ND-
Beiden Absätzen kann ich nur voll zustimmen!Gerade wenn ich mich so fühle als wenn ich ganz allein auf der Welt bin und meine sozialen Kontakte nicht funktionieren in dem Sinne, dass ich mich problemlos in die Gesellschaft einfüge wie sie ist (weil das meinem Inneren widerspricht) ist es möglich seinen eigenen Weg zu sich zu finden.
Danke an Lena50. Ich wollte mehrmals aufhören zu lesen, weil ich immer nur nickte: Ja, genau so war auch mein Leben (bis auf das Kind) ABER: Dein Text leuchtet und spricht eine klare Sprache und Deutlichkeit ohne Missionierung wie ich es nicht auf die Reihe kriege. So habe ich bis zum Ende gelesen neidisch weil Du so gut beschreibst.![]()
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20.04.2010, 15:33Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
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20.04.2010, 16:49
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
@ esperanza
Ich hoffe, dir geht es gut!?
Lg Lilith
Und an Lena,
Ich bin grad in der Mitte des Weges und freue mich nach deinem Text auf den Rest
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20.04.2010, 18:09Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Liebe Esperanza,
um Himmels Willen - ich glaube, die kann man gar nicht umkanalisieren. Und sollte das auch nicht versuchen, denn das geht ja schon wieder weg vom Authentischsein.
Ich glaube aber nicht, dass du von rein sexuellen Bedürfnissen sprichst. Wenn dem so wäre, bräuchtest du entweder keinen Mann dazu oder einfach irgend einen, der dir gefällt. Da hängt normalerweise viel mehr dran - eben das Bedürfnis, geliebt zu werden, Geborgenheit zu erfahren.
Ehrlich gestanden, möchte ich das eine vom anderen gar nicht trennen. Jetzt noch weit weniger als früher. Aber solange mir klar ist, dass ich in mir noch zu wenig rund bin (wie gesagt, jetzt - früher war mir das nicht klar und deshalb ging ich auch immer wieder Beziehungen, noch dazu mit Riesenerwartungen, ein), lasse ich es sein, denn die Gefahr, dass ich doch wieder in Abhängigkeit gerate und dann mitten auf meinem Weg wieder zurück falle, ist mir bewusst.
Das ist aber jetzt keine Kopfentscheidung, sondern ich spüre, es würde nicht passen und stimmig sein.
Wenn du nur die Triebe ansprichst, kann ich dazu ziemlich wenig sagen, weil diese bei mir zur Zeit nicht im Vordergrund stehen und damit auch kein großes Problem darstellen. Wenn ich mich auf eine Beziehung einlassen würde, wäre das anders, das weiß ich aus Erfahrung.
Ich denke aber - war ja bei mir auch so - wenn du wirklich einen Partner haben möchtest, dann gib dem nach. Hab ich ja auch bis vor ein paar Jahren getan. Es ist aber nie gut gegangen. Woraus ich wieder gelernt habe. Ich bin nicht irgendwie dahin gekommen, wo ich jetzt bin, sondern meine Erfahrungen haben dazu gehört. Die kann man nicht auslassen. Natürlich gab es auch schöne Erlebnisse, sehr schöne sogar, aber letztlich mündete es immer in Enttäuschung. Und die hatte ich irgendwann einfach satt und wollte heraus finden, was falsch lief. Das war nichts, was ich mir vorgenommen hatte, sondern ich wollte einfach nicht mehr immer wieder an dieselbe Wand rennen.
Und ich habe einiges entdeckt. Ich wählte die falschen Partner, weil ich nicht wusste, mit wem ich überhaupt harmonieren kann. Das kam wiederum daher, dass meine Selbsterkenntnis viel zu gering war und ich nicht nur den anderen, sondern auch mich falsch sah. Da ich aber so bedürftig war, lief immer derselbe Film ab, auch wenn ich tief innen spürte - und zwar ganz besonders zu Anfang, oft machte es der erste Eindruck aus - dass das nichts werden kann. Aber Bedürftigkeit ist unheimlich mächtig und so schnell kann man gar nicht schauen, sind die klaren Gedanken verschwunden und nichts zählt mehr außer den Gefühlen, die der andere anspricht. Und damit ist die Fixierung da, die lange eine Menge ausblendet, weil klar zu sehen bedeuten würde, das wieder aufgeben zu müssen.
