Inaktiver User (22.04.2010 um 18:28 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Es ist mehr möglich als man denkt

    Liebe Blueserin

    Ich habe auch manchmal Phasen, wo ich permanent nur nach Nachbars Äpfeln schiele. Jeder kann es besser als ich, weiß alles besser als ich, ist schöner-schneller-weiter... Dann stecke ich mitten in der Opferrolle drin, was ich nicht immer sofort merke

    Alle Vergleiche jedoch hinken; sie müssen es zwangsläufig, weil es keinen Maßstab gibt. Jeder Mensch ist anders, jede Charakterstruktur, jedes Beziehungskonstrukt, jede Erfahrung - selbst, wenn es viele Übereinstimmungen geben sollte, spielen sie doch in einem Verhältnis zueinander, das sich der menschlichen Vorstellungskraft schlicht entzieht.

    Meiner Meinung nach ist dieser hochdosierte Neid-Faktor - zumindest bei mir - manchmal da, weil ich in diesen Momenten glaube, mein Glück im Außen erhalten zu können. Aber ich weiß vom Verstand her, dass das nicht geht. Ich mag jetzt eigentlich auch gar nicht von "Glück" sprechen; vielleicht trifft es Einklang besser: eine Emotionalität, die in möglichst geringen Ausschlägen ihren Sinus-Lauf des Lebens abspult, mich also weder das Schöne noch das Schlechte allzu sehr schüttelt.

    Blueserin, du weißt auch gar nicht, ob diese Freundin da zum Beispiel eine Befindlichkeit verdrängt hat. Wir alle kennen das doch: Wenn bestimmte Umstände vorliegen, empfinden wir mehr Zufriedenheit als unter anderen. Dann neige ich unter Umständen dazu, mich selbst zu fragen, warum ich mir eigentlich "damals" nur so viele Gedanken gemacht habe, das Leben ist doch ganz offensichtlich toll.

    Bis es das eines Tages dann doch nicht mehr ist und mir alle alten Probleme neu aufs Tablett vorgelegt werden.

    Schlaflos

Antworten
Seite 6 von 32 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •