Bingo...die Kollegin hat Krebs bekämpft, meiner Meinung nach ist Stress ein großer Auslöser von Krebs.
Messe Dich nicht an andere...nur Du weißt, ob Du zu viel auf deinem Teller hast.
"Arbeite um zu leben, lebe nicht um zu arbeiten."
Zurück blickend wünschte ich mir weniger Zeit an meinem Arbeitsplatz verbracht zu haben...ich hätte meine Zeit den Kindern und Mann widmen sollen...mich um mich kümmern sollen.
Zeit ist die einzige commodity die man sich nicht kaufen kann...diese Erkenntnis kam in der Form von Krebs.
Nimm dir Zeit und frage Dich was Dir wichtig ist, setze Prioritäten.
Ibeth
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27.03.2010, 23:31Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
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28.03.2010, 08:53Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
Liebe Luciernago,
erst einmal: Ich bin 34. Seit ich 28 bin, habe ich Leitungsverantwortung, zunächst aber auf unterer Leitungsebene, das war ganz gut zu wuppen.
Dass mein Mann und ich gleichzeitig Karriere machen, ist uns natürlich bewusst. Du fragst, warum... Tja, eigentlich möchte ich Dir mit meiner tiefsten Überzeugung antworten: `Um die eigenen Fähigkeiten einzubringen.´Das meine ich wirklich ernst, mir ist das "Etikett: Ober-Bestimmerin" ziemlich unwichtig, auch die Kohle war nicht das Kriterium (in unserem Bereich springt eh nicht so wahnsinnig viel dabei raus, wir können ganz gut davon leben, aber Luxus ist anders), sondern angenehme Begleiterscheinung. Aus diesem Grund haben mein Mann und ich auch keine Überlegungen angestellt a la "Wer von uns beiden?", wir hängen beide mit Herzblut in unserer Arbeit. Ja, ich weiß - noch größere Gefahr für das Burnout. Hinzu kommen "Glaubenssätze", die ich mir teilweise erst jetzt bewusst mache, die mich aber gewaltig angetrieben haben. Ja, Leistung war ein wichtiger Wert... Ein anderer Wert, der mir nicht so schnell aus dem Kopf geht, ist der, etwas Sinnvolles in meinem Leben zu tun, durchaus im Sinne von: `der Gesellschaft etwas geben´. Ist es nicht auch wichtig, sein Bestes zu geben? Hat es nicht auch Wert, nicht nur an sich zu denken? Auch mal an/über die eigenen Grenzen zu gehen? *amkopfkratz*
Ich habe mich in den vergangenen Wochen ab und an mal gefragt, ob ich nicht mit Volldampf auf dem falschen Dampfer sitze. Ab und an gab es diese Kniffe... Das habe ich gestern mal beschrieben: Wenn ich überlege, wann ich in meiner Arbeit aufgegangen bin und Energie schon allein daraus gezogen habe, dass ich mit großem Spaß meiner Tätigkeit nachgekommen bin, so war das, wenn ich kreativ sein konnte, gestalten konnte. Schon immer hatte ich etwas chaotischen Rummel in meinem Büro und habe am besten gearbeitet, wenn die Arbeitszeit nicht nach Stechuhr gemessen wurde. Jetzt sieht das etwas enger aus. Auch die Aufgaben der Personalverantwortung wuppe ich zwar, finde es aber anstrengend, bei vielen Mitarbeiterkontakten meine Reaktion genau gesteuert zu haben. Ich bin mir also gar nicht sicher, ob ich in diesem Sinne weiter "Karriere" machen will.
Ibeth, was Du beschreibst, dazu gibt es ja sogar Studien und Zukunftsforschungen: den Menschen werden soziale Beziehungen immer wichtiger, im Rückblick sagt niemand, dass er gerne mehr Zeit bei der Arbeit verbracht hätte. Ach Mann, es "wühlt" in mir...
Gestern habe ich mit meiner besten Freundin telefoniert, die damals in derselben Supervisionsgruppe war, in der mich der Supervisor als "müdes Talent" bezeichnet hat. Wir haben lange miteinander gesprochen, ich habe ihr von meinen Überlegungen erzählt. Der wichtigste Satz, der mir von ihr in Erinnerung geblieben ist, ist: "Dass du nicht müde bist, hast du doch schon längst bewiesen."