Letztlich musste ich es aber ohnehin wieder aufgeben, weil die Harmonie nicht zustande kam. Das war aber immer sehr hart, weil ich ja wieder nicht das bekam, was ich glaubte, unbedingt zu brauchen. Mir tat es weit weniger um die Partner Leid, sondern die offen gebliebenen Bedürfnisse. Die schmerzten am meisten.
Heute ist das anders. Ich will überhaupt keinen Mann mehr haben, damit er meine Bedürfnisse erfüllt. Ich will mir mein Leben selbst erfüllend gestalten und wenn ein Mann, dann müsste es eben eine Begegnung auf gleicher Basis sein.
Das Witzige daran ist, dass es ohnehin immer eine Begegnung auf gleicher Basis ist. Auch wenn es nicht so aussehen mag. Damit meine ich nicht, dass man gleich ist, sondern dass jeder seine Problematik in die Beziehung trägt und es ist praktisch unmöglich, dass das nur einer tut. Denn in dem Fall wäre das dem anderen klar und er würde sich wohl nur ungerne darauf einlassen.
Verstehst du, was ich meine? Zum Beispiel ist es ein Irrglaube, eine Frau, die Nähe sucht, lässt sich auf einen Mann ein, der Nähe nicht aushält. Sie hält sie genau so wenig aus, weil sonst hätte sie ja nicht auf diesen Mann reagiert, sondern auf einen anderen, warmherzigeren. Da kann man dann so schön darum kämpfen, dass sich der andere ändert! Was natürlich nie passieren wird. Und damit kann man das Spiel ruhig weiter spielen. Wir spielen alle unsere Kindheitsspiele solange weiter, bis sie uns wirklich bewusst werden.
LG
Lena
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20.04.2010, 19:43Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
I[QUOTE]ch glaube aber nicht, dass du von rein sexuellen Bedürfnissen sprichst. [/
Nein, von körperlicher Nähe. Für mich ist das etwas, was nur ein Partner erfüllen kann.
Ich bekomme dieses Bedürfnis von meinen Kindern erfüllt, teilweise auch von FreundenWenn dem so wäre, bräuchtest du entweder keinen Mann dazu oder einfach irgend einen, der dir gefällt. Da hängt normalerweise viel mehr dran - eben das Bedürfnis, geliebt zu werden, Geborgenheit zu erfahren.
Ich auch nicht, früher war mir das auch nicht klar und ich habe mich in eine Beziehung gestürzt.Ehrlich gestanden, möchte ich das eine vom anderen gar nicht trennen. Jetzt noch weit weniger als früher.
Nein, ich möchte nicht unbedingt einen Partner haben. Ich finde es für mich manchmal unerträglich, ohne diese Zärtlichkeiten auszukommen.Ich denke aber - war ja bei mir auch so - wenn du wirklich einen Partner haben möchtest, dann gib dem nach.
.Und ich habe einiges entdeckt. Ich wählte die falschen Partner, weil ich nicht wusste, mit wem ich überhaupt harmonieren kann. Das kam wiederum daher, dass meine Selbsterkenntnis viel zu gering war und ich nicht nur den anderen, sondern auch mich falsch sah
Genau, so ging es mir auch, dazu kam, dass ich nie wählte, sondern nur zwischen Angeboten aussuchte. Da war es gang gleichgültig, wieviel ich von mir wusste. Erschreckend, wenn ich daran denke.
Ich sehne mich nach Liebe, nicht nach Bedürfniserfüllung. Was würdest Du dir denn von einem Mann oder von der Beziehung wünschen?Heute ist das anders. Ich will überhaupt keinen Mann mehr haben, damit er meine Bedürfnisse erfüllt. Ich will mir mein Leben selbst erfüllend gestalten und wenn ein Mann, dann müsste es eben eine Begegnung auf gleicher Basis sein.
Ja, das tun wirWas natürlich nie passieren wird. Und damit kann man das Spiel ruhig weiter spielen. Wir spielen alle unsere Kindheitsspiele solange weiter, bis sie uns wirklich bewusst werden.
@ Lilith,
dank es geht mir gut...haben einen ersten Schritt nach draussen in die WElt getan und mich in einem Sportstudio angemeldet.
