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  1. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oh, ich hab den Eindruck, dass du schon gut dabei bist - vielleicht nicht so schnell & effizient, wie du es dir wünschst (das kenn ich auch von mir selbst!), oder manchmal hängt man auch an einem unüberwindlich erscheinenden Punkt fest - und doch geht es irgendwann wieder weiter....
    ja...Geduld ist nicht wirklich meine Stärke, am allerwenigsten mit mir selbst....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    kannst du dich ablenken, mit etwas schönem? Um auch mal auf andere Gedanken zu kommen?
    Ich kenne das von mir - wenn ich mich an einer Sache "festbeisse", brauche ich Abstand, auch wenn es mir zuerst schwer fällt. Hat aber noch immer geholfen!
    Ja, ich unternehme eigentlich schon viel, und freue mich auch auf den Sommer (wenn der denn endlich mal kommt), bin immer mit Menschen unterwegs und in Kontakt. Also an Ablenkung mangelt es nicht....


  2. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich war/bin in einer ähnlichen Situation, möchte dir aber Hoffnung machen: nicht aufgeben - es wird besser....
    Danke...ich hoffe es wirklich! Aber bei Dir wurde es ja besser, oder?

  3. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Hallo Liebe Clou,

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Kannst Du die Verletzungen Deiner Kindheit SPÜREN? Oder sind diese Zusammenhänge Kopfsache, Du ahnst, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat, aber es ist weit weg?
    Es ist noch eher ein Nebel...ich erahne Konturen, aber scharf sind sie nicht. Ich kann die Verletzung spüren, aber nicht mit Verletzungen aus der Kindheit verknüpfen. Nur dieses eine Gefühl: Panik. Ich hatte dieses Gefühl, als sich meine Eltern laut stritten (was das erste und einzige Mal passierte), und mein erster Gedanke war - ich springe vom Balkon, ich war kopflos und einfach nur panisch. Als würde das Haus einstürzen und ich wüsste nicht, wohin zuerst laufen.

    Das gleiche Gefühl, die gleiche Ohnmacht, die gleiche Panik fühle ich heute noch immer dann, wenn die Beziehung in die "spannende" Phase geht, wenn der Teufelskreis anfängt: Ich das Ende ahne, aber es noch nicht zuende ist. Dann habe ich starke körperliche Reaktionen, esse nicht, schlafe nicht, denke nicht rational. Nur mit Angst, die im Bauch sitzt. Diese Spannung ist eben dann vorbei, wenn ER das Ganze beendet hat...



    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Ich frage mich heute im Umgang mit anderen: Tut mir das gut? Ich fühle den Schmerz langsam und daher kann ich mein Verhalten akzeptieren. Ich sehe mich heute als das verletzte kleine Mädchen, das ich bin. Mein Verhalten ist eine völlig logische Folge der Dinge, die in meinem Elternhaus passiert sind. Und freue mich immer, wenn sich Gelegenheiten ergeben, meinem inneren Kind Zucker zu geben.schnell festgelegt habe "Das ist gut, das muss jetzt klappen".
    Hast Du diese Entwicklung alleine bestritten? Oder hast Du Dir Hilfe geholt? Ich finde es einfach schwer, das Verhalten heute mit den Ursachen von früher zu verbinden, wie hast Du das geschafft? Wie spürst Du Dein inneres Kind?

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Mein Bauchgefühl ist eine echte Größe geworden, die ich unbedingt ernstnehme. Ernster als alles andere, was mir irgendwer einreden will.
    Ich kann Dir aus den wichtigsten Ereignissen in den letzten Jahren den Zeitpunkt nennen, wo sich mein Bauch gemeldet hat, ich ihn aber geflissentlich ignoriert habe... Und zwar war das immer ganz zu Anfang, vor allem in Hinblick auf Beziehungen, dass mein Bauch rebelliert hat. Und ich gesagt hab, Bauch sei still.