Aber wie gesagt, es plagen mich Fragen wie "Muss es nicht unermüdlich weitergehen? Gibt es nicht auch Werte über mich hinaus, für die es sich einzusetzen lohnt?"
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28.03.2010, 09:06Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
Vielleicht hilft es Dir, einmal darüber nachzudenken, ob jemand, der nicht gut für sich selbst sorgt, der seine Kräfte erodiert, indem er sich permanent überfordert und überlastet, und keine für ihn persönlich, ganz individuell angemessene Balance zwischen Arbeit und Erholung hat, dauerhaft für andere da sein, etwas schaffen, und einen Beitrag leisten kann?
Manche Menschen haben das Glück, so in ihrer Arbeit aufzugehen, dass sie daraus Kraft ziehen. Dennoch brauchen auch diese Menschen das für sie richtige Mass an Schlaf, regelmässigen Mahlzeiten, geistiger Erholung, Bewegung, Liebe, Begegnungen mit der Natur, Austausch mit und Nähe zu anderen Menschen. Das ist das, was ich mit Balance, Homöostase meine.
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28.03.2010, 12:07
AW: Andere schaffen es doch auch!
Denselben Gedanken wie Seewespe hatte ich auch. Natürlich ist das in hohem Maße anzuerkennen, wenn man der Gesellschaft etwas zurückgibt, aber auf Dauer kann man das eben auch nur, wenn man nicht dauerhaft über seine Grenzen geht, sondern mit seinen Kräften haushaltet. Ansonsten bekommt man das 5-15 Jahre hin und kippt dann um. Und das ist nicht so böse gemeint, wie es vielleicht klingt: dann gibst du der Gesellschaft gar nichts mehr zurück, dann wirst du von der Gesellschaft aufgefangen, vielleicht auch von Menschen, die besser mit ihrer Gesundheit umgegangen sind und deswegen insgesamt länger leistungsfähiger sind und damit der Gesellschaft auch länger dienen können.
Machst du denn etwas im sozialen Bereich?Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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28.03.2010, 14:17
AW: Andere schaffen es doch auch!
mensch, citty, du hast ja einiges auf dem teller.
was mir so durch den kopf schoss, weil es mir hier zu kurz kommt: verdammt, arbeit und karriere kann und darf auch SPASS machen!!! und du machst mir ganz den eindruck, als hättest du wirklich spaß an deiner arbeit, an der verantwortung, du WILLST wissen, aus dir heraus. das ist großartig! und ist (natürlich?) genauso gefahr für ein burnout wie es aber auch das genaue gegenteil wäre - kein spaß an der arbeit, dauernde unterforderung (oder auch überforderung).
ich finde wichtig, was, ich glaube luciernago fragt: wo willst du hin, was willst du im leben? lies mal hier rein, auch weil du vom "falschen dampfer" sprichst: Barbara Sher
und ja, es gibt noch übergeordnete werte/dinge im leben - du musst für dich nur herausfinden, welche es sind... bei mir sind es kinder, familie, freundschaften, natur, tiere... auch wenn ich das alles jetzt noch nicht haben kann, weil gerade meine karriere abzuheben scheint. aber allein mit dem wissen darum kann ich mich jedes mal wieder erden. sorry, es sollte ja nicht um mich gehen...
ich finde es grundsätzlich großartig, wenn man die chance bekommt, sich beruflich und weiterbildungsmäßig so richtig auszutoben. und da dürfen meiner meinung nach andere dinge auch manchmal etwas zurückstehen. aber es wichtig, dabei genau auf sich selbst zu hören - und ich glaube, du horchst gerade auf, weil sich dein alarm meldet. vertrau diesem gefühl!
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28.03.2010, 14:35
AW: Andere schaffen es doch auch!