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20.04.2010, 20:29Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Hallo Lena,
du fragst, welche Aspekte deines Posts "auch von mir sein könnten" :
Einiges, ich greife einmal heraus :
Sicher, eigensinnige Kinder wurden (und werden !) immer als Störenfriede (heute : "behandlungsbedürftig") angesehen. Aber es ist doch wichtig, dass jemand seinen eigenen Sinn hat, seinen eigenen Sinnen traut, nicht unreflektiert alles tut, was von ihm verlangt wird.
Sicher, auch in der Erwachsenenwelt kann jemand mit "eigenem Sinn" den anderen gehörig auf die Nerven gehen, und ich finde das mitunter sehr wichtig. Wenn z. B. jemand sagt : "Halt ! Das mache ich nicht mit ! Das widerspricht meiner Überzeugung !"
Damit hast du eine Betäubung abgewiesen, du wolltest dich nicht narkotisieren, sondern dich der Wirklichkeit stellen. Ein schmerzhafter, unbequemer, mühsamer, aber sehr mutiger und letztendlich erfolgreicherer Weg.
Das hast du, finde ich, ganz toll beschrieben.
Für heute
liebe Grüße
Tosa
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20.04.2010, 20:38Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Liebe Esperanza,
ich sehne mich nicht nach Liebe von jemand. Daher wünsche ich mir von einer Beziehung (im Sinne von Partnerschaft) nichts, weil ich mir auch keine Partnerschaft wünsche. Ich schließe sie nicht für alle Zeiten aus, weil ich nicht in die Zukunft sehen kann und auf eine echte Begegnung, wo starke Anziehung da ist, natürlich reagieren würde. Aber ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren würde, weil ich nur davon sprechen kann, wie es früher war. Und ich hoffe sehr, dass ich nicht wie früher darauf reagieren würde!
Du gehst bei mir von einer Sichtweise aus, die ich nicht mehr habe: Ich kann mir sehr gut vorstellen, ein sehr glückliches Leben zu führen ohne jemals noch eine Partnerschaft zu haben. Daher denke ich auch überhaupt nicht darüber nach, was ich mir von einem Mann wünschen würde.
LG
Lena
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21.04.2010, 03:08Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Oh, ich verstehe! Magst du vielleicht mehr darüber erzählen, d.h. wenn du sagst, wie alt Du ungefähr bist und wie lange deine Partnerschaften gehalten haben...ich sehne mich nicht nach Liebe von jemand. Daher wünsche ich mir von einer Beziehung (im Sinne von Partnerschaft) nichts, weil ich mir auch keine Partnerschaft wünsche.
Ich habe mich ganz bewusst in die Einsamkeit zurückgezogen, um fähig zu sein, eine erwachsene Partnerschaft zu führen, deshalb muss ich ja auch irgendwann aus der Einsamkeit raus.
Ich habe mir als nächstes zum Ziel gesetzt, meinen Freundeskreis zu erweitern, der hat sich seit meiner Scheidung nicht geändert, ich habe mir keine Mühe in dieser Richtung gegeben... Ich möchte auch Freundschaften zu Männern eingehen, das habe ich noch nie gemacht und auch Einladungen annehmen, bei denen ich vorher immer abgeblockt habe...
Ich sitze aber auch nicht hier und denke, jetzt muss ich jemanden kennenlernen, nein ganz im Gegenteil, ich bin zum ersten Mal in meinem Leben mit mir glücklich, auch wenn es noch Momente gibt, in denen es nicht so gut klappt.
Ich bin auch fest der Meinung, wenn man nicht alleine leben kann, zufrieden, kann man auch nicht glücklich in einer Partnerschaft sein (oder nur für kurze Zeit).
lg
esperanza
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21.04.2010, 07:33Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Liebe Esperanza,
ich bin Anfang 50. Partnerschaften hatte ich für die Dauer von 1 bis 8 Jahren. Oder mal auch kürzer, weil sich sehr bald zeigte, dass es hinten und vorne nicht passte. Jetzt lebe ich seit 6 Jahren ungebunden.
Ich gehe meinen Weg aber nicht deshalb, weil ich besser gerüstet für eine Beziehung sein möchte, sondern für mich selbst. Ich glaube nicht, dass das Ziel der eigenen Entwicklung eine gute Partnerschaft sein sollte, sondern ein authentisches Sein.
Für mich war es einer der größten Entwicklungsschritte, dass sich die Abhängigkeit von Beziehungen aufgelöst hat.