    Als ich in der Beziehung, in der mich mein Freund die ganze Zeit betrogen hat, war, habe ich mir selbst einen Brief geschrieben, in dem ich mich überzeugen wollte, dass ich ihm trauen könne, dass er mich liebt so wie er es sagt, er mich nicht anlügen würde, und ich habe mich gezwungen, den Text immer wieder durchzulesen um es zu glauben. Mit diesem Brief habe ich meinen Bauch endgültig zum Schweigen gebracht, tot gemacht, obwohl er so Recht hatte und mich so oft und so lange gewarnt hat...

    Ich bewundere Dich dafür, dass Du aus dem Kreis getreten bist, und für Dich selbst einstehst, Deine Entscheidungen triffst, auch wenn es heisst, anderen zu missfallen. Mach weiter so, und viele kleine Erfolgserlebnisse wünsche ich Dir...

  4. User Info Menu

    AW: Noch nie geliebt...?

    Liebe Emma,

    zunächst: Du musst Dich hier für GAR nichts entschuldigen. Du kommst einfach, wie es Dir gefällt, wie es Dir guttut. So läuft das hier.

    Es ist auch ohne weiteres nachvollziehbar, dass Du Dinge sacken lassen musst. Du beschäftigst Dich schließlich gerade mit Deinen Wurzeln. Die freizulegen, wühlt auf. Mein Eindruck ist, dass Du den Weg siehst, ihn aber noch zögerlich beschreitest. Es zu FÜHLEN, erlaubst Du Dir noch nicht. Das ist ein völlig normaler Schutzmechanismus. Wenn Du magst, such doch mal im Internet ein bisschen unter dem Stichwort emotionaler Missbrauch. Es klingt so, als könnte da bei Dir ein bisschen was passieren. Dein Vater hat sich doch nicht bloß auf Deine Mutter gestützt, nicht wahr? Er hat diese Stütze auch von Dir verlangt. Er hat bei Dir ständig Bestätigung gesucht. Und er hat Dich damit überfordert. Das war etwas, das Du nicht, NIEMALS, leisten konntest.

    Ich habe meine Erkenntnisse nicht allein, sondern mache eine Therapie. Bei der stehen meine Eltern zwar nicht im Vordergrund, aber mein Selbstwertgefühl. Da hängt eben vieles zusammen. Es ist wie ein Dominoeffekt. Peng. Peng. Peng. Mein Vater ist im Grunde genommen wie Deiner. Er erwartet von mir ein ganz bestimmtes Verhalten, das ihm signalisiert, alles ist gut, er wird geliebt, ich nehme ihm seine schlechten Gefühle. Er ist nicht in der Lage sich selbst ein halbwegs schönes, zufriedenes Leben zu gestalten. Er ist ewig abhängig von den Umständen. Er kann sich nicht abgrenzen. Er hat Versagensängste. Er wehrt sich nicht, wenn meine Mutter ihn öffentlich runtermacht. Ich soll das dann heile machen. Seit einigen Wochen spüre ich sehr wohl, was das mit mir macht. Ich bin nur noch wütend auf ihn. Ich spüre den Druck. Ich merke, dass ich völlig überfordert bin. Ich sehe, dass er mich gar nicht SIEHT, sondern nur auf seinen Zweck ausrichtet. Und ich sag Dir mal was, das habe ich noch nie jemandem so gesagt und es kommt aus vollem Herzen:

    Mein Vater ist eine feige Sau. Er hat mich geopfert. Dafür, dass er für sich selbst nicht die Verantwortung übernehmen muss. Er ist eine feige Sau. Und irgendwo hasse ich ihn dafür.

    So, das musste mal raus.

    LG,
    Babette
    Geändert von Dieclou (11.04.2010 um 22:28 Uhr)
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  5. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Liebe Emma

    ich möchte mich Babette anschließen: Keine Entschuldigungen notwendig Es ist doch ganz offensichtlich, dass es hier nicht um den Einkaufszettel für die nächste Woche geht oder ähnliches. Die Dinge des Lebens brauchen Zeit...


    Zwei Beschreibungen fallen mir auf, und deshalb selektiere ich sie, um die Ähnlichkeit hervorzuheben, die du vielleicht auch erkennst. Falls nicht - wie gesagt - nur etwas, das mir beim Lesen aufgefallen ist:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Lief in der Beziehung mal was gut, habe ich es sabotiert, um meine Sucht nach Leiden zu befriedigen, ohne ihn zu sehen, ihn zu verstehen. Habe ich dieses Gefühl von vornherein nicht bekommen, war er ein netter, habe ich dem Menschen gleich gar keine Chance gegeben.
    vs.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein Vater hingegen ist sehr passiv, ein liebenswerter Mensch, der aber leider einen dominanten Menschen an seiner Seite braucht, die ihn mitträgt.
    Könnte es stimmen, dass dich die Eigenschaften eines potentiellen Partners abstoßen, wenn sie denen deines Vaters ähneln? Passivität, Liebenswürdigkeit, eher devote Veranlagung, Nettigkeit...

    Und WENN dem so ist, dann könnte die Erklärung hierfür:

    Diese Spannung ist eben dann vorbei, wenn ER das Ganze beendet hat...
    möglicherweise darin liegen, dass ein Kind seine Eltern schlicht nicht verlassen kann, diese Möglichkeit steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber du bist als Kind in vielerlei Hinsicht verlassen worden - das unbedingte Verlassenwerden durch einen Partner käme also dem durchaus gleich?!


    Ich bleibe mal bewusst nur bei diesem einen Aspekt. Der birgt schon ordentlich Zündstoff in sich, denke ich.


    Schlaflos

  6. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In Beziehungen, in jenen zu den (ich nenne sie jetzt einfach mal pauschal so) Unerreichbaren, habe ich solche heftigen körperlichen Reaktionen, dass es fast wie eine Droge ist. Mir geht's super, aber eldet er sich mal nicht, oder ist seine anfängliche Euphorie verflogen, kann ich nicht schlafen, nicht essen, nicht klar denken, weil ich dann in die bekannte 'Geht-es-jetzt-kaputt-oder-nicht' Phase eintrete... und ich erwarte quasi jeden Moment den großen Schlag, womit er das Ganze beendet, und ich wieder erlöst bin. Und wenn es vorbei ist, endgültig, fühle ich mich eher erleichtert.... (bestätigt?), auch wenn ich noch leide, aber wenigstens hat die Schwebephase ein Ende.
    Ich denke, es ist eine Droge, sich auf Männer einzulassen, die diesen Kick produzieren. Die, die es nicht tun, sind 'langweilig'. HQKing beschrieb das in einem Satz sehr gut. Du brauchst starke Trigger um dich zu fühlen. Auch dein Realitätssinn als Kind wurde verdreht, du spürtest genau, das etwas im Argen liegt, was deine Mutter aber negierte. Möglicherweise schaffst du dir also auch deshalb solche 'Spannungen', um immer wieder deine Wahrnehmung überprüfen zu können.

    Es ist kein besonders orgineller Tipp, doch ich empfehle es immer wieder gerne, weil sehr viel Wiedererkennungswert unserer Muster (ich habe das selbe) darin zu finden ist und wir Verständnis finden für uns selbst. Es ist von Robin Norwood 'Wenn Frauen zu sehr lieben'. In vielen Protokollen hatte ich kleine Aha-Erlebnisse.

    Zudem habe ich über zwei Jahre lang körpertherapeutisch gearbeitet, kein leichter Weg, aber das effizienteste, was ich bisher therapeutisch in meinem Leben machte, es führte wirklich zu einem Quantensprung in meinem Leben.

    Vielleicht könntest du dich auf Ähnliches einlassen, ich würde es dir wünschen .

    Liebe Grüße, Julifrau

  7. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Och menno, das ist alles so kompliziert, ich bin mir nicht mal sicher, ob Ihr versteht, was ich schreibe, es ist so verdreht...
    Hallo Emma,

    danke für diesen Beitrag....

    Ich finde deine Selbstanalyse sehr klar und verständlich und ich kann es gut nachvollziehen, was dich bewegt.

    Ja, bei mir wurde es besser - nachdem ich mir das ganze noch einmal real angesehen hatte, sprich: ein Drama von Nähe und verlassen werden durchlebt habe (auf eine sehr ungewöhnliche Weise, aber das tut nix zur Sache, für mich hatte es so funktioniert).

    Dann habe ich gesehen, wie schlecht es mir dabei ging, (wie ich befürchtet hatte), und dass ich aber nicht daran kaputt gehe (erfreuliche neue Erkenntnis!)

    Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, aber ich hatte auch mal Sorge, das wird nie was, ich bin eine Verlorene, verdammt dazu, immer dem gleichen Muster zu folgen... jetzt kenne ich mein Muster besser, und kann besser damit umgehen ... hoffe ich.
    Ich mach keine prognosen mehr, und ich sag auch nicht mehr: das würde ich nie mehr tun...
    Geändert von Inaktiver User (12.04.2010 um 18:05 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Es tut mir so leid, wenn ich verwirrend geschrieben habe, und wenn es so lang geworden ist, aber dieses Dilemma in Worte zu fassen, ist so schwer… aber trotzdem würde ich Euch gerne fragen, ob jemand von Euch das Thema kennt? Und falls ja, wie Ihr euch da herausgekämpft habt? Ist es überhaupt möglich, ist es überhaupt nötig? Ich habe noch nie von einer Hochzeit in Weiß geträumt, schon als Kind nicht, habe noch nie einen Mann und lachende Kinder gesehen, wenn ich von der Zukunft gesponnen habe, ich weiß nicht einmal, will ich einen Mann und Kinder, oder ist das Scheitern jeglicher Beziehung bisher vielleicht eher ein Glücksfall, weil ich im Grunde gar kein Interesse an einer festen, verbindlichen Beziehung habe? Ich weiß, es gibt so viele Fragen, und ich kenne die Antworten darauf einfach nicht…
    Ich finde, du hast dein Dilemma sehr sehr gut beschrieben und auf den Punkt gebracht.

    Von der Familiensituation über die Partnerwahl bishin zu meinem eigenen extrem ambivalenten Beziehungsverhalten habe ich das mit 95 Prozentiger Übereinstimmung genauso erlebt.

    Ich finde, die persönliche Entwicklung deiner ambivalenten Gefühlslage ist hier schon sehr gut analysiert worden, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

    Aber vielleicht interessiert es dich, wie ich das Rätsel für mich gelöst habe - übrigens zu einem Zeitpunkt, als ich es gar nicht mehr lösen wollte und mich irgendwie damit abgefunden habe:

    Ich habe mir einen Mann (bewusst) ausgesucht, der sowohl nett als auch unerreichbar ist.

    Denn ich hatte mir überlegt, dass mich nur jemand verstehen kann und dass auch ich nur jemanden verstehen kann, der so ähnlich ist wie ich - nicht in allem, sondern in den zwei wesentlichen Punkten: nett (und damit meine ich so etwas wie aufrichtig, liebevoll, zärtlich, fürsorglich) und unerreichbar (sehr individualistisch, distanziert, "cool"). Das geht jetzt schon (für meine Begriffe) sehr lange sehr gut und ich kann es manchmal gar nicht glauben.

    Mein Dilemma hat sich damit zu 90-95 Prozent aufgelöst: Ich habe keine Angst davor, dass er zu nett sein könnte, weil ich seine Distanzierungsanfälle kenne, und ich habe keine Angst, dass seine Distanzierungsanfälle zu lange anhalten könnten, weil ich weiß, wie nett er ist. Und vor allem, weil ich in allem genauso bin, und mich ebenfalls so ambivalent verhalten darf. Übrigens empfinden wir unser Verhalten gegenseitig nicht als ambivalent, sondern als ganz normal.