Liebe Citty,
da würde ich mal zurückfragen: Was verstehst Du denn unter "der Gesellschaft etwas zurückgeben"? Ich denke nämlich mittlerweile, dass Menschen, die derart ihre Grenzen überschreiten, eher einen unguten Hang dahin haben, viel zu viel Verantwortung zu übernehmen, wo sie objektiv betrachtet keine haben. Wenn jeder für sich selber sorgt, ist auch für alle gesorgt. Dass man dabei Hilfe geben und annehmen kann - klar. Dass man immer dann, wenn man seine Talente einsetzt, im Job, im Hobby, im Umgang mit Menschen, auch etwas für die Gesellschaft tut - wir leben schließlich in einer hochgradig vernetzten Gesellschaft - leuchtet doch eigentlich auch ein. Warum muss man dann noch so viele "besondere Dinge" vollbringen, damit die Gesellschaft etwas von einem hat?
Lg,
BabetteZurück ist ein Ort, den es nicht gibt.
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28.03.2010, 15:05Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
Insgesamt ist das schon ein ehrenwerter Antrieb, den würde ich mir auch bewahren. Nur würde ich mich an Deiner Stelle mal ganz grundsätzlich fragen warum das unbedingt so aussehen muss, wie Du es gerade machst?
Gibt es keinen anderen Weg (in diesem oder einem anderen Umfeld) / keine andere Art und Weise / vielleicht sogar eine viel "effizientere" Art, der Gesellschaft - in Deinem Rahmen und gemäß Deinen Möglichkeiten zu dienen? Wer definiert was Dein Bestes ist? Willst Du Dich der Gesellschaft letztendlich mit Krankheit oder gar Tod opfern?
Ich drücke das bewusst so martialisch aus.
Versuche Dir doch mal im Gesamtkontext Deines eigenen Lebens die Frage umfassend zu beantworten, was es wirklich für Dich heißt, der Gesellschaft zu dienen.
Mir kommt es so vor als ob es sich um irgendeine versteckte / empfundene / angelernte Schuld im Hintergrund handelt.
Vielleicht sitzt Du auch nur einem Irrtum auf, den Du Dir irgendwann ausgedacht hast: Wenn Du Dich an anderen orientierst, dann ist es gar nicht DEIN Weg, DEIN Potenzial, was Du gibst. Vielleicht hast Du DEIN Bestes noch gar nicht gefunden. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich MEINS daran erkenne, dass es leicht geht. manchmal geht es dabei um ganz grundsätzlcihe Veränderungen, manchmal nur um eine innere Haltungsänderung.
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Es gibt ganz unterschiedliche Arten zu führen und auch da denke ich, wenn es Dir grundsätzlich Spaß macht, musst Du auch darin Deine Art finden - wenn Du willst. Wenn Du ständig das Gefühl hast, Dich zu verstellen und alles steuern und kontrollieren und vorweg nehmen zu müssen, wundert es mich nicht, dass es Dich mehr anstrengt als Du an Energie daraus ziehst. Auch da ist Dein Anspruch wohl eher fanatisch perfektionistisch als realistisch.Jetzt sieht das etwas enger aus. Auch die Aufgaben der Personalverantwortung wuppe ich zwar, finde es aber anstrengend, bei vielen Mitarbeiterkontakten meine Reaktion genau gesteuert zu haben. Ich bin mir also gar nicht sicher, ob ich in diesem Sinne weiter "Karriere" machen will.
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28.03.2010, 16:38Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
Ihr Lieben, ich möchte Euch an dieser Stelle mal "Danke!!!" sagen. Nicht nur, dass mir das Schreiben beim Klären hilft, ich bekomme von vielen von Euch auch sehr hilfreiche Gedankenanstösse. Manchmal fühle ich mich auch ertappt, was nicht nur schön ist...

Marylin, ja, Volltreffer, ich bin im sozialen Bereich tätig. Leicht durchschaubar?