Seit ich auch keine Freundschaften oder Bekanntschaften mehr suche, ergeben sie sich ganz von alleine. Nicht in Massen, aber das will ich auch gar nicht, das wollte ich auch sonst nie.
Ich denke, es kommt schon auch sehr auf das Alter an. Mit 20 oder 30 ist es klar, dass man wieder irgendwann in Beziehung leben möchte. Aber ich muss das nicht mehr bzw. zusammen wohnen möchte ich ohnehin nicht mehr. Der Fokus meiner Interessen und Ziele hat sich einfach verschoben. Und ich kann nur sagen, es war eine positive Veränderung, denn mir geht es heute besser als viele Jahre zuvor.
Ich glaube auch, es geht nicht per se um Partnerschaft oder nicht als Wahlmöglichkeit. Es geht ums eigene Leben, ums Bei-sich-sein, um die Übereinstimmung zwischen Innen und Außen in deinem Leben. Partnerschaft ist ein Thema, das für mich nicht mehr im Zentrum steht - mein eigenes Leben steht im Zentrum und damit alles, was mich interessiert. Ich habe zum Beispiel vor einigen Monaten spontan eine Patenschaft für ein Mädchen in Asien übernommen. Ich wollte von meinem Wohlstand etwas abgeben, auch wenn es nicht Berge versetzen wird. Aber für dieses Mädchen wird es doch einiges bewirken. Ich habe seit mehreren Monaten eine aufrichtige und sogar recht intensive Schreib-Freundschaft zu einer Frau im Ausland, die ich sehr schätze und mag. Und vielleicht ergeben sich ja auch hier Kontakte, die gehaltvoller sind, denn ich liebe Austausch und Kommunikation auf tieferer Ebene sehr.
Ich glaube, dass du es gut machst, wenn du das Alleineleben dazu nutzt, um dein eigenes Leben einzurichten. Das ist sowieso immer wichtig und viele haben keine Ahnung davon, sondern stolpern nur von eine Beziehung in die nächste. Wie ich selbst ja auch in meiner Vergangenheit.
Aber es gibt auch - das muss jetzt nicht für dich gelten - ein Leben jenseits von Partnerschaft. Es ist nicht weniger gut! Das sieht man nur solange so, solange die Bedürftigkeit das Alleineleben beeinträchtigt. Wenn alleine nur Leere da ist, fehlt in dir etwas, nicht etwas von außen fehlt. Es heißt auch nicht, keine anderen Beziehungen zu Menschen zu haben oder isoliert zu sein. Zweiergemeinschaften sind nur ein gängiges Modell in unserer Gesellschaft, aber zum Glück heute längst nicht das einzige.
Und man darf auch nicht vergessen, dass auch eine Zweierbeziehung aus zwei Ich besteht, dass das Wir zwar zusammen da ist, dass aber jeder trotzdem sein eigenes Leben hat. Ich würde meins nie wieder nur einem Wir widmen und ich bin damit zufriedener als ich das je war.
LG
Lena
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21.04.2010, 07:52
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
Eine Partnerschaft oder Beziehung, wie immer die aussieht, sollte mMn auch ein Extra für mich sein, das Sahnehäubchen auf dem Kuchenstück sozusagen .. kein Lückenfüller. Und umgekehrt möchte ich auch so angenommen werden, wie ich bin. Nicht in eine Mulde gedrückt werden, die bei jemand anderem vorhanden ist.
Es gibt ein gutes Buch zu dem Thema, von Stephanie Dowrick. Im Original heisst es "Intimacy and Solitude", in deutsch glaub ich "Distanz und Nähe" (doofer Titel).Geändert von frangipani (21.04.2010 um 09:56 Uhr) Grund: umlaut repariert
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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21.04.2010, 09:05Inaktiver User
AW: Es ist mehr möglich als man denkt
@ frangipani
Das wäre dann wohl das Ideal: Partnerschaft als Sahnehäubchen on top of my own rejoicing at life. Aber ist es nicht gerade diese Anspruchshaltung, die es uns oft unmöglich macht, im Augenblick das (vermeintlich) kleine Glück zu erkennen und zu genießen und auf diese Art daraus Zufriedenheit zu ziehen?
Ich möchte lieben und geliebt werden. Ganz einfach
Schlaflos


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