    Das hört sich jetzt so einfach an...es ist auch einfach, jetzt, ich denke mir jetzt, entweder ich habe einfach Glück gehabt oder dieser endlose Denk- und Immerwiederfehlermach-Prozess in den mindestens 20 Jahren zuvor hat sich doch gelohnt.

    Natürlich gibt es eine Einschränkung: Man sollte sich von dem Gedanken verabschieden, eine Großfamilie mit klassischer Rollenaufteilung zu gründen und entsprechend zu leben - und man sollte sich von dem Gedanken verabschieden, so zu sein wie die anderen. Aber ich muss sagen, kein Abschied ist mir leichter gefallen als letzterer. Denn eigentlich ist ja jeder anders als die anderen. Und Liebe fängt da an, wo der andere so anders oder so gleich und dann doch wieder anders sein darf, wie er will.

  9. User Info Menu

    AW: Noch nie geliebt...?

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen

    Ich habe meine Erkenntnisse nicht allein, sondern mache eine Therapie. Bei der stehen meine Eltern zwar nicht im Vordergrund, aber mein Selbstwertgefühl. Da hängt eben vieles zusammen. Es ist wie ein Dominoeffekt. Peng. Peng. Peng. Mein Vater ist im Grunde genommen wie Deiner. Er erwartet von mir ein ganz bestimmtes Verhalten, das ihm signalisiert, alles ist gut, er wird geliebt, ich nehme ihm seine schlechten Gefühle. Er ist nicht in der Lage sich selbst ein halbwegs schönes, zufriedenes Leben zu gestalten. Er ist ewig abhängig von den Umständen. Er kann sich nicht abgrenzen. Er hat Versagensängste. Er wehrt sich nicht, wenn meine Mutter ihn öffentlich runtermacht. Ich soll das dann heile machen. Seit einigen Wochen spüre ich sehr wohl, was das mit mir macht. Ich bin nur noch wütend auf ihn. Ich spüre den Druck. Ich merke, dass ich völlig überfordert bin. Ich sehe, dass er mich gar nicht SIEHT, sondern nur auf seinen Zweck ausrichtet. Und ich sag Dir mal was, das habe ich noch nie jemandem so gesagt und es kommt aus vollem Herzen:

    Mein Vater ist eine feige Sau. Er hat mich geopfert. Dafür, dass er für sich selbst nicht die Verantwortung übernehmen muss. Er ist eine feige Sau. Und irgendwo hasse ich ihn dafür.

    So, das musste mal raus.

    LG,
    Babette

    Liebe Babette,

    ich mische hier auch mal so ein bisschen mit und sage Dir, dass ich Dich um diese Gefühle schon fast beneide. Ich habe in Deinen Beschreibungen fast meinen Vater erkannt, für den ich auch "Alles" bin. Aber ich spüre -noch- keine Wut. Ich spüre immer noch dieses alte Mitleid mit ihm. UNd dieses Ihn-Schützen-Müssen. Selbst zurückstecken, damit es ihm gutgeht, wenn ich "brav" bin.
    Aber ich weiss, dass dies Zeit braucht. Zu lange ist dieses Ursprungsgefühl zugeschüttet worden und verdrängt. Auf Fast-Nimmer-Wiederspüren.
    Meine Kinder sagen mir deutlich, wenn ich ihre Grenzen überschreite.
    Ich traue mich bis heute nicht, bzw. spüre es nicht. Emotionaler Missbrauch, wollte ich lange nicht wahrhaben. Aber es ist wie es ist.

    Liebe Emma,

    ich glaube Du bist auf einem guten Weg, hast viel erkannt. Allein das Spüren und Verändern der alten Muster dauert. Und das dauert lange. Wie ich selbst erfahren muss.

    LG midway
    Ich habe keine Probleme mit der Rechtschreibung.
    Meine Finger sind nur zu schnell für die Tastatur.

  10. User Info Menu

    AW: Noch nie geliebt...?

    Meine Lieben, ich will euch danken!
    Wie immer, wenn ich mit traurigen oder aufgewühlten oder fragenden Gefühlen in dieses Forum reingeh, hab ich auch heute instinktiv ein vom Titel her "irgendwie vielleicht passendes" Thema ausgewählt - und nach Durchlesen aller eurer Kommentare weiß ich, ich bin mal wieder genau im richtigen gelandet!

    DilemmaEmma - lieber würde ich dich Emma nennen, denn das Dilemma im Namen finde ich so hoffnungslos, obwohl doch gar nix hoffnungslos ist !!! - ich kann fast alles, was du schreibst, zu 100 prozent nachfühlen!

    zwar war meine kindheit ganz anders "strukturiert", ich hatte wahnsinnige probleme damit, meine mutter zu akzeptieren (heute, wo sie tot ist, liebe ich sie von ganzer seele!), habe dagegen meinen vater (der mich dezidiert wegen seiner zweiten frau, die mich nicht ausstehen konnte, weggegeben hatte) jahrelang auf einen goldenen thron gesetzt, und aufgewachsen bin ich sowieso ab kleinkindalter bei pflegeeltern, was auch alles andre als eitel-wonne-sonnenschein war. ich KENNE diese verlustängste und diese verzehrenden gefühle für diese unerreichbaren männer so gut genauso wie das sabotieren "funktionierender" (blödes wort) beziehungen genauso wie das miese bauchgefühl/mich "bedroht" fühlen bei eigentlich netten männern, die mir quasi den hof machen u die ich dann ganz schnell (und zum teil richtig biestig) zum teufel jage...

    ich bin 30. und guter hoffnung, denn seit etwa 1 jahr löst sich das ganze knäuel mehr und mehr und mehr auf !!! ich gehe zwar seit jahren in therapie, aber mit dem "inneren kind" zb beschäftige ich mich erst seit letztem sommer - viell. brauchte ich die lange therapie, um überhaupt aufs innere kind zu kommen. (nur zur info: ich gehe weiterhin in therapie u werde das noch laaaange nicht lassen :-) tut mir so gut und ich schäme mich auch nicht dafür, ich bin stolz drauf, diesen weg gewählt zu haben und dafür auch mein geld auszugeben. ich bin grade wieder in ausbildung, und hab es echt nicht so "fett", aber ich denke, das wichtigste, in das ich investieren kann, ist meine seelenhygiene, meine arbeit mit mir selbst...)

    ich habe mir im winter, als ich wieder einmal seeehr verletzt war wegen einem mann - kurze beziehung nur, nach einigen wochen rammte er mir währenddessen rein, dass ich schlecht im bett bin !!! hab mich dann zusammengerissen quasi, nachdem ich tagelang nur geheult hatte u dachte, ich muss sterben und am schluss war er dann "ganz zufrieden" mit meiner leistung; ich habe vor kurzem mit ihm schluss gemacht u weiß, dass ich mich nie wieder so verletzen lassen werde u bin stolz, ihn verlassen zu haben - also ich habe mir in dieser zeit aus nem alten album, das meine pflege-mum für mich angelegt hatte, ein paar fotos rausgesucht von mir als kind. ich wollte ein antwort finden auf den schmerz, den ich in diesen tagen fühlte (der mann an sich war zu keinem gespräch bereit, u ging nach dieser horrornacht bewusst (?) etwa 2 wochen auf distanz; er wollte keine erklärung von mir, warum ich vielleicht bin, wie ich bin; er wollte es mir nur gesagt haben... wah, wenn ich da dran denke - heute nur noch: *kopfschüttel*) ...