Bisamratte, Du sprichst den Spaß an: Ja, ich habe total Spaß an meinem Job! "Trotz" Tätigkeit im sozialen Sektor ist mir aber das Kreative wichtig, das Weiterentwickeln oder Neukonzipieren von Angeboten. Ich bin aber auch ein sozialer Mensch, liebe den Austausch mit anderen Menschen und werde davon auch "befruchtet". Deswegen wird eine weitere Fragestellung sein, wie weit nach oben auf der Hierarchieleiter es mir noch möglich ist, mit anderen in Kontakt zu sein, oder aus den Kontakten zu den Mitarbeitenden etwas für mich herauszuziehen. Oder ob ich eher in eine "Seitengasse" einbiege. Als ich gestern ausgesprochen habe, die Weiterbildung möglicherweise aufzugeben, habe ich einerseits Erleichterung verspürt, andererseits aber auch Trauer, denn die Weiterbildung macht mir auch Spaß. Außerdem gibt es dort nette Leute, mit denen der Kontakt und der Austausch viel Spaß macht. Das aufzugeben ist nicht einfach... Ja, ich lerne gern. Wenn ich die Energie dazu habe, beschäftige ich mich mit allem Möglichen: Von Büchern über Astrophysik bis hin zu Kunstgeschichte - und es ist wunderbar! (soweit ich es in Erinnerung habe, mir fehlt schon lange die Zeit und Energie dafür...)
Was ist mir sonst noch wichtig? Wenn ich ehrlich bin, habe ich da ganz konkrete Bilder: Meine Ehe ist mir wichtig, unsere Tiere und das Häuschen, das wir gestalten. Meine Freunde sind mir wichtig, viele davon wohnen weiter weg, weil ich sie schon lange kenne und es uns in unterschiedliche Richtungen verschlagen hat. Als ich vor anderthalb Jahren zu meinem Mann gezogen bin, habe ich recht schnell ein, zwei nette Frauen hier kennengelernt, mit denen ich mich gut verstehe. Es ätzt mich an, dass ich jobbedingt so wenig Zeit für Kontakte habe!!! Ich reise gerne - gleich buche ich noch die nächste Reise im Sommer, und anschließend auch die Reiselektüre dazu!
Tja, und dann geistern Bilder von ehrenamtlicher Tätigkeit in meinem Kopf herum. Ich hätte Lust, hier in einem Kulturverein mitzuwirken, der sich für Kunst im Stadtviertel einsetzt. Mir ist eingefallen, dass in vier Jahren mein Darlehen abgezahlt ist, dann könnte ich es mir sogar leisten, meinen Stellenanteil zu reduzieren und Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten zu haben.
Ich möchte gerne irgendwann hier vor Ort arbeiten, nicht mehr pendeln. Ich möchte hier zuhause sein, nicht nur wegen meines Mannes.
Leda, Dein Text bewegt mich... Die Frage nach einer Form von Schuldgefühl ist gar nicht so unberechtigt... In dieselbe Richtung geht auch wohl Deine Frage nach Verantwortungsgefühl, Babette...
Ich habe auch ab und zu den Gedanken, dass das, was leicht ist, das Richtige sein kann, genauso wie Arbeit nicht zwangsweise Abwesenheit von Spaß bedeuten muss. Manchmal fehlt mir aber der Mut, dazu zu stehen.
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28.03.2010, 17:04
AW: Andere schaffen es doch auch!
>Hat es nicht auch Wert, nicht nur an sich zu denken?
ja, da gebe ich dir recht!
zum thema spass und arbeit: ich habe tierisch spass an meiner arbeit und gehe sehr gerne ins geschaeft. anders koennte ich mir es auch gar nicht vorstellen . .
aber es gibt - und da spielt sicher mein alter eine rolle - auch noch andere dinge . .
allerdings muss fuer mich die balance zwischen geld und freizeit passen sprich ich will materielle sicherheit.
ich bin uebrigens seit meiner jugend fast immer im ehrenamt taetig. momentan hat der tierschutzverein prio 1.
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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29.03.2010, 09:51Inaktiver User
AW: Andere schaffen es doch auch!
Ich kenne auch jemand, der sehr engagiert ist.
Alleinerziehende Mutter mit 8jähriger Tochter, sie 43, Vollzeitjob, fliegt fast jedes 2. Wochenende als Mitglied einer Hilfsorganisation in Krisengebiete und hilft beim Aufbau und Projekten etc.
Boah bin ich dagestanden und dachte mir im ersten Moment wow.
Na ja hab dann ein paar Takte mit ihr geredet und dabei ist folgendes rausgekommen:
Schlafstörungen
Muskelschmerzen am ganzen Körper
Hüftbeschwerden
Tinnitus
Bekämpft wird das ganze mit Schlaftabletten und Schmerzmitteln!
Wie lange wirds noch dauern, bis sie komplett Zusammenbricht?


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