@ Marla
Natürlich gehört Unglücklichsein dazu. Nur für den einen ist das anders, als für den anderen...
Es gibt Menschen, die feiern den Tod. Die sind nicht unglücklich darüber. Andere kommen nie über den Tod eines Menschen hinweg.
Für manche Kinder auf der Welt ist schon frisches Obst, was sie glücklich macht. Andere wären sehr unglücklich, wenn sie das zu Weihnachten bekommen würden...
Wer sagt einem denn eigentlich, wann man glücklich oder unglücklich zu sein hat?
Für mich ist Glück, meine Nase in die Sonne zu halten und mir um meine Liebsten keine Sorgen machen zu müssen.
Das sind Dinge, die ich nicht beeinflussen kann.
Alles andere ist nicht Glück, sondern Fleiß und Arbeit....
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Ergebnis 41 bis 50 von 59
Thema: Anspruch auf Glück!?!
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16.03.2010, 17:48
AW: Anspruch auf Glück!?!
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16.03.2010, 21:13
AW: Anspruch auf Glück!?!
Hallo delusion,
mal ganz praktisch gesprochen:
Wenn ich einen tollen neuen Job hätte und nun noch x Wochen überstehen müsste, in denen mein Noch-Chef fies zu mir ist, dann würde ich mir jeden Tag gebetsmühlenartig sagen: nur noch x Wochen, dann ist es vorbei, dann bin ich nicht mehr hier. Dieser Zustand ist endlich und er wird enden. Und dann würde ich mich ganz bewusst auf meine neue Stelle freuen und mir für jeden Tag, den ich im alten Job noch überstehen muss, eine kleine Belohnung überlegen, mit der ich mich verwöhne.
Und dann wäre ich trotz allem glücklich!!
Glück heißt für mich Wertschätzung all der kleinen und großen Dinge, die gut sind in meinem Leben und deren Existenz ich viel zu oft als selbstverständlich hinnehme: Gesundheit, eine hübsche Wohnung, genug zu essen, tolle Freunde, schöne Reisen, die eine oder andere materielle Freude, die ich mir selbst mache (das kann eine Zeitschrift sein oder ein teures Schmuckstück), ein interessanter relativ sicherer Job mit super Kollegen, genügend Zeit für mich zu haben, und noch viele andere Dinge mehr.
Ich will gar nicht abstreiten, dass es Menschen gibt, denen im Leben scheinbar (oder vielleicht sogar tatsächlich) alles mühelos gelingt. Die einen geradlinigen Lebenslauf ohne Brüche haben, denen alles zur rechten Zeit begegnet und die immer da sind, wo sie sein wollen. Mein Leben ist nicht so, aber es bietet mir dafür die Chance, mich selbst sehr intensiv kennenzulernen, mich weiterzuentwickeln und Dinge zu erfahren, die in einem mühelosen Leben keinen Platz haben. Das ist oft genug schmerzlich, aber es ist auch intensiv und bereichernd. Und das wichtigste: es ist MEIN Leben.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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16.03.2010, 21:22Inaktiver User
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16.03.2010, 23:12
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17.03.2010, 10:04Inaktiver User
AW: Anspruch auf Glück!?!

Davon leben auch die Optimisten, weil sie sich sagen: Okay, mein Chef war heute blöd, aber ... ich bin gesund, ich habe eine schöne Wohnung, in 3 Wochen habe ich Urlaub, die Sonne scheint heute usw. ... was ist die schlechte Laune meines Chefs gegen all diese schönen Dinge.
Du bist was Du siehst. Mach die Augen auf und genieße. Das Leben und die Welt sind voll von schönen Dingen.
Viel Erfolg Delusion!
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17.03.2010, 10:12Inaktiver User
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17.03.2010, 11:16
AW: Anspruch auf Glück!?!
Wird in dem, was ihr in den letzten Postings hier sagt, nicht deutlich, was ich die ganze Zeit meine: Dass jeder Mensch das Recht auf dieses Glück hat, aber gleichzeitig selbst dafür zuständig ist? Dass es an jedem selbst liegt, wie glücklich er sich fühlt?
Solche Menschen gibt es, aber ich glaube, die haben auch keinen besseren Lebenslauf als andere unzufriedenere unglücklichere und traurige Menschen.Ich will gar nicht abstreiten, dass es Menschen gibt, denen im Leben scheinbar (oder vielleicht sogar tatsächlich) alles mühelos gelingt. Die einen geradlinigen Lebenslauf ohne Brüche haben, denen alles zur rechten Zeit begegnet und die immer da sind, wo sie sein wollen.
Ich habe so einen Menschen in meiner Familie, meinen älteren Sohn (23). Ich beobachte seit 2-3 Jahren erstaunt, zu was für einer wunderbaren Persönlichkeit er sich entwickelt, die fröhlich und leicht durchs Leben geht, obwohl er es überhaupt nicht leichter hat und erst recht nicht hatte als andere in seinem Alter. Er war ein kompliziertes Kind, launisch, aggressiv, hatte keine Freunde. Seine Eltern haben sich scheiden lassen, und ich bin mit ihm weit weg gezogen vom Papa. Er hatte es schwer, er hat bis in die 3. Klasse ins Bett gemacht, ich bekam ständig Beschwerden von Lehrern, musste zum Direktor und zur Familienberatung mit ihm. Ich dachte oft, was wird nur mal aus ihm. Ich will jetzt nicht seine ganze Entwicklung erzählen, aber er ist heute ein aktiver und beliebter junger Mann, und ich kann mich nicht daran erinnern, wann er mal schlechte Laune hatte. Er hat sein Abitur mit 4 Preisen glänzend abgeschlossen, packt sein anspruchsvolles Studium scheinbar mit links, hat einen klasse Freundeskreis, kümmert sich nebenbei ehrenamtlich um Jugendliche, verdient sich sein Geld in der Gastronomie und gibt Nachhilfe in Mathematik. Er ist stets unterwegs, und alles scheint ihm Spaß zu machen. Selbst wenn er morgens 5:30 Uhr aufstehen muss, hat er zwar verquollene Augen, aber begrüßt mich fröhlich mit Umarmung und Küsschen. Er jammert und beschwert sich nie, er macht einfach das, was ansteht und packt zu. Und was er gar nicht einsieht, macht er nicht und steht dann auch dazu, da kann man nicht mehr groß diskutieren mit ihm. Wenn man ihn auf wirklich unangenehme Dinge anspricht, lenkt er schnell ab, z.B. wenn man ihn kritisiert, und er sieht das überhaupt nicht so. Wenn er die Kritik einsieht, sagt er: Ja, das stimmt! und dann ist gut, dann ändert er es auch. Er hat auch nervende Chefs und Geldmangel, aber er scheint sich irgendwie darüber oder daneben stellen zu können. Neulich erzählte er von Ärger und einem Meeting in seinem Job und meinte schmunzelnd, dass es eben immer Leute gäbe, die alles persönlich nehmen. Er versteht gar nicht, wie man sich so lange aufregen kann über Dinge, die man eh nicht ändern kann. Wenn er Kritik zu äußern hat, dann macht er das auf eine spaßige Art, oder er zieht Leute bissel durch den Kakau, wir müssen manchmal echt lachen.
Es klingt zwar merkwürdig, da ich seine Mutter bin, aber ich fange an, mir einiges von ihm abzuschauen.
Wenn ich dagegen meine Freundin sehe, die letzte Woche bei mir eineinhalb Stunden geweint hat, weil ihre Chefin (angeblich) so unmöglich ist, sie aber weder in der Lage ist, ihre Einstellung zu der Chefin zu ändern, noch sich zur Wehr zu setzen.
Als ich ihr Vorschläge machte, wie sie das bei ihrer Chefin mal ansprechen könnte, fragte sie ganz entsetzt, ob sie das denn einfach so machen könnte? Ob ihr das zusteht? Sie gehört für mich zu den Menschen, die meinen, sie hätten keinen Anspruch auf Glück.
Oder meine Mutter, die mir am Wochenende zum wiederholten Male in allen Details erzählt hat, wie unglaublich schockiert sie war und wie wahnsinnig sie gelitten hat (mit Heulkrampf), als der Arzt ihrer Mutter ihr sagte, dass ihre Mutter nur noch 3 Monate zu leben hat. Das ist jedoch nun 35 Jahre her!
Es gibt Menschen, die halten am Leid fest, und es gibt Menschen, die konzentrieren sich auf das Schöne, Genussvolle im Leben, sie halten das Glück fest. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, mich bewusst an die zu halten, die glücklich sein wollen und es auch tun.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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17.03.2010, 12:11Inaktiver User
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17.03.2010, 12:30Inaktiver User
AW: Anspruch auf Glück!?!
Warum zweifelst Du denn an, dass die Chefin deiner Freundin so unmöglich ist? Vertraust Du deiner Freundin nicht? Oder ist das dein Weg, zu beweisen, dass deine Freundin selber schuld ist an ihrem Leid? Vielleicht ist es ja auch einfach so, wie sie sagt. Möglich wäre es doch.
Was deinen Sohn betrifft, liest man sehr den Stolz auf ihn aus deiner Schilderung. Das ist auch berechtigt. Aber würde er sich Dir anvertrauen wollen, wenn es mal nicht so gut bei ihm laufen würde? Wenn er Mama enttäuscht, weil er weiß, wenn jemand leidet unter einer Sache, glaubt sie, ist er ja selbst dran schuld?
Ich meine, mir kann's wurscht sein, aber vielleicht sieht man an dieser Haltung mal, welche Auswirkungen das haben kann.
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17.03.2010, 12:50
AW: Anspruch auf Glück!?!
Ganz bestimmt nicht.

Ich habe es sogar konkret so geschrieben:
Ich denke, es ging eher um Begrifflichkeiten und deren Interpretation und Verwendung, ansonsten waren wir wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander. Ob nun das Streben nach Glück oder das Glücksempfinden selbst...
Oder ob ich es "Anspruch" nenne oder "Recht"... Ich habe beides.
Ich kann mich auch deiner Interprtation des Wikipedia-Auszuges nicht anschließen.
Es gibt mehrere Bedeutungen, lese ich da raus. Die Ansprüche an andere sind nur eine von mehreren, also eine weitere Bedeutung.
Unter Anspruch auf ein glückliches Leben verstehe ich nicht den Anspruch an einen Menschen oder eine Sache, sondern es geht mir um Bedürfnisse und Wertvorstellungen bezüglich einer "Sache" - nämlich des eigenen Lebens. Also unabhängig von anderen und nichts, was man von anderen Menschen verlangen könnte.Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry


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