    schniefend und rotzend, habe ich da unter anderem übrigens auch ein clown-foto von mir im fasching (ich habe das kostüm GEHASST!) gefunden, das war grauenhaft zum ansehen, ich tat mir selbst so leid. der unglückliche clown im abseits, keine katze oder prinzessin, nein, es hatte das hässliche kostüm sein müssen...
    das eigentlich wichtige bild aber war eins, als ich, ca. 7jährig, in alten jeans und ringelpulli mit tieren am bauernhof spiele, ganz allein, ganz versonnen und die kamera ignorierend... ich habe mich an das gefühl erinnert, letzten winter, als ich mich so unglaublich verletzt u gedemütigt fühlte von jenem mann, wie ich mich damals als zwerg auf dem hof mit den tieren, ganz in meinem metier in stiller zwiesprache mit den viechern, fühlte. es war ein ganz weiches, zartes, gutes, reines gefühl, angstlos u zeitvergessen. gott, dann hab ich natürlich gleich noch mehr geheult ;-) aber das fühlte sich dann besser an... seitdem hab ich dieses alte foto immer bei mir.

    ich möchte meinem inneren kind zeigen, dass es keine verlustangst mehr zu haben braucht, sich nicht im kampf für bzw. gegen (je nachdem) männer aufreiben u fertigmachen braucht, nein. es reicht, wenn es da ist, spielt, weint, sich freut, sich das knie aufschlägt, schläft, träumt, lacht - ich werd es immer lieben und beschützen!

    ich bin noch am anfang, aber ich WEISS ganz instinktiv, dass genau DAS mein weg raus aus dem - ja, Emma - Dilemma ist, und ich weiß nicht, wann ich ganz draußen bin und wirklich frei und schmerzfrei lieben kann, aber ich bin zumindest schon mal am weg dorthin :-)

    und nun, nachdem ich euren thread durch bin, wird mir noch was bewusst: ich bin gerade noch mehr am lernen:
    ich habe vor einigen wochen eine freundschaft mit einem "ur-alt"-bekannten aufgebaut, einfach nur freundlich quatschen, mittlerweile zwar fast täglich, aber von meiner seite aus (fast ;-)) ohne erwartungen, druck, stress so wie sonst immer. Ich bin mir irgendwie so SICHER bei diesem menschen, dass "es" (was??? ;-)) passt, und dass das, was sich bei uns aufbaut gut ist. ohne stress. ohne hysterie. ohne bauchweh. einfach relaxt. ich beobachte mich, wie ich mich ihm gegenüber verhalte. wenn er sich zb mal doch nen tag oder zwei nicht meldet. wenn ich merke, ich hab nen miesen tag und fühle mich alleingelassen od. enttäuscht u beginne, das automatisch auf diesen menschen (mann!) zu projizieren, dann versuche ich, mein inneres kind wieder an die sonne zu lassen u für mich sein zu können, ohne jmd andrem die verantwortung (zb eben bloß: sich täglich zu melden, weils jetzt halt fast schon die norm is ;-)) rüberzuschieben. das tut mir so gut! umgekehrt ists auch so: wenn ich mal 2 tage nicht erreichbar bin, ok, kein drama und mach dir eine wunderschöne zeit ... wahnsinn. fühlt sich echt gut u entspannt an, und wer weiß, vielleicht führen wir irgendwann wirklich eine intimere beziehung.

    jetzt habe ich euch alle ziemlich vollgequatscht. an alle, die es gelesen haben: DANKE fürs "zuhören" ;-)

    und ich wünsche euch und mir, dass es bergauf geht mit jeder form der selbstarbeit und dem eigenen kind. damit es irgendwann keine angst mehr hat, ungeliebt, verlassen und/oder verachtet zu werden!

    darauf ein großes:
    NIEMAND KOMMT, UM DICH ZU RETTEN. DAS MUSST DU SCHON SELBST TUN.

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