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  1. Inaktiver User

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Ich hatte im Studium mal einen Supervisor, der mich als "müdes Talent" bezeichnet hat. Er meinte damit, dass ich mich nur in meiner persönlichen Komfortzone bewegen würde - was damals auch reichte. Die Erinnerung daran hat einen guten Teil dazu beigetragen, dass ich mich für mein jetziges Gesamtpaket mit Leitungsaufgaben, Weiterbildung und Pendeln entschieden habe. Komfortabel ist es gerade wirklich nicht.
    Ich würde noch gern anmerken, dass ich die Bemerkung dieses Supervisors ungeheuer blödsinnig finde. Du hattest offenbar doch damals eine ganz gute Balance gefunden - eben die, die für Dich komfortabel, lebenswert war. Dieser Supervisor hat Dir erfolgreich Deine Balance vermiest, indem er daraus - möglicherweise aus Neid - etwas Negatives machte. Ich kann mir gut vorstellen, dass er wahlweise selbst Defizite hinsichtlich seiner Fähigkeit, nach Leistung und Anspannung auch für Entspannung zu sorgen, oder schlicht und ergreifend im Fokus hatte, dass gute Mitarbeiter diejenigen sind, die man, solange es eben geht, auslutschen kann wie eine Zitrone, und die dafür auch noch "Danke" sagen - eine sehr kurzsichtige Strategie. So oder so wurde sein Tabu Dein Antreiber, und das möglicherweise nicht grundlos - vielleicht fiel da ein Samenkorn auf einen Acker, der dafür sehr aufnahmewillig war.

    Du entscheidest, ob Du Dir die markigen Sprüche solcher Dünnbrettbohrer zu eigen machen, oder selbst Maximen, Strategien, Ankerpunkte festlegen willst, die für Dein Leben sinnvoll sind.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Du diesen Auftrag des Lebens ernst nehmen kannst.
    Geändert von Inaktiver User (27.03.2010 um 17:41 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So lange wir nicht die Welt oder wenigstens nen Wal dabei retten
    You made my day!
    Aber haltet mich für völlig verrückt, aber ich habe tatsächlich schon gedacht, dass Nelson Mandela und Mahatma Gandhi garantiert auch nicht an die eigenen Grenzen gedacht haben...

    Seewespe, das, was Du schreibst, berührt mich sehr. Ich glaube tatsächlich, dass möglicherweise gerade etwas passiert. Wenige Wochen nach Weihnachten habe ich für mich klarbekommen, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern sehr einschränke - das war keine rationale Entscheidung, sondern das Ergebnis dessen, dass ich endlich mal meine Gefühle (in erster Linie Wut) zugelassen habe darüber, für meine Eltern zur Verfügung zu stehen, während sie sich so gut wie gar nicht für mich interessieren. Das alles findet weniger im Kopf, als viel mehr im Bauch und im Herzen statt. Manchmal auch ganz schön beängstigend...

    Marylin, in Deiner Geschichte finde ich mich oft wieder. Ja, es gibt erste körperliche Symptome, Schlafstörungen, Müdigkeit, mangelnde Konzentration, Gereiztheit und leider auch eine rückläufige Libido... Mensch...

    Dass Faulheit erst mal für mich anders gewertet wird als als Bedürfnis, könnt ihr euch sicherlich vorstellen...

  3. Inaktiver User

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    faulheit und co----------------- beliebte mittel andere menschen zu manipulieren.

    ich empfehle: josef kirschner, die kunst ein egoist zu sein.



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    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Dass Faulheit erst mal für mich anders gewertet wird als als Bedürfnis, könnt ihr euch sicherlich vorstellen...
    Ist aber echt wichtig, da die Sichtweise zu verändern. Meine Männer waren gerade mehrere Stunden weg und ich hatte das Haus für mich alleine. Klar, ich hätte aufräumen können oder so, aber ich hab es einfach genossen, auf der Couch zu liegen, zu surfen und Musik zu hören. Das tat einfach gut und hilft mir, ausgeglichener zu sein und zu regenerieren.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

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    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.
    Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf dich?
    Ich werde krank, dann wird er Zeit für dich haben,
    sagt der Körper.

    Da ist was dran, wie es sich immer häufiger und immer schneller zeigt.


  6. Inaktiver User

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    faulheit und co----------------- beliebte mittel andere menschen zu manipulieren.

    ich empfehle: josef kirschner, die kunst ein egoist zu sein.


    Habe ich bestellt, Brighid.

    Allein das Deckblatt hat mich an die Pinguin-Geschichte von Eckart von Hirschhausen erinnert, die ich sehr schön finde. Hier mal für Euch: YouTube - Dr. Eckart von Hirschhausen: Gutenachtgeschichte (7/7)

    Ich gönne mir heute einen DVD-Abend und arbeite erst morgen an den Prüfungsvorbereitungen weiter. Der Tag und all das, was er an Gedanken mit sich gebracht hat, war echt ein wenig anstrengend... auch wenn es sich richtig anfühlt...

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    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Liebe Citty,

    aufgefallen ist mir auch der Absatz, in dem Du die Phasen des Nichts-Tun beschreibst, weil Du Dich nicht aufraffen kannst. Das ist ein wichtiges Indiz für Überforderung. Du kannst nicht mehr. Andererseits macht Dich dieses Nicht-Können-trotz-Müssen so unzufrieden, dass sich automatisch noch mehr Druck einstellt. Das ist eine ungute Spirale. Sie führt abwärts.

    Ich für meinen Teil kann erst seit kurzen richtig spüren, wie sehr dieses Getriebensein den Zweck hatte, meine Versagensangst zu kompensieren. Ich laufe mit der völlig verzerrten Selbstwahrnehmung herum, dass ich eigentlich schlecht bin, wenn ich mich nicht verstelle. Mein Erfolg kommt nur, wenn ich mich verstelle. Also lauert da immer die Angst, dass jemand mich enttarnen und in meiner Minderwertigkeit erkennen könnte. Immer lauert die Gefahr, dass um die nächste Ecke herum der Punkt wartet, an dem ich derart versage, dass ich ins Bodenlose falle, abstürze, nie wieder aufstehen kann. Also suche ich ständig die Bestätigung der anderen, als Beweis dafür, dass sie mich noch nicht enttarnt haben. Meine Karriere hat mir viel Spaß gemacht. Ich kenne das Flow-Gefühl. Aber das Gefühl, ein Einsteiger zu sein, habe ich ebenfalls nie losbekommen.

    Ich will das nicht mehr.

    LG,
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  8. Inaktiver User

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Und wie gehst Du damit um, Babette? Danke für den Einblick in Deine Geschichte - ich hätte sie so selbst schreiben können. Kann noch ergänzen: Ich bin immer mal wieder erstaunt zu erfahren, dass ich anderen gegenüber einen Wissensvorsprung habe. Tatsächlich denke ich bei Gegenargumenten gegen meine immer: `Oh, du musst etwas übersehen haben, wenn der andere bei mindestens gleichem Wissen zu einer anderen Schlußfolgerung kommt.´

    Während ich so schreibe, wird mir fast schlecht. Aber es klärt...

    Ich danke Euch allen...

  9. User Info Menu

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    Ja. Oder ich denke, wenn jemand etwas tut, was ich nicht kann: Warum kann ich das nicht? Wenn jemand eine gute Idee auf Arbeit hat: Warum hatte ich die nicht? Das muss ich doch auch können. Völliger Blödsinn. Und eine gewaltige Hybris, von sich selbst überhaupt zu glauben, alles können zu KÖNNEN. Aber das stellt sich ein, wenn man nie genügt hat. Immer das Gefühl bekam, unter seinen Möglichkeiten zu bleiben. Dabei kann kein Mensch all seine Talente vollständig ausschöpfen.

    Was ich tue? Therapie. Viel Auseinandersetzung. Sich Freunden öffnen. Die Angst durchleben. Gut zu mir sein. Verantwortlichkeiten auseinanderdröseln. Die Momente genießen, in denen ich meine Mitte spüre. Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Angst endlich durchleben kann. Zum einen verschwindet dadurch die Leere. Zum anderen denke ich, ich kann die guten Gefühle nicht haben, ohne die Angst anzunehmen. Ich will nie wieder dahinter zurück.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  10. User Info Menu

    AW: Andere schaffen es doch auch!

    >Ja, es gibt erste körperliche Symptome, Schlafstörungen, Müdigkeit, mangelnde
    >Konzentration, Gereiztheit und leider auch eine rückläufige Libido...

    da fragst du dich zu Recht, ob es das wert ist! ich habe letztes jahr eine woche (!) urlaub gehabt hatte immer angst vor der krise und bin am 19.12. wie durch den fleischwolf gedreht nach andalusien auf eine hazienda abgehauen.
    dort habe ich 3 wochen trotz (oder gerade wegen?) dauerregen, orkan und 3-taeigigem stromausfall genossen . .

    darf ich fragen (ich hoffe ich habe es nicht ueberlesen) wie jung du bist?

    ich bin zarte 49 und goenne mir inzwischen zur belustigung meiner umwelt "altersteilzeit". ich bin seit 20 jahren selbstaendig und habe jahrelang viel geackert. eine zeitlang geht das ja auch und ich habe immer mal wieder phasen, in denen ich etwas mehr arbeite .. aber halt nur phasen . . .

    die frage ist, wo fuehrt das hin und damit zurueck zu dir:

    wo wollt ihr hin? ihr seid beide dabei, karriere zu machen. wozu? wisst ihr es ueberhaupt?

    um eine tolle villa zu kaufen und moeglichst schnell abzubezahlen?
    wollt ihr auf den everest klettern (kostet pro nase 80 TEURO)?
    um in 10 jahren in vorruhestand zu gehen?
    um euch ein luxusleben zu ermoeglichen?
    um eine familie zu gruenden?
    oder habt ihr ein teures hobby a la americas cup segeln?

    ich kann solche ziele akzeptieren . . dann muss man aber auch den preis dafuer zahlen . . sprich wenig "loose".

    luciernago

    . . in ihrer eigenen komfortzone angekommen . . die fuer dezember 2010/januar 2011 schon die naechsten 3 wochen am stueck gebucht hat . . wegen der komfortzone (toller ausdruck!)

    ps: lebenszeit ist durch nichts zu ersetzen!
    Geändert von luciernago (27.03.2010 um 23:07 Uhr)
